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Bugschütze eines deutschen Heinkel He 111 Bombers

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Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • SS-Untersturmführer der Totenkopf-Division

    Einsätze der SS-Totenkopf-Division (T) 1940-1942 (Teil II): im Westfeldzug von 1940 und beim Unternehmen Barbarossa in Russland ab 1941. hier zu Teil I: Aufstellung der SS-Totenkopf-Division 1939. Einsatz im Westfeldzug 1940 Die Division wurde im Raum Köln versammelt und zu Eickes Missfallen zuerst als Reserve des AOK 6 zurückgehalten. Erst eine Woche nach Beginn des Westfeldzugs wurde die Totenkopf-Division in den Einsatz geschickt. Sie marschierte durch Südholland und durch Belgien nach Frankreich über La Cateau nach Cambrai. Das erste Gefecht fand nordöstlich von Cambrai statt, wo die Division über 16.000 Kriegsgefangene einbrachte. Die zweifelhafte Reputation der Division wurde wieder einmal dadurch bestätigt, dass ihrer Soldaten marokkanische Kriegsgefangene der französischen Streitkräfte als ‘rassisch minderwertig’ ermordeten. Anschließend wurde die Totenkopf-Division nach vorne zur Verstärkung der deutschen Verbände befohlen, welche zur Kanalküste durchgestoßen waren und das Britische Expeditionskorps mit anderen alliierten Verbänden von der französischen Hauptstreitmacht im Süden abgeschnitten hatten. Tatsächlich traf dann die Hauptstreitmacht dieser eingeschlossenen Truppen bei ihrem Versuch nach Süden auszubrechen, direkt auf die SS-Totenkopf-Division. Die leichten Panzerabwehrwaffen, über welche die Totenkopf-Soldaten nur verfügten, waren kein Gegner für die alliierten Panzer – darunter stark gepanzerte Matilda II – und die SS-Truppen erlitten große Verluste. Eickes Männer mussten mit schwerer Artillerie im Direktbeschuss die feindlichen Panzer bekämpfen und nur das Eingreifen von Stukas rettete den Tag. Die Division befand sich am Rande des Zusammenbruchs. Der Totenkopf-Division wurde anschließend befohlen, zum La-Bassee-Kanal vorzurücken und geeignete Stellen zur Überquerung für die Hauptstreitmacht des deutschen Vormarsches festzustellen und zu sichern. Eicke ignorierte diese Befehle und stieß über den Kanal hinaus weiter vor, wo er auf heftigen Widerstand traf. Zu diesem Zeitpunkt gab Hitler seinen ‘Halte-Befehl’ heraus und Eicke wurde befohlen, seinen hart erkämpften Brückenkopf aufzugeben und seine Truppen zurückzuziehen. Seine eindeutige Befehlsverweigerung gegen diese klaren Anweisungen führte zu einem wütenden Vorwurf durch General Hoepner, der ihn als ‘Schlächter’ bezeichnete, welcher keine Achtung vor dem Leben seiner Männer hätte. Zwei Tage später durfte der Vormarsch wieder aufgenommen werden und Eicke war gezwungen, dass Gebiet zum zweiten Mal zu erobern, welches er zwischenzeitlich aufgeben mußte und erlitt dabei wieder schwere Verluste. Seine Division traf anschließend bei Bethune und La Paradis auf weiteren heftigen Widerstand, wo die britischen Verteidiger den SS-Männern einen hohen Blutzoll für jeden gewonnenen Meter abverlangten. Als die Verteidiger von La Paradis schließlich am 27. Mai keine Munition mehr hatten und kapitulierten mussten, wurden etwa einhundert Gefangene der 2. Royal Norfolks vor einer Scheune zusammengetrieben und mit Maschinengewehren erschossen. Obwohl die SS-Soldaten mit Bajonetten zwischen die niedergemachten Opfer gingen, um jeden Überlebenden zu töten, entkamen drei Briten lebend. Aufgrund ihrer Zeugenaussagen konnte der Kompanieführer, SS-Obersturmführer Fritz Knöchlein, wegen Kriegsverbrechen 1948 gehängt werden. Anfang Juni tat Totenkopf Dienst in der Küstensicherung um Gravelines, südlich von Dünkirchen. Anschließend Angriff im Rahmen des XIV. Armeekorps in die Gegend um Peronne und dann Durchbruch durch die ‘Weygand-Linie’ bis zur Seine um Peronne. In den letzten Tagen des Feldzuges verfolgte die SS-Totenkopf-Division die französischen Truppen bis in die Gegend nördlich von Lyon. Unter den französischen Soldaten befanden sich auch wieder marokkanische Einheiten und auch in diesen letzten Gefechten nahmen die Totenkopf-Soldaten wieder nur Weiße gefangen. Nach dem Waffenstillstand tat die Division ab Juli 1940 Küstensicherung im Abschnitt von der Garonne bis zur spanischen Grenze. Während des Westfeldzug erlitt die Totenkopf-Division wesentlich höhere Verluste als die anderen SS-Verbände, was ihr den Ruf von herausragender Rücksichtslosigkeit selbst gegenüber den eigenen Männern einbrachte. Eickes Division verlor alleine über 300 Offiziere in zehn Tagen mit Gefechten. Das ‘Menschenmaterial’, was bisher vor allem aus Kriminellen und SS-Reservisten ohne ausreichendes militärisches Training bestand, war eine Erklärung für die hohen Verluste und das brutale Verhalten gegenüber Kriegsgefangenen, aber auch Eickes Ambitionen an seine Division waren dafür verantwortlich. Nach dem Waffenstillstand tat die Division ab Juli 1940 Küstensicherung in dem Abschnitt von der Garonne bis zur spanischen Grenze für fast ein ganzes Jahr. Hier zeigte sich ein anderes Bild ihrer Männer, welche so aggressiv im Kampf waren, als sie den örtlichen Farmern bei der Einbringung der Ernte halfen. Die Division wurde in dieser Zeit auch formal ein Teil der Waffen-SS und erhielt umfangreichen Ersatz und Ausrüstung. Die neuen Rekruten bestanden nun aus jungen SS-Freiwilligen, welche in keinem Kontakt zu den KZ-Wachmannschaften standen. Im Herbst 1940 wurde die SS-Totenkopf-Division vollständig motorisiert und zu einer motorisierten Infanterie-Division – kurz Inf.Div(mot) – und erhielt das Kradschützen-Bataillon ‘Totenkopf’ sowie einer III.(schw.)/Art.Rgt. (tmot) ‘Totenkopf’. Im Frühjahr 1941 wurde die Division in Vorbereitung für das Unternehmen Barbarossa nach Ostpreußen verlegt. Dort erhielt sie noch die neue Pz.Jäger-Abt. ‘T’ mit drei Zügen s.Pak/5cm(mot.Zug) und als vierte Kompanie eine 2-cm-Fla.Kp(mot.Zug). Russland 1941 bis 1942 Für den Angriff auf die Sowjetunion wurde die Division der Heeresgruppe Nord zugeteilt und war zunächst wieder nur Reserve bei der Panzer-Gruppe 4 von Hoepner. Sie rückte in der zweiten Welle durch Litauen über Dünaburg nach Lettland vor, wo sie die Vormarschstraßen von zurückgebliebenen russischen Truppenteilen säuberte. An der sogenannten ‘Stalin-Linie’ kam es dann zu den ersten schweren Kämpfen. Dort wurde Eicke verwundet, als sein Stabswagen über eine Mine fuhr. Die Totenkopf-Division traf auf unerwartet heftigen Widerstand und erlitt erhebliche Verluste. Trotz dieser heftigen Kämpfe beliefen sich diesmal die Offiziersverluste auf 82 innerhalb eines Monats, während es in Frankreich noch 300 innerhalb von zehn Tagen gewesen waren. Auch wurde diesmal in einem kurzen Zeitraum eine größere Anzahl von Gefangenen eingebracht, als dies im gesamten Westfeldzug zusammen der Fall gewesen war. Eindeutig hatten die Soldaten der Totenkopf-Division aus ihren früheren Fehlern gelernt. Im August stand die Division in heftigen Kämpfen an den Zufahrtswegen nach Leningrad und insbesondere an der russischen Luga-Verteidigungslinie. Zwar wurde die russische 34. Armee vernichtet, aber die Totenkopf-Division hatte dabei über 4.000 Mann Verluste. Ende September stand die Division im Zentrum eines großen russischen Gegenangriffs bei Lushno, wo ihre Einheiten über eine dünne Linie über 25 km Länge auseinandergezogen waren. Die Angriffe wurden letztlich abgeschlagen und ließen eine siegreiche, wenn auch zerschlagene Totenkopf zurück. Während dieser Kämpfe erhielt der SS-Sturmmann Fritz Christen für herausragende Tapferkeit eines der bedeutendsten Ritterkreuze, welches je an einen Soldaten der Waffen-SS verliehen wurde. mehr …

  • Russischer Gegenangriff mit Panzerunterstützung

    Stärke und Organisation der Rote Armee beim Unternehmen Barbarossa im Juni 1941. Sowjetische Kriegsgliederung, Divisionen und Ausrüstung, Panzer, Panzerspähwagen, Traktoren und Kettenzugmaschinen. Der Winterkrieg gegen Finnland 1939/40 hatte viele Mängel in der Roten Armee offenbart und in den nachfolgenden Monaten wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um Personal und Ausrüstung zu verbessern. Auf dem Papier war die Rote Armee im Sommer 1941 zwar eine gewaltige Streitmacht, aber in der Realität gab es noch ernsthafte Mängel, welche von der Wehrmacht schonungslos aufgedeckt wurden. Die Kämpfe an der Ostfront stellten alles andere in den Schatten, da die Anzahl der Soldaten und Waffen enorm war – ebenso wie die Verluste. Während des Unternehmens Barbarossa brach die Rote Armee fast auseinander. Einheiten strömten zurück und ließen große Mengen an wertvollen Vorräten, Munition und ihre kaum zu ersetzende schwere Ausrüstung zurück. Ganze Formationen und Einheiten verloren ihren Zusammenhalt und die Hauptquartiere, oft mit unerfahrenen Stabsoffizieren besetzt, litten unter den schlechten und chaotischen Kommunikations-Verbindungen. Von Juni bis zum Ende des Jahres zog sich die Rote Armee unter schwere Verlusten nach Osten zurück, fügte jedoch auch den deutschen Armeen relativ schwere Verluste zu. Im Herbst verlief die Front von Leningrad im Norden bis nach Odessa im Süden, aber die Rote Armee hatte fast ein Drittel ihrer Streitkräfte aus der Vorkriegszeit eingebüßt. Trotz dieser gewaltigen Niederlagen hatte es die deutsche Führung versäumt, die Rote Armee zu vernichten und konnte weder Leningrad noch Moskau erobern. Nun wurde Moskau zum Zentrum der deutschen Bemühungen, den Krieg doch noch vor Wintereinbruch zu entscheiden. Stalin, als Oberbefehlshaber der Roten Armee, hatte beschlossen in Moskau zu bleiben und seine Hauptstadt bis zum bitteren Ende zu verteidigen. Gliederung der Roten Armee 1941 Obwohl es schwierig ist, genaue Zahlenangaben zu erhalten, gab es etwa 170 Millionen Menschen in der Sowjetunion im Jahr 1941, von denen etwa 25 Millionen erwachsene Männern für den Militärdienst infrage kamen. Die Dienstzeit in der Roten Armee betrug zwei Jahre, nach welcher der Rekrut der Reserve beitrat und falls nötig zu den Waffen hinzugerufen werden konnte. Die Qualität des Trainings der Roten Armee in der Friedenszeit hatte viel zu wünschen übrig gelassen. Der Unterricht wurde durch Auswendiglernen beherrscht, sodass Rekruten eher Gehorsam statt Initiative gelehrt wurde. Die träge russische Reaktion auf den deutschen Angriff spiegelt das unzureichende Niveau in der technischen Kompetenz wider. Die reguläre Armee bestand aus rund neun Millionen Mann, von denen etwa die Hälfte im europäischen Teil der Sowjetunion stationiert waren. An der Westfront setzte Russland 170 Divisionen (von etwa insgesamt 230 Divisionen) in fünf große Gruppen ein: Militärbezirk Leningrad (drei Armeen), Baltischer Sondermilitärbezirk (zwei Armeen), Westlicher Sondermilitärbezirk (drei Armeen); Kiew-Sondermilitärbezirk (vier Armeen) und dem Militärbezirk Odessa (zwei Armeen). Gliederung Rote Armee 22. Juni 1941: Nordfront (Leningrad): Nordwestfront (Baltikum, Gen. Kusnezow): Westfront (Minsk, Gen. Pawlow): Südwestfront (Kiew, Gen. Kirponos): Südfront (Odessa, Gen. Tjulenew): Reserven in der Sowjetunion: Erläuterungen: Mech. = Mechanisches (Panzer-Korps oder motorisierte Infanterie-Division) Tank = Tank-Divisionen (Panzer-Divisionen) Schützen = Schützen-Korps oder Division (Infanterie-Division) Kav. = Kavallerie-Divisionen Organisation der Roten Armee 1941 In der Zeit vor Beginn des Unternehmens Barbarossa befand sich die Rote Armee in den Wirren der Reorganisation. Diese war eine Folge der heilsamen Lehren des dem Krieg gegen Finnland – und vor allem der deutschen Blitzkrieg-Erfolge im Westen. Die russischen Militär-Theoretiker hatten erkannt, dass eine moderne militärische Doktrin höchste Priorität hatte. Es war die Doktrin der entscheidenden Rolle von Panzerverbänden im Gefecht. Als jedoch die Wehrmacht gegen Russland losschlug, war dieses Problem von den Russen jedoch noch nicht gelöst worden. Als schnelle Reaktion auf die für ihn überraschend gekommene deutsche Invasion vom 23. Juni 1941, setzte Stalin ein oberstes Hauptquartier für alle Waffengattungen ein, genannt STAVKA. Einen Monat später übernahm er persönlich die Kontrolle darüber und wurde damit tatsächlich der Leiter aller russischen Operationen. Durch die Zentralisierung aller militärischen Abteilungen unter der allgemeinen politischen Kontrolle durch STAVKA war es möglich, die nationalen Ressourcen mit einer erheblichen Effizienz zu nutzen. Denn eine der Hauptfunktionen von STAVKA war die Koordination aller Kräfte in der gesamten Sowjetunion, welche u.a. die erfolgreiche Evakuierung zentraler Schlüsselindustrien in den Osten und die Herbeiführung sibirischer Reserven in der entscheidenden Schlacht um Moskau ermöglichte. Zugleich versuchte die STAVKA immer eine strategische Reserve zu bilden, um Gegenangriffe durchzuführen, sobald sich die Gelegenheiten dazu boten. Dies führte natürlich auch dazu, dass die Fronteinheiten immer wieder auf dringend benötigte Verstärkungen verzichten mussten. Die russischen Streitkräfte von 1941 wurden in Armeen organisiert zu je zwei bis vier Korps, die jeweils über zwei bis vier Divisionen verfügten. Eine durchschnittliche Armee konnte 12 Divisionen haben, die mit Unterstützungseinheiten (Nachrichten, Pioniere, Versorgung, Instandsetzung und Transport) fast 200.000 Mann betragen konnte. Nach dem deutschen Angriff stellte das STAVKA fest, dass die Schützenkorps für die Führung zu unhandlich waren, da es einen Mangel an ausgebildeten Führungs- und Stabspersonal gab. Deshalb wurden sie bald abgeschafft und der Umfang einer Armee reduzierte sich dadurch auf etwa 8 Divisionen. Später wurden die Schützenkorps zwar wieder eingeführt, hatten aber niemals die halb-autonomen Funktionen wie in der deutschen oder den anderen alliierten Armeen. Die grundsätzliche Formation der Roten Armee war die Schützen-Division. Seit dem Debakel beim Winterkrieg gegen Finnland waren viele der Spezialeinheiten – einschließlich der leichten Panzer und Flugabawehr-Bataillone – den Schützen-Divisionen weggenommen worden. Dies geschah teilweise, weil diese Einheiten auf Divisionsebene nicht vernünftig eingesetzt werden konnten, aber auch um eine flexible Reserve von Spezialverbänden zu schaffen. Die Verwirrung, welche nach dem deutschen Angriff entstand, steigerte die Tendenzen in Richtung Dezentralisierung, sodass die sowjetische Schützen-Division im ersten Jahr des Krieges nicht mehr war, als eine Formation aus Gewehrträgern mit nur wenig Unterstützungswaffen. Es ist überflüssig darauf hinzuweisen, dass diese Schützen-Divisionen es mit einer Infanterie-Division der Wehrmacht mit ihren zahlreichen Unterstützungseinheiten nicht aufnehmen konnte. Während des Jahres 1942 nahm dann auch der Umfang der sowjetischen Divisionen ab, was aber durch eine ständige Zunahme der Feuerkraft durch eine steigende Anzahl von Granatwerfern und Regiments-Artillerie ausgeglichen wurde. Bis Ende 1942 hatte die neue sowjetische Schützen-Division eine Stärke von etwa 9.500 Mann. Diese waren in drei Infanterie-Regimenter mit je 2.500 Mann und einem Artillerie-Regiment mit 1.000 Mann organisiert, sowie ein mehr …

  • Die britische Armee im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918. Uniformen, Organisation, Kommandeure, Heeresstärke und Verluste. Im Jahre 1908 hatten die Briten ihre Armee reorganisiert, wobei die Verbände auf den britischen Inseln in eine Expeditions-Streitmacht aus sechs Infanterie- und eine Kavallerie-Division, zusammen etwa 160.000 Mann, umgewandelt wurden. Diese Streitmacht war in der Lage, sowohl bei Konflikten in den Kolonien oder auf dem europäischen Kontinent eingesetzt zu werden. Die britische Armee Berits im Jahre 1905 begann die Zusammenarbeit mit dem französischen Generalstab, welche aber bis zu Ernennung von Major-General Wilson als Generalstabschef im Jahre 1911 wenig fruchtbar war. In August bewog die Agadir-Krise (deutsche Kanonenboote vor Marokko) Frankreich und Großbritannien zu engerer Zusammenarbeit, sodass die britische Expeditions-Streitmacht fest am linken Flügel der französischen 5. Armee im Kriegsfalle gegen Deutschland eingeplant wurde. Die Royal Navy war zwar strikt gegen eine Verwendung der britischen Armee auf dem Kontinent, konnte jedoch keinen besseren Plan vorlegen als Wilson. Zwar schob der britische Verteidigungsrat die endgültige Entscheidung vor sich her, erlaubte aber dem Kriegsministerium die Planungen zusammen mit den Franzosen fortzusetzen. Als der Krieg im Jahre 1914 ausbrach, brach in Großbritannien jedoch ein Konflikt aus, ob die Expeditionsstreitkräfte nicht doch besser in Großbritannien verbleiben oder wenigstens direkt in Belgien eingesetzt werden sollten, für dessen Garantieerklärung man ja schließlich in den Kampf gezogen war. Zum Glück für die Alliierten waren jedoch die Aufmarsch- und Terminpläne so schwer umzuwerfen, sodass am 6. August die Masse der Streitkräfte wie geplant eingesetzt wurde. Lediglich zwei Divisionen blieben in England zurück. Wenn auch die britische Armee klein war, so war sie dafür gut trainiert und hervorragend ausgerüstet. Während des zurückliegenden Burenkrieges in Südafrika hatten britische Offiziere – im Gegensatz zu ihren Kollegen auf dem europäischen Kontinent – eine realistische Vorstellung von der Feuerkraft moderner Waffen und Taktiken. Zudem bestand die britische Vorkriegsarmee zumeist nur aus freiwilligen Berufssoldaten. Auch die Kavallerie war mit dem besten Armeegewehr der damaligen Zeit, der Enfield, ausgerüstet und verwendete nicht, wie in Europa sonst noch üblich, kurzläufige Karabiner, sodass sie flexibel als mobile Infanterie hätte eingesetzt werden können. Jedoch hatte die Friedenszeit verantwortliche Kavallerie-Offiziere wieder dazu verführt, glamouröse und gleichzeitig sinnlose Attacken reiten zu lassen. Von den deutschen Soldaten als eine ‘Söldner-Armee’ bezeichnet, was für die Briten eher schmeichelhaft war, bestand die britische Armee aus Freiwilligen, welche sich für sieben Jahre Dienstverpflichtet hatten, auf denen noch fünf weitere Jahre in der Reserve folgten. Jedes Bataillon in Großbritannien rekrutierte auch Soldaten für ein anderes Bataillon im britischen Übersee-Reich, sodass seine Männer oft raue Gesellen und ihre Zahl oft knapp war. In den nach Frankreich geschickten Divisionen befanden sich zwar erfahrene Männer, aber sie alle als abgehärtete Profis anzusehen, wäre ein Fehler. Einige waren erst junge Soldaten, andere ältere Reservisten, welche im Zivilleben zu ‘Weicheiern’ geworden waren. In Fortsetzung der alten Tradition in einem modernen Gewand, war die Territorial-Streitmacht und die ‘Yeomanry’ von Haldane 1908 in eine Armee der zweiten Linie aus vierzehn Divisionen reorganisiert worden, welche allerdings weit davon entfernt war, gut ausgebildet oder ausgerüstet gewesen zu sein. Trotzdem stellten sich diese Truppen dann als effektiver als angenommen heraus. Dahinter standen noch die älteren Reservisten und Milizionäre, welche als Ersatzmannschaften oder für die weit entfernten britischen Garnisonen und Verbände in Indien und den Dominions verwendet werden konnten. Mit dem Anwachsen der Armee wurden jedoch immer mehr weniger gut ausgebildete Freiwillige, ältere Reservisten und Truppen aus den Kolonien (zumeist Indien) oder den Dominions (Kanada und Australien) verwendet, was eine Verschlechterung der Qualität zur Folge hatte.   Ihr Oberbefehlshaber, Sir John French, war ein erfolgreicher Kavallerieführer aus dem Burenkrieg, aber mit nunmehr 62 Jahren nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Sir Douglas Haigh, Kommandeur des I. Korps und Generalstabschef von French in Südafrika und Haldanes Assistent während der Reorganisation von 1908, war kompetent, jedoch unflexibel und bewertete die Möglichkeiten der Kavallerie nach althergebrachten Traditionen. Kitchener, nun Kriegsminister, war eine großartige Persönlichkeit für die ganze Nation, hatte Geistesblitze, die fast schon genial waren, aber nur wenig Wertschätzung für Stabsorganisation oder Zivilkontrolle. Im Allgemeinen waren britische Offiziere zwar effizient und ihren Aufgaben zugetan, hatten aber nur einen begrenzten Blickwinkel auf das moderne Kriegsgeschehen. Jedoch hatte ein weit größerer Anteil von ihnen echte Erfahrungen unter realen Kriegsbedingungen sammeln können, als zum Beispiel Offiziere in der französischen oder deutschen Armee. Organisation Infanterie Infanterie-Division Die britische Infanterie-Division stand unter dem Kommando eines Generalleutnants oder Generalmajors. Sie bestand normalerweise aus drei Brigaden mit jeweils vier Bataillonen, drei Feldartillerie-, einer Feldhaubitzen- und einer Schweren Artillerie-Brigade. Eine Munitionskolonne, eine Divisions-Munitionskolonne, zwei Feldkompanien und einer Nachrichtenkompanie, ein Divisionszug, drei Feldambulanzen und ein Pionierbataillon standen zur Unterstützung bereit. Die Pioniere dienten zur Bereitstellung von Arbeitskräften für die Feldkompanien, wurden aber auch als Kampfeinheiten eingesetzt. Gesamtstärke bei der Mobilisierung: 598 Offiziere und 18.077 Unteroffiziere und Mannschaften. Infanterie-Brigade Unter dem Kommando eines Brigade-Generals mit einem Hauptquartier, das aus 4 Offizieren und 20 Unteroffizieren und Mannschaften bestand. Die vier Bataillone hatten eine Gesamtstärke von 120 Offizieren und 3.968 Unteroffizieren und Mannschaften. Infanterie-Bataillon Das Infanterie-Bataillon stand unter dem Kommando eines Oberstleutnants. Es hatte eine konzentrierte Stärke von 1.000 Offizieren und Mannschaften und eine effektive Kampfstärke von etwa 800 Mann. Das Bataillon bestand aus einer Hauptquartier-Kompanie und vier Schützenkompanien, die jeweils von einem Major (in der Praxis wegen der hohen Verlustrate oft nur ein Hauptmann) befehligt wurden. Die Unterstützungsabteilungen bestanden aus Nachrichtenpersonal, Pionieren, Trägern und Provost. Infanterie-Kompanie Befehligt von einem Hauptmann, Leutnant oder Zweiten Leutnant aufgrund der hohen Verlustraten. Sie hatte eine Stärke von 240 Unteroffizieren und Mannschaften, aufgeteilt in vier Züge zu je 60 Mann. Infanterie-Zug Befehligt von einem Unteroffizier, entweder einem Feldwebel oder einem Korporal, und in vier Sektionen zu je 14 Männern eingeteilt. Es gab auch Maschinengewehr-Kompanien und leichte Grabenmörser-Batterien zur Unterstützung. Das Personal beider Einheiten bestand aus Infanteristen, die mit Standardwaffen bewaffnet waren. Bei Ausbruch des Krieges hatte jedes Bataillon seine eigene MG-Abteilung, die aus zwei Maxim-Maschinengewehren bestanden, welche von einem Offizier bedient wurden und zwölf weitere Soldaten hatte. Die Maschinengewehren wurden von Maultieren getragen und die Abteilungen wurde in zwei Gruppen aufgeteilt. Die MG-Mannschaft mussten erfahrene Schützen sein. mehr …

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