Entlassungsschein


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  • Macchi C.205V Veltro.

    Macchi C.205V Veltro, bestes italienisches Jagdflugzeug im 2. Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Macchi C205V Veltro Typ: Jagdflugzeug. Geschichte: Die Entwicklung des besten italienischen Jagdflugzeuges des 2. Weltkrieges, der Macchi C.205V Veltro, wurde durch die Behörden des italienischen Luftfahrtministeriums verschleppt, welche es aus unterschiedlichen Gründen vorzogen, die neuen Fiat G55 Centauro und Reggiane Re 2005 zu unterstützen, anstatt den viel einfacheren und gradlinigen Weg zu beschreiten, die bereits etablierte MC.202 Folgore weiterzuentwickeln. Tatsächlich behob die Macchi C.205V Veltro eine Reihe von Mängeln, welche ihren Vorgänger plagten, insbesondere die zu leichte Bewaffnung. Bei 80 Prozent Gemeinsamkeiten mit der MC.202 hatte die C.205 den neuen Daimler-Benz DB605 RC58-Motor und es war vorgesehen, zwei deutsche Mauser-Kanonen in den Flügeln einzubauen. Dies machte die C.205V schwerer als die C.202, aber die größere Leistung des neuen Motors machte dieses zusätzliche Gewicht wett und steigerte die Leistung des Jagdflugzeuges. Eine C.202 der Serie IX wurde aus der Produktionsreihe von Folgore entnommen und zum C.205 Prototypen umgebaut. Angetrieben von einem deutschen Original-Motor flog der erste Prototyp erstmals am 19. April 1942. Die unmittelbaren Eindrücke waren sehr positiv, das Jagdflugzeug erschien als viel besser als die C.202 und hatte hervorragende Flugeigenschaften. Die erste Serienmaschine rollte aus der Macchi-Fabrik in Vanese im Oktober 1942, knapp sechs Monate nach dem Erstflug. Es war die erste Maschine einer Vorserie von 100 Stück. Der einzige Unterschied zu den Prototypen war die Installation eines bei Fiat in Lizenz nachgebauten DB605-Motors. Die Produktion begann aber nur tropfenweise, da die italienische Luftwaffe darauf bestand, dass die Produktionsanlagen der C.202 und der veralteten C.200 Saetta parallel zur neuen Maschine weiter liefen. Verzögerungen bei der Auslieferung der DB605-Motoren führten zu einer Begrenzung des monatlichen Ausstoßes von nur etwa neun oder zehn C.205 bis zum Ende des Jahres 1942 und nicht vor Februar des nachfolgenden Jahres konnte die Produktion verdoppelt werden. Das war immer noch weniger als die durchschnittlich 50 monatlich gleichzeitig gebauten M.C202 Folgore. Darüber hinaus war die 20-mm-Mauser-Kanone noch schwieriger zu produzieren als die Motoren, und die meisten der ersten 100 Exemplare mussten mit 7,7-mm-Maschinengewehre wie die C.202 ausgerüstet werden. Kampfeinsätze Der erste Einsatz der C.205 kam im Februar 1943, als vier Flugzeuge die Macchi C202 der 1.Stormo der Regia Aeronautica auf Sizilien und Pantelleria ergänzten. Bis Ende März war ihre Zahl dann auf 21 angestiegen. Das Flugzeug hatte den ersten Kampfeinsatz am 7. April über Tunesien, als Jäger von Pantelleria See- und Lufttransporte zwischen Italien und Tunesien sicherten. An diesem Tag trafen sie auf eine überlegene Anzahl von Spitfire V und Curtiss P-40, wobei sie erfolgreich abschnitten. Bis zum 19. April sollen sie tatsächlich 18 Flugzeuge der Alliierten zerstört haben. Mit dem Verlust des Achsen-Brückenkopfs in Tunesien wurde Pantelleria unsicher und die gesamte Einheit wurde im Mai nach Sigonella auf Sizilien verlegt, von wo aus sie italienische Torpedobomber sicherten, welche alliierte Flottenverbände angriffen. Nach dem Fall von Pantelleria waren die C.205 Veltro jedoch gezwungen, sich auf die Verteidigung von Angriffszielen der alliierte Bomber zu konzentrieren, welche Sizilien für die bevorstehende Invasion ‘weich-klopfen’ sollten. In diesem Zeitraum verlor die Einheit fast alle ihre C.205V und im Juli wurden sie durch die 4. Stormo abgelöst, während die 1. Stormo nach Venedig zur Neuausrüstung verlegt wurde. Die 4. Stormo hatte Nordafrika bereits im Januar 1943 verlassen und wurde nach Campoformido und Bresso verlegt, wo die Einheit mit der Veltro neu ausgerüstet wurde. Am Tag der alliierten Landung auf Sizilien am 10. Juli 1943 verfügte die Einheit über nicht mehr als 10 einsatzbereite C.205V in der Nähe von Catania, zusammen mit 38 C.202 Folgore. In ihrer Verzweiflung schickte die italienische Luftwaffenführung noch 10 weitere C.205V von der 51. Stormo sowie 8 Re.2005. Obwohl die deutsche Luftwaffe weitere 400 Jäger in dem Kampfraum hatte, konnten die gesamten Achsen-Luftwaffen zusammen nur wenig gegen die Alliierten ausrichten, welche eine eindrucksvolle Luft-Armada von 4.900 Flugzeugen aufboten. Nach vier Tagen zog sich die 4. Storme auf das italienische Festland bei Crotone zurück, nachdem eine große Anzahl von Veltros im Kampf oder bei Unfällen verloren gingen und eine weitere Anzahl beschädigter Maschinen auf dem Flugfeld zerstört werden musste, um sie nicht in feindliche Hände fallen zu lassen. Anfang September verfügte das 4. Stormo über 30 C.205V und sollte diesmal die alliierte Landung bei Reggio Calabria ab dem 3. des Monats von neuen Stützpunkten bei Castrovillari und Gioia del Colle bekämpfen. Die Kämpfe hielten dort unvermindert für die nächsten zwei Tage an. Eine andere bedeutende Einheit, welche die Veltro in den Einsatz flogen, was die 3. Stormo. Die Einheit war ebenfalls ein Veteran der Kämpfe in Nordafrika und erhielt die ersten paar C.202 Folgore beim Rückzug nach Tunis. Im Juni wurde sie nach Ciampino und im Juli nach Cerveteri verlegt, wo ihre 18. Gruppo eine Anzahl von C.205V erhielt, während die 23. Gruppo mit Bf 109 G-6 ausgerüstet wurde. Die Aufgabe war die Verteidigung des Luftraums bei Rom. Der erste heftige Kampfeinsatz erfolgte am 13. August 1943, als alliierte Bomber einen schweren Angriff gegen Eisenbahnziele außerhalb von Rom flogen. Die 24. Gruppo erhielt neue C.205 Veltro, wobei die Piloten auf den neuen Typ noch auf dem Flugplatz Cagliari-Monserrato wechseln mußten, bevor sie nach Venafiorita zurückverlegt wurden. Bei einem Zwischenfall wurden die C.205V während des Starts von einem heftigen alliierten Bomberangriff überrascht. Pilot Tenente Cavlli gelang es jedoch zu entkommen und die angreifenden Bomber einzuholen, wobei er zwei Stück abschoss. Während der alliierten Invasion von Sizilien war die 51.Stormo, eine Elite-Jagdeinheit der italienischen Luftwaffe, sehr stark mit der Verteidigung Sardiniens beschäftigt. Dabei schossen sie bis Ende Juli zehn P-40 für den Verlust von drei C.205 ab. Im Luftkampf war die Veltro ein erfolgreiches Jagdflugzeug mit einer eindrucksvollen Bilanz. Am 2. August 1943 zum Beispiel trafen sechs C.205V auf eine viel größere Zahl von P-38 Lightning und P-40 und schossen fünf US-Jäger für den Verlust einer Macchi ab. National-Republikanische Luftwaffe Als Italien am 8. September 1943 den Waffenstillstand erklärte, hatten die Alliierten sich bereits auf dem italienischen Festland festgesetzt. Das Land versank im totalen Chaos und splittete sich in einen südlichen und nördlichen mehr …

  • PzKpfw IV Ausf.J der Hohenstaufen-Division

    Einsätze der 9. SS-Panzer-Division Hohenstaufen (Teil II). Von Arnheim, über die Ardennen und nach Ungarn bis zum Ende. Hier zu Teil I: 9. SS-Panzer-Division Hohenstaufen. Arnheim Eigentlich war Arnheim nur als Sammelpunkt für die 9. SS-Panzer-Division Hohenstaufen vorgesehen, welche zwischenzeitlich aus weniger als 3.000 Mann bestand. Von dort sollte die Division, nachdem sie ihre verbleibenden Panzer und Artillerie an die Frundsberg-Division übergeben hatte, mit der Eisenbahn in Richtung Deutschland zu einer vollständigen Wiederauffrischung abtransportiert werden. Jedoch am 17. September 1944, gerade als die Division bis auf ein verstärktes Alarm-Bataillon schon verladen war, erfolgte das alliierte Unternehmen ‘Market-Garden’ in Holland. Dieses Unternehmen setzte sich aus der Bodenoffensive ‘Market’ durch Verbände der britischen 2. Armee und 1. US-Armee und der Luftlandung ‘Garden’ der 1. Alliierten Luftlande-Armee zusammen, mit dem Ziel sich in den Besitz der Brücken über die Waal bei Nijmwegen und über den Unteren Rhein bei Arnheim zu setzen. Falls die Deutschen von der alliierten Luftlandung überrascht waren, so waren die Alliierten jedoch genauso davon überrascht, Mitten in einem Gebiet mit Truppenteilen von zwei Panzer-Divisionen der Waffen-SS abgesprungen zu sein. Selbst in ihrem aufgebrauchten Zustand waren diese immer noch ein kampfstarker Gegner gegen die nur leicht bewaffneten Luftlandtruppen. Die Fahrzeuge der Hohenstaufen-Division wurden hektisch wieder aus den Eisenbahnwaggons ausgeladen und die schon abgefahrenen Teile wieder zurückgeholt. Die meisten der noch vorhandenen Soldaten der Division wurden in die Kampfgruppe Harzer zusammengefasst, welche vom SS-Standartenführer Walter Harzer angeführt wurde. Rund 9.000 britische Fallschirmjäger waren in der Gegend um Wolfheze gelandet, welches rund 11 Kilometer westlich von Arnheim am nördlichen Ufer des Flusses lag. Die Fallschirmjäger, welche den Vorstoß unternahmen, das nördliche Ende der Brücke zu besetzen waren etwa 700 Mann stark und vom 2. und 3. britischen Fallschirmjäger-Bataillon. Sie unternahmen noch einen Versuch die Brücke zu überqueren, aber heftiges deutsches Feuer zwang die Fallschirmjäger sich auf die Konsolidierung ihrer Stellungen am Nordende der Brücke zu konzentrieren und auf Verstärkungen zu warten. So blieb das südliche Ende der Brücke in deutschen Händen. Die Befehle von General Bittrich an die Soldaten der 9. SS-Panzer-Division Hohenstaufen lauteten, den Ort und die Brücke zu besetzen und zu halten und jeden Vormarsch weiterer britischer Fallschirmjäger vom Westen auf Arnheim zu unterbinden. Während der Schlacht um Arnheim wurden die Divisionstruppen in weitere, kleinere Kampfgruppen aufgeteilt, welche als Sperrkräfte zum Einsatz kamen. Einige Teile jedoch schwärmten von Arnheim aus bis nach Neerpelt im Südwesten aus. Dazu wurden die erfahrenen Waffen-SS-Männern mit Soldaten anderer Kommandos verstärkt, zum Teil noch in der Ausbildung oder sogar Mannschaften der Kriegsmarine.   Während die Masse der britischen 1. Luftlande-Division versuchte, sich entlang des Nordufers von ihrer Absprungzone nach Arnheim und zur Brücke vorzukämpfen, brachte sie der deutsche Widerstand bei Oosterbeek zum Stehen, kurz außerhalb des Ortes. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass die Luftlandetruppen die Brücke nur für einen oder zwei Tage halten sollten, bevor die Bodenstreitkräfte sich ihren Weg aus dem Süden zu ihrem Entsatz durchgeschlagen haben würden. Der schon vorab beanstandete Vorstoß des britischen XXX. Korps, angeführt durch die Garde-Panzerdivision und der 43. Wessex-Division, durch einen schmalen Korridor fuhr sich jedoch fest. Dadurch kamen die nur leicht bewaffneten britischen Luftlandetruppen unter zunehmenden Druck der Soldaten der Waffen-SS. Model schickte in den nachfolgenden Tagen ständig Verstärkungen zu den deutschen Truppen, welche die britischen Fallschirmjäger umstellt hatten. Trotz verzweifelter Kämpfe wurden die britischen Stellungen um Oosterbeck und bei der Brücke in Arnheim selbst ständig zusammengedrückt.   Die britische Streitmacht an der Brücke kapitulierte schließlich am 21. September 1944. Auf Intervention des Sanitätsoffiziers der Hohenstaufen-Division, SS-Sturmbannführer Egon Skalka, wurde am 24. September ein Waffenstillstand organisiert, wodurch 700 verwundete britische Fallschirmjäger aus dem Kampfgebiet evakuiert werden konnten. Am nächsten Tag wurden weitere 500 verwundete Briten an die Deutschen übergeben. Die deutschen Soldaten waren von dem Mut und der Zähigkeit der britischen Luftlandetruppen beeindruckt und die britischen Überlebenden berichteten später, dass ihre Behandlung durch die Waffen-SS-Männer mehr als korrekt war, sogar ‘freundlich’.   Die Ankunft der schweren Panzer-Abteilung 503 des Heeres mit Königstigern schließlich zerstörte jede Hoffnung der alliierten Entsatztruppen, sich noch den Weg zu den Eingeschlossen freikämpfen zu können. Deshalb wurde am 25. September 1944 der Befehl an die noch kämpfenden Überlebenden der britischen 1. Luftlande-Division herausgegeben, sich zurückzuziehen. Diejenigen, welche in der Lage waren, den Rhein in Sturmbooten von britischen und kanadischen Pionieren zu überqueren, wurden bis zum nächsten Tag evakuiert. Die Briten landeten etwa 9.000 Mann Luftlandetruppen bei Arnheim und später weitere 3.000 polnische Fallschirmjäger zu deren Unterstützung. Es wird geschätzt, dass etwa 8.000 dieser 12.000 Männer entweder gefallen oder in Kriegsgefangenschaft geraten waren. Die deutschen Verluste beliefen sich dagegen auf nur etwas über 3.000 Mann. Schließlich konnte die 9. SS-Panzer-Division Hohenstaufen am 30. September wie geplant für eine längere Erholung, Auffrischung und Neuausrüstung nach Deutschland abtransportiert werden. SS-Standartenführer Harzer wurde mit dem Ritterkreuz in Anerkennung der Leistung seiner Truppen ausgezeichnet. Dies war nur eines der zwölf Ritterkreuze, welche an Angehörige der Division während des Zweiten Weltkriegs verliehen wurde. Ardennen-Offensive Für den nächsten Einsatz, an dem die 9. SS-Panzer-Division Hohenstaufen teilnehmen sollte, wurde sie wieder auf knapp 20.000 Mann aufgefrischt. Aber davon waren nicht alle der neuen Soldaten von beeindruckender Qualität, denn diese beinhaltete einen großen Anteil von Personal der Luftwaffe. Die Division war außerdem erbärmlich knapp an Panzern, Fahrzeugen und Ausrüstung und einige ihrer Einheiten meldeten einen Fehlbestand von bis zu 50 Prozent.   Trotzdem wurde die Division am 12. Dezember in die Eifel verlegt und für die unglückselige Ardennen-Offensive vorbereitet. Die Hohenstaufen-Division wurde Teil der 6. SS-Panzerarmee, zusammen mit der 1. SS-Panzer-Division Leibstandarte-SS-Adolf Hitler, 2. SS-Panzer-Division Das Reich und 12. SS-Panzer-Division Hitlerjugend. Sie alle standen unter dem Kommando von SS-Obergruppenführer ‘Sepp’ Dietrich. Die Aufgabe der SS-Panzerarmee war es, entlang der nördlichen Flanke der Offensive bis nach Antwerpen vorzustoßen. Die Stadt war der entscheidende alliierte Nachschubhafen. Die Hohenstaufen-Division erreichte bei Beginn der Offensive am 16. Dezember 1944 Blankenheim und erhielt den Einsatzbefehl erst am Nachmittag des 19. Dezember im Rahmen des II. SS-Panzer-Korps zusammen mit der 2. SS-Panzer-Division Das Reich. Die 9. SS-Panzer-Division Hohenstaufen war gezwungen, vier ganze Tage über völlig verstopfte Vormarschstraßen mehr …

  • späte Unternerhmung der deutschen Hochseeflotte

    Kriegsschiffe im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918. Es kann ohne Zweifel behauptet werden, dass nur die Armeen im Felde den Ersten Weltkrieg entscheiden konnten – aber zugleich steht es außer Frage, dass die Seestreitkräfte den Krieg durchaus verlieren konnten. Um einen Krieg in diesem Umfang durchzuführen, bedeutete es insbesondere für Großbritannien, die Schifffahrtsrouten offen halten zu müssen, um Männer und Material auf die Kriegsschauplätze transportieren zu können und gleichzeitig die Heimat mit Lebensmitteln und Rohstoffen zu versorgen. Dazu war die Beherrschung der See unausweichlich. Hungerblockaden und Rohstoffmangel durch die Beherrschung der See durch den Gegner führten unweigerlich zur Zersetzung der Moral in der Heimat. Einhundert Jahre lagen zwischen der Seeschlacht von Malaga, ein unentschiedenes Gefecht zwischen der französischen und britischen Flotte im Jahr 1704, und der Schlacht von Trafalgar. Die Betrachtung der Gemälde und Stiche dieser beiden Gefechte zeigt kaum Unterschiede in der Form der Schiffe und der Zusammensetzung der Flotten. Einhundert Jahre nach Trafalgar trafen die japanische und russische Flotte in der Schlacht von Tsushima aufeinander. Ein Vergleich zwischen den Bildern dieser beiden Gefechte ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, denn die industrielle Revolution hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Aussehen der Flotten bis zur Unkenntlichkeit gegenüber der vorausgegangenen Epoche verändert. Der Antrieb erfolgte nun durch Dampfkraft und nicht durch Windkraft mithilfe von Segel, die Rümpfe waren aus Stahl und nicht mehr aus Holz, die Geschütze waren Hinterlader und nicht Vorderlader mit Reichweiten in Kilometern und nicht nur Hunderten von Metern. In diesem ganzen Jahrhundert des Wandels gab es seit Trafalgar keine großen Seegefechte mehr und kein Mensch hatte eine Vorstellung davon, diese neuen Kriegsschiffe effektiv einzusetzen. So blieben Strategie und Taktik der Flotten weit hinter den technischen Fortschritten zurück. Es gab nicht nur grundlegende Veränderungen in der Konstruktion, im Antrieb und in der Bewaffnung seit dem Amerikanischen Bürgerkrieg von 1861 bis 1865. Dazu kamen auch die ersten Elemente des heutigen C3-Systems (Command, Control and Communications = Kommandiere, Kontrolliere und Kommunikation) und zwei völlig neue Elemente in der alten Gleichung der Marine, das U-Boot und das Flugzeug, waren entstanden. Das U-Boot hatte eine längere Geschichte als das Flugzeug, aber sein Potenzial wurde von der Mehrheit der Marineoffiziere genauso unterschätzt. Schon während des Amerikanischen Bürgerkrieges wurden einige Semi-Tauchboote eingesetzt, davon einige als Monitore, aber noch wichtiger, andere als Angriffsboote. Letzte waren mit einer Sprengladung auf einer Stange bewaffnet, welche in den Rumpf des Ziels gerammt wurde und dieser Einsatz war der japanischen Kamikaze-Taktik aus der Endphase des Zweiten Weltkrieges nicht unähnlich. Sie hatten zwar einige Erfolge, aber ihre wirkliche Tauchfähigkeit und weitaus größeres Kampfpotenzial lag noch einige Jahre in der Zukunft. Unerschrockene Investoren in Frankreich und Spanien gingen dem Iren John Holland voraus, welcher schließlich seine Unterseeboote in den USA mit einem Benzinmotor für die Überwasserfahrt und einen Elektromotor für das Tauchen baute. Eine Reihe von Erfindungen und Entwicklungen zwischen 1880 und 1910 verwandelte die frühen Unterseeboote in formidable U-Boote mit großer Reichweite. Der Dieselmotor ersetzte die Benzin- und Schwerölmotoren, die Speicherbatterien wurden verbessert, ein richtiges Periskop wurde konstruiert, drahtlose Telegrafie (Funkgeräte) wurde eingebaut, ein Geschütz wurde auf den Rumpf montiert und, am wichtigsten von allem, der Torpedo wurde in die Lage versetzt, unter der Kontrolle seines eigenen Kreisels einen gleichmäßigen Kurs zu laufen. Das ganze Konzept widersprach so sehr der jahrhundertealten Doktrin von der Schlachtflotte als Zentrum aller Seemachtanstrengungen, dass es einigen Enthusiasten, unterstützt von einer kleinen Gruppe fantasievoller Führungsoffiziere, überlassen wurde, Taktiken für U-Boot-Operationen in Kriegszeiten zu entwickeln. Diese Blindheit gegenüber der potenziellen Bedrohung ist umso unverständlicher, wenn man weiß, dass 1914 bereits weit über 300 U-Boote in Dienst gestellt waren, von denen ein beträchtlicher Anteil moderner Bauart war. Dieser Mangel an Wertschätzung zeigte sich auch in vielen anderen Bereichen von Marineangelegenheiten. Das lag zum Teil daran, dass die meisten Marinen keinen Marinestab hatten – welche Winston Churchill später als ‘eine Gruppe intelligenter Offiziere, die Zeit zum Denken hatten’ bezeichnete. Die politischen Entscheidungen wurden normalerweise von höheren Offizieren getroffen, die sich auf ihre Erfahrung verließen. Da diese Erfahrungen aber oft bis in die Zeit der Segelschiffe zurückreichte und nur wenige über praktische Kriegserfahrung verfügten, ist es kaum verwunderlich, dass die Ergebnisse im Allgemeinen unbefriedigend waren. In der Öffentlichkeit wurde über die Vor- und Nachteile verschiedener Schiffskonstruktionen gestritten, aber nur selten gab es eine fundierte Diskussion über Fragen wie die Rolle einer Marine, ihre Einordnung in die Gesamtstrategie einer Nation und den Einfluss moderner Entwicklungen auf die Taktik und Handhabung einer Flotte auszusehen habe. Hätte irgendeine Marine ihrer Gruppe intelligenter Offiziere Zeit zum Nachdenken gelassen, wären solche Dinge wie die zunehmende Reichweite der Geschütze, die gewaltige Wirkung moderner Sprenggeschosse, die Gefahr durch Minen, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Flotte durch Funk statt durch Signalflaggen gesteuert wird, die Notwendigkeit, Mittel zur Feuerleitung für die immer weiter reichende Artillerie bereitzustellen, und schließlich die Bedrohung durch U-Boote wohl berücksichtigt worden. Bei letzteren war aber von kardinaler Bedeutung, wie der Schutz der Handelsschiffe hätte aussehen müssen. Bei Ausbruch des Krieges am 4. August 1914 gab es acht große Seemächte: Großbritannien, Deutschland, USA, Japan, Frankreich, Italien, Österreich-Ungarn und Russland. Von diesen hatten nur Japan und Russland in den letzten Jahren Erfahrung mit größeren Einsätzen zur See gehabt. Die Schlachten des Spanisch-Amerikanischen Krieges waren im Vergleich dazu eher statisch. Die Schlacht von Tsushima 1905 war das einzige Gefecht, bei dem die gegnerischen Flotten genügend Seeraum hatten, um zu manövrieren. Der Vergleich der Flotten der acht führenden Marinestreitkräfte zeigt viele Ähnlichkeiten. Die Schlachtschiffe waren das Zentrum aller Pläne und die Veränderungen im Aussehen dieser Großkampfschiffe, welche nach dem Auftreten der HMS Dreadnought im Jahr 1906 folgten, ist unübersehbar. In diesem Jahr begannen sowohl die USA als auch Deutschland Schiffe auf Stapel zu legen, welche die wichtigsten Eigenschaften der HMS Dreadnought übernahmen. Dies betraf insbesondere den Einbau einer verstärkten Batterie von großkalibrigen Geschützen auf Kosten der Fülle von kleineren Waffen in früheren Entwürfen. Das Ziel war einfach, nämlich die größtmögliche schwerste Breitseite mit der größtmöglichen Reichweite zu erzielen. Bis 1909 zogen die Japaner, Italiener und Russen nach, die Franzosen und Österreicher folgten ein Jahr mehr …

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