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Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • Französische Soldaten 1940

    Stärke, Organisation und Uniformen des französischen Heeres und der l’Armee de l’Air bei Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939. Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges stand ein erheblicher politischer Druck hinter der Auffassung, dass eine Strategie basierend auf eine starke Verteidigungslinie am besten den Anforderungen eines modernen Krieges und den Bedürfnissen der französischen Nation gerecht werden konnte. Das Ergebnis war der Bau der Festungskomplexe der Maginot-Linie, welcher einen Großteil des Verteidigungshaushaltes aufbrauchte. Das konservative französische Militär hatte zwar eine kleine aber lautstarke Schule des modernen Denkens, welche die Abhängigkeit von statischen Befestigungen verurteilte, sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Französische Streitkräfte Frankreich ging aus dem 1. Weltkrieg mit beträchtlichen militärischen Prestige hervor, jedoch waren die französischen Streitkräfte und tatsächlich auch die ganze Nation erschöpft. Das französische Heer war eine Armee der Wehrpflichtigen und von sehr unterschiedlicher Qualität. Die Reserve-Divisionen wurden häufig zu einer Belastung und Beobachter, darunter der englische General Brooke, waren von ihrem Ungehorsam und schlampigen Auftreten erschüttert. Die französische Armee wurde am 1. September 1939 mobilisiert, wobei etwa 5 Millionen Reservisten in das stehende Heer von 900.000 Mann übernommen wurden. Grundsätzliche Verbände der französischen Armee Bestand an Panzerkampfwagen im September 1939 Uniformen Zwanzig Jahre nach seiner Einführung wich das alte ‘Horizont-Blau’ der französischen Uniformen des Ersten Weltkrieges dem Khaki, als dieses 1935 zur Standardfarbe der Uniformen der französischen Armee bestimmt wurde. Zuvor hatten nur die Kolonialsoldaten und afrikanischen Truppen khaki getragen. In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg wurden eine Reihe von Änderungen an den bestehenden Uniformen vorgenommen und völlig neue Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände eingeführt, die aber bis zum Sommer 1940 noch nicht alle Truppenteile erreicht hatten. Offiziere trugen entweder weiterhin den alten geschlossenen Waffenrock oder das neue offene Muster, das links unten beim Generalleutnant (rechts) abgebildet ist. Im Feld trugen die Generäle ein einfaches khakifarbenes Käppi mit metallischen Rangsternen auf der Vorderseite. Der Mantel war einreihig, mit fünf oder sechs Knöpfen vorne und einem niedrigen Fallkragen mit ausgeprägter Spitze, und der Umschlagmantel war einreihig, mit fünf Manschetten. Als Ausgehuniform konnten Offiziere lange khakifarbene Hosen mit braunen Paspeln und Streifen tragen. Die grundlegende Felduniform für andere Dienstgrade ist in der Abbildung links dargestellt. Andere Formen der Kopfbedeckung waren die khakifarbene Seitenmütze und das khakifarbene Barett für Festungstruppen. Eine der wichtigsten Variationen der Felduniform wurde vom berittenen Personal bei der Kavallerie, bespannten Artillerie und Versorgungskolonnen mit Pferdefuhrwerken getragen. Sie erhielten einen einreihigen Mantel und Reithosen, während ihr Schuhwerk aus Stiefeletten, Sporen und Leggings bestand. Schützen (Chasseurs a pied) und Gebirgsschützen (Chasseurs alpins) trugen eine unverwechselbare dunkelblaue Uniform, obwohl sie den khakifarbenen Mantel der Infanterie für den Wintereinsatz beibehielten. Die Kopfbedeckung war ein dunkelblaues Barett. Der Winter von 1939/1940 war besonders streng, und der französische Soldat fand seine Uniform unzureichend für die Temperaturen, die manchmal minus 20 Grad Celsius erreichten. Die Winterkleidung musste von der Einheit oder dem Einzelnen improvisiert werden und bestand im Wesentlichen aus zusätzlicher Unterwäsche und Pullovern. Die gebräuchlichsten Formen der äußerlichen Winterkleidung waren ärmellose Schaffellmäntel und Stulpen, Gummistiefel und Wintertarnanzüge. Angehörige von motorisierten und gepanzerten Verbänden erhielten die Standarduniform, trugen aber im Dienst mit ihren Fahrzeugen einen speziellen Helm oder ein schwarzes Barett und entweder den veralteten doppelreihigen, schwarzen Ledermantel oder das neue einreihige braune Modell. Über khakifarbenen Hosen und Gamaschen trugen sie khakifarbene Exerzierhosen, die um den Knöchel herum geschlossen wurden. Bei warmem Wetter trugen Panzerbesatzungen in der Regel ihre zweiteiligen Arbeitsoveralls. Motorradtruppen trugen ebenfalls den Helm der motorisierten Truppe und einen Ledermantel oder die neue zweireihige Baumwoll-Entenjacke des Modells 1938 oder einen wasserdichten Regenmantel aus Segeltuch. Die Kolonialsoldaten und afrikanischen Truppen, die während des Feldzuges 1940 in Frankreich eingesetzt wurden, trugen die Standarduniform der französischen Armee mit bestimmten Unterscheidungsmerkmalen. Die Fremdenlegion zum Beispiel hatte das Recht, das weiße Käppi zu tragen (obwohl es nur selten im Einsatz verwendet wurde), während die Zouaven, Tirailleure und Spahis den Chechias oder Turbane in verschiedenen Farben trugen. Darüber hinaus trugen die Fremdenlegion und die Zouaven eine blaue Schärpe, die Tirailleure eine rote Schärpe und die Spahis einen weiß-roten Burnus. Abzeichen Der Rang der Offiziere wurde durch die Abzeichen an den Ärmeln des Waffenrocks und des Übermantels sowie an der Kopfbedeckung und der Futtermütze angezeigt. Auf dem Mantel und anderer Überbekleidung wurden die Rangabzeichen durch eine Reihe von Streifen auf Laschen dargestellt, die an einem Mantelknopf befestigt waren. Offiziere im Generalsrang hatten goldene Eichenblätter auf das Käppi gestickt, während andere Offiziere goldene und silberne Spitzen auf dem Käppi trugen, um den Rang zu kennzeichnen. Das Regiments-Abzeichen oder die Regiments-Nummer wurde auf der Vorderseite des Käppis gezeigt. Abzeichen für Offiziere und Unteroffiziere wurden als Chevrons und Streifen am Arm getragen. Die Dienstgrade ab Gefreiter aufwärts waren berechtigt, einen goldenen oder silbernen Kinnriemen am Käppi zu tragen. Die Farbe der Chevrons und Ziffern sowie die Farbe des Kragenspiegels selbst identifizierten die Einheit des Trägers. Infanterie und Panzertruppen hatten zum Beispiel khakifarbene Abzeichen – aber während die Infanterie blaue Chevrons und rote Ziffern verwendete, hatten die Panzertruppen normalerweise graue Chevrons und Ziffern. Die Artillerie wiederum hatte rote Kragenabzeichen mit blauen Chevrons. Französische Rangabzeichen für Offiziere Erste Reihe am Käppi, zweite Reihe Manschetten (v.l.n.r.): Marschall von Frankreich; Armee-General; Korps-General; Generalleutnant (einer Division); Generalmajor (einer Brigade); Oberst; Oberstleutnant (Panzertruppe); Major (Sahara-Kompanien); Hauptmann (Dragoner); Leutnant (Marokkanische Spahis); Zweiter Leutnant (Fremdenlegion). Französische Rangabzeichen für Unteroffiziere und Mannschaften Erste Reihe am Käppi (bis auf letzte drei), zweite Reihe (und erste Reihe letzte drei) Manschetten (v.l.n.r.): Chef-Adjutant; Adjutant; Oberfeldwebel; Unterfeldwebel (reguläre Truppen); Unterfeldwebel; Korporal-Major (Rang über Unteroffizier); Korporal (Unteroffizier); Oberschütze. Letzte drei – erste Reihe: Oberfeldwebel; Unterfeldwebel (der Regulären); Unterfeldwebel. Letzte drei – zweite Reihe: Korporal-Major (Panzertruppe); Korporal (Unteroffizier der Kavallerie); Oberschütze (Marokkanische Schützen). Französische Luftwaffe Stärke der l’Armee de l’Air Die Luftverteidigung Frankreich und seinen überseeischen Provinzen lag in der Hand von fünf Luft-Regionen (Dijon, Paris, Tours, Aix-en-Provence und Nordafrika), von denen jede in zwei Bezirke aufgeteilt war. Die größten fliegenden Verbände waren die Luftwaffen-Divisionen und selbständigen Luftwaffen-Brigaden. Eine Luftwaffen-Division hatte zwei oder drei Brigaden mit je zwei oder drei Staffeln. Die Stärke am Vorabend des 2. Weltkrieges waren 1.114 Jagdflugzeuge, 1.002 Bomber und 800 Aufklärer mehr …

  • Einheit von Partisanen

    Partisanen und Cetniks: Stärke und Organisation der irregulären Streitkräfte in Russland und Jugoslawien, ihre Ausrüstung und Uniformen. Partisanen in Russland Das rasche Auseinanderbrechen der Roten Armee entlang der Westgrenze der Sowjetunion als Folge des Angriffs der Achsenstreitkräfte im Juni 1941 überraschte nicht nur die Wehrmacht, sondern im gleichen Maße auch die sowjetische Regierung. Die Wehrmacht nahm buchstäblich hunderttausende Soldaten der Roten Armee gefangen, welche sie kaum bewachen und noch weniger versorgen oder unterbringen konnte. Unter diesen Umständen konnten Tausende sich der Gefangennahme entziehen oder fliehen und tauchten hinter der Front unter. In vielen Gebieten, insbesondere in der Ukraine, wurden die deutschen Truppen Anfangs als Befreier begrüßt. Die russische Bevölkerung dagegen verhielt sich vorsichtig gegenüber ihren neuen Herren und blieb zurückhaltend, solange sie nicht direkt bedroht oder misshandelt wurden. Hinter der Front streiften Gruppen versprengter sowjetischer Soldaten und geflohener kommunistischer Parteifunktionäre durch das Hinterland oder versteckten sich in den großen Waldgebieten West-Russlands. Die verantwortliche Behörde für die Organisation des Widerstandes der Partisanen hinter den deutschen Linien war ein Teil des NKWD. Diese begann in Gebieten, wo die Anwesenheit großer Banden von Partisanen hinter der deutschen Front bekannt war, anleitende Funktionäre per Fallschirm abzusetzen. Allerdings bestand das Problem darin, dass einige dieser Banden anti-bolschewistisch, andere anti-deutsch ausgerichtet und wieder andere nur einfach kriminelle Banditen und Räuber waren. Solange es so aussah, als dass Deutschland den Krieg gewinnen würde, gab es eine deutliche Zurückhaltung bei Aktionen gegen die Besatzungsmächte. Aber als dann die ersten Gerüchte über die Brutalitäten und Verbrechen der Eroberer sich herumsprechen begannen und die Wehrmacht ihre ersten Niederlagen erlitt, gab es jedoch einen dramatischen Anstieg der Partisanen-Aktivitäten. Im August 1943 gab es zum Beispiel schon 24.500 Partisanen alleine nur in der Ukraine, wovon 5.000 Mitglieder der kommunistischen Partei waren. Im gesamten besetzten Gebiet in der Sowjetunion wurde die Gesamtzahl der Partisanen, Widerstandskämpfer und Banditen auf etwa zwei Millionen geschätzt.   Die deutschen Besatzungsbehörden mussten gegen die Partisanen etwa 25 Divisionen (327.543 SS-, Sicherheitspolizei und gewöhnliche Polizei-Männer sowie 500.000 Hilfspolizisten) einsetzen. Dies war eine ungeheure Belastung für die Kampfkraft der eigentlichen Front. Die Opfer unter den Partisanen werden auf etwa 85.000 Mann geschätzt, wovon 70.000 erschossen wurden, während 15.000 in Konzentrations- und Zwangsarbeiterlagern starben. Es gab niemals so etwas wie eine Uniform für Partisanen. Bei dem akuten Mangel an Kleidungsstücken in der Sowjetunion während des Krieges wurde so ziemlich alles getragen, was zur Verfügung stand. Zunehmend wurde von den Partisanen auch erbeutete Ausrüstung und Kleidung verwendet, besonders nach den großen Niederlagen der verschiedenen Armeen der Achsenstaaten während der letzten Phase der Schlacht um Stalingrad. Partisanen in Jugoslawien Als die Achsenmächte im April 1941 Jugoslawien angriffen, war die Kommunistische Partei Jugoslawiens noch immer stark durch staatliche Repressionen eingeschränkt und ihre Mitgliederzahl überstieg nicht 12.000 Personen. Fast so schnell wie das Land überrannt wurde, bildeten sich unter der Führung des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Joseph Broz – besser bekannt als Tito – aus kommunistischen Zellen und jugoslawischen Soldaten, welche die Kapitulation ablehnten, die erste Partisanenbewegung. Zu Anfang waren Titos Partisanen fast ausschließlich Serben und es war nicht vor 1943, dass sich Slowenen und Kroaten in nennenswerter Zahl anschlossen. Zunächst waren Titos Partisanen-Operationen nicht sonderlich erfolgreich und so begann er seiner Streitmacht als eine richtige Armee zu organisieren. Am 21. Dezember 1941 stellte er mit der 1. Proletarischen Brigade die erste reguläre Einheit auf und bis Mitte 1942 hatte er weitere drei Brigaden aufgestellt, welche nun Teil der sogenannten Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee wurden. Bis zur Ankunft der ersten britischen Militärmission bei Tito Ende 1942 hatte er keine Hilfe von außen erhalten. Alle seine Waffen, Munition, Ausrüstung und Uniformen stammten entweder aus den Beständen der ehemaligen jugoslawischen Armee von vor dem Krieg – oder wurden von der Zivilbevölkerung oder den feindlichen Besatzungstruppen entnommen. Die erste Luftversorgung für Titos Partisanen wurde am 25. Juni 1943 durchgeführt und von da an war sein Nachschub gesichert. Tito war nun in der Lage seine Partisanen-Armee auf vier Armeekorps – eines für jeden Teil des Landes – mit 306.000 bewaffneten Männern und Frauen auszubauen. Bis Mai 1944 erreichte die Volksbefreiungsarmee eine Stärke von einer halben Million Partisanen und es gab 21 Ausbildungslager für Offiziere und Unteroffiziere. Zur gleichen Zeit wurde das gesamte britische Personal von den Cetniks abgezogen und Tito wurde nun de facto als Herrscher über Jugoslawien von den Alliierten anerkannt. Die militärische Organisation einer Partisanen-Armee musste zwangsläufig sehr flexibel sein und in kleineren Verbänden als bei einer normalen Armee gegliedert werden. Mannschaftsstärke und Waffenausstattung änderten sich von Tag zu Tag, da es enorme Schwierigkeiten bereitete die weit verstreuten Einheiten, welche zudem bewusst unzugängliche Orte für ihre Stellungen ausgewählt hatten, zu versorgen. Die kleinste Einheit der Partisanen war die Kompanie mit etwa 80 Soldaten. Neun Kompanien bildeten ein Bataillon, während drei Bataillone eine Brigade bildeten (ca. 2.160 Mann). Drei Brigaden, jede mit einem Bataillon aus Gebirgskanonen und schweren Waffen, bildeten eine Division (ca. 7.000 Mann). Am 1. Januar 1945 formierte Tito seine 800.000 Mann starke Armee in vier Armeegruppen. Nachdem er den größten Teil Jugoslawiens von den deutschen Truppen und deren Verbündeten gesäubert hatte, befahl er seiner 4. Armeegruppe Triest vor den anrückenden westlichen Alliierten zu besetzen. Diese marschierte am 1. Mai 1945 in Triest ein und besetzte das italienische Staatsgebiet bis zum Fluss Isonzo. Uniformen: Titos Partisanen trugen als Uniform alle verfügbaren Kleidungsstücke. Gleiches Aussehen und Uniformierung bei der Kleidung waren nie von großer Bedeutung und bei der Art des Partisanenkrieges – und so wie dieser geführt wurde, konnte dies nur zu Nachteilen führen. Diejenigen Uniformen oder Uniformteile, welche es gab, stammten entweder von der ehemaligen jugoslawischen Armee, oder wurden von deutschen und italienischen Besatzungstruppen erbeutet. Das einzige übliche Abzeichen war der fünfzackige, rote Stern an der Kleidung. Von Juli 1941 bis November 1942 herrschte ein improvisiertes System von Rangabzeichen vor. Abzeichen bestanden aus Sternen, Streifen und Chevrons (Dienstgradabzeichen), welche aus rotem Stoff geschnitten und am linken oberen Ärmel getragen wurden. Von November 1942 an wurde ein neues System eingeführt, bei dem mehr Rangstufen vorkamen. Anschließend wurde ab dem 1. Mai 1943 das endgültige System vorgestellt, wobei die mehr …

  • Karthagische Soldaten

    Die Punische Armee von Karthago in den Kriegen gegen die Römer. Stärke, Zusammensetzung und Herkunft sowie Ausrüstung der Soldaten Hannibals. Während seiner frühen Geschichte hatte Karthago nur eine Stadtmiliz für seine Verteidigung, welche in Gefahrenzeiten mobilisiert wurde und anschließend wieder aufgelöst wurde. Nach dem fünften Jahrhundert vor Christus gab es dann keine Miliz mehr und das einzige karthagische Militär waren 2500 junge Männer aus den besten Familien, welche ein Elite-Kavallerie-Korps bildeten und gleichzeitig als Trainingseinheit für die Offiziere der anderen Armeeteile fungierten. Allen anderen Karthager war es verboten, militärischen Verbänden beizutreten. Für Stadtverteidigung, Eroberungen und letztlich zur Verteidigung des gesamten Reiches, setzte Karthago ausschließlich Krieger von Vasallenstaaten oder Verbündeten ein und warb Söldner aus dem ganzen Mittelmeerraum an. Einige Provinzen des Reiches, insbesondere Süd-Spanien, stellten Truppen statt Tribute zu zahlen.   Die Libyer, in deren Land Karthago gegründet wurde, waren ursprünglich nur noch Sklaven, als die Stadt mächtiger wurde. Jedoch zur Mitte des Dritten Jahrhunderts vor Christi erhielten sie den Status tributpflichtiger Bauern. Sie mussten 1/4 ihrer Ernte abgeben und stellten nun einen großen Teil der karthagischen Soldaten. Die karthagischen Armeen des Ersten Punischen Krieges auf Sizilien bestanden weitgehend aus diesen punisch-libyschen Soldaten. Die Baracken in den dreifach gestaffelten Stadtmauern von Karthago konnten insgesamt 24.000 Soldaten, 4.000 Pferde und 300 Elefanten aufnehmen, welche durch punisch-libysche Truppen gefüllt waren. Im Dritten Jahrhundert vor Christi begann Karthago ebenfalls mit einer umfangreichen Rekrutierung von Numidischer Kavallerie und, später, Mooren-Truppen aus Mauretanien. Diese Truppen wurden von numidischen und maurischen Prinzen gestellt, welche mehr oder weniger unabhängige Verbündete waren, und dafür keinen Tribut zu entrichten hatten. Zudem wurden Söldner aus allen Teilen der bekannten Welt angeworben, indem Senatoren zu den Handelszentren gesendet wurden, um mit den lokalen Königen und Prinzen darüber zu verhandeln. Zu Beginn des Zweiten Punischen Krieges gab es etwa eine Million karthagischer Bürger. Etwa 12.000 Karthager und afrikanische Hilfstruppen konnten zur Schlacht von Zama am Ende des Krieges aufgestellt werden. Während des Dritten Punischen Krieges (149-146 vor Christi) konnten 25.000 Fußsoldaten und 400 berittene Adelige von den Bürgern und libyschen Bauern rekrutiert werden. Nach dem Ersten Punischen Krieg (265-241 vor Christi) konnte Karthago 10.000 Bürger im Mamertinen-Krieg (Aufstand unbezahlter Söldner aus dem Ersten Punischen Krieg) stellen und während der Schlacht bei Crimessus auf Sizilien im Jahre 340 vor Christi waren 10.000 Karthager in einer Armee aus 70.000 Mann. All dieses lässt den Schluss ziehen, dass Karthago lediglich nur etwa 10.000 Soldaten aus dieser großen Anzahl von Bürgern im Notfall ziehen konnte. Die afrikanische Infanterie (Bild oben) von Karthago kämpfte bis zur Schlacht an den Trasimenischen Seen (217 v.Chr.) in Phalanx-Formationen. Jede bestand aus etwa 4.000 Mann mit 256 Mann in der Front und 16 Glieder tief. Hierbei verwendeten sie Rüstungen aus Metallhelmen und Kürass, Rundschilde mit 60 cm Durchmesser, zweihändige Piken zwischen 5 und 7 Metern lang und ein kurzes Schwert. Später rüstete Hannibal seine Schwere Infanterie mit den erbeuteten römischen Waffen und Rüstungen aus und übernahm die besten Eigenschaften des Legionärs-Drilles. Dieser Prozess war abgeschlossen bis zur Kesselschlacht von Cannae im nachfolgenden Jahr, zu welcher Zeit die spanische und ein Teil der keltischen Infanterie so ausgerüstet waren und 92.000 römische Soldaten vernichtet wurden. Da Hannibal während seines fünfzehnjährigen Feldzuges in Italien nur einmal Nachschub (4.000 numidische Reiter und einige Elefanten) aus Karthago genehmigt bekommen hatte, ging der Anteil der afrikanischen Infanterie immer weiter zurück. Von den 40.000 karthagischen Infanteristen bei Cannae waren nur 4.000 Leichte und 8.000 schwere Soldaten von der libysch-punischen Infanterie, welche in zwei traditionellen Phalangen links und rechts das Zentrum deckten. Die Karthager wurden durch Pyrrhus, den König von Epirus von 295 bis 272 v.Chr. in die Kunst des Einsatzes von Kriegselefanten eingeführt. Dafür gaben sie ihre Kriegswagen auf und setzten erstmals Elefanten gegen die Römer bei Agrigentum auf Sizilien im Jahr 262 v.Chr. ein. Da Karthago keine direkten Verbindungen nach Indien hatte, setzte es den zwischenzeitlich ausgestorbenen afrikanischen Waldelefanten ein. Zu seiner Zeit konnte diese Art in Marokko, Algerien und an den Rändern der Sahara angetroffen werden. Dieser Elefant konnte jedoch nicht mit dem indischen oder afrikanischen Buschelefanten im zentralen und südlichen Afrika verglichen werden und war erheblich kleiner. Der indische Elefant erreicht eine durchschnittliche Schulterhöhe von drei Metern, der afrikanische Buschelefant sogar 3,5 Meter, aber der afrikanische Waldelefant weniger als 2,5 Meter.   Deshalb war der von den Karthagern eingesetzte Waldelefant zu schmal, um einen Kampfturm zu tragen und es gibt keine Belege, ob überhaupt Krieger auf diesen Elefanten saßen. Es gibt eine Münze, welche einen Elefanten zeigt, auf dem ein Reiter sitzt und es ist daher anzunehmen, dass das Tier selbst die Waffe war. Es konnte erhebliche Wirkungen auf berittene Truppen haben, für deren Pferde der Elefant ungewohnt war. In jedem Fall wurden Elefanten mit entscheidende Wirkung gegen die römische Infanterie und Kavallerie in den Jahren 262 und 255 v.Chr. eingesetzt. Zwar hatten die Römer schon seit der Schlacht von Maleventum im Jahr 274 v.Chr. wirksame Taktiken gegen Elefanten entwickelt, bei denen leichte Truppen Bündel von brennendes Heu gegen diese einsetzten. Es scheint aber so, dass jede Generation von Soldaten erst einmal auf Elefanten treffen musste, bevor sie sich gegen diese erfolgreich behaupten konnte. Deshalb war der Elefant nicht mehr als eine Terror-Waffe, welche in der Lage war, eine Armee in Unordnung zu versetzen, die noch nicht auf diese Tiere getroffen war. Daher waren die Kriegselefanten, nach einigen Erfolgen im Ersten Punischen Krieg, von wenig Wert im Zweiten und Dritten Punischen Krieg. Von den 34 Elefanten, die Hannibal aus Spanien mitnahm, starben alle bis auf sieben während der Überquerung der Alpen und nur einer überlebte den nachfolgenden, harten Winter in Italien. Diese sieben Elefanten wurden nur in der Schlacht von Trebia im Jahr 218 v.Chr. eingesetzt und hatten wenig Auswirkungen, da die römische Kavallerie, gegen die sie dort eingesetzt wurden, sowieso schon zahlenmäßig stark unterlegen war. Wahrscheinlich hat Hannibal später auch einige indische Kampfelefanten mit Kriegern in Türmen eingesetzt, die er aus Ägypten mit Geld von Ptolemy II. bezogen hatte. Im Jahr 215. v.Chr. erhielt er auch noch einige weitere Elefanten aus Karthago, welche er mehr …

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