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Sturmgewehr 44


Deutsche Infanterie- und SS-Waffe vollautomatischer Karabiner Md.44 (StG-44)
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder, Video und 3d-Modell des Sturmgewehr 44.

StG-44
Vollautomatischer Karabiner Md. 44 (StG-44)


Sturmgewehr 44 (StG-44), Maschinenpistole 43 (MP 43)
Typ: automatisches Gewehr

Geschichte

In den 1930er Jahren verbrachte die Wehrmacht einige Zeit damit, die grundlegenden Voraussetzungen für eine Infanteriegewehr zu beurteilen und kam zu dem Schluss, dass die traditionelle Gewehrpatrone wie beim Karabiner 98K unnötig groß und kräftig war. Die Analyse offenbarte, dass die überwiegende Mehrheit der Infanteriegefechte nur über kurze Entfernungen geführt wurden.

Nachdem die deutsche Wehrmacht festgestellt hatte, wie erfolgreich das amerikanische Garand-Gewehr und wie überlegen selbst noch das alles andere als problemlos funktionierende russische Tokarew-Gewehr dem nicht-automatischen Gewehr war, beschloss das Heereswaffenamt gleichzuziehen.

Als Ergebnis begann die Arbeit der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik an der Entwicklung einer kurzen 7-mm-Patrone. Obwohl diese Patrone gute Resultate versprach, wurde die Entwicklung schließlich zugunsten einer von Plote in Magdeburg entworfenen, verkürzten 7,92-mm-Standardpatrone gestoppt. Da dies das schon verwendete Standardkaliber war und eine verkürzte Ausführung der normalen Patronenhülse die Herstellung vereinfachen würde, da der Großteil der Produktion auf den bereits vorhandenen Maschinen erfolgen könnte, lagen die Vorteile auf der Hand.
Waren Patronen kürzer, konnten der Mechanismus und somit das ganze Gewehr leichter und kleiner gebaut werden. Hinzu kam außerdem, dass der Rückstoß der kleinen Patrone geringer sein würde, was wiederum in Ersparnissen an Gewicht und Länge resultierte. War die Munition kleiner, so wog sie weniger und der Soldat konnte mehr mit sich führen.

Nachdem der Entwurf der Patrone entschieden worden war, wurden Verträge mit Carl Walther und Haenel für die Produktion von geeigneten Gewehren abgeschlossen. Die daraus hervorgegangenen Waffen wurden als Maschinenkarabiner 42 bezeichnet, und zwar MkB42(H) und MkB42(W).
Der Walther-Entwurf verwendete einen ringförmigen Gaskolben um den Lauf herum, um die Kippschraube zu betätigen, während der Haenel-Entwurf einen herkömmlichen Gaszylinder und Kolben unter dem Lauf montiert hatte und ebenfalls mit einer Kippschraube arbeitete.

zurück hier zu Selbstladegewehren 41 und 43 und den ersten vollautomatischen Karabiner

Über 4.000 Stück des Walther- und 8.000 des Haenel-Modells wurden 1942/43 an ausgewählte Einheiten an der Ostfront zur Bewertung ausgegeben. Als Ergebnis davon wurde der Haenel-Entwurf für die weitere Entwicklung ausgewählt, insbesondere da dieser einfacher und besser für die Massenproduktion geeignet war. Der endgültige Entwurf wurde dann als Maschinenpistole 43 bezeichnet.

Der Begriff ‘Maschinenpistole’ entstand nicht zum Zwecke der Geheimhaltung der neuen Infanteriewaffe, sondern wegen der Verhältnisse in Deutschland. Die Entwicklung begann eigentlich unter dem Namen ‘Maschinenkarabiner’ wie beim MkB42, aber trotz der günstigen Berichte von den Einsatzversuchen mit der neuen Waffe, lehnte Hitler diese ab. Er forderte eine größere Feuerreichweite der Infanteriewaffen und stützte diese Entscheidung auf seine angeblichen Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg und für die Kämpfe in Nordafrika, welche über weit offenes Gelände geführt werden.
Darüber hinaus wurde die Waffe nach einer Erklärung vom Hauptdienstleiter Saur – dem Chef des Technischen Büro des Munitionsministeriums – mit der Begründung abgelehnt, dass zu diesem Zeitpunkt etwa 8 Milliarden Standardpatronen vom Kaliber 7,92 mm auf Lager waren und niemand die Verantwortung dafür übernehmen wollte, das diese nutzlos werden.

Da es ab gesehenen von Scharfschützen aber tatsächlich äußerst selten vorkam, dass ein Infanterist über Entfernungen von mehr als 400 Metern schießen musste und dafür eine Patrone mit geringerer Leistung genügte, setzte das Heereswaffenamt aber trotzdem die Entwicklung fort. Die Waffe wurde als ‘Maschinenpistole 43’ bezeichnet und gegenüber Hitler wurde angegeben, dass es sich um eine Verbesserung der im Einsatz befindlichen Maschinenpistole MP 40 handelte, welche dieser sehr schätzte.

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Spezifikationen Sturmgewehr 44

Spezifikationen:

Sturmgewehr 44 Spezifikation
TypAutomatisches Gewehr
Kaliber 7,92 mm (Kurz-Patrone)
Länge 93,98 cm
Gewicht5 kg
Lauf 41,91 cm mit 4 rechtsläufigen Zügen
Magazin 30 Schuss einsteckbares Kasten-Magazin
Funktion Gas, Kipp-Schraube
Geschoßgeschwindigkeit 650 m/s
Feuergeschwindigkeit 500 Schuss/min.

Einsatzstatistik:

Sturmgewehr 44 Angaben
Hersteller C.G. Haenel Waffen- und Fahrradfabrik (Suhl), B.Giepel GmbH, Waffenfabrik Erma (Erfurt), Mauserwerke AG (Oberndorf)
SerienproduktionJuli 1943
EndlieferungMai 1945
Stückzahl (alle) 425.979
Stückpreis 66 Reichsmark


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  • Staatsbesuch Molotows in Berlin

    Hatte Hitler Alternativen zum Russland-Feldzug ? Teil II zur Frage, wieso griff der Führer Russland an ? Siehe auch Teil I: Wieso griff Hitler Russland an ? In den vier Monaten zwischen Juli und Dezember 1940 wirkte Hitler in Bezug auf die endgültige deutsche Strategie merkwürdig schwankend – unsicher, welchen Weg er einschlagen sollte, zögerlich, unentschlossen, sogar schwach. Er schien bei seinen politischen Bemühungen um Franco, Marschall Petain, Mussolini und dem sowjetischen Außenminister Molotow sogar Vorschläge in Erwägung zu ziehen, die im Widerspruch zum Krieg im Osten standen. In der Führungsstruktur des Dritten Reiches gab es kaum Möglichkeiten, wie in anderen Regierungsapparaten, Diskussionen über Alternativen und Entscheidungsfragen abzuhalten. Alles war auf Hitler ausgerichtet, der zwar von verschiedenen näher stehenden Persönlichkeiten beeinflusst werden konnte, die endgültige Entscheidung aber ganz alleine traf und diesen Entschluss seiner Umgebung mitteilte. Die Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine arbeiteten nicht zusammen, sondern vielmehr neben her. Vom Befehlshaber der Luftwaffe, Göring, waren überhaupt keine eigenständigen Vorschläge zu erwarten. Lediglich die Kriegsmarine hatte alternative Vorstellungen und Pläne zum weiteren Kriegsverlauf gegen Großbritannien. Diese zielten auf die Kontrolle des Mittelmeerraumes mit der Wegnahme Gibraltars und des Suez-Kanals sowie der Kontrolle über die Kanarischen Inseln in der ersten Phase und später die Inbesitznahme der wichtigen Erdölfelder im Nahen Osten.   Hitler stimmte dieser Mittelmeer-Strategie zwar grundsätzlich zu, machte ihr Umsetzung aber vom Ausgang der Verhandlungen mit Mussolini, Franco und Petain abhängig. Es war sich bewusst, dass es nicht leicht sein würde, sie alle zufriedenzustellen. Die einander widerstreitenden Interessen auszugleichen gestand er zynisch ein, sei ‘nur durch grandiosen Betrug möglich.’ Diese Vorstellungen über die Ausrichtung der deutschen Kriegsführung auf das Mittelmeer passten gut zu den Vorstellungen im Auswärtigen Amt, wo Außenminister von Ribbentrop die Bildung eines ‘Kontinentalblocks’ forderte – als mächtiges Bündnis gegen Großbritannien und womöglich die Vereinigten Staaten. Es wurde ein weltweites Bündnis auch unter Beteiligung der Sowjetunion und Japans propagiert. Freilich beruhte die Umsetzung einer solchen Strategie auf bedeutende diplomatische Durchbrüche, genauer gesagt auf Hitlers Fähigkeit, Vereinbarungen mit den Führern von Spanien, Vichy-Frankreich, Italiens sowie womöglich auch mit der Sowjetunion und Japan zustande zu bringen. Und genau daran sollte alles scheitern. Eine Zeitlang gab Hitler diesen Bestrebungen von Raeder (Kriegsmarine), Warlimont (Wehrmacht) und Ribbentrop (Außenministerium) nach, für welche diese ‘Mittelmeer-Strategie’ eine Alternative zum Angriff auf Russland darstellte. Für Hitler schien sie jedoch lediglich ein Vorspiel, um Deutschland den Rücken freizuhalten, bevor es zum endgültigen Schlagabtausch mit der Sowjetunion käme, der in seinen Augen sowohl unvermeidlich, als auch alleine das Potenzial besaß, über den Endsieg zu entscheiden. Daher betrachtete er diese Strategie nie als Endzweck. Dies erklärt teilweise, warum seine diplomatischen Bemühungen, welche er im Oktober in Gesprächen mit Mussolini, Franco und Petain unternahm, so unergiebig waren. Dabei kam zutage, dass Hitler Spanien nicht zufriedenstellen konnte, ohne Frankreich vor den Kopf zu stoßen, und er konnte Frankreich nicht entgegenkommen, ohne seinen ‘Freund’ Mussolini zu verärgern. Dabei musste er bei seinem Zusammentreffen mit Mussolini in Florenz am 28. Oktober 1940 erfahren, dass die Italiener zusätzlich noch Griechenland angegriffen haben und damit einen weiteren kräftigen Stock in die Speichen der militärischen Kooperation der Verbündeten geworfen haben. Zudem bedeutete Mussolinis griechisches Abenteuer – was Hitler intern als ‘bodenlose Dummheit’ bezeichnete -, dass die italienische Offensive in Libyen verschoben werden musste und folglich auch die Stationierung deutscher Truppen in Nordafrika und der Vorstoß zum Suez-Kanal. Es waren auch die ersten klaren Anzeichen bei Hitler zu erkennen, dass er von nun an den militärischen Fähigkeiten seines italienischen Partners misstraute. Bereits auf der Rückfahrt hatte Hitler Jodl und Keitel vom OKW mitgeteilt, dass der Krieg gegen Russland nun im folgenden Jahr stattfinden müsse. Offenbar fühlte sich Hitler durch diese Rückschläge bei der Schaffung des ‘Kontinentalblocks’ in seiner früheren Ansicht bestärkt, dass der Angriff auf die Sowjetunion der einzige Weg zum endgültigen Sieg sei. Als der sowjetische Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten Molotow nach Berlin reiste, um am 12. und 13. November Gespräche mit Hitler zu führen, stand die deutsche Strategie allerdings immer noch nicht endgültig fest. Am selben Tag, an dem die Unterredungen begannen, gab Hitler als wichtigste Weisung an die Wehrmacht heraus, die Einnahme Gibraltars und anderer Ziele der ‘Mittelmeer-Strategie’ vorzubereiten. Und die bedeutsamste Feststellung traf Hitler am Ende der Weisung: ‘Politische Besprechungen mit dem Ziel, die Haltung Russlands für die nächste Zeit zu klären, sind eingeleitet.’   Nach der Ansicht Hitlers musste der Dreimächtepakt ohne die Einbeziehung der Sowjetunion – entweder als Mitglied oder durch eine militärische Eroberung – nach elementaren Regeln zwangsläufig dazu führen, dass sich Stalin Großbritannien und Amerika annähern wird. Diese würde aber Japan in eine schwierige Situation bringen. Jedoch ging Hitler in der Frage der Einbindung der Sowjetunion in den Dreimächtepakt zum ‘Kontinentalblock’ bei Molotows Besuch und trotz der Befürwortung von Reichsaußenminister von Ribbentrop und der japanischen Regierung mit zu vielen Vorbehalten in die Gespräche. So erwähnte er die mit Japan vereinbarten Pläne nicht und bot dem Russen nicht einen der Großräume zur Aufteilung an. Nach japanischer Auffassung sollte die Sowjetunion sich in Richtung Südasien, einschließlich Britisch-Indiens, ausdehnen. Hitler ließ sich aber nur zu Andeutungen herab. Die allgemeinen Visionen der Mitglieder des Dreimächtepaktes sahen jedenfalls vor, dass es in Zukunft vier ‘Großräume’ geben sollte. Deutschland und Italien mit ihren europäischen Verbündeten sollte Europa, den Mittelmeerraum und Afrika beherrschen. Japan sollte China und Südostasien erhalten, während sich die Russen von Zentralasien nach Süden hin ausbreiten würden. 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  • M3 in Panzerfabrik Detroit

    Die Amerikanische Rüstungsproduktion nach Waffengattung während des Zweiten Weltkriegs 1939 bis 1945. Rohstoffbedarf, Umstellung der Industrie von zivile auf militärische Güter und die Flugzeug-Industrie. Die entscheidende Schlacht des Zweiten Weltkrieges wurde eindeutig bei der Rüstungsproduktion geschlagen. Und keine andere Macht, welche an dem Konflikt beteiligt war, weder bei den Achsenächten oder Alliierten, konnte mit der US-Rüstungsproduktion auch nur im entferntesten Schritt halten. Aufstellung der jährlichen US-Rüstungsproduktion nach Waffengattungen und Rüstungsgütern (ohne Munition) sowie ein Vergleich des dafür notwendigen Rohstoffaufwand. US-Rüstungsproduktion nach Waffengattung Jährliche amerikanische Produktionszahlen der wichtigsten Waffengattungen und Rüstungsgüter (ohne Munition) während des Zweiten Weltkrieges von 1939 bis 1945. Rüstungsgüter: Rohstoffproduktion für diese Rüstungsproduktion: Rohstoffe (in Millionen Tonnen) und Jahr: Als Amerikas Industrie auf Rüstungsproduktion umgestellt wurde Amerikanische Bürger, die es bisher gewohnt waren, ein Automobil – praktisch als ihr heiliges Recht – so schnell und so weit zu fahren, wurden kurz nach dem Kriegseintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg im Januar 1942 abgebremst. Das ‘Büro zur Überwachung von Preisen’ (Office of Price Administration) veranlasste ein drakonische Rationierung von Fahrzeug-Reifen, als die japanische Armee kurz davor standen, die weltweit einzigen Rohstoffgebiete von Naturkautschuk zur Gummi-Herstellung in Niederländisch-Ostindien zu erobern. Der nächste Schlag gegen den amerikanischen Automobil-Besitzer erfolgte am 4. Januar 1942, als Bundes-Preis-Administrator Leon Henderson in Detroit anwies, Autos und Lastwagen für den zivilen Markt nicht mehr herzustellen, um Montagebänder für die militärische Rüstungsproduktion freizugeben. Der Beginn des Verbots war für den 1. Februar 1942 festgesetzt worden. Wenn auch derartige Maßnahmen erwartet worden waren, war es doch sehr kurzfristig. Mit bemerkenswerter Untertreibung berichtete ein Artikel der New York Times darüber: ‘Die fast vollständige Ausrottung von Detroits wichtigstem Industriezweig … wurde hier mit Resignation hingenommen, die in manchen Kreisen mit Groll unterwandert ist.’ R.J. Thomas, der Präsident der Vereinigten Automobil-Arbeiter-Gewerkschaft sagte dazu: ‘Die einzige wichtige Aufgabe der Nation ist die rasche Umstellung der Automobilindustrie auf die Rüstungsproduktion.’ In einer vorbereiteten Stellungnahme sagte Alvan Macauley, Vorsitzender der Packard Motor Car Company und Präsident der Automobilhersteller-Vereinigung: ‘Die Automobilindustrie befindet sich nun vollständig in diesem Krieg . . . Die Aufgabe besteht jetzt darin, die Kapazitäten für die vergrößerte Rüstungsproduktion freizugeben, welche die Regierung auf ihrem Weg zum Sieg benötigt. Die ersten Unternehmen, welche nun an ihren ersten Rüstungsaufträgen arbeiten – und manche davon mit Hochdruck -, sind bereit, alle ihre Erfahrungen, welche sie in der schwierigen Zeit der Vorbereitungen für die benötigten Maschinen und Organisation gesammelt haben, zur Verfügung zu stellen.’ Aber Alavn Macauley war unaufrichtig. Denn tatsächlich war 1941 für die Automobilhersteller ein Jahr mit vollen Auftragsbüchern und starker Nachfrage gewesen und so zögerten die Führungskräfte, ihre Fabrikationsanlagen oder zusätzliche Fabriken für die Rüstungsindustrie bereitzustellen. Wenn auch der Präsident der Automobil-Arbeiter-Gewerkschaft, R.J. Thomas, die Entscheidung von Bundes-Preis-Administrator Leon Henderson aus patriotischen Gründen akzeptierte, so kritisierte er doch ihre Verzögerung, welche durch die Hinhaltetaktik der Manager der Automobilindustrie verursacht war. Er sagte dazu, dass ‘wir diese Entscheidung ein Jahr früher erwartet hätten. So sind wir nicht weit gekommen und jetzt, wo die Industrie weiß, dass sie keine Autos mehr bauen darf, gibt sie natürlich ihre Produktionsanlagen frei, damit diese für die Herstellung von modernem Kriegsgerät verwendet werden können’. Was Thomas erzürnte, war der Umstand, dass anstatt eines über einen längeren Zeitraum, systematischen durchgeführten Umbau der Produktionsanlagen, welcher nur zu minimalen Einbußen geführt hätte, nun alles auf einmal und sofort passieren musste. Dadurch mussten alleine in Detroit 250.000 Arbeiter entlassen werden, während die Produktionseinrichtungen umgebaut wurden. In einem Artikel der New York Times heißt es: ‘Es wird Monate dauern, bis die gesamten Arbeitslosen bei der Produktion von Kriegsmaterial aufgenommen werden können.’ Dazu kam noch die Frage auf, wie Arbeiter zu bestehenden und neuen Produktionsstätten kommen würden. Fords Bomber-Produktionsstätte in Willow Run, Chryslers Panzerwerk und Hudsons Bomberfabrik befanden sich in Vorstädten von Detroit, welche nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden konnten. Ein gutes Beispiel für das Problem war Willow Run, 32 Kilometer von Detroit entfernt in Ypsilanti, Michigan. Es hatte 60.000 Angestellte, die private Transportmittel benötigten, um zur Arbeit zu kommen. Mit der Rationierung der Reifen, der bevorstehenden Rationierung des Treibstoffs und das Eingeständnis der Verwaltung, dass sie unzureichend ausgestattet ist, um neue öffentliche Verkehrsverbindungen einzurichten, mussten eine Art von Unterkünften vor Ort eingerichtet werden – und zwar schnell. Natürlich waren die Auswirkung von Hendersons Entscheidung über die Arbeiter bei der Autoindustrie selbst hinausgegangen. Einige Autohäuser schlossen einfach den Laden. Andere erweiterten ihren Reparaturbetrieb. Als qualifizierte Mechaniker dann knapp wurden, trugen sie selbst Overalls. Gebrauchtwagenhandel entpuppte sich als lukratives Geschäft, besonders mit dem blühenden Schwarzmarkt, der sich bald entwickelte. Rationierung stand auf der Tagesordnung und Männer und Frauen wurden in das Gewirr der Buchstaben-Kürzel der Coupons und der Lebensmittelkarten geschickt. Das organisierte Verbrechen, dass wieder goldene Zeiten erlebte wie nicht mehr seit dem Ende der Prohibition, warf Fälschungen von Bezugs-Coupons auf den Markt, insbesondere mit dem Buchstaben ‘C’ für die großzügigsten Rationen. Henderson erwies sich als umstrittener Verwalter und machte sich viele Feinde. So viele in der Tat, als das Democratic National Komitee eine Liste von fünf Gründen zusammenstellte, die zum Verlust der Demokraten bei der Wahl im Jahr 1942 beitrugen und Hendersons Name befand sich darauf. Im Jahr 1943 wurde Henderson ersetzt. 1941 zählte die zivile Automobil-Produktion noch rund 3,6 Millionen Fahrzeuge. 1942 sank diese Zahl auf weniger als 1,15 Millionen. Die zivilen Produktionszahlen der Nachkriegszeit erreichten bis 1949 nicht das Niveau von 1941. Amerikas Flugzeug-Industrie Amerikas Industrie führte im Zweiten Weltkrieg die größten militärische Rüstungsanstrengungen der Militärgeschichte durch. Amerikanische Flugzeugfirmen gingen zuvor davon aus, nur eine Handvoll von Militärflugzeugen gleichzeitig zu bauen, aber nun mussten sich Tausende davon auf den Montagebändern befinden. Die amerikanische Flugzeug-Industrie, vor dem Krieg auf dem hinteren 41. Platz unter den amerikanischen Industrien, gelangte auf die führende Position innerhalb von weniger als fünf Jahren. 1939 betrug die gesamte Flugzeugproduktion für das US-Militär noch weniger als 3.000 Flugzeuge. Bis zum Ende des Krieges wurden in den USA 300.000 Flugzeuge hergestellt. Kein Krieg war stärker von der Rüstungs-Industrie abhängig, als der Zweite Weltkrieg. Es war ein Krieg, der sowohl von Fertigungsmaschinen als auch von Maschinengewehren entschieden wurde. Im mehr …

  • Lee-Enfield Rifle No.4 Mark 1

    Das Standard-Gewehr der englischen Infanterie im Zweiten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.   Lee-Enfield Gewehre Rifle No.1 Mk III Im späten 19. Jahrhundert übernahm die Britische Armee das Magazin- und Riegelverschluss-System für ihre Gewehre, welches vom amerikanischen Ingenieur James Lee entwickelt wurde. Nach einem langen Prozess mit eigenen, englischen Verbesserungen und Versuchen führte dies zu der Serie von Infanterie-Gewehren, welche als Lee-Enfield bekannt wurden. Der Teil von Enfield im Waffenname kommt von der in der britischen Grafschaft Middlesex gelegenen staatlichen Waffenfabrik Royal Small Arms Factory in Enfield Lock. Diese Waffenserie führte im Jahr 1907 zu einem neuen Entwurf, der Short Magazine Lee-Enfield (SMLE), einem Gewehr dessen Länge zwischen den bisherigen, normalen Infanterie-Gewehren und dem Karabiner der Kavallerie lag. Die SMLE war somit eine weitere Schusswaffe der neuen Generation, welche für alle Waffengattung von der Infanterie bis zur Kavallerie vorgesehen war. Die ersten SMLE-Gewehre hatten einen schweren Stand im Truppengebrauch, aber ständige Verbesserungen und einige Modifikationen lösten die Probleme. So wurde die SMLE im Jahr 1914 als Standardwaffe vom BEF nach Frankreich mitgenommen und wurde zu diesem Zeitpunkt als Rifle No. 1 Mk III bezeichnet. Dieses Gewehr entwickelte sich dabei zu einem weiteren Kandidaten für das ‘beste Infanterie-Gewehr aller Zeiten’. Es war eine vollbestückte Waffe mit einer stummelförmige Anpassung an der Mündung um das lange Messerbajonett zu befestigen. Der Verschluss bestand aus einem Drehriegel-Verschluss und benutzte Ohrverriegelungs-Laschen im Gegensatz zu den vorderen Verriegelungslaschen des Mauser-Systems. Theoretisch bedeutete dies, dass das Lee-System weniger sicher war als das Mauser-System, aber im Einsatz verursachte es keinerlei Probleme, und die reibungslose Funktion des Lee-Enfield-Mechanismus machte das britische Gewehr einfach und extrem schnell beim Abfeuern von Schüssen. Das abnehmbare Kastenmagazin vor der Abzugsgruppe fasste zehn Schuss, was der doppelten Kapazität vieler seiner Zeitgenossen entsprach. Es gab auch eine Ausschaltvorrichtung, welche alle Patronen im Magazin hielt, während der Schütze einzelne Patronen per Hand in die Kammer einführen konnte. Diese Einrichtung war dafür gedacht, das volle Magazin nur zu verwenden, wenn es unbedingt nötig war. Die wichtigsten Visiere waren vom Rampentyp und auf weit über 1.000 Yards (914 m) kalibriert. Dazu befand sich auf der linken Seite des Gewehrschaftes ein eigentümliches Fernvisier, das dazu diente, wirklich weitreichendes Flächenfeuer zur Abdeckung eines Schussfeldes zu ermöglichen. Es wurde nur unter sorgfältiger Kontrolle eingesetzt, wenn Salvenfeuer verwendet werden sollte. Das Lee-Enfield-Gewehr No. I Mk III war zwar ein exzellentes Gewehr für den Truppengebrauch, aber seine Herstellung war teuer und zeitaufwendig, denn schließlich musste alles maschinell oder von Hand gefertigt werden. Als die Kämpfe zum Stellungskrieg in den Schützengräben übergegangen waren, wurde eine immer größere Anzahl von Gewehren benötigt. So wurden einige Abstriche an der Serienausführung des Gewehres bei der Produktion vorgenommen, darunter die Entfernung des Magazinausschnitts und das Fernvisier. Das Ergebnis war die Rifle No. 1 Mk III* und diese Waffe wurde damit praktisch zum Standardgewehr der britischen Armee im Ersten Weltkrieg. Es wurde in Zehntausenden von Exemplaren nicht nur im Vereinigten Königreich, sondern auch in Indien und Australien (wo es bis 1955 produziert wurde) hergestellt. Es handelte sich um ein robustes und solides Gewehr, das den Beanspruchungen der Kämpfe in den Schützengräben gut widerstehen konnte. Um seinen Nutzen zu erhöhen, wurden alle möglichen Vorrichtungen erfunden, von Periskop-Visieren bis hin zu Granatwerfern. In den Händen eines voll ausgebildeten Soldaten war es in der Lage, hohe Schussraten zu erzielen. Dabei wurde eine Feuerrate von 15 Schuss pro Minute als Norm angenommen und ausgebildete Soldaten konnten weitaus mehr Schüsse abgeben. Bei Mons im Jahr 1914 dachten die beteiligten deutschen Truppen zeitweise, sie hätten es mit Maschinengewehren statt mit Gewehren beim Gegner zu tun. Dies war aber nicht der Fall, denn es war einfach nur das massenhafte Schnellfeuer, das die hervorragend ausgebildeten Soldaten des BEF mit ihrer No. 1 Mk III Lee-Enfield-Gewehren voll ausnutzen wussten. Lee-Enfield Rifle No.4 Mark 1 Typ: Infanterie-Gewehr. Geschichte Das bekannte Lee-Enfield Gewehr begann seinen Dienst bei der englischen Armee im Jahr 1895 und es erschienen rund 27 verschiedene Modelle, bevor er durch eine automatische Waffe 1957 ersetzt wurde. Das bekannteste Modell war wohl Mark 3, genannt “Short” (englisch: kurz) Lee Enfield, weil es eine neue Idee für eine Militär-Waffe war. Vor seiner Einführung (1903) war es üblich, zwei Gewehre in einer Armee zu haben: eine lange Waffe für die Infanterie und einen kurzen Karabiner für die Kavallerie und andere berittene Truppen, wie Pioniere und Artilleristen. Die ‘kurze’ Lee Enfield war kürzer als ein normales “lange” Infanterie-Gewehr, aber länger als ein Karabiner, und somit war es möglich, eine einheitliche Waffe für die gesamte Armee zu haben. Als Mark 3 bezeichnet, gab es aber auch einige Nachteile an dem Gewehr. Der wichtigste war, dass die Herstellung viel Zeit kostete und anspruchsvoll war. Eine andere wichtige Beschwerde ihrer Benutzer war, dass das Gewehr aufgrund seines Abzuges nicht schnell im Kampf gehandhabt werden konnte. Deshalb begannen direkt nach dem Waffenstillstand des 1. Weltkrieges (1918) Versuche, die Vorzüge des Lee-Enfield Gewehres, wie Robustheit, Feuergeschwindigkeit und Zuverlässigkeit beizubehalten, aber die Nachteile zu beseitigen. Nach zwei nicht übernommenen Entwürfen wurde die Lee-Enfield No.4 Mark 1 das englische Standard-Gewehr des 2. Weltkrieges. Das Gewehr war ähnlich dem älteren, es gab aber viele kleine Veränderungen, welche die Produktion vereinfachten. Es wurde erstmals 1939 verwendet, aber nicht vor dem 13. Februar 1941 offiziell das Standard-Infanteriegewehr. Weit über eine Million Lee-Enfield No.4 Mark 1 wurden während des Zweiten Weltkrieges hergestellt, und zwar in England, Kanada und den USA. Das Lee-Enfield Gewehr war zwar etwas ungenau bei Schussentfernungen von 1000 m, was aber in der Praxis auf dem Schlachtfeld überhaupt keine Bedeutung hatte. Wesentlich wichtiger war die Eigenschaft, dass hinsichtlich der leichten Funktion seines Schlosses, bis zu 10 Schüsse in 10 Sekunden abgefeuert werden konnten. Das zeigte sich vor allem im 2. Weltkrieg bei den Kämpfen um jedes einzelne Haus in Ortschaften. Dabei wurde das Gewehr mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand in Hüfthöhe gehalten, die um den Kammerstängel fassten, während der Mittelfinger am Abzug lag und ihn durchdrückte, um den Schuss zu feuern. Ein kurzer Ruck aus dem Handgelenk, schon war das Gewehr wieder gespannt, mehr …

3 Kommentare zu „Sturmgewehr 44“

  1. Jens Schnell

    und stützte diese Entscheidung auf seine angeblichen Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg…

    Was soll denn der Quatsch? Seine “angeblichen” Erfahrungen? Will man vielleicht abstreiten, daß der am kompletten ersten Weltkrieg an der Front war und dort auch ausgezeichnet wurde? Das diese Erfahrungen im zweiten zum großen Teil obsolet waren, steht dabei auf einem anderen Blatt.
    Allgemein gilt aber das Munitionsproblem als Hauptargument gegen eine Einführung des StgW. Was auch nicht ganz von der Hand zu weisen war, gab es doch bis zuletzt immer Nachschubprobleme bei der Munition für das StgW. Das die Vorräte an 8x57IS nutzlos geworden wäre, ist natürlich Blödsinn, denn das MG42 hat diese Munition ja ebenfalls verschossen und das wollte auch niemand ändern.
    Der beste Kompromiss wäre wohl eine flächendeckende Einführung des K43 gewesen, keine Munitionsänderung und trotzdem eine deutlich erhöhte Feuerkraft im Gegensatz zum k98. Robust, zuverlässig und ausreichend präzise war es ebenfalls.

  2. Grüße aus deutschen Landen.

    Eine Verbesserung muss an dem gefassten Wortlaut vorgenommen werden.
    Die Wehrmacht hat 1930 recht wenig getan, sie wurde erst am 16. März des Jahres 1935 gegründet.
    Das lässt diese Seite doch ein wenig unseriöser als üblich erscheinen.

    Guten Wind,

    ein freundlicher Bürger.

    1. Natürlich handelt es sich vor 1935 noch um die Reichswehr, was formal gesehen aber nur ein Namenswechsel war. Und es wird im Text von den 1930er Jahren geschrieben, was die Jahre 1930-1939 einschließt, wo es sehr wohl beide Namensformen gab.
      Trotzdem vielen Dank für die Ergänzung, daß es während der 1930er Jahre beide formale Namensgebungen existierten.

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