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Im Blickpunkt:
  • Unzerstoerte Eisenbahnbruecke Remagen

    Kriegstagebuch des Zweiten Weltkrieges für März 1945. Unternehmen Frühlingserwachen, Ludendorff-Brücke über den Rhein intakt erobert, März-Feuer-Blitz auf Tokio, britische Verbände nehmen Mandalay in Burma, Montgomerys 21. Heeresgruppe überschreitet den Rhein bei Wesel, die Amerikaner kontrollieren Iwo Jima. Zurück zu Februar 1945. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 1. März 1945: Westfront Mönchengladbach durch die 9. US-Armee erobert. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 2. März 1945: Luftkrieg Deutschland: 2 RAF-Tagesangriffe auf Köln. 406 USAAF-Bomber greifen wieder Dresden an. Westfront Die 9. US-Armee nimmt Krefeld, Venlo und Roermond. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 3. März 1945: Westfront Kanadische und US-Truppen schließen zwischen Maas und Rhein auf. Philippinen Der japanische Widerstand in Manila endet. Luftkrieg Großbritannien: 100 deutsche Kampfflugzeuge greifen bei Nacht mehr als 20 Flugplätze von Northumberland bis nach Oxfordshire an. 20 RAF-Bomber werden bei einem Verlust von 6 der Eindringlinge zerstört. Politik Akt von Chapultepec: 20 amerikanische Staaten verpflichten sich in Mexiko-Stadt, einander die territoriale und politische Integrität zu schützen. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 4. März 1945: Burma Die britische 14. Armee erobert Meiktila, südlich von Mandalay. Westfront US-Panzer der 1. US-Armee erreichen den Rhein nördlich von Köln. Luftkrieg Pazifik: Die erste beschädigte B-29 Superfortress verwendet den frisch eroberten Flugplatz auf Iwo Jima für eine Notlandung. Deutschland: 500 USAAF-Bomber greifen Ulm an. Politik Finnland erklärt Deutschland den Krieg (ein inoffizieller Zustand der Feindseligkeiten besteht schon seit September 1944). Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 5. März 1945: Westfront Amerikanische Truppen dringen in Köln ein. Luftkrieg Deutschland: RAF-Tagesangriff auf die Ölanlagen in Gelsenkirchen. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 6. März 1945: Ostfront Polen: Rokossowskis 2. Weißrussische Front nimmt die eingeschlossene Festung Graudenz. Unternehmen Frühlingserwachen: Die 6. SS-Panzerarmee beginnt eine Offensive nördlich des Plattensee um Budapest zurückzuerobern und die Donau-Linie wieder zu erreichen. Die deutschen Truppen stoßen 32 km bis zum 8. März vor. Westfront Köln von der 1. US-Armee genommen. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 7. März 1945: Westfront Ludendorff-Brücke intakt erobert. Die Brücke von Remagen über den Rhein bei Bonn wird intakt durch 1. US-Armee genommen, die sofort darüber vorstößt. Burma Chinesische Truppen nehmen Lashio an der ‘Burmastraße’. Besetzte Gebiete Jugoslawien: Tito bildet eine Übergangsregierung. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 8. März 1945: Burma Indische Panzer nehmen Mandalay. Westfront Die britische 2. Armee erobert Xanten. Damit stehen die alliierten Armeen nun entlang des Rheins von Nijmegen bis nach Koblenz. Luftkrieg Großbritannien: Eine V-2 tötet 110 und verletzt 123 Menschen schwer am Farringdon Market in London. Seekrieg Granville Harbour (Normandie) von deutschen Sturmtruppen von den Kanalinseln aus in der Nacht vom 8./9. März überfallen, welche 4 Küstenfrachter versenken und 67 deutsche Gefangene befreien. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 9. März 1945: Luftkrieg Pazifik: ‘MÄRZ-FEUER-BLITZ’ AUF TOKIO. 279 niedrig fliegenden B-29 Superfortress werfen 1.667 t. Napalm- und Ölbomben auf Tokio (Nacht vom 9. auf den 10. März). Ein ‘Feuersturm’ verwüstet 26 Quadratkilometer bebauter Fläche und tötete 84.000 Menschen. 102.000 weitere werden verletzt, eine Million Obdachlose. Ähnliche Angriffe auf Nagoya, Osaka und Kobe. Die unzureichende japanische Verteidigung und Luftschutz-Rettungsdienste sind nicht in der Lage, mit diesen Angriffen fertig zu werden. Besetzte Gebiete Indochina: Die Japaner setzen die Vichy-Verwaltung ab, entwaffnen gewaltsam die französischen Garnisonen und setzen eine Marionettenregierung ‘Reich von Annam’ ein. Westfront Patton und Hodges (1. und 9. US-Armeen) ziehen ihre Kräfte bei Remagen zusammen. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 10. März 1945: Politik Roosevelt informiert Spanien darüber, dass das Land keine US-Hilfe erwarten kann, wenn die Franco-Diktatur bestehen bleibt. Westfront Kanadische Truppen beseitigen den Wesel-Kessel gegenüber Xanten. Kesselring übernimmt den Oberbefehl über die Westfront von Rundstedt, welcher am 7. März entlassen wurde. Bei seiner Ankunft gibt er zu seinem Stab zum Besten: ‘Ich bin die neue V-3’. Luftkrieg Deutschland: 153 RAF-Bombern greifen Scholven-Buer an und werfen 755 t Bomben ab. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 11. März 1945: Luftkrieg Deutschland: 1055 RAF Bomber werfen 4700 t. Bomben auf Eisenbahnziele in Essen; die gesamte Produktion der Krupp-Werke kommt zum Stillstand. 1.000 US-Bomber greifen U-Boot-Werften im Nordwesten von Deutschland an. Pazifik – Operation Tan: 24 schnelle, zweimotorige Ginga-Bomber führen einen Kamikaze-Angriff bei Nacht auf die US-Flottenbasis im Ulithi-Atoll durch. Der Flugzeugträger Randolph wird dabei getroffen. Heimatfronten Großbritannien: Massenflucht von 70 deutschen Gefangenen aus dem Kriegsgefangenenlager in Bridgend, Glamorgan (Süd-Wales). Alle werden bis zum 17. März wieder eingefangen. Geheimkrieg ‘Ultra’ warnt vor Ar 234 Blitz-Jetbomber-Angriffen auf die eroberte Brücke von Remagen. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 12. März 1945: Ostfront Schukows 1. Weißrussische Front nimmt Küstrin an der Oder. Rokossowskis 2. Weißrussische Front erobert Dirschau und erreicht die Danziger Bucht, südlich von Gdingen. Luftkrieg Deutschland: 1.107 RAF-Bomber werfen 4.851 t. Bomben auf Schienenverkehrswege in Dortmund. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 13. März 1945: Burma Die indische 52. Brigade nimmt Maymyo und unterbricht damit die Eisenbahnverbindung der japanischen Garnison in Mandalay. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 14. März 1945: Luftkrieg Deutschland: Der Bielefeld-Eisenbahn-Viadukt wird durch 10.000-kg-Bomben zerstört (‘Grand Slam’), wodurch deutsche Truppenverschiebungen aus dem Ruhrgebiet zum amerikanischen Brückenkopf bei Remagen verhindert werden. Ostfront Slowakei: Russische Truppen nehmen Zvolen (Sala) in den Karpaten, nördlich von Budapest. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 15. März 1945: Burma Japanischer Gegenangriff bei Meiktila. Am 28. März ziehen sich die Japaner zurück. Luftkrieg Deutschland: Das Hauptquartier der Wehrmacht in Zossen, südlich von Berlin, wird durch 576 US-Bomber der 8. US-Air-Force bombardiert. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 16. März 1945: Ostfront Ungarn: Tolbuchins 3. Ukrainische Front beginnt einen großen Gegenangriff gegen 6. SS-Panzer-Armee und 3. ungarische Armee, worunter letztere zusammenbricht. Luftkrieg Deutschland: Schwere RAF-Nachtangriffe auf Nürnberg und Würzburg. Ein wolkenloser Himmel unterstützt die deutschen Nachtjäger, wodurch 30 englische Bomber verloren gehen. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 17. März 1945: Westfront Die Ludendorff-Brücke bricht nach wiederholten Angriffen durch Ar 234 Düsenbomber zusammen, wobei viele US-Pioniere getötet werden. Die 3. US-Armee dringt in Koblenz ein. Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 18. März 1945: Westfront US-Panzer dringen in Bad Kreuznach und Bingen ein. Luftkrieg Deutschland: 1.221 US-Bomber (25 verloren) und 700 Begleitjäger (5 verloren) werfen 4.000 t. Bomben mehr …

  • frühes US-Kriegsplakat

    Kriegstagebuch für das Jahr 1942 im 2. Weltkrieg. Der Wendepunkt des Krieges: Amerikas Kriegseintritt, Seeschlacht von Midway und Schlacht um Stalingrad. Das Jahr 1942 ist geprägt von Kriegseintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg. Amerikas Kriegseintritt Japans Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 zertrümmerte die Illusion der US-Neutralität, die den Krieg bis zu diesen Tag geprägt hatte – Roosevelts ‘Datum, das in Schande bleiben wird’. Innerhalb weniger Tage stand die industrielle Macht und das militärische Potenzial der stärksten Nation auf der Erde nicht nur Japan, sondern auch Deutschland und Italien gegenüber. Und Japans beabsichtigter entscheidender Schlag erwies sich lediglich als kurzfristiger Rückschlag für die Alliierten. Trotz der zuvor fortschreitenden Verschlechterung der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Japan glaubten die meisten objektiven Beobachter, dass die Führer Japans keine Notwendigkeit hätten, sich auf einen Krieg mit Amerika einzulassen. Denn die mineralreichen britischen, französischen und niederländischen Besitzungen im Fernen Osten lagen mehr oder weniger ungeschützt vor ihrer Haustür, während das deutsche Unternehmen Barbarossa ähnliche Möglichkeiten zur Expansion in Ostsibirien und dem Fernen Osten Russlands boten. Sie rechneten jedoch nicht mit der grenzenlosen Arroganz, der politischen Naivität und schierer Dummheit der militärischen Clique, die von General Tojo geleitet wurde, welcher im Oktober 1941 die absolute Kontrolle über die japanische Regierung erlangt hatte. Sie hatten auch nicht die hervorstechenden Eitelkeiten des japanischen Marine-Oberbefehlshabers berücksichtigt. Kriegstagebücher zu den einzelnen Monaten des Jahres 1942 Admiral Yamamoto hatte sich seit vielen Jahren stark für die Entwicklung des Flugzeugträgers eingesetzt. Im November 1941 konnte er sechs schnelle und große Flugzeugträger einsetzen, die mehr als 350 moderne und leistungsfähige Flugzeuge aufnehmen konnten, von denen viele mit dem neuen ‘Tarent-Typ’-Torpedos bewaffnet waren, welcher entworfen war, um auch in flachem Wasser abgeworfen werden zu können. Dazu kamen panzerbrechende Bomben für die Träger-Sturzkampfflugzeuge. Noch beeindruckender waren die Zero-Jäger, die ersten von Trägern aus eingesetzten Jagdflugzeuge, welche ihren Kontrahenten auf dem Land überlegen waren. Doch trotz der scheinbar uneingeschränkten Begeisterung für diese neuen Waffen, blieb Yamamoto im Herzen ein Traditionalist. Er verpasste es, die drei US-Flottenträger, welche sich an diesem Tag außerhalb von Pearl Harbor auf See befanden, zu suchen und zu vernichten. Zufrieden mit der Versenkung von fünf Schlachtschiffen und der Zerstörung von 188 Flugzeugen, war Yamamoto davon überzeugt, dass die später kommende, entscheidende Schlacht auf dem offenen Meer zwischen den ‘Resten’ der US-Marine und der japanischen Vereinigten Flotte mithilfe seines Flaggschiffs, dem Super-Schlachtschiff Yamato, und den anderen 10 Schlachtschiffen, den Tag entscheiden würden. Yamamoto klammerte sich hartnäckig an seine geheime Leidenschaft für die mächtigen Schlachtschiffe und sechs Monate später sollten diese unbegründeten und widersprüchlichen Vorstellungen in der Schlacht von Midway erheblich zur Zerschlagung der japanischen ‘Vereinigten Flotte’ beitragen. Da sich die Japaner bewusst dafür entschieden hatten, eine Schlüsselstellung einer der größten Mächte der Welt anzugreifen, wären sie gut beraten gewesen, den größtmöglichen Schaden zuzufügen. Vor dem Abdrehen hätte der japanische Träger-Kampfverband zumindest noch eine dritte Welle von Flugzeugen startet sollen, welche die noch unbeschädigten Installationen und Vorratslager – einschließlich der lange angesammelten, fast unersetzlichen Kraftstoffreserven – zerstört hätten. Somit wurde Yamamotos Angriff auf Pearl Harbor, trotz aller katastrophalen Kurzzeit-Effekte, nur zu einem glorifizierten Überfall. Als es vorbei war, zog sich die japanische Flotte heimlich in die riesigen, leeren Weiten des Nordpazifik zurück, so schnell wie sie gekommen war. Eine Frage kann nicht unbeantwortet bleiben. Hätte Yamamoto wirklich an diesem schicksalhaften Sonntag Pearl Harbor überhaupt angreifen müssen ? Wäre es nicht stattdessen besser gewesen auf Zeit zu spielen ? Viele Experten haben sich darauf festgelegt, dass, wenn die Japaner nur den Rest ihrer komplexen Offensivstrategie – einschließlich der Invasion der amerikanischen Philippinen – durchgeführt hätten, dann wäre die US-Pazifikflotte gezwungen worden, Pearl Harbor zu verlassen und sich auf die lange Reise in den West-Pazifik zu machen. Dort wäre sie den Japanern praktisch in deren Heimatgewässern begegnet, wo diese auch ihre mächtige Bomberstreitmacht von Landstützpunkten aus hätten einsetzen können, wie es die britischen Schlachtschiffe HMS Prince of Wales und Repulse zu spüren bekamen. Nicht nur waren Tojo und Yamamoto dafür verantwortlich, einen unvollständigen und zum falschen Zeitpunkt durchgeführten Überfall befohlen zu haben, sie zeigten auch einen erstaunlichen Mangel an politischem Verständnis. Durch diese einzige ‘berüchtigte, feige’ Handlung hatten die japanischen Führer einen widerwilligen, uneinigen, politischen Gegner in einen zielstrebigen Todfeind verwandelt, bei dem sich der Wunsch nach Rache auf alle denkbaren militärischen Möglichkeiten bezog. Hitlers Kriegserklärung an die USA am 11. Dezember war ein weiterer Wendepunkt. Zwischen September 1939 und Dezember 1941 wurde es klar, dass die allmähliche immer mehr zunehmende amerikanische materielle und moralische Unterstützung für die bedrängten Briten und die unvermeidliche Verwicklung der US-Marine in die Schlacht im Atlantik, früher oder später dazu führen musste, dass sich Amerika im Krieg mit Deutschland befinden würde. Roosevelt selbst war seit langem auf einen Kampf gegen Hitler aus, aber Kongress und öffentliche Meinung ließen dies nicht zu. In den USA herrschte ein starkes Gefühl vor, den Krieg im Pazifik als ‘unseren Krieg’ und den europäischen Krieg als ‘ihren Krieg’ zu betrachten und alle Anstrengungen gegen Japan zu konzentrieren. Unter der Führung von Roosevelt verpflichtete sich Amerika dann aber zu einer ‘Deutschland-zuerst-Politik’, welche den Verlauf und das Ergebnis des 2. Weltkrieges bestimmen sollte. Im Jahr 1940 produzierte Amerika, das ‘große Arsenal der Demokratie’, nur begrenzte Mengen von militärischer Ausrüstung. Drei Jahre später überstieg die US-Rüstungsproduktion diejenige von Deutschland, Italien und Japan zusammen. Dazu haben bis 1945 15 Millionen Amerikaner in den US-Streitkräften gedient. Entscheidungsschlacht Stalingrad Das zweite wichtige Ereignis im Jahr 1942 war die Schlacht um Stalingrad. Adolf Hitler überließ die Eroberung von Stalingrad im Sommer 1942 den 20 Divisionen der 6. Armee, welche vom Donez-Becken nach Osten vormarschierten und an ihrer rechten Flanke von der 4. Panzer-Armee unterstützt wurden, welche der schwächste Verband der deutschen Panzertruppen war. Bis Ende September hatten die deutschen Truppen die Wolga erreicht und kontrollierten einen Großteil der Stadt, welche von der deutschen Luftwaffe größtenteils pulverisiert worden war; allerdings mit Ausnahme von drei riesigen Fabrik-Komplexen, welche entlang des Flusses lagen. Normalerweise erlaubte Hitler seinen Armeen nicht, in Straßenkämpfe verwickelt zu werden, da dies die überlegene mehr …

  • Herstellung von ZIS3-Feldgeschützen

    Die sowjetische Rüstungsproduktion im Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945. Aufstellung der jährlichen russischen (sowjetischen) Rüstungsproduktion nach Waffengattungen und Rüstungsgütern (ohne Munition) sowie ein Vergleich des dafür notwendigen Rohstoffaufkommens. Russische Rüstungsproduktion nach Waffengattung Panzerfahrzeuge: Andere Rüstungsgüter: Rohstoffproduktion für diese Rüstungsproduktion: Rohstoffe (in Millionen Tonnen) und Jahr: Die Evakuierung der sowjetischen Industrien Nach dem Beginn von Unternehmen Barbarossa, dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 und deren enormen Anfangserfolgen, setzten die Russen bereits am 24. Juni 1941 einen ‘Evakuierung-Rat’ ein. Nachdem nach zwei Wochen Krieg klar war, wie gewaltig der deutsche Ansturm voranging, befahl der Ratsvorsitzende und Direktor des Fünfjahresplanes, Voznesenki, am 4. Juli 1941 die Verlegung der wichtigen Industrien und deren Arbeiter nach Osten zu organisieren. Lokale Komitees nutzten die Strukturen der Fünf-Jahres-Plan-Organisation mit ihren 3.000 Vertretern, um diese Bewegungen zu kontrollieren. Die eigentliche Evakuierung der Industrieanlagen begann im August 1941, als die deutschen Angriffe aus Erschöpfung und Nachschubmangel nach dem weiten Vorstoß erstmals zum Erliegen kamen und nur noch wesentliche Angriffsoperationen bei einer Heeresgruppe zuließen. Die Verlegungen der sowjetischen Industrien dauerten anschließend bis zum Jahresende an. Weniger bekannt ist jedoch, dass vor diesen ‘offiziellen’ Evakuierungen schon viel früher der Abtransport von Werkzeugmaschinen und Facharbeitern begann. So meldete der US-Militärattaché bereits Ende 1940 und Anfang 1941, dass es bedeutende Transporte von Maschinen und Arbeitern aus dem Moskauer Gebiet in den Osten gibt. Der recht schnelle russische Produktionsanstieg ab Anfang 1942 deutete darauf hin, daß die ersten Evakuierungen bereits 1940 begonnen hatten. Lediglich die Geschwindigkeit und das Ausmaß nahm im August 1941 zu. Die jeweilige Evakuierung begann nach einer Empfehlung einer lokalen Behörde an das Kommissariat des entsprechenden Industriezweigs. Nach einer Überprüfung wurde die Empfehlung vom Evakuierung-Rat genehmigt und ein Zeitplan mit Angabe des Datums, der Transportmethode und des Umsiedlungsorts festgesetzt. Darüber hinaus fanden auf Initiative der lokalen Behörden auch nicht offiziell genehmigte Evakuierungen statt. Die Evakuierung war in der ersten Augustwoche 1941 in vollem Gange. Unter Einbuße ihres aktuellen Produktionsergebnisses wurden viele Fabriken im August geschlossen, abgebaut und verladen und in den Ural verlegt. Da jedoch immer einige der Produkte und Waren dringend benötigt wurden, mussten einige Fabriken am Laufen gehalten werden, bis es für eine Evakuierung zu spät war. So konnten nur 17 der 64 Eisen- und Stahlwerke aus dem Donezbecken zwischen Oktober und Dezember 1941 evakuiert werden und die Panzerfabrik in Charkow wurde gerade erst zerlegt, als die deutschen Truppen eintrafen. Die Evakuierungen waren nur durch die Eisenbahn möglich. Während die Eisenbahn 2,5 Millionen Mann neuer Truppen im Juni, Juli und August an die Front brachte, nahmen sie die Maschinen der Industrieanlagen auf der Rückfahrt mit. So wurden zum Beispiel Anfang August im Bereich des Dnjepr täglich etwa 3.000 Eisenbahnwaggons mit Ausrüstungsteilen und Maschinen für die Eisen- und Stahlerzeugung, 1.000 Wagenladungen von der Elektroindustrie sowie 400 Wagenladungen von der chemischen Industrie und anderen Industriezweigen abtransportiert. Zwischen dem 8. und 15. August 1941 wurden auf 26.000 Eisenbahnwaggons Industrieanlagen aus der Ukraine abtransportiert. In Moskau wurden auf 80.000 Eisenbahnwaggons 498 Fabriken abtransportiert, darunter 75.000 Drehmaschinen. Zurück blieben nur 21.000 Drehmaschinen. Die Produktion von vielen Fabriken konnte im Dezember wieder aufgenommen werden. Allerdings verlief die Evakuierung nicht immer geordnet. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Planungen dafür nicht vollständig abgeschlossen waren und das die Hin- und Rückfahrten der Züge länger dauernden als sonst im Durchschnitt, sodass Ausrüstungsteile einfach neben den Gleisen heruntergeworfen wurden, um die Waggons für die Rückfahrt leerzumachen. Von den 700 Fabrikationsanlagen, welche in den ersten Monaten evakuiert wurden, erreichten nur 270 vollständig ihre geplanten neuen Standorte und 110 kamen nur mit einem Teil der Ausrüstung an. Manchmal war es notwendig, die Fabrikationsanlagen in irgendwelche Züge mit unbekanntem Ziel zu verladen, nur um zu verhindern, dass die deutschen Truppen die Maschinen erbeuteten. Derartige verwaiste Züge fuhren für eine lange Zeit durch das Land, weil es keine Planungen gab, was mit der Ausrüstung geschehen soll und niemand wusste, wo sie gebraucht wird. Die Verlegung der Fabriken nach Osten war eine riesige Aktion. In den letzten drei Monaten des Jahres 1941 wurden 1.360 Fabriken evakuiert. Davon 455 in den Ural, 210 nach West-Sibirien und 250 nach Zentralasien und Kasachstan. Bis zum Endes des Jahres waren insgesamt 1.523 große Fabriken verlegt worden, von denen einige sogar bis in den Fernen Osten gingen. Dies war zwar nur ein kleiner Teil der von den Deutschen insgesamt 32.000 eroberten Fabriken, aber die entscheidenden Rüstungsbetriebe, welche 12 Prozent in den eroberten Gebieten ausgemacht hatten, konnten evakuiert werden. Die Rüstungsproduktion entscheidet den Krieg Der sowjetische Sieg im ‘Großen Vaterländischen Krieg’ war untrennbar vor allem mit dem Erfolg der russischen Rüstungsindustrie verbunden, welche die Rote Armee mit einem konstanten Zustrom hochwertiger Panzerfahrzeuge versorgte. Obwohl in der Militärgeschichte die deutsche Auffassung akzeptiert wurde, dass die Niederlage der Wehrmacht an der Ostfront in den Jahren 1944 und 1945 auf eine überwältigende sowjetische Materialüberlegenheit zurückzuführen war, wird jedoch oft unterschätzt, wie schwierig es für die Russen war, diese zu schaffen. Es ist häufig nicht bekannt, dass die sowjetische industrielle Leistung während des Zweiten Weltkrieges wesentlich geringer war als die Deutschlands. Dies trifft vor allem auf die kriegswichtige Schlüsselindustrie der Eisen- und Stahlproduktion zu, die eigentliche Kennzahl für die Größe einer Rüstungsproduktion. Nach dem Verlust fast aller wichtigen Industriegebiete im europäischen Russland in den Jahren 1941 und 1942, erreichte Deutschland eine dreifach größere Stahlproduktion ! Trotzdem gelang es den Russen im Krieg mehr als 102.000 Panzerfahrzeuge zu bauen, gegenüber 76.000 in Deutschland. Nur die USA übertrafen noch mit ihrer Produktion von 287.000 Panzerfahrzeugen die sowjetische Produktion. Dies erreichten die Russen durch eine überlegene Industrie-Organisation und Verwaltung und durch beträchtliche Opfer des russischen Volkes. Von Beginn an konzentrierte sich die sowjetische Kriegsindustrie rücksichtslos nur auf die wichtigsten Waffen und so erreichte die Panzerproduktion – trotz der schwachen industriellen Basis – ein so hohes Niveau, weil Schiffs-, Lokomotiven-, Traktoren- und Automobilproduktion eingestellt oder zumindest stark zugunsten der Panzer zurückgefahren wurde. Noch verblüffender ist die Ungleichheit zwischen der Sowjetunion und Deutschland bei der Produktion der eigentlichen Kampfpanzer. Während des Krieges produzierte die Sowjetunion 79.611 Kampfpanzer im Vergleich zu 25.006 von Deutschland mehr …

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