Kriegstagebuch 8. April 1917


Lenin auf dem Weg nach Petrograd
Lenin auf dem Weg nach Petrograd, um die Revolution anzuführen.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 8. April 1917:

Geheimkrieg


Deutschland: Lenin mit 19 oder 20 Bolschewiken beginnt mit der ‘versiegelten Zugfahrt’ von der Schweiz nach Petrograd (Ankunft 16. April) über Berlin (am 11. April wird dies dem Kaiser mitgeteilt).

Politik

Österreich-Ungarn: Die Regierung beendet die Beziehungen zu den USA (ebenfalls Bulgarien am 10. April).

Seekrieg

Ost-Atlantik – Das Torrington-Massaker: U 55 (Werner) versenkt den britischen Dampfer vor den Scilly-Inseln, zerstört ein Rettungsboot (14 Tote) und ertränkt 20 Passagiere, indem das U-Boot wegtaucht, während sich am Rumpf Schiffsbrüchige befinden.

Luftkrieg

Mazedonien: Das KG 1 bombardiert den Eisenbahnendpunkt Yanesch. Dabei zwingen Sopwith-Flugzeuge einen bereits durch Fla-Feuer beschädigten Friedrichshafen-G-Typ-Bomber zu Notlandung und 3 Besatzungsmitglieder geraten in Kriegsgefangenschaft.
Westfront: Oberstleutnant Hoeppner und der Chef des Stabes, Oberstleutnant Thomsen, wird der Pour le Merite verliehen, für die Reorganisation der deutschen Heeres-Luftstreitkräfte seit dem 12. November 1916.

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Im Blickpunkt:
  • BAR M1918A2

    Browning Automatic Rifle, amerikanisches leichtes Maschinengewehr oder Sturmgewehr. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell vom BAR. Browning Automatic Rifle (BAR) Typ: schweres automatisches Gewehr oder leichtes Maschinengewehr. Browning M1918 BAR im 1. Weltkrieg Kurz vor dem Kriegseintritt der USA in den 1. Weltkrieg führte Browning im Februar 1917 zwei automatische Waffenentwürfe dem Kongress in Washington vor. Eines davon war das schwere Maschinengewehr Browning M1917, während die andere Waffe eigentlich ein Zwitter ist. Dieses Browning Automatic Rifle M1918 oder kurz BAR passte in keine Kategorie. Die Waffe hatte die Größe eines gewöhnlichen Repetiergewehr, aber mit dem zweifachen Gewicht und ermöglichte Dauerfeuer durch einen Gasdruckmechanismus, welcher den verriegelten Verschluss bewegte. In vielen anderen Streitkräften diente die Waffe später als leichtes Maschinengewehr, aber in der US-Armee galt sie anfangs ausschließlich als automatisches Gewehr und wurde oft in ähnlicher Weise wie die späteren Sturmgewehre verwendet. Es war eine immer noch verhältnismäßig leichte und bewegliche Waffe, welche Einzel- oder Dauerfeuer abgeben konnte und von einem Mann eingesetzt wurde. Anfang 1918 wurde das BAR in mehreren Fabriken hergestellt, aber da die Firma Colt zu diesem Zeitpunkt die Browning-Patente hielt, stellte diese erst einmal die technischen Zeichnungen und Modelle für die anderen Hersteller fertig. So dauerte es bis zum September 1918, bis das BAR endlich in den Einsatz kommen konnte. Dann jedoch machte die Waffe einen derartig großartigen Eindruck auf die amerikanischen Soldaten, dass das BAR noch im Korea-Krieg eingesetzt wurde und bis 1957 von der US-Army verwendet wurde. Wieso die amerikanischen Soldaten so sehr vom BAR fasziniert waren, ist eigentlich schwer zu erklären. Die ersten BAR, welche im 1. Weltkrieg verwendet wurden, konnten nur aus den Händen abgefeuert werden, da sie noch nicht einmal das Zweibein eines leichten Maschinengewehrs hatten. Dazu fasste das Kastenmagazin nur 20 Schuss Munition, sodass beim automatischen Feuern die Länge des möglichen Feuerstoßes stark begrenzt war und für die meisten Infanteriegefechte viel zu kurz war. Auch konnte ein heißer Lauf nicht schnell und einfach ausgewechselt werden. Als ein leichtes Maschinengewehr war das BAR eigentlich zu leicht, während es als automatisches Gewehr zu groß und zu schwer war. Aber während des 1. Weltkrieges waren die amerikanischen Soldaten froh, das BAR erhalten zu haben und nicht mehr mit dem schrecklichen Chauchat-Maschinengewehr kämpfen zu müssen. Abgesehen vom Springfield-Gewehr war das BAR so ziemlich die einzige wirkliche amerikanische Waffe, welche sie erhalten hatten und zweifellos wollten sie die Qualität ihrer nationalen Schusswaffen hervorheben. Das BAR war tatsächlich eine eindrucksvoll aussehende Waffe, war exzellent verarbeitet und hatte einen hervorragenden hölzernen Schaft. Dazu konnte die Waffe schwere Schläge und eine harte Behandlung gut überstehen. Zur Pflege und für Reparaturen konnte das BAR schnell und einfach in seine 70 Einzelteile zerlegt werden und auch genauso einfach wieder zusammengebaut werden. Für den Gefechtseinsatz ließ die US-Army einige Kampfübungen für das BAR durchführen. Eine Drill hielt nicht lange an, bei dem angreifende Soldaten bei jedem linken Fußschritt vorwärts einen Schuss abgeben sollten. Tatsächlich entstanden praktische Drills erst nach dem die wenigen Kriegsmonate mit amerikanischer Beteiligung nach dem Waffenstillstand vom November 1918 analysiert worden waren. So wurde nun ein Zweibein und Schulterriemen zum Tragen an das BAR montiert und es wurde 1937 zum BAR M1918A1. Anstatt also als eine Art Sturmwaffe, wie es im Grabenkrieg des 1. Weltkrieges verwendet wurde, unterstützte das BAR fortan eher die Infanterie-Gruppe durch Deckungsfeuer während des Gefechtes. Insgesamt wurden etwa 85.000 Exemplare des Modells 1918 ausgeliefert und die Originalbestände des M1918 wurden im Jahr 1940 nach Großbritannien zur Ausrüstung der Home Guard und für andere zweitrangige Aufgaben geschickt. Browning M1918A2 BAR im 2. Weltkrieg Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde das leichte Browning-Maschinengewehr 1940 zum BAR M1918A2 abgeändert und in dieser Ausführung wurden von der US-Army in große Mengen bestellt. Bei diesem Modell wurde das Zweibein überarbeitet und die Stabilität beim Feuern verbessert. Neben dem M1918A1 war das neue M1918A2 die hauptsächlichen leichten Unterstützungswaffen für einen Infanterie-Zug der US-Army und der US-Marines im 2. Weltkrieg. Allerdings wurde die Waffe auch noch von Fall zu Fall als eine Art ‘Sturmgewehr’ in den Händen haltend abgefeuert. Die neue Waffe wurde von der New England Arms Company und der International Business Machines in einer Stückzahl von 208.380 hergestellt. Damit wurde das BAR M1918A2 zum häufigsten leichten Maschinengewehr in den US-Streitkräften und blieb in dieser Form bis Anfang der 1960er Jahre im Einsatz. Trotzdem bestand weiterhin der Mangel des zu kleinen Magazins mit nur 20 Schuss bei der Verwendung als leichtes Maschinengewehr. Es galt für Militär-Theoretiker immer noch als Zwitter, während es bei der Truppe im Feld im allgemeinen beliebt war. Während des 2. Weltkrieges wurde das M1918A2 von auch von vielen alliierten Streitkräften verwendet, darunter vor allem bei der National-chinesischen Armee. In Ländern der Dritten Welt wird es noch heute benutzt und für Polizei-Aufgaben ist eine modernisierte Version unter dem Namen ‘Monitor’ erhältlich. Browning M1918 BAR in Belgien und Polen Der Erfinder des Browning-Maschingewehr, John M. Browning, arbeitete noch Jahre nach dem 1. Weltkrieg für die belgische Fabrique Nationale d’Armes de Guerre in Herstal, wo er 1928 auch verstarb. Seit 1920 wurde sein BAR hier unter Lizenz hergestellt und geringe Mengen auch an die Streitkräfte von Schweden, einigen baltischen Staaten sowie in Mittel- und Südamerika, darunter auch Honduras, geliefert. Davon landeten viele schließlich bei der national-chinesischen Armee. Die belgischen Streitkräfte führten die leicht verbesserte und präzise verarbeitete Original-Waffe im Kaliber 7,65 mm als Modell 1930 ein und verwendete diese 1940. Die FN-Waffenfabrik baute während der deutschen Besetzung das Maschinengewehr für die Wehrmacht weiter. Die polnische Armee führte das BAR modifiziert im Kaliber 7,92 mm als Modell 1926 ein und die belgische Firma lieferte bis 1930 etwa 10.000 Stück. Anschließend begann die Waffenfabrik in Warschau ihr eigenes Modell 1928 zu bauen, welches auf einer belgischen Lizenz beruhte. Dieses leichte Maschinengewehr wurde bis 1939 perfektioniert und etwa 11.000 Stück standen den polnischen Streitkräften bei Ausbruch des 2. Weltkrieges zur Verfügung. Vor dem Krieg wurden von den Polen 1.880 Stück exportiert und in Polen erbeutete Exemplare wurden sowohl von der Roten Armee als auch den Deutschen während des 2. Weltkrieges verwendet. mehr …

  • PzKpfw IV erklimmt Sanddüne

    Panzer 4, deutscher mittlerer Panzerkampfwagen IV aus dem Zweiten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modelle. Panzerkampfwagen IV Ausf. A, B, C, D, F (F1) Typ: mittlerer Kampfpanzer mit kurzer 7,5-cm KwK37 L/24. Geschichte Wenn auch der PzKpfw III der wichtigste deutsche Panzertyp der Wehrmacht in den ersten beiden Kriegsjahren war, so wurde der Panzer 4 – bzw. Panzerkampfwagen IV, PzKpfw IV oder Panzer IV – zum wichtigsten Kampfpanzer im Jahr 1942 und 1943. Dies war möglich durch den hervorragenden, ursprünglichen Entwurf des Panzers IV, der umfangreiche Verbesserungen zuließ, während für den Panzer III auf dem kleineren Fahrgestell nur eine beschränkt bessere Panzerung und Bewaffnung möglich war. Bis zum Auftreten des Panther-Panzers in größeren Zahlen ersetzte der Panzer IV den Panzer III als den hauptsächlichen deutschen Kampfpanzer. In der Mitte der 1930er Jahre stellte die Wehrmacht einen Bedarf für einen mittleren Kampfpanzer fest, welcher Feuerunterstützung auf kurze Entfernungen leisten und von feindlicher Infanterie bemannte Panzerabwehrkanonen in der Tiefe des Gefechtsfeldes bekämpfen sollte. Deshalb forderten die Spezifikationen einen Panzer in der 20-Tonnen-Klasse mit einer geeigneten, großkalibrigen Kanone. Die möglichst hohe Beweglichkeit und Fähigkeit, gegnerische Panzer zu bekämpfen, war im Gegensatz zu dem ‘anderen’ mittleren Panzer, dem PzKpfw III, nur zweitrangig. Im Jahr 1935 stellten Rheinmetall-Borsig, die Krupp AG und MAN alle Prototypen des neuen mittleren Panzers für Versuche her. Letztlich wurde der Entwurf von Krupp ausgewählt, wenn auch einige der besseren Eigenschaften des Prototyps von Rheinmetall-Borsig übernommen wurden. Im Oktober 1937 begann die begrenzte Produktion des PzKpfw IV Ausf.A. Dieser neue mittlere Panzer war 18,4 Tonnen schwer, mit einer Basis-Panzerung von 15 mm und einer kurzen 7,5-cm-KwK37 L/24 Kanone bewaffnet. Die Aufhängung war vom Blattfeder-Typ mit vier Paaren von Straßenrädern und vier Rücklaufrollen auf jeder Seite. Wichtiger war jedoch, dass der PzKpfw IV die gleiche Besatzung von fünf Mann wie der PzKpfw III hatte, von denen ebenfalls drei im Turm untergebracht waren. 35 PzKpfw IV Ausf.A wurden bis zum März 1938 gebaut und sahen Kampfeinsätze in Polen, Norwegen und Frankreich. Der PzKpfw IV Ausf.B ging im April 1938 in die Produktion. Verbesserungen beinhalteten einen größeren 300-PS-Motor, sechs verschiedene Geschwindigkeitsübertragung, eine verstärkte Frontalpanzerung von bis zu 30 mm und ein neuer Typ einer Turmkuppel. Etwas unüblich für die deutschen Panzer dieser Zeit war, dass auf das Maschinengewehr in der vorderen Wanne verzichtet wurde und der Panzer nur ein MG koaxial zur Kanone hatte. Es folgte schnell der PzKpfw IV Ausf.C mit nur geringen Verbesserungen, sodass bis August 1939 insgesamt 176 PzKpfw IV der Ausf.B und C hergestellt waren. Diese Zahl war ausreichend, um die 1. Panzer-Division und die 1. Leichte Division mit jeweils einer mittleren Kompanie aus PzKpfw IV in jedem Panzer-Bataillon vor dem Polenfeldzug auszustatten. Für die anderen Panzerverbände waren aber nur ein Zug mit vier bis sechs PzKpfw IV in jedem Panzer-Bataillon verfügbar. Der PzKpfw IV Ausf.D erschien zum ersten Mal im Oktober 1939. Dieser beinhaltete eine verstärkte Seitenpanzerung von 15 auf 20 mm, eine zusätzliche Kanonenblende mit 35 mm Panzerung, ein wieder eingeführtes Maschinengewehr in der vorderen Wanne, sodass der Fahrer etwas weiter vor dem Funker und MG-Schützen saß. Das Gewicht des PzKpfw IV Ausf.D betrug nun 20 Tonnen. Die Steigerung in der Produktion beim Panzerkampfwagen IV bedeutete, dass bis zum Westfeldzug im Mai 1940 alle 10 Panzer-Divisionen über eine mittlere Kompanie in jedem Panzer-Bataillon mit jeweils 6 bis 11 PzKpfw IV verfügten. Später gebaute Modelle der Ausf. D hatten zusätzliche 30-mm-Panzerplatten, welche auf die Frontpanzerung aufgeschraubt wurden, sowie zusätzliche 20-mm-Platten an den Seiten. Noch während sich die Ausf.D in Produktion befand, wurde der PzKpfw IV Ausf. E im September 1940 eingeführt. Dieser hatte einen neuen Entwurf der Kuppel, eine 50 mm starke Frontpanzerung in einem Stück und 30-mm-Panzerplatten zusätzlich auf den Überbau genietet, sowie auch die zusätzlichen 20-mm-Panzerplatten an der Seitenpanzerung. Dies ergab eine maximale Panzerung von 60 mm vorne und 40 mm an den Seiten bei den spät gebauten Panzern der Ausf.D und allen Ausf.E. Diese zusätzlich gepanzerten PzKpfw IV wogen nun 21 Tonnen und nach den Standards von 1941 konnten sie als gut gepanzert betrachtet werden. Von Ende 1940 an wurden auch zusätzliche Panzerplatten auf die Wanne und Seiten einiger PzKpfw IV Ausf.C genietet. Zwischen Oktober 1939 bis Mai 1941 wurden insgesamt 452 PzKpfw IV der Ausf.D und E gebaut. Diese beiden Modelle waren somit der am meisten vorhandene Typ zu Beginn des Unternehmen Barbarossa, dem Angriff auf Sowjet-Russland. Zwischen dem 22. Juni und 4. Juli 1941 wurden 439 Panzer IV gegen die Rote Armee zum Einsatz gebracht, hauptsächlich von der Ausführung D und E. Diese Panzer waren in mittlere Panzer-Kompanien aus 10 bis 12 Panzern organisiert und jeder der 17 eingesetzten Panzer-Divisionen hatte eine mittlere Kompanie mit PzKpfw IV in jedem ihrer Panzer-Bataillone. Panzerkampfwagen IV Ausf.E (SdKfz 161)   Geschichte: Im Januar 1938 wurde ein Auftrag für die 223 Panzer IV der 6. Serie BW an Krupp-Gruson vergeben und dieser wurde vollständig abgeschlossen. Besonderheiten: Die wichtigsten Verbesserungen, die mit dem Ausf E eingeführt wurden, waren ein neuer Kuppel-Entwurf, Änderungen am Turm und verbesserter Panzerschutz. Der Turm hatte jetzt eine einzige gebogene Platte für den hinteren Teil und einen Abluftventilator, um Geschützdämpfe abzugeben. Während alle Ausf. E eine Panzerung von 50 mm an der Vorderseite des Rumpfes und 20-mm-Zusatzpanzerplatten an den Rumpf und Seiten des Aufbaus angeschraubt bekamen, waren einige der ersten Modelle der Ausführung E ohne die zusätzliche 30-mm-Platte am Aufbau. Kleinere Veränderungen beinhalteten einen vereinfachten Entwurf des Kettenrads, leicht ansteigende und abgesenkte Luken mit ansteigender Oberfläche, ein neuer Entwurf eines schwenkbaren Visiers für den Fahrer, Signalpfosten auf dem Turmdach und eine gepanzerte Abdeckung für den Rauchkerzen-Werfer. Kampfeinsatz: Mit der fortlaufenden Produktion der Ausf. D und der Fertigstellung des Auftrags über die Ausf. E waren genug Panzer vorhanden, um jede mittlere Panzerkompanie mit 10 PzKpfw IV für den Balkanfeldzug, in Nordafrika und für den Angriff auf Russland auszustatten. 40 Panzer der Ausführung D und E wurden vom 5. und 8. Panzer-Regiment mit nach Nordafrika genommen und 439 PzKpfw IV der Ausführung B bis F befanden sich in den 17 Panzer-Divisionen, welche die Rote mehr …

  • Die Deutsche Armee und ihre Uniformen im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 (Teil I). Organisation, Stärke und Divisionen bei Kriegsbeginn und Verluste bis Kriegsende. Deutsche Armee Das Deutsche Reich, ausgerufen in den Spiegelhallen von Versailles im Jahre 1871, hatte 1914 eine Bevölkerung von über 65 Millionen. Theoretisch, bis auf die geringe Anzahl für die Marine, waren alle gesunden Männer im wehrfähigen Alter verpflichtet in der Armee Dienst zu tun. Jedes Jahr aufgerufen, vom Alter von 17 bis 20, waren sie eingetragen im Landsturm I.Klasse. Mit zwanzig Jahren wurden diejenigen, die fit genug für das aktive Heer waren, zu einem zweijährigen Dienst eingezogen. Danach gingen sie in die Reserve für 5 Jahre (bei der Kavallerie und Artillerie nur für 4 Jahre). In der Praxis konnte die Armee nur ungefähr die Hälfte der diensttauglichen Männer jedes Jahr aufnehmen. Die anderen jungen Männer, zusammen mit den aus anderen Gründen nicht eingezogenen Wehrpflichtigen, wurden in die Ersatzreserve eingetragen. Dort erhielten sie bestenfalls ein geringfügiges Training. Vom Alter von 27 bis 39 mussten alle Männer in die Landwehr einrücken und anschließend bis zum Alter von 45 in den Landsturm II. Klasse. Die aktive Armee von 25 und 1/2 Armeekorps (jedes aus zwei Divisionen) und elf Kavallerie-Divisionen hatte ständig eine 50 bis 60 Prozent Kriegsstärke. Zudem waren 32 Reserve-, 7 Ersatzreserve- und 16 Landwehr-Divisionen vorhanden. Mobilisation war eine schnelle und kritische Operation, während dieser die Armee weitgehend unbrauchbar als ein Kampf-Instrument war. Der gesamte Vorgang war abhängig von den minutengenauen ausgearbeiteten Eisenbahnfahrplänen und sein Erfolg würde den gesamten Feldzug beeinflussen. Mobilisation musste rechtzeitig befohlen werden, sodass der Feind nicht alles durcheinander bringen konnte und durfte keinesfalls mehr angehalten oder unterbrochen werden. Die Armee konnte dann nur noch theoretisch an der Grenze angehalten werden, aber diese Möglichkeit wurde nicht wirklich in Betracht gezogen. Im Jahre 1914 bedeutete Mobilisation auch Krieg ! Zu diesem Zweck hatte der Generalstab zwei Besonderheiten vorbereitet. Um in dem zukünftigen Zweifrontenkrieg einen schnellen Sieg über Frankreich zu gewährleisten, plante General von Schlieffen (Chef des Generalstabes 1892-1905), Reserve- und Ersatzreserve-Divisionen in den ersten Gefechten einzusetzen. Geführt von gut ausgebildeten, regulären Offizieren sollten deren Soldaten einen ‘Crashkurs’ im wirklichen Krieg durchmachen. Zum Zweiten befanden sich sechs Infanterie-Brigaden mit zugeteilter Kavallerie, Artillerie und Pionieren in der Nähe der belgischen Grenze in voller Kriegsbereitschaft – bereit um die Forts von Liege zu nehmen und den Weg durch Belgien und Nordfrankreich für das Heer zu öffnen, sobald der Kriegszustand erklärt wurde. Zu Friedenszeiten war die Stärke der Armee etwa 856.000 Mann. Durch die Mobilisation würde sie durch trainierte Reservisten auf 3.800.000 Mann verstärkt werden. Maximal wären 8.500.000 Mann im Notfall einziehbar. Gegen Frankreich waren sieben Armeen mit zusammen 34 Armeekorps (von diesen waren 11 Reservekorps) und vier Kavalleriekorps vorgesehen. Im Osten sollte die 8. Armee (vier Armeekorps, davon ein Reservekorps und einige Landwehreinheiten) mit knapp 200.000 Mann die Russen aufhalten, so gut wie sie konnte. Zudem gab es Garnisonen, Depot- und Reserveeinheiten und in Schleswig-Holstein ein Reservearmeekorps, was eine womögliche britische Landung verhindern sollte. Trotz ihrer Niederlage von 1870/71 hatten die französischen Truppen ihren deutschen Gegner mehrmals die Gelegenheit gegeben, die Wirkung von modernen Magazingewehren gegen aufrecht anmarschierenden Soldaten zu erfahren. In den nachfolgenden Jahren berücksichtigte die deutsche Armee die Gegebenheiten moderner Gefechtsführung mehr als jede andere europäische Armee. Als das Maschinengewehr perfektioniert war, wurde es wie von keiner anderen Armee bei den deutschen Truppenverbänden weitverbreitet eingeführt. Schlieffens strategischer Plan eines Angriffes über Belgien ging nicht letztlich von der Erkenntnis aus, dass ein Frontalangriff gegen die französische Armee viel zu blutig und schwierig wäre. Ein britischer Beobachter bei einem Manöver der deutschen Armee im Jahre 1895 meldete, dass die Soldaten ‘… wie intelligente Einzelkämpfer, welche ihre Aufgabe perfekt verstanden, agierten und dass selbst einfache Soldaten selbstständig Initiativen entwickelten …’ Aber die Jahre seit dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 vergingen und um so mehr nahm Tradition und Arroganz in der deutschen Armee zu. Die Soldaten blieben gut, jedoch im Jahre 1911 schrieb ein anderer britischer Beobachter, ‘… dass die Offiziere kaum Initiative entwickelten und die Infanterie kein Gefühl für die Deckung im Gelände hätte. Der Vorteil des wechselseitigen Feuers und Vorarbeiten auf dem modernen Gefechtsfeld wäre überhaupt nicht bekannt.’ Mit der Thronbesteigung von Wilhelm II., welcher theoretisch auch der Oberbefehlshaber des Heeres war, wurden mehr Kriegsspiele als praktische Ausbildung wichtiger. General von Moltke, Chef des Generalstabes seit 1906, musste militärische Spektakel bei den Manövern vorführen, unsinnige Reiterattacken und Manöver wurden exerziert. Moltke reduzierte zudem den rechten Flügel für die Offensive in Frankreich drastisch um das Elsass und den Osten besser verteidigen zu können. Er akzeptierte wieder Frontalangriffe als praktizierbare Manöver und im Jahre 1914, mit 66 Jahren, war er in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung und seiner Aufgabe nicht gewachsen. Unter von Moltke kamen die Armeekommandeure: am entscheidenden rechten Flügel, die Befehlshaber der 1., 2. und 3. Armee – ein Trio aus 68-jährigen Generälen: von Kluck, von Bülow und von Hausen. Sie waren harte Antreiber, rücksichtslos gegenüber der Truppe und, mit Ausnahme von Kluck, unfähig eine Krise zu meistern. Als Nächstes kam das Trio der Königlichen: Der Herzog von Württemberg kommandierte die 4. Armee, der Kronprinz die 5. Armee und Prinz Rupprecht von Bayern die 6.Armee. Zuletzt noch von Heeringen, 64 Jahre alt und ehemaliger Kriegsminister, als Kommandeur der 7. Armee. Die 8. Armee im Ostpreußen kommandierte General von Prittwitz und Graffon, 66 Jahre, fett, von sich selbst eingenommen, mit Verbindungen in höchste Regierungskreise, welche lange verhinderten, dass Moltke ihn absetzen konnte. Ludendorff, nur 49 Jahre alt, war der Chef des Generalstabes der 2. Armee. DEUTSCHES REICH (1.8.1914-11.11.1918) Bevölkerung 1914: 65 Millionen Friedensstärke des Heeres (1. Juli 1914) = 880.000 Mobilisation = 4.500.000 Truppenstärke bei Kriegsbeginn = 5.000.000 Korps = 41 Infanterie-Divisionen = 82 Kavallerie-Divisionen = 11 Andere Einheiten = 6 Divisionen und 32 Brigaden Artillerie-Geschütze = ca. 7.400 Maschinengewehre = 4.500 Heeresstärke im Verlauf des Krieges = 13.250.000 Tote Militär = 1.850.000 Verwundete Militär = 4.250.000 Ziviltote = 812.996 Teil II: Uniformen der Deutschen Armee im 1. Weltkrieg Siehe auch: Deutsche Kampfkraft

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