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P-47 Thunderbolt



Republic P-47 Thunderbolt, Langstrecken-Begleitjäger und Jagdbomber.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

frühe P-47D Thunderbolt
Schönes Bild einer der ersten Republic P-47 Thunderbolt der Version D, welche von der 78. Jagdgruppe der 8.US Air Force von Duxford in England eingesetzt wurde. Einige Spaßvögel behaupteten, als die P-47 erstmals bei den Verbänden erschien, dass das einzige, was sie wohl gut könnte, der Sturzflug sei. Doch derartige Sprüche änderten sich bald, aber unbestreitbar blieb die Tatsache ihrer enormen Größe, was ihr den dauerhaften Spitznamen Juggernaut (Schwerlastkraftwagen) einbrachte.


Republic P-47 Thunderbolt
Typ: US-Jäger, Begleitjäger und Jagdbomber.

Razorback

Die Thunderbolt war ein in der Rolle als Begleitjäger für Bomber und als Jagdbomber hervorragend. Es war der größte und schwerste einmotorige Jäger während des 2. Weltkrieges. Ebenfalls war es das letzte eine Reihe von Jagdflugzeugen, welches 1936 mit der Seversky P-35 begann und auch die P-43 Lancer von 1940 einschloss.

All diesen Flugzeugen gemeinsam war ihr Chefkonstrukteur, Alexander Kartveli. Mit der Republic P-47 Thunderbolt baute er ein Flugzeug, dass alle Lehren aus seinen zuvor nicht so erfolgreichen Entwicklungen gezogen hatte.
Insgesamt wurden 15.634 Thunderbolts von mehreren Versionen gebaut. Die ‘Juggernaut’ (‘Schwerlastkaftwagen’) oder auch Razorback (‘Finnwal’) für die ersten Versionen, wie die Flugzeuge bei ihren Piloten und dem Bodenpersonal hießen, wurden umfangreich von der USAAF und der englischen RAF eingesetzt.

Nach dem Beginn der Arbeiten am unglücklichen Projekt der P-43 Lancer begann der Chefkonstrukteur von Republic, Kartveli, im Jahre 1939 mit zwei weiteren Entwürfen von Jagdflugzeugen, welche auf der Lancer basierten. Dies waren die AP-4 und die AP-10. Die AP-4 war eine Modifikation der P-35 und wurde von einem Doppelsternmotor angetrieben, wogegen die AP-10 als leichter Jäger um einen wassergekühlten Allison V-12 Motor herumkonstruiert wurde.

Paradoxerweise entstand die massige Thunderbolt aus dem leichten AP-10. Für einen Jagdeinsitzer war die P-47 ein riesiges Flugzeug, mit einem Gewicht von fast 9 Tonnen beim Start. Tatsächlich wurde der AP-10 Entwurf von der USAAC abgelehnt, als dieser am 1. August 1939 vorgelegt wurde. Es wurde gefordert, eine größere und leistungsfähigere Version zu entwickeln.

Im November des Jahres unterzeichnete dann das Unternehmen einen Vertrag für zwei Prototypen (die XP-47 und die XP-47 A), welche mit wassergekühlten Allison-Motoren angetrieben werden sollten. Die Wahl des Motors stellte sich aber bald als Fehler heraus. Die ersten Kampferfahrungen des 2. Weltkrieg in Europa hatten gezeigt, das Jagdflugzeuge stark bewaffnet und gepanzert sowie über eine hohe Leistung verfügen mussten. Der Allison-Motor war dazu nicht stark genug und er konnte auch keine zufriedenstellende Leistung in großen Flughöhen erbringen.

Frühe Modelle der Republic P-47 Thunderbolt
Frühe Modelle der Republic P-47 Thunderbolt, wahrscheinlich über Long Island bei New York, obwohl sie die gelben Streifen der 361. Jagd-Gruppe der 8. US Air Force aus England vorne am Motor tragen.
Kartveli entwickelte daher ein alternatives Projekt mit dem stärksten verfügbaren Motor, dem neuen 2.000 PS starken Pratt&Whitney 18-Zylinder-Doppelsternmotor. Genau genommen entwickelte er eigentlich das Flugzeug um den großen und mit einem komplexen Abgas-Lader versehen Motor außen herum und reichte den Bauplan bei der USAAC im Juni 1940 ein. Diesmal wurde das Projekt, bezeichnet als XP-47B, ohne Vorbehalte akzeptiert.

Ein erster Auftrag für 773 Flugzeuge im Wert von 56,5 Millionen US-Dollar wurde noch während der Konstruktion auf dem Reißbrett erteilt. Von diesen wurden 170 als P-47B, 602 als P-47C und eine als XP-47E mit Druckkabine geliefert.

Der Prototyp, der XP-47B, ging nach endgültigen Anpassungen am Motor und Kompressor am 6. Mai 1941 erstmals in die Luft. Während der Flugtests zeigte, die Thunderbolt was sie kann: sie erreichte Geschwindigkeiten über 633 km/h und stieg auf 4.500 m in weniger als fünf Minuten. Das Flugzeug erreichte diese Ergebnisse mit einem Startgewicht von 5.500 kg.

P-47 Thunderbolt
Als die P-47 Thunderbolt zum erstenmal in Europa verwendet wurde, erhielt sie weiße Streifen, um sie von einer Focke-Wulf Fw 190 zu unterscheiden.
Im März 1942 kamen die ersten Serienmodelle von den Montagebändern und wurden ein Jahr später, im April 1943, erstmals von der 56. Jäger-Gruppe der 8. US-Luftflotte von England aus zu Kampfeinsätzen über Europa verwendet. Die Republic P-47 Thunderbolts wurden erfolgreich zum Begleitschutz der schweren viermotorigen Bomber der Typen Boeing B-17 Fliegende Festung und B-24 Liberator eingesetzt.
Die Produktion begann erst mit der P-47D Thunderbolt richtig anzulaufen, welche zur zahlreichsten gebauten Variante wurde. Die P-47 D Motor gab mehr Leistung in großer Höhe und diese Version konnte auch eine schwerere Bombenlast tragen. Diese Thunderbolts wurden in mehreren Produktionschargen und mit einer Vielzahl von Unterbezeichnungen gebaut. Beginnend mit dem P-47D-25 wurde eine Modifikation eingearbeitet, welche für die P-51 Mustang eingeführt worden war: ein transparentes Glashauben-Cockpit, durch das der Pilot einen 360-Grad-Sichtbereich hatte.

Animation 3d-Modell frühe Razorback-Version Republic P-47 Thunderbolt


 

Die Thunderbolt geht in den Einsatz

Neben einigen im Rahmen von Lend-Lease überlassenen britischen Spitfire V war die P-38 Lightning im ersten Kriegsjahr das einzige verfügbare amerikanische Jagdflugzeug, welches eine ausreichende Leistung zum Einsatz über Nordwest-Europa hatte.
Die Zahl der Spitfire war jedoch begrenzt und die meisten verfügbaren Lightnings wurden im Pazifik oder Nordafrika benötigt.

Der einzige weitere geeignete amerikanische Jägertyp war die Thunderbolt. Die ersten der neuen Flugzeuge litten aber noch unter verschiedenen Kinderkrankheiten, sodass sie nicht vor Anfang 1943 in größeren Zahlen verfügbar waren.

Die ersten Thunderbolts der Achten US Air Force wurden im Dezember 1942 nach Großbritannien verschifft. Diese P-47C wurden zur Neuausrüstung einer Gruppe verwendet, deren Piloten zwar in Amerika auf P-47B ausgebildet worden waren, dann aber mit P-38 Lightning nach Europa geschickt wurden. Zu allem Überfluss mussten sie in England angekommen ihre Flugzeuge als Ersatz nach Nordafrika abgeben.
Auch die amerikanischen Piloten, welche bisher ihre geliebten Spitfire flogen, waren wenig begeistert, diese gegen die schweren Thunderbolts auszutauschen.

US-Langstreckenjäger Republic P-47 Thunderbolt
US-Langstreckenjäger Republic P-47 Thunderbolt, der meistgebaute US-Jäger. Mit 15.660 Exemplaren ist er zugleich der größte und schwerste einmotorige Jagdeinsitzer des 2. Weltkrieges. Die letzten Modelle wiegen doppelt soviel wie der deutsche zweimotorige schwere Jäger Bf 110.
So dauerte es bis zum 8. April 1943, als 24 P-47C ihren ersten, wenn auch ereignislosen Einsatz, zum Pas de Calais flogen. In den nächsten Tagen stieg die Zahl der Thunderbolts an, aber bei den Einsätzen gab es keinen Feindkontakt mit Jägern der deutschen Luftwaffe, dafür aber zahlreiche Motorenprobleme.

Am 15. April 1943 trafen dann 60 Thunderbolts auf deutsche Jäger und drei Fw 190 konnten abgeschossen werden, allerdings bei ebenso hohen amerikanischen Verlusten.

Die anhaltenden Probleme mit dem Pratt&Whitney R-2800 Motor zwangen anschließend zu einer Reduzierung der Kampfeinsätze und erst am 4. Mai begleiteten P-47 Jäger wieder B-17 Fliegende Festungen bei einem Angriff auf Antwerpen.

Zwischen August und Dezember 1943 wurden dann sechs weitere amerikanische Jagdgruppen in England mit der P-47 Thunderbolt für den Langstrecken-Begleitschutz der schweren Bomber aufgestellt. Zusätzlich wurden zwei Gruppen mit P-38 Lightning auf die Thunderbolt bis Ende des Jahres umgerüstet.
So gab es gegenüber Ende 1942, wo es nur eine amerikanische Spitfire-Gruppe in England gab, neun Gruppen mit P-47 und zwei mit P-38, um die B-17 und B-24 Bomber zu schützen.

Die Wirkung der P-47 Thunderbolt wurde nun spürbar und die 56. Fighter Group wurde am 5. November 1943 die erste Gruppe der 8. US Air Force in England, welche einhundert Feindflugzeuge zerstört hatte. Gleichzeitig sank die Verlustrate bei den Bombern.

Unter Ausnutzung ihrer besseren Leistung in großer Höhe flogen die P-47 Thunderbolts gewöhnlich über den schweren Bombern. Aus ihrer erhöhten Position waren die P-47 in der Lage, sich auf die deutschen Jäger zu stürzen, welchen befohlen war, Begleitjäger zu ignorieren und die Bomber anzugreifen. So konnten die amerikanischen Jäger öfters konzentrierte Angriffe deutscher Jäger abwehren und die bisher gebeutelten Bomber beschützen.


P-47D-28 der 9. US-Air-Force
Mit Bomben beladene P-47D-28 der 9. US-Air-Force rollen zur Startbahn für eine taktische Mission.
So sah die USAAF für 1944 vor, den Großteil der Jagdgruppen der 8. US Air Force in Nordwest-Europa mit Thunderbolts auszustatten. Die Jagdgruppen der neu aufzustellende 9. US Air Force sollte dagegen mit der neuen P-51 Mustang mit Merlin-Motor ausgerüstet werden.
Als dann aber am 1. Dezember 1943 die P-51B Mustang zum ersten Mal eingesetzt wurde, stellte sie sich als der perfekte Begleitjäger heraus, welcher gute Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit und Reichweite in einem einzigen Flugzeug vereinigte und dadurch zu einer außergewöhnlich erfolgreichen Waffe wurde.

So wurde die Hauptaufgabe der Thunderbolt die Jagdbomber-Rolle, wo sie sich durch eine enorme Robustheit gegenüber Flugabwehrfeuer und gleichzeitig gewaltiger Wirkung gegen Bodenziele hervortat.

Spätere Modelle

P-47D Thunderbolt
P-47 Thunderbolts der 201. mexikanischen Jagdstaffel auf dem Flugfeld von Clark Field auf Luzon, Philippinen 1945.

Die Produktion der P-47 Thunderbolt kam erst wirklich in Schwung mit der P-47D, der häufigsten Version. Der Motor der P-47D gab mehr Leistung in großen Flughöhen ab und die Version konnte eine schwerere Last an Bomben tragen. Diese Thunderbolts wurden in mehreren Produktionsläufen mit einer Vielzahl von Untertypen hergestellt.
Beginnend mit der P-47D-25 wurde ein tropfenförmiges, transparentes Kabinendach eingeführt, welches von der P-51 Mustang übernommen wurde. Dies gab dem Piloten eine Rundumsicht von 360 Grad.

Der Wert der P-47 Thunderbolt wurde dramatisch erhöht, als sie begann Abwurftanks zu tragen und den ganzen Weg bis zum Zielgebiet den Bombern Jagdschutz fliegen konnte. Die gleiche Fähigkeit verwandelte den großen und gewaltigen Jäger in einer furchterregenden Jagdbomber, der mit verheerender Feuerkraft und in großen Zahlen auf dem gesamten europäischen und pazifischen Kriegsschauplatz bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Bodenziele angriff.
Der Gesamtausstoß von Republic an D-Modellen ist mit 12.602 Stück der größte einer Unterserie eines Jagdflugzeugmodelles in der Luftfahrtgeschichte. Die gesamte Produktion erreicht damit einen Umfang von 15.660 Thunderbolts.

P-47N Thunderbolt
Die ultimative P-47 Thunderbolt war der P-47N, die für den pazifischen Kriegsschauplatz entwickelt wurde. Hier war eine extreme Reichweite gefragt und der Rumpf der mit einem 2.800-PS-Motor ausgestatteten P-47M wurde mit neuen und längeren Tragflächen kombiniert, die ebenfalls mehr Treibstoff aufnehmen konnten.
Die P-47D war das erste Modell, welches auch im Pazifik von USAAF Einheiten eingesetzt wurde – und sie war auch die erste Thunderbolt welche an Russland, England, Brasilien, Mexiko und Frei-französische Einheiten geliefert wurde.

Die leichte M war zu spät für die vorgesehene Rolle zur Jagd auf fliegende V1-Bomben, aber erzielte einige Erfolge gegen die Me 262 und Ar 234 Jets.

Die endgültige Version, welche für umfangreiche Einsätze im 2. Weltkrieg zu spät kam, war die P-47N. Sie wurde nur für den Krieg im Pazifik gebaut, und mehr als 1.800 wurden fertig. Sie hatte eine stärkere Bewaffnung, verstärkten Motor und eine größere Reichweite.
Die letzte P-47 wurde im Dezember 1945 ausgeliefert. Nach dem 2. Weltkrieg blieb die Thunderbolt bei vielen Luftstreitkräften bis in die 50er Jahre im Einsatz.


Animation 3D-Modell Republic P-47 D-25 Thunderbolt

Benutzer: Australien, Brasilien, Frankreich, Russland, RAF, USAAF, Mexiko (für alle Varianten während des 2. Weltkrieg).


Spezifikationen Republic P-47 Thunderbolt, C und erste D-Modelle

Spezifikationen:

SpezifikationP-47C P-47D (früh)
TypBegleitjäger und Jagdbomber
Antrieb1 x 2.300 PS Pratt & Whitney R-2800-21 Double Wasp 18-Zylinder-Doppelsternmotor)1 x 2.800 PS
Besatzung1
Spannweite 12,40 m
Länge über alles 11,03 m
Höhe über alles 4,30 m
Leer-Gewichtca. 4.122 kg4.853 kg
Höchstgewicht6.770 kg8.800 kg
Höchstgeschwindigkeit (in 9.150 m)697 km/h690 km/h
Steigleistung855 m/min.
Dienstgipfelhöhe12.800 m
Reichweite885 km(ab August 1943 mit Abwurftanks ca. 1443 km)

Bewaffnung:

SpezifikationP-47C P-47D (früh)
in den Flügeln 8 x 12,7-mm Colt-Browning M-2 (800 Schuss/min, 856 m/s Mündungsgeschwindigkeit, Geschossgewicht 48 g, Schussweite 6.584 m) mit je 267, 350 oder 425 Schuss
externe Zuladung 230 kg Bomben bis zu 1.130 kg Bomben, Raketen oder Abwurftanks

Spezifikationen für Republic P-47 D-25 Thunderbolt

Spezifikation:

Republic P-47 D-25 ThunderboltAngaben
Typ Jagdbomber
Antrieb 1 x 2.300 PS Pratt & Whitney R-2800-21 Double Wasp 18-Zylinder-Doppelsternmotor
Besatzung1
Spannweite 12,42 m
Länge über alles 11,00 m
Höhe über alles 4,31 m
Leer-Gewicht 4.853 kg
Höchstgewicht 8.800 kg
Höchstgeschwindigkeit 690 km/h
Steigleistung 855 m/min.
Dienstgipfelhöhe 12.800 m
Reichweite 765 km (1.600 km mit Abwurftanks)

Bewaffnung:

Republic P-47 D-25 ThunderboltAngaben
in den Flügeln 8 x 12,7-mm-MGs [800 Schuss/min, 856 m/s Mündungs-geschwindigkeit] mit je 267, 350 oder 425 Schuss
Zuladung Drei oder fünf Äufhängungen für Tanks, Bomben oder Raketen bis zu 1.134 kg

Einsatzstatistik:

Republic P-47 ThunderboltAngaben
Erstflug XP-476. Mai 1941
Serienproduktion P-47B18. März 1942
Serienproduktion P-47DFebruar 1943
Erster Kampfeinsatz P-47BApril 1943
Prototyp P-47D-25 mit tropfenförmigen KabinendachJuli 1943
Truppenlieferung P-47D-25 Frühjahr/Sommer 1944
Endlieferung P-47NDezember 1945
Stückpreis73.100 $ = 162.000 Reichsmark
Stückzahl 170 P-47B, 602 P-47C, 12.602 P-47D, 1.800 P-47N (insgesamt 15.683; davon 195 an die Sowjetunion)
Einsätze Europa 1943-1945 (alle P-47-Modelle) 423.435 (Rekord)
Bombenabwurfmenge Europa 1943-1945 113.963 t (Rekord für Jagdbomber)
Verluste Europa 1943-19453.077
Feindabschüsse Europa 1943-19453.082
Feindflugzeuge auf dem Boden zerstört, Europa 1943-19453.202

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Bei den Tanks wurde 160 kg eingespart, was aber auch die Reichweite der La-5F von 1.190 km auf 760 km reduzierte. Der Hauptgrund dafür war, so viel Gewicht wie möglich zu sparen, um die Steigleistung gegenüber der Messerschmitt Bf 109 Gustav zu verbessern. Im April 1943 wurde der neue La-5F-Jäger erprobt und war nur geringfügige 10 km/h schneller als der Vorgänger. Dagegen stieg die Steigleistung auf 5.000 Metern von 6 Minuten bei der La-5 auf 5,5 Minuten für die La-5F an. La-5FN Die ersten La-5FN (FN für direkten Einspritzer) wurden ebenfalls im März 1943 ausgeliefert. Diese hatte den weiter entwickelten ASh-82FN-Motor mit bis zu 1.850 PS, dessen Leistung als Einspritzer für 10 Minuten gesteigert werden konnte. Dazu wurde der Rumpf nun aus einer Mischbauweise hergestellt, wobei leichtere Metallteile in den Flügeln verwendet werden, anstatt vollkommen nur das schwerere Holz. Auch hatte das Flugzeug etwas dickeres Panzerglas in der Cockpit-Haube. Mit der La-5FN erhielt die Rote Luftwaffe erstmals einen Jäger, welcher dem deutschen Standard-Jäger an der Ostfront, der Messerschmitt Bf 109 G-6, Paroli bieten konnte. Allerdings war die La-5F für die Fw 190 A-3 in Sachen Höchstgeschwindigkeit immer noch kein Gegner. Im April 1943 wurden Testflüge der La-5FN gegen eine erbeutete Bf 109G-2 durchgeführt. Diese ergaben, dass die La-5F in niedriger und mittlerer Flughöhe schneller als der deutsche Jäger war – und in diesen Höhen fanden an der Ostfront die meisten Luftkämpfe statt. Dazu hatte die La-5F einen deutlichen Vorteil in der Manövrierfähigkeit gegenüber der Messerschmitt. Im Oktober 1944 wurde eine La-FN mit dem ASh-82FNV-Motor von der deutschen Luftwaffe in Rechlin erprobt. Das Flugzeug hatte aber schon viele Kampfeinsätze über der Ostfront gesehen, bevor es auf einem Flugfeld in Ostpreußen im September 1944 erbeutet wurde. Die Maschine war 57 kg schwerer als eine ursprüngliche, fabrikneue La-5F und die Testpiloten der deutschen Luftwaffe erreichten mit ihr nur eine Geschwindigkeit von 520 km/h in Seehöhe und eine Höchstgeschwindigkeit von 545 km/h in 6.500 Metern Höhe. Allerdings hatte das Flugzeug gute Flug-Charakteristiken und nur im extremen Sturzflug – einige Testpiloten erreichten bis zu 720 km/h dabei – waren die Steuerung schwer zu handhaben. Die Tests ergaben, dass die La-5FN ein hervorragender Jäger für niedrige bis mittlere Flughöhen und sehr wendig im Luftkampf mit hohen G-Werten war. Dazu hatte die La-5FN eine bessere Steigleistung als die deutschen Jäger in bis zu 3.000 Metern Höhe. Kurz nach Produktionsbeginn der La-5FN begann ein Programm, um Gewicht an dem Flugzeug zu sparen. Trotz eines größeren Tankinhalts fiel die Einsatzflugzeit der La-FN auf nur 40 Minuten ab, da der neue Motor mehr Treibstoff verbrauchte. Die Bewaffnung blieb die gleiche mit zwei über dem Motor montierten 20-mm-ShVAK-Kanonen mit 200 Schuss je Kanone. Unter jedem Flügel konnten Bombenzuladungen bis zu 100 kg transportiert werden. Diese wurden aber selten benutzt, da das Flugzeug empfindlich auf Beschuss vom Boden aus reagierte und der Abwurfmechanismus unzuverlässig war, sodass oft eine Bombe weiter unter dem Flügel fest hing. Auch die La-5FN tauchte erstmals während der Schlacht von Kursk auf und war eine unliebsame Überraschung für die deutsche Luftwaffe. Die vierzehn La-5FN der 32. Garde-Jagdflieger-Regiment waren in 25 Luftkämpfe während des Julis und August 1943 verwickelt und meldeten 33 deutsche Flugzeuge abgeschossen zu haben – darunter 21 Focke-Wulf Fw 190A und 3 Messerschmitt Bf 109G. Das russische Flieger-Ass, Major I.N. Kozhedub, erzielte in einer La-5FN während der Kämpfe bei der Überquerung des Dnjepr 11 Abschüsse in 10 Tagen und 1944 über Rumänien acht deutsche Flugzeuge innerhalb einer Woche. 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Bei jeder Neuerung musste der Infanterist auch neu dazulernen, war nicht nur einfaches lernen bedeutete, sondern es musste so gründlich einstudiert werden, dass die neue Waffe praktisch ein Teil von ihm wurde und er sie instinktiv bei Tag oder Nacht mit bestmöglichem Erfolg einsetzen konnte. Ein britischer Infanterist, der von 1939 bis 1945 diente, musste so in diesen Jahren vielleicht drei oder vier Gewehre, zwei Maschinenpistolen, drei leichte Maschinengewehre, ein Dutzend Granatentypen, zwei schwere Maschinengewehre, zwei Granatwerfer, eine Panzerabwehrbüchse und das PIAT erlernen, dazu noch womöglich auch zwei oder drei unterschiedliche Panzerabwehrkanonen bedienen können. Wenn es sich dazu noch um irgendeiner Art von besonderer Kampftruppe handelte, wie z. B. bei den Commandos oder den Luftlandetruppen, dann wurde von ihm auch erwartet, dass er rudimentär auch eine ähnliche Anzahl von feindlichen Waffen kannte, sodass er im Notfall eine Waffe vom Schlachtfeld aufheben und benutzen konnte. Wenn er dazu mit seiner Einheit noch im Rahmen einer anderen alliierten Armee eingesetzt wurde, musste er möglicherweise auch die Waffen seiner neuen Kameraden erlernen müssen. Wurde er später als Ausbilder verwendet, musste er noch eine Sammlung veralteter Waffen erlernen, die noch zur Ausbildung verwendet oder an die Home Guard zum lokalen Einsatz ausgegeben wurden. Dazu weiß jeder ehemalige Infanterist, dass die Beherrschung von Waffen nur eine Facette des Fachwissens dieser Männer war und immer noch ist. Denn von ihm wurde auch erwartet, dass er alle wichtigen Taktiken beherrschte, damit er die jeweiligen Waffen optimal einsetzen konnte. 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  • die Mannschaft einer dänischen Flugabwehr-Kanone

    Dänische Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Stärke und Organisation der Armee, Luftwaffe und Marine bei der deutschen Besatzung von Dänemark. Dänische Streitkräfte 1940 Der Verteidigungsauftrag von 1937 sah eine Friedensstärke der dänischen Streitkräfte von zwei Divisionen, einem unabhängigen Flugabwehr- und Pionier-Regimentes, eine Armee-Luftwaffe, die Garnison von Bornholm, ein Transport-Bataillon und ein Hauptquartier vor. In Friedenszeiten bestanden die Regimenter und Bataillone nicht mehr als aus einem kleinen Verwaltungsstab, welcher für das Training und die Ausbildung der jährlich 6.599 Wehrpflichtigen verantwortlich war. Von den Wehrpflichtigen waren 4.340 Mann für die Infanterie, 465 für die Königliche Leibgarde, 374 für die Kavallerie, 1.120 für die Artillerie und 300 für die Pioniere vorgesehen. Am 8. April 1940 waren 6.600 Wehrpflichtige mit einer elfmonatigen Ausbildung unter den Fahnen, sowie weitere 2.050 Mann, welche nicht den Kampftruppen angehörten. Während der deutschen Besetzung von Dänemark beim Unternehmen Weserübung war ein Teil dieser Truppen im Urlaub, während weitere sieben Prozent nicht für den Dienst einsatzbereit waren. Die Seeland-Divison hatte ihr Hauptquartier in Kopenhagen und bestand aus der Königlichen Leibgarde, dem 1., 4. und 5. Infanterie-Regiment, den Garde-Husaren, dem 1. und 2. Feldartillerie-Regiment, dem 13. Flugabwehr-Bataillon und einem Pionier-Bataillon. Die Jütland-Division hatte ihr Hauptquartier in Viborg und bestand aus dem 2., 3., 6. und 7. Infanterie-Regiment, dem Infanterie-Pionier-Regiment, dem Jütland-Dragoner-Regiment, dem 3. Feldartillerie-Regiment, dem 14. Flugabwehr-Bataillon und dem 2. Pionier-Bataillon. Die Sollstärke eines Infanterie-Regimentes waren 3.000 Mann aller Ränge, bewaffnet mit Krag-Joergensen M84/24 Gewehren und Bayard M1910 Pistolen. Stärke und Ausrüstung der dänischen Divisionen: Der deutsche Vorwand für die Besetzung von Dänemark war es, das Land vor einem englischen Angriff zu schützen. Aus diesem Grund wurde den deutschen Truppen befohlen, den Einmarsch so friedlich und freundschaftlich wie möglich durchzuführen. Tatsächlich kamen nur 12 dänische Piloten, 11 Soldaten und 3 Grenzsoldaten ums Leben (deutsche Verluste: 20 Tote, 65 Verwundete). Die deutschen Behörden erlaubten es dem König und der Regierung von Dänemark die Regierungsgewalt weiterhin in beschränktem Rahmen auszuüben, während Fragen, welche im Zusammenhang mit der Besetzung des Landes standen, Gegenstand von Verhandlungen zwischen beiden Parteien waren. Die dänischen Streitkräfte konnten weiterbestehen, jedoch in erheblich reduzierten Rahmen von nicht mehr als 3.300 Mann. Diese bestanden aus der Königlichen Leibgarde, Wehrpflichtigen in der militärischen Ausbildung sowie weitere Wehrpflichtige, welche für Wartungs- und Reparaturarbeiten benötigt wurden. Darüber hinaus gab es eine Reihe von Reserve-Offizieren und Unteroffiziere welche in der dänischen Heeres-Offizierschule ausgebildet wurden. Bedingt durch den für Deutschland sich ungünstig entwickelnden Kriegsverlauf verschlechterten sich jedoch die Beziehungen zwischen den beiden Ländern ständig und im November 1942 wurde es dänischen Soldaten in Uniform verboten sich auf Jütland aufzuhalten. Die dänische Armee war damit auf Seeland und die Insel Fünen beschränkt. Der letzte Akt folgte im August 1943, als die Deutschen die dänischen Truppen in einem kurzen Kampf überrumpelten und entwaffneten. Danach wurden alle gefangengenommen dänischen Soldaten zu Kriegsgefangenen und die dänischen Streitkräfte wurden aufgelöst. Uniformen der Armee 1940 waren die Uniform der dänischen Armee im Wandel begriffen und eine neue khakifarbene Uniform mit brauner Lederausrüstung und Schuhwerk ersetzte die alte Uniform mit ihrer schwarzen Lederausrüstung und Schuhwerk. Aufgrund der Neutralität Dänemarks und seiner Wirtschaft in Friedenszeiten ging die Umstellung nur langsam vonstatten, und als die Deutschen im April 1940 einmarschierten, trafen sie auf Militärs, die sowohl graue als auch khakifarbene Uniformen mit einer Mischung aus brauner und schwarzer Ausrüstung trugen. Offiziere und reguläre Unteroffiziere trugen im allgemeinen Khaki, aber der Großteil der Armee und insbesondere die Wehrpflichtigen trugen noch graue Tuniken und Mäntel, hellblaue Hosen und schwarze Lederausrüstung. Die khakifarbene Uniform bestand aus einer einreihig gearbeitete Tunika mit Stehkragen, die mit sechs bronzenen Knöpfen und aufgesetzten Faltentaschen geschlossen wurde. Der Mantel war zweireihig mit zwei Reihen von sechs Knöpfen und einem großen Fallkragen. Die Hose wurde außerhalb der ledernen Schnürfeldstiefel aus Leder auf halber Wadenhöhe zusammengerollt getragen. Der neue Stahlhelm vom Muster M1923 (1937 eingeführt) hatte eine markante Form und trug das dänische Wappen auf der Vorderseite. Wenn der Helm nicht gebraucht wurde, trugen alle Dienstgrade eine khakifarbene Seitenmütze. Die Königlich Dänische Leibgarde hatte eine Felduniform im gleichen Schnitt, aber sie wurde in einem graugrünen Tuch gefertigt, das dem deutschen Feldgrau nicht unähnlich war und später im Krieg wurde diese Uniform vom deutsch-freundlichen Schalburg-Korps übernommen. Abzeichen: Der Rang wurde durch die Anzahl, Breite und Farbe der Spitzen und Geflechte an der Seitenkappe und den Schulterträgern angegeben. Unteroffiziere trugen gelbe Spitzenzwickel an den Ärmeln. Zur Kennzeichnung der Waffengattung trugen bestimmte Kategorien von Dienstgraden vergoldete Metallabzeichen am Kragen der Tunika, während andere Dienstgrade ein emailliertes Abzeichen über der rechten Brusttasche hatten. Linke Spalte (von oben nach unten): Futtermütze Offiziere; Offiziersanwärter und Unteroffiziere; andere Ränge; Piloten-Flügeln. Obere Reihe (v.l.n.r. nach linker Spalte): Mützenabzeichen für Generalsrang; Leitende Offiziere; National-Kokarde; Mützenabzeichen Unteroffiziere und Anwärter; Gefreite. Zweite Reihe Schulterstücke balu-grau (v.l.n.r.): General; Generalleutnant; Generalmajor; Oberst; Oberstleutnant; Hauptmann; Zweiter Hauptmann; Leutnant; Reserve-Leutnant; Zweiter Leutnant. Dritte Reihe Schulterstücke braun (v.l.n.r.): Korps-Stabsfeldwebel; Stabsfeldwebel; Hauptfeldwebel; Feldwebel; Cornet; Oberfeldwebel; Unterfeldwebel; Unteroffizier; Gefreiter; Helmabzeichen. Dänische Luftwaffe Die Luftwaffe, welche ein Teil der Armee waren, bestand aus zwei Bataillonen, von denen eines in Jütland und das andere auf Seeland stationiert war. Am Morgen des 9. April 1940 bestanden diese aus: 1 Staffel mit 13 Abfangjägern 1 Staffel mit 8 Abfangjägern und 2 Aufklärungsflugzeugen 1 Staffel mit 11 Aufklärungsflugzeugen und 1 Trainingsflugzeug 1 Staffel mit 14 Aufklärungsflugzeugen die Luftwaffen-Schule mit 18 Trainingsflugzeugen Gesamtstärke zusammen mit der Marine etwa 100 Flugzeuge. Nach der Auflösung der dänischen Streitkräfte im August 1943 setzten sich eine Reihe von dänischen Piloten nach Schweden ab, wo sie damit begannen auf schwedischen Maschinen (Saab B-17) zu üben. Es sollte eine Luftunterstützungs-Einheit für die in Schweden gebildete dänische Brigade aufgestellt werden, was aber bis zum Ende des 2. Weltkrieges nicht mehr abgeschlossen wurde. Uniformen Luftwaffe Angehörige der dänischen Luftwaffe, welche ein Teil der Armee waren, trugen deshalb ebenfalls eine Armee-Uniform. Allerdings schienen Offiziere eine offene Version der khakifarbenen Dienstuniform zu bevorzugen. Qualifiziertes Flugpersonal trug auf der rechten Brust die bestickte ‘Flügel’. Dänische Marine Der König von Dänemark war der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, während das eigentliche Kommando über die Marine der Marineminister, Vize-Admiral H. Rechnitzer, ausübte. Dieser war mehr …

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