Hafen von Tarent nach englischem Angriff



Hafen von Tarent nach englischem Angriff

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Im Blickpunkt:
  • deutsche Infanterie-Einheit beim Abmarsch

    Organisation der Formationen und Verbände der deutschen Wehrmacht nach Beginn des Russland-Feldzuges bis 1945. Hier zu Wehrmachts-Verbände Organisation 1939-41. Organisation der Verbände der Wehrmacht von 1942 bis 1945 Als die deutschen Streitkräfte im Juni 1941 mit dem Unternehmen Barbarossa den Angriff auf die Sowjetunion begannen, war die Organisation der Einheiten und Formationen mit Ausnahme bei den Panzer-Divisionen immer noch weitestgehend die gleiche, wie sie es beim Westfeldzug 1940 gewesen war. Die sich zunehmend verschärfenden Anforderungen des Russland-Feldzugs erzwangen jedoch Veränderungen in der Organisation der Wehrmachts-Verbände, welche die militärischen Gegebenheiten der Kämpfe an der Ostfront widerspiegelten. Höhere Verbände Die größte Organisationsform der Wehrmacht war die Heeresruppe, deren Umfang erheblich nach den Erfordernissen variierte. So bestand zum Beispiel von Rundstedts Heeresgruppe Süd bei Beginn der Invasion der Sowjetunion aus drei deutschen Armeen, einer Panzergruppe und zwei verbündeten rumänischen Armeen. Die Armee dagegen war ein schon mehr einheitlicher organisierter Kampfverband. Sie bestand gewöhnlich aus drei Armee-Korps mit einer beträchtlichen Anzahl von Unterstützungstruppen. Eine Armee in einem wichtigen Abschnitt konnte jedoch auch erheblich verstärkt werden und erreichte die Größe von bis zu einer Viertelmillion Mann. Die 17. Armee bestand zum Beispiel im September 1943 aus drei Armee-Korps mit zusammen 11 Infanterie-Divisionen. Das Korps war eine flexible Formation, welches aus verschiedenen Arten von Divisionen bestehen konnte. Als Ideal wurden drei Divisionen angestrebt, was unter den Kampfbedingungen aber selten eingehalten werden konnte. Die größte Organisationsform der Panzertruppen war die Panzer-Gruppe, welche bald zur Panzer-Armee wurde. Von Kleists 1. Panzer-Armee bestand zum Beispiel aus drei Panzer-Korps, welche zusammen über fünf Panzer-Divisionen, zwei motorisierte Infanterie-Divisionen und zwei Divisionen der Waffen-SS verfügten. Infanterie-Verbände Die Infanterie-Division war immer noch der hauptsächlichste Kampfverband. Im Juni 1941 waren 175 Infanterie-Divisionen beim deutschen Heer vorhanden. Bis Januar 1943 hatte sich diese Anzahl auf 226 erhöht und am Ende des Krieges gab es 240. Wenn auch die Gesamtzahl der Infanteristen und Infanterie-Divisionen zunahm, hatten die Frontverbände von 1945 jedoch etwa nur noch die halbe Mannschaftsstärke einer Division von 1941. Ab 1943 begann der Mangel an verfügbaren Ersatz für die Wehrmacht offensichtlich zu werden und so wurde die Sollstärke der Division verringert und eine neue Organisation eingeführt. Bekannt als Infanterie-Division 1944 hatte diese neue Formation eine Stärke von 12.772 Mann im Gegensatz zu den 17.734 Soldaten einer Division aus dem Jahr 1939, wenn auch ihre Feuerkraft tatsächlich größer geworden war. Diese Division bestand aus drei Infanterie-Regimentern (jeweils etwa 2.000 Mann in jedem), einem Artillerie-Regiment (2.000 Mann) und den üblichen Divisionsdiensten. In den meisten dieser Infanterie-Divisionen 1944 wurde die alte dreigliedrige Organisationsform mit drei Bataillonen je Regiment aufgegeben und stattdessen nur jeweils zwei Bataillone gebildet, wozu allerdings noch unterstützende Infanteriegeschütze und Panzerabwehrkanonen kamen. Das neue Infanterie-Bataillon hatte eine Stärke von etwas mehr als 700 Mann und war gewöhnlich in drei Schützen-Kompanien zu je 140 Mann, einer Kompanie mit schweren Waffen mit 200 Mann und einer Versorgungseinheit gegliedert. Die Unterstützungswaffen des Infanterie-Regiments beinhalteten 24 schwere Maschinengewehre, 107 leichte Maschinengewehre, 334 Maschinenpistolen, vier 12-cm-Granatwerfer, sechs 8,1-cm-Granatwerfer, zwei 15-cm-Infanteriegeschütze, sechs 7,5-cm-Infanteriegeschütze, drei 7,5-cm-Panzerabwehrkanonen Pak 40 und 36 leichte Panzerabwehrwaffen (Panzerfaust, Panzerschreck). Während der ersten Monate des Krieges mit der Sowjetunion bestanden die Motorisierten Infanterie-Divisionen, welche 1942 zu Panzergrenadier-Divisionen wurden, aus zwei Infanterie-Regimentern zu je drei Bataillonen, einem Artillerie-Regiment und jeweils einem Bataillon aus Aufklärungs-, Nachrichten-, Pionier-, Flugabwehr und Panzerabwehr-Truppen sowie den üblichen, unterstützenden Divisionsdiensten. Die Gesamtstärke der motorisierten Infanterie-Division war auf 16.400 Mann mit 2.800 Kraftfahrzeugen festgelegt. 1942 wurde dann ein Panzer-Bataillon der Panzergrenadier-Division angegliedert, wenn es auch im späteren Verlauf des Krieges üblich wurde, dass es zu einem Bataillon aus PAK-Selbstfahrlafetten, Sturmgeschützen oder Jagdpanzern wurde. Bis 1944 wurden noch verschiedene, geringe Veränderungen an der Organisation der Divisionsstruktur von 1941 vorgenommen, sodass die offizielle Sollstärke auf 14.738 Mann reduziert war, aber die Feuerkraft leicht erhöht wurde. Ab Ende 1942 war das deutsche Heer mit einem zunehmenden Problem von Mangel an Ersatz für die blutigen Verluste konfrontiert. Verschiedene Lösungen wurden eingeführt, um dieses Problem zu lösen oder zumindest zu verringern. Eine davon war die Aufstellung von Luftwaffen-Feld-Divisionen, aus dem relativ großen Überfluss des Personalbestandes der Luftwaffe. Die jedoch verzweifeltste Organisationsform waren die Volksgrenadier-Divisionen als Ersatz oder Ergänzung zu den Infanterie-Divisionen ab Ende 1944. Viele dieser Divisionen wurden aus den Überbleibseln gewöhnlicher, zerschlagener Infanterie-Division gebildet und ihre Qualität variierte erheblich, abhängig von dem Anteil der erfahrenen Soldaten innerhalb der Division und der Zuteilung ausreichender Ausrüstung und Bewaffnung. Zusammengenommen wurden etwa 50 dieser Volksgrenadier-Division bis zum endgültigen deutschen Zusammenbruch aufgestellt oder wiederhergestellt. Die Volksgrenadier-Division bestand aus drei Regimentern zu je zwei Bataillonen und einem Artillerie-Regiment mit 24 x 10,5-cm-Feldhaubitzen, zwölf 15-cm-Haubitzen und 18 x 7,5-cm-Feldkanonen. Dazu kamen je ein Panzerabwehr-, Pionier- und Nachrichten-Bataillon. Mit nur elementaren Divisionsdiensten war sie um die 10.000 Mann stark. Wenn es auch keine eigentliche Divisions-Organisation war, sah die Periode von 1942 bis 1945 die Einführung der Kampfgruppe, welche spontane Zusammenfassungen verfügbarer, unterschiedlicher Einheiten oder Teilen davon waren und die gewöhnlich in Situationen höchster Gefahr gebildet wurden. Die Größe einer Kampfgruppe konnte dabei von lediglich ein- bis zweihundert Mann bis zu einem einer Division ähnlichen Umfang aus acht bis zehntausend Mann mit Unterstützungseinheiten betragen. Der Zeitraum ihrer Existenz war gewöhnlich nur kurz, wobei sie sich entweder in andauernden, schweren Kämpfen aufgerieben hatte oder wieder ihren ursprünglichen Einheiten zugeteilt wurde, wenn die Krise behoben war. Ein Beispiel für solch eine Formation ist die Kampfgruppe Fretter-Pico, wobei diese Verbände gewöhnlich durch den Namen ihres Befehlshabers bezeichnet wurden. Sie bestand aus den Resten zweier Infanterie-Divisionen und sollte einen Abschnitt der neuen deutschen Linie nach dem Zusammenbruch der verbündeten Achsen-Armeen nach der sowjetischen Gegenoffensive bei Stalingrad halten. Ähnlich der Kampfgruppe gab es auch die Armee-Abteilung, welche allerdings zahlenmäßig stärker war und gewöhnlich aus vollständigen Formationen bestand. Zum Beispiel wurde die Armee-Abteilung Hollidt Ende 1942 gebildet und verfügte über drei Panzer-Divisionen und vier schwache Infanterie-Divisionen sowie zwei Luftwaffen-Feld-Divisionen. Panzer-Verbände Das scharfe Messer des deutschen Heeres waren die Panzer-Divisionen, welche vor allem an der Ostfront eine Schlüsselrolle spielten. Die Anzahl der Panzer-Divisionen stieg von zehn Divisionen im Jahr 1940 auf 25 bis zum Frühjahr 1942 an. Im letzten Kriegsjahr 1945 gab es 35 mehr …

  • 3D-Modell P-51 D Mustang

    Kriegsentscheidender US-Langstrecken-Begleitjäger P-51 Mustang. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. North American P-51 Mustang Typ: einsitziger Langstrecken-Begleitjäger. Geschichte P-51 Mustang Für die North American P-51 Mustang werden eine Vielzahl von Ansprüchen erhoben, wie dass es das beste Kampfflugzeug des Zweiten Weltkrieges war, den Übergang vom Kolben- zum Düsenjäger markierte und schließlich, das es die Art von Flugzeug war, welches den Alliierten schließlich die kriegsentscheidende Beherrschung des Luftraumes ermöglichte. Bei all diesen Behauptungen gerät die Wahrheit jedoch etwas in Vergessenheit, denn die P-51 Mustang war das Ergebnis zweier fortschrittlicher Technologien, welche zusammentrafen. Zu einem konstruierte die amerikanische Flugzeugindustrie innerhalb von nur 117 Tagen eine Flugzeugzelle, welche extrem fortschrittlich in der Struktur und Aerodynamik war. Zweitens ermöglichte die britische Luftfahrtindustrie mit ihrem herausragenden Rolls-Royce-Merlin-Motor die ideale Ergänzung. Ohne den britischen Motor, welcher schon die Supermarine Spitfire berühmt gemacht hatte, wäre die P-51 Mustang niemals unsterblich geworden. Insgesamt wurden 15.469 Mustang-Jäger gebaut. Der Typ zerstörte 4.950 feindliche Flugzeuge im Luftkampf und 4.131 auf dem Boden während 213.873 Missionen alleine in Europa. P-51 waren auch mit der USAAF während des Korea-Krieges im Einsatz und wurden bis nach dem Zweiten Weltkrieg von den Luftstreitkräften von etwa 55 verschiedenen Nationen verwendet. Einige Mustang-Jäger fliegen heute immer noch durch Privat-Piloten, insbesondere hervorzuheben der US Unlimited Air-Racing Circuit. Die ganze Geschichte der P-51 Mustang begann damit, dass im April 1940 die britische Einkaufs-Kommission der amerikanischen Firma North American vorschlug, Curtiss P-40 Jagdflugzeuge unter Lizenz für die Royal Air Force zu bauen. Der Präsident der Firma North American, J.H. ‘Dutch’ Kindelberger, war von dem Vorschlag nicht begeistert. Er sagte, daß seine Firma einen Jäger bauen könnte, der besser als die P-40 war und dabei den gleichen V-12 Allison V-1710-Motor verwendete. Die Briten akzeptierten diesen Vorschlag, machten aber zur Bedingung, daß der Prototyp innerhalb von 120 Tagen fertig sein müßte, da die Lage in Europa sehr ernst sei. Zwei Konstrukteure von North American, Raymond Rice und Edgar Schmued, begannen sofort mit der Arbeit. Der daraus resultierende Prototyp NA-73X war drei Tage vor dem Termin fertig, obgleich noch ohne Motor und mit von einem AT-6-Trainingsflugzeug geborgten Rädern. Der Erstflug erfolgte am 26. Oktober 1940, da durch fehlende Motorlieferung von Allison die Fertigstellung um sechs Wochen verzögert wurde. Das Flugzeug hatte eine außergewöhnlich saubere Linienführung und seine Leistung war überragend, mit einer 40 km/h schnelleren Höchstgeschwindigkeit als die P-40. Zwischenzeitlich hatte die US-Regierung die Bestellung der RAF für 320 Flugzeuge genehmigt, unter der Voraussetzung, dass die USAAC mit zwei Exemplaren des neuen Flugzeuges für Testzwecke versorgt wird. Der erste Serien-Mustang ging am 1. Mai 1941 in die Lüfte, verblieb aber bei der Firma North American für technische Weiterentwicklungen. Das zweite Serien-Flugzeug kam in Großbritannien im November 1941 an und wurde offiziell als Mustang Mk.I bezeichnet. Die Mustang Mk.I, von denen die RAF annahm, dass sie jedem anderen amerikanischen Flugzeug überlegen seien, wurden im April 1942 als taktische Aufklärer in Dienst gestellt. Bei der Royal Air Force zeigte man sich beeindruckt, da der Jäger eine bessere Bewaffnung als die Spitfire V hatte und durch sein laminares Flügelprofil um 56 km/h schneller war. Auch die Treibstoffkapazität war doppelt so groß, allerdings nahm die Leistung des 1.166-PS-V-12-Allison-Motors mit Kühler unter dem Heck in Flughöhen ab 6.000 Meter stark ab, sodass nur der Einsatz als Aufklärer in niedrigen Flughöhen infrage kam. Zur selben Zeit bestellten die Briten weitere 300 Stück, welche sich nur in Ausrüstung und Bewaffnung unterschieden. Insgesamt erhielt die RAF 620 Mustang Mk.I, 150 Mk.IA und 50 Mk.II. Zwischenzeitlich wurden in Amerika, trotz brillanter Leistung in Flugversuchen bei der USAAC, nur 50 Mustangs mit einer Bewaffnung von vier 20-mm-Bordkanonen zur Foto-Aufklärung bestellt. Anschließend wurden aber weitere 500 Stück der Version A-36A als Sturzkampfbomber gekauft, welche mit sechs 12,7-mm-Maschinengewehren und zwei 227-kg-Bomben bewaffnet waren und über Sturzflugbremsen verfügten. Diese Flugzeuge wurden zwischen September 1942 und März 1943 ausgeliefert. Eine weitere Bestellung über 310 P-51A Mustang ging dann ein, welche ab Frühjahr 1943 ausgeliefert wurden. Diese hatten vier 12,7-mm-Maschinengewehre als Bewaffnung und konnten Bomben oder erstmals abwerfbare Zusatztanks für Langstreckeneinsätze mitführen. Aber die besten Tage der Mustang würden erst kommen. Der Gedanke, das volle Potenzial des Typs auszureizen und den Leistungsabfall in größeren Flughöhen abzustellen, kam britischen und amerikanischen Technikern fast gleichzeitig. Die RAF übergab vier Mustangs an Rolls-Royce, um diese mit dem Merlin-61-Motor zu testen. In der Zwischenzeit wurden auch in den Vereinigten Staaten zwei Flugzeugzellen der Mustang zu North American geschickt, um diese mit Merlin-Motoren, welche von der Firma Packard unter Lizenz mit dem Namen V-1650-3 nachgebaut wurden, auszurüsten. Auf diese Weise erschien der Prototyp der P-51B im September 1942. Nur kleine Veränderung wurden am vorderen Rumpfteil vorgenommen, um den neuen Motor einzubauen, sowie ein Zwischenkühllufteinlauf unter der Bugnase. Dazu kam ein neuer Propeller mit vier breiteren Blättern, aber die Leistungssteigerung war spektakulär. Das neue Flugzeug erreichte eine Geschwindigkeit von 710 km/h in einer Flughöhe von 9.000 Metern und stieg innerhalb von 5 Minuten und 54 Sekunden auf 6.100 Meter Höhe. Dies war eine erhebliche Steigerung gegenüber der Höchstgeschwindigkeit von 628 km/h auf 6.100 Metern und der Steigleistung von mehr als 9 Minuten auf die gleiche Höhe bei der P-51A. So ging der Typ im Sommer 1943 in die Massenproduktion. Die Herstellung erfolgte in der Inglewood-Fabrik als P-51B (1.988 Stück gebaut) und in der neuen Dallas-Fabrikationsanlage als P-51C (1.750 Stück gebaut). Die Bewaffnung bestand anfangs allerdings aus nur vier 12,7-mm-Maschinengewehren. Die späteren C- und alle D-Modelle waren mit sechs 12,7-mm-MGs ausgerüstet und hatten eine Rückenflosse. Die Briten erhielten davon etwa 1.000 Flugzeuge, wo sie als Mustang Mk.III bezeichnet wurden. Der erste Einsatz der P-51B erfolgte mit der 8. USA-Air-Force von England aus am 1. Dezember 1943. Nachdem ausreichend US-Langstreckenjäger vom Typ P-51 Mustang in Großbritannien eingetroffen waren, begann die USAAF am 13. Dezember 1943 mit ihnen Einsätze gegen Deutschland zu fliegen. 45 Mustang-Jäger mit abwerfbaren Zusatztanks, welche ein Reichweite von bis zu 1.400 Kilometern ermöglichten, sicherten einen Bomberverband beim Angriff auf Kiel. Die Mustangs kreisten über dem Ziel und schirmten die amerikanischen Bomber vor den deutschen Abfangjägern ab. Von diesem Tag mehr …

  • Soldaten der slowakischen Schnellen Division im Kampfeinsatz an der Ostfront.

    Slowakische Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg: Divisionen, Stärke und Organisation der Armee und der Luftwaffe 1939 bis 1944. Im März 1939 nutzte Hitler die starken separatistischen Bewegungen innerhalb der Slowakei, um die Tschechoslowakei endgültig zu zerstören. Er bestellte die Führer der slowakischen Volkspartei nach Berlin und teilte ihnen mit, dass er den Ungarn erlauben würde, das Land zu besetzen welches bis 1918 ungarisches Gebiet war, sofern sie sich nicht von der Tschechoslowakei lösen würden. Am nächsten Tag, dem 14. März 1939, erklärte sich die Slowakei für unabhängig. Slowakische Streitkräfte Der neue Staat hatte keine andere Möglichkeit, als sich unter deutschen Schutz zu stellen und ein vorbildlicher Satelliten-Staat des Deutschen Reichs zu werden. Ministerpräsident wurde Josef Tiso, welcher einen Ein-Parteien-Staat mit einer Partie-Miliz, der Hlinka-Garde, nach dem Vorbild der Nazi- und SA-Organisationen aufbaute. Slowakische Armee Der Slowakei wurde es gestattet, ihre eigene Armee aus 6 Divisionen zu unterhalten und das ehemalige tschechoslowakische Gerät zu verwenden, welches innerhalb ihrer Grenzen gelagert war. Da auch die slowakischen Offiziere alle in der ehemaligen hoch-professionellen tschechoslowakischen Armee gedient hatten, waren die neuen Streitkräfte dieser sehr ähnlich, wenn auch alle Einheiten von Grund auf neu reorganisiert werden mussten. Eine Besonderheit war jedoch, dass alle Volksdeutschen in geschlossenen, eigenen Verbänden organisiert wurden, welche zu einem Zeitpunkt ein Artillerie-, ein Pionier- und zwei Infanterie-Regimenter stark waren. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, verfügte die slowakische Armee über drei Infanterie-Divisionen. Diese halfen der Wehrmacht bei ihrem Angriff auf Polen und zwei Divisionen (1. und 3. slowakische Infanterie-Division) besetzten Grenzgebiete, von denen die Slowaken behaupteten, dass sie ihnen gehörten. Diese Zusammenarbeit half der Slowakei sehr, Vertrauen in ihren Status als treuen deutschen Verbündeten zu erlangen und beendete die Gefahr einer Besetzung durch die Ungarn. Die Slowaken hielten es sogar für ratsam, ihre Hilfe gegen die Russen anzubieten, sofern dies auch die Ungarn tun würden. So wurde sie Slowakei sogar der erste Verbündete Deutschlands, welcher sich dem Unternehmen Barbarossa anschloss, was Tiso als den ‘Kreuzzug gegen den Bolschewismus’ taufte. Für den deutschen Angriff auf die Sowjetunion stellten die Slowaken eine leichte Brigade mit 3.500 Mann, welche teilweise motorisiert war und über ein Bataillon tschechoslowakischer leichter Panzer (entspricht dem deutschen Typ PzKpfw 38(t) ) verfügte, und ein Armee-Korps mit zwei Infanterie-Divisionen sowie Divisionstruppen zur Verfügung. Die Gesamtstärke dieser slowakischen Truppenverbände belief sich im Juli 1941 auf 40.393 Mannschaften und 1.346 Offizieren. Im August 1941 wurde beschlossen, die beiden Infanterie-Divisionen in die Slowakei zurückzuschicken und dafür eine Schnelle Division mit 10.000 Mann und eine Sicherungsdivision mit 6.000 Mann einzusetzen. Diese standen unter deutschem operativen Befehl, wenn auch ihre gesamte Verwaltung in slowakischen Händen blieb. Der Elite-Verband der Schnellen Division kämpfte bei Lemberg, Kiew und im Winter 1941/42 am Mius, wo deutsche Offiziere die Slowaken als ‘tapfere Soldaten mit sehr guter Disziplin’ befanden. Die Schnelle Division wurde von den Deutschen sehr geschätzt und als vollwertiger Frontverband eingesetzt. Für 1942 boten die Slowaken an, eine dritte Division an die Ostfront zu entsenden, sofern dann ein vollständiges slowakisches Korps mit den dortigen Divisionen gebildet wird. Dieser Vorschlag wurde aber von den Deutschen nicht akzeptiert. Die slowakische Schnelle Division nahm nach Beginn der Sommeroffensive 1942 an der Eroberung von Rostow zusammen mit der SS-Division Wiking teil. Anschließend marschierte sie im Rahmen der 1. Panzer-Armee in den Kuban vor. Während der sowjetischen Gegenoffensive bei Stalingrad half die Schnelle Division den Rückzug aus dem Kaukasus zu decken und wurde dabei fast bei Krasnodar eingeschlossen. Die Überlebenden mussten über eine Luftbrücke ausgeflogen werden, wobei sie ihr gesamtes schweres Gerät zurücklassen mussten. In der Zwischenzeit befanden sich die slowakischen Sicherungs-Divisionen noch in der Ukraine im Einsatz. Während des Jahres 1943 wurde die Reste der Schnellen Division zur slowakischen 1. Infanterie-Division reorganisiert und wurde zum Küstenschutz am Schwarzen Meer eingesetzt. Auch die anderen slowakischen Einheiten, welche an der Ostfront kämpften, hatten große Verluste und wurden aus der Frontlinie herausgezogen und zu Sicherungsaufgaben verwendet. Die Stimmung und Moral fiel ab und beide Divisionen begannen Soldaten durch Desertion zu verlieren. So schlugen die slowakischen Verantwortlichen vor, die beiden Infanterie-Divisionen auf den Balkan oder nach Westeuropa zu verlegen, aber dies wurde von deutscher Seite abgelehnt. Darauf hin verlangten die Slowaken die Rückverlegung der Divisionen in die Slowakei, was wiederum abgelehnt wurde. Es wurde lediglich zugestanden, die slowakischen Divisionen nicht in der Frontlinie einzusetzen, sondern nur für Sicherungsaufgaben. Als dann ein russischer Durchbruch doch den Einsatz der Divisionen erzwang, erwiesen sich die Truppen als unzuverlässig. So wurden sie 1944 in die Reserve überführt, entwaffnet und in Bau-Brigaden umgewandelt, wobei die 1. Brigade in Rumänien und Ungarn und die 2. Brigade in Italien eingesetzt wurde. Unterdessen hatte die Slowakei damit begonnen, zwei neue Divisionen (1. und 2. slowakische Infanterie-Division) aufzustellen, um die Karpaten-Pässe gegen die aufkommenden Sowjets zu verteidigen. Eine dritte Infanterie-Division wurde gerade im Herzen der Slowakei neu aufgestellt, als ein von der Partisanenbewegung ausgehender Aufstand Ende August 1944 ausbrach. Aus Sicht der slowakischen Armeeführung war dieser Aufstand zu früh erfolgt und musste scheitern, weshalb sich die beiden Infanterie-Divisionen von deutschen Truppen entwaffnen ließen. Viele ihrer Soldaten schlossen sich aber den Partisanen in der zentralen Slowakei an und hielten bis Oktober 1944 aus, unterstützt durch eine alliierte Exil-tschechoslowakische Luftlande-Brigade, welche von den Russen eingeflogen wurde und auch viele Deserteure und freigelassene Kriegsgefangene der ehemaligen Schnellen Division beinhaltete. Die Tiso-Regierung blieb an der Macht, unterstützt durch ihre Hlinka-Garde und einer kleinen Streitmacht loyaler Armee-Einheiten. Diese bestanden im Februar 1945 aus einem Infanterie-Regiment, einem Flak-Regiment und einer Artillerie-Batterie. Alle ‘Volks-Deutschen’ kamen zur Wehrmacht, während diese dafür im Austausch Angehörige mit slowakischen Wurzeln zu den slowakischen Einheiten schickte. Aus Teilen der zwei entwaffneten slowakischen Infanterie-Divisionen wurden zwei weitere Baubrigaden gebildet. Die slowakische Armee verwendete hauptsächlich ehemaliges tschechoslowakisches Gerät, obwohl von Deutschland einige Granatwerfer, Panzerabwehrkanonen, Feldkanonen und Flugabwehrgeschütze geliefert wurden. Die slowakische Politik bestand in einer schnellen Rotation zwischen der Heimatarmee und den Divisionen in Russland und ging sogar so weit, dass selbst während der Kriegszeit Wehrpflichtige aus der Armee entlassen wurden, wenn ihre reguläre Dienstzeit beendet war. Im Allgemeinen war das Verfahren, nur einen Elite-Verband an der Front zu halten, mehr …

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