Kriegstagebuch 23. November 1917


Luftschhiff L59
L59 war im August 1917 der erste einer neuen Zeppelin-Klasse, welche die neueste Entwurfstechniken repräsentierte und einen Standard etablierte, dar fast ein Jahr lang bestehen blieb.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 23. November 1917:

Afrika


Ostafrika: Nach zwei vergeblichen Versuchen am 13. und 16. November verlässt Zeppelin L59 am 21. November Jamboli in Bulgarien mit 15 Tonnen Vorräte, einschließlich 30 MGs, für die Truppen von Lettow-Vorbeck in Ostafrika. Die Briten im gerade zuvor besetzen Newala schicken jedoch eine im deutschen Code verschlüsselte Nachricht an das Luftschiff, als sich dieses nach einem 95-Stunden-Nonstop-Flug westlich von Kahrtum befindet, daß Lettow-Vorbeck vor der Kapitulation steht. So kehrt L59 nach einem Rekordflug von über 6.750 km zu seinem Stützpunkt zurück.

Westfront

Cambrai – Schlacht vom Bourlon-Wald (bis zum 28. November): Britischer Angriff der 40. Division mit 62 Tanks (16 verloren, 5 gegen deutsche Flak) und 432 Geschützen gegen 200 deutsche Geschütze, nimmt den Kamm, scheitert aber die Ortschaft zu erreichen. Byng zum General befördert.

Luftkrieg

Cambrai: Deutsche Flakgeschütze auf LKW verstärken den Widerstand bei Fontaine. 50 Flugzeuge des Royal Flying Corps (15 verloren) unterstützen den Bodenangriff des BEF, aber Richthofen hat jetzt den Befehl über den Sektor und schießt eine DH5 über dem Bourlon-Wald ab. 3 britische Tagbomber-Staffeln greifen sechs Ziele an.

Politik

Rußland: Trotzki beginnt in der Iswestija die alliierten Geheimverträge zu veröffentlichen.

Heimatfronten

Russland: Alle Klassenunterschiede und zivile Titel werden abgeschafft.
Großbritannien: Ein Rat zum Schiffsbau wird eingesetzt. Die Kirchenglocken läuten zum ‘Sieg von Cambrai’.

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Im Blickpunkt:
  • 3D-Modell Fokker E.

    Fokker E.I, E.II, E.III, E.IV. Deutscher einsitziger Fokker Jagd-Eindecker aus dem Ersten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Fokker Eindecker E.I bis E.III Typ: Jagdflugzeug. Geschichte: Der Holländer Anthony Fokker baute und flog sein erstes Flugzeug im Jahr 1912. Diesen zweisitzigen Eindecker ohne Querruder bot er in England an, wo das Flugzeug jedoch als ‘schlecht’ eingestuft wurde. Für diese Entscheidung gab es keinen anderen Grund, als die Abnei­gung der Briten gegen Eindecker. Fok­ker ging daraufhin zu den Mittelmächten, wo er seinen M.5 Eindecker erstmals 1913 flog, welcher in großen Stückzahlen in vielen Versionen gebaut wurde. Aus diesem Flugzeug entwickelte er den M.5L mit großer Spannweite und den M.5K mit kurzer Spannweite. Dabei war der ursprüngliche Prototyp der M.5K im Wesentlichen eine ungefähre Kopie des französischen Morane-Saulnier Typ H Eindeckers der Vorkriegszeit und flog erstmals 1914. Der M.5L und M.5K wurden beide von einem 80-PS-Oberursel-Umlaufmotor angetrieben und beide Modelle wurden in bescheidenen Stückzahlen bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs verwendet. Einige wenige M.5L verwendeten auch die österreich-ungarischen Flieger. Nachdem der französische Flugpionier Roland Garros mit seiner Morane-Saulnier Typ L im April 1915 hinter den deutschen Linien gefangengenommen wurde, wurde bei seinem Flugzeug der von ihm eingebaute Kugelabweiser am Propeller für das dahinter befestigte Maschinengewehr entdeckt. Fokkers Ingenieure Luebbe, Heber und Leimberger entwickelten daraus innerhalb von 14 Tagen ein fortschrittlicheres Unterbrechergetriebe und bauten dies zusammen mit einem MG 08/15 7,92-mm-Maschinengewehr in eine M.5K ein. Anthony Fokker selbst flog damit einige Vorführungen bei Fronteinheiten im Mai 1915. Zwei weitere M.5K wurden auf gleiche Weise erprobt und anschließend ging dieses Flugzeug als Fokker E.I mit höchster Dringlichkeit in die Produktion. Fokkers Eindecker war dabei die Manifestation einer Entwicklungs-Philosophie, welcher Manövrierfähigkeit mit einem synchronisierten Maschinengewehr von akzeptabler Zuverlässigkeit kombinierte. Die deutschen Fliegereinheiten erzielten nach dem Eintreffen dieser Flugzeuge ab Juni 1915 eine sprunghaft höhere Abschusszahl, da sie mit dieser Bewaffnung den alliierten Jägern weit überlegen waren. Mitte Juli flogen 11 Frontpiloten der Feldfliegerabteilung 62 in Douai eine Fokker E.I, darunter Leutnant Oswald Boelcke. Ein weiterer Pilot, welcher bald auf den neuen Jäger eingewiesen wurde, war Immelmann. Es wird angenommen, dass von dieser Version nur 68 Stück gebaut wurden. Da die E.I im wesentlichen nur ein Eilauftrag gewesen war, folgte einen Monat später auf diese die Fokker E.II, in welcher der 100 PS starke Oberursel-Motor eingebaut wurde. Weitere Veränderungen bei der E.II beinhalteten die Verringerung der Flügelgröße, was sie etwas schwieriger zu fliegen machte, ohne dafür eine besondere Leistungssteigerung zu erhalten. Die Auslieferung der etwa 50 bis 65 Maschinen begann im Juli 1915. Die zahlenmäßig stärkste und endgültige Version war die Fokker E.III, bei der die Flügel zu einer größeren Spannweite – selbst gegenüber der ursprünglichen E.I – vergrößert wurden. Dadurch hatte das Flugzeug wieder die guten Flugeigenschaften der ersten Version und wurde in der Hand von Piloten wie Boelcke, von Althaus, Buddecke, Parschau, Wintgens und Immelmann zu einem gefürchteten Gegner. Das neue Jagdflugzeug erschien ab August 1916 an der Front. Die E.III war normalerweise mit einem einzelnen 7,92-mm-Spandau-Maschinengewehr bewaffnet, aber einige wurden mit zwei Maschinengewehren geflogen. Dieses zusätzliche Gewicht führte aber zu einer nicht akzeptablen Leistungseinbuße. Es sollen 260 bis 300 E.III gebaut worden sein, welche von deutschen und österreich-ungarischen Fliegereinheiten verwendet wurden. Österreich-Ungarn hatte zuvor auch schon einige Flugzeuge der ersten Version E.I erhalten und alle Fokker-Eindecker wurden dort gewöhnlich mit dem 8-mm-Schwarzlose-MG bewaffnet. Obwohl ihre Bauzahl relativ gering war, schossen die Fokker E.III Jäger mindestens 1.000 alliierte Flugzeuge ab. Allerdings war es auch nur dem Erfolg des Flugzeuges an der Front zuzuschreiben, dass ein Flugverbot für den Fokker-Eindecker aufgehoben wurde, nachdem es zu einer Reihe schwerer Unfälle mit dem Typ in Deutschland selbst gekommen war. Es wurde noch ein Versuch unternommen, ein praktikables Jagdflugzeug mit einer Standardbewaffnung aus zwei Maschinengewehren zu bauen, was in der Fokker E.IV endete. Der Prototyp erschien im November 1915 und hatte einen 160 PS starken, zweireihigen Oberursel-Motor. Auch die Flügel wurden noch weiter auf 10 Meter Spannweite vergrößert. Zwar wurde die E.IV damit schneller als die E.III, war aber wesentlich weniger manövrierfähig, sodass nur etwa 45 Stück davon gebaut wurden. Für einen kurzen Zeitraum flog Max Immelmann eine E.IV mit sogar drei Maschinengewehren, wechselte aber später wieder zu einem standardmäßigen Flugzeug mit zwei MGs zurück. Die Flugzeuge der Fokker-Eindecker-Reihe waren über der Westfront von Mitte 1915 bis zum Spätsommer 1916 im Einsatz. Ihren Höhepunkt in der Effektivität erreichten sie etwa im Oktober 1915 und waren von diesem Zeitpunkt bis Januar 1916 praktisch ohne gleichwertige Gegner in den Lüften über Europa. Das Fehlen ebenbürtiger Gegner führte zur legendären ‘Fokker-Plage’, die in keinem Verhältnis zu der geringen Anzahl der in Dienst befindlichen Fokker-Eindecker stand. Ihr hauptsächliches Opfer war die unglückliche B.E.2c, welche bald den Ruf des ‘Fokker-Futters’ erhielt. Ab Januar 1916 begannen die Fokker-Eindecker würdigeren Gegnern in Form der Airco D.H.2, Nieuport XI und F.E.2b zu begegnen, welche die ‘Fokker-Plage’ bis zum Frühjahr praktisch beendeten. Am 8. April 1916 wurde zudem noch eine Fokker E.III von den Alliierten intakt erbeutet, welche ausgiebig für Gegenmaßnahmen untersucht wurde. Hinzu kam noch, dass die Maschinengewehr-Bewaffnung der Fokker-Eindecker unzuverlässig und zum Verklemmen neigte, sowie ihre Munition nicht für den Einsatz in Flugzeugen geeignet war. Trotzdem war der Eindecker gut genug, um den Luftraum über Frankreich für fast ein Jahr freizuhalten. Die Fokker-Eindecker wurden dann noch bis Ende 1916 an der Ostfront, in Mesopotamien, Palästina und in der Türkei eingesetzt. Anschließend wurden sie fast ausschließlich noch zum Piloten-Training verwendet. Benutzer: Deutschland, Österreich-Ungarn. Animation 3d-Modell Fokker E Spezifikationen Fokker E Spezifikationen: Fokker D.I bis D.V Gebaut von Mitte 1916 als Ersatz für die Fokker E.III Eindecker, waren die frühen D-Typen in ihrer Gesamtheit eine mittelmäßige Ansammlung. Entworfen von Martin Kreutzer, hatten die D.I bis D.IV weiterhin den gleiche, grundsätzlichen Rumpf der E.III, welcher dabei zu einem Doppeldecker mit Zelluloid-Flügeln wurde. Verhältnismäßig wenige D.I und D.IV mit Reihenmotor wurden gebaut und die Produktion der mit Umlaufmotoren ausgestatteten D.II und D.III betrug insgesamt 290 Stück. Die Fokker D.I., welche aus dem Prototyp M.18Z entstand, wurde von einem 120 PS starken Mercedes D.II-Motor angetrieben war mit einem mehr …

  • U 151

    Deutsches Hochsee-U-Boot-Klasse U 139 und Handels-U-Boote U-151-Klasse aus dem Ersten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder. U-139-Klasse, Typ UA U-Kreuzer Typ: Hochsee-U-Boot, Untersee-Kreuzer. U-Kreuzer U-139-Klasse Geschichte Die Wiederaufnahme der uneingeschränkten U-Boot-Kriegsführung durch das Deutsche Reich im Februar 1917 führte zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten von Amerika im April 1917. Da die deutsche Marineführung dies nicht vorausgesehen hatte, gab es nur wenige U-Boote, welche geeignet waren, einen Handelskrieg gegen die Schifffahrt vor der amerikanischen Ostküste zu führen. Der vorübergehende Einsatz der langsamen und verwundbaren Handels-U-Boote als Hochsee-U-Boote konnte nur wenig Abhilfe schaffen. Der Bau dieser großen Handels-U-Boote hatte jedoch wertvolle Erfahrungen eingebracht und so gelang es, ein Bauprogramm für große Hochsee-U-Boote zu beginnen. Bereits zum Zeitpunkt der US-Kriegserklärung befanden sich die großen Hochsee-Minenleger-U-Boote und ein Paar der neuen U-Kreuzer im Bau. Diese U-Kreuzer waren die bisher größten Unterseeboote und von der U-139-Klasse. Trotz ihrer Größe konnten die Hochsee-U-Boote nur 13 Ersatz-Torpedos mit sich führen, sodass lange über eine zusätzliche artilleristische Bewaffnung für sogenannte ‘weiche’ Ziele diskutiert wurde. Schließlich erhielten die Boote zwei 15-cm-Geschütze sowie oft eine zusätzliche 88-mm-Kanone hinter der Seitenflosse. Ein niedriges Bollwerk wurde um den Bereich des Mittelschiffs errichtet, um herum schwemmendes Seewasser davon abzuhalten, die Bedienung des Geschützes zu behindern. Dazu wurde ein einziehbarer 4-Meter-Entfernungsmesser am Ende des Turms untergebracht. Eine respektable Überwasser-Geschwindigkeit war ebenso wichtig, wie ein großer Fahrbereich, aber Dieselmotoren mit ausreichender Leistung befanden sich erst in der Entwicklungsphase. Dampfantrieb wurde in Erwägung gezogen, aber in weiser Voraussicht abgelehnt und so musste eine Höchstgeschwindigkeit von 16 Knoten akzeptiert werden, obwohl diese im praktischen Einsatz auch kaum erreicht wurde. Die Boote der U-139-Klasse waren also sehr große Boote mit einer hervorragenden artilleristischen Bewaffnung durch die 15-cm-Geschützen und einem großen Einsatzradius. Es waren auch die ersten deutschen U-Boote, welche eigene Namen erhielten, so hieß U 139 ‘Schwiger’ und U 140 ‘Weddingen’ nach dem Kommandeur des berühmten U 9, welches 1914 die drei britischen Panzerkreuzer Cressy, Hogue und Aboukir innerhalb kürzester Zeit versenken konnte. Einsatz Zu diesem Zeitpunkt war es schon zu spät, derartige U-Boote in großen Zahlen zu bauen. Neben dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und Materialien gab es zwischenzeitlich auch andere Prioritäten und die drei gebauten Hochsee-U-Boote wurden erst 1918 in Dienst gestellt. Der erfolgreichste deutsche U-Boot-Kommandant Lothar von Arnauld de la Pirere, welcher mit seinen 33 Jahren bis dahin insgesamt 196 Schiffe mit zusammen über 500.000 Tonnen im Mittelmeer versenkt hatte, wurde Anfang 1918 nach Deutschland zurückberufen, um den neuen Untersee-Kreuzer U 139 zu übernehmen. Damit sollte er die Speerspitze des Angriffs auf die amerikanischen Gewässer werden. Andere harte Kerle, wie Kophmels mit U 140, trafen dort im Sommer schon ein und so wurde von Arnauld zurückbeordert und operierte nachfolgend westlich von Spanien. Dabei hatte er aber nur wenig Glück gegen gut gesicherte Geleitzüge, dafür aber erstmals die neue Erfahrung, wie es ist, mit Wasserbomben eingedeckt zu werden. Allerdings wurde ihm die Ehre gewährt, persönlich vom Kaiser empfangen zu werden und er kehrte am 14. Oktober 1918 nach Kiel zurück, wo er die Flotte im Zustand des Aufruhrs vorfand und die gemeinsame Schande teilen musste. U 139 wurde nach der Übergabe im November 1918 von der französischen Marine in Dienst gestellt und blieb unter dem Namen ‘Halbronn’ bis 1935 in Verwendung. Ohne U-Boote in der Nachkriegszeit kommandierte von Arnold 1925 eine Marine-Brigade in Stralsund und Stettin. Es folgte ein Jahr als Navigationsoffizier auf dem alten Linienschiff Elsass, bevor er zum Marinestab nach Wilhelmshaven versetzt wurde. 1931 konnte er als Korvettenkapitän dem neu gegründeten U-Boot-Kommando beitreten und war nun im Alter von 45 Jahren am Aufbau der neuen U-Boot-Waffe beteiligt, wo er seine umfangreichen Erfahrungen als erfolgreichster U-Boot-Kommandant aller Zeiten an die neue Generation der U-Boot-Wölfe des kommenden Zweiten Weltkriegs weitergab. Nachfolger Auf der Danzig DY-Werft wurden 1918 noch die ebenfalls großen Boote U 135 und U 136 gebaut. Sie hatten aufgetaucht eine Wasserverdrängung 1.175 Tonnen und getaucht von 1.534 Tonnen. Die Bewaffnung bestand aus 6 Torpedorohren und einem 15-cm-Geschütz und zwei Diesel-Motoren lieferten je 3.500 PS, wozu noch 2 Elektromotoren mit 1.690 PS kamen. Dies gab den Booten eine Überwasser-Geschwindigkeit von 17,5 Knoten und 8,1 Knoten getaucht. Die Besatzung bestand aus 46 Mann. Die Boote U 137 und U 138 der gleichen Klasse auf derselben Werft wurden bis Kriegsende nicht mehr fertig und 1919 verschrottet. Der geplante Nachfolger, die U-142-Klasse war mit 2.160 t über Wasser bzw. 2.785 t unter Wasser sogar noch größer und hätte alles übertroffen, was sogar noch im Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Dazu sollten die Boote eine zweite 88-mm-Kanone, 18 Reserve-Torpedos und eine Reichweite von 40.750 km erhalten. Nur das Klassen-Schiff der geplanten neun Boote wurde jemals fertig – und das auch nur einen Tag vor dem Waffenstillstand im November 1918. Zudem wurde eine noch größere Klasse geplant, welche 110 Meter lang sein sollte und mit einer Bewaffnung von vier 15-cm und zwei 88-mm-Geschützen versehen. Zusätzlich sollte die obere Hälfte des U-Bootes gepanzert sein, um auch ein Artilleriegefecht durchstehen zu können. Von diesen Booten wurde allerdings keines mehr gebaut. Nur eine Handvoll der Hochsee-U-Boote und U-Kreuzer erschienen im Westatlantik. Ihre Erfolge waren zwar nur begrenzt, aber sie sorgten für erhebliche Unruhe und zwangen die Amerikaner, dort das Konvoi-System mit all seinen Komplikationen und Verzögerungen einzuführen. Handels-U-Boote U-151-Klasse Der zweite Typ der großen deutschen Untersee-Kreuzer des Ersten Weltkriegs waren die Handels-U-Boote der U-151-Klasse. Ihr Ursprung ist auf den Umstand zurückzuführen, dass Deutschland zwar versuchte die britischen Inseln mit seinen U-Booten zu blockieren, gleichzeitig aber von der Royal Navy mit einer Seeblockade belegt wurde. Da man in Deutschland ursprünglich nur von einem kurzen Krieg ausgegangen wurde, traten schon 1915 Engpässe bei wichtigen Rohstoffen auf, insbesondere Nickel und Gummi. Beide waren frei verfügbar aus den immer noch neutralen USA. Erste Pläne, kleinere Mengen davon mit vorhandenen Unterseebooten heranzubringen, wurden durch den kommerziellen Vorschlag zum Bau eines spezialisierten, unbewaffneten Transport-U-Bootes, den Handels-U-Booten, abgelöst. Die Investitionen wurden vom deutschen Staat übernommen und als ausführende Gesellschaft wurde die Deutsche Ozeanische Reederei GmbH gegründet. Ein Dringlichkeitsauftrag zur Konstruktion der ersten zwei dieser Zweihüllen-Boote wurde vergeben, welche mehr …

  • Britische Infanterie

    Die alliierten Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg. ‘Alle Schlachten und alle Kriege werden am Ende von Infanteristen gewonnen’ (Feldmarschall Wavell). Alliierte Streitkräfte im 2. Weltkrieg Ein Erbe des Ersten Weltkriegs, welches sich bis weit in den Zweiten hinein hielt, war der Glaube, dass der Infanterist ein phlegmatisches und etwas einfaches Individuum sei, das nach langer Unterweisung in der Lage sei, die Feinheiten des Repetiergewehrs und der Schaufel zu beherrschen und einfache Befehle auszuführen, wenn man ihm die richtige Richtung zeige. Deshalb kam der Ausdruck ‘Kanonenfutter’ schnell für diese Männer über die Lippen. Diese Verallgemeinerung mochte im Jahr 1800 gerade noch stimmen, aber 1918 war sie eine grobe Fehldarstellung und 1939 geradezu eine Verleumdung. In den Jahren 1914 bis 1918 hatte sich die Bewaffnung der Infanteristen beträchtlich erweitert: mehr Maschinengewehre, die Einführung des Granatwerfers, des leichten Maschinengewehrs, in einigen Fällen sogar des automatischen Gewehrs und der Maschinenpistole. Die Granate wurde wiederentdeckt und der Grabenmörser erhielt ein neues Aussehen und Renaissance. All diese Waffen wurden an den Infanteristen ausgegeben und er musste sie beherrschen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurden Anzahl dieser Waffen ausgedünnt. Zwar wurden sie nicht ganz abgeschafft, sondern in kleinen Stückzahlen beibehalten und in den Folgejahren verbessert, sodass es sie 1939 noch alle gab. Von jedem Infanteristen – und auch von vielen Soldaten anderer Waffengattungen – wurde erwartet, dass er in der Lage war, sie zu bedienen, wenn es ihm befohlen wurde oder es notwendig war. Das galt unabhängig von seiner eigentlichen Aufgabe und der Waffe, welche er gewöhnlich dafür verwendete. Zahlreiche junge Männer in England, die mit den Erinnerungen ihrer Väter an das Gewehr mit Bajonett und dem Schlamm im Ypern-Bogen aufgewachsen waren, erlebten eine böse Überraschung, als sie 1939 den neuen Kampfanzug trugen und die Bandbreite der Waffen sahen, die sie erlernen mussten. Die alliierten Streitkräfte Alliierte Infanteristen Nach einem alten britischen Sprichwort war die Aufgabe der Kavallerie in der Schlacht, für den Lärm zu sorgen, da man sonst nichts Lautes wird hören können. Dies lässt erahnen, dass die Infanterie die Basis aller Streitkräfte und jeder militärischen Auseinandersetzung überhaupt ist. Der Infanterist ist das ‘Mädchen für alles’ in jeder Armee der Welt und dazu noch ein Meister im Kampf ‘Mann gegen Mann’. Er gehört zu denjenigen, welche dem Feind von Angesicht zu Angesicht auf dem´Schlachtfeld gegenüberstehen und auch die Entscheidung herbeiführt. Artillerie, Panzer und Flugzeuge können die feindliche Front aufbrechen, können den Feind demoralisieren und Verluste verursachen, aber wenn nicht die entschlossene Infanterie dies ausnutzt, geht jeder erzielter Vorteil wieder verloren. Daher war, ist und bleibt die Infanterie das Rückgrat jeder Streitmacht. Mit dem Fortschreiten des Zweiten Weltkrieges tauchten immer mehr neue Waffen auf – entweder weil die alten nicht mehr in den für den neuen globalen Krieg erforderlichen Mengen produziert werden konnten oder weil ihre Leistungsfähigkeit nicht mehr ausreichte. Andere Gründe waren taktische Probleme, die aufgetaucht waren und die neue Lösungen erforderten; oder weil neue technische Entwicklungen den Weg zu einer effektiveren Waffe wiesen, die die alte ersetzen sollte. Bei jeder Neuerung musste der Infanterist auch neu dazulernen, war nicht nur einfaches lernen bedeutete, sondern es musste so gründlich einstudiert werden, dass die neue Waffe praktisch ein Teil von ihm wurde und er sie instinktiv bei Tag oder Nacht mit bestmöglichem Erfolg einsetzen konnte. Ein britischer Infanterist, der von 1939 bis 1945 diente, musste so in diesen Jahren vielleicht drei oder vier Gewehre, zwei Maschinenpistolen, drei leichte Maschinengewehre, ein Dutzend Granatentypen, zwei schwere Maschinengewehre, zwei Granatwerfer, eine Panzerabwehrbüchse und das PIAT erlernen, dazu noch womöglich auch zwei oder drei unterschiedliche Panzerabwehrkanonen bedienen können. Wenn es sich dazu noch um irgendeiner Art von besonderer Kampftruppe handelte, wie z. B. bei den Commandos oder den Luftlandetruppen, dann wurde von ihm auch erwartet, dass er rudimentär auch eine ähnliche Anzahl von feindlichen Waffen kannte, sodass er im Notfall eine Waffe vom Schlachtfeld aufheben und benutzen konnte. Wenn er dazu mit seiner Einheit noch im Rahmen einer anderen alliierten Armee eingesetzt wurde, musste er möglicherweise auch die Waffen seiner neuen Kameraden erlernen müssen. Wurde er später als Ausbilder verwendet, musste er noch eine Sammlung veralteter Waffen erlernen, die noch zur Ausbildung verwendet oder an die Home Guard zum lokalen Einsatz ausgegeben wurden. Dazu weiß jeder ehemalige Infanterist, dass die Beherrschung von Waffen nur eine Facette des Fachwissens dieser Männer war und immer noch ist. Denn von ihm wurde auch erwartet, dass er alle wichtigen Taktiken beherrschte, damit er die jeweiligen Waffen optimal einsetzen konnte. Dazu musste er auch in der Lage sein, auf sich selbst aufzupassen, Karten zu lesen, zu kochen und tausende von anderen Dinge zu tun, die alle zu einem vollkommenen Berufssoldaten gehören. Dies wurde ihm in der britischen Armee während der Grundausbildung, dem sogenannten ‘Battle Drill’ beigebracht. Es wurde auf dem Exerzierplatz alles in allen Einzelheiten immer wieder durchexerziert, bevor die Soldaten an die Front kamen. Das Ergebnis des scharfen Drills dieser Kampfführung war, dass der Ablauf des Geschehens jedem Soldaten so sehr ins Blut übergeht, sodass er im Notfall jederzeit den Befehl über seine Gruppe übernehmen konnte. Dadurch kam kein einmal begonnener Angriff zu erliegen, wenn der Kommandant ausfiel, denn sein Ersatz wusste genau, dass er alles richtig machen würde. Dieses Schema ließ sich im übrigen auch auf größere Einheiten übertragen. Im Englischen wird die Gruppe der Infanteristen als ‘Section’ bezeichnet, welche Teil des ‘Platoon’ (Zuges) waren. Letzter bestand im Normalfall aus drei bis vier Gruppen, welche als Zugführer einen Offizier, einen Feldwebel und einen Funker hatte. Dadurch konnten die einzelnen Elemente unabhängig, aber auch geschlossen eingesetzt werden. Bei einem gemeinsam operierenden Zug gibt dabei immer eine Gruppe Feuerschutz, während sich eine andere vorarbeitet. Das ganze Verfahren basierte auf dem ‘Battle Drill’. Organisation Bei der Betrachtung der Organisation der alliierten Infanterie ist es gut, sich zu Beginn die berühmte Bemerkung von Feldmarschall Sir William Robertson aus dem Ersten Weltkrieg ins Gedächtnis zu rufen, über die er sagte, dass sie ihm gegenüber von einem sehr hohen General um die Jahrhundertwende gemacht wurde: ‘Vergessen Sie nie, Robertson, dass wir zwei (britische) Armeen haben: die Armee des Kriegsministeriums mehr …

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