Browning M1919A4-MG



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Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • Bf 109 G-14

    Kriegsgliederung der Luftwaffe vom 10. Januar 1945: Einsatzstärken und Ausstattung mit Flugzeugen der deutschen Luftflotten in der letzten Kriegsphase. Die deutsche Luftwaffe im letzten Kriegsjahr Nachfolgend wird die Stärke der Einsatzkräfte zu Beginn des Jahres 1945 wiedergegeben, als sich die Luftwaffe auf die letzten Kämpfe des Krieges bereitstellte. Die schrecklichen Verluste der letzten 2 1/4 Jahre hatte ihre Spuren hinterlassen und die Streitmacht war ein Schatten dessen, was sie die Luftwaffe im September 1942 gewesen war. Die Schlagkraft von zwei einst mächtigen Luftflotten war fast auf Nichts reduziert worden. Der sowjetische Vormarsch im Sommer 1944 hatte die Luftflotte 1 in Kurland abgeschnitten, deren 247 Einsatzflugzeuge aus Treibstoffmangel die meiste Zeit auf dem Boden bleiben mussten. Die Luftflotte 2 in Norditalien befand sich in einem noch kritischerem Zustand. Von ihren 68 Flugzeugen waren 23 veraltete Ju 87 Stuka und die restlichen Maschinen Aufklärungsflugzeuge verschiedener Typen. Diese Luftflotte besaß keinen einzigen Jagdverband. Selbst bei den Luftflotten mit einem großen Bestand an Flugzeugen führte der lähmende Treibstoffmangel zu einem starken Rückgang der Einsätze und mehrere der Bomber-Geschwader wurden aufgelöst. Obwohl die Einsatzverbände mit drei Typen von Düsenflugzeugen – der Me 163 Komet, der Me 262 Schwalbe und der Ar 234 Blitz Kampfeinsätze flogen, standen weniger als hundert dieser modernen Maschinen für den Einsatz zur Verfügung. So waren die Bf 109, Bf 110, Ju 87, Ju 88 und He 111, welche alle noch auf Vorkriegsentwürfen basierten und inzwischen völlig veraltet waren, weitaus zahlreicher und noch bei vielen Frontverbänden im Einsatz. Kriegsgliederung Luftwaffe vom 10. Januar 1945 Luftflotte 1 in Kurland (Litauen) Luftflotte 2 in Nord-Italien Luftflotte 3 in Westdeutschland und Holland Luftflotte 4 in Ungarn und Jugoslawien Luftflotte 5 in Norwegen und Finnland Luftflotte 6 in Ostpreußen und Polen Luftflotte Reich in Mittel-Deutschland Die deutsche Luftwaffe im Jahr 1945 Der letzten große Einsatz der deutschen Luftwaffe fand auch sogleich am 1. Januar 1945 statt. Als die alliierten Piloten und Bodenpersonal noch kräftig Neujahr in ihren Kantinen feierten, herrschte auf den deutschen Flugplätzen emsiges Treiben. In den Morgenstunden des ersten Tages des neuen Jahres begann ‘Unternehmen Bodenplatte’, mit dem die alliierten Luftstreitkräfte, welche seit dem Aufklaren des Winterwetters den deutschen Truppen in den Ardennen während ihrer Großoffensive im Westen so sehr zusetzen, zumindest vorübergehend ausgeschaltet werden sollten. Die Anzahl der eingesetzten deutschen Flugzeuge ist nicht mehr genau feststellbar und die Zahlenangaben liegen zwischen 800 und 1.500 gestarteten Maschinen. Das Tagebuch des OKW meldet für diesen Tag allerdings 1.035 einsatzbereite Flugzeuge. Praktisch alle fliegenden Verbände von Generalleutnant Schmids Luftwaffen-Kommando West wurden mithilfe von Pfadfinder-Flugzeugen gegen 13 britische und vier amerikanische Feldflugplätze in Nordfrankreich, Belgien und Südholland herangeführt. Für die Alliierten kam der Luftschlag völlig überraschend, denn schon wie bei der Ardennen-Offensive waren ihrer Feindaufklärung die deutschen Vorbereitungen und Verlegung ganzer Geschwader zu vorgeschobenen Flugplätzen entgangen. Der Bodennebel verzögerte die Starts vieler Maschinen, sodass diese verteilt zwischen 7:25 und 9:20 Uhr erfolgten. Der Anflug musste in einer Flughöhe von weniger als 200 Metern unter dem feindlichen Radar und unter absolutem Funkverbot erfolgen. Adolf Hitler hatte wieder die höchste Geheimhaltungsstufe ausgegeben und so wurden noch nicht einmal die Flak-Kanoniere eingeweiht. Und gerade die besonders starke 16. Flak-Division unter Generalmajor Deutsch schützte genau in dieser Gegend die wichtigen Abschussstellungen für die V-1-Marschflugkörper und V-2-Raketen. Zuvor gelang es jedoch den deutschen Flugzeugen bei ihren Überfällen etwa 439 alliierte Flugzeuge innerhalb kürzester Zeit vor allem auf dem Boden zu vernichten. Zuerst verloren sie dabei selbst 93 Maschinen durch alliierte Jagdflugzeuge und Luftabwehrkanonen. Auf dem Rückflug schoss die nicht gewarnte eigene Flak dann jedoch weitere 184 deutsche Flugzeuge ab, welche die im Tiefflug aus dem Westen zurückkehrenden Maschinen natürlich als feindliche Einflüge ansah. Dadurch stiegen die deutschen Verluste auf 277 Flugzeuge an und unter den Getöteten befanden sich 59 höchst erfahrene Fliegerführer. Am gleichen und nächsten Tag griffen dann 570 schwere US-Bomber die Rheinbrücken von Remagen, Neuwied und Koblenz an. Die deutschen Verbindungslinien wurden dadurch gestört, was die schon durch den zunehmenden alliierten Widerstand erlahmende Ardennen-Offensive bald ganz zum Zusammenbruch brachte. Auch in den ersten Tagen des neuen Jahres trat eine Änderung der britischen Einsatz-Taktik bei den bisherigen Angriffen auf Berlin ein. Ab der Nacht vom 3. auf den 4. Januar flogen nur noch Mosquito-Bomber in Gruppen von 35 bis 50 Maschinen, beladen mit schweren 1.800-kg-Bomben, Störangriffe auf die deutsche Hauptstadt. Diese kurzen Angriffe dauerten meist nur wenige Minuten, rissen die Bevölkerung aber jede Nacht aus dem Schlaf und wurden bis weit in den April 1945 fortgesetzt. Am 12. Januar 1945 begann die letzte sowjetische Winteroffensive mit der Schlacht im großen Weichselbogen. Die Sowjets waren zahlenmäßig ein vielfaches überlegen und so standen auch in der Luft den 4.800 Flugzeugen der Roten Luftwaffe nur 300 deutsche Maschinen gegenüber. Am 14. Januar 1945 um 4.30 Uhr schlug die letzte von 1.200 von He 111-Bombern gestarteten Fieseler Fi 103 ‘Fliegenden Bombe’ in Großbritannien ein. Ab der Nacht vom 22. auf den 23. Januar 1945 griffen die schweren strategischen Bomber der RAF-Bomberkommandos die deutschen Eisenbahn-Knotenpunkte an; in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Bombern der 8. US-Luftflotte bei Tage. Die zunehmenden Transportschwierigkeiten durch das verwüstete Eisenbahnnetz verschlechterte die deutsche militärische Lage weiter. Dazu zerstörten alliierte Jagdbomber bei Angriffen auf das Straßennetz zahlreiche Fahrzeuge. Alleine am 22. und 23. Januar 1945 wurden dadurch beim deutschen Rückzug aus den Ardennen 6.000 Fahrzeuge vernichtet. Gleichzeitig hielt Treibstoffmangel die deutsche Luftwaffe immer mehr von Einsätzen ab. Viele Geschwader erhielten nur noch gerade soviel Benzin, um eine einzige Staffel am Tag in die Luft zu bringen und manchmal fehlte selbst Treibstoff für die Evakuierung von den durch alliierte Bodentruppen bedrohten Feldflugplätzen. Die Vergeltungswaffe V-1 wurde dagegen im Januar 1945 mit 100 Starts pro Tag aus der Eifel und Holland gegen den wichtigen alliierten Nachschubhafen Antwerpen und Lüttich fortgesetzt. Auch der Großraum London lag immer noch unter Beschuss durch die V-2-Rakete. Erst im Februar 1945 wurde das erste mit Düsenjägern Me 262 Schwalbe ausgerüstete Jagdgeschwader 7 von Oberst Steinhoff einsatzbereit. Dazu kam noch der Jagdverband 44 unter Generalleutnant Galland, welcher von Göring wegen dessen Kritik als General der Jagdflieger abgelöst worden war. Der mehr …

  • Fokker Dr.I

    Deutsches Fokker Dr. I Dreidecker Jagdflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Fokker Dr.I Dreidecker Typ: Einsitziges Jagdflugzeug. Vorgeschichte: Dreidecker-Wahn Hier zu den ersten Fokker-Jägern: Eindecker und D.I bis D.V. Im Frühjahr 1917 war die neue Sopwith Triplane das einzige alliierte Jagdflugzeug, welches die Albatros-Jäger schlagen konnte, was zu einem einjährigen Dreidecker-Wahn in Deutschland führte. Eine Sackgasse in der Entwicklung von Jagdflugzeugen, welche einer besonderen Erwähnung bedarf, kann am besten mit ‘Dreidecker-Wahn’ beschrieben werden. Als die Luftfahrt noch in den Kinderschuhen steckte, war es üblich, verschiedene Konfigurationen zu erproben, wenn die beste Konstruktion nicht offensichtlich war. Aus strukturellen und aerodynamischen Gründen waren die meisten Flugzeuge vor und während des Ersten Weltkriegs entweder Eindecker oder Doppeldecker. Anfang 1917 führte der englische Flugzeughersteller Sopwith jedoch einen Dreidecker ein, welcher aus der kleinen, beweglichen Sopwith Pup entwickelt worden war. Diese Sopwith Triplane übernahm das einzelne Maschinengewehr und die allgemeinen Linien der Pup, hatte jedoch einen stärkeren 110-PS-Umlaufmotor zusammen mit einer neuen Dreidecker-Flügelzelle. Zwar war das Flugzeug etwas zerbrechlich und nur in geringen Zahlen verfügbar, trotzdem war die Sopwith Triplane eine unangenehme Überraschung für die zu diesem Zeitpunkt dominierenden Albatros-Piloten. Dies hatte die Ursache darin, dass das neue britische Jagdflugzeug als einziges aller alliierten Flugzeuge den Albatros-Jäger in Steigleistung und Beweglichkeit überlegen war und dabei etwa die gleiche Höchstgeschwindigkeit erreichte. Trotz der allgemeinen deutschen Luftüberlegenheit im Frühjahr 1917, führte das Auftreten der Sopwith Triplane bei ihren deutschen Gegnern dazu, dass diese dem Dreidecker eine angeborene Überlegenheit gegenüber dem Zweidecker-Konzept nachsagten. Tatsächlich ist es aber so, dass die Zweidecker-Konfiguration ein natürlicher und besserer Kompromiss aus Stabilität, Stärke, Gewicht und Aerodynamik ist als der Dreidecker, welcher zu viel Luftwiderstand bietet. Die leichte, bewegliche Sopwith Triplane hatte letztlich nur einen zufälligen Höhepunkt des Dreidecker-Potentials erreicht, was zum ‘Dreidecker-Wahn’ in ganz Deutschland und auch Österreich-Ungarn führte. So verlangten die deutschen Verantwortlichen, gefolgt von ihren Kollegen in Österreich-Ungarn, von ihren Flugzeugherstellern Dreidecker-Jagdflugzeuge zu entwickeln. Dies führte zu einem Überfluss von neuen Flugzeugentwürfen, von denen fast alle niemals an der Front eingesetzt wurden, was eine erhebliche Verschwendung an Arbeitszeit der Flugzeug-Ingenieure bedeutete. Letztlich sind nur zwei deutsche Dreidecker-Jagdflugzeuge gebaut worden. Einer davon war die Pfalz Dr.I, wobei das ‘Dr’ immer für Dreidecker steht, von der nur zehn Stück gebaut wurden und von denen es einige Fotografien beim Jasta 73 gibt. Allerdings kann ein Kampfeinsatz nicht nachgewiesen werden. Das andere Flugzeug war der Fokker-Dreidecker, welches vor allem durch den Roten Baron, Manfred von Richthofen, berühmt wurde – und der auch in einem dieser Flugzeuge abgeschossen wurde und ums Leben kam. In vielen Bereichen ist der Fokker-Dreidecker ein Paradox. Das Flugzeug erschien genau zu einer Zeit, als die deutschen Albatros-, Roland- und Pfalz-Jäger den alliierten Typen unterlegen waren und so wurde der neue Jäger von den deutschen Piloten herzlich begrüßt. Anfangs gab es zwar strukturelle Fehler, aber die Probleme wurden schnell behoben. Obwohl das Flugzeug langsam war, wurde der Fokker-Dreidecker das bevorzugte Flugzeug vieler deutscher Jagdflieger. Dies lag an seiner hervorragenden Steigleistung und Manövrierfähigkeit, die es Ideal für enge Kurvenkämpfe mit deftigen Fliehkräften machten. Dazu hatte es die standardmäßigen zwei synchronisierten Maschinengewehre und nach Überwindung der Probleme bei der Qualitätskontrolle war es ein robustes Flugzeug. Obwohl dies manchmal behauptet wurde, war die Fokker Dr.I keine Kopie der Sopwith Triplane und hatte – abgesehen von den drei Flügeln – keine Gemeinsamkeiten mit dem britischen Entwurf. Zwar hatte der Fokker-Dreidecker nicht genügend Geschwindigkeit, jedoch konnte er zumindest seine Gegner bei Steigleistung und Manövrierfähigkeit übertreffen, während zu diesem Zeitpunkt die Albatros-Jäger nirgends mehr einen Vorteil hatten. Letztlich führte der höhere Luftwiderstand dazu, dass sich die Flugzeugkonstrukteure wieder von der Dreidecker-Konfiguration abwendeten. So wurde die Sopwith Triplane durch den Doppeldecker Sopwith Camel ersetzt, welche zwar keine bedeutend bessere Leistung hatte, jedoch viel robuster war und zwei Maschinengewehre hatte. Und auch die Fokker Dr.I wurde zum schnelleren Fokker D.VI-Doppeldecker weiterentwickelt. Jedoch stellte sich die Fokker D.VII mit den wassergekühlten Mercedes- oder BMW-Motoren als stärkeres Jagdflugzeug heraus, sodaß der Bau der Fokker D.VI nur sehr begrenzt war. Geschichte der Fokker Dr.I Wie schon erwähnt, was der Eindruck, den der britische Sopwith Triplane Dreidecker bei den führenden Kreisen des deutschen Militärs und der Luftfahrt hinterließ, derartig gewaltig, dass nicht weniger als vierzehn deutsche und österreich-ungarische Flugzeughersteller ihren eigenen Entwurf eines Dreideckers entwickelten. Es hatte offensichtlich ganz den Anschein, als wenn die magische Formel für den Erfolg im Luftkampf nun bei den Dreideckern liegen würde. Die meisten dieser Hersteller begannen mit ihren Entwürfen, nachdem einer der britischen Dreidecker im Juli 1917 erbeutet und inspiziert worden war. Damit begannen diese jedoch mit ihren Entwürfen ein gutes Stück nach Anthony Fokker, welcher eine Sopwith Triplane bereits im April 1917 an der Westfront in Aktion gesehen hatte. Es wurde oft behauptet, dass die Fokker Dr.I eine Kopie der Sopwith Triplane gewesen wäre, aber Reinhold Platz, der die Fokker-Maschine auf Wunsch seines Arbeitgebers entwarf, hatte niemals das britische Flugzeug gesehen und war eigentlich auch nicht von dessen Vorzügen überzeugt. Das Gerücht der Kopie hatte offensichtlich seinen Ursprung, als eine Fokker Dr.I von den Alliierten erbeutet werden konnte. Dazu schrieb ein gewisser M. Lagorgette in der ersten März-Ausgabe 1918 der französischen Zeitschrift L’Aerophile mehr oder weniger das folgende: Der feindliche Dreidecker ist im Effekt eine Kopie der Sopwith Triplane. Die Ähnlichkeit der beiden Flugzeuge ist sehr groß und es gibt bei beiden die gleichen Unterschiede zu den gewöhnlichen Jagdflugzeugen, da die Flügel bei beiden in gleicher Weise angeordnet sind, jedoch die Form und Dimensionen sich erheblich unterscheiden … Das Besondere an der Maschine ist jedoch, dass es keine Kabel oder irgend eine andere Form der Verspannung der Flügel gibt … Die Kontrollen sind wie bei den üblichen Fokker-Typen … Der Motor ist ein Oberursel-Umlaufmotor mit 100 oder 110 PS, was praktisch ein nachgebauter französischer Le Rhone ist … Die Bewaffnung besteht aus zwei starren Spandau-Maschinengewehren, welche zusammen oder einzeln abgefeuert werden können. Sie werden durch den Motor angetrieben und werden durch Boden-Kabel kontrolliert … Trotz Bedenken über die Leistungsfähigkeit des Dreidecker-Konzepts baute Reinhold Platz einen Prototyp, der als mehr …

  • Die österreichisch-ungarische Armee im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918. Uniformen, Stärke, Organisation, Befehlshaber und Verluste. Österreich-Ungarn wurde von den Franzosen 1859 besiegt und 1866 von Preußen vernichtend geschlagen. Seitdem wurde die österreich-ungarische Armee – oder kurz KuK-Streitkräfte – nach preußischem Vorbild reformiert, war aber seit 48 Jahren niemals mehr in einem Krieg erprobt worden. Österreich-ungarische Armee Die Bevölkerung aus 50 Millionen Menschen im Jahr 1914 bestand aus einem komplizierten Gemisch verschiedener Volksgruppen. Deutsche waren die herrschende Gruppe in Österreich, Magyaren in Ungarn. Polen in Österreich und Kroaten in Ungarn hatten besondere Privilegien. Ruthenen, Tschechen, Slowaken, Slowenen, Serben, Italiener und Rumänen wurden als potenziell Unzufriedene angesehen. Die Sprachen, Alphabete, Religionen und Rasseneigenschaften waren sehr unterschiedlich. Die slawischen Volksangehörigen bildeten zwei Drittel der Infanterie und den verantwortlichen Deutschen fehlte notorisch die hohe Seriosität und der Kampfwillen der Preußen. Doch wenn das von Jaroslav Hasek, einem tschechischen Schriftsteller, in seinem Buch Der brave Soldat Schejk hervorragend beschriebene Völker-Chaos auch zutraf, so gab es jedoch auch die andere Seite der Medaille: für viele Menschen war die österreich-ungarische Armee das Ideal eines Reiches als eine supranationale Gesellschaft. Zu Beginn des Jahres 1914 betrug die Friedensstärke der österreichisch-ungarischen Armee ungefähr 450.000 Mann. Nach der Mobilisierung stieg sie auf über 3.000.000 Mann, von denen etwa 1.800.000 Mann das Feldheer aus sechs Armeen mit zusammen 16 Armeekorps bildeten. Die meisten dieser Armeekorps bestanden aus 3 Divisionen, wovon auch einige Reserve-Divisionen waren, sowie 11 Kavalleriedivisionen. Im Falle eines Krieges gegen Serbien sollte nach Plan B (Balkanfeldzug) die Dritte, Fünfte und Sechste Armee im Süden eingesetzt werden. Bei einem gleichzeitigen Krieg gegen Serbien und Russland sollten nach Plan R jedoch die Dritte Armee zusammen mit der Ersten, Zweiten und Vierten Armee in der galizischen Ebene jenseits der Karpaten zum Einsatz kommen. Mit der Verkündung der Teilmobilisierung am 25. Juli 1914 marschierte das Feldheer jedoch nach Plan B auf, bis die Dritte Armee nicht mehr an der serbischen Front benötigt werden würde. General Conrad von Hötzendorf war Generalstabschef und 62 Jahre alt. Er war Kavallerist, fleißig, spartanisch, ein Schriftsteller für Taktik und Ausbildung und war – wie der Franzose Foch – ein Apostel der Offensive. Sein Rezept für den Sieg gegen Russland war ein früher Angriff, bevor der Feind die Masse seines Heeres zum Einsatz bringen könnte. Von Hötzendorf würde die nördlichen Armeen gegen Russland befehligen. Währenddessen sollte General Potiorek, ein zwar ebenfalls spartanischer, aber scharfer, eitler und inkompetenter Mann, mit guten Kontakten zur Justiz und auch verantwortlich für das Durcheinander in Sarajewo, welches den Attentätern erst die Möglichkeit zur Ausführung ihrer Pläne gab, die Armeen gegen Serbien führen. Österreich-Ungarn (28. Juli 1914 – 3. November 1918) Truppenstärke bei Kriegsbeginn = 3.000.000 Heeresstärke im Verlauf des Krieges = 8.322.000 Tote Militär = 1.200.000 Verwundete Militär = 3.620.000 Ziviltote (Serbien und Österreich-Ungarn zusammen) = 1.000.000 Uniformen der österreich-ungarischen Armee Die kaiserlich-österreichischen und königlich-ungarischen Armeen waren ein Jahr nach der Niederlage von 1866 gegen Preußen zusammengelegt worden. Im Jahr 1878 wurde auch das Gebiet von Bosnien-Herzegowina in das Kaiserreich eingegliedert und stellte Truppen. Im Jahr 1909 wurde eine neue ‘hechtgraue’ Felduniform für alle Fußtruppen, Maschinengewehr-Bataillone, Artillerie und die berittenen Tiroler und dalmatinischen Schützen eingeführt. Auf Druck des Kaisers durfte die Kavallerie ihre farbigen Uniformen beibehalten, obwohl eine Uniform für sie bereits im Projektstadium war. Die hechtgraue Uniform bestand aus einem Käppi mit schwarzem Lederschirm und einer Lasche, die vorne mit zwei Knöpfen geschlossen wurde. Allerdings wurde der obere Knopf bei einigen Einheiten durch ein Abzeichen ersetzt. Auf der Vorderseite befand sich ein rundes Abzeichen aus Metall für die gewöhnlichen Dienstgrade und aus Gold für Offiziere. In der Mitte befand sich die Chiffre des ‘Allerhöchsten’ (‘FJI’ für Franz Joseph b.z.w. später ‘K’ für Karl). Die berittene Artillerie behielt ihren Tschako, der mit grauer Decke und schwarzer Rosshaarfeder getragen wurde. Im Winter wurde eine hellgraue Wollstrickmütze ausgegeben. Die Tunika aus Wolle für den Winter und aus Drillich für den Sommer war einreihig mit Stehkragen (später Stehkragen und Fallkragen) und Kragenaufnähern mit Kragenflecken in der Blende oder der ‘Egalisierung-Farbe’, passenden Schulterträgern mit einer Rolle auf der rechten Seite, einer Schlitzfront, aufgesetzten Brust- und Seitentaschen mit Dreipunkt-Klappen und bis zum Handgelenk verjüngten Ärmeln. Es gab vier Grundtypen von Hosen, die alle aus passendem Material gefertigt waren. Personal der Fußtruppen trug eine lange, locker sitzende Hose mit integrierter Stoffgamasche, die mit zwei Knöpfen um den Knöchel geschlossen wurde. Landesschützen und Gebirgsjäger trugen Kniebundhosen und graue Wollstrümpfe. Das berittene Personal trug Kniehosen, und die Artilleristen der Fußartillerie hatten Hosen, die oberhalb des Knies locker und unterhalb des Knies eng anliegend waren. Zu Fuß kämpfendes Personal trug Springerstiefel, Gebirgsjäger Kletterstiefel und berittenes Personal Springerstiefel mit Ledergamaschen. Der Mantel ähnelte dem weiter unten bei dem Offizier der Uniformen von 1915 bis 1918 abgebildeten feldgrauen Mantel, nur dass er zu Beginn des Krieges spitze Kragenspiegel (Parolli) in den Egalisierung-Farben hatte. Die Offiziersuniform entsprach weitgehend dem Ausgabemuster. Generäle und Generalstabsoffiziere trugen eine graue Version der Kappe aus der Friedenszeit mit Bullionabzeichen, Flechtschlaufe und ledernem Kinnriemen. Offiziere trugen Reithosen (Generale mit Lampassen), mit entweder schwarzen Reitstiefeln oder naturfarbenen Ledergamaschen. Offiziere außerhalb des Dienstes trugen weiterhin lange schwarze ‘Salon’-Hosen mit entweder Paspeln oder Lampassen. Der Offiziersmantel und der Mantel hatten einen grauen Samtkragen, während Generäle scharlachrote Aufschläge und Paspeln hatten. Die Friedensuniform der Kavallerie – mit Ausnahme der Tiroler und dalmatinischen berittenen Schützen – bestand aus dem Dragoner-Helm nach dem Muster von 1905, der Czapka für Lanzenreiter und dem Tschako für Husaren. Sie wurden entweder mit einem grauen oder in den Regimentsfarben gehaltenen Leinenüberzug getragen, oder sie waren grau gestrichen. Dragoner und Lanzenreiter trugen einen hellblauen Waffenrock mit Krapprot-Besatz, Husaren einen blauen ‘Attila’ mit gelber (Offiziere in gold) Borte, während die Hosen aller Regimenter in Krapp oder Krapprot gehalten waren. Zusätzlich zum braunen Standardmantel hatten alle Dienstgrade einen pelzgefütterten und besetzten ‘Pelz’. Bei der Ausgehuniform trugen die Offiziere weiterhin das schwarze Käppi. Im aktiven Dienst tendierten alle Ränge wie im Bild links dazu, die rote Seitenmütze anstelle der auffälligen, markanten Kopfbedeckung zu tragen. Die königlich-ungarische Armee trug die gleiche Grunduniform mit bestimmten Unterscheidungsmerkmalen. mehr …

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