Kriegstagebuch 12. November 1918


Waffenstillstands-Feiern in Paris
Waffenstillstands-Feiern in Paris.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 12. November 1918:

Heimatfronten


Frankreich: Paris feiert mit noch mehr Begeisterung (bis zum 13. November).
Deutschland: Die Versammlung des Rates der Volkskommissare heben das Hilfsdienstgesetz und die Zensur auf, erklärt eine Amnestie, den 8-Stunden-Arbeitstag (ab 1. Januar 1919) und das allgemeine Wahlrecht.
Großbritannien: Lloyd George spricht zu ausgewählten Liberalen ‘Ich habe keine Angst vor einer Revolution, ich habe keine Ansgt vor dem Bolschewismus, vor was ich Angst habe sind Reaktionäre’. Northcliffe tritt als Direktor der Propaganda-Abteilungen für Feindstaaten zurück. Wiederaufbauminister Dr. Addison sagt, dass es ein Jahr Arbeitslosengeld für demobilisierte Soldaten gibt (diejenigen, welche schon Arbeitsplätze in Aussicht haben, werden zuerst demobilisiert) und 6 Monate Arbeitslosengeld für Zivilisten. Das House of Commons stimmt einem 700 Millionen-Pfund-Kredit zu (insgesamt 2,5 Milliarden Britische Pfund im Jahr 1918), insgesamt 8.743 Millionen Britische Pfund seit Kriegsbeginn.

Westfront

Frankreich: Fochs Botschaft an die alliierten Armeen ‘Ihr habt die größte Schlacht der Geschichte gewonnen und die heiligste Sache gerettet: Freiheit der Welt.’ Generalleutnant Sir R. Haking ist britischer Delegationsleiter in der Ständigen Internationalen Waffenstillstands-Kommission.

Ostfront

Polen: Pogrome gemeldet.

Naher Osten

Osmanisches Reich: Die alliierte Flotte (60 Schiffe) passiert die Dardanellen.
Kaspisches Meer: Bicherakows 8.500 Truppen mit 3.000 Flüchtlingen und 3 Kanonenbooten erreichen Enzeli.
Südpersien: Bushire-Verstärkungen aus Indien kommen bis zum 23. November an und besetzen den Mallu-Pass am 18. November.

Afrika

Rhodesien – LETZTES GEFECHT DES KRIEGES AUF AFRIKANISCHEM BODEN: Hawkins Truppe aus ‘King’s African Rifles’ erzwingt den Übergang über den Fluß Milina gegen die Nachhut von Hauptmann Kohl, als die deutsche Hauptmacht Kasama erreicht.

Seekrieg

Dardanellen: Das Schlachtschiff HMS Superb führt die alliierte Flotte mit 7 Schlachtschiffen, 7 Kreuzern und 18 Zerstörern nach Konstantinopel an (erreicht am 13. November), nachdem 600 Minen in den Dardanellen geräumt wurden.

Politik

Österreich-Ungarn: Ausrufung der Deutsch-Österreichischen Republik in Wien.
Großbritannien: König George V. zeichnet Emir Faisal aus.

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Im Blickpunkt:
  • 3D-Modell der 3,7-cm PAK 36.

    3,7-cm Pak 36, deutsche Standard-Panzerabwehrkanone zu Beginn des 2. Weltkrieges. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. 3,7-cm PAK 36 Typ: leichte Panzerabwehrkanone. Entwicklung Die 3,7-cm PAK 36 war die deutsche Standard-Panzerabwehrkanone bei Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die 3,7-cm PAK 36 war mehr oder weniger vergleichbar mit ihren Zeitgenossen und in der Lage mit den meisten Panzern dieser Tage fertig zu werden. Die Ursprünge von dem, was zur Pak 36 (Pak = Panzerabwehrkanone) wurde, können bis in das Jahr 1925 zurückverfolgt werden, als die Firma Rheinmetall ernsthaft mit der Entwicklung einer Panzerabwehrkanone für die Reichswehr begann. Eigentlich verbot der Versailler Vertrag Deutschland eine solche Waffe über dem Kaliber von 1,7 cm. Aber nach dem das besetzte Rheinland im Jahr 1925 geräumt wurde und die alliierte Kontrollkommission ihre Arbeit nicht mehr so ernst nahm, stand dem Projekt nicht mehr viel im Weg. Die Produktion der neuen Panzerabwehrkanone begann daher schon 1928 und da zu diesem Zeitpunkt das deutsche Heer noch nahezu vollständig vom Pferd als Zugmittel abhängig war, hatten diese Panzerabwehrkanonen Speichen-Räder. Zu seiner Zeit war es ein moderner Entwurf, welcher einen gut geformten Schutzschild für die Mannschaft hatte sowie ein röhrenförmiges, spreizbares Fahrgestell und einen langen und schlanken Geschützlauf. Zu Beginn war die Herstellung ziemlich begrenzt und nur 200 Stück wurden unter dem Namen TAK (Tank-Abwehrkanone) gebaut, aber nachdem Hitler 1933 an die Macht gekommen war, kräftig erweitert. 1934 wurden auch die ersten Panzerabwehr-Einheiten des deutschen Heeres gebildet. Zur Waffenfarbe dieser neuen Einheiten wurde Pink, genauso wie bei der ebenfalls neuen Panzertruppe. Um die Angehörigen von dieser zu unterscheiden, trugen diejenigen der Panzerabwehr-Einheiten auf den Schulterstücken ein großes ‘P’. Bei den später aufgestellten 14. Kompanien (Panzerabwehr) der Infanterie-Regimenter blieb die weiße Waffenfarbe der Infanterie bestehen. Im Jahr 1934 wurde eine Version mit Stahlrädern und pneumatische Reifen zum Transport angehängt an Kraftfahrzeugen von der Firma Rheinmetall in Düsseldorf entwickelt und die ersten Exemplare wurden nun als 3,7-cm Pak 35 bezeichnet. Dieses Modell konnte einfach und ohne große Probleme von der vierköpfigen Bedienungsmannschaft sogar über Gräben und Hügel gezogen werden und war daher sehr mobil. Allerdings konnte die Kanone noch weiter optimiert werden und dies geschah mithilfe von Waffenoffizieren des Heeres. Dieses Modell wurde zur eigentlichen 3,7-cm Pak 36. Die geringe Höhe und kurze Länge der Panzerabwehrkanone ermöglichte es auch, diese fast unsichtbar in kleinsten Stellungen einzugraben. Dazu konnte die obere Hälfte des Schutzschildes heruntergeklappt werden und die Kanone war praktisch nicht mehr vor dem ersten Schuss auszumachen. Die Mannschaft der Pak 36, welche einer Gruppe in einer Infanterie-Kompanie entsprach, bestand aus einem Unteroffizier als Gruppenführer, einem Kanonier (1), Ladekanonier (Kanonier Nr. 2) sowie den Kanonieren Nr. 3 und 4, welche für das Heranbringen der Munition verantwortlich waren. Dazu kamen zwei Fahrer, von welchen einer das Zugfahrzeug fuhr, während der andere für den angehängten Munitionswagen zuständig war. Die neue Kanone konnte drei verschiedene Granaten verschießen: panzerbrechende Munition, Explosivgeschosse gegen Infanterie und 1940 wurden noch Hartkerngeschosse gegen Panzer eingeführt. Im selben Jahr sah die Pak 36 auch erstmals bei Kampfhandlungen im Spanischen Bürgerkrieg, wo sich die kleine Kanone als großartig geeignet gegen die dortigen, nur relativ leicht gepanzerten Fahrzeuge herausstellte. Der Entwurf auf einem zweirädrigen und spreizbaren Fahrgestell war sehr effizient und höchst mobil und so wurde das Konzept weitverbreitet kopiert, insbesondere in den USA und Japan. Die Durchschlagskraft der Granaten hätte besser sein können, aber sie war ausreichend zu ihrer Zeit und dies wurde durch die große Mobilität mehr als ausgeglichen. Allerdings war schon in den letzten Monaten in Spanien auch festzustellen, dass die 37-mm-Pak nicht mehr die zu diesem Zeitpunkt auftretenden schweren Panzer bekämpfen konnte. Die Panzerabwehrkanone wurde bis 1939 in großen Zahlen exportiert und die Japaner kopierten sie als ihren Typ 97. Die japanische Firma Kyuyon Shiki Sanjuananana Miro Ho erwarb die deutsche Lizenz und baute sie für das japanische Heer nach. Bei den Italiener wurde sie als Cannone contracarro da 37/45 verwendet und auch an Holland, Estland, Finnland, Griechenland, Spanien, Tschechoslowakei und Türkei verkauft. Die Rote Armee verwendete die Pak 36 ebenfalls, da es zwischen der Firma Rheinmetall-Borsig AG und den Russen ein Lizenzabkommen gab auf der Grundlage der Zusammenarbeit zwischen Reichswehr und der Sowjetunion aus den Zwanziger Jahren. Während des Russland-Feldzuges wurden erbeutete russische Modelle sofort von der Wehrmacht weiter verwendet, da diese auch die deutschen 37-mm-Granaten verschießen konnten. Das russische Modell kann man an den Speichen-Rädern erkennen, welche besser für den Schlamm geeignet waren. Auch hielt der Entwurf als Vorlage für die amerikanische 37-mm M3 Gun her. Organisation Im letzten Friedensjahr verfügte die Wehrmacht über 51 Panzerabwehr-Einheiten, ohne die Ausbildungseinheiten in Wünsdorf und Berlin. Diese Panzerabwehr-Einheiten waren auf die verschiedenen Divisionen verteilt. Die Anzahl der Pak-Geschütze bei den Divisionen belief sich auf 75 bei Infanterie-Divisionen, 48 bei Panzer- und Gebirgs-Divisionen, 72 bei motorisierten Infanterie-Divisionen, 54 bei den Leichten Divisionen und 21 bei der Kavallerie-Brigade. Die Panzerabwehr-Einheit bestand in der Regel aus einem Stab, drei Kompanien und einer Ersatz-Kompanie mit 22 Offizieren, drei Beamten, 132 Unteroffizieren und 551 Mannschaften. Sie verfügten über 45 Personen-Kraftfahrzeuge, 91 Lastkraftwagen und 78 Motorräder, wovon 46 einen Seitenwagen hatten. Als der Zweite Weltkrieg am 1. September 1939 ausbrach und neue Divisionen aufgestellt wurden, bestanden diese Panzerabwehr-Einheiten aus 23.029 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften und in dem Ersatzheer gab es weitere 16.353 Mann. Im Winter 1939/1940 steig das Personal auf 2.250 Offiziere, 363 Beamte, 13.713 Unteroffiziere und 56.783 Mannschaften im Feldheer und auf 333 Offiziere, 66 Beamte, 2.284 Unteroffiziere und 13.670 Mannschaften im Ersatzheer an. Der Bestand an 37-mm-Pak stieg von 11.200 Stück am 1. September 1939 auf 12.830 am 1. April 1940 an. Am 1. Juni 1941, kurz vor dem Angriff auf Russland, gab es 14.459 Pak 36 bei der Truppe. Die Verluste waren ebenso hoch. Nur im Westfeldzug vom 10. Mai bis 20. Juni 1940 gingen 636 Stück verloren. Während der Winterschlacht im Osten vom 1. Dezember 1941 bis zum 28. Februar 1942 mussten 1.502 Pak 36 abgeschrieben werden. Am 16. März 1940 befahl das Oberkommando der Wehrmacht, die Panzerabwehr-Einheiten ab sofort als Panzerjäger-Einheiten zu bezeichnen und die bisherigen Panzerabwehrkanonen wurden zur mehr …

  • Selbstladekarabiner M1, häufigste amerikanische Waffe im Zweiten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. US Carbine Caliber .30 M1, M1A1, M2, M3 Typ: Automatischer Selbstladekarabiner. Geschichte Der US Carbine M1 hat seine Ursprünge im Jahr 1938 aufgrund einer Anforderung der amerikanischen Infanterie nach einem leichten Gewehr, vergleichbar mit dem Karabiner der Kavallerie vergangener Tage. Diese Waffe sollte das Standardgewehr und die Pistole, mit denen Fahrer, Maschinengewehrschützen, Granatwerfer-Mannschaften, Offiziere, Artilleristen, Fernmeldesoldaten, Spezialisten, Fahrzeugbesatzungen, Köche, Feldpriester und andere Angehörige der Streitkräfte, deren hauptsächlicher Einsatz nicht als Gewehrschützen erfolgte, ersetzen. Denn das Standardgewehr Garand M1 war zu schwer und zu groß und die Colt M1911 Pistole hatte keine ausreichende Reichweite und Wirksamkeit. Diese Forderung wurde jedoch zurückgewiesen, zweifellos wegen finanzieller Gründe. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde der Antrag aber 1940 wieder eingereicht und wurde diesmal wohlwollender aufgenommen, da die US Army nun ausgebaut wurde und die Produktion des Standardgewehres M1 Garand schon bis zum äußersten angespannt war.   Bis Oktober 1940 waren die Entwurfsspezifikationen vorbereitet und bei zahlreichen Waffenbauern herumgereicht worden. Zusätzlich erhielt die Firma Winchester einen Auftrag, eine spezielle Patrone als Munition zu entwerfen, welche eine 7,128 Gramm schwere Kugel mit einer Geschwindigkeit von 567 Metern pro Sekunde verschießen sollte. Diese wurde offiziell das ‘.30 Short Rifle Cartridge’ genannt und basierte größtenteils auf einer älteren, kommerziellen Patrone, der ‘Winchester .32 Automatic Sporting Rifle Cartridge’. Es war eine pistolenähnlichen Patrone im Kaliber .30, jedoch mit erhöhter Leistung, die ein Feuern auf bis zu 300 Metern ermöglichte. Elf Firmen reichten Waffen für Testversuche ein. Einige wurden sofort abgelehnt. Andere, welche vielversprechend aussahen, für weitere Entwicklungsarbeiten zurückgeschickt und schließlich sieben Stück zu den Tests zugelassen. Von diesen wurde der Entwurf der Firma Winchester angenommen, welcher eine Modifikation des Bolzens des Garand-Gewehres mit einem Gaskolben mit einem kurzen Anschlag verwendete, welcher ursprünglich für ein potenzielles Militärgewehr entwickelt wurde. Der in seiner Grundfunktion vom Garand-Gewehr abgeleitete Entwurf wurde dabei von David M. Williams vervollkommnet. Die Gasdruck-Funktion verwendete einen eingeschlossenen Kolben, welcher eine Distanz von etwa 85 mm zurücklegte. Dieser schlägt auf ein Gleitstück, welches genug Energie liefert, um den Bolzen gegen die Kraft der Rückstellfeder durchzudrücken. Die Rückwärtsbewegung des Bolzens spannt auch den Hahn, bevor die Feder ihn zurückzieht, wobei eine neue Patrone geladen wird und der Bolzen festgehalten wird. Der Selbstladekarabiner M1 wurde im Oktober 1941 eingeführt und im Frühjahr 1942 begann seine Produktion in Großserie in neun Fabriken. Dort wurden bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges fast 6 Millionen Karabiner gebaut, womit er häufiger als das Standardgewehr M1 Garand in den amerikanischen Streitkräften vorkam. Während des Krieges wurde der Entwurf weiter vervollkommnet und erhielt unter anderem ein einfacheres Visier und einen Bajonetthalter. Um Zeit zu sparen, wurde der US Carbine cal .30 M1 nur als Einzelschusswaffe in Dienst gestellt. Allerdings erfolgte auch bald die Produktion des sonst unveränderten US Carbine cal .30 M1A1 mit einklappbarer Schulterstütze und Pistolengriff für die Luftlandetruppe. Nachdem genügend der Waffen für die Truppe verfügbar waren, wurde auch das automatische Feuer übernommen und dieser Karabiner wurde als US Carbine cal .30 M2 bezeichnet. Er hatte eine zyklische Feuerrate von 750 bis 775 Schuss in der Minute und verwendete ein gekrümmtes 30-Schuss-Kastenmagazin. Der US Carbine cal .30 M3 hatte ein spezielles Infrarot-Zielsichtgerät für Nachteinsätze. Die beiden letzten Versionen wurden erst nach Kriegsende bei der Truppe eingeführt und damit erreichte die Gesamtproduktion 6.332.000 Stück. Während des Zweiten Weltkrieges erhielt eine standardmäßige Infanterie-Kompanie der US Army insgesamt 28 Carbine M1. Das Hauptquartier der Kompanie wurde mit 9 Karabinern, der schwere Waffen-Zug mit 16 Karabinern und die drei Schützen mit je 1 Karabiner ausgestattet, obwohl diese Zahlen an der Front dann stark variierten, da sich die einzelnen Einheiten und Soldaten oft nach eigenem Ermessen bewaffneten. Die Meinungen über den Karabiner M1 im Einsatz gingen auseinander. Es war zweifellos eine sehr gut zu handhabende Waffe, leicht und einfach zu benutzen und überall gut unterzubringen, z.B. in Fahrzeugen oder auch Flugzeugen. Jedoch waren die Kugeln eher die einer Pistole als die von einem Gewehr, sodass als Folge davon die Genauigkeit bei Entfernungen über kurze Distanzen nicht zufriedenstellend war. Die Waffe war nur effektiv bis etwa 100 Metern. Es fehlte auch etwas die Wirksamkeit der Geschosse nach einem Treffer. Trotzdem war auch die deutsche Wehrmacht von der Waffe ausreichend überzeugt, dass sie die zahlreichen, erbeuteten Exemplare unter der Bezeichnung ‘Selbstladekarabiner 455a’ in der letzten Phase des Krieges in Europa verwendet. Auch die US Marines im Pazifik übernahmen mehr und mehr den Karabiner M1 auch bei den Kampftruppen, da er mit seinem Gewicht und Abmessungen eine geringere Belastung im Dschungelkrieg darstellte als das Standardgewehr und hier die relativ kurze Reichweite kein allzu großer Nachteil war. Allerdings stellten Marinesoldaten und Soldaten der US-Armee fest, welche in häufige, tägliche Feuergefechte verwickelt waren, dass die Waffe nicht genügend Durchschlags- und Wirkungskraft hatte. Während die Kugeln des Garand-Gewehres leicht die Vorder- und Rückseite von japanischen Stahlhelmen und die auch in der letzten Kriegsphase von den Japanern verwendete Körperpanzerung durchdringen konnten, war dies beim M1 Carbine oft nicht der Fall – sogar manchmal auch nach mehreren Treffern nicht. Trotz der Massenproduktion während des Krieges wurde das M1 danach kaum noch verwendet. Zwar verwendeten viele Polizei-Einheiten es später, aber hauptsächlich wegen des schwachen Geschosses, welches im Polizeieinsatz in den meisten Situationen sicherer war, als schlagkräftigere Patronen. Dafür typisch war die Royal Ulster Constabulary in Nord-Irland, welche den Karabiner M1 gegen die IRA einsetzte. Ein weiteres Problem ist die Verbreitung der .30-Patrone. Während des Krieges wurde die Patronen in millionenfacher Anzahl hergestellt, aber da es danach kaum noch für ein bedeutendes Waffensystem verwendet wurde, gibt es auch kaum Nachschub davon. Varianten M1A1: Wie das M1, aber mit einem Pistolengriff und einer einklappbaren Skelett-Rahmen-Schulterstütze. Diese Ausführung war für die Fallschirmtruppe vorgesehen und wurde von Mai 1942 bis Kriegsende in einer Anzahl von ca. 140.000 Stück gebaut. M2: Version mit vollautomatischen Feuer. Es entsprach dem M1 mit der Ausnahme eines zusätzlichen Auswahlschalters an der linken Seite für den Feuermodus. Standardisiert im September 1944 und ein spezielles 30-Schuss-Magazin wurde dafür entwickelt. Die zyklische Feuerrate war etwa mehr …

  • Die bulgarische Armee von 1915 bis 1918 im Ersten Weltkrieg. Uniformen, Stärke, Divisionen, Organisation und Verluste. Bulgarien errang die Unabhängigkeit von der osmanischen Herrschaft am 13. Juli 1878. Im Juli 1914 bestand das Königreich Bulgarien, unter Zar Ferdinand I., aus etwa 5,5 Millionen Bulgaren mit einer türkischen Minderheit auf einer Fläche von ca. 131.400 km², welche die heutigen Gebiete sowie Ost-Thrakien (heute zu Griechenland) umfasste. Bulgarische Armee im 1. Weltkrieg Es gab bulgarische Gebietsansprüche auf das östliche und südliche Serbien, auf die rumänische Dobrudscha und das griechische West-Thrakien, welche Zar Ferdinand verleiteten, sich den Mittelmächten gegen den Willen der Mehrheit seiner traditionell pro-russischen Untertanen anzuschließen. Zar Ferdinand war der nominelle Oberbefehlshaber der bulgarischen Armee, mit dem pro-deutschen Generalmajor Nikola Zhekov als Befehlshaber im Feld. Seit dem 14. Januar 1904 bestand die Armee aus etwa 390.000 Mann, welche in die 85.000 Mann starke aktive Armee der ‘Ersten Linie’ aus den 21 bis 23-Jährigen, der 250.000 Mann starken Reserve-Armee der ‘Zweiten Linie’ aus den 24 bis 40-Jährigen sowie der 54.000 Mann starken ‘Dritten’ und ‘Vierten Linie’ der National-Miliz aus Männern im Alter von 41-44 bzw. 45-46 Jahren gegliedert war. Bulgarien war in drei Regional-Armeen unterteilt: 1. (Sofia) – Westbulgarien; 2. (Plovdiv) – Südbulgarien; 3. (Ruse) – Nord-Bulgarien; 4. (Üsküb) – später im bulgarisch besetzten serbischen Mazedonien. Fünfzehn Divisionen wurden aufgestellt: zwei Kavallerie und 13 Infanterie (Nr. 1-13), wobei die 13. im November 1916 zu einer Gebirgsdivision umgebaut wurde. Diese befanden sich bei vier Armeen im Einsatz: 1. Armee (Generalleutnant Kliment Boyadshiev, 1916 Generalleutnant Dimitri Geschow, 1918 Generalleutnant Stefan Nerezov) in Zentral-Makedonien unter der deutschen Heeresgruppe Mackensen. 2. Armee (Generalleutnant Georgi Todorow, 1917 Generalmajor Iwan Lukov) in Südost-Mazedonien. 3. Armee (1916 General Stefan Toshev, dann Generalleutnant Nerzezov, 1917 Generalmajor – später Generalleutnant – Sava Sabov, dann Generalleutnant – später General – Todorov) im Norden Bulgariens an der rumänischen Grenze, welche zusammen mit deutschen und türkischen Verbänden im September 1916 zur Donau-Armee in der rumänischen Dobrudscha wurde. 4. Armee (1918 Generalleutnant Savov, dann General Toshev) im griechischen West-Thrakien. Sechs Divisionen waren auch im Rahmen der deutschen 11. Armee im Südwesten Serbiens im Einsatz. Die 24.000 Mann starke Infanteriedivisionen – vergleichbar mit einem Korps in anderen Armeen – bestand aus je zwei Infanteriebrigaden mit je 4.583 Mann starken Infanterieregimenter, die jeweils zwei 1.057 Mann starke Bataillone (ein Bataillon mit vier 263 Mann starken Infanteriekompanien), eine 80 Mann starke Maschinengewehr-Kompanie und eine 180-köpfige Arbeiter-Kompanie, ein Kavallerie-Bataillon (zwei Schwadronen), ein 1.959 Mann starkes Feld-Artillerie-Regiment (drei Bataillone zu je drei Batterien und eine Haubitzen-Batterie), berittene und nicht-berittene Kompanien der Militärpolizei, ein Pionier-Bataillon (zwei Kompanien), eine medizinische Kompanie und eine Nachschubs-Kompanie. Eine Kavallerie-Division hatte zwei Kavallerie-Brigaden mit jeweils zwei, 657 Mann starken Kavallerie-Regimenter zu je vier Schwadronen (jeweils 141 Mann starke Schwadronen, einschließlich Arbeiter, einer Maschinengewehr- und drei Kavallerie-Zügen), ein berittenes Artillerie-Regiment (mit drei Bataillonen zu je drei Batterien), Nachrichten-, Medizin- und Nachschubs-Kompanien. Die ersten bis dritten Armeen hatten jeweils ein schweres Artillerie-, Festungs- und Gebirgs-Artillerie-Bataillon (je drei Batterien), welche direkt dem Hauptquartier unterstellt waren. Es gab 40 Infanterie-Regimenter der Ersten (1-40) und 35 der Zweiten Linie (41-75). Davon befanden sich 48 in den 12 Infanterie-Divisionen, 24 als Besatzungstruppen in Mazedonien, der Region Morava (Ost-Serbien) und Drama (griechisches West-Thrakien). 36 National-Miliz-Bataillone (jeweils vier Kompanien zu je 150-250 Mann stark) der ‘Vierten Linie’ waren ebenfalls mit Besatzungsaufgaben betraut, während 36 Miliz-Bataillone der ‘Vierten Linie’ (mit jeweils vier Kompanien zu 100-120 Mann stark) im Wachdienst in Bulgarien im Einsatz waren. Das Armee-Hauptquartier verfügte über ein königliches Leibgarde-Kavallerie-Regiment (drei Schwadronen), 21 Grenztruppen-Kompanien zu je 148 Mann (welche lokalen Infanterie-Regimenter zugeteilt wurden), ein 534-köpfiges Bahnbataillon (vier Kompanien), eine 537 Mann starkes Brückenbau-Bataillon (fünf Kompanien), eine 410 Mann starkes Nachrichten-Bataillon (drei Kompanien) und eine gemischtes Pionier- und Nachrichten-Bataillon. Das Armee-Flieger-Korps bestand aus zwei Staffeln (I., II.) und wurde im Juli 1916 zu einer Flieger-Gruppe zusammengelegt. Die kleine bulgarischen Marine mit ihrem Stützpunkt bei Warna unter Generalmajor Konstantin Kirkov, verfügte mit ihren etwa 500 Mann über das Torpedo-Kanonenboot Nadiedja, sechs Creusot-Torpedoboote und einige Boote im Schwarzen Meer und auf der Donau. Sie hatte keine Auswirkungen auf den Krieg. Bulgariens Ruf als ‘Preußen des Balkans’ hatte unter der Niederlage im zweiten Balkankrieg (1913) gelitten und es bedurfte schon direkten deutschen Kommandos über die Hälfte derer Streitkräfte, um den Kampfgeist in Mazedonien und der Dobrudscha in einem für die meisten ihrer Armeeangehörigen unpopulären Krieg aufrechtzuerhalten. Von Juni 1918 an wurden jedoch die meisten deutschen Truppen aus der Front in den Westen abgezogen, sodass die demoralisierten und kriegsmüden Bulgaren schließlich am 30. September 1918 einen Waffenstillstand abschlossen. Bulgarische Uniformen Ab dem Jahr 1908 begann die Einführung einer neuen, grau-grüne Uniform im russischen Stil bei der bulgarischen Armee. Nach dem Kriegseintritt Bulgariens in den Ersten Weltkrieg im September 1916 bestand jedoch ein Mangel an Uniformen, welche durch Vorräte aus deutschen Uniformbeständen ausgeglichen werden mussten. Dazu mussten auch noch veraltete, farbige Friedensuniformen verwendet werden und auch die Tabak-braunen Uniformen waren weit verbreitet. Die Schirmmütze russischer Art hatte entweder eine schwarze oder graugrüne Lederspitze und einen Kinnriemen. Auf der Vorderseite des Bandes wurde eine ovale Metallkokarde in den Nationalfarben – weiß, grün und rot – getragen. Die Tunika war einreihig mit Stehkragen und hatte eine verdeckte Knopfleiste. Sie hatte Brust- und manchmal auch Seitentaschen mit drei spitzen Klappen und runden Manschetten. Dazu wurde eine passende Hose getragen, deren Farben blau bei den berittenen und technischen Truppen war. Zu der Hose kamen entweder Stiefel, Stiefeletten und Gamaschen oder Wickelgamaschen. Die lange Hose konnte mit Lampassen (Zierstreifen) in Dunkelrot für Generale oder Scharlach für Generalstabsoffiziere getragen werden. Der ausgegebene Mantel bestand aus einer Art bräunlich-grauer Naturfarbe mit grobem Stoff und war zweireihig, aber mit einer einzigen Reihe von sechs Metallknöpfen in der Mitte auf der Vorderseite. Dazu hatte er seitliche Taschen mit einem Klapphalbgürtel und Umschlagmanschetten und wurde mit rechteckigen, farbigen Kragenspangen mit Knopf- und Schulterriemen getragen. Das Offiziersmuster war aus hellgrauem Stoff mit dunkelgrünem Kragen für die Infanterie, Artillerie und Pioniere und blau für die Kavallerie. Es hatte zwei Reihen zu je sechs Knöpfen, Stehkragen mit rechteckigen Kragenabzeichen und Knöpfen, Seitentaschen, mehr …

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