U-Boot unter Fliegerbeschuss



U-Boot unter Fliegerbeschuss

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  • Curtiss Hawk Jagdflugzeuge der Vichy-französischen Luftwaffe

    Stärke und Organisation der l’ Armee de l’ Armistice von Vichy-Frankreich. Vichy-französische Streitkräfte: Armee, Kolonialtruppen, Luftwaffe und Marine. Der Französisch-Deutsche Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 teilte Frankreich in zwei Hälften. Der Norden und die Westküste sollten bis zum Kriegsende und eines nachfolgenden Friedensvertrages als Basis zum Kampf gegen England durch deutsche Streitkräfte besetzt bleiben, während Mittel- und Südfrankreich unbesetzte Zone wurden. Benannt nach der Stadt, welche der vorübergehende Regierungssitz sein sollte, wurde diese Zone Vichy-Frankreich genannt. Streitkräfte von Vichy-Frankreich Artikel IV des Waffenstillstandes genehmigte eine kleine französische Armee in der unbesetzten Zone (l’ Armee de l’ Armistice) sowie eine militärische Besatzung für die französischen Überseegebiete. Die Aufgabe dieser Streitkräfte war es, die innere Sicherheit zu gewährleisten und französisches Territorium gegen eventuelle alliierte Übergriffe verteidigen zu können, was zumindest theoretisch unter der deutschen Gesamtleitung erfolgen sollte. Die Streitkräfte Vichy-Frankreichs in Syrien, Madagaskar und Dakar leisteten tatsächlich heftigen Widerstand gegen britische und frei-französische (General de Gaulle) Versuche, diese Gebiete zu übernehmen. Gegen die vorwiegend amerikanischen Landungen im Rahmen des Unternehmen Torch (Fackel) in Nordwestafrika war der Widerstand jedoch nur gering, was auch an den vorausgegangenen Niederlagen der Achsenstreitkräfte in Nordafrika (Schlacht von El Alamein) lag. Nach der schnellen Aufgabe des französischen Widerstandes in Nordwestafrika war dem deutschen Oberkommando der Niedergang der Vichy-Regierung augenscheinlich und es setzte das Unternehmen ‘Anton’ in Gang: am 11. November 1942 besetzten deutsche Truppen auch die unbesetzte Zone in Frankreich. Nach der deutschen Besetzung wurde die Armee de I’ Armistice aufgelöst. Vichy-Französische Armee Die genaue Stärke der französischen Armee in der Heimat wurde auf 3.768 Offiziere, 15.072 Unteroffiziere und 75.360 Mann festgelegt, welche alle Freiwillige sein sollten. Daneben waren noch eine halb-militärische Gendarmerie von 60.000 Mann und Luftabwehr-Verbände von 10.000 Mann vorgesehen. Trotz des Zustroms von Berufssoldaten von den Kolonialtruppen, welche ebenfalls im Rahmen des Waffenstillstandes reduziert werden mussten, gab es einen Mangel an Freiwilligen, sodass zunächst 50.000 Mann der im Jahr 1939 mobilisierten Streitkräfte weiterhin unter der Fahne dienen mussten, bis diese Quote erreicht war. Anfang 1942 wurden die Einberufenen schließlich entlassen, aber es gab immer noch zu wenige Freiwillige. Schließlich gelang es der Vichy-Regierung durch einen Appell an Deutschland, eine reguläre Form der Wehrpflicht wieder einzuführen. Die Armee war in zwei Gruppen eingeteilt, jede aus vier Militärdivisionen, und bestand aus: 18 Infanterie-Regimenter, 11 Kavallerie-Regimenter, 8 Artillerie-Regimenter, 15 Bataillone von Chasseurs (Jäger). Die Armee war aller ihrer Panzer und Panzerfahrzeuge beraubt und litt unter einem drastischen Mangel an Kraftfahrzeugen, insbesondere in den Kavallerie-Verbänden, welche eigentlich motorisiert sein sollten. Kolonialtruppen Die französischen Territorien am Mittelmeer bestanden aus dem Departement von Algerien, dem Protektoraten Tunesien und Marokko sowie aus den Mandaten über Syrien und dem Libanon. Der Waffenstillstand forderte aufgrund italienischer Wünsche die Entmilitarisierung von Tunesien und eine allgemeine Verkleinerung der französischen Kolonialtruppen. Vichy-Frankreich waren 55.000 Mann in Marokko und 50.000 Mann in Algerien erlaubt. Die französische Levante-Armee in Syrien und dem Libanon musste von rund 100.000 auf knapp unter 40.000 Mann verkleinert werden. Später wurden noch 15.000 Mann in Tunesien aufgrund alliierter Invasionsgefahren von den Italiener genehmigt. Die Vichy-französische Armee der Levante beherrschte die Mandatsgebiete in Syrien und dem Libanon – und obwohl sie keine Angriffshandlungen gegen die Briten unternahm, bedrohte alleine ihre Präsenz die strategisch wichtigen und empfindlichen britischen Ölfelder und Erdölleitung aus dem Irak und Kuwait. So fiel eine gemischte alliierte Streitmacht am 8. Juni 1941 nach Syrien ein, denen sich die Vichy-französische Levante-Armee verbissen entgegenstellte. Der Widerstand wurde mit verbissener Härte geführt, besonders wenn Franzosen gegen Franzosen kämpften. Als die Kämpfe in Syrien schließlich am 11. Juli 1941 endeten, hatten die Vichy-französischen Streitkräfte 6.000 Mann verloren, von denen 1.000 getötet worden waren. Insgesamt wurden 37.736 Soldaten gefangengenommen, aber nachdem sie vor die Wahl gestellt wurden, repatriiert zu werden oder sich den Truppen von General de Gaulle anzuschließen, nutzten nur 5.668 diese zweite Möglichkeit und alle anderen wurden nach Frankreich abtransportiert. Miliz Am 30. Januar 1943 wurde die paramilitärische Organisation Milice (Miliz) von Pierre Laval gegründet, um die ‘neue Ordnung’ im nun besetzten Vichy-Frankreich aufrechtzuerhalten. Dies brachte die Miliz zwangsläufig in direkte Konfrontation mit der Résistance, und sie wurde zur erbittertsten und am meisten verabscheuten kollaborierenden Organisation. Die Miliz war territorial in Departements, Regionen und Zonen unter dem Oberbefehl eines Generalsekretärs (Joseph Darnand) mit Sitz in Vichy organisiert. Im Herbst 1943 hatte die Milice ihre maximale Stärke von 29.000 Mann erreicht, aber nur 10.000 waren aktiv, während der Rest entweder nur Beiträge zahlte oder nur in Teilzeit verwendet wurden. Der militärische Arm der Milice war die Francs-Garde, die ab Juni 1943 auch eine reguläre und eine Teilzeit-Abteilung hatte. Die regulären Soldaten wurden bezahlt, kaserniert und von Oktober 1943 zunehmend bewaffnet. Sie überstieg aber nie eine Stärke von 2000 Mann. Wie die deutschen paramilitärischen Formationen der Vorkriegszeit übernahm die Milice archaische Bezeichnungen für ihre Unterabteilungen. Die Grundeinheit war ein Fünf-Mann-Trupp Main, dann folgten eine Dizaine (zehn Mann), Trentaine (30 Mann), Centaine (100 Mann) und eine Cohorte (500 Mann). Von letzteren bildeten vier ein Centre von etwa 2000 Mann, was einem Regiment entsprach. Je nach militärischer Lage konnten die Teilzeit-Mitglieder kurzfristig einberufen werden, und nach der alliierten Landung am D-Day wurden 3.000 Mann mobilisiert. Phalange Africaine Ende 1942 begann sich in Tunesien eine Einheit aus französischen pro-Achsen Freiwilligen zu bilden. Unter dem Kommando französischer Offiziere wurden etwa 300 Freiwillige (die Hälfte davon waren tunesische Araber) für die Phalange Africaine rekrutiert. Am 7. April 1943 traf das erste Kontingent in der Stärke einer starken Kompanie an der Front bei Medjez el Bab ein. Nach einigermaßen guten Leistungen bei den erbitterten Abwehrkämpfen gegen britische Truppen wurde die Einheit bis zum 29. April praktisch ausgelöscht. Am 8. Mai 1943 wurden die Überlebenden ausgezahlt und zum Untertauchen aufgefordert, während die Offiziere nach Vichy-Frankreich evakuiert wurden, wo einige weiterhin in der Miliz und der französischen Freiwilligenlegion dienten. Vichy-Französische Luftwaffe Als Folge britischer Luft- und Seeangriffe auf die französische Flotte in Mers-el-Kebir und die Angst vor Bombenangriffen auf Frankreich führten dazu, dass die deutsch-Italienisch-französische Waffenstillstandskommission den Franzosen erlaubte, einen Teil ihrer Luftwaffe weiterzuverwenden. Gleichzeitig wurde es Vichy-Frankreich erlaubt, Luftwaffenverbände in den Überseegebieten zu mehr …

  • Legendäres französisches Schnellfeuer-Feldgeschütz Canon de 75 mle 1897 Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3D-Modell. Canon de 75 mle 1897 Typ: Feldgeschütz. Geschichte Der Anspruch auf eine der berühmtesten Kanonen aller Zeiten zu sein, kann wirklich der französischen ’75’, der bekannten ‘Soixante-Quinze’ oder ‘Canon de 75 mle 1897’ zugesprochen werden. Im Laufe der Jahre hat diese Waffe für sich einen fast schon legendären Ruf erworben, aber im historischen Vergleich ist es der verdiente Ruhm, eines der ersten echten Schnellfeuergeschütze gewesen zu sein. Dies wurde durch die Einführung eines neuen hydraulischen Rücklaufsystem möglich gemacht, welches zeitgenössischen Mechanismen, welche alleine auf der Verwendung von Federn basierten, über Nacht zum alten Eisen werden ließen. Dieser Mechanismus, kombiniert mit der etwa zeitgleichen Einführung des Nordenfeldt-Verschlussmechanismus, welcher durch das Umlegen eines Hebels geöffnet und geschlossen werden konnte, ermöglichte es der ‘M 1897’, bis zu 28 Granaten per Minute zu verschießen, was zu dieser Zeit eine wirklich revolutionäre Feuergeschwindigkeit war. Die ‘M 1897’ war ein staatlicher Entwurf und wurde zunächst im Atelier de Bourges hergestellt. Aber nach kurzer Zeit wurde das Modell in vielen Fabriken gebaut, darunter vor allem durch Schneider & Cie in Le Creusot. Die Produktion dort war so zahlreich, dass der Entwurf manchmal als ‘Schneider’ bezeichnet wurde. Die ersten Modelle erschienen im Jahre 1897 (daher mle 1897) und wurden für eine beträchtliche Zeit unter Verschluss gehalten, da sie als Geheimwaffen betrachtet wurden. Viel wurde von ihnen erwartet, denn sie wurden als die wichtigste Unterstützungswaffe für die französische Angriffsdoktrin angesehen, in welcher der Offensivgeist jeden Widerstand überwinden sollte. Die hohe Feuerrate der ‘M 1897’ sollte das relativ geringe Geschossgewicht der Explosivgranate von 6,195 kg überwinden helfen. Diese Doktrin war es jedoch, welche der französischen Armee im Jahr 1914 teuer zu stehen kam, aber trotzdem blieb die ‘M 1897’ den ganzen Krieg über das Standard-Feldgeschütz des französischen Heeres. Das Hydraulikrücklaufsystem der ‘M 1897’ erzeugte eine relativ lange Rückstoßwirkung, welche so enorm war, dass zwei Führungsrollen unter der Mündung angebracht wurden, um dem Zerren des Rücklaufsystems bei voller Kraft zu begegnen und eine Tonnenlast aus dem Kolben zu nehmen. Diese zwei Führungsrollen sind ein eindeutiges Erkennungszeichen der ‘M 1897’. Der Verschlussmechanismus verwendete einen einfachen Hebel mit einer Unterbrechungsaktion, die schnell und einfach ausgeführt werden konnte, damit die einteilige Munition in die Kammer eingeführt werden konnte. Ein kastenartiger Pfostenanhänger wurde verwendet, welcher den maximalen Höhenwinkel und damit die Reichweite begrenzte, aber diese später eigentlich unerwünschte Eigenschaft wurde erst nach dem 1. Weltkrieg entfernt. Viele ‘M 1897’ hatten ein Sicherungssystem gegen das Verrücken beim Feuern, welches an der Lafette angebracht war. Von der ‘M 1897’ waren bei Kriegsausbruch 1914 etwa 4.000 bei der französischen Armee vorhanden und weitere 17.000 wurden während des 1. Weltkrieg hergestellt. Das Feldgeschütz wurde auch von vielen anderen Armeen verwendet und die US-Armee übernahm die ‘M 1897’ im Jahr 1917 und begann später mit der Produktion ihrer eigenen Version (ca. 1000 Stück). Es wurden so viele ‘M 1897’ hergestellt, dass sie auch für eine Vielzahl von anderen Zwecken verwendet wurden. So bestand die Bewaffnung der ersten französischen Panzer aus der ‘M 1897’. Sie wurde auch als Flugabwehrkanone eingesetzt, entweder auf einem schrecklich anmutenden Gestell mit Metallrahmen oder als eine Selbstfahrlafetten auf einen Dion-LKW montiert. Einige wurden auch als Küstenverteidigungs-Geschütze verwendet und als eine 37-mm-Grabenkanone 1916 benötigt wurde, war das Ergebnis eine ‘halbierte M 1897’. Die ‘M 1897′ blickte nach 1918 noch eine auf eine lange Nachkriegskarriere und wurde auch später noch in einigen seltsamen Formen produziert, aber es ist der Einsatz als eines der meist verwendeten Geschütze des 1. Weltkrieges, welches in Erinnerung bleibt. Die deutsche Wehrmacht setzte erbeutete Exemplare als 7,S-cm Feldkanone 231 (f) – oder häufiger kurz als 7,5-cm-FK 97 (f) – noch während des 2. Weltkrieg ein. Benutzer: Frankreich, USA, Großbritannien, Belgien, Rumänien, Serbien, Portugal, Spanien, Polen, Finnland, Deutsches Reich (Wehrmacht). Animation 7,5-cm Geschütz M 1897 Spezifikationen 7,5-cm Geschütz M 1897 Spezifikationen: Einsatzstatistik: Die Legende Die Waffe, welche international als die ’75’ bekannt wurde, hatte ihren Ursprung in einem französischen Armeeprojekt der 1890er Jahre. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Hinterladekanonen an der Tagesordnung, aber diese litt unter dem Problem, von welchem alle Artilleriewaffen seit den Tagen des Schwarzpulvers betroffen waren: wenn die Kanone abgefeuert war, führten die Rückstoßkräfte dazu, dass Lauf und Lafette aus ihrer Position sprangen. Vor dem nächsten Schuss musste die Kanonen erst wieder in ihre Stellung gerückt werden. Wenn ein Verfahren zur Absorbierung dieses Rückstoßes gefunden wurde, wäre eine schnellere Feuerrate möglich, da es für die Bedienungsmannschaft nicht notwendig wäre, das Geschütz nach jedem Schuss in seine Feuerstellung zurechtzurücken. Die Lösung schien auf dem Gebiet der Hydraulik zu liegen, für welche eine deutsche Firma einen Weg gefunden hatte durch die Herstellung eines Kolbens mit einem beweglichen Zylinder, welcher sich durch eine dickflüssige Flüssigkeit bewegte. Bei einer sorgfältigen Konstruktion könnte dies die Rückstoßkräfte absorbieren. Dieses Prinzip wurden bei einigen großen, statischen Küstenverteidigungsgeschützen angewendet, aber das Gleiche bei einem viel kleineren und leichten Feldgeschütz zu erreichen, war eine andere Sache. Die meisten europäischen Großmächte ließen ihre Artillerie-Ingenieure an diesem Problem arbeiten, aber die Franzosen fanden die Lösung als Erstes. Die französische Lösung war eine einfache Verlängerung der ursprünglichen deutschen Kolben- und Flüssigkeits-Idee. Sie machten es nur einfach kleiner und mit Öffnungen im Kolben, sodass eine Mischung aus Wasser und Glycerin in niedriger Geschwindigkeit durch die Löcher fließen konnte. Dies konnte die Rückstoßkräfte praktisch vollständig absorbieren und keine Kräfte würden auf die Lafette der Kanone einwirken. So wurde die ‘M 1897’ geboren und die französische Armee stellte sie sofort unter größte Geheimhaltung in Dienst. Niemand außerhalb des unmittelbaren Kreises der Benutzer, der Kanoniere, durfte die Waffe sogar nur sehen – und noch nicht einmal die Kanoniere hatten eine Vorstellung davon, wie das Rückstoß-System überhaupt funktionierte. Zum Leidwesen der Franzosen zog diese schon verzweifelte Geheimhaltung nun große Aufmerksamkeit auf sich und es dauerte nicht lange, bis die Arbeitsweise das Rückstoß-System bekannt wurde. Zu dieser Zeit hatten die anderen europäischen Großmächte schon entschieden, dass, wenn die Franzosen ein neues Schnellfeuergeschütz mit einem effizienten Rückstoß-System hatten, dass sie dann ebenso eines mehr …

  • Uniformen, Stärke, und Organisation der Armee von Belgien im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 und die Invasion Belgiens. Belgische Armee im Jahr 1914 Belgien lag 1914 direkt im Weg des deutschen Hauptschlags und verfügte über eine Armee aus 6 Infanterie-Divisionen mit insgesamt rund 117.000 Soldaten sowie 3 Festungsgarnisonen in Antwerpen, Lüttich und Namur. Da Belgien neutral war, standen zwei Infanterie-Divisionen an der französischen Grenze, eine in Antwerpen gegen eine womögliche britische Landung gerichtet und eine bei Lüttich gegen Deutschland. Der Rest befand sich in der zentralen Reserve. Unter Berufung auf seine Neutralität hatte Belgien seine Armee vernachlässigt. Der Dienst in ihr war unpopulär, die Ausbildung stark eingeschränkt, die Moral niedrig und das Offizierskorps war ernstlich zerstritten. Die Festungen waren veraltet und Verbesserungen, welche bereits im Jahr 1882 geplant waren, immer noch unvollständig umgesetzt und waren sowieso schon durch die Waffenentwicklung wieder überholt. Es gab nur einen Lichtblick: König Albert, 39 Jahre alt, intelligent und mutig. Er hatte eine große persönliche Integrität und wenn er auch nicht die Armee in Friedenszeiten kontrollierte, sah die Verfassung vor, dass er sie im Kriegsfalle zu befehligen habe. Uniformen der belgischen Armee Im Jahr 1914 befanden sich die belgischen Uniformen in einem Prozess von Veränderungen. Der Königliche Erlass vom 19. September 1911 veränderte die Uniformen der Offiziere sowie die Rangabzeichen für die unteren Ränge. Ein Rundschreiben vom 26. März 1913 ersetzt die steife Tunika und Dolman mit einer praktischeren Tunika (Vareuse) und veränderte die Abzeichenfarbe der Infanterie von Scharlach zu Grau-blau. Das typische Aussehen von Offizieren während eines Feldzugs wird in dem rechten Bild gezeigt. An der Stelle des Käppi trugen Offiziere entweder ihre unverwechselbare Kopfbedeckung oder die Seitenmütze. Sowohl die Doppel-Tunika als auch der M.1863 Dolman wurden im Jahr 1913 durch ein neues Muster der Tunika ersetzt, aber die alten Modelle wurden auch weiterhin benutzt, bis sie abgenutzt waren. Die M.1913 Tunika war ein Einreiher mit Stehkragen (Passants), neun vergoldeten Metall-Knöpfen auf der Vorderseite, schrägen Brusttaschen mit rechteckigen Klappen und Knopf sowie schrägen Seitentaschen auf der Rundung mit Klappen, runde oder spitze Bündchen mit einem rechteckigen Schnitt und drei Knöpfen auf der Außenseite, sowie angedeutete Taschen auf der Rückseite mit zwei ‘blinden’ Klappen mit je zwei Knöpfen. Die vordere und die obere Kante des Kragens und der Vorderseite wurden durch Bündchen und Taschenklappen in Abzeichenfarbe markiert. Der Mantel war das Modell aus der Friedenszeit, ein Zweireiher mit Fallkragen und zwei Reihen zu je fünf vergoldeten Metallknöpfe, Seitentaschen mit Patte, Halbgürtel und Schlitz auf der Rückseite, der durch zwei Knöpfe befestigt war. Berittene Offiziere trug einen ellbogenlangen Umhang. Reithosen waren grau-blau, Streifen oder Lampassen und wurden mit Reitstiefel und Ledergamaschen oder Gamaschen getragen. Andere Ränge trugen die ebenfalls in dem ersten Bild dargestellten Uniformen. Grenadiere trugen eine deutsche Musterfeldmütze mit scharlachroten Band, während die Radfahrer-Karabiniere die kegelförmige Feldmütze mit Kinnriemen und Spitze trugen. Diese Friedenszeiten-Uniformen waren völlig ungeeignet für die moderne Kriegsführung und fast sofort wurde damit begonnen, praktischer Uniformen zur Verfügung zu stellen. Diese wurde als ‘Yser’-Uniformen bekannt, da sie vor allem von den 58.000 Männer, welche am Fluss Yser kämpften, getragen wurden. Die markante Kopfbedeckung und farbige Feldmützen wurden durch Käppis in weichen blauen oder grünen Farben ersetzt. Die Tunika war entweder dunkelblau oder grau und war ein Einreiher mit Standplatzkragen und sieben grauen Metall-Knöpfen auf der Vorderseite. Sie hatte aufgesetzte Brustfalten und Seitentaschen mit rechteckigen Klappe und wies Bündchen in den Waffenfarben auf, sowie angedeutete Taschenklappen auf der Rückseite mit jeweils mit zwei Knöpfen. Die blau-grauen Hosen wurden von weinroten Cord-Hosen (Satin) ersetzt, welche mit blauen Gamaschen und Stiefeletten getragen wurden. Knappheit bei den belgischen Uniformen wurden durch die zusätzliche Verwendung von französischen Uniformteilen wettgemacht. Im Frühjahr 1915 führte die belgische Armee das Khaki ein – nicht so sehr, weil es die Farbe ihrer Wahl war, sondern weil Großbritannien genügend Material davon liefern konnte. Die Offiziers-Uniform war eng nach dem britischen Muster modelliert, während die Uniform der anderen Ränge mehr den französischen Soldaten ähnelte. Fehlbestände an richtigen belgischen Uniformteilen wurden durch die Verwendung von britischen und amerikanischen Beständen ausgeglichen. Die Schirmmütze war Khaki mit einem passendem Tuch darauf, braunem Leder (vergoldet für Generäle), Kinnriemen und Reihen von Abzeichen in der Waffenfarbe um die Krone herum. Generäle hatten ein karminroten Kappenband. Auf der Vorderseite wurde die Einheit oder Rangabzeichen getragen; in Metall oder als Stickerei, mit der kreisförmigen Kokarde in den belgischen Farben darüber – rot, gelb und schwarz. Der Seitendeckel hatte eine Quaste und Abzeichen in der Farbe der Waffengattung für Mannschaften und Quaste und Trimmen entsprechend dem Rang für Offiziere. Typische Uniformen für Offiziere und Mannschaften sind auf dem rechten Bild dargestellt. Die anderen Ränge hatten einen Mantel mit zwei Reihen von fünf bronzenen Knöpfen, schräge Brusttaschen und Seitentaschen mit Patte. Schulterstücke wurden auf der Schulter mit einem Knopf an jedem Ende befestigt und zeigte die Farbe der Waffengattung an. Offiziersmäntel kamen in einer Vielzahl von Schnitten mit vielen detaillierten Unterschiede zwischen dem einem und dem anderen vor, aber sie waren in der Regel vom gleichen Schnitt wie der Mantel aus der Friedenszeit. Breite Hosen gab es für Offiziere, während nicht-berittene Mannschaften nur Khaki-Hosen passend mit Stiefeletten, entweder aus Leder oder Gamaschen hatten. Berittene Soldaten und Radfahrer hatten Hosen und Ledergamaschen. Gegen Ende des Jahres 1915 wurde der französische Adrian-Helm mit Löwenkopf auf der Vorderseite bei den belgischen Truppen nach und nach eingeführt. Im August 1918 wurde der italienische Farina-Helm mit Körper- und Armschutz Tests unterzogen, aber nicht angenommen. Im Dezember 1918 wurde ein belgischer gestalteter Helm, nach seinem Designer Weekers benannt, in begrenzten Stückzahlen eingeführt. Dieser war ungewöhnlich, da er ein Visier und eine kreisförmige gestanzter Metall-Kokarde in den Nationalfarben auf der linken Seite hatten. Zu Beginn des 1. Weltkrieg bestand die belgische Infanterieausrüstung aus einem schwarzen Leder-Gürtel, an der eine einzelne Patronentasche vorne hing, sowie Bajonett und Linnemann-Schanzwerkzeug an der linken Hüfte befestigt waren. Brotbeutel und eine mit Tuch bedeckten Aluminium-Wasserflasche wurden von der rechten Schulter befestigt. Die Ausrüstung hatte eine Kuhhaut-Klappe auf dem das schwarz lackierte Aluminium-Kochgeschirr geschnallt wurde. Im Jahr 1915 wurde begonnen, Ausrüstung in mehr …

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