Tirpitz liegt vor Anker im norwegischen Fettenfjord



Tirpitz liegt vor Anker im norwegischen Fettenfjord

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Im Blickpunkt:
  • 3D-Modell Mitsubishi A6M5 Reisen

    Legendäres japanisches bordgestütztes Jagdflugzeug Mitsubishi A6M Zero. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Die Zero Mitsubishi A6M2, A6M3, A6M5 (Zero-Sen, Reisen, Zeke). Typ: einsitziges bordgestütztes Jagdflugzeug (später auch Jagdbomber und Kamikaze-Flugzeug). Mitsubishi A6M2 Zero-Sen ZERO – das Symbol japanischer Luftmacht und die Bezeichnung, unter der Freund und Feind eines der herausragendsten Jagdflugzeuge des Zweiten Weltkrieges kennengelernt hatten. Die Mitsubishi A6M Zero war den gesamten Pazifik-Krieg über im Einsatz, vom Angriff auf Pearl Harbor bis zum letzten Kamikaze-Einsatz des Zweiten Weltkrieges. Zu Beginn schien die Zero unbesiegbar zu sein, aber das Flugzeug wurde schließlich von neueren alliierten Typen übertroffen und trotz kontinuierlicher Verbesserungen hat die Mitsubishi A6M nie mehr wieder die Leistung ihrer späteren Gegner erreicht. Mehr Zeros wurden im Laufe des Kriegers gebaut, als von jedem anderen japanischen Flugzeug. Die Gesamtzahl von 11.283 dieser Jagdflugzeuge kam aus den Fabriken in verschiedenen Versionen zwischen März 1939 und August 1945. Während dieser langen Karriere wurde die Zero in Japan so berühmt wie die Spitfire in England oder die Messerschmitt Bf 109 in Deutschland. Die Mitsubishi A6M war auch der erste bordgestützte Jäger, welcher von Flugzeugträgern aus eingesetzt wurde und dabei seine landgestützten Zeitgenossen in der Leistung übertraf. Der Entwickler der Zero, Jiro Horikoshi, begann mit der Arbeit an dem Entwurf im Frühsommer 1937 als Antwort auf eine japanische Marine-Spezifikation für einen bordgestützen Jäger, welcher die Mitsubishi A5M ersetzen sollte, welche sich zu dieser Zeit in Dienst befand. Die Firmen Mitsubishi und Nakajima wollten beide den Auftrag, aber Nakajima zog sich nach ein paar Monaten mit der Begründung zurück, dass die Spezifikation nicht erfüllt werden könnte. Die Spezifikation waren zuvor im Oktober 1937 im Lichte der Kampferfahrung in China mit dem Vorgängermodell geändert worden. Das neue Flugzeug sollte eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 500 km/h in einer Flughöhe von 4.00 Metern haben und eine Höhe von 3.000 Metern in 9,5 Minuten erreichen. Die Reichweite sollte 8 Stunden bei Marschgeschwindigkeit mit Zusatztanks sein oder zwei Stunden bei Kampfgeschwindigkeit. Zudem war eine kurze Startstrecke für den Einsatz von Flugzeugträgern gefordert und die Manövrierfähigkeit sollte zumindest gleich sein wie bei der Mitsubishi A5M. Dazu sollte die Bewaffnung aus zwei 20-mm-Kanonen, zwei 7,7-mm-Maschinengewehren und zwei 60-kg-Bomben bestehen. Der erste Prototyp, angetrieben von einem 780 PS Mitsubishi Zuisei 13 Umlaufmotor, machte seinen Erstflug am 1. April 1939. Seine Leistung war schon beim ersten Testflug hervorragend. Der dritte Prototyp wurde mit einem 940 PS Nakajima NKIC Sakae 12 Motor ausgestattet und die Leistung verbesserte sich weiter. Die ersten Exemplare der ursprünglichen Version A6M2 beendeten ihre Testflüge im Juli 1940 und zwei Monate später machte die Zero ihr Debüt in China. Da nach dem japanischen Kalender das Jahr 1940 als Jahr 5700 geführt wurde, erhielt das neue Flugzeug den Namen Zero-Sen, was den letzten beiden Ziffern ’00’ der Jahreszahl entspricht. Als Japan in den Krieg zog, war die Mitsubishi A6M2 Zero der führende bordgestützte Jäger der Marine. Das Flugzeug war den alliierten Jägertypen dieser Zeit überlegen, vor allem an Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit. Die Zero war sehr leicht und selbst die späten Modelle wogen voll beladen nur rund 2.700 kg, was die Hälfte des Gewichts der vergleichbaren britischen und US-Jäger war. Deshalb reichte der nur 1.146 PS starke Motor völlig aus und ihr Konstrukteur Jiro Horokoshi war selbst in Amerika bekannter als alle Konstrukteure von US-Jägern. Für die amerikanischen und britischen Piloten waren die Zeros eine unangenehme Überraschung, da die Verantwortlichen das vorherige Auftreten der Flugzeuge über China offensichtlich überhaupt nicht wahrgenommen hatten. Dabei hatte General Claire Chennault, der Befehlshaber der freiwilligen amerikanischen Piloten der Flying Tigers, welche mit US-Jägern vom Typ Curtiss P-40 ausgerüstet waren, Washington vor dem japanischen Jäger gewarnt, welcher jeden Gegner besiegte. In Washington und London war man jedoch von der eigenen Überlegenheit überzeugt und war sich sicher, dass die japanischen Jagdflugzeuge nur minderwertige Kopien westlicher Flugzeuge wären. Bis zum japanischen Kriegseintritt im Dezember 1941 waren über 400 Mitsubishi A6M2 ausgeliefert worden. Die Zero leistete einen entscheidenden Beitrag zu Japans frühen Erfolgen in diesem Krieg und von Pearl Harbor bis zur Schlacht von Midway im Juni 1942 dominierte der Mitsubishi-Jäger den Himmel über dem Pazifik. Vor allem die Zero ermöglichte es den Japanern, innerhalb von nur drei Monaten ein größeres Gebiet der Erde zu erobern, als dies je irgendeine andere Streitmacht zuvor erreicht hatte. Das Flugzeug erhielt von den Alliierten den Code-Namen ‘Zeke’, da man es kaum abschütteln konnte. Trotzdem war es für die alliierten Piloten einfach nur die ‘Zero’. Eine weitere Besonderheit der Zero war die unglaubliche Reichweite. Da die japanischen Flottenträger alle zum Angriff auf Pearl Harbor eingesetzt wurden, gab es für die Unterstützung des japanischen Vorstoßes nach Süden über die Philippinen eigentlich keinen Jagdschutz. Aber die Zero-Piloten, angeführt vom Jagdflieger-Ass Saburo Sakai, schafften es den Treibstoffverbrauch beim Anflug zu halbieren, sodass sie die amerikanischen Stützpunkte auf den Philippinen aus einer Entfernung von 1.920 km von Formosa aus angreifen konnten. Damit konnten die Amerikaner eigentlich nicht rechnen und so schafften es die Japaner, gleichzeitig Pearl Harbor und die Philippinen mit starken Streitkräften überraschend anzugreifen. Der Wendepunkt kam dann allerdings in der Schlacht von Midway, als die Japaner neben ihren vier großen Flugzeugträgern auch viele Zeros mit ihren durchtrainierten Piloten verloren. Es gab Schwierigkeiten, neben den natürlich nahezu unersetzlichen Trägern, die Flugzeuge und vor allem die Piloten gleichwertig zu ersetzen. Gleichzeitig wurden die Alliierten zahlenmäßig immer stärker und führten neue, überlegene Flugzeuge ein. Die zweite Hauptversion der Zero war die A6M3, welche zur Zeit der Schlacht von Midway in den Einsatz ging. Diese Version hatte einen stärkeren Motor und eine stärkere Bewaffnung. Aber auch die neue A6M3 fand ihren Meister in den amerikanischen F4U Corsair und F6F Hellcat. Animation 3d-Modell Mitsubishi A6M2 Zero Mitsubishi A6M5 Reisen Obwohl die A6M3 ein nahezu ideales Jagdflugzeug war, mit der ursprünglich großen Manövrierfähigkeit der A6M1 und der höheren Geschwindigkeit der Mitsubishi A6M2 Zero, zwang das Auftreten der neuen Generation von US-Jägern mit 2.000-PS-Motoren, wie der Corsair, Hellcat, P-47 Thunderbolt, P-51 Mustang oder P-38 Lightning, die Zero zu verbessern. Dies wurde realisiert mit der Mitsubishi A6M5 Reisen, mit mehr …

  • Spitfire von Bf 109 verfolgt

    Schlacht um England 1940. Vom Unternehmen Seelöwe zur Luftschlacht um England (Battle of Britain) vom Adlertag bis zum ‘Blitz’. Unternehmen Seelöwe Die Schlacht um England wurde in der Luft geschlagen, um eine Invasion der Britischen Inseln über See zu verhindern bzw. – vom deutschen Standpunkt – zu ermöglichen. Der deutsche Invasionsplan mit dem Codenamen Unternehmen Seelöwe nahm Gestalt an, nachdem England nach der Niederlage Frankreichs nicht um Frieden gebeten hatte, wie es Hitler eigentlich erwartet hatte. Am 16. Juli 1940 wurde die Wehrmacht angewiesen, dass die deutsche Luftwaffe zuerst die englische Royal Air Force (RAF) niederringen muss, sodass die Kriegsschiffe der Royal Navy ungeschützt sein würden, falls sie die deutschen Invasionsflotten bei ihrer Überquerung des Ärmelkanals angreifen würden. Für die verhältnismäßig kleine deutsche Kriegsmarine war das Unternehmen Seelöwe ein sehr ehrgeiziges Projekt, wenn auch der Erfolg letztlich von der Luftüberlegenheit und nicht von der Seemacht abhängen würde. Kriegsbereitschaft der deutschen Seestreitkräfte im August 1940 Schlachtkreuzer Scharnhorst in Instandsetzung nach Torpedotreffer, kriegsbereit Oktober 1940. Schlachtkreuzer Gneisenau in Instandsetzung nach Torpedotreffer, kriegsbereit November 1940. Panzerschiff Admiral Scheer in Instandsetzung, kriegsbereit September 1940. Panzerschiff Lützow (ex Deutschland) unter Werftliegezeit, voraussichtlich kriegsbereit April 1941. Schwerer Kreuzer Prinz Eugen kriegsbereit. Schwerer Kreuzer Admiral Hipper unter Werftliegezeit, kriegsbereit voraussichtlich September 1940. Leichter Kreuzer Nürnberg kriegsbereit. Leichter Kreuzer Leipzig unter Werftliegezeit seit Dezember 1939, kriegsbereit voraussichtlich November 1940. Leichter Kreuzer Köln kriegsbereit. Leichter Kreuzer Emden im Einsatz als Schulschiff. 7 Zerstörer kriegsbereit, 3 unter Werftliegezeit. 19 Torpedoboote kriegsbereit, 1 in Fertigstellung. 23 Schnellboote (S-Boote) kriegsbereit, 12 in Reparatur oder Überholung. 28 U-Boote im Einsatz. Es standen nur 26 alliierte Divisionen in Großbritannien bereit, mit unzureichenden und veralteten Waffen, Transportmitteln und Panzern und dazu noch verstreut zwischen Kent und Cromarty und ohne die Gewissheit, an welcher Stelle die Deutschen beim Unternehmen Seelöwe landen würden. Nur die RAF alleine könnte in der Luftschlacht um England die nötige Zeit herausschlagen, um die britische Armee nach der Evakuierung aus Dünkirchen wieder richtig auszurüsten und die 25 erfahrenen, auf die Landungen vorbereiteten und gut ausgerüsteten deutschen Divisionen (darunter zwei Luftlandedivisionen) auf der anderen Seite des Kanals festzuhalten, bis es das stürmische Herbstwetter unmöglich machen würde, das Unternehmen Seelöwe durchgeführt wird. Siehe: Britische Armee und Home Guard in Westeuropa. Stärke der deutschen Luftwaffe vor dem Adlertag (13. August 1940) Luftwaffe: 14 Kampfgeschwader, 8 Jagdgeschwader, 4 Stukageschwader, 3 Zerstörergeschwader verteilt auf die Luftflotte 3 (GFM Sperrle in Paris), Luftflotte 2 (GFM Kesselring in Brüssel) und Luftflotte 5 (Generaloberst Stumpff in Norwegen und Dänemark). 1.700 einsatzbereite Flugzeuge (600 mittlere Bomber, 200 Junkers Ju 87 Sturzkampfbomber, 700 Messerschmitt Bf 109E Jäger, 200 Messerschmitt Bf 110 Zerstörer). Insgesamt im Westen 2287 Flugzeuge: 734 Bf 109, 268 Bf 110, 336 Ju 87, 949 mittlere Bomber. Gesamtstärke: 3.000 Flugzeuge (800 Bf 109 Jäger, 300 Bf 110 Zerstörer, 400 Ju 87 Stuka Sturzkampfbomber, 1.500 He 111, Do 17 und Ju 88 Bomber). Stärke der englischen RAF vor dem Adlertag (13. August 1940) RAF: 52 Jäger-Staffeln (Fighter Squadrons) in den Jäger-Kommandos (Fighter Commands) 11 (London und Südost-England), 10 (Cornwall und Süd-Wales), 12 (Mittel-England und Nord-Wales), 13 (Nordengland und Schottland) unter dem Kommando von Luftmarschall (Air Marshall) Hugh Dowding. 960 Jagdflugzeuge, davon 704 Hawker Hurricane und Supermarine Spitfire (sowie 289 von diesen in Reserve). Die anderen sind mit den schweren Bristol Blenheim oder zweisitzigen Boulton Paul Defiant Jagdflugzeugen ausgerüstet, welche für die Bf 109 überhaupt keine Gegner sind. Siehe: RAF-Staffeln am Adlertag Genaue Zahlen vom 8. August: 527 Hawker Hurricane, 306 Supermarine Spitfire, 82 Bristol Blenheim, 26 Boulton-Paul Defiant (insgesamt 941). 350 Bomber (einschließlich 100 Bristol Blenheim), später 470. 2.000 Flugabwehrkanonen in 7 Flak-Divisionen. 21 einsatzbereite Radarstationen (von Oktober 1940 sind 40 einsatzbereit). Schlacht um England Im Juli 1940, als die deutsche Luftwaffe bereitstand von den erst kürzlich besetzten Flugplätzen an der Kanal- und Nordseeküste die englische Royal Air Force anzugreifen, war das Konzept des unabhängigen Luftkrieges kaum aus seinen Kinderschuhen heraus gewachsen und noch fast reine Theorie. Noch nie war eine reine Luftschlacht zwischen zwei etwa gleichstarken Gegnern ausgetragen worden, bevor es ab dem 10. Juli 1940 zur sogenannten Schlacht um England über Südengland und Südwales kam. Der Begriff ‘Battle of Britain’ stammte ursprünglich von Churchill und wurde zur allgemeinen Bezeichnung für die Luftschlacht. Während der nächsten 15 Wochen wurde so ziemlich jeder Aspekt der Philosophie, Theorie und Praxis von der Ausübung von Luftmacht und dem Entwurf von Militärflugzeugen auf die Probe gestellt. Zum Nachteil von Hitler und seinem korpulenten Luftwaffen-Oberbefehlshaber, Reichsmarschall Hermann Göring, stellte sich heraus, dass die deutsche Luftwaffe weder eine qualifizierte Führung, noch geeignete Taktiken oder auch Ausrüstungen für ein derartiges Unternehmen hatte. Kurzstreckenflugzeuge wie die Bf 109-Jäger oder die Ju 87 Sturzkampfbomber, schwerfällige zweimotorige Zerstörer vom Typ Bf 110 und unzureichend bewaffnete Mittelstreckenbomber – von denen keines für Einsätze entworfen wurde, welche die Luftschlacht um England oder die nächtlichen Terrorangriffe auf Städte (als ‘the Blitz’ von den Briten bezeichnet) charakterisierten. Die Ergebnisse der ‘elektronischen Kriegsführung’ waren vom deutschen Standpunkt aus ebenfalls unglücklich. Die Radio-Leitstrahlen in Richtung der Ziele in den englischen Städten wurden ausnahmslos erkannt und von den Engländern gestört, während die Radarstationen der RAF unschätzbar wertvolle Frühwarnungen über die deutschen Angriffsverbände gaben. So konnte die RAF ihre Hurricane- und Spitfire-Staffeln mit maximaler Konzentration einsetzen und vermied es, diese in ständigen Luftpatrouillen vor der englischen Küste zu verzetteln. Die RAF profitierte auch aus den geheimen Informationen, welche von den deutschen ‘Enigma’-Nachrichten der Luftwaffe entziffert wurden. Die Schlacht um England hatte verschiedene Phasen. Im Juli und bis Anfang August beschäftigten die Deutschen die RAF über dem Ärmelkanal durch Angriffe auf die dortige Schifffahrt, in dem Bemühen diese durch ständige Abnutzung aufzureiben. Aber die deutsche Luftwaffe verlor dabei doppelt soviel Flugzeuge wie die Engländer und so begann sie stattdessen Radarstationen und Flugplätze anzugreifen. Diese Angriffe verbesserten das Verlustverhältnis auf Vier für Drei, war aber in den zu wenigen Tagen ihrer Anwendung nicht ausreichend, den Himmel von der RAF zu säubern. 211 Spitfire und Hurricane Jäger wurden in diesen 10 Tagen abgeschossen und nur 40 konnten durch neue Maschinen in dieser Zeit ersetzt werden. Die begrenzte Reichweite ist die mehr …

  • Freiwillige der britischen Home Guard

    Britische Armee und Home Guard in Westeuropa und im Mittelmeer-Raum im Jahr 1940. Organisation, Divisionen, Ausrüstung und Home-Guard-Uniformen. Die kanadische Armee in Großbritannien und die Empire-Verbände im Nahen Osten. In den ersten sechs Monaten des 2. Weltkrieges gab es wenig Kampfhandlungen an der Westfront, mit Ausnahme einer kleinen und halbherzigen französischen Offensive in der Saar-Region. Das britische Expeditionskorps BEF führte Übungen durch, verstärkte seine Stellungen und legte Depots und Vorratslager an. Von November 1939 an befand sich, in Absprache mit den Franzosen, immer eine der englischen Divisionen für einen kurzen Zeitraum an der Saar-Front und unter französischem Kommando, um Einsatzerfahrung zu sammeln. Die britische Armee 1940 Ende April 1940 hatte das BEF eine Stärke von 394.165 Mann in 10 Divisionen. Als dann der Krieg am 10. Mai 1940 ernsthaft begann, war das relativ kleine englische Kontingent nicht in der Lage, den schnellen deutschen Vorstoß aufzuhalten. Innerhalb von zwei Wochen wurde das BEF an die Kanalküste zurückgeworfen und das Unternehmen ‘Dynamo’, die Evakuierung aus Dünkirchen, begann. Vor allem durch den Widerstand der französischen Streitkräfte, welche den deutschen Vormarsch verzögerte, und des umstrittenen Halte-Befehls Hitlers, die deutschen Panzer außerhalb Dünkirchens zurückzuhalten, konnten 224.320 englische (einschließlich 15.350 Verwundete) und 141.842 alliierte Soldaten evakuiert werden. Obwohl Dünkirchen der letzte Akt einer großen englischen Niederlage war, stellte das Entkommen von über 350.000 alliierten Soldaten einen großen Erfolg dar und war ein wichtiger Impuls für die auf ihren Tiefpunkt angekommene britische Kampfmoral. 3.457 Mitglieder des BEF sind während des Westfeldzug gefallen und wenn auch die englische Rolle in den Kämpfen nur untergeordnet war, so waren doch viele deutsche Soldaten von dem disziplinierten Auftreten der britischen Truppen beeindruckt. Home Guard (Heimwehr) Die deutschen Luftlandeeinsätze in Holland und Belgien zur Besetzung wichtiger Positionen hinter der eigentlichen feindlichen Hauptverteidigungslinie richtete die Aufmerksamkeit auf die Möglichkeit, dass diese Form des Angriffes auch gegen England selbst eingesetzt werden könnte. Als Vorsichtsmaßnahme rief der Kriegs-Staatssekretär Anthony Eden am 14. Mai 1940 über Rundfunk alle einsatzfähigen Männer im Alter von 16 bis 65 Jahren dazu auf, sich bei einer Militärorganisation, welche als ‘Local Defence Volunteers’ (abgekürzt LDV und das britische Äquivalent zum späteren deutschen Volkssturm) benannt wurde, zu melden. Bis zum 20. Mai hatten sich fast 250.000 Freiwillige in die Listen eingetragen und bis zum Ende des Monats hatte ihre Zahl 300.000 erreicht. Diese Streitmacht wurde zusammen mit den Territorial-Streitkräften organisiert und kam unter die Einsatzkontrolle des Oberbefehlshabers der britischen Heimatstreitkräfte. Am 31. Juli 1940 wurde dann die Bezeichnung dieser Streitmacht in Home Guard (Heimwehr) geändert. Das unmittelbare Problem mit dem die Home Guard konfrontiert war, war ein akuter Mangel an Waffen, Uniformen und Ausrüstung. Es gab nur Militär-Gewehre für ein Drittel der Home Guard und der Rest musste sich auf Monate mit Schrotflinten, Sport- und Jagdgewehren oder sogar Golfschlägern und selbstgemachten Piken begnügen. Die Mitglieder der Home Guard erhielten keinen Sold und wurden zum Dienst oder zur Übung nur außerhalb der Arbeitszeit eingezogen. Sie waren in Bataillone, Kompanien und Züge organisiert, aber es gab keine festgelegte Anzahl für die Größe dieser Einheiten. Eine Kompanie konnte zwischen 300 und 400 Mann stark sein. Befehlshaber der Einheiten waren nicht Offiziere des regulären Militärs, sondern damit beauftragte öffentliche Amtsträger (z.B. Bürgermeister) und alle Mitglieder unterstanden dem Militärrecht als einfache Soldaten. Die Heimwehr war über das ganze Land zerstreut und jeder Bezirk, Stadt oder jedes Dorf hatte seine eigenen Einheiten. Ihre Aufgaben bestanden in der Bewachung wichtiger Gebäude, Verkehrskreuzungen, Eisenbahnlinien und Fabriken sowie mit der Patrouille an Küstenabschnitten, wo deutsche Landungen stattfinden könnten. Bis Ende Juli 1940 war die Home Guard bis auf 500.000 Mann aller Ränge angewachsen und während der Monate der Gefahr einer deutschen Invasion hatte ihre Präsenz und Begeisterung nicht nur geholfen, die britische Bevölkerung zu beruhigen und zu motivieren, sondern sie befreite auch eine große Anzahl regulärer Soldaten vom Wach- und Garnison-Dienst, welche dadurch bei aktiven Kampfverbänden verwendet werden konnten. Einige der amerikanischen Staatsbürger, welche in London lebten, traten den Local Defence Volunteers bei. Sie bildeten die ‘1st American Squadron’ (1. Amerikanische Staffel), welche als ‘Red Eagles’ (Rote Adler) bekannt wurde. Etwa 128 amerikanische Staatsbürger dienten in dieser Einheit während des gesamten Zweiten Weltkrieges. Sie setzten dabei nicht nur ihre eigenen Privat-Fahrzeuge ein, sondern einige der Mitglieder besorgten sich auch ihre eigenen Thompson-Maschinenpistolen. Uniformen der Home Guard: Zu Beginn verwendeten die Local Defence Volunteers ihre gewöhnliche, tägliche Kleidung mit einer khakifarbenen Armbinde am oberen rechten Arm, auf welcher die Buchstaben LDV in schwarz zu sehen waren. Ehemalige Soldaten und hier insbesondere die Offiziere verwendeten ihre alten Uniformen. Ebenso wurden die ehemaligen Regiments- und Korps-Abzeichen auf diesen alten Uniformen oder denen der Home Guard gerne geführt. Diese Praxis wurde aber von offizieller Seite nicht gerne gesehen und aktiv bekämpft. Sobald es möglich war, erhielten die Mitglieder der Home Guard besondere Jacken und später Kampfanzüge, sodass sie nach und nach begannen, wie richtige Soldaten auszusehen. Die Ausrüstung bestand zuerst aus dem sogenannten ‘Home-Guard’-Mustern mit einem Taillen-Gürtel und Riemen aus Leder, Web-Beuteln und einem speziellen Muster einer Wasserflasche und Brotbeutel. Die ersten Abzeichen, welche offiziell an die Home Guard ausgegeben wurden, war eine Armbinde mit einem großen Buchstaben, welcher aus farbigen Stoffen herausgeschnitten wurde. Dieses zeigte die Einsatzzone des Mitgliedes an, z.B. ‘S’ für ‘South’ (Süden). Diese wurden aber recht schnelle gegen ein Regional-Abzeichen ausgetauscht, welches die Bataillons-Nummer anzeigte. Stabsmitglieder der Home Guard, welche den Distrikt-Kommandos zugeteilt waren, führten zusätzliche Formations-Abzeichen des Kommandos. Einige Einheiten der Home Guard in Küstenabschnitten übernahmen auch Marine-Uniformen, auf welchen sie die Abzeichen der Home Guard führten. Kanadische Armee Im Juni 1940 wurde die kurz zuvor ausgeschiffte 1. kanadische Division wieder schon aus Frankreich evakuiert. Im Juli wurde die Division zusammen mit der 1. britischen Panzer-Division und der Masse der 2. neuseeländischen Division zum 7. britischen Korps zusammengefasst. Seit Mai 1940 kamen außerdem Einheiten der 2. kanadischen Division in Großbritannien an, aber die Division war nicht vollständig vor dem 25. Dezember 1940 versammelt. Von Ende Oktober an bewachten die schon eingetroffenen Teile der Division die Strände zwischen Worthing und Newhaven in Sussex. Am Weihnachtstag 1940 wurde das 7. britische mehr …

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