P-40 Curtiss Hawk


Curtiss P-40 Hawk-Jäger der Flying Tigers in China, US-Air-Force und RAF.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

P-40 Kittyhawk der RAF
Eine P-40 Kittyhawk der RAF kehrt von einer Jagdbomber-Mission in Nordafrika Anfang 1943 zurück.


Curtiss P-40
Typ:
US-Jagdflugzeug, Erdkampfflugzeug und Jagdbomber.

Geschichte:

Es war zwischen Dezember 1941 und Juli 1942, dass die Flying Tigers (Fliegenden Tiger), eine Einheit amerikanischer Freiwilliger, welche in China kämpfte, die Curtiss P-40 bekannt machten. Eine große Anzahl der Curtiss P-40 wurden in der Folge während der langen Dienstzeit dieses Flugzeuges gebaut. Insgesamt 13.740 P-40 in einem Dutzend unterschiedlicher Versionen kam zwischen 1939 und 1944 aus den Fabriken. Sie wurden an jeder Front eingesetzt: in Europa, Afrika, über dem Pazifik und an der Ostfront.
Die Curtiss P-40 war nie ein herausragendes Flugzeug gewesen. Wie auch die amerikanische Bell P-39 Airacobra war es mittelmäßig in großer Höhe, und zwar aus dem gleichen Grund: dem Motor.
Obwohl die Gesamtleistung nicht überragend war, war es das wichtigste US-Kampfflugzeug in den ersten zwei Jahren des 2. Weltkrieges. Es war das einzige Jagdflugzeug, welches in großen Mengen und zudem zu einem günstigen Preis bei akzeptablen Lieferzeiten, verfügbar war.

Die erste Bestellung des US Kriegsministerium über 524 P-40 am 27. April 1939 war eine Sensation in Kreisen der amerikanischen Luftfahrtindustrie. Es war der größte Auftrag für ein Kampfflugzeug seit 1918 mit einem Wert von 12.872.898 US-Dollar.
Die Anwärter auf den Auftrag waren Bell, Lockheed, Republic und Curtiss. Das Unternehmen Curtiss erhielt den Auftrag für seinen Jäger, weil die Firma schon weitgehende Vorbereitungen für eine Massenproduktion eingeleitet hatte.
Das P-40-Programm belegte alle Ressourcen von Curtiss und 1941 begann die Curtiss Airplane Division ein Ausbauprogramm ihres Fabrikgeländes um das vierfache und beschäftigte bis zu 45.000 Angestellte.
Das XP-40-Projekt war im März 1937 in Gang gekommen. Die Grundidee war, einen flüssigkeitsgekühlten Allison V-1710-Motor mit 12 Zylindern in eine Zelle der P-36A, welche sich zu dieser Zeit gerade in der Produktion befand, einzubauen. Die zehnte P-36A wurde dem entsprechend geändert und erstmals im Oktober 1938 in der Luft erprobt.

Die Gesamtleistung bei den Testflügen war gut, wenn auch nicht überragend: Es wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 544 km/h in 3.750 m Höhe bei einem Gewicht von 2.840 kg erzielt.
Das war besser als die Hawker Hurricane, aber nicht so gut wie die Supermarine Spitfire oder Messerschmitt Bf 109E.

Die ersten Serien-P-40, modifizierte Prototypen, waren im Frühjahr 1940 fertig und etwa 200 wurden bis September an US-Einheiten ausgeliefert. Im gleichen Zeitraum wurden auch 140 Export-Modelle gebaut, welche ursprünglich von Frankreich bestellt, dann aber nach England geliefert wurden.
Diese wurden als Tomahawk Mk I bezeichnet und zur Ausbildung verwendet, da die RAF sie in Bezug auf Bewaffnung und Panzerung als unzureichend für den Kampfeinsatz hielt.

Chinesisches Bodenpersonal arbeitet an einer P-40
Chinesisches Bodenpersonal arbeitet an einer P-40 der 76. Jagdgruppe in Kumming.

Die zweite Version war die P-40B (Tomahawk Mk II bei der RAF) und erschien 1941. Sie hatte zwei Maschinengewehre mehr, ein gepanzertes Cockpit und selbstschließende Kraftstofftanks. Sie waren die ersten P-40, welche Kampfeinsätze sahen. Die Engländer benutzen sie in Nordafrika und die Amerikaner in Pearl Harbor und China. Die bekannte Bemalung mit dem Haifischmaul der P-40 von General Clair Chennaults Flying Tigers (Fliegenden Tiger) in China stammte ursprünglich von der 112. Squadron der RAF aus Nordafrika.

Die ersten 100 P-40, welche nach China gesendet wurden, waren ursprünglich Teil eines Auftrages für England. In etwas mehr als sechs Monaten, als die ‘Fliegenden Tiger’ diese Jagdflugzeuge flogen (zusammen mit etwa 30 P-40E), zerstörten sie 286 japanische Flugzeuge. In diesem Zeitraum gingen 23 Piloten der ‘Fliegenden Tiger’ verloren.
Insgesamt wurden 131 P-40B gebaut sowie ein paar der weniger effektiven P-40C.

Im Mai 1941 war die erste Maschine der wesentlich geänderten P-40D-Version erschienen. Sie erhielt einen neuen Motor, der Rumpf und das Fahrwerk waren kleiner, der Kühler wurde neu angeordnet und der vordere Teil des Rumpfes geändert. Fast alle der 582 P-40D die gebaut wurden, wurden an die RAF geliefert, welche diese Version P-40 Kittyhawk I nannte.
Das zweite Hauptmodell war die stärker bewaffnete P-40E, von der 2.320 seit 1941 gebaut wurden. Die P-40E war die erste Version, welche von der USAAF im Mittelmeer-Raum eingesetzt wurde.

Wartung an einer P-40 F Warhawk
Wartung an einer P-40 F Warhawk, wahrscheinlich in Tunesien oder Sizilien. Dieses Modell hatte den Packard V-1650 Motor (englischer Merlin von der Spitfire).

Die P-40 Warhawk F, von der 1.311 gebaut wurden, erschien ebenfalls 1941. Angetrieben von einem englischen Rolls-Royce Merlin-Motor der Spitfire, welcher unter Lizenz von der Firma Packard in den USA gebaut wurde, war dies die erste Version, mit der das Motoren-Problem gelöst wurde. Diese P-40 Warhawk-Version war viel besser in großen Flughöhen. Jedoch waren nicht viele Merlin-Motoren verfügbar, da diese vor allem für die North American P-51 Mustang verwendet wurden. Spätere Versuche, die Leistung trotzdem zu steigern, führten zur Entwicklung der P-40K, P-40L und P-40M.

Die letzte und zahlenmäßig stärkste Version war die P-40N Warhawk von 1943, von der 5.219 gebaut wurden. Mit einem leichteren Flugzeugrumpf und einem leistungsfähigeren Allison-Motor mit 1.360 PS, konnte die P-40N Warhawk Geschwindigkeiten von 608 km/h in einer Flughöhe von 3.200 m erreichen. Die letzten ihrer Art im Einsatz bei der USAAF waren P-40N Warhawks. Die meisten wurden aber nach England, Russland, Südafrika, Australien und China geliefert.


Bilder von Curtiss P-40


Daten für Curtiss P-40 E (Kittyhawk)

Spezifikationen:

Curtiss P-40 E (Kittyhawk)Spezifikation
Antrieb 1 x 1.150 PS Allison V-1710-F3R 12-Zylinder wasser-gekühlter Motor
Besatzung1
Spannweite 11,36 m
Länge über alles 9,55 m
Höhe über alles 3,75 m
Leer-Gewicht 2.704 kg
Höchstgewicht 3.900 kg
Höchstgeschwindigkeit 570 km/h
Steigleistung 807 m/min
Dienstgipfelhöhe 8.840 m
Reichweite 1.360 km

Bewaffnung:

Curtiss P-40 E (Kittyhawk)Spezifikation
in den Flügeln 6 x 12,7-mm-MGs (800 Schuss/min, 856 m/s Mündungsgeschwindigkeit) mit je ca. 280 Schuß
Zuladung 317 kg Bomben

Einsatzstatistik:

Curtiss P-40 E (Kittyhawk)Angaben
Stückpreis ca. 24.600 $ = 55.000 Reichsmark (P-40A)
Serienproduktion P-40A Januar 1940, P-40B 1941, P-40D Mai 1941, P-40E 1941, P-40F Ende 1941, P-40N 1943
Endlieferung Dezember 1944
Stückzahl 340 P-40A, 131 P-40B, 582 P-40D, 2.320 P-40E, 1.311 P-40F, 5.219 P-40N. Insgesamt: 13.733 (über 3.000 für englische RAF, 2.367 an Russland)
US-Einsätze Europa 1942-1945 67.059
US-Bombenabwurfmenge Europa 1942-1945 11.014 t
US-Verluste Europa 1942-1945553
US-Feindabschüsse Europa 1942-1945481
Feindflugzeuge durch US auf dem Boden zerstört, Europa 1942-194540


Animation 3D-Modell Curtiss P-40 C der Flying Tigers (Fliegende Tiger) in China

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Deshalb waren verzweifelte Maßnahmen gefragt und führende Mitglieder der Nazi-Führung nahmen die Zügel in die Hand und trafen kühne Entscheidungen. Unter der Gesamtleitung von Albert Speers Rüstungsministerium entwarf der Parteibonze Karl-Otto Saur das Schema des Volksjägers. Dies sollte ein kleiner, nicht mehr als 2.000 kg wiegender, einfacher ‘Wegwerf-Jäger’ mit Strahltriebwerk sein. Mit seiner hohen Geschwindigkeit konnte ein derartiges Flugzeug den Horden an alliierten Jagdflugzeugen leicht entweichen und mit einer oder zwei 30-mm-Maschinenkanonen bewaffnet die Bomber zerschmettern. Dazu sollte wenig Wartungsaufwand notwendig sein und nur ein absolutes Minimum an Facharbeitern und knappen Rohstoffen bei der Produktion benötigt werden. Diese Anforderung wurde am 8. September 1944 an die deutsche Flugzeug-Industrie herausgegeben, welche sofort ihre Machbarkeit untersuchte. Einige davon, wie Messerschmitt und Dipl.Ing. Kurt Tank von Focke-Wulf, zusammen mit dem General der Jagdflieger Adolf Galland, hielten die gesamte Idee für unrealistisch. Sie hielten eine gigantische Massenproduktion für ein solch grobes und unerprobtes Flugzeug, welches von völlig unerfahrenen Angehörigen der Hitlerjugend geflogen werden sollte – von den erwartet wurde, dass sie ihre Ausbildung beim Fliegen des Volksjägers in Kampfeinsätzen abschließen müssen – für ein unseliges Unterfangen. Auch der Übergang zu einem Einsatzverfahren, bei dem die Wartung der Flugzeuge vernachlässigbar war, da unbrauchbare oder beschädigte Jäger ja sofort durch ein paar neugebaute Exemplare ersetzt werden könnten, würde nach ihrer Meinung den deutschen Kriegsanstrengungen abkömmlich sein. Stattdessen sollten alle Bemühungen darauf ausgerichtet sein, die Me 262 in Serienproduktion zu bringen. Ihre Einwände fielen jedoch auf taube Ohren und die Ausschreibung wurde am 15. September 1944 auf zwei Projekte beschränkt: die Blohm&Voss P.211 und Heinkel P.1073. In jeder Beziehung erschien die P.211 von Blohm&Voss, welche wie eine verkleinerte Kreuzung aus der späteren F-86 Sabre und MiG-15 aussah, überlegen. Die Firma Heinkel hatte jedoch mit der He 178 das erste Strahlflugzeug der Welt am 27. August 1939 in die Luft gebracht und baute auch den ersten Strahljäger, die He 280, welche den Erstflug am 2. April 1941 mit eigenen Triebwerken absolvierte. Deshalb hatte Heinkel jede Menge Erfahrungen in der Konstruktion von Düsenflugzeugen und bereits seit einiger Zeit eine ganze Menge Arbeit in ein Projekt wie das geforderte gesteckt. Durch rasende Arbeit bei Tag und Nacht und einem fertigen Holzmodell innerhalb von 15 Tagen überrollten sie die Konkurrenz, sodass die Firma am 24. September bereits den Zuschlag für den Auftrag – sowohl von Saur als auch von Göring – erhielt. Trotzdem gab keine offizielle, endgültige Entscheidung und vom heutigen Standpunkt aus gesehen, war die P.211 eindeutig das bessere Flugzeug. Nach einigen hitzigen Besprechungen wurde der endgültige Startschuss für Heinkel am 30. September gegeben, mit dem Ziel, eintausend Flugzeuge davon jeden Monat zu bauen. Salamander-Programm Das gesamte Programm erhielt den Tarnname Salamander, jedoch nicht das Flugzeug selbst. Bei der Firma Heinkel wurde die P.1073 als Spatz getauft. Ein erster Vorschlag für die offizielle Bezeichnung war He 500, aber um die alliierten Nachrichtendienste zu verwirren, wurde die Modellnummer der Totgeburt ‘Jaguar’ der Firma Messerschmitt von 1937 übernommen und der Volksjäger wurde zur He 162.   Die Konstruktion des Prototyps He 162 V1, sein Entwurf, die Tests seiner Teile und der Aufbau einer Vielzahl von Unterauftragsnehmer zum Massenbau des Jägers ging mehr oder weniger gleichzeitig vonstatten. Der Entwurf konnte kaum einfacher werden, wobei der schöne und stromlinienförmige Flugzeugrumpf aus Leichtmetall-Halbmonocoque-Struktur mit kreisförmigem Querschnitt und einer Formsperrholznase bestand. Das Cockpit sah schon aus wie bei modernen Düsenjägern mit einer nach oben verschiebbaren, transparenten Haube und einem Schleudersitz. Der Treibstoff wurde in einem 695-Liter-Tank in der Mitte untergebracht, aber weitere 181 Liter konnten im Zwischenraum im Flügel-Mittelteil hinzugefügt werden. Alle drei Einzelteile das Dreiradfahrwerk wurden durch eine Hydraulik, welche durch Federn unterstützt wurde, in den Flugzeugrumpf eingezogen. Die Räder und Bremsen stammten aus der Bf 109 Gustav. Am Heck befand sich ein ungewöhnlicher Doppelflossenschwanz, dessen Winkel durch einen Schraubendreher im Rumpfheck eingestellt werden konnte. Der verhältnismäßig schmale Flügel wurde nahezu vollständig aus Holz hergestellt, aber die hydraulisch betriebenen Klappen bestanden aus Leichtmetall. 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  • Von Deutschland ausgebildete und ausgerüstete Soldaten der national-chinesischen Armee von Tschiang Kai-schek.

    Die chinesischen Streitkräfte von 1937 bis 1941: national-chinesische Armee und Waffen, Luftwaffe, Marine und Kommunisten.   Die Annexion von Mukden am 19. September 1931 markierte den Auftakt einer sich steigernder japanischen Aggression gegen China und von 1937 an gab es einen offenen Krieg. Die ungeordneten chinesischen Truppen waren der japanischen Armee auf dem Schlachtfeld nicht gewachsen, aber entschlossener Widerstand verhinderte den völligen Zusammenbruch. Schon die Größe von China schloss einen japanischen militärischen Sieg aus und obwohl die national-chinesische Regierung gezwungen war, alle wichtigen industriellen Gebiete aufzugeben und sich in eine neue Hauptstadt Tschungking zurückzuziehen, setzte sie den Kampf fort und band im Bündnis mit den kommunistischen Streitkräften von Mao Tse-tung eine große Anzahl japanischer Truppen. Stärke und Organisation  der  National-chinesische Armee Bei Ausbruch des Japanisch-Chinesischen Krieges im Juli 1937 wurde die national-chinesische Armee auf rund 1,7 Millionen Mann erweitert. Die offizielle Kriegsgliederung auf dem Papier umfasste 182 Infanterie-Divisionen, 46 unabhängige Brigaden, 9 Kavallerie-Divisionen, 6 unabhängige Kavallerie-Brigaden, 4 Artillerie-Brigaden und 20 unabhängige Artillerie-Regimenter. Eine Division hatte auf dem Papier 2 Infanterie-Brigaden zu jeweils 2 Regimenter, ein Artillerie-Bataillon oder Regiment, ein Pionier- und Nachschubbataillon, ein kleine Nachrichten-, Ambulanz- und Transport-Einheit. In der Praxis variierte die Bereitstellung der Unterstützungs- und Hilfseinheiten jedoch stark von Division zu Division, ebenso wie ihre Truppenstärke. Die durchschnittliche Stärke der zuvor beschriebenen Divisionsgliederung belief sich auf etwa 9.000 bis 10.000 Mann, dies traf aber nur für die ersten zehn von Deutschland ausgebildeten Divisionen aus dem Jahr 1937 zu. Die Masse der Divisionen, sowie die neu oder nur vorübergehend aufgestellten Verbände, hatten durchschnittlich nur 5000 Soldaten. Unabhängige Brigaden hatten etwa 4500 Mann, während neue und vorübergehend aufgestellte Brigaden vielleicht etwa 3000 Mann stark waren. China war im Jahre 1937 immer noch ein zutiefst gespaltenes Land und die KMT-Regierung konnte sich nicht auf alle ihre nominellen Streitkräfte zugleich verlassen. Rebellionen und andere Vorfälle von Untreue bei verschiedentlichen seiner regionalen militärischen Befehlshaber während der 30er Jahre hatten bei Tschiang Kai-schek einen großen Teil seiner Truppen verdächtig gemacht. Die zuverlässigsten und von daher am besten ausgerüsteten Soldaten von Tschiang Kai-schek waren daher die 380.000 Mann seiner eigenen, vor 1934 aufgestellten Armee. Die meisten von diesen waren von deutschen Soldaten ausgebildet worden. Sie wurden von Absolventen der Whampoa-Militärakademie in Kanton kommandiert, welche Tschiang Kai-schek 1924 selbst geleitet hatte, um ein politisch zuverlässiges Offizierkorps für die KMT-Armee zu schaffen. Weitere 520.000 Mann gehörten Einheiten an, welche seit jeher treu zu Tschiang Kai-schek standen, wenn sie auch nicht vom ihm aufgestellt worden waren. Dieser harte Kern gab ihm etwa 900.000 Mann, auf die sich die KMT-Regierung verlassen konnte. Abgesehen von diesen Armeen gab es noch eine andere Kategorie von sogenannten halb-autonomen Provinz-Truppen, die manchmal für die Interessen der KMT-Regierung mobilisiert werden konnten. Zusammen vielleicht noch etwa 300.000 Mann stark, verteilt über die Provinzen Suiyuan, Schanssi und Shangtung im Norden und Kwangtung im Süd-Osten. Der Rest der national-chinesischen Armee bestand aus Truppen, angeführt von Kommandeuren welche gegenüber Tschiang Kai-schek zwar keine wirkliche Loyalität empfanden, aber bereit waren, neben ihm gegen den gemeinsamen Feind Japan zu kämpfen. Die Kampfkraft dieser Verbände von fraglicher Loyalität schwankte von sehr gut bis sehr schlecht. Zum Beispiel wurden die 80.000 Soldaten und 90.000 Milizionäre der südlichsten Provinz Kwangsi gut geführt und waren gut ausgerüstet, ausgebildet und diszipliniert, während die 250.000 Soldaten von Szechuan im Süd-Westen als die am schlechtesten ausgebildeten und ausgerüsteten beschrieben wurden, die meisten von ihnen undiszipliniert und die treulosesten aller national-chinesischen Truppen. Zersetzt von Verlusten, vor allem unter dem vor Kriegsbeginn 1937 ausgebildeten Offizierskorps, und mit nur wenig Nachschub versehen, waren die meisten dieser Formationen unter der Sollstärke, schlecht ernährt, gekleidet, ausgerüstet und geführt, mit einem Kampfwert der vergleichbar war mit dem von plündernden Bauernheeren vergangener Jahrhunderte. Historisch gesehen hatte Chinas brutale militärische Kultur dem Bauern-Soldaten niemals einen Lohn für den Sieg gegeben, mit Ausnahme der Gelegenheit zur Plünderung. Es gab keine emotionale Beteiligung an Ereignissen, welche nicht unmittelbar die eigene Einheit betrafen. Vorsicht wurde als Klugheit bewundert, Selbstachtung hing nicht von der eigenen Initiative im Angriff oder standhafter Verteidigung ab. Sofern sich nicht ein schneller Erfolg einstellte, bestand immer die Tendenz, sich zurückfallen zu lassen. Auf der anderen Seite konnte oft selbst nach einem überstürzten Rückzug im Angesicht des Feindes und nach einer kurzen Rast der leidgeprüfte Bauern-Soldat zu seinem Dienst zurückgebracht werden. Waffen der national-chinesischen Armee Mit einer Armee, welche rasch auf über 2 Millionen Mann anstieg, und nur einer kleinen Anzahl von lokalen militärischen Arsenalen und Rüstungsbetrieben, war die Bewaffnung der national-chinesischen Armee ein ständiges Problem. Seit den frühen 30er Jahren war eine verwirrende Vielfalt von Gewehren und Maschinengewehren aus allen Teilen der industrialisierten Welt das ein oder andere mal von den Chinesen eingeführt worden. Ohne eine zentral gesteuerte Einkaufspolitik für die Armee hatten die verschiedenen militärischen Regionalbefehlshaber und vorübergehende Kriegsherren für die eigenen Truppen die ihnen angebotene Waffen nach Lust und Laune aufgekauft. Dieser erhebliche Mangel an Standardisierung wurde nur teilweise durch den Ausbruch des Chinesisch-Japanischen Krieges beseitigt. Von 1937 an war die vorherrschende Infanterie-Waffe der chinesischen Armee das deutsche 7,92mm Mauser 98k Gewehr, welches von den deutschen Ausbildern in den frühen 30er Jahren empfohlen wurde. Das Mauser-Gewehr wurde in großen Zahlen importiert und wurde bald darauf in chinesischen Arsenalen nachgebaut und wurde allgemein als Tschiang Kai-schek-Gewehr bezeichnet. Andere Gewehre und Karabiner, ebenfalls auf dem Mauser-Entwurf basierend, wurden ebenfalls eingeführt, so das belgische FN24 oder das tschechoslowakische VZ24. Auch das ältere Mauser-Gewehr 88 wurde noch weit verbreitet in China verwendet und es wurde immer noch als Hanyang 88 in chinesischen Fabriken hergestellt. Viele verschiedene Modelle von Maschinengewehren wurden ebenfalls in den 30er Jahren eingeführt. In der Tat sieht es so aus, als war China in mehreren Fällen der einzige Exportkunde für einige mehr oder weniger dubiose europäische Waffen. Wenn ein Waffenhändler seine Waren nicht an die KMT-Regierung verkaufen konnte, versuchte er sein Glück eben bei einem der Provinz-Armeeoberbefehlshaber. Das vorherrschende chinesische leichte Maschinengewehr war das ausgezeichnete tschechische ZB26, importiert und in großer Zahl nachgebaut. Andere eingeführte Typen waren das schweizerische ZE70, das finnische Lahti und das russische DP26. Maschinengewehr waren immer zu wenig mehr …

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Mit dem Bau der Fletcher-Klasse wurde kurz vor Kriegseintritt der USA im Jahr 1940 begonnen und bis 1945 wurden 119 dieser Zerstörer gebaut, sowie ab 1943 zusätzlich 62 verbesserte Fletcher-Klassen. Nach den Bestimmungen der Abrüstungsverträge war die US-Marine zu diesem Zeitpunkt von der maximalen Tonnage-Begrenzung befreit und konnte neue Zerstörer in der Größe des japanischen ‘Sondertyps’ der Fubuki-Klasse in Auftrag geben. Der ursprüngliche Konstruktionsentwurf für die Fletcher-Klasse war somit ein 1500-Tonnen-Schiff mit gleicher Bewaffnung wie die früheren Klassen Benson und Bristol. Die Bedeutung der Einsatzeichweite führte zu einer Vergrößerung um zusätzliche etwa 500 Tonnen, aber dieser zur Verfügung stehende Platz wurde zum Einbau einer verstärkten Flugabwehr-Batterie verwendet und auch nicht für zusätzliche artilleristische Waffen zur Seezielbekämpfung. Zum Zeitpunkt des japanischen Überfalls auf Pearl Harbor waren erst 24 Schiffe der Klasse fertig, aber Einhundert weitere Fletcher-Klassen-Zerstörer wurden anschließend sofort bestellt, sowie zwei experimentelle Versuchsschiffe. Schiffe der ursprünglichen Fletcher-Klasse Die Fletcher-Klasse beinhaltete die folgenden Schiffe: DD-445 Fletcher, DD-446 Radford, DD-447 Jenkins, DD-448 La Vallette, DD-449 Nicholas, DD-450 O’Bannon, DD-451 Chevalier (ex Pringle), DD-452 Percival, DD-465 Saufiey, DD-466 Waller, DD-467 Strong, DD-468 Taylor, DD-469 De Haven, DD-470 Bache, DD-471 Beale, DD-472 Guest, DD-473 Bennett, DD-474 Fullam, DD-475 Hudson, DD-476 Hutchins, DD-477 Pringle, DD-478 Stanly, DD-480 Stevens, DD-481 Leutze, DD-482 Watson, DD-498 Philip, DD-499 Renshaw, DD-500 Ringgold, DD-501 Schroeder, DD-502 Sigsbee, DD-503 Stevenson, DD-504 Stockton, DD-505 Thorn, DD-506 Turner, DD-507 Conway, DD-508 Cony, DD-509 Converse, DD-51O Eaton, DD-511 Foote, DD-512 Spence, DD-513 Thatcher, DD-515 Anthony, DD-516 Wadsworth, DD-517 Walker, DD-518 Brownson, DD-519 Daly, DD-520 Isherwood, DD-521 Kimberly, DD-522 Luce, DD-523 unnamed, DD-524 unnamed, DD-525 unnamed; DD-526 Abner Read, DD-527 Ammen, DD-528 Mullany (ex­ Beatty), DD-529 Bush, DD-530 Trathen, DD-531 Hazelwood, DD-532 Heermann, DD-533 Hoel, DD-534 McCord, DD-535 Mil­ler, DO-536 Owen, DD-537 The Sullivans (ex Putnam), DD-538 Stephen Potter, DD-539 Tingey, DD-540 Twining, DD-541 Yarnell, DD-542 unnamed, DD-543 unnamed, DD-544 Boyd, DD-545 Bradford, DD-546 Brown, DD-547 Cowell, DD-548 unnamed, DD-549 unnamed, DD-550 Capps, DD-551 David W. Taylor, DD-552 Evans, DD-553 John D Henley, DD-554 Franks, DD-555 Haggard, DD-556 Hailey, DD-557 Johnston, DD-558 Laws, DD-559 Longshaw, DD-560 Morrison, DD-561 Prichett, DD-562 Robinson, DD-563 Ross, DD-564 Rowe, DD-565 Smalley, DDS-566 Stoddard, DD-567 Watts, DD-568 Wern, DD-569 Aulick, DD-570 Charles Ausburn, DD-571 Claxton, DD-572 Dyson, DD-573 Harrison, DD-574 John Rodgers, DD-575 McKee, DD-576 Murray, DD-577 Sproston, DD-578 Wickes, DD-579 William D. Porter, DD-580 Young, DD-581 Charrette, DD-582 Conner, DD-583 Hall, DD-584 Halligan, DD-585 Haraden, DD-586 Newcomb, DD-587 Bell, DD-588 Burns, DD-589 Izard, DD-590 Paul Hamilton, DD-591 Twiggs, DD-592 Howorth, DD-593 Killen, DD-594 Hart (ex Mansfield), DD-595 Metcalf, DD-596 Shields, DD-597 Wiley. DD-445 bis DD-448 und DD-465 bis DD-466 sowie DD-498 bis DD-502 wurden von Federal Shipbuilding, Kearny, gebaut. DD-449 bis DD-451 und DD-507 bis DD-517 von Bath Ironworks. DD-470 und DD-471 sowie DD-518 bis D-522 von Bethlehem, Staten Island. DD-472 bis DD-476 und DD-581 bis DD-586 von der Boston Navy Yard. DD-477 bis DD-481 und DD-587 bis DD-591 von der Charleston Navy Yard. DD-523 bis DD-541 von Bethlehem in San Francisco. DD-544 bis DD-549 von Bethlehem in San Pedro. DD-550 bis DD-553 von Gulf Shipbuilding in Chickasaw. DD-554 bis DD-568 von Seattle­-Tacoma Shipbuilding. DD-569 bis DD-580 von der Con­solidated Steel Corporation in Orange. DD-592­ bis DD-597 von Puget Sound Navy Yard in Bremerton. DD-5O3 bis DD-506 und DD-542 bis DD-543 wurden nicht vergeben. Mehrere Schiffe wurden storniert. Fünf bisher unbenannte Schiffe, DD-523 bis DD-525 und DD-542 bis DD-543, wurden im Dezember 1940 gestrichen, bevor sie an einzelne Werften vergeben wurden. Im Februar 1941 wurden Stevenson, Stockton, Thorn und Turner (DD-503 bis DD-506) annulliert. Die Percival (DD-452) und Watson (DD-482) waren im Grunde dem allgemeinen Entwurf ähnlich, waren aber experimentelle Prototypen, um fortgeschrittenere Antriebsmaschinen zu testen. Die Percival sollte Hochdruckkessel haben, während die Watson einen 32-Zylinder-General-Motors-Dieselmotor erhalten sollte. Keines dieser Schiffe wurden auf Stapel gelegt und sie wurden für die Dauer des Krieges zurückgestellt und schließlich im Januar 1946 storniert. Die sechs Einheiten Hutchins, Pringle, Stanly, Stevens, Halford und Leutze (DD-476 bis DD-481) waren dafür vorgesehen, anstelle der Torpedorohre ein Wasserflugzeug und ein Katapult zu tragen. Dies war ein Versuch, die niederländische Praxis zu kopieren, Zerstörern die Möglichkeit der Aufklärung hinter dem Horizont zu geben. Ein Kingfisher-Wasserflugzeug sollte von einem Kran gehalten werden, der von einem Samson-Pfosten am zweiten Schornstein befestigt wurde. Versuche mit den ersten drei Schiffen Halford, Pringle und Stevens, zeigten, dass der Einsatz eines Wasserflugzeugs in den relativ kleinen Kriegsschiffen nicht möglich war und sie wurden wieder zur Standardbewaffnung umgerüstet. Die andere drei Schiffe Hutchins, Stanly und Leutze wurden erst gar nicht modifiziert. Die Flugabwehr-Bewaffnung wurde schnell verstärkt und die 28-mm-Vierlings-Stellungen zwischen den 127-mm-Geschützen Nummer 3 und 4 wurden durch 40-mm-Zwillings-Bofors ersetzt, während die 20-mm-Oerlikon-Kanonen in einigen Fällen auf vier reduziert wurden, während es auf anderen Schiffen der Klasse bis zu 11 Stück gab. Als mehr Bofors-Kanonen verfügbar wurden, wurde eine weitere Zwillingsstellung am Heck hinzugefügt, mit zusammen vier oder sechs 20-mm-Geschützen. Die vierte Flak-Konfiguration gegen Ende des Zweiten Weltkriegs waren drei 40-mm-Zwillingsstellungen und 10 oder 11 Oerlikon-Kanonen. Aber unter der zunehmenden Bedrohung durch Kamikaze-Flieger beendeten viele Fletcher-Zerstörer den Krieg mit nicht weniger als fünf 40-mm-Zwillings-Kanonen, unterstützt durch sieben 20-mm-Einzel-Flugabwehrgeschützen. Dies konnte erreicht werden, ohne dafür Torpedorohre zu opfern, was ein bemerkenswerter Beweis für den Spielraum bei der Stabilität des ursprünglichen Entwurfs war. Die Flachdeck-Schiffshülle erwies sich als sehr widerstandsfähig und war ein großer Fortschritt gegenüber der vorhergehenden Bristol-Klasse. Die Fletcher-Klasse waren somit die besten Vielzweck-Zerstörer, welche im Zweiten Weltkrieg mehr …

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