Fallschirmjäger besteigen eine Ju 52


Fallschirmjäger besteigen eine Ju 52

Fallschirmjäger besteigen eine Ju 52

Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • Karthagische Soldaten

    Die Punische Armee von Karthago in den Kriegen gegen die Römer. Stärke, Zusammensetzung und Herkunft sowie Ausrüstung der Soldaten Hannibals. Während seiner frühen Geschichte hatte Karthago nur eine Stadtmiliz für seine Verteidigung, welche in Gefahrenzeiten mobilisiert wurde und anschließend wieder aufgelöst wurde. Nach dem fünften Jahrhundert vor Christus gab es dann keine Miliz mehr und das einzige karthagische Militär waren 2500 junge Männer aus den besten Familien, welche ein Elite-Kavallerie-Korps bildeten und gleichzeitig als Trainingseinheit für die Offiziere der anderen Armeeteile fungierten. Allen anderen Karthager war es verboten, militärischen Verbänden beizutreten. Für Stadtverteidigung, Eroberungen und letztlich zur Verteidigung des gesamten Reiches, setzte Karthago ausschließlich Krieger von Vasallenstaaten oder Verbündeten ein und warb Söldner aus dem ganzen Mittelmeerraum an. Einige Provinzen des Reiches, insbesondere Süd-Spanien, stellten Truppen statt Tribute zu zahlen.   Die Libyer, in deren Land Karthago gegründet wurde, waren ursprünglich nur noch Sklaven, als die Stadt mächtiger wurde. Jedoch zur Mitte des Dritten Jahrhunderts vor Christi erhielten sie den Status tributpflichtiger Bauern. Sie mussten 1/4 ihrer Ernte abgeben und stellten nun einen großen Teil der karthagischen Soldaten. Die karthagischen Armeen des Ersten Punischen Krieges auf Sizilien bestanden weitgehend aus diesen punisch-libyschen Soldaten. Die Baracken in den dreifach gestaffelten Stadtmauern von Karthago konnten insgesamt 24.000 Soldaten, 4.000 Pferde und 300 Elefanten aufnehmen, welche durch punisch-libysche Truppen gefüllt waren. Im Dritten Jahrhundert vor Christi begann Karthago ebenfalls mit einer umfangreichen Rekrutierung von Numidischer Kavallerie und, später, Mooren-Truppen aus Mauretanien. Diese Truppen wurden von numidischen und maurischen Prinzen gestellt, welche mehr oder weniger unabhängige Verbündete waren, und dafür keinen Tribut zu entrichten hatten. Zudem wurden Söldner aus allen Teilen der bekannten Welt angeworben, indem Senatoren zu den Handelszentren gesendet wurden, um mit den lokalen Königen und Prinzen darüber zu verhandeln. Zu Beginn des Zweiten Punischen Krieges gab es etwa eine Million karthagischer Bürger. Etwa 12.000 Karthager und afrikanische Hilfstruppen konnten zur Schlacht von Zama am Ende des Krieges aufgestellt werden. Während des Dritten Punischen Krieges (149-146 vor Christi) konnten 25.000 Fußsoldaten und 400 berittene Adelige von den Bürgern und libyschen Bauern rekrutiert werden. Nach dem Ersten Punischen Krieg (265-241 vor Christi) konnte Karthago 10.000 Bürger im Mamertinen-Krieg (Aufstand unbezahlter Söldner aus dem Ersten Punischen Krieg) stellen und während der Schlacht bei Crimessus auf Sizilien im Jahre 340 vor Christi waren 10.000 Karthager in einer Armee aus 70.000 Mann. All dieses lässt den Schluss ziehen, dass Karthago lediglich nur etwa 10.000 Soldaten aus dieser großen Anzahl von Bürgern im Notfall ziehen konnte. Die afrikanische Infanterie (Bild oben) von Karthago kämpfte bis zur Schlacht an den Trasimenischen Seen (217 v.Chr.) in Phalanx-Formationen. Jede bestand aus etwa 4.000 Mann mit 256 Mann in der Front und 16 Glieder tief. Hierbei verwendeten sie Rüstungen aus Metallhelmen und Kürass, Rundschilde mit 60 cm Durchmesser, zweihändige Piken zwischen 5 und 7 Metern lang und ein kurzes Schwert. Später rüstete Hannibal seine Schwere Infanterie mit den erbeuteten römischen Waffen und Rüstungen aus und übernahm die besten Eigenschaften des Legionärs-Drilles. Dieser Prozess war abgeschlossen bis zur Kesselschlacht von Cannae im nachfolgenden Jahr, zu welcher Zeit die spanische und ein Teil der keltischen Infanterie so ausgerüstet waren und 92.000 römische Soldaten vernichtet wurden. Da Hannibal während seines fünfzehnjährigen Feldzuges in Italien nur einmal Nachschub (4.000 numidische Reiter und einige Elefanten) aus Karthago genehmigt bekommen hatte, ging der Anteil der afrikanischen Infanterie immer weiter zurück. Von den 40.000 karthagischen Infanteristen bei Cannae waren nur 4.000 Leichte und 8.000 schwere Soldaten von der libysch-punischen Infanterie, welche in zwei traditionellen Phalangen links und rechts das Zentrum deckten. Die Karthager wurden durch Pyrrhus, den König von Epirus von 295 bis 272 v.Chr. in die Kunst des Einsatzes von Kriegselefanten eingeführt. Dafür gaben sie ihre Kriegswagen auf und setzten erstmals Elefanten gegen die Römer bei Agrigentum auf Sizilien im Jahr 262 v.Chr. ein. Da Karthago keine direkten Verbindungen nach Indien hatte, setzte es den zwischenzeitlich ausgestorbenen afrikanischen Waldelefanten ein. Zu seiner Zeit konnte diese Art in Marokko, Algerien und an den Rändern der Sahara angetroffen werden. Dieser Elefant konnte jedoch nicht mit dem indischen oder afrikanischen Buschelefanten im zentralen und südlichen Afrika verglichen werden und war erheblich kleiner. Der indische Elefant erreicht eine durchschnittliche Schulterhöhe von drei Metern, der afrikanische Buschelefant sogar 3,5 Meter, aber der afrikanische Waldelefant weniger als 2,5 Meter.   Deshalb war der von den Karthagern eingesetzte Waldelefant zu schmal, um einen Kampfturm zu tragen und es gibt keine Belege, ob überhaupt Krieger auf diesen Elefanten saßen. Es gibt eine Münze, welche einen Elefanten zeigt, auf dem ein Reiter sitzt und es ist daher anzunehmen, dass das Tier selbst die Waffe war. Es konnte erhebliche Wirkungen auf berittene Truppen haben, für deren Pferde der Elefant ungewohnt war. In jedem Fall wurden Elefanten mit entscheidende Wirkung gegen die römische Infanterie und Kavallerie in den Jahren 262 und 255 v.Chr. eingesetzt. Zwar hatten die Römer schon seit der Schlacht von Maleventum im Jahr 274 v.Chr. wirksame Taktiken gegen Elefanten entwickelt, bei denen leichte Truppen Bündel von brennendes Heu gegen diese einsetzten. Es scheint aber so, dass jede Generation von Soldaten erst einmal auf Elefanten treffen musste, bevor sie sich gegen diese erfolgreich behaupten konnte. Deshalb war der Elefant nicht mehr als eine Terror-Waffe, welche in der Lage war, eine Armee in Unordnung zu versetzen, die noch nicht auf diese Tiere getroffen war. Daher waren die Kriegselefanten, nach einigen Erfolgen im Ersten Punischen Krieg, von wenig Wert im Zweiten und Dritten Punischen Krieg. Von den 34 Elefanten, die Hannibal aus Spanien mitnahm, starben alle bis auf sieben während der Überquerung der Alpen und nur einer überlebte den nachfolgenden, harten Winter in Italien. Diese sieben Elefanten wurden nur in der Schlacht von Trebia im Jahr 218 v.Chr. eingesetzt und hatten wenig Auswirkungen, da die römische Kavallerie, gegen die sie dort eingesetzt wurden, sowieso schon zahlenmäßig stark unterlegen war. Wahrscheinlich hat Hannibal später auch einige indische Kampfelefanten mit Kriegern in Türmen eingesetzt, die er aus Ägypten mit Geld von Ptolemy II. bezogen hatte. Im Jahr 215. v.Chr. erhielt er auch noch einige weitere Elefanten aus Karthago, welche er mehr …

  • 3d-Modell M26 Pershing

    Schwerer US-Kampfpanzer M26 Pershing. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell des amerikanischen Panzers aus der Endphase des 2. Weltkrieges und dem Koreakrieg. M26 Pershing Typ: schwerer US-Kampfpanzer. Geschichte: Der schwere Kampfpanzer hatte keinen einfachen Stand bei der US Army während des Zweiten Weltkrieges. Zwar erkannten die Amerikaner frühzeitig den operativen Bedarf für einen schweren Panzer, konzentrierten aber ihr beträchtliches Industriepotential erst einmal auf den Massenausstoß von mittleren Panzern der Typen M3 Lee/Grant und M4 Sherman. Der vielversprechende Entwurf des schweren Panzers M6 verlief trotz konzentrierter Bemühungen im Sande, aber immerhin wurden danach Entwicklungseinrichtungen niedriger Priorität dem schweren Panzer zugestanden. Dieses Zugeständnis wurde untermauert, als die deutschen Panther- und Tiger-Panzer auf dem Schlachtfeld erschienen und der schwere Panzer erhielt eine höhere Priorität. Der ersten Versuche mit einer neuen Generation von schweren amerikanischen Kampfpanzern wurden mit dem neuen mittleren Panzer T20 unternommen. Dieser wurde im September 1942 in Auftrag gegeben und erstmals im Juni 1943 gebaut. Der Panzer hatte eine 76-mm-Kanone und eine Kettenaufhängung, welche ähnlich dem mittleren M4 Sherman-Panzer war. Eine fortlaufende Weiterentwicklung führte zu einer neuen Form der Kettenaufhängung vom Torsionsstab-Typ beim mittleren Panzer T23. Mit dem T25 erschien erstmals eine Version eines schweren Panzers, welcher mit einer neuen 90-mm-Kanone in einem überarbeiteten Turm bewaffnet war. Zwischen Januar und April 1944 wurden 50 Exemplare gebaut. Die ersten vierzig T25 hatten lediglich eine maximale Panzerung von 87 mm wie beim T23, während die letzten zehn eine verstärkte Panzerung erhielten und als ‘schwere’ mittlere Panzer T26 bezeichnet wurden. Bei diesem Entwicklungsstand traten erhebliche Meinungsverschiedenheiten auf. Anfang 1943 hatte die Panzerführung die Ansicht vertreten, dass der Krieg mit dem mittleren M4 Sherman-Panzer gewonnen oder verloren werden würde. Man hatte sich deshalb sehr bemüht, den Sherman sicherer, zuverlässiger und kampfkräftiger zu machen. Weiterhin wies die Panzerführung auf eine An­ordnung hin, durch die Größe und Gewicht von Fahrzeu­gen an die Leistungsfähigkeit der Pionierbrücken gebun­den wurden, und deren Grenzen würde ein schwerer Panzer überschreiten. Es wurde allerdings darauf hingewiesen, dass die deutsche Wehrmacht offensichtlich nicht an der­artige Einschränkungen gebunden war. Daher wurde die umgehende Produktion von 500 T25E1 und 500 schweren T26E1 zur Lieferung noch im Jahr 1944 gefordert, aber der Oberbefehlshaber der Landstreitkräfte hielt die 90-mm-Kanone nicht für einen Kampfpanzer geeignet, da es die Panzerbesatzungen dazu ermutigen würde, auf feindliche Panzer aus Stellungen heraus zu lauern, anstatt anzugreifen. Nach der amerikanischen Panzer-Doktrin waren jedoch nur die schnellen und nur schwach gepanzerten Jagdpanzer M10 und M18 für die Panzerjäger-Rolle zuständig. Diese etwas weltfremde Anforderung war erst vom Tisch, als am 1. Juni 1944 eine Bewertung der US-Truppenführung aus Europa eintraf, welche keine Fahrzeuge mehr mit 75-mm- oder 76-mm-Kanonen ab 1945 erhalten wollte, sondern Panzer mit 90-mm-Kanonen und 105-mm-Haubitzen im Verhältnis von eins zu vier. Diese Anforderung wurde vom amerikanischen Heeres-Generalstab bestätigt und der T26 wurde Ende Juni 1944 als schwerer Panzer T26E1 bezeichnet und wurde zum Prototypen für den M26 Pershing. Es wurden umfassende Versuche mit dem T26E1 vorgenommen und zahlreiche Detailverbesserungen für die endgültigen Serienfahrzeuge vorgenommen. Dazu gehörten Verbesserungen bei der Kraftübertragung und der Motorkühlung, ein überarbeitetes elektrisches System, das Entfernen des Turmkäfigs um mehr Munition laden zu können, ein besserer Zugang zum Motor und ein größerer Luftreiniger. Im August 1944 empfahl dann das amerikanische Ausrüstungs- und Beschaffungsamt, den T26E1 als schweren Standard-Kampfpanzer in die Produktion zu nehmen. Der Widerstand war jedoch noch immer stark und die Heeres-Streitkräfte erklärten, dass das Fahrzeug nicht als Standard akzeptiert werden könnte, bis das Armored Force Board die Modifikationen für die Produktion ebenfalls getestet und genehmigt hat. Bereits im vorgehenden Juli hatte die Heeres-Streitkräfte schon versucht, den T26E1 mit der 76-mm-Kanone neu bewaffnen zu lassen, ein Vorschlag, welcher vom amerikanischen Ausrüstungs- und Beschaffungsamt einfach ignoriert wurde. Damit der Verteidigungsaus­schuß seine Zustimmung für den neuen schweren Panzer geben und die Kampftüchtig­keit des Fahrzeuges bestätigt wurde, sah sich der Kriegs­minister gezwungen, 20 der T26E3 (M26 Pershing) zur Erpro­bung auf den europäischen Kriegsschauplatz zu schicken. Die Produktion dieser 20 T26E3 hatte im November 1944 begonnen und diese sollten zur Kampferprobung Anfang Dezember nach Europa geschickt werden. Wieder stellten sich die Heeres-Streitkräfte dagegen und forderten eine einmonatige Testphase bei der Panzertruppe in Amerika. Doch gerade in dieser Zeit schlugen am 16. Dezember 1944 zwei deutsche Panzer-Armeen auf die 1. US-Armee in den Ardennen ein. Dabei wurde klar, dass der M4 Sherman mit seiner dünnen Panzerung und selbst mit der besseren 76-mm-Kanonen unzulänglich war. Dies führte dazu, dass am 22. Dezember der US-Generalstab in die Angelegenheit einschritt und die sofortige Verschiffung aller verfügbaren T26E3 ohne weitere Erprobungen nach Europa anordnete. Die ersten 20 T26E3 wurden im Januar 1945 nach Europa verschifft und Anfang Februar wurden diese der 3. und 9. US-Panzerdivision zugeteilt. In dieser Mission Zebra bewies der M26 Pershing seine Kampfkraft, worauf Über­nahme und Produktion vorankamen. Die Ardennen-Offensive hatte die Bestrebungen des amerikanische Ausrüstungs- und Beschaffungsamt bestätigt, einen Panzer mit einer 90-mm-Kanone in den Einsatz zu bringen und im Januar 1945 hatten die Heeres-Streitkräfte auch keine Probleme mehr damit, den T26E3 als kampffähig einzustufen. Der Ruf nach mehr Fahrzeugen dieser Art wurde aus Europa immer lauter, wo die amerikanischen Panzerbesatzungen endlich einen neuen schweren Panzer hatten, der es im Feuergefecht mit dem Tiger aufnehmen konnte und dazu noch viel mobiler war. Die vollständige Serienproduktion des T26E3 begann im Januar 1945 im Grand Blanc Arsenal, wo von November 1944 bis Juni 1945 insgesamt 1.190 Stück hergestellt wurden. Ab März bis zum Juni 1945 wurden weitere 246 Panzer im Detroit Arsenal gebaut. Im März 1945 wurde der T26E3 offiziell als schwerer Panzer M26 ‘General Pershing’ – dem Begründer der ame­rikanischen Panzertruppen im Ersten Weltkrieg – bezeichnet, wobei der Zusatz in der Regel auf ‘Pershing’ verkürzt wurde. Der M26 Pershing kam zwar zu spät, um noch entscheidend in den Kriegsverlauf in Europa eingreifen zu können, aber eine größere Anzahl wurden jedoch in den Pazifik geschickt und auf Okinawa eingesetzt. Aber unter den dortigen Bedingungen konnte ein schwerer Panzer nicht sein vollständiges Potenzial ausspielen. In Korea wurde der M26 Pershing jedoch in großem Maßstab ein­gesetzt und war für längere Zeit einer der hauptsächlichen Kampfpanzer der mehr …

  • Formation von Lancaster-Bombern

    Schwerer Bomber Avro Manchester, Lancaster Mk I, II und Spezial der RAF. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Avro 683 Lancaster Typ: Schwerer Bomber der RAF. Geschichte der Lancaster: Der Avro Lancaster, ohne Zweifel eines der bedeuteten Bombenflugzeuge des 2. Weltkrieges und eines der herausragenden Militärflugzeuge der Luftfahrtgeschichte, verdankt seine Entwicklung den Problemen, mit welchen das Vorgängermodell Avro Manchester zu kämpfen hatte. Wie immer man auch zur britischen Nachtoffensive auf die deutschen Städte steht, deren vorgebliches Ziel die Schwächung der deutschen Rüstungswirtschaft war, so erhielten doch mit 10 Victoria-Cross-Auszeichnungen Besatzungen der Lancaster die meisten der höchsten militärischen Orden ihres Landes von irgendeinem Flugzeugtyp (insgesamt 32 Victoria Cross wurden während des Zweiten Weltkrieges an Flugzeugbesatzungen oder Piloten verliehen). Mit der Spezifikation P.13/36 hatte die Royal Air Force ursprünglich die Entwicklung eines starken und sehr großen Bomber mit zwei Motoren vorgesehen, für welchen einer der neusten, leistungsfähigen Antriebe verwendet werden sollte, welche zu diesem Zeitpunkt gerade entworfen wurden. Insbesondere der neue Rolls-Royce 24-Zylinder X-Motor wurde favorisiert. Rolls-Royce Entscheidung von 1935 zur Produktion seines sehr starken Motors aus zwei Peregrine-Zylinder-Blöcken zu einem Kurbelgehäuse (das untere Paar umgekehrt für eine X-förmige Auslegung) veranlasste das englische Luftfahrtministerium daher eine Spezifikation für einen zweimotorigen, schweren Bomber von beispielloser Leistungsfähigkeit auszustellen. Avro Manchester Handley Page erkannte vorab die Problematik, einen großen Bomber mit nur zwei Motoren zu bauen und entwickelte seinen Halifax-Bomber mit vier Merlin-Motoren, während sich Avro für den Einbau eines doppelten Vulture-Boxermotors gemäß der Spezifikation entschied und seinen Typ 679 Avro Manchester am 25. Juli 1939 zum erstenmal fliegen ließ. In vielen Belangen war die Avro Manchester der beste aller neuen schweren Bomber, aber der Motor war nicht zu bändigen und musste gedrosselt werden, da er extrem unzuverlässig war. Ursprünglich hatte der Avro Manchester zwei Flossen, jedoch wurde bei der Produktion der Mk I eine feste, mittlere Flosse hinzugefügt. Der Großteil der 209 Bomber bekam jedoch zwei größere Flossen und keine mittlere und wurde als Mk IA bezeichnet. Die Situation mit den Motoren war so hoffnungslos, dass die Aufträge zum Bau der Avro Manchester bei Armstrong Withworth und Fairey aufgegeben wurden und Metropolitan-Vickers den Bau nach dem 32. Flugzeug stoppte. Avro baute das Flugzeug jedoch weiter bis die neue Lancaster den Platz einnehmen konnte und die ersten davon erhielten noch die Rümpfe der Manchester mit einer Reihe von kleinen Fenstern auf jeder Seite. Bis November 1941 wurden dann insgesamt 209 Manchester-Bomber gebaut, doch blieb die Zuverlässigkeit und Leistung der gekoppelten Boxermotoren so unbefriedigend, dass die Produktion gestoppt werden musste. Zu diesem Zeitpunkt waren schon 8 Bomberstaffeln vollständig und zwei weitere zum Teil mit der Manchester ausgestattet worden und das Flugzeug wurde auch vom Küstenkommando verwendet. Bis Juni 1942 wurden sie jedoch dann in allen Staffeln ersetzt und verschrottet. Animation 3d-Modell Avro Manchester: Avro Lancaster Der Rumpf und der Entwurf der Manchester war jedoch äußerst brauchbar, weshalb bereits 1940 beschlossen wurde, ein noch größeres Modell mit diesmal vier einzelnen Merlin-Motoren zu entwickeln. Diese erste Avro Lancaster (Nummer BT 308) machte ihren Jungfernflug noch als Manchester III zu Beginn des Jahres 1941. Die Flugleistungen waren so überragend, dass der neue Bomber sofort die Manchester auf den Fließbändern ersetzte. Dabei wurden schon im Bau befindliche Manchester einfach als Lancaster fertiggestellt, welche daran zu erkennen sind, dass diese noch rechteckige Fenster im hinteren Rumpfabschnitt hatten. Zum Zeitpunkt als ‘Bomber-Harris’ den Befehl über das britische Bomberkommando übernahm, befand sich die 44. Squadron in Waddington seit Dezember 1941 und die 97. Squadron ab Januar 1942 in der Umrüstung auf den neuen Bomber. Der erste Kampfeinsatz erfolgte am 25. Januar 1942, bei welchem Minen in den Aas-Fjord in Norwegen geworfen wurden, um das deutsche Schlachtschiff Tirpitz am Auslaufen zu hindern. Es folgten ab März 1942 weitere Minenoperationen über der Helgoländer Bucht, wobei in der Nacht vom 24./25. März der erste Verlust einer Lancaster erfolgte. Der erste strategische Bombereinsatz kam am 25./26. März 1942, als beide Staffeln bei einem Nachtangriff auf Essen im Rahmen einer RAF-Streitmacht von 254 Bombern teilnahmen. Bis Ende März hatte das Bomberkommando 54 Lancaster erhalten und begann mit der Ausrüstung einer dritten Staffel. Der erste strategische Tages-Einsatz als Bomber erfolgte am 17. April 1942, als die 44. und 97. Squadron einen waghalsigen Überraschungsangriff bei Tageslicht auf die MAN-Werke in Augsburg unternahmen. Dabei wurden die Lancaster aber von deutschen Bf 109 und Fw 190 Jägern angegriffen und so wurden sieben der Bomber abgeschossen. Nur 12 der 17 abgeworfenen Bomben explodierten, verursachten aber starke Schäden in einem begrenzten Fabrikbereich, was drei Prozent der Fertigungsanlagen zerstörte. Der wichtigste Angriff der Lancaster des Bomberkommandos richtete sich in der Nacht vom 17./18. August 1943 gegen die Raketenversuchsanstalt Peenemünde. Insgesamt nahmen an dem einzigartig durchgeführten Angriff 324 Lancaster, 218 Halifax und 54 Stirling-Bomber teil. 40 Bomber des Angriffsverbandes, darunter 23 Lancaster, wurden von deutschen Nachtjägern, worunter sich 12 mit der neuen ‘Schrägen Musik’ ausgerüstete Maschinen befanden, abgeschossen. Die 6,7 Prozent Verluste waren es der RAF wert, Peenemünde schwer zu treffen, 180 leitende Techniker zu töten und das V-2-Raketenprogramm um mehrere Monate zu verzögern. Bis zum Kriegsende flogen die Lancaster dann insgesamt 156.000 Einsätze in Europa und warfen dabei 608.612 t Bomben ab. Die Gesamtproduktion betrug, einschließlich der bei Victory Aircraft in Kanada gebauten Flugzeuge, 7.377 Stück, von denen 3.425 Mk I und 3.039 Mk III mit den in den USA von Packard gebauten Motoren waren. Benutzer: England (RAF mit englischen, kanadischen und polnischen Staffeln), Australien, Kanada, Neuseeland. Einsatzleistung der Lancaster-Bomber Der Befehlshaber des englischen Bomberkommandos, genannt Bomber-Harris, fasste folgendes über die Avro Lancaster zusammen: ‘Man kann eine Lancaster vier Halifax-Bomber vorziehen. Die Halifax erleidet viermal so viele Verluste für die gleiche abgeworfene Bombenmenge. Niedrige Flughöhe und kürzere Reichweite machen sie zu einer Verlegenheitslösung bei der Planung von Angriffen zusammen mit der Lancaster.’ Tatsächlich aber erlitten die Lancaster eine höhere Verlustquote als der Halifax während der Tagesangriffe, welche gegen Ende des 2. Weltkrieges vorherrschten. Außerdem kamen im Verhältnis mehr ihrer Besatzungsmitglieder ums Leben, wenn ihr Flugzeug abgeschossen wurde. Es wird auch vielfach vermutet, dass die Besatzungen von Lancaster-Bombern aufgrund der größeren Flughöhe und ihrer mehr …

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