Im Inneren einer Ju 52.


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Im Blickpunkt:
  • Zerstörer der Leningrad-Klasse

    Zerstörer der sowjetischen Roten Flotte im Zweiten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder. Gordi, Silni, Opitny, Ognevoi, Leningrad-Klasse Typ: russische Zerstörer gebaut von 1932 bis 1945. Gordi-Klasse In den 1930er Jahren wollten die Russen ihre Flotte modernisieren und schauten sich nach ausländischer Hilfe bei dem Entwurf neuer Kriegsschiffe um. Neben den Kreuzern der Kirow-Klasse erhielten sie für die neu geplanten Zerstörer ebenfalls Unterstützung von den Italienern. Die daraus resultierende Gordi-Klasse hatte deshalb eine offensichtlich starke Ähnlichkeit mit den italienischen Zerstörern dieses Zeitraums. Wahrscheinlich deshalb waren diese Zerstörer mit ihren Materialstärken und der Form der Schiffskörper auch eher für das Mittelmeer anstatt für die Arktis geeignet, da sie nicht sonderlich widerstandsfähig und seetüchtig waren. Auch konnten die Antriebsmaschinen in der Sowjetunion nicht so präzise wie in Italien nachgebaut werden, sodass es mit den Anlagen immer wieder zu Problemen kam. Deshalb wurde die Konstruktionsgeschwindigkeit von 38 Knoten selten erreicht. Silni-Klasse Die nachfolgende Silni-Klasse wurde von 1936 bis 1942 gebaut. Nach der Erkenntnis, dass der italienische Entwurf des Zerstörers Typ VII bzw. Gordi-Klasse zu leicht gebaut für den Einsatz in der Arktis war, führte dies zum Typ VIIU (Uluschonny = verbessert) und das zwanzigste und dreißigste Schiff wurden noch während des Baus auf der Werft geändert. Diese geänderten Zerstörer Silni und Storozhevoi hatten eine Einheitsmaschine, sodass zwei Schornsteine anstatt eines einzigen, gekrümmten, vorhanden waren. Der Rumpf wurde verstärkt und die Gelegenheit wahrgenommen, die Antriebskraft geringfügig zu verstärken. Die starken Vibrationen der Turbinen, welche die vorherige Gordi-Klasse gequält hatte, wurde scheinbar bei diesen überarbeiteten Zerstörern behoben. Beide Schiffe wurden so zu einer wesentlichen Verbesserung und waren der Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung der russischen Zerstörer. Diese geänderten und verstärkten Schiffe der Silni-Klasse hatten eine einheitliche Maschinenanlage, zwei Schornsteine, dickere Platten und einen seetüchtigen Schiffskörper. Die Flak-Bewaffnung wurde verstärkt und später – gegen Kriegsende – modernes elektronisches, von Großbritannien und den USA geliefertes Gerät, eingebaut. Auf der Zhdanov-Werft in Leningrad wurden Storozhevoi, Silni, Surovy, Serdity, Strashny, Spokoiny, Skory, Stany, Svirepy, Strongy und Stroiny gebaut. Auf der Ordzonikidze-Werft, ebenfalls in Leningrad, wurden Smely (ex-Letuchy), Stoiky (ex-Lilkhoi) und Slavny gebaut. Auf der 61 Kommunar-Werft in Nikolajew wurden Smygleny und Soobrazitelny gebaut. Auf der Marti-Werft in Nikolajew wurde Svobodny gebaut. Auf der Werft von Sewastopol wurden Sposobny und Sovershenny gebaut. Am 27. Juni 1941 wurde Storozhevoi der Bug durch einen Torpedo eines deutschen S-Boots in der Irben-Strasse Weggeschossen. Sie wurde mit dem Bug eines unvollständigen Zerstörers der Ognevoi-Klasse wiederhergestellt und trat 1943 wieder zur Flotte. Serdlity und Smely wurden beide im Juli 1941 versenkt, ersterer durch eine Bombe bei der Insel Ösel und das andere Schiff durch eine Mine im Golf von Riga. Starny sank ebenfalls durch eine Mine vor Ösel am 18. August 1941, während Skory auf gleiche Weise vor Kap Juminda verloren ging. Sovershenny lief während einer Probefahrt im Schwarzen Meer auf eine Mine und während der anschließenden Reparaturen im Dock von Sewastopol wurde sie von einer Bombe getroffen und fiel um. Nachdem das Schiff wieder aufgerichtet war, wurde es durch Artilleriefeuer im April 1942 zerstört. Surovy war ein weiteres Minenopfer, diesmal vor Hangö in Finnland im November 1941. Smyshleny lief in der Straße von Kertsch im März 1942 ebenfalls auf eine Mine. Deutsche Flugzeuge zeichneten sich für die Zerstörung von Svobodny in Sewastopol im Juni 1942 sowie für Sposobny vor der Küste der Krim im Oktober 1943 verantwortlich. Soobrazitelny unternahm zusammen mit dem Flottillen-Führer Taschkent einige Fahrten in das belagerte Sewastopol und rettet die Überlebenden auf letzterem, als Taschkent bei einem Luftangriff versenkt wurde. Der große und schnelle Zerstörer und Flottillen-Führer Taschkent war von Italien im russischen Auftrag 1937 gebaut worden. Jedoch war auch dieses Schiff zu leicht gebaut und hatte andere, zahlreiche Kinderkrankheiten. Der Verbleib von Spokoiny ist unklar. Das Schiff wurde von Leningrad aus in die Arktis geschleppt und dann nach Molotovsk, wo sich seine Spur verliert. Womöglich ging der Zerstörer 1944 oder 1945 verloren. Stoiky wurde 1943 in Vitse-Admiral Drozd umbenannt. Wie die meisten überlebenden Schiffe der Klasse wurde sie Ende der 1950er Jahre verschrottet, da alle Schiffe einen sehr anstrengenden Einsatz während des Zweiten Weltkrieges hatten. Das einzige noch existierende Schiff ist die heroische Soobrazitelny, welche nach ihrer Außerdienststellung 1966 als Museumsschiff der Schwarzmeer-Flotte in Nikolajew konserviert wurde. Zerstörer Opitny Der Zerstörer Optiny wurde zwischen 1936 und 1941 gebaut. Opitny wurde als Versuchsschiff entworfen, um eine einheitliche Klasse von Hochgeschwindigkeits-Zerstörern herzustellen. Schiffe dieser Art waren schon immer eine russische Obsession, da die beiden Hauptflotten in jeweils abgeschlossenen Seegebieten operieren mussten. Das Schiff war der erste russische Zerstörer, welcher ohne ausländische Hilfe gebaut wurde. Auf Stapel in der Werft Zholanov in Leningrad im Jahr 1936 gelegt und 1941 in Dienst gestellt. Sie verfügte nur über drei einzelne 13-cm-Geschütze gegenüber den vier auf den vorhergehenden italienischen Entwürfen, um bessere See-Eigenschaften und eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen. Dafür wurde die Torpedo-Bewaffnung von sechs auf acht erhöht, jeweils in zwei Gruppen zu je vier Rohren. Dies unterstreicht die überfallartige Taktik, für welche Optiny vorgesehen war. Die Flugabwehr-Bewaffnung bestand aus vier einzelnen 45-mm und drei einzelnen 37-mm-Kanonen. Es gab Abwurfrollen für maximal 60 Seeminen an jeder Seite des Schiffes. Die Turbinen von Opitny produzierten 70.000 PS gegenüber 48.000 PS bei der Gordi-Klasse und hatte die verbesserte Maschinenanordnung wie bei der Silni-Klasse. Der Vortrichter war dünner als der zweite Schornstein, was die Ursache in einen Heizraum vorne und zwei weitere hinten hatte. Es wird berichtet, dass Optiny ihre Entwurfsgeschwindigkeit übertraf, wobei 41,6 Knoten bei Probefahrten erreicht wurden. Allerdings war der leicht gebaute Rumpf nicht passend für die Vibrationen der Maschinen, welche bei hoher Fahrt entstanden. Noch mehr litt der Rumpf, wenn das Schiff Salven aus seinen Geschützen abfeuerte. So bestand der Kriegseinsatz lediglich als schwimmende Batterie bei der Verteidigung von Leningrad und Optiny wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg verschrottet. Ognevoi-Klasse Die Entwurfsarbeiten an der Ognevoi-Klasse begannen 1937 und es sollten 30 Schiffe gebaut werden. Davon wurden 17 zwischen 1939 und 1941 auf Stapel gelegt. Otlichny, Otvaszhny, Odarenny und vier unbenannte Schiffe wurden auf der Nikolajew-Werft bei Leningrad auf Stapel gelegt. Ognevoi, Ozornoi, Opasny mehr …

  • Messerschmitt Me 264V1

    Messerschmitt Me 264 ‘Amerika’-Langstreckenbomber. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken und Bilder des Amerika-Bombers, Parasiten-Jäger Me 328 und weiterer Langstrecken-Bomber-Projekte. Messerschmitt Me 264 Typ: Langstrecken-Bomber. Geschichte Inoffiziell als ‘Amerika-Bomber’ bezeichnet, war der Entwurf der Messerschmitt Me 264 ein unbewaffneter Langstreckenbomber mit der außergewöhnlich großen Reichweite von 45 Stunden Flugzeit, welcher auf der Strecke von Berlin nach New York 1.800 kg Bomben mitführen sollte. Die Arbeit an drei Prototypen unter Dr. Konrad begann 1941 und die Me 264 V1 (RE+EN) flog erstmals am 23. Dezember 1942. Das Versuchsflugzeug wurde von vier Jumo 211J-1 Motoren in serienmäßigen Motorgehäusen der Ju 88A-4 angetrieben und verfügte über einen Treibstoffvorrat von 25.250 Litern in den Flügeln. Der Flug dauerte jedoch nur 22 Minuten, da sich durch einen Fehler das Fahrwerk nicht einziehen ließ. Am 23. März 1943 trat bei der V1 ein weiteres Versagen des Fahrwerks auf. Zwischen August 1943 und April 1944 wurde die Me 261 V1 mit vier BMW 801 G-2 Sternmotoren ausgerüstet. Nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 wurde das Konzept des Amerika-Bomber dahingehend geändert, dass ein Flugzeug mit sechs Motoren und größerer Bombenzuladung verlangt wurde. Deshalb wurden die Prototypen V2 und V3 als Aufklärungsflugzeug Me 264A weiterentwickelt, mit vergrößerter Flügelspannweite, BMW 801-Motoren, Leuchtfackeln, drei Fotokameras und einem zusätzlichen Treibstofftank im Bombenschacht. Motoren und wichtige Bestandteile der Flugzeugzelle waren gepanzert und als Abwehrbewaffnung waren zwei 20-mm MG151 und vier 13-mm MG131 vorgesehen. Die unbewaffnete Me 264 V2 sollte auch BMW-Motoren erhalten und die Flügelspannweite wurde auf 43 Meter vergrößert. Der Prototyp V2 wurde jedoch Ende 1943 oder Anfang 1944 (unterschiedliche Quellenlage) bei einem alliierten Luftangriff zerstört, noch bevor er ein einziges Mal fliegen konnte. Die V1 wurde nach 49 Probeflügen der Transportstaffel 5 in Memmingen zugeteilt und am 16. April 1944 ebenfalls bei einem Luftangriff zerstört. Während dieser Testflüge wurden verschiedene Motoren ausprobiert und es kam dabei immer wieder zu Verzögerungen aufgrund von Stabilitätsproblemen und Leitwerks-Flattern. So blieb nur die V3 übrig, welche der Prototyp für die geplante A-Serie sein sollte. Mit einer Spannweite von 43 Metern sollte das Flugzeug 565 km/h in einer Flughöhe von 8.000 Metern bei einem Gewicht von 49.000 kg erreichen. Die maximale Reichweite lag bei 12.500 km. So weit bekannt, wurde das Flugzeug aber niemals fertiggestellt und das gesamte Programm des sechsmotorigen Me 264 Amerika-Bombers wurde Ende 1944 eingestellt. Der geplante ‘Amerika-Bomber’ Me 264B wurde mit sechs Motoren entworfen. Es blieb hierbei aber nur beim Entwurf, da der Kriegsverlauf die weitere Entwicklung illusorisch machte. Eine Reihe weiterer Versionen waren ursprünglich geplant worden, darunter eine mit Turboprop- oder Hilfs-Turbojet-Motoren und eine mit einem Me 328 Eskort-Jäger. Diese kleinen und billigen ‘Parasiten’-Jäger Me 328 wurden für die He 177 und Me 264 entwickelt und sollten bei Gefahr von der Trägermaschine freigegeben werden, um diese zu verteidigen oder mit einer angebrachten Bombe von 1.000 oder 1.400 kg zielgenaue Punktangriffe zu fliegen. Die Version A-3 sollte dabei sogar vom Mutterflugzeug in der Luft aufgetankt werden können. Spezifikationen für Messerschmitt Me 264 Amerika-Bomber Spezifikationen: Bewaffnung: Einsatzstatistik: Parasiten-Jäger Me 328 Auf der Grundlage früherer Studien der Firmen DFS und Messerschmitt nahm das Projekt der Me 328 im Frühjahr 1943 Fahrt auf. Ursprünglich war das Flugzeug als billiger, weitgehend entbehrlicher ‘Parasiten’-Jäger gedacht, welcher an einem Langstreckenbomber vom Typ He 177 oder Me 264 angebracht werden sollte, um diesen bei Angriffen feindlicher Jäger zu schützen. Schließlich wurden drei Jäger- und drei Jagdbomber-Versionen vorgeschlagen: die mit kurzen Flügeln versehene Me 328A-1 mit zwei Geschützen MG 151 und zwei Pulsstrahltriebwerken. Die mit längeren Flügeln, vier Pulsstrahltriebwerken und zusätzlich zwei weiteren MK 103 Maschinenkanonen auf insgesamt 4 Geschützen verstärkte A-2. Die A-3, welche der A-2 ähnlich war, aber auch im Flug betankt werden konnte. Die Jagdbomber B-1 und B-2, welche den Jägern A-1 bzw. A-2 ähnlich waren, aber zusätzlich eine 1.000-kg-Bombe tragen sollten. Schließlich noch die B-3 mit einer 1.400-kg-Bombe. Drei Prototypen wurden von der DFS gebaut und sieben von Jacob Schweyer Segelflugzeugbau. Als Erstes wurde die V1 ohne Triebwerk vom Rücken einer Do 217E aus im Flug getestet. Dabei stellte sich heraus, daß der Entwurf aerodynamisch schlecht war. Die Argus As014 Pulsstrahltriebwerke wurden in Anordnungen von zwei oder vier Stück unter den Flügeln und an den Rumpfseiten ausprobiert, aber ihre lauten Geräusche und Vibrationen verursachten ständige Probleme. Deshalb wurden die Jäger der Me 328A-Serie schließlich aufgegeben. Schweyer begann mit dem Bau einiger Me 328B-Prototypen, für die vorgeschlagen wurde, sie vom 5./KG 200 als Gleitbomben zu verwenden. Die Flugzeuge wurden aber niemals fertiggestellt und das schließlich geplante Projekt der Me 328C mit Jumo 004B-Strahltriebwerken wurde niemals durchgeführt. Die Me 328B-1 hatte zwei AS014 Pulsstrahltriebwerke mit je 300 kg Schub, eine Spannweite von 8,60 Metern, eine Länge von 6,83 Metern, eine Flügelfläche von 9,40 m² und wog beladen 3.230 kg. Damit konnte sie 698 km/h Höchstgeschwindigkeit bei einer Gipfelhöhe von 4.000 Metern erreichen und hatte eine Reichweite von bis zu 750 Kilometern. Weitere Langstrecken-Bomber-Projekte Zwei weitere ‘Amerika’-Langstreckenbomber wurden von den Firmen Junkers und Focke-Wulf auf den Weg gebracht. Dies war zu einem die Junkers Ju 390, welche von Diplom-Ingenieur Kraft aus der Ju 290 entwickelt wurde. Den Ursprung hatten die Flugzeuge in dem Ju 89 Bomber. Aus diesem wurde die Ju 90 als kommerzielles Transportflugzeug für die DLH (Deutsche Lufthansa) entwickelt, welche erstmals am 28. August 1937 flog. Diese zivile Ju 90S mit starkem BMW 139 Motoren war der Stolz der Lufthansa. Bis 1939 flog die Maschine mit neuen Flügeln und den BMW 801 Motoren. 1940 wurden einige der Flugzeuge von der Luftwaffe zum Einsatz beim Unternehmen Weserübung, der Invasion von Norwegen, übernommen.   Mehrere der Ju 90 wurden Prototypen der Militärversion Ju 290. Die Ju 290A-0 und A-1 Transportflugzeuge wurden erstmals für die Luftbrücke nach Stalingrad im Winter 1942/43 verwendet. Von der Ju 290 wurden 65 gebaut, einschließlich fünf Ju 290A-1, drei A-2, fünf A-4, 29 A-5, etwa 12 A-7 und eine A-8. Diese unterschieden sich hauptsächlich bei Abwehrbewaffnung und Treibstoffzuladung und wurden erstmals Anfang 1943 eingesetzt. Die A-8 trug dabei mit zehn MG 151 und drei MG 131 die schwerste Abwehrbewaffnung eines im Zweiten Weltkrieg eingesetzten mehr …

  • Tirpitz in Norwegen

    Schlachtschiff Tirpitz. Geschichte, Bau, Einsätze, Spezifikationen und Fotos des deutschen Kriegsschiffs des Zweiten Weltkriegs. Schlachtschiff Tirpitz der Bismarck-Klasse. Typ: Schlachtschiff. Entwurf und Bau der Tirpitz Baugleich in fast allen Bereichen zum Schlachtschiff Bismarck, war die Karriere der Tirpitz in jedem Fall so lange und unspektakulär, wie die ihres Schwesterschiffs kurz und heldenhaft war. Doch dies würde die praktischen Erfolge beider Schiffe ignorieren, von denen eines zwar einen berauschenden, zehntägigen Kampf im Atlantik gegen die halbe britische Royal Navy während des Unternehmens Rheinübung austrug, der jedoch mit dem Austausch des brandneuen deutschen Schlachtschiffs gegen einen alten und nicht modernisierten Schlachtkreuzer endete. Dagegen zwang die Tirpitz die Briten dazu, über Jahre zwei Schlachtschiffe, einen Flugzeugträger und andere Flotteneinheiten in Gewässern zu halten, in denen sie eigentlich nicht notwendig waren und an anderen Stellen ebenfalls dringend benötigt wurden. Und dies alles nur durch ihre Anwesenheit in bedrohlichen Lauerstellung in norwegischen Fjorden. Das Schlachtschiff Tirpitz wurde in der Marinewerft von Wilhelmshaven im Oktober 1936 auf Kiel gelegt, hatte seinen Stapellauf am 1. April 1937 und war für die See-Erprobung am 25. Februar 1941 fertiggestellt worden. Sie unterschied sich von ihrem Schwesterschiff in kleineren Details, wie die Anordnung des Flugzeughangars und Kräne und die Anbringung von zwei Vierfach-Torpedorohr-Halterungen für den Einsatz gegen Handelsschiffe. Erprobungsfahrten in der Ostsee und Verbesserungsarbeiten am Schiff in Kiel dauerten 7 Monate, sodass Tirpitz nicht vor dem 20. September 1941 die Einsatzbereitschaft meldete. Einsätze der Tirpitz Sie wurde anschließend sofort auf ihre erste Mission geschickt, einer ereignislosen Kreuzfahrt vor den Aland-Inseln, an der Mündung des Golfs von Finnland. Dort sollte sie einen womöglichen Ausbruch der sowjetischen Ostseeflotte aus Leningrad zwischen dem 26. und 29. September zu verhindern helfen. Anschließend blieb Tirpitz in der Ostsee und unternahm Ausbildungsübungen bis zum 12. Januar 1942, als sie von Kiel aus durch den Nordostsee-Kanal nach Trondheim in Norwegen ging. Wie ihr Schwesterschiff sollte sie nie mehr nach Deutschland zurückkehren. Tirpitz vorrangige Rolle war es, die alliierten Seeverbindungen nach Nord-Russland zu stören, entweder durch unmittelbares Handeln oder durch die Androhung des abfangen der nach Murmansk und Archangelsk laufenden Arktis-Konvois. Ihr einziger vollständiger Ausfall zu diesem Zweck erfolgte am 6. März 1942, als sie aus Trondheim auslief um den nach Murmansk laufenden Konvoi PQ 12 abzufangen. Jedoch wurde sie durch britische U-Boote schon kurz nach dem Auslaufen gesichtet und gemeldet, sodass die britische Admiralität den Kurs des Konvois rechtzeitig ändern konnte. So fand das Schlachtschiff mit seinen drei begleitenden Zerstörern nicht sein Ziel. Zudem wurde sie durch abgefangene und decodierten Funksignale aufgespürt und entging Angriffen von britischen Flugzeugen vom Flugzeugträger Victorious am 9. März nur knapp. Das Schlachtschiff Tirpitz erzielte indirekt ihren größten Erfolg gegen einen Konvoi Anfang Juli 1942, durch einfache Vorverlegung von Trondheim zum Altenfjord, im äußersten Norden von Norwegen. Ihre dortige Anwesenheit in der Nähe der Route des Artkis-Konvoi PQ 17 verleitete die in Panik geratene britische Admiralität am 4. Juli dazu, den Konvoi aufzulösen und die Handelsschiffe sich zerstreuen zu lassen. Tirpitz lief erst am 5. Juli aus, wurde dreimal beobachtet und gemeldet sowie von einem russischen U-Boot angegriffen, während eines Einsatzes der nicht einmal 12 Stunden dauerte. Sie hatte daher keinen direkten Anteil an der Versenkung von 24 alliierten Schiffen aus dem Konvoi. Obwohl sie nie mehr auslief, um einen Konvoi anzugreifen, genügte alleine die von ihr ausgehende Bedrohung, dass die Royal Navy mindestens zwei Großkampfschiffe und einen Flottenträger in den Heimatgewässern bereithalten musste, um die Arktis-Konvois und den Zugang in den Nordatlantik zu schützen. Im Oktober 1942 scheiterte ein Versuch, sie mit Zwei-Mann-Torpedos (sogenannt Chariots, Torpedo-ähnliche U-Boote) in Trondheim anzugreifen, wo sie sich zu einer Umrüstung aufhielt. Die Zwei-Mann-Torpedos gingen schon 8 km vor Erreichen der Tirpitz verloren. Tirpitz war wieder einsatzfähig Ende Januar 1943 und im März wurde sie in den Altenfjord, welcher ihre ständige Basis für die nächsten 19 Monate werden würde, verlegt. Hier erhielt sie Verstärkung durch den Schlachtkreuzer Scharnhorst und den Schweren Kreuzer Lützow. Große Dinge wurden von diesem mächtigen deutschen Geschwader im Frühjahr und Sommer 1943 erwartet, aber die Briten nahmen die Herausforderung nicht an und schickten die schweren Einheiten der Home Fleet zur Unterstützung in das Mittelmeer und setzten alle Arktis-Konvois bis November 1943 aus. So blieben die deutschen Großkampfschiffe ohne ein Ziel. Schließlich wurde für Tirpitz und Scharnhorst Anfang September eine andere Aufgabe gefunden, wenn auch der Beschuss und die Invasion des nahezu unverteidigten Spitzbergen kaum eine würdige Aufgabe für diese mächtigen Schiffe war. Sie waren zwischen dem 6. bis 9. September auf See und dieser See-Einsatz war auch der letzte für das Schlachtschiff Tirpitz. Am 22. September wurde sie dann von zwei britischen Kleinst-U-Booten vom Typ X-Craft mit Sprengladungen außer Gefecht gesetzt, welche umfangreiche Zerstörungen durch die Schockwellen der Explosionen an Antriebsmaschinen und dem Artilleriesystem verursachten. Die Reparaturen wurden zwar schnell mit bemerkenswerter Ingenieurleistung durchgeführt, aber gerade als das Schlachtschiff Tirpitz mit Erprobungsfahrten am 3. April 1944 beginnen wollte, wurde sie von 40 Barracuda-Sturzkampfbomber von Flugzeugträgern der britischen Home Fleet angegriffen und wieder schwer beschädigt. Weitere Angriffe im Juli und August, wobei sie zu diesem Zeitpunkt schon wieder repariert war, verursachten nur geringe Schäden. Versenkung der Tirpitz Die britische Royal Air Force hatte zuvor bereits versucht, Tirpitz anzugreifen. Erstmals 1941 in Kiel sowie im März und April 1942 in Trondheim. Aber erst im Herbst 1944 hatte das Bomber-Kommando die richtige Kombination aus Flugzeugen und Waffen, um auf diese Distanz einen Erfolg zu ermöglichen: Lancaster-Bomber mit 5.443-kg Tallboy-Bomben und stabilisierten automatischen Bombenabwurfgeräten. Die große Entfernung zum Altenfjord in Norwegen verhinderte einen konventionellen Zielanflug mit Start und Landung von einem Stützpunkt in Großbritannien aus. So wurde entschieden, den Einsatz – genannt Operation Paravane – von einem russischen Flugplatz aus durchzuführen, zu dem die Bomber nach dem Angriff auch wieder zurückkehren sollten, bevor sie zurück nach Großbritannien fliegen. Die Streitmacht bestand aus 20 mit SABS ausgerüsteten Lancaster-Bombern der 617 Staffel, 18 weiteren der 9. Staffel mit konventionellen Bombenzielgeräten und ein Fotoaufklärer der 463. Staffel, einem Mosquito-Bomber und zwei B-24 Liberator. Letztere transportierten Ersatzteile und das notwendige Bodenpersonal. Schlechtes Wetter und Probleme mit der Funkverbindung aufgrund mehr …

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