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01-1916, Januar 1916

Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für Januar 1916.


Britische Einführung von Wasserbomben – Schlacht von Scheich Saad in Mesopotamien – österreich-ungarische Offensive in Montenegro – Alliierte Gallipoli–Evakuierung abgeschlossen – Judenitschs Winteroffensive in Armenien – Evakuierung der serbischen Armee nach Korfu beginnt – Waffenstillstand zwischen Österreich-Ungarn und Montenegro – Schlacht von Wadi (Mesopotamien) – ‘Balkan-Express’-Eisenbahnverbindung zwischen dem Osmanischen Reich und Deutschland wird eröffnet – Montenegro kapituliert – Schlacht von Hanna (Mesopotamien) – erster Panzer-Prototyp (Tank) ‘Mother‘ beginnt mit erfolgreichen Testversuchen – Erster deutscher Luftschiff-Angriff auf die Midlands.

Januar 1916

Seiteninhalt:

zurück Zurück zu Dezember 1915.


erster Wabo-Werfer
Einer der ersten erfolgreichen Wasserbomben-Werfer ist einsatzbereit.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 1. Januar 1916:

Seekrieg

Britische Einführung von Wasserbomben; aber nur 2 pro U-Jagd-Schiff, da es eine unzureichende Versorgung bis Juni 1917 gibt. Die Royal Navy verfügt jetzt über 35 Paddle-Minensucher (24 weitere im Bau) sowie 14 spezialisierte Schaluppen für die Grand Fleet. Die neue ‘Hunt’-Klasse wird bestellt (12 werden der Grand Fleet zugeteilt, welche 1917 eintreffen).

Westfront

Vogesen: Ein deutscher Angriff auf Rehbelsen gewinnt das Gesamte am 28. Dezember verlorene Gelände zurück und stößt am folgenden Tag darüber hinaus in Richtung Süden weiter vor.
Flandern: Die 3. kanadische Division wird aufgestellt.

Ostfront

Die russische Stärke beläuft sich auf 1.693.000 Soldaten, von denen 1.243.000 Gewehre haben.
Baltikum: Unentschiedene Kämpfe während des ganzen Monats.

Südfronten

Serbien: König Peter von Serbien trifft in Saloniki (Griechenland) ein.

Naher Osten

Mesopotamien, Kut: Das erste deutsche Flugzeug wird gesichtet (4 Stück kommen in Bagdad ein paar Tage später an).
Ost-Persien: 1.140 britische Truppen überwachen die Grenze in einer langen Kette und drängen eine deutsche Mission am 18. Januar ab.
Arabien: Scherif Hussein nimmt das britische Bündnisangebot an.
Ägypten: Oberst Clayton bildet das ‘Arabische Büro’ in Kairo.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Britische Truppen besetzen Jaunde. Es befinden sich nun fast 15.000 Mann alliierter Truppen mit 34 Geschützen in der deutschen Kolonie.
Marokko: Lyautey hält einen Neujahrsempfang in Rabat ab.

Luftkrieg

Großbritannien: Das zukünftige Top-Jagdfliegerass des Royal Navy Air Service, der Kanadier Collishaw, schließt sich der RNAS im Januar an.

Besetzte Gebiete

Serbien: Die Deutschen teilen ihre Besatzungszone den Österreichern und Bulgaren mit.

Heimatfronten

Österreich-Ungarn: ‘Der Zustand der Erschöpfung hier ist schon sehr groß’ (Freud).
Frankreich: Einkommensteuergesetz tritt in Kraft.
Großbritannien: Innenminister Simon tritt wegen der Einführung der Wehrpflicht zurück, Samuel wird sein Nachfolger am 10. Januar.
Im Januar wird der MO5 zum MI5 und der Secret Service wird MI61c. Brigade-General Macdonogh wird Direktor des militärischen Geheimdienstes am 3. Januar.
Erste Serie von Westfront-Filmen veröffentlicht. Im Januar wird das ‘Nationalkomitee für die Pflege der Soldatengräber’ gebildet.
Deutschland: Die SPD verwirft den Vorwärts wegen dessen Pazifismus.



E2 vor den Dardanellen
E2 vor den Dardanellen mit einem französischen U-Boot im Hintergrund. Es fiel E2 zu, die letzte Patrouille dort zu machen, bis die alliierten Evakuierungen abgeschlossen waren. Der Landfeldzug mag ein katastrophaler Fehlschlag gewesen sein, aber die U-Boot-Operationen waren ein voller Erfolg für die britische Royal Navy.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 2. Januar 1916:

Seekrieg

Dardanellen: Das britische U-Boot E2 wird zurückgerufen, womit der alliierte U-Bootkrieg dort beendet ist. Die halbe türkische Handelsflotte ist bis jetzt versenkt und die Kriegsschiffe sind aus Kohlemangel kaum noch einsatzfähig.

Westfront

Vogesen: Artilleriefeuer und Zusammenstöße im Abschnitt von Hirzstein vom 2. bis 8. Januar, aber keine Veränderung an der Lage. Beide Seiten erleiden schwere Verluste.

Ostfront

Bukowina: Schwere Kämpfe nordöstlich von Tschernowitz (auch am 4., 7., 11. und 14. Januar).

Geheimkrieg

Indien: Kapitän Müller mit seiner 8-Mann-Truppe für die Telegrafen-Verbindung zu U-Booten verlässt das neutrale holländische Java in Richtung Jemen. Sie treffen in Sana im März ein.


Arbeiterinnen in der Pariser Metro
Frauen werden als Arbeiterinnen in der Pariser Metro eingesetzt.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 3. Januar 1916:

Heimatfronten

Frankreich: Ein ‘Allgemeines Direktorium für die Pressebeziehungen’ wird eingerichtet.
Großbritannien: Das Erscheinen der sozialistischen Zeitung Forward aus Clydeside wird für 4 Wochen verboten.

Westfront

Brigade-General J. Charteris wird der Chef der Nachrichtendienst des BEF (bis 24. Januar 1918). Seine zu optimistische Berichte führen Haig häufig in die Irre.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Die Franzosen setzen ihren Vormarsch östlich von Mangeles fort. Etwa 600 britische Soldaten marschieren südlich von Jaunde am 5. Januar weiter, wo General Aymerich am 8. Januar eintrifft.

Politik

Französisch-britische Vereinbarung über die Aufteilung des Osmanischen Reiches.

Neutrale

Griechenland: Die Regierung protestiert gegen die Verhaftung der Konsuln der Mittelmächte in Saloniki durch die Franzosen.


 Feldtelefon in Verwendung durch einen US-Soldaten
Feldtelefon in Verwendung durch einen US-Soldaten während der Kämpfe in den Argonnen Ende 1918.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 4. Januar 1916:

Heimatfronten

Großbritannien: Der Rekrutierungsbericht von Lord Derby wird veröffentlicht. Bisher wurden 2.675.149 Freiwillige verpflichtet, aber es gibt noch etwa 2 Millionen geeignete und nicht registrierte Personen im wehrpflichtigen Alter.
Das Fuller-Telefon wird zugelassen und in Produktion für das BEF genommen (10.000 handgefertigte Sätze zuzüglich ca. 5.000 von 1917 bis 1918 für die US-Armee werden hergestellt.).

Mittlerer Osten

Mesopotamien: Erster britischer Versuch, Kut zu entsetzen. Generale Aylmers 19.000 Mann starkes Tigris-Korps beginnt den Vormarsch entlang des Flusses und versucht die türkischen Stellungen bei Sheikh Saad am 6. Januar zu durchbrechen, steht aber einer Übermacht von 30.000 türkischen Soldaten mit 83 Kanonen gegenüber.

Westfront

Champagne: Deutsche Überfälle auf feindliche Schützengräben.

Politik

Großbritannien: Die Regierung beantwortet Deutschlands Note zur Q-Schiff-(U-Boot-Falle)-Affäre Baralong und bietet eine Untersuchung vor einem unparteiischen Gericht an, wenn drei angebliche ähnliche Fälle mit deutscher Verantwortung mit verhandelt werden. Deutschland bestreitet dies am 14. Januar.

Geheimkrieg

Österreich-Ungarn: Generalstabschef Conrad von Hötzendorf an Graf Tisza: ‘Es ist keine Frage, dass die russische Kriegsmaschinerie zerstört werden kann. Aber England kann nicht besiegt werden, weshalb Frieden in einem nicht zu langem Zeitraum gemacht werden muss, oder wir werden tödlich geschwächt, wenn nicht gar vernichtet.’


Nieuport XI Bebe
Französische Nieuport XI ‘Bebe’ auf einem Feldflugplatz.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 5. Januar 1916:

Luftkrieg

Westfront: Der neue französische Nieuport XI Jäger beginnt mit der Indienststellung bei Esc N3.
25 britische Flugzeuge des Royal Flying Corps greifen Flugplätze bei Douai und Vorratslager bei Le Sars an (16 Flugzeuge wiederholen den Angriff am 17. Januar).

Westfront

Champagne: Heftiger deutscher Artillerie-Beschuss und Infanterie-Angriffe zwischen Hügel 304 und Tahure.

Geheimkrieg

Belgien: König Albert fragt in Berlin an, was die deutschen Garantien für ein Belgien in der Nachkriegszeit wären, falls das Land auf die Neutralität verzichtet.

Heimatfronten

Großbritannien: Premierminister Asquith stellt das Gesetz zum Militärdienst (Wehrpflicht) vor. Der Gewerkschaftsbund TUC widersetzt sich am folgenden Tag.
Deutschland: Das Dresdener Kriegsindustrie-Amt wird für Arbeitgeber und Gewerkschaften gebildet.


HMS King Edward VII sinkt
HMS ‘King Edward VII’ sinkt auf einer Mine vom deutschen getarnten Handelszerstörer ‘Möwe’.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 6. Januar 1916:

Seekrieg

Atlantik: Das Linienschiff King Edward VII sinkt westlich von Scapa Flow vor Cape Wrath auf einer der 252 Minen, welche durch Möwe gelegt wurden. 2 neutrale Dampfer werden auch vernichtet, aber 71 Minen können bis Mai geräumt werden.
Flandern: 5 Monitore der Dover Patrol beschießen deutschen Küstenbatterien, ohne Gegenfeuer zu erhalten.

Westfront

Verdun: Falkenhayn genehmigt den Angriffsplan der Fünften Armee, der den Bau von 10 Feldbahnen, Betonbunker und Plankenwegen vorsieht. Der Artillerie-Plan ist am 8. Januar fertiggestellt.

Südfronten

Albanien: Konteradmiral Troubridge organisiert die Verpflegung und Unterbringung der serbischen Flüchtlinge in San Giovanni di Medua (Hafen von Skutari) und verlässt den Ort am 19./20. Januar auf einem italienischen Zerstörer, nachdem er genau darauf beharrt hat, dass die hauptsächliche serbische Evakuierung weiter südlich stattfinden muss.


Türkische Mehmetcik
Türkische Mehmetcik-Truppen auf Gallipoli.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 7. Januar 1916:

Naher Osten

Gallipoli, Helles-Brückenkopf: Nachdem alle Franzosen zwischen dem 1. bis 4. Januar abgezogen worden sind, wehrt die verbleibende Garnison aus 19.000 Mann mit 63 Kanonen einen halbherzigen türkischen Angriff am ‘Gully Spur’ ab.
Mesopotamien – Schlacht von Scheich Saad: Aylmer gelingen nur geringe Einbrüche in die türkischen Stellungen für 4.007 Mann Verluste.
Euphrat: Gorringe besetzt mit seinen 1.000 Mann Butaniya 20 km nördlich von Nasiriya.

Ostfront

Pripjet-Sümpfe: Der russische General Brusilow erstürmt Chartorysk (80 km östlich von Kovel).

Luftkrieg

Saloniki: Ein deutscher Luftangriff verursacht 18 Opfer.

Politik

Großbritannien: Die britische Regierung vereinbart eine Rationierung für Holland.
Österreich-Ungarn: Graf Tisza argumentiert, dass nur eine Kriegsentschädigung die Nachkriegsentwicklung gewährleisten kann.

Heimatfronten

Frankreich: Die Wehrpflichtigen für das eigentlich kommende Jahr 1917 werden schon bis zum 11. Januar einberufen.


bosnische Soldaten
Auch bosnische Moslems kämpfen in der k.u.k-Armee für Bosnien und die Monarchie.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 8. Januar 1916:

Südfronten

Montenegro – österreich-ungarische Offensive: General Webenaus 50.000 Mann sowie 5.000 bosnische Muslime und 3 Kaiserjäger-Bataillone von der italienischen Front beginnen im Morgengrauen mit einem Beschuss aus 500 Artilleriegeschützen zusätzlich durch den Beschuss durch Kriegsschiffe und Flugzeuge.
Saloniki: General Milne landet mit seiner britischen 27. Division an und übernimmt den Befehl über das XVI. Korps an der rechten Flanke.

Westfront

Vogesen: Einem deutschen Angriff am Hartmannsweillerkopf halten die Franzosen stand (8.-9. Januar).

Ostfront

Galizien: Schwere Kämpfe durch die Fortsetzung der Iwanow-Offensive.

Mittlerer Osten

Gallipoli – EVAKUIERUNG ABGESCHLOSSEN (bis zum 9. Januar) mit den letzten 16.918 Mann und 37 Geschützen, welche in drei Wellen bei sich verschlechternden Wetter abtransportiert werden. Generalmajor Maude verlässt als letzter den westlichen Brückenkopf. Insgesamt wurden seit dem 28. Dezember 35.268 Mann Truppen, 3.689 Pferde und Maultiere, 127 Geschütze, 328 Fahrzeuge und 1.600 t Vorräte evakuiert. 15 Kanonen und 1.590 Fahrzeuge wurden zerstört zurückgelassen, 508 Maultiere wurden erschossen. Keine Verluste während der Evakuierung.

Seekrieg

Adria: 5 alte österreich-ungarische Linienschiffe geben den Truppen, welche den Berg Lovcen in Montenegro angreifen, effektive Feuerunterstützung (vom 8. bis 10. Januar). Dadurch wird der Marinestützpunkt Catarro von der Einsicht durch feindliche Beobachter befreit und es kann ein Kreuzergeschwader dort stationiert werden.
Ägäis – Abschließende Evakuierung von Gallipoli (bis zum 9. Januar): 2 Schlachtschiffe (HMS Cornwallis feuert 6.500 Granaten ab), 1 Kreuzer, 6 Zerstörer und 15 Motorfeuerzeuge sind am Kap Helles im Einsatz.
Schwarzes Meer: Schlachtkreuzer Goeben wird auf die Rekordentfernung während des 1. Weltkrieg von 22.000 Metern durch das neue russische Schlachtschiff Kaiserin Katharina II. (Imperatriza Ekaterina II) beschossen, kann aber entweichen, nachdem eines der letzten 5 türkischen Kohletransportschiffen versenkt wurde.

Heimatfronten

Osmanisches Reich: Regierungsbeamte erhalten einen Bonus von 15-20 % der Lebenshaltungskosten.


Zwei österreich-ungarische Offiziere
Zwei österreichische Offiziere der k.u.k.-Truppen an der Balkanfront.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 9. Januar 1916:

Südfronten

Montenegro: Österreich-ungarische Truppen erstürmen den 1.500 m hohen Mt.Lovcen, das ‘Gibraltar der Adria’. Die Montenegriner ziehen sich 20 km in Richtung ihrer Hauptstadt Cetinje zurück und beginnen Gespräche für einen bald zu vereinbaren lokalen Waffenstillstand.

Westfront

Champagne: Deutsche Angriffe östlich und westlich von Butte de Massiges. Die französische Linie wird an einer Anzahl von Stellen (einschließlich Butte du Mesnil und Mt.Tetu) aufgebrochen, das Gelände kann aber teilweise am 10. und 11. Januar wiedererlangt werden.

Mittlerer Osten

Mesopotamien: Die türkischen Truppen ziehen sich nach Wadi zurück und die Briten besetzen Sheikh Saad. Goltz ersetzt Nureddin durch Khalil Pascha.
Ägypten: Sir A. Murray ersetzt Monro, welcher am 11. Januar abreist, als Befehlshaber des MEF (britische Mediterranean Expedition Force).

Afrikanische Fronten

Kamerun: Die deutsche Hauptmacht aus 2.500 Mann zieht sich nach Ebolowa zurück mit dem Ziel das spanische Muni. Hauptmann Stein entlässt 214 alliierte Kriegsgefangene am Fluss Nyong.
Ostafrika, Küstengebiet: Wavells 80 arabische Soldaten werden bei Mkongani besiegt, aber die Briten vertreiben 3 deutsche Kompanien von Ngurungani am folgenden Tag.


Türkische Ski-Truppen Scharfschützen
Türkische Ski-Truppen, welche als Scharfschützen eingesetzt sind, tragen vollständig weiße Wintertarnanzüge, einschließlich Tüchern vor ihren Gesichtern.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 10. Januar 1916:

Naher Osten

Armenien – Judenitschs Winteroffensive: Schlacht von Köprüköy (bis zum 19. Januar) während der russischen Weihnachten. Die türkische Dritte Armee wird auf Erzerum zurückgedrängt und verliert 25.000 Mann und 20-30 Kanonen gegenüber 12.000 russischen Verlusten (2.000 Erfrierungsfälle im Hospital).

Südfronten

Saloniki: Ein Motorboot der Royal Navy aus Mudros wird auf dem See Langaza zu Wasser gelassen, 2 weitere fahren Patrouillen auf dem See Beshik vom 15. Januar an. Dieser 130 km lange Abschnitt der Verteidigungslinie des befestigten alliierten Lagers ist gut ausgebaut, aber 75 km davon werden durch Seen und Sümpfe gedeckt.

Neutrale

Griechenland: Die Alliierten informieren die griechische Regierung über die vorgesehene Überführung der serbischen Armee nach Korfu, wo französische Truppen anlanden. Griechenland verweigert die Zustimmung am 13. Januar, aber die Serben landen trotzdem am 15. Januar an.
Schweiz: Lenin zieht nach Zürich (oder am folgenden Tag ?) und beginnt bald mit Vorlesungen, um Geld zu verdienen. Die Polizei hat inzwischen viele britische MI1c-Agenten festgenommen.
Mexiko: General Francisco Villa lässt 18 US-Bergbauingenieure aus einem Zug in Santa Isabel erschießen. Die US-Regierung verlangt seine Bestrafung am 12. Januar.


Handelszerstörer 'Möwe'
Der deutsche getarnte Handelszerstörer ‘Möwe’. Das Schiff unternahm zwei Fahrten und versenkte insgesamt 122.000t Handelsschiffsraum.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 11. Januar 1916:

Seekrieg

Ost-Atlantik: Der deutsche getarnte Handelszerstörer Möwe versenkt 8 britische Schiffe (bis zum 20. Januar), davon 3 alleine am 13. Januar. Die versenkte Tonnage von 27.888 t entspricht fast der Versenkungsziffer durch deutsche U-Boote während des Januar (5 britische Schiffe).

Westfront

Somme: Generalleutnant Earl of Cavan übernimmt das Kommando über das neue XIV. Korps des BEF aus 3 Divisionen (bis zum 10. März 1918).

Südfronten

Griechenland: Französische Marinesoldaten besetzen Korfu trotz griechischen Protesten, als Basis zur Wiederaufstellung der serbischen Armee.
Montenegro: Österreich-ungarische Truppen nehmen Cetinje, aber eine dreitägige Schlacht bei Mojkovac 80 km nördlich davon, bevor General Vesovic seinen Soldaten befiehlt, nach Hause zu gehen.

Besetzte Gebiete

Ostfrankreich: In der Nacht vom 11./12. Januar Explosion eines deutschen Munitionslagers in der Nähe des Bahnhofs von Lille, welche 108 Zivilisten tötet.

Heimatfronten

Russland: 10.000 Arbeiter streiken in Nikolayev, dem Marinestützpunkt am Schwarzen Meer. Weitere 45.000 in Petrograd am 22. Januar.
Deutschland: Der Reichstag stimmt für die Herabsetzung des Seniorenalters (Rentenbezieher) von 70 auf 65 Jahre.


Max Immelmann, der 'Adler von Lille'
Max Immelmann, der ‘Adler von Lille’, ist eines der ersten Jagdflieger-Asse, welches in Deutschland populär wurde.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 12. Januar 1916:

Luftkrieg

Westfront: Immelmann und Boelcke sind die ersten deutschen Flieger (jeweils 8 Luftsiege) welche mit dem Pour le Mérite ausgezeichnet werden.
Gallipoli: Türkisch-deutsche Fokker E-Jäger, von denen 3 vor kurzem eingetroffen sind, schießen ein zweites Flugzeug des Royal Navy Air Service vor Kap Helles ab, nachdem schon eines am Vortag zum Opfer gefallen war. Es ist der letzte alliierte Flugzeugverlust des Feldzuges, indem die Briten 1.155 Bomben mit einem Gesamtgewicht von 27t abgeworfen haben.

Westfront

Argonnen: Deutscher Gasangriff im Abschnitt Forges zwischen der Maas und den Argonnen.

Südfronten

Die Evakuierung der serbischen Armee nach Korfu beginnt.
Saloniki: Ein alliiertes Sonderkommando sprengt die ‘Demi Hissar’-Brücke über den Fluss Struma in Anwesenheit von griechischen Truppen.

Politik

Waffenstillstand zwischen Österreich-Ungarn und Montenegro, welcher am 20. Januar abgebrochen wird.

Heimatfronten

Deutschland: Liebknecht wird im Reichstag aus der SPD ausgestoßen.
Kanada: Das Parlament stimmt für einen 250-Million-Dollar-Kriegskredit und die Einführung einer 25 % Gewinnsteuer (Debatte darüber bis zum 18. Mai).


indische Kavallerie
Einsatz indischer Kavallerie durch die Briten im Nahen Osten.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 13. Januar 1916:

Naher Osten

Mesopotamien – Schlacht von Wadi (bis zum 14. Januar): Aylmer nimmt unter dem Verlust von 1.613 Mann die türkischen Stellungen, kann die türkischen Truppen aber nicht abschneiden, welche ca. 2.000 Mann verloren haben. Diese können sich auf Um-el-Hanna zurückziehen.
Heftige Regenfälle und Stürme vom 14. bis 18. Januar zerstören die britische Brücke über den Tigris.
Persien: Der russische General Baratow besiegt den deutschen Grafen Kaunitz und ein türkisches Bataillon bei Kangavar und zieht 8000-10.000 Mann mit 22 Kanonen bei Hamadan zusammen.

Ostfront

Die russische Artillerie verfügt über 4.894 Geschütze (einschließlich an der armenischen Front und nur insgesamt über 210 x 15-cm-Haubitzen) mit 4.915.000 Granaten.
West-Russland: Die russische Fünfte Armee (Gourko) erzielt einen Erfolg bei Garbonovka in der Nähe von Dünaburg, weitere Kämpfe am folgenden Tag.

Südfronten

König Nikolaus von Montenegro schickt ein Telegramm nach Wien und bittet um Frieden, aber die Bedingungen sind kompromisslos. Trotzdem weigert er sich, seiner Armee zu befehlen, den Serben zu folgen.

Afrikanische Fronten

Kamerun: 850 französische Soldaten marschieren von Jaunde in Richtung Süden und besetzen Ebolowa am 19. Januar. Die Briten schließen sich am 22. Januar an.

Seekrieg

Deutschland: Der Marinestab erklärt seine Unterstützung für den uneingeschränkten U-Boot-Krieg, da dieser nach dessen Auffassung England dazu zwingen kann, Frieden innerhalb von 6 Monaten zu schließen.

Seekrieg

Deutschland: Der Reichskanzler verspricht im Preußischen Landtag eine Wahlreform nach Kriegsende.
Großbritannien: Das House of Commons stimmt dafür, die Stärke der Royal Navy um 50.000 auf dann insgesamt 350.000 Mann zu erhöhen.


Schneider-Panzer
Der Schneider-Panzer ist der erste französische Entwurf. Jedoch folgen unendliche Verzögerungen bei der Herstellung, hauptsächlich wegen des Mangels an Panzerplatten.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 14. Januar 1916:

Heimatfronten

Frankreich: Oberst Estienne und der Creusot-Ingenieur Brillie entwerfen einen Panzer mit einer 75-mm-Kanone und 10 mm Panzerung. Joffre will von diesem Schneider-Panzer 400 Stück haben.
Irland: Der Lord Lieutenant berichtet, dass es bisher 146.000 Eintragungen für die Armee gab, aber 100.000 mehr könnten möglich sein.

Südfronten

Italienische Front: Schwere Kämpfe in der Nähe von Gorizia, aber die Italiener verlieren Hügel 188 bei einem österreich-ungarischen Gegenangriff am 24. Januar und räumen ihre Stellungen um sich auf die ungünstiger gelegene Peuma-Oslavia-Linie zurückzuziehen.

Luftkrieg

Westfront: Nach schweren Verlusten durch deutsche Fokker E-Jäger erhält jedes Aufklärungsflugzeug des Royal Flying Corps 3 Kampfflugzeuge als Eskorte.

Neutrale

Portugal: Feuer in den Lagerhäusern von Lissabon, es wird deutsche Sabotage vermutet.


Deutschland pflegt seinen neuesten Nachwuchs - ein U-Boot
Deutschland pflegt seinen neuesten Nachwuchs – ein U-Boot – während der Kaiser und Admiral Tirpitz lächelnd und wohlwollend von ihren Porträts herabblicken.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 15. Januar 1916:

Seekrieg

Deutschland: Der Generalstabschef der Kriegsmarine, Holtzendorff, behauptet, dass die neuen U-Boote Großbritannien innerhalb von 6-7 Monaten aus dem Krieg ausscheiden lassen werden und setzt den Kaiser am 24. Januar unter Druck.
Nordsee: Monitore der Dover Patrol beschießen Westeinde in Belgien (und am 27. Januar).

Ostfront

Pripjet: Russische Fortschritte am Fluss Styr südlich von Pinsk.

Naher Osten

Die ‘Balkan-Express’-Eisenbahnverbindung zwischen dem Osmanischen Reich und Deutschland wird eröffnet.
Mesopotamien – Kut: Goltz inspiziert die Belagerungslinien.

Neutrale

USA: Papens Dokumente werden veröffentlicht, einschließlich des Scheckbuchs mit Zahlungen an deutschen Agenten.
Schweiz: Zwei Schweizer Obersten wird vorgeworfen, den österreich-ungarischen und deutschen Militärattachés Berichte geliefert zu haben, allerdings folgt ein Freispruch am 29. Februar.

Heimatfronten

Osmanisches Reich: Kemal reitet im Triumph in Adrianopel ein.


Generale Dietrichs und Sarrail
General Dietrichs, Kommandeur der russischen Expeditionsstreitkräfte in Saloniki, zusammen mit General Sarrail, Befehlshaber der Armee de l’Orient, bei einer Truppenbesichtigung in Saloniki.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 16. Januar 1916:

Südfronten

Saloniki: General Sarrail übernimmt formelle das gemeinsame alliierte Kommando (einschließlich 3.000 serbischer Truppen), aber die Briten behalten sich ein Vetorecht über alles andere als Abwehrmaßnahmen vor.

Naher Osten

Mesopotamien: Townshend funkt Aylmer, dass Kut nur noch für 17-21 Tage Rationen hat sowie geringe Fleischkonserven und Rinder.

Luftkrieg

Westfront: Alliierte Flugzeuge bombardieren Lille.

Heimatfronten

Frankreich: Fahnen-Tag der französischen Soldaten.


Werbeplakat für indische Freiwillige
Die Briten werben in Indien für Freiwillige für den Kriegsdienst mit derartigen Plakaten.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 17. Januar 1916:

Mittlerer Osten

Mesopotamien: Nixon votiert gegen Aylmers Vorschlag, dass Townshend aus Kut ausbrechen soll. Er wird am folgenden Tag nach Indien abgeschoben. Der Vizekönig von Indien verpflichtet sich, 3 weitere Brigaden als Verstärkung zu schicken.

Südfronten

MONTENEGRO KAPITULIERT: General Vesovic unterzeichnet eine allgemeine Kapitulation.

Seekrieg

Schwarzes Meer: Russische Torpedoboote versenken 163 Segelschiffe, 40 weitere am 22. Januar.

Neutrale

Griechenland: Die Regierungszeitung berichtet über eine ‘Anglofranzösische Organisation der Geheimpolizei’.

Heimatfronten

Großbritannien: Der Ausschuss zu Kriegsrenten tritt zum ersten Mal zusammen. Churchill schreibt an seine Frau: ‘Eine Regierung aus Dummköpfen und ein vollständig blinder Kitchener (Kriegsminister). Warten wir es ab’.


Wilhelm II. und Zar Ferdinand
Kaiser Wilhelm II. (links) und Zar Ferdinand I. (rechts, mit deutscher ‘Pickelhaube’).

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 18. Januar 1916:

Besetzte Gebiete

Serbien: Zar Ferdinand trifft in Nis ein und begrüßt Kaiser Wilhelm II. vor dem neuen ‘deutschen Balkan-Express’. Anschließend Bankett im Rathaus, wo Ferdinand zu einem deutschen Feldmarschall ernannt wird.

Seekrieg

Ägäis: Alliierte Kriegsschiffe beschießen wieder den bulgarischen Hafen Dedeagach und am folgenden Tag Porto Lagos.

Neutrale

USA: Lansing fordert die Alliierten auf, Handelsschiffe oder Passagierschiffe nicht zu bewaffnen.

Politik

Belgien: Baron Beyens folgt Davignon als Außenminister nach.

Geheimkrieg

Russland: Der deutsche Agent Steinwachs berichtet über den estnischen Revolutionär Keskula.


Österreich-ungarischer Soldat
Österreich-ungarischer Soldat. Familienfoto eines unbekannten Verwandten des Autors.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 19. Januar 1916:

Südfronten

König Nikolaus von Montenegro flieht nach Skutari und reist dann auf einem Schiff weiter nach Brindisi.

Naher Osten

Mesopotamien: Generalleutnant Sir P. Sea folgt Nixon als Oberbefehlshaber. Aylmer nimmt seinen Vormarsch wieder auf.
Kut: Die türkischen Truppen werden wieder aus dem ‘Woolpress’-Dorf am südlichen Flussufer herausgedrängt.

Politik

Alliierter Kriegsrat in London.


osmanische Mevlevi- Derwisch-Freiwillige
Eine Einheit von osmanischen Mevlevi- Derwisch-Freiwilligen in Istanbul bereit, an die Front verlegt zu werden.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 20. Januar 1916:

Naher Osten

Gallipoli: 36.000 türkische Soldaten (mehr als 2 Divisionen) werden nach Mesopotamien verlegt.

Westfront

Verdun: Castelnau, Joffre Stellvertreter besichtigt die Verteidigungsanlagen und setzt Verbesserungen in Gang.

Afrikanische Fronten

Süd-Kamerun: Die französische südliche Kampfgruppe nimmt Mansin, die französische Campo-Kolonne erobert Ngat am 23. Januar und erreicht Ekob am 30. Januar.

Politik

Großbritannien kauft 800.000 t rumänischen Weizen, es folgen deutsch-österreich-ungarische Proteste am 26. Januar.

Heimatfronten

Großbritannien: Die erste Rekruten werden nach dem Derby-Schema einberufen. Das Munitionsministerium lädt Schulen und Universitäten ein, mit Erfindungen zu helfen.


Kriegsbeschaedigtenschule
Eine deutsche ‘Kriegsbeschädigten-Schule’ im Jahr 1916, wo verstümmelte und amputierte Soldaten mit Prothesen neue Tätigkeiten erlernen sollen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 21. Januar 1916:

Neutrale

Schweiz: Austausch von schwer verwundeten deutschen und französischen Kriegsgefangenen.

Politik

US-‘Oberst’ House zu Gesprächen in Paris, in Berlin am 26. Januar, kehrt nach Paris am 2. Februar zurück.

Ostfront

Erneute russischen Angriffe in Ost-Polen.

Südfronten

Albanien: Österreich-ungarische Patrouillen dringen in Skutari ein.

Mittlerer Osten

Mesopotamien – Schlacht von Hanna: Aylmers 7.600 Mann (2.741 Verluste) werden 38 km vor Kut durch 9.000 türkische Soldaten mit 26 Kanonen zurückgeschlagen. Zwar erhalten die indischen Truppen 2 Auszeichnungen mit dem Victoria Cross, aber nur wenige der Männer können die türkischen Gräben erreichen. Durch sintflutartige Regenfälle und schreckliche Kälte bis zum 31. Januar wird die Situation der Verwundeten und geschlagenen Truppe weiter verschärft.
Kut: Tigris-Überschwemmungen der nordwestlichen britischen Stellungen bis Mitte Februar. Die Türken geben ihre vorderen Gräben auf und ziehen sich am 27. Januar knapp 2 km zurück. Die belagerte britische Garnison wird auf halbe Ration gesetzt.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: ca. 600 britische Soldaten besetzen Longido, Mbuyuni (22. Januar) und erreichen Serengeti am 24. Januar. Eine deutsche Mine explodiert unter einem gepanzerten Zug in Macau am 22. Januar.


 Befehlshaber der bulgarischen 10. Infanterie-Division
Der Befehlshaber der bulgarischen 10. Infanterie-Division mit seinen Offizieren.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 22. Januar 1916:

Südfronten

Montenegro: Österreich-ungarische Truppen besetzen Antivari und Dulcigno an der Küste.
Albanien: Österreichisch-ungarische und bulgarische Truppen nehmen Berat.

Seekrieg

Montenegro: Die alliierte Evakuierung von 8.338 Mann bei San Giovanni di Medusa ist abgeschlossen.

Luftkrieg

Großbritannien: Einzelne oder in Paaren angreifende deutsche ‘Hit-and-Run’-Flugzeuge bombardieren die Luftschiffhallen in Dover und Folkestone in der Nacht vom 22./23. und am 23. Januar. Nur geringe Schäden, jedoch 7 Opfer.

Politik

Die rumänische Regierung beginnt mit Gesprächen über russische Militärhilfe.


FE2b
Die FE2b wurde bis zum Kriegsende geflogen, dann allerdings als Nachtbomber.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 23. Januar 1916:

Luftkrieg

Die erste Staffel (Nr. 20) des britischen Royal Flying Corps, welche komplett mit dem zweisitzigen Kampfflugzeug mit Druckpropeller FE2b ausgerüstet ist, trifft in Frankreich ein. Es folgen Nr. 25 am 20. Februar, Nr. 23 am 16. März und Nr. 22 am 1. April.

Westfront

Artois: Heftiger deutscher Angriff in der Nähe von Neuville-Saint-Vaast, erneuert am 25. Januar und 26. Januar zusammen mit Minenexplosionen.

Naher Osten

Armenien: Der Großherzog ermächtigt den Angriff auf Erzurum. Judenitsch erhält 20 Flugzeuge (die ersten auf diesem Kriegsschauplatz), Transportkolonnen mit LKWs und 34 Belagerungsgeschütze zur Unterstützung.

Afrikanische Fronten

Libysche Wüste: Major-General Wallace (322 Mann Verluste) schlägt 6.000 Senussi-Krieger (700 Verluste) bei Halazin und erobert deren Lager (40 km südwestlich von Matruh).

Politik

Der König von Montenegro trifft in Rom ein. Sein Sohn Prinz Mirko nimmt die österreich-ungarischen Waffenstillstandsbedingungen an, welchen der König aber am 24. Mai widerspricht.


Admiral Reinhard Scheer
Admiral Reinhard Scheer, nun Oberbefehlshaber der deutschen Hochseeflotte.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 24. Januar 1916:

Seekrieg

Nordsee: Vizeadmiral Reinhard Scheer wird Oberbefehlshaber der deutschen Hochseeflotte als Nachfolger von Pohl (dieser war am 19. Januar zurückgetreten und stirbt im Februar an Krebs im Alter von 60 Jahren). Scheer befürwortet offensive Unternehmungen und schlägt Angriffe mit Schlachtkreuzern auf die britische Küste vor, um die Grand Fleet in Fallen aus Schlachtkreuzern, Zerstörern und U-Boote laufen zu lassen.

Westfront

Flandern: Deutscher Ablenkungsangriff auf Nieuport (Yser).

Afrikanische Fronten

Kamerun: Mehr als 900 alliierte Soldaten stoßen in die deutsche Nachhut bei Mafube, können aber nur 6,5 km vordringen und besetzen Abang. Am nächsten Tag schlagen sie wieder die deutsche Nachhut, was zugleich die letzte britische Aktion auf diesem Kriegsschauplatz ist.
Spanisch-Marokko: Ein Dekret organisiert die Verwaltung, viele Stämme fügen sich.


Festungsgeschütze bei Erzurum
Türkische Festungsgeschütze bei Erzurum an der Kaukasus-Front.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 25. Januar 1916:

Naher Osten

Armenien: Ein russisches Bataillon besetzt die Schlüsselstellung Kargo Pazar (‘Königs-Bazaar’) mit einer Höhe von ca. 2970 m, 25 km nordöstlich von Erzurum. Die gesamte 4. kaukasische Schützen-Division wird dort bis zum 31. Januar versammelt.
Mesopotamien: Aylmer lagert bei El Owasa. Townshend funkt, dass er noch für 84 Tage Lebensmittel hat, aufgrund der Entdeckung eines Lagers arabischer Gerste.

Ostfront

Österreich-Ungarn: Die Zugverbindung Wien-Warschau wird eröffnet.

Politik

USA: Die Regierung protestiert gegen die alliierten Handelseinschränkungen für die Neutralen.

Heimatfronten

Großbritannien: Nachwahlen in Mile End (Ost-London), die Tory gewinnen mit 1.991 Stimmen. Das Pressebüro veröffentlicht Zahlen über die Handels-Blockade. Churchill schreibt an Premierminister Lloyd George einen Brief, in dem er ein Treffen vorschlägt, aber erhält keine Antwort.


Preussische Schützen eines Jäger-Battalions
Preußische Schützen eines Jäger-Bataillons an der Balkan-Front.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 26. Januar 1916:

Südfronten

Falkenhayn befiehlt Gallwitz den Angriff auf die Alliierten bei Saloniki über die griechische Grenze hinweg vorzubereiten, trotz bulgarischer Proteste. Granaten für die deutsche Artillerie werden in Veles bereitgestellt, aber die eingleisige Bahnlinie dorthin ist überfordert.

Afrikanische Fronten

Süd-Kamerun: Die Alliierten besetzen Nkan. Die 550 oder etwas mehr britischen Soldaten ziehen sich vom 29. bis 31. Januar nach Kribi zurück.

Neutrale

Griechenland: Das Kriegsministerium befiehlt seinen Truppen in Mazedonien, sich von der Grenze abzusetzen, falls deutsche oder bulgarische Truppen erscheinen.

Heimatfronten

Großbritannien: Der britische Außenminister Grey verteidigt die Blockade im House of Commons.


Soldaten eines Garde-Grenadier-Regiment
Eine deutsche Gruppe von Soldaten, welche einem Garde-Grenadier-Regiment angehören. Sie sind alle mit dem gerade neu eingeführten Stahlhelm ausgerüstet.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 27. Januar 1916:

Westfront

Flandern und Artois: Deutsche Angriffe bei Loos und Neuville-St Vaast.
Argonnen: Aktivitäten beim unterirdischen Minenbau und Gegenstollen.
Verdun: Falkenhayns letzte Befehle für das Unternehmen ‘Gericht’, ‘eine Offensive im Bereich der Maas in Richtung Verdun’. Der Operationsbeginn wird auf den 12. Februar festgelegt, aber der Kronprinz gibt an die Armee als Operationsziel heraus, ‘die Festung von Verdun mit beschleunigenden Methoden zu erobern’. Falkenhayn täuscht den Kronprinzen mit dem Versprechen von 4 weiteren Divisionen als Reserve, welche er jedoch in anderen Frontabschnitten unter seinem persönlichen Befehl belässt.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Gouverneur Schnees Rede zum Geburtstag des Kaisers in Dar-es-Salaam: ‘Der Feind kann uns nicht wirtschaftlich zerquetschen. Wir bekommen alles, was erforderlich ist, aus dem Land.’

Seekrieg

Adria: Ein Überfall durch den österreich-ungarischen Kreuzer Novara auf Durazzo wird durch den italienischen Kreuzer Puglia und den französischen Zerstörer Bouchier vereitelt.

Neutrale

USA: Präsident Wilsons Redeveranstaltungs-Tour im Westen bis zum 3. Februar.

Heimatfronten

Großbritannien: Erstes britisches Wehrpflichtgesetz mit 383 gegen 36 Stimmen angenommen.
The Times veröffentlicht Enver Pascha Eingeständnis, dass das Osmanische Reich im März 1915 am Rande einer Niederlage stand.
Frankreich: Die Abgeordnetenkammer stimmt für den Vorschlag des Parlament-Ausschusses für eine Militärzone.
Deutschland: Der kommunistische Spartakus-Bund wird in Berlin gegründet.


General Alexejew
General Alexejew, der russische Generalstabschef von August 1915 bis Mitte 1917.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 28. Januar 1916:

Ostfront

Russland: Fürst Lwow und der Bürgermeister von Moskau besuchen General Alexejew, welcher ihnen mitteilt, dass die Moral der Armee nun viel besser ist, aber kaum einen fähigen Offizier oberhalb der Regiments-Kommandeure gibt. Der Zar würde sich nicht störend einmischen.

Südfronten

Albanien: Österreich-ungarische Truppen besetzen Alessio und San Giovanni di Medua (Hafen von Skutari).
Saloniki: 3.000 alliierte Soldaten besetzen nach einem Gespräch die von 250 griechischen Soldaten bewachten Küstenverteidigungs-Batterien von Karaburun am Golf, 20 km südlich der Stadt. Das Schlachtschiff HMS Albion und der russische Kreuzer Askold und 3 Flugzeuge auf der Seeseite ‘unterstützen’ die Verhandlungsbereitschaft der Griechen.
Joffe befiehlt Sarrail eine Offensive vorzubereiten.

Naher Osten

Mesopotamien: Die belagerte britische Garnison in Kut hat noch eine effektive Stärke von 8.356 Mann mit 600 Schuss pro Gewehr, 2.157 Kranke und 2.908 Hilfskräfte. Lake besucht Aylmers Hauptquartier bis zum nächsten Tag, Gorringe wird zum Stabschef des Tigris-Korps gemacht.

Afrikanische Fronten

Nord-Rhodesien: ca. 80 rhodesische Soldaten und Polizisten der British South African Police schlagen eine deutsche Patrouille in der Nähe Ikomba (115 km südöstlich von Abercorn) zurück.

Seekrieg

Nordsee: Die britische Harwich Force versucht wieder – nach einem wegen Nebels am 18. Januar abgebrochenen Versuch – mit dem Wasserflugzeug-Träger Vindex einen Luftangriff auf die Enms-Mündung durchzuführen. Am folgenden Tag wird jedoch 35 km vor dem Ziel der Kreuzer Arethusa von einem der abgefeuerten deutschen Torpedos am Heck getroffen, was zum wiederholten Abbruch des Unternehmens führt.


'Mother' Testversuche
‘Mother’ macht ihre ersten Schritte in Poppleton’s Field.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 29. Januar 1916:

Geheimkrieg

Großbritannien: Prototyp-Tank ‘Mother‘ (Panzer ‘Mutter’) beginnt mit erfolgreichen Testversuchen.

Westfront

Somme: Erfolge der deutschen Zweiten Armee nordöstlich von Dampierre.

Ostfront

Der russische Generalstabschef Alexejew teilt Admiral Eberhardt von der Schwarzmeer-Flotte mit: ‘… wir haben kein Recht …, unsere Truppen zu zersplittern … für … sekundäre Aufgaben … auch wenn es sich um bedeutende, aber entfernte Kriegsschauplätze handelt’.
Pripjet und der Bukowina: Erneute Kämpfe, die österreich-ungarischen Truppen melden Erfolge.

Südfronten

Korfu: 5.400 Serben sterben an den Folgen des harten Rückzugs bis zum 30. April.

Luftkrieg

Frankreich: Der zweite und letzte Zeppelin-Angriff auf Paris verursacht 54 Tote. Es ist der letzte Luftangriff auf die Stadt bis zum bis Januar 1918.

Politik

Frankreich: Anglofranzösische Munitions-Konferenz.

Heimatfronten

Russland: Uraufführung von Prokofjews ‘Scythian Suite‘ in Petrograd.


'Verschwende kein Brot !'
‘Verschwende kein Brot !’ – englischer Aufruf zur Sparsamkeit.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 30. Januar 1916:

Heimatfronten

Großbritannien: Die Kriegseinsparungs-Ausschüsse beginnen mit ihrer Arbeit.
Frankreich: Militärpolizei des BEF verhaftet den Generalstaatsanwalt F.E. Smith bei einem Besuch in Churchills Hauptquartier ohne einen Pass zu führen. Er, Bonar Law und Lloyd George stimmen sich am nächsten Tag in St. Omer darüber ab, dass Premierminister Asquith gehen muss.

Ostfront

Eine weiteres deutsches Gas-Regiment trifft ein.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Das französische Kanonenboot Vauban berichtet, dass fast 800 Europäer (Deutsche) an oder über die spanische Grenze von Muni sind. General Aymerich übernimmt für die abschließenden Operationen den Befehl von Dobell.


Zeppeline überfliegen die Nordsee
Zeppeline überfliegen die Nordsee in Richtung Großbritannien.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 31. Januar 1916:

Luftkrieg

Großbritannien: Erster deutscher Luftschiff-Angriff auf die Midlands durch 9 Zeppeline (Nacht vom 31.1./1.2.), welche sporadisch und nicht auf dem vorgesehenen Kurs erfolgen. Liverpool wird zwar nicht erreicht, aber häufige Fehlalarme dort bis zum 5. März. Der Divisionskommandeur der Marineluftschiffe, Strasser, befindet sich an Bord von L11. Es gibt bei den Angriffen 183 Todesopfer durch 389 Bomben und geringe Sachschäden im Wert von 53.832 Britischen Pfund. Auf der Rückkehr geht am 2. Februar L19 über der Nordsee verloren, alle 16 Besatzungsmitglieder kommen dabei ums Leben. 22 britische Jäger steigen zwar zur Abwehr auf, können aber keine Ziele finden. 8 werden beschädigt oder bei der Landung zerstört, 2 Piloten sterben an ihren Verletzungen.

Afrikanische Fronten

Süd-Kamerun: Der abschließende französische Vorstoß beginnt von Nkan aus mit mehr als 600 Männern mit 2 Kanonen.
Ostafrika: Smith-Dorrien tritt als britischer Oberbefehlshaber wegen Krankheit zurück. Sir H. Byatt wird zum Zivilverwalter der besetzten Gebiete von Deutsch-Ostafrika gemacht. Bisher haben die Briten durch Wildtiere 30 Soldaten verloren.

Seekrieg

USA: President Wilson sagt, dass die US-Marine vorbereitet ist.

Neutrale

Niederlande: S.A. Guest vom War Propaganda Bureau (Kriegspropaganda-Büro) berichtet über seine Reise dorthin, um mit deutschen sozialistischen Gruppen in Verbindung zu treten.

Heimatfronten

Großbritannien: 8.062 Kinder wurden bisher von der Schulpflicht entbunden, um bei der Landarbeit zu helfen.


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