Kriegstagebuch des Zweiten Weltkrieges für Juni 1944.

Juni 1944
Schlagzeilen vom Juni 1944:
5. US-ARMEE MARSCHIERT IN ROM EIN – D-DAY, die ALLIIERTE INVASION IN DER NORMANDIE – RUSSISCHE GROSSOFFENSIVE AN DER FINNISCHEN FRONT – MASSAKER VON ORADOUR-SUR-GLANE – ERSTE V-1 GEGEN LONDON GESTARTET – ERSTER ANGRIFF VON B-29 Superfortress AUF JAPAN – ZWEI US-MARINE-DIVISIONEN LANDEN AUF SAIPAN – St.Donat-Zwischenfall – SCHLACHT IN DER PHILIPPINEN-SEE – Erster großer Luftangriff auf Deutschland seit den Vorbereitungen für den D-Day – Poltawa-Luftangriff – GROSSE RUSSISCHE SOMMEROFFENSIVE IN WEISSRUSSLAND – US-TRUPPEN EROBERN CHERBOURG.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 1. Juni 1944:

Luftkrieg
Mittelmeer: ‚G-Force‘-Luftflotten-Hauptquartier in Bari (Italien) aufgestellt, welche am 7. Juni in ‚Balkan Air Force‘ umbenannt wird.
Westeuropa: RAF-Nachtangriff auf den Eisenbahnknotenpunkt Saumur.
Mittelmeer-Raum
Italien: Die Britische 8. Armee erobert Frosinone.
Seekrieg
Mittelmeer: Letzter deutscher Versorgungskonvoi für die Garnison von Kreta. 3 stark eskortierte Frachtschiffe werden von 70 alliierten Flugzeugen angegriffen. 1 sinkt, 1 wird schwer beschädigt und das dritte wird am 9. Juni auf dem Rückweg vom britischen Unterseeboot Vivid versenkt.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 2. Juni 1944:

Mittelmeer-Raum
Italien: Amerikanische Truppen erobern Velletri und Valmontone, zwei deutsche Bastionen südlich von Rom. Die nahe Bastion Lanuvio wird von US-Artillerie eingedeckt.
Luftkrieg
Osteuropa: Erster ‚Shuttle‘-Angriff durch 130 B-17 Fliegende Festungen der 15. US-Air-Force aus Italien. Bei dieser ‚Operation Frantic‘ greifen die Bomber den Rangierbahnhof von Debrecen in Ungarn an und fliegen unter der Eskorte von B-26 Marauder und russischen Jak-9 Langstreckenjägern in die Ukraine weiter.
Westeuropa: Die 8. US-Air-Force greift V-1-Stellungen am Pas-de-Calais an. Hawker Typhoon Jagdbomber der RAF greifen die Radarstation von Dieppe-Caudecote an. Deutsche Nachtjäger (7 verloren) schießen 15 RAF-Bomber beim Angriff auf die Rangierbahnhöfe von Trappes in der Nähe von Paris ab.
Heimatfronten
Großbritannien: Die Explosion eines Munitionszuges zerstört die Eisenbahnstation Cambridgeshire.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 3. Juni 1944:

Mittelmeer-Raum
ltalien: Die deutschen Streitkräfte räumen Rom.
Südostasien
Burma: Die japanische Nachhut verlässt die Gegend um Kohima.
Luftkrieg
Atlantik: Eine Ju 290 landet in Nordgrönland und fliegt ein 26-Mann-Team von Meteorologen aus, welche dort von einem deutschen U-Boot im August 1943 ausgesetzt wurden.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 4. Juni 1944:

Mittelmeer-Raum
Italien: 5. US-ARMEE MARSCHIERT IN ROM EIN. Jagdbomber der MAAF dezimieren deutsche Kolonnen auf den Routen 1, 2 und 3 bei ihrem Rückzug in Richtung Norden. Es werden etwa 1.000 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt. In der Nacht werfen Wellington und B-24 Liberator auf die Routen 3 und 4 großkalibrige Bomben ab.
Verluste bei Cassino:
Tote und Verwundete | ||
|---|---|---|
Briten | 5.500 | (in Toten und Verwundeten) |
Amerikaner | 21.500 | (in Toten und Verwundeten) |
Frei-Franzosen | 10.500 | (in Toten und Verwundeten) |
Polen | 4.000 | (in Toten und Verwundeten) |
Deutsche | 10.000 | 20.000 |

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 5. Juni 1944:
Luftkrieg
Westeuropa – ‚Transportation Plan‘ (‚Liefer-Plan‘): In Vorbereitung des D-Day haben die alliierten Luftstreitkräfte bei 200.000 Einsätzen 200.000 t Bomben innerhalb von nur 2 Monaten abgeworfen, wobei 200 Flugzeuge verloren gingen. Das französische Eisenbahnnetz ist praktisch lahmgelegt, alle Brücken über die Seine zwischen Paris und dem Ärmelkanal sind zerstört und die deutsche Küsten-Radarkette unterbrochen. Der letzte Schlag wird durch 1.136 schwere RAF-Bomber in der Nacht vom 5./6. Juni gegen 10 Küstenbatterien geflogen, wobei 5.267 t Bomben abgeworfen werden.
Alliierte Luftladung in der Normandie während der Nacht vom 5./6. Juni: Die 82. und 101. US-Luftlande-Divisionen landen in der südlichen Cotentin-Halbinsel, die 6. britische Luftlandedivision in der Nähe der Stadt Caen.
Operation Taxable: 5 Staffeln des RAF-Bomber-Kommandos und 18 Kriegsschiffe führen Ablenkungsmanöver am Pas de Calais durch.
Politik
Italien: König Victor Emmanuel übergibt die Macht an seinen Sohn Umberto als dem Generalleutnant des Königreiches.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 6. Juni 1944:

Seekrieg
D-DAY – ALLIIERTE INVASION IN DER NORMANDIE (Unternehmen Overlord): Beginn der Operation Neptune, der amphibischen Phase von Overlord. Im Morgengrauen beginnen 50 Konvois mit der Landung von 5 Divisionen der Alliierten Expeditionsstreitkräfte (britische, kanadische und US-Streitkräfte) an den Stränden ‚Utah‘, ‚Omaha‘, ‚Gold‘, ‚Juno‘ und ‚Sword‘.
3 Geleitträger, 16 U-Jagd-Gruppen und 2 Zerstörer-Flottillen durchkämmen die ‚Western Approaches‘ (westlichen Zugänge) bis zum Ärmelkanal nach deutschen U-Booten.
Pazifik: 3 japanische Zerstörer werden durch das US-Unterseeboot Harder zwischen dem 6. und 8. Juni versenkt.
Westfront
Normandie: Die AEF (Alliierten Expeditionsstreitkräfte) treffen im Allgemeinen auf nur geringen Widerstand – mit Ausnahme am ‚Omaha-Beach‘, wo die 1. US-Infanteriedivision schwere Verluste erleidet. Lediglich die deutsche 21. Panzer-Division führt spät am Tag einen Gegenangriff zwischen dem ‚Juno‘- und ‚Sword‘-Strand durch.
Luftkrieg
Westeuropa: Die alliierten Luftstreitkräfte fliegen 14.674 Einsätze über der Normandie bis um Mitternacht (6. auf 7. Juni), die deutsche Luftwaffe nur etwa 100. Das RAF-Küstenkommando setzt seine andauernden Patrouillen über den westlichen und östlichen Zugängen zum Ärmelkanal fort. 250 Lastensegler fliegen Verstärkungen und Nachschubgüter für die 6. britische Luftlandedivision bei Caen ein.
Besetzte Gebiete
Frankreich: De Gaulle hält über Rundfunk eine Ansprache an das französische Volk.
Heimatfronten
Großbritannien: Der König spricht über Rundfunk an das Volk.
Rumänien: Tod von Oberst Josef Beck, dem ehemaligen polnischen Außenminister, im Alter von 49 Jahren.
Streitkräfte am D-Day:
Briten und Kandadier | U.S. | Deutsche |
|
|---|---|---|---|
Schlachtschiffe | 7 (incl. US) | = | - |
Kreuzer | 23 (incl. US) | = | - |
Zerstörer | 105 (incl. US) | = | - |
Landungsboote und Schiffe | 4.126 (incl. US): davon Unterstützungsschiffe, 736 (incl. US) und 864 Frachtschiffe (mit 195.701 Seeleuten; incl. US) | = | - |
Schwere Bomber | 3.467 (incl. US) | = | - |
Mittlere Bomber | 1.645 (incl. US) | = | (bei Jägern) |
Jäger und Jabos | 5.409 (incl. US) | = | 345 (mit Bombern) |
Transportflugzeuge | 2.355 (incl. US) | = | - |
Lastensegler | 867 (incl. US) | = | - |
FLUGZEUGE INSGESAMT | 13.743 (incl. US) | = | 345 |
Bodentruppen | 75.215 | 57.500 | ca. 50.000 (5 Divisionen) |
Luftlandetruppen | 7.900 | 15.500 | - |
Panzerfahrzeuge | 900 | ? | 100 |
Geschütze | 600 | ? | ca. 250 |
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 7. Juni 1944:

Westfront
Normandie: Alliierte Truppen erreichen Bayeux und stellen die Verbindung zur 6. britischen Luftlandedivision her. Erste alliierte Landebahn bei Asnelles, nördlich von Bayeux, ausgelegt.
Besetzte Gebiete
Belgien: Köng Leopold wird nach Deutschland deportiert.
Mittelmeer-Raum
Italien: Die 5. US-Armee nimmt Civitavecchia, 56 km nördlich von Rom.
Seekrieg
Ärmelkanal: Deutsche leichte Seestreitkräfte und deutsche U-Boote beginnen mit häufigen Einsätzen – vor allem nachts – gegen die alliierte Invasionsflotte. Sie erleiden aber schwere Verluste – darunter 2 Zerstörer – und können nur eine kleine Anzahl an Transportschiffen, Landungsbooten und den Zerstörer RNN Suenner versenken.
Verluste am D-Day:
Soldaten | Flugzeuge |
|
|---|---|---|
Briten | 3.000 | 114 (Alliierte insg.) |
Kanadier | 946 | (siehe oben) |
USA | 6.603 | (siehe oben) |
Deutsche | ca. 6.500 | - |
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 8. Juni 1944:

Westfront
Normandie: Briten und Amerikaner stellen den Kontakt bei Port-en-Bessin, westlich von Arromanches, her. Die britische 7. Panzer-Division beginnt mit der Anlandung am ‚Gold‘-Strand.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 9. Juni 1944:

Ostfront
Nordabschnitt: RUSSISCHE GROSSOFFENSIVE AN DER FINNISCHEN FRONT. Die russische 21. und 23. Armee greifen mit Luftunterstützung an der 14 km breiten Front auf der Karelischen Landenge an. 3.000 Geschütze zerschlagen die vorgeschobenen finnischen Positionen, aber die russischen Panzer machen bis zur Abenddämmerung nur geringe Fortschritte.
Westfront
Normandie: US-Truppen vom ‚Utah‘-Brückenkopf erobern St. Mere-Eglise.
Heimatfronten
Italien: Badoglio tritt als Ministerpräsident der mit den alliierten Verbündeten Regierung im Süden zurück, um die Bildung einer neuen Regierung unter Bonomi zu ermöglichen.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 10. Juni 1944:

Westfront
Normandie: Montgomery richtet sein Hauptquartier in der Normandie ein. Die 2. US-Panzer-Division beginnt am ‚Omaha‘-Strand mit der Anlandung.
Besetzte Gebiete
Frankreich – MASSAKER VON ORADOUR-SUR-GLANE: Eine Abteilung der SS-Panzerdivision Das Reich ermordet 642 Einwohner der Ortschaft nahe Limoges. Davon werden 200 Frauen und Kinder in der angezündeten Kirche bei lebendigem Leib verbrannt.
Griechenland: Eine Kompanie der 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division begeht während der Jagd auf Partisanen das ebenfalls unautorisierte Massaker von Distomo, wo 218 unbeteiligte Dorfbewohner brutal abgeschlachtet werden.
Ostfront
Nordabschnitt: 3 russische Divisionen vernichten 1 Regiment der finnischen 10. Division und stoßen 10 km tief auf die Karelische Landenge vor.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 11. Juni 1944:

Westfront
Normandie: Amerikaner von ‚Utah‘ erobern Carentan.
Ostfront
Nordabschnitt: Die finnische 10. Division zieht sich hinter die ‚VT-Line‘ (Vammelsuu-Taipale) zurück, welche quer über die Karelische Landenge verläuft.
Seekrieg
Pazifik: 15 Flugzeugträger der Task Force 58 greifen vom 11. bis 13. Juni Flugplätze auf den Marianen-Inseln an und vernichten einen japanischen Konvoi aus 14 Schiffen.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 12. Juni 1944:

Westfront
Normandie: Bis zum ‚D + 6‘ (6 Tage nach D-Day) sind 326.000 Soldaten und 54.000 Fahrzeuge angelandet worden. Alle 4 Brückenköpfe sind nun miteinander verbunden. Die Generale Eisenhower, Marshall, Bradley, Arnold und Hodges sowie die Admirale King, Starke, Kirk, Moon und Wilkes treffen an Bord des Patrouillenbootes PT 71 ein.
Ostfront
Nordabschnitt: Die finnische 4. Division trifft aus Ost-Karelien kommend als Verstärkung auf der Karelischen Landenge ein.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 13. Juni 1944:

Luftkrieg
Großbritannien: ERSTE V-1 GEGEN LONDON GESTARTET. Vom Pas de Calais werden 10 V-1 gestartet, von den allerdings nur 4 den Rand des Zielgebietes treffen: Gravesend, Cuckfield, Bethnal Green (wo 6 Menschen getötet und 9 verletzt werden) und Sevenoaks.
Heimatfronten
Großbritannien: Deutsche Ferngeschütze treffen Maidstone in Kent über die Rekord-Entfernung von 81 km.
Geheimkrieg
Schweden: Eine experimentelle V-2 stürzt in Schweden ab. Die englische Regierung kauft die Wrackteile im Austausch gegen Radarausrüstung und lasst sie am 31. Juli nach Farnborough ausfliegen.
Westfront
Normandie: Ein einzelner Tiger-Panzer, kommandiert von SS-Obersturmführer Wittmann, lässt eine Kolonne aus 25 Panzerfahrzeugen der 7. Armoured Division in einem Hohlweg in der Nähe von Villers Bocage in eine Falle laufen und zerstört diese vollständig.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 14. Juni 1944:

Luftkrieg
Pazifik – ERSTER ANGRIFF VON B-29 Superfortress AUF JAPAN: 48 Bomber, von denen 4 verloren gehen, führen einen unwirksamen Nachtangriff auf die Yawata Eisen- und Stahlwerke von Stützpunkten aus Südost-China durch.
Westeuropa: Bei schweren Nachtangriffen auf Le Havre und Boulogne in den Nächten vom 14./15. und 15./16. Juni zerstören 600 Avro Lancaster-Bomber 49 deutsche leichte Kriegsschiffe, einschließlich 3 Torpedoboote und 14 S-Boote.
Seekrieg
Pazifik: 7 alte US-Schlachtschiffe bombardieren Saipan, welches in der Nacht vom 14./15. Juni vom 5. amphibischen US-Korps angegriffen wird.
Ostfront
Nordabschnitt: Die Russen brechen durch die ‚VT‘-Linie bei der Ortschaft Kuuterselka. Die einzige existierende finnische Panzer-Division führt in der Nacht vom 14./15. Juni einen Gegenangriff durch, der zur vorübergehenden Rückeroberung der Höhen um die Ortschaft führt. Die Russen erobern diese aber am nächsten Morgen zurück.
Besetzte Gebiete
Frankreich: De Gaulle ernennt Administratoren (Verwaltungsbeamte) für befreite Gebiete.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 15. Juni 1944:

Seekrieg
Pazifik: ZWEI US-MARINE-DIVISIONEN LANDEN AUF SAIPAN (Operation Forager).
Westfront
Normandie: Amerikaner vom ‚Utah‘-Strand erobern Quineville.
Besetzte Gebiete
Frankreich – St.Donat-Zwischenfall: Während einer Vergeltungsaktion gegen kommunistisch geleitete Widerstandsaktivitäten der Résistance plündern und brennen russisch-mongolische Hilfstruppen der Wehrmacht die kleine Stadt in Südfrankreich nieder und vergewaltigen brutal 53 Frauen und Mädchen.
Erster von zwei Überfällen der Résistance auf das Air Liquide Flüssigsauerstoff-Werk in Roubaix.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 16. Juni 1944:

Luftkrieg
Großbritannien: Seit dem 15. Juni Mittags wurden 244 V-1 gegen London gestartet.
Ostfront
Nordabschnitt: Mannerheim befiehlt den finnischen Truppen auf der Karelischen Landenge, sich auf die ‚WKT‘-Linie (Wyborg-Kuparsaari-Taipale) zurückzuziehen.
Westfront:
Normandie: König George VI. besucht das Kampfgebiet.
Mittelmeer-Raum
ltalien: Die Britische 8. Armee bedroht nun Perugia.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 17. Juni 1944:

Besetzte Gebiete
Island: Die unabhängige Republik Island wird durch Sveinn Björnsonn als erstem Präsidenten nach einer Volksabstimmung (97 % Zustimmung) gegründet. Die Union mit Dänemark endet.
Seekrieg
Mittelmeer: Französische Truppen landen von 37 Torpedobooten, welchen es gelungen ist die dichten Minenfelder zu durchlaufen, auf Elba. Die deutsche Garnison kapituliert am 19. Juni.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 18. Juni 1944:

Pazifik
Marianen-Inseln: US-Marines erobern das Aslito-Flugfeld auf Saipan.
Westfront
Normandie: US-Truppen erobern Barneville an der Westküste der Cotentin-Halbinsel und isolieren damit Cherbourg.
Mittelmeer-Raum
Italien: Die Britische 8. Armee erobert Assisi, südlich von Perugia.
Ferner Osten
China: Die Japaner nehmen die Schlüsselposition Changsha, 322 km südlich von Hankou.
Luftkrieg
Großbritannien: Eine V-1 zerstört die Guards Chapel (Kapelle) der Wellington-Kaserne in London, wobei 119 Militärangehörige getötet und 102 weitere verletzt werden.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 19. Juni 1944:

Seekrieg
Pazifik – SCHLACHT IN DER PHILIPPINEN-SEE (19./20. Juni): Vizeadmiral Ozawa lässt 372 Trägerflugzeuge in 4 Wellen gegen den US-Flugzeugträgerverband Task Force 58 auf größtmögliche Entfernung (480 km) starten. 300 Hellcat-Jäger (29 verloren) und neuartige Flak-Geschosse mit Näherungszünder schießen 242 Flugzeuge ab, weshalb die Schlacht bei den Amerikanern auch ‚das große Truthahnschießen bei den Marianen‘ genannt wird. 1 Bombentreffer auf das US-Schlachtschiff South Dakota. US-Jäger schießen oder beschädigen schwer 49 japanische Flugzeuge, welche versuchen auf Guam zu landen. Die US-Unterseeboote Albacore und Cavalla beschädigen die japanischen Flugzeugträger Taiho und Shokaku schwer; die gerade neu fertiggestellte Taiho explodiert 6 Stunden später.
Atlantik: Das deutsche U-Boot U-505 mit den geheimen Code-Büchern wird von den Amerikanern intakt erbeutet. Ein viertägiger Sturm zerstört den amerikanischen künstlichen ‚Mulberry‘-Hafen am ‚Omaha-Beach‘ und beschädigt den englischen ‚Mulberry‘ vor Arromaches erheblich. Viele Landungsboote werden überschwemmt.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 20. Juni 1944:

Seekrieg
Pazifik – SCHLACHT IN DER PHILIPPINEN-SEE: Vizeadmiral Mitscher schickt 261 Trägerflugzeuge in maximaler Flugreichweite zu Ozawas Flotte, welche diesen beim Betanken überraschen. Der japanische Flugzeugträger Hiyo wird versenkt, die Träger Zuikaku, Chiyoda und das Schlachtschiff Haruna beschädigt. 20 US-Flugzeuge werden abgeschossen, aber weitere 72 gehen auf dem langen Rückflug in Dunkelheit mangels Treibstoff oder weil sie sich verirrt haben, verloren.
Ostfront
Nordabschnitt: Wyborg auf der Karelischen Landenge wird durch die Russen genommen. Die russische 32. Armee greift die Finnen nördlich des Onegasee an.
Westfront
Normandie: Amerikanische Truppen belagern Cherbourg.
Besetzte Gebiete
Weißrussland: Die Partisanen beginnen mit einer 3-tägigen Aktion gegen alle Eisenbahnverbindungen der deutschen Heeresgruppe Mitte.
Mittelmeer-Raum
Italien: Perugia wird durch die Britische 8. Armee erobert.
Luftkrieg
Erster großer Angriff auf Deutschland seit den Vorbereitungen für den D-Day: 1.500 USAAF-Bomber greifen Fallersleben, Hamburg, Magdeburg und Ostermoor an und werfen 4.252 Tonnen Bomben ab.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 21. Juni 1944:
Luftkrieg
Deutschland: 2.500 USAAF-Bomber greifen Berlin und Umgebung an und werfen 2.000 t Bomben ab.
Ostfront
Nordabschnitt: Die russische 7. Armee greift über den Fluss Swir an – zwischen dem Ladoga- und Onegasee.
Westfront
Normandie: US-Ultimatum an die deutsche Garnison von Cherbourg.
Seekrieg
Mittelmeer: Englische und italienische Ein-Mann-Torpedos versenken den Kreuzer Bolzano in La Spezia.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 22. Juni 1944:
Luftkrieg
Osteuropa – Poltawa-Luftangriff: Die deutsche Luftwaffe fliegt mit 60 Bombern einen überraschenden Tiefflugangriff bei Nacht auf die ‚Shuttle-Luftwaffenbasis‘ der 8. US-Air-Force in der Ukraine. 44 B-17 Fliegende Festungen werden zerstört und 26 Mann getötet. Über 2 Millionen Liter an Flugbenzin verbrennen. Die ‚Shuttle-Angriffe‘ werden anschließend aufgegeben.
Westfront
Normandy: Ein schwerer Bombenangriff läutet den großen Sturmangriff amerikanischer Infanterie auf Cherbourg ein.
Politik
Finnland: Der deutsche Außenminister Ribbentrop fliegt nach Helsinki und setzt durch, dass die finnische Regierung eine öffentliche Verlautbarung macht, dass sie weiterhin an der Seite Deutschlands kämpft und keinen Separatfrieden schließt – im Gegenzug für die Entsendung deutscher Truppenverstärkungen und Waffenlieferungen.
Heimatfronten
USA: Roosevelt unterzeichnet das ‚Bill of Rights‘-Gesetz für aus dem Krieg heimkehrende GI’s, welches großzügige Vergünstigungen und Leistungen verspricht.
Südostasien
Burma: Die japanische Belagerung von Imphal wird gebrochen.
Verluste bei Imphal und Kohima:
Soldaten | Flugzeuge |
|
|---|---|---|
Briten und Inder | 16.700 + 5.100 Chindits | 130 RAF, 40 USAAF |
Japaner | 30.520 Tote, 23.003 Verwundete + 120 Panzer, ca. 90 Kanonen, 17.000 Pferde | ca. 100 |
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 23. Juni 1944:

Seekrieg
Ärmelkanal: Englische Motortorpedoboote vernichten praktisch vollständig einen deutschen Konvoi in der Nähe von Cherbourg.
Ostfront
Mittelabschnitt: GROSSE RUSSISCHE SOMMEROFFENSIVE IN WEISSRUSSLAND.
Nordabschnitt: Russische Marinesoldaten landen hinter den finnischen Linien am nordöstlichen Ufer des Ladogasee bei Vidlitsa an. Generaloberst Dietl, Befehlshaber der deutschen Truppen an der Polarfront, kommt im Alter von 54 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.
Gegenüberstehende Streitkräfte in Weissrussland:
Russen | Deutsche |
|
|---|---|---|
Soldaten | 1.200.000 (124 Divisionen) | 63 Divisionen |
Geschütze und Granatwerfer | 31.000 | 10.000 |
Panzer und Sturmgeschütze | 5.200 | 900 |
Flugzeuge | 6.000 | 1.300 |
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 24. Juni 1944:

Besetzte Gebiete
Frankreich: Die Résistance sprengt das Wasserkraftwerk in der Nähe von Limoges.
Heimatfronten
Großbritannien: Sidney Keyes, ein Kriegs-Poet, welcher in Tunesien gefallen ist, erhält posthum den Hawthornden-Preis.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 25. Juni 1944:

Ostfront
Mittelabschnitt: Russische Verbände schließen westlich von Witebsk 40.000 deutsche Soldaten ein.
Nordabschnitt: Die Finnen werden gezwungen nördlich von Wyborg 800 Meter auf Tali zurückzugehen.
Seekrieg
Ärmelkanal: Alliierte Schlachtschiffe und Kreuzer bringen die deutschen Küstenbatterien bei Cherbourg zum Schweigen. Dabei wird das Schlachtschiff USS Texas beschädigt.
Besetzte Gebiete
Frankreich: General Koenig wird Kommandeur der frei-französischen Streitkräfte in der Heimat (Résistance).
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 26. Juni 1944:

Westfront
Normandie: Die Amerikaner nehmen General Schlieben, den Kommandanten der Festung Cherbourg, und Konteradmiral Henneke, den Marinekommandanten, gefangen. Ein Angriff der britischen 2. Armee westlich der Stadt Caen (Operation Epsom) trifft auf entschlossenen deutschen Widerstand.
Ferner Osten
China – Schlacht von Hengyang (26. Juni – 8. August): Die japanische 11. Armee wird vorübergehend durch die chinesische 10. Armee zum Stehen gebracht. In der Nähe von Hengynag befindet sich ein wichtiger US-Luftwaffenstützpunkt und B-25 Mitchell und P-47 Thunderbolt fliegen ständige Angriffe gegen die japanischen Versorgungslinien.
Mittelmeer-Raum
Italien: Südafrikanische Truppen der Britischen 8. Armee besetzen Chiusi, in der Nähe des Trasimenischen See.
Seekrieg
Ärmelkanal: Das Schlachtschiff HMS Rodney beschießt deutsche Stellungen im Abschnitt von Caen.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 27. Juni 1944:

Seekrieg
Ärmelkanal: Die deutschen bewaffneten Trawler M.4611 und V.213 führen ein glänzendes Nachtgefecht (27./28. Juni) gegen die Zerstörer Eskimo und Huron vor der Kanalinsel Jersey.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 28. Juni 1944:

Ostfront
Mittelabschnitt: Die russische 3. Weißrussische Front und eine unterstützende Panzerarmee beginnt mit der Überschreitung des Fluss Beresina. Feldmarschall Busch, Befehlshaber der Heeresgruppe Mitte, wird durch Feldmarschall Model abgelöst. Letzterer befehligt diese nun zusätzlich neben seiner eigenen Heeresgruppe Nordukraine.
Westfront
Normandie: Die britische 2. Armee überschreitet den Fluss Odon, südwestlich von Caen.
Besetzte Gebiete
Frankreich: Philippe Henriot, Vichy-Minister für Information und Propaganda, wird durch die Résistance erschossen.
Heimatfronten
USA: Der Parteitag der Republikaner nominiert Dewey als Präsidentschaftskandidaten.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 29. Juni 1944:

Westfront
Normandy: US-TRUPPEN EROBERN CHERBOURG.
Ostfront
Mittelabschnitt: Die Russen schließen deutsche Streitkräfte bei Bobruisk ein.
Pazifik
Neuguinea: Australische Truppen erreichen den Fluss Sepik.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 30. Juni 1944:

Luftkrieg
Westeuropa: 250 Avro Lancaster Bomber werfen 1.000 t Bomben auf die 2. SS-Panzer-Division Das Reich und 9. SS-Panzer-Divisionen, als diese gerade die Ortschaft Villers Bocage in der Nähe von Caen passieren.
Ostfront
Mittelabschnitt: Die russische 3. Weissrussische Front erobert Borissow.
Nordabschnitt: Den Finnen auf der Karelischen Landenge gelingt es mithilfe von Verstärkungen aus anderen Abschnitten, deutschen Panzerabwehr-Truppen und Ju 87 Stukas, den russischen Ansturm zum Stehen zu bringen.
Politik
USA: Die Regierung bricht die diplomatischen Beziehungen zu Finnland ab.
Seekrieg
Ärmelkanal: Die alliierten Marine-Verluste seit dem ‚D-Day‘ sind der Kreuzer Scylla und 9 Zerstörer.
Handelsschiffs-Verluste im Juni 1944: 22 alliierte Schiffe mit zusammen 82.728 Tonnen im Atlantik, 4 alliierte Schiffe mit 21.356 Tonnen in anderen Gewässern.
71 japanische Schiffe mit 278.484 Tonnen im Pazifik.
25 deutsche U-Boote im Atlantik, Arktis oder Ostsee versenkt (weltweit insgesamt 26 U-Boote verloren), 12 neue U-Boote in Dienst gestellt, 471 U-Boote aller Typen insgesamt vorhanden.

Krieg der Panzer (Piekalkiewicz)
Luftkrieg (Piekalkiewicz)
Chronology of World War II (Christopher Argyle)
Der Grosse Atlas zum II. Weltkrieg (Peter Young)
Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht, Band 1-8 (Percy E. Schramm)










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