Hetzer

Jagdpanzer 38(t) Hetzer, einer der besten deutscher Panzerjäger im Zweiten Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Jagdpanzer 38(t) Hetzer
Jagdpanzer 38(t) Hetzer

Jagdpanzer 38(t) Hetzer

Jagdpanzer 38(t) Hetzer; Panzerjäger 38(t) für 7,5 cm Pak 39.
Typ: Jagdpanzer.

Der Jagdpanzer 38(t), gemeinhin als Hetzer bekannt, war ein deutscher Panzerjäger, der im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde.

Überblick

Entwicklung: Er wurde 1944 als Ersatz für den Marder III entwickelt.
Konstruktion: Der Hetzer wurde auf dem Fahrgestell des Panzers PzKpfw 38(t) tschechischer Bauart aufgebaut.
Bewaffnung: Der Hetzer war mit einer 75-mm-Kanone PaK 39 L/48 bewaffnet, die gegen die meisten alliierten Panzer der damaligen Zeit wirksam war.
Panzerung: Er hatte eine Schrägpanzerung, die trotz ihrer geringen Dicke einen guten Schutz bot.
Größe: Der Hetzer war kompakt und hatte ein niedriges Profil, wodurch er schwer zu entdecken und zu treffen war.
Produktion: Zwischen April 1944 und Mai 1945 wurden etwa 2.827 Stück produziert.
Einsatz: Er wurde hauptsächlich an der Ostfront und bei der Verteidigung Deutschlands 1944/45 eingesetzt.
Effektivität: Der Hetzer galt als einer der effektivsten deutschen Jagdpanzer des Zweiten Weltkriegs.
Nachkriegsverwendung: Einige Hetzer dienten nach dem Krieg weiterhin in anderen Armeen, insbesondere in der Schweiz bis in die 1970er Jahre.
Name: Der Spitzname ‚Hetzer‘ wurde während des Krieges nicht offiziell verwendet.

Der Hetzer zeichnete sich durch ein ausgewogenes Verhältnis von Feuerkraft, Schutz und Mobilität aus, was ihn trotz seiner relativ späten Einführung zu einem beeindruckenden Gegner auf dem Schlachtfeld machte.

Geschichte

Besichtigung des Hetzers
Besichtigung des Hetzers durch Hitler.

Obwohl die Umbauten aus existierenden, veraltenden Fahrgestellen wie dem Marder III aus dem PzKpfw 38(t) verhältnismäßig erfolgreich waren, so ergaben sich dabei jedoch insgesamt zu hohe und unbeholfene Fahrzeuge, denen es an Feinschliff mangelte und die alle Anzeichen der Eile, in welcher man sie einmal entworfen hatte, deutlich erkennen ließen.
Im Gegensatz dazu haben die verschiedenen Sturmgeschütze und Artillerie-Selbstfahrlafetten zur Nahunterstützung bei vielen Gelegenheiten ihren Wert als Panzerjäger gezeigt.

So verlangte Generaloberst Heinz Guderian, der neue Generalinspekteur der Panzertruppe, im März 1943 einen leichten Jagdpanzer, welcher angemessen gepanzert und auch Schutz nach oben, hinten und an den Seiten bot, sowie eine niedrige Silhouette haben sollte, um die bisherigen leichten Panzerjäger auf Selbstfahrlafette oder gezogene Pak-Geschütze abzulösen.

Für die Entwicklung dieses Fahrzeugs wurde das erprobte Fahrgestell des PzKpfw 38(t) verwendet. Das Ergebnis war einer der besten deutschen Jagdpanzer, nämlich der Jagdpanzer 38(t) Hetzer oder Panzerjäger 38(t) für 7,5 cm Pak 39.

Der Hetzer verwendete den ursprünglichen Motor, Kettenaufhängung und Fahrwerk des PzKpfw 38(t) zusammen in einem neuen, gepanzerten Überbau, der stark abfallend angewinkelt war, um der vierköpfigen Besatzung zusätzlichen Schutz zu bieten.
Der Hetzer war trotzdem ein völlig neuer Entwurf mit den erprobten Komponenten des PzKpfw 38(t), wobei ein breiterer Rumpf mit extensiver Verwendung von abgeschrägter Panzerung zum Einsatz kam. Jedoch bereitete der enge Kampfraum für vier Mann und der begrenzte Richtbereich der Kanone Probleme während des Gefechts.
Die Bewaffnung bestand aus der üblichen 7,5-cm Pak 39, welche für das Fahrzeug angepasst wurde, zusammen mit einem auf dem Dach montierten Maschinengewehr für die Selbstverteidigung, was auch von innen aus dem Kampfraum heraus bedient werden konnte.

Nach der Erprobung wurde im Dezember 1943 befohlen, alle Produktionskapazitäten des Fahrgestells des PzKpfw 38(t) für diesen neuen Panzerjäger zu verwenden. Die Serienproduktion begann im April 1944 bei BMM in Prag und die Firma Skoda folgte im September 1944. Auch Fabriken in Pilsen, Königgrätz (Böhmen) und Breslau waren schließlich daran beteiligt. Diese Produktionsstätten arbeiten bald unter Hochdruck, da sich der Hetzer schnell als eine erfolgreiche Kombination aus Bewaffnung und Fahrgestell herausstellte.

Er war klein und flach, trotzdem sehr gut geschützt und hatte gute Fahreigenschaften im Gelände. Die Kanone konnte alle feindlichen Panzer ausschalten, sogar die schwersten davon. Dagegen war der Hetzer nur schwer im Kampf auszuschalten, da er so klein war, dass er praktisch für die feindlichen Kanoniere unsichtbar war und die stark abgeschrägte Vorderpanzerung konnte durch die meisten alliierten Geschütze nicht durchschlagen werden.

Die ersten Kampfeinheiten erhielten den Hetzer im Juli 1944. Es waren die Panzerjäger-Abteilungen 731 und 743, sowie die Panzerjäger bei der 15. und 76. Infanterie-Division. Nachfolgend wurde der Jagdpanzer an Panzerjäger-Abteilungen an alle möglichen Formationen ausgegeben.

Rufe nach mehr und mehr dieser Fahrzeuge kamen von den Verbänden an der Front, sodass bis Ende 1944 alle verfügbaren Fahrgestelle des PzKpfw 38(t) nur noch zum Bau der Hetzer verwendet wurden. Die Produktion lief so lange weiter, bis die letzten Fabriken im Mai 1945 überrannt wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren mindestens 2.584 Hetzer gebaut worden.

 

Es war ursprünglich vorgesehen, so schnell wie möglich zu starr montierten Kanone überzugehen, aber dies wurde Anfang 1944 aufgeschoben und dann nochmals im November 1944. Für Mai 1945 wurde dann die endgültige Frist zum Einbau der starren Pak 39/1 und der 10,5-cm-Sturmhaubitze 42 gesetzt, aber das Kriegsende verhinderte diese Veränderung.

Mehrere Versionen des Hetzers waren produziert worden. Darunter war ein Flammenwerfer, der Flammpanzer 38(t), und eine Bergepanzer-Version, der Bergepanzer 38(t).
Aber die Geschichte des Hetzers war auch nicht mit Kriegsende im Mai 1945 vorbei. Es dauerte nicht lange und die Produktion des Hetzers wurde wieder aufgenommen, diesmal für die neue tschechoslowakische Armee. 1946 kaufte die Schweizer Armee sogar 158 Hetzer aus der Tschechoslowakei, welche von 1947 bis 1952 ausgeliefert wurden. Die Schweizer Fahrzeuge hatten jedoch einen neuen Motor mit 160 PS. Bei der Schweizer Armee waren die Hetzer noch bis in die 1970er Jahre im Einsatz.

Während der Kriegszeit wurden die Hetzer auch für eine Reihe von Versuchen mit dem Einbau unterschiedlicher Waffen verwendet. Dies ging so weit, dass zu einem Zeitpunkt Kanonen direkt in die Frontpanzerung ohne einen Rücklaufmechanismus eingebaut wurden und dieses Konzept funktionierte tatsächlich.
Ein Prototyp war eine Sturmhaubitze mit dem 15-cm-Infanteriegeschütz und es gab mehrere ähnliche Projekte, aber keines davon erreichte Serienreife, da die vorhandenen Produktionsanlagen vollständig mit dem Ausstoß des serienmäßigen Jagdpanzer-Modells ausgelastet waren.

Der Hetzer gilt heute als einer der besten aller deutschen Panzerjäger, denn es war ein kampfkräftiges, kleines Fahrzeug, welches viel ökonomischer zu bauen war, als viele der größeren Fahrzeuge. Obwohl er nur mit einer 75-mm-Kanonen bewaffnet war, konnte dieser Jagdpanzer so ziemlich jeden feindlichen Panzer außer Gefecht setzen, auf welche er mit großer Wahrscheinlichkeit traf und war trotzdem kaum höher als ein aufrecht stehender Mann.

Animation 3d-Modell Jagdpanzer 38(t) Hetzer


Flammpanzer 38(t) Hetzer

Flammpanzer 38(t) Hetzer
Ein von amerikanischen Truppen erbeuteter Flammpanzer 38(t) Hetzer.

Während er Planungen für die Ardennen-Offensive wurde festgestellt, dass einige Flammenwerfer-Panzer benötigt werden. Zwanzig Jagdpanzer 38(t) wurden für diese Aufgabe im Dezember 1944 umgebaut, durch den Einbau eines Flammenwerfers anstelle der normalen 7,5 cm Pak 39. 700 Liter brennbarer Flüssigkeit wurden mitgeführt. Der Verbrauch erlaubte damit Feuerstöße bis zu insgesamt 87,5 Sekunden, aber die Anzahl der Feuerstöße war durch die Menge der Starterkartuschen begrenzt. Die Reichweite lag zwischen 50 und 60 Metern.

Der Flammpanzer 38(t) war identisch zum serienmäßigen Hetzer, mit Ausnahme der kleinen trichterförmigen Abdeckung für den Flammenwerfer.

Die Fahrzeuge wurden von Spezialverbänden in den Ardennen verwendet, von denen eine Anzahl von den Alliierten erbeutet und fotografiert wurden, was dem Fahrzeug mehr Bekanntheit einbrachte, als die kleine Bauzahl eigentlich verdiente.


Modifikationen und Varianten

Bergepanzer 38(t) Hetzer

Bergepanzer 38(t) Hetzer
Bergepanzer 38(t) Hetzer

Der Bergepanzer 38(t) wurde für Einheiten entwickelt, welche mit dem neuen Jagdpanzer ausgerüstet wurden, um Hetzer zu begleiten und wenn nötig zu bergen. Eine Meldung vom August 1944 vermerkte, dass für jeweils 14 Jagdpanzer Hetzer ein Bergepanzer gebaut werden soll, aber bis September 1944 waren nur sieben Stück im Einsatz. Im Oktober wurde dieser Mangel dadurch wett gemacht, dass 64 Hetzer, welche aus der Produktion vom Juni und Juli zurückbehalten worden waren, in Bergepanzer umgebaut wurden. Ab Dezember 1944 erfolgte dann die reguläre Herstellung.

Der oben offene Bergepanzer war auch ein ideales Fahrzeug für weitere Umbauten und obwohl die Anzahl der verschiedenen Panzerfahrzeuge der Wehrmacht erheblich reduziert werden sollte, kamen doch besondere Wünsche von den Fronttruppen. Deshalb entstand die offiziell eingeführte 15 cm sIG33 auf Selbstfahrlafette Jagdpanzer Hetzer aus einem Bergepanzer und Fotografien zeigen auch einen Flak-Panzer mit 2-cm Flak 38. 1945 befand sich auch der ‚Vollkettenaufklärer 38‘, bewaffnet mit der kurzen 7,5-cm K51 L/24 auf einem Bergepanzer-Fahrgestell, im Versuchsstadium.

Der Bergepanzer 38(t) basierte auf dem Hetzer, aber der Überbau war niedriger und nach oben offen. Die Frontplatte war nicht aufgebrochen und im Kampfraum befand sich eine Seilwinde und ein Rohrbock wurde mitgeführt.

Ab Oktober 1944 wurden die insgesamt 106 gebauten und 64 umgebauten Bergepanzer 38(t) Hetzer den Panzerjäger-Abteilungen beigegeben, welche mit dem Hetzer ausgerüstet waren.


15 cm Schweres Infanteriegeschütz 33/2 (Sf) auf Hetzer

15cm sIG33/2(Sf) auf Jagdpanzer 38(t) Hetzer
15cm sIG33/2(Sf) auf Jagdpanzer 38(t) Hetzer

Die wenigen letzten Fahrgestelle PzKpfw 38(t) Ausf. M wurden als 15 cm sIG33/2 im August 1944 fertiggestellt, aber der Bedarf für eine Selbstfahrlafette mit dem 15 cm sIG33 war weiterhin vorhanden. Dies wurde zum Gegenstand einer Besprechung zwischen Hitler und Rüstungsminister Speer im Oktober 1944. Bis November wurde dann entschieden, dass eine neue Selbstfahrlafette, basierend auf den Komponenten des Jagdpanzer 38(t) Hetzer, entworfen werden soll, welche das 15 cm sIG33 tragen soll.

Auf der Grundlage des Überbaus des Bergepanzer 38(t), mit einem zusätzlichen erhöhten Überbau um das sIG33, wurde der gleiche Einbau und Schutzschild wie bei den früheren Versionen von Selbstfahrlafetten mit diesem Geschütz verwendet.

Die ab Dezember 1944 aus 6 Bergepanzern umgebauten und 24 neu gebauten 15cm Schweres Infanteriegeschütz 33/2 (Sf) auf Jagdpanzer 38(t) wurden als Ersatz für Verluste bei den Schweren Infanteriegeschütz-Kompanien der mit Schützenpanzern ausgerüsteten Panzergrenadier-Regimentern verwendet.

Jagdpanzer 38(t) Starr

Die ursprüngliche Entscheidung vom Dezember 1943, die Produktion des Jagdpanzer 38(t) Hetzer aufzunehmen, erfolgte auf der Grundlage, dass dieser mit einer starr befestigten Kanonen gebaut wird. Anfang 1943 hatte die Firma Rheinmetall die Machbarkeit dieser Idee bewiesen, indem sie einen russischen 12-cm-Granatwerfer in ein altes Fahrgestell eines PzKpfw II eingebaut hatte.

Die Firma Alkett setzte diese Entwicklung mit einer starr eingebauten 7,5 cm Pak 39 in den Jagdpanzer IV fort und entwarf auch einen Einbau für den Jagdpanzer 38(t).
Jedoch führten Schwierigkeiten mit der Anbringung der Sichtgeräte und kaum zu bedienende Handräder zu einer Verschiebung der Produktion mit der starren Kanone und der Bau des Jagdpanzer 38(t) Hetzer mit der zurücklaufenden 7,5 cm Pak 39/1 wurde vorübergehend fortgesetzt.

Bis November 1944 wurde immer noch kaum ein Fortschritt mit verschiedenen vorgeschlagenen Lösungsmöglichkeiten erzielt und der normale Hetzer blieb weiterhin in Produktion.

Nun übernahm Rheinmetall wieder die Entwicklung mit dem Auftrag, eine serienmäßige Lösung so schnell wie möglich vorzulegen. Der endgültige Entwurf des Waffeneinbaus und der Sichtgeräte wurde Anfang April 1945 nach Prag geschickt, wo eine Entscheidung zur Übernahme in die volle Produktion am 20. April 1945 gefällt wurde. Der von Rheinmetall erzielte Entwicklungserfolg führte zum Baubeginn eines Prototyps des Jagdpanzer 38(t) Hetzer mit einer 10,5-cm Sturmhaubitze 42, welche in zehn Prozent aller mit starrer Bewaffnung produzierten Fahrgestelle eingebaut werden sollte.

Der Jagdpanzer 38(t) Starr hatte die gleichen Eigenschaften wie der ursprüngliche Hetzer, aber die starre Kanone musste etwas mehr in die Mitte des Fahrzeuges versetzt werden. Die kleinere Kugelkopfmontage erlaubte diese Versetzung und führte zu einer stärkeren Frontpanzerplatte, da nur eine kleinere Öffnung notwendig war.
Die neue Anordnung der Kanone reduzierte das Gewicht an der Nase und auch das Gesamtgewicht des Jagdpanzers auf 14 Tonnen. Serienfahrzeuge sollten mit einem Höhenrichtstabilisator ausgerüstet werden und ein koaxiales Maschinengewehr sollte bei seiner Verfügbarkeit eingebaut werden, welches für den Jagdpanzer 38(d) entwickelt wurde.

Nur zehn Vorserienfahrzeuge wurden bis Kriegsende fertig und die Serienproduktion sollte im Mai 1945 aufgenommen werden.

Jagdpanzer 38(d)

Die langfristige Planung der deutschen Panzerproduktion sah vor, dass das Fahrgestell des PzKpfw IV bis Mitte 1945 durch das kombinierte Fahrgestell PzKpfw III/IV, wie es z.B. für die Sturmgeschütze und Jagdpanzer IV-Serie verwendet wurde, ersetzt werden sollte. Dazu sollten noch viele Veränderungen beim Bau der Fahrzeuge vorgenommen werden.

Jedoch wurde im Herbst 1944 entschieden, auch den Bau des Fahrgestells PzKpfw III/IV einzustellen und Hitler befahl, alle dadurch frei werdenden Kapazitäten für den Bau der Fahrgestelle des Jagdpanzer 38(t) und 38(d) zu verwenden. Der Jagdpanzer 38(t), das ursprüngliche tschechische Originalmodell sollte weiterhin als Hetzer gebaut werden, davon einige Fahrzeuge mit der neuen starren Kanone und einige, wie sie sich schon in Produktion befanden. Der 38(t) sollte auch als Grundlage für ein neues Aufklärungsfahrzeug verwendet werden.

Der Jagdpanzer 38(d) war eine etwas größere, überarbeitete Version, welche sich hauptsächlich darin unterschied, dass der 220 PS starke Tatra-Dieselmotor mit Luftkühlung und ein neues Antriebssystem verwendet wurde. Der Überbau war ebenfalls wie beim Hetzer mit 60° Grad abgewinkelt, aber die Panzerdicke betrug 80 mm statt 60 mm, was ein Gesamtgewicht von 16 Tonnen ergab.

Dieses überarbeitete Fahrzeug war in der Lage, mit der langen 7,5 cm Pak 42/1 (L/70) bewaffnet zu werden, entweder mit einer Rückstoßvorrichtung oder starr, wodurch es den Pz IV/70 ersetzen konnte. Jedoch konnte auch die 7,5 cm Pak 39 (L/48) und 10,5 cm StuH42/2 als alternative Bewaffnung verwendet werden, was den Jagdpanzer 38(d) auch zum Ersatz für das Sturmgeschütz machte.

Die Herstellung des Jagdpanzer 38(d) sollte von allen deutschen Herstellern, welche am Bauprogramm des PzKpfw IV und StuG III beteiligt waren, durchgeführt werden, während BMM und Skoda erst einmal weiter den Jagdpanzer 38(t) Hetzer bauen sollten.

Fertig wurden jedoch nur Prototypen bis Kriegsende. Ab Mitte 1945 war vorgesehen, monatlich 1.250 Jagdpanzer 38(d) bei Alkett, Vomag, Krupp-Gruson, MIAG und Nibelungenwerke zu bauen. Bei Alkett sollten darunter auch 125 StuH42 monatlich gefertigt werden.

Im Gegensatz zur tschechischen Version war der 38(d) auch dafür vorgesehen, als Fahrgestell für einen Ersatz für den Flak-Panzer Kugelblitz zu dienen, wenn für diesen keine neuen Fahrgestelle des PzKpfw IV mehr zur Verfügung stehen würden. Ein Holzmodell wurde noch fertig und lässt den Schluss zu, dass dieser neue Flak-Panzer einen kleineren Turm als bei der PzKpfw-IV-Version erhalten sollte. Die Entwicklung des Turms erlaubte den Einbau von zwei 2-cm-Schnellfeuerkanonen zusätzlich zur 3 cm MK 103, welche von einem Mann der Besatzung bedient werden konnten.

Die hydraulische Drehbewegung und Höhenrichtung erfolgte mit einer Geschwindigkeit von 45° Grad je Sekunde und die Drehung konnte um 360° Grad erfolgen, mit einem Höhenrichtbereich von -5 bis +70° Grad. 1.200 Schuss 3-cm und 1.000 Schuss 2-cm-Munition wurden mitgeführt.
Für diesen Flak-Panzer gab es zwei Versionen: die Ausf. Protektorat und Ausf. Reich. Der einzige Unterschied zwischen ihnen war der Rumpfaufbau.


Animation 3d-Modell Jagdpanzer E-25

 

Der Jagdpanzer E-25 war dem Hetzer ähnlich, aber mit der 7,5 cm L/70 Kanone bewaffnet und zwischen 25 und 30 Tonnen schwer. Es wurde ein HL230-Motor und das Kettenlaufwerk des Panther verwendet und fünf Prototypen waren bei Alkett bei Kriegsende im Bau.

E25
Jagdpanzer E-25

Benutzer Hetzer-Versionen: Wehrmacht (Tschechoslowakei und Schweiz nach dem 2. Weltkrieg).


In der Nachkriegszeit: tschechischer ST-I und ST-III, Schweizer G-13

Der deutsche Panzerjäger „Hetzer”, offiziell als Jagdpanzer 38(t) bezeichnet, hatte eine bemerkenswerte Karriere nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere bei den Streitkräften der Tschechoslowakei und der Schweiz.

Ursprünge: Jagdpanzer 38(t) „Hetzer”
– Entwickelt von Deutschland im Jahr 1944
– Gebaut auf dem tschechischen Panzer 38(t)-Chassis
– Bewaffnet mit einer 75-mm-PaK-39-L/48-Kanone
– Flaches Profil, abgeschrägte Panzerung und kostengünstiges Design
– Massenproduktion in tschechischen Fabriken (BMM/Škoda)

Nachkriegs-Tschechoslowakei
Nach dem Zweiten Weltkrieg:
– Tschechoslowakei erlangte die Kontrolle über ihre Waffenfabriken zurück
– Verfügen über eine große Anzahl unfertiger oder intakter Hetzer

Einsatz in der Tschechoslowakei
– Fortsetzung der Produktion unter der Bezeichnung ST-I
– Einsatz für Ausbildungszwecke und in begrenztem Umfang bei den Streitkräften
– Spätere verbesserte Versionen mit der Bezeichnung ST-III
– Blieb bis in die frühen 1950er Jahre im Einsatz
– Wurde schließlich durch sowjetische Ausrüstung (z. B. T-34/85) ersetzt

Schweiz: G-13
Die Schweiz wurde zum bekanntesten Nachkriegsnutzer.

Schweizer Einführung
– Kauf von 158 Fahrzeugen aus der Tschechoslowakei (1946–1950)
– Bezeichnung Panzerjäger G-13

Wesentliche Unterschiede zum Hetzer aus dem Zweiten Weltkrieg
– Ursprünglich mit deutschen Motoren ausgestattet, später durch Dieselmotoren ersetzt
– Modifizierte Optik und Funkgeräte
– Einige spätere Modelle hatten eine Mündungsbremse (nicht bei den Hetzer-Panzern aus Kriegszeiten)
– Verbesserte Zuverlässigkeit und Ergonomie für die Besatzung

Lebensdauer
– Im Einsatz bis 1972
– Verwendung als defensiver Panzerjäger in der Schweizer Doktrin
– Viele der heute in Museen erhaltenen „Hetzer” sind eigentlich Schweizer G-13

Häufiges Missverständnis
Viele Museumsfahrzeuge, die als **Hetzer aus dem Zweiten Weltkrieg** bezeichnet werden, sind:
– Tatsächlich Schweizer G-13 aus der Nachkriegszeit
– Erkennbar an Dieselmotoren, Mündungsbremsen und Schweizer Ausstattungsmerkmalen

Land
Bezeichnung
Einsatzzeitraum
Anmerkungen
Deutschland
Jagdpanzer 38(t)
1944–1945
Produktion im Zweiten Weltkrieg
Tschechoslowakei
ST‑I / ST‑III
1945–1952
Inländischer Einsatz nach dem Krieg
Schweiz
G‑13
1946–1972
Längste Dienstzeit

Spezifikationen Jagdpanzer 38(t) Hetzer

Spezifikationen:

Spezifikation
Panzerjäger 38(t)
Typ
leichter Jagdpanzer
Antrieb
Vergasermotor Praga AC/2800 mit 160 PS bei 2.800 U/min
Getriebe
5 Vorwärtsgänge, 1 Rückwärtsgang
Besatzung
4
Länge über alles
6,27 m oder 6,38 m (ohne Rohr: 4,87 m)
Breite
2,63 m
Höhe
2,17 m
Gewicht
16.000 kg
Straßengeschwindigkeit
42 km/h
Geländegeschwindigkeit
?
Verbrauch/100 km
Straße 120 Liter, Gelände 180 Liter
Kraftstoffvorrat
320 Liter
Straßen-Fahrbereich
217-260 km
Gelände-Fahrbereich
170-177 km
Kletterfähigkeit
0,70 m
Grabenüberschreitung
1,40 m
Watfähigkeit
1,00 m
Wendekreis
5,00 m
Steigfähigkeit
25°

Panzerung:

Spezifikation
mm
Winkel
Aufbau Vorn
60
60°
Aufbau Seite
20
40°
Aufbau Hinten
8
70°
Aufbau Oben
8
90°
Wanne Vorn
60
40°
Wanne Seite
20
15°
Wanne Hinten
20
15°
Wanne Unten
10
90°
Geschützmantel
60
Saukopfblende

Bewaffnung und Ausrüstung:

Panzerjäger 38(t)
Spezifikation
Hauptbewaffnung
7,5 cm Pak 39 L/48
Schuss
41
Schwenkbereich
-5° (links) bis +11° (rechts) (manuell)
Höhenbereich
-6° bis +12°
Mündungsgeschwindigkeit Pzgr39
790 m/s
Mündungsgeschwindigkeit Pzgr40
990 m/s
Granatgewicht Pzgr39
6,80 kg
Granatgewicht Pzgr40
4,10 kg
Maximale Schußweite
?
Sekundär-Bewaffnung
1 x 7,92mm MG34 oder MG42 auf dem Dach mit 360° Drehbereich (1.200 Schuss)
Funkgerät
FuG5 (4 km Reichweite) und FuG Spr f
Zieloptik
SflZF1a

Durchschlagskraft mm der Kanone auf 30° Panzerplatte:

Entfernung
Pzgr39
Pzgr40
100 m
106 mm
143 mm
500 m
96 mm
120 mm
1.000 m
85 mm
97 mm
1.500 m
74 mm
77 mm
2.000 m
64 mm
-

Herstellung:

Angaben
Jagdpanzer 38(t)
Produktion
April 1944 bis Mai 1945
Stückpreis
?
Stückzahl
2.584

Einsatzstatistik für Jagdpanzer 38(t) UND Jagdpanzer IV (7,5cm L/48):

Jahr
Bestand
Produktion
Verluste
vor 1939
-
-
-
1939
-
-
-
1940
-
-
-
1941
-
-
-
1942
-
-
-
1943
-
-
-
1944
-
2.357
344
1945
1.478
832 (Jan+Feb)
216 (Jan)
Insg.
-
3.189 (bis Feb 45)
560 (bis Jan 45)


Video vom Einsatz des Hetzers in Computerspielen

Dazu das nachfolgende Replay-Video zum Einsatz des Hetzers, Jagdpanzer IV und einer Me 410 und Bf 110 in einer Realistischen Landschlacht vom free2play-Spiel War Thunder:

Wer das Gratis-Panzer-Spiel noch nicht kennt, kann War Thunder hier kostenlos downloaden:

Download


Quellenangaben und Literatur

The Encyclopedia of Weapons of World War II (Chris Bishop)
Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr (Werner Oswald)
Encyclopedia of German Tanks of World War Two (P.Chamberlain, H.L.Doyle)
Panzer und andere Kampffahrzeuge von 1916 bis heute (Christopher F. Foss, John F. Milsom, Colonel John Stafford Weeks, Captain Georffrey Tillotson, Richard M. Ogorkiewicz)
Panzerkampfwagen des 1. und 2. Weltkrieges (Andrew Kershaw)
Krieg der Panzer (Piekalkiewicz)

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