Wehrpass


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Im Blickpunkt:
  • PPS-43

    Russische Maschinenpistolen PPS-42, PPS-43 und PPD-1934/38. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. PPS-43, PPS-42 Typ: Maschinenpistole. Geschichte der PPS Dies war die dritte Standard-Maschinenpistole, welche von der Roten Armee während des 2. Weltkrieg angenommen wurde. Sie wurde von A.J. Sudarew entworfen und ihre Produktion war für das von der Sowjetunion praktizierte System, immer nur einen Entwurf zur Massenherstellung auszuwählen, ungewöhnlich. Denn schließlich gab es schon die PPSh, aber die Erfordernisse des Kriegsverlaufs erzwangen diesen Sonderfall. Als die Stadt Leningrad von der deutschen Armee während des Jahres 1941/42 belagert wurde, waren Waffen dort Mangelware. So wurde die PPS dort entwickelt und in Fabriken der belagerten Stadt hergestellt, von wo sie direkt an die nahen Frontlinien geliefert wurden. Die Waffe war eine bemerkenswerte Produktion, da sie mit Ausnahme des Laufes und Bolzen komplett aus Stahl gepresst wurde und an einigen Punkten zusammengeschweißt wurde. Die einzigen Teile, welche nicht aus Metall waren, sind der hölzerne Griff und ein kleines Stückchen Leder als Puffer auf dem Schlagbolzen. Die PPS hatte auch keinen Holzschaft, wie sonst bei sowjetischen Maschinenpistolen üblich, sondern eine einklappbare Metallstütze, offensichtlich in Anlehnung an die deutsche MP 40. Die Waffe funktionierte durch einen Masseverschluss. Feinarbeiten existierten praktisch nicht, stattdessen gab es grobe Schweißnähte und Schleifspuren auf der ganzen Waffe. Es muss die billigste Schusswaffe jeglicher Art sein, die jemals hergestellt wurde. Aber trotz allem, sie funktionierte gut und zuverlässig und viele Tausend wurden in ihrer ursprünglichen Form (PPS-42) und in der leicht veränderten Form (PPS-43), welcher aber im wesentlich identisch ist, hergestellt. Der perforierte Laufmantel erstreckt sich über den Lauf und dient als Mündungsbremse und Kompensator, wie auch bei der PPSh. Ein gekrümmtes Kastenmagazin wurde von unten hineingedrückt und das Stahlgehäuse zieht sich über die Oberseite der Waffe. Eine einfache Sicherung ist an der vorderen Kante des Abzugsbügels angebracht und es gibt keine Möglichkeit Einzelschüsse abzugeben. Die Waffe ist so viel billiger und einfacher in der Herstellung als die PPD oder selbst die PPSh-Modelle, dass sich die Frage aufdrängt, warum sie diese nicht ersetzte. Die einfache Konstruktion erforderte nur die Hälfte der Rohstoffe und ein Drittel an Dreharbeiten im Vergleich zur PPS-41. Die gesicherte Antwort darauf wird wohl niemals bekannt werden, aber eine Ahnung von den herrschenden Verhältnissen in der damaligen Sowjetunion erhält man davon, wie die Belagerung von Leningrad anschließend von offizieller Seite abgehandelt wurde. Während der Belagerung wurden die heldenhaften Verteidiger der Stadt zu Nationalhelden – und in den Augen der Moskauer Führung wuchsen sie etwas zu sehr über sich hinaus. Als die Belagerung ausgestanden war, verschwanden viele prominente Persönlichkeiten aus Leningrad aus den Augen der Öffentlichkeit und die ganze Angelegenheit wurde stark heruntergespielt. Es scheint sehr wahrscheinlich, dass diese Haltung auch dazu führte, daß eine Waffe, welche während der Belagerung von Leningrad geboren wurde, nicht weiter verbreitet werden sollte. Deshalb ging die PPS niemals in volle Massenproduktion. Allerdings war die PPS-Maschinenpistole weniger sperrig als die anderen sowjetischen Modelle und eignete sich daher besser für Besatzungen von Panzern und Fahrzeugen, Fernmeldern und anderen Spezialisten, deren Hauptaufgabe nicht der Infanterie-Kampf war. Die meisten PPS-Modelle wurden nach Kriegsende aus den Beständen der Roten Armee entfernt und meist an die Satelliten-Länder weitergegeben. Auf jeden Fall war die PPS in Korea 1951/52 häufiger anzutreffen als jede andere russische Maschinenpistole. Die Produktion der PPS wurde aber nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Polen, China und anderen Staaten fortgesetzt. Benutzer: Russland/Sowjetunion. Animation 3D-Modell PPS-43 Spezifikationen PPS-43 Spezifikationen: Einsatzstatistik: PPD-1934/38 Eine weitere sowjetische Maschinenpistole ist das Modell 1934/38 oder Degtjarajew PPD-34/38. Dies ist überhaupt die erste in der Sowjetunion hergestellte und von der Roten Armee verwendete Maschinenpistole. Ursprünglich waren die Italiener die ersten, welche 1915 so etwas wie eine Maschinenpistole einführten. Dies war die Villar-Perosa, welche aber von der Konstruktion her in einer Sackgasse endete und nur als eine Art leichtes Maschinengewehr eingesetzt wurde. Die Waffe wurde daher nicht weiter entwickelt. So war die erste wirkliche Maschinenpistole die deutsche Bergmann MP 18, welche einem Karabiner ähnlich sah und Pistolenmunition vom Kaliber 9mm Parabellum im Dauerfeuer verschoss. Allerdings erschien sie zu spät auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs, sodass sich ihr Kampfwert nicht mehr auswirken konnte. Die von der MP 18 verwendete Pistolenmunition war kleiner und eine relativ leistungsschwächere Patrone, dafür war die Kugel ab schwer. Eine Waffe, die in der Hand gehalten vollautomatisch schießen sollte, musste aber leicht sein und so war die Pistolenmunition die offensichtliche Wahl. Die von der MP 18 verfeuerte 9-mm-Parabellum-Patrone wurden in den nachfolgenden Jahren praktisch zur universellen Wahl der meisten Entwürfe. Die Pistolenmunition erlaubte auch die Verwendung einer Arbeitsweise, welche schon lange bei automatischen Pistolen verwendet wurde, das Rückstoßprinzip. Das Rückstoßprinzip ist sehr einfach. Bei der MP 18 wurde das Magazin eingesteckt und die Waffe durch einen seitlich montierten Hebel in einer Rille gespannt. Wenn der Auslöser gezogen wurde, ließ der Verschlussblock los und bewegte sich durch die Energie einer großen Feder vorwärts. Bei der Vorwärtsbewegung nimmt der Verschlussblock eine Patrone aus dem Magazin mit, drückt diese in die Laufkammer und wenn die Patrone und der Verschlussblock in Position war, verfeuerte der Schlagbolzen die Patrone. Die durch die Patrone erzeugten Rückstoßkräfte wurden zunächst von der Energie der Vorwärtsbewegung überwunden, welche von der Masse des Verschlussblocks und der Feder erzeugt wurden. Jedoch blieb der Verschlussblock an seiner Stelle lange genug, um das System zu verriegeln, bis die Rückstoßkräfte in der Lage waren, diesen zurück zu drücken und die Feder in die ursprüngliche Position zu bringen. Falls der Auslöser noch durchgezogen wurde, beginnt dieser Zyklus wieder vor vorne, bis der Schütze den Finger vom Auslöser nimmt. Wenn dieses einfache Funktionsprinzip jemals aufgegeben wurde, war das Ergebnis in der Regel weniger zufriedenstellend, denn der Mechanismus wurde übermäßig komplex und bot mehr Schwachstellen zum Brechen oder Verklemmen. Aber wenn dieser Arbeitsmechanismus einfach und leicht gehalten werden konnte, war das grundlegende Gesamtkonzept der Maschinenpistole simpel. Die MP 18 war leicht genug um von einem einzigen Mann getragen und abgefeuert zu werden. Zu Beginn wurde dies nicht immer realisiert, als Büchsenmacher ihre beträchtlichen Fähigkeiten an vielen der frühen Maschinenpistolen verschwendeten. Während der Zwanziger und mehr …

  • Die bulgarische Armee von 1915 bis 1918 im Ersten Weltkrieg. Uniformen, Stärke, Divisionen, Organisation und Verluste. Bulgarien errang die Unabhängigkeit von der osmanischen Herrschaft am 13. Juli 1878. Im Juli 1914 bestand das Königreich Bulgarien, unter Zar Ferdinand I., aus etwa 5,5 Millionen Bulgaren mit einer türkischen Minderheit auf einer Fläche von ca. 131.400 km², welche die heutigen Gebiete sowie Ost-Thrakien (heute zu Griechenland) umfasste. Bulgarische Armee im 1. Weltkrieg Es gab bulgarische Gebietsansprüche auf das östliche und südliche Serbien, auf die rumänische Dobrudscha und das griechische West-Thrakien, welche Zar Ferdinand verleiteten, sich den Mittelmächten gegen den Willen der Mehrheit seiner traditionell pro-russischen Untertanen anzuschließen. Zar Ferdinand war der nominelle Oberbefehlshaber der bulgarischen Armee, mit dem pro-deutschen Generalmajor Nikola Zhekov als Befehlshaber im Feld. Seit dem 14. Januar 1904 bestand die Armee aus etwa 390.000 Mann, welche in die 85.000 Mann starke aktive Armee der ‘Ersten Linie’ aus den 21 bis 23-Jährigen, der 250.000 Mann starken Reserve-Armee der ‘Zweiten Linie’ aus den 24 bis 40-Jährigen sowie der 54.000 Mann starken ‘Dritten’ und ‘Vierten Linie’ der National-Miliz aus Männern im Alter von 41-44 bzw. 45-46 Jahren gegliedert war. Bulgarien war in drei Regional-Armeen unterteilt: 1. (Sofia) – Westbulgarien; 2. (Plovdiv) – Südbulgarien; 3. (Ruse) – Nord-Bulgarien; 4. (Üsküb) – später im bulgarisch besetzten serbischen Mazedonien. Fünfzehn Divisionen wurden aufgestellt: zwei Kavallerie und 13 Infanterie (Nr. 1-13), wobei die 13. im November 1916 zu einer Gebirgsdivision umgebaut wurde. Diese befanden sich bei vier Armeen im Einsatz: 1. Armee (Generalleutnant Kliment Boyadshiev, 1916 Generalleutnant Dimitri Geschow, 1918 Generalleutnant Stefan Nerezov) in Zentral-Makedonien unter der deutschen Heeresgruppe Mackensen. 2. Armee (Generalleutnant Georgi Todorow, 1917 Generalmajor Iwan Lukov) in Südost-Mazedonien. 3. Armee (1916 General Stefan Toshev, dann Generalleutnant Nerzezov, 1917 Generalmajor – später Generalleutnant – Sava Sabov, dann Generalleutnant – später General – Todorov) im Norden Bulgariens an der rumänischen Grenze, welche zusammen mit deutschen und türkischen Verbänden im September 1916 zur Donau-Armee in der rumänischen Dobrudscha wurde. 4. Armee (1918 Generalleutnant Savov, dann General Toshev) im griechischen West-Thrakien. Sechs Divisionen waren auch im Rahmen der deutschen 11. Armee im Südwesten Serbiens im Einsatz. Die 24.000 Mann starke Infanteriedivisionen – vergleichbar mit einem Korps in anderen Armeen – bestand aus je zwei Infanteriebrigaden mit je 4.583 Mann starken Infanterieregimenter, die jeweils zwei 1.057 Mann starke Bataillone (ein Bataillon mit vier 263 Mann starken Infanteriekompanien), eine 80 Mann starke Maschinengewehr-Kompanie und eine 180-köpfige Arbeiter-Kompanie, ein Kavallerie-Bataillon (zwei Schwadronen), ein 1.959 Mann starkes Feld-Artillerie-Regiment (drei Bataillone zu je drei Batterien und eine Haubitzen-Batterie), berittene und nicht-berittene Kompanien der Militärpolizei, ein Pionier-Bataillon (zwei Kompanien), eine medizinische Kompanie und eine Nachschubs-Kompanie. Eine Kavallerie-Division hatte zwei Kavallerie-Brigaden mit jeweils zwei, 657 Mann starken Kavallerie-Regimenter zu je vier Schwadronen (jeweils 141 Mann starke Schwadronen, einschließlich Arbeiter, einer Maschinengewehr- und drei Kavallerie-Zügen), ein berittenes Artillerie-Regiment (mit drei Bataillonen zu je drei Batterien), Nachrichten-, Medizin- und Nachschubs-Kompanien. Die ersten bis dritten Armeen hatten jeweils ein schweres Artillerie-, Festungs- und Gebirgs-Artillerie-Bataillon (je drei Batterien), welche direkt dem Hauptquartier unterstellt waren. Es gab 40 Infanterie-Regimenter der Ersten (1-40) und 35 der Zweiten Linie (41-75). Davon befanden sich 48 in den 12 Infanterie-Divisionen, 24 als Besatzungstruppen in Mazedonien, der Region Morava (Ost-Serbien) und Drama (griechisches West-Thrakien). 36 National-Miliz-Bataillone (jeweils vier Kompanien zu je 150-250 Mann stark) der ‘Vierten Linie’ waren ebenfalls mit Besatzungsaufgaben betraut, während 36 Miliz-Bataillone der ‘Vierten Linie’ (mit jeweils vier Kompanien zu 100-120 Mann stark) im Wachdienst in Bulgarien im Einsatz waren. Das Armee-Hauptquartier verfügte über ein königliches Leibgarde-Kavallerie-Regiment (drei Schwadronen), 21 Grenztruppen-Kompanien zu je 148 Mann (welche lokalen Infanterie-Regimenter zugeteilt wurden), ein 534-köpfiges Bahnbataillon (vier Kompanien), eine 537 Mann starkes Brückenbau-Bataillon (fünf Kompanien), eine 410 Mann starkes Nachrichten-Bataillon (drei Kompanien) und eine gemischtes Pionier- und Nachrichten-Bataillon. Das Armee-Flieger-Korps bestand aus zwei Staffeln (I., II.) und wurde im Juli 1916 zu einer Flieger-Gruppe zusammengelegt. Die kleine bulgarischen Marine mit ihrem Stützpunkt bei Warna unter Generalmajor Konstantin Kirkov, verfügte mit ihren etwa 500 Mann über das Torpedo-Kanonenboot Nadiedja, sechs Creusot-Torpedoboote und einige Boote im Schwarzen Meer und auf der Donau. Sie hatte keine Auswirkungen auf den Krieg. Bulgariens Ruf als ‘Preußen des Balkans’ hatte unter der Niederlage im zweiten Balkankrieg (1913) gelitten und es bedurfte schon direkten deutschen Kommandos über die Hälfte derer Streitkräfte, um den Kampfgeist in Mazedonien und der Dobrudscha in einem für die meisten ihrer Armeeangehörigen unpopulären Krieg aufrechtzuerhalten. Von Juni 1918 an wurden jedoch die meisten deutschen Truppen aus der Front in den Westen abgezogen, sodass die demoralisierten und kriegsmüden Bulgaren schließlich am 30. September 1918 einen Waffenstillstand abschlossen. Bulgarische Uniformen Ab dem Jahr 1908 begann die Einführung einer neuen, grau-grüne Uniform im russischen Stil bei der bulgarischen Armee. Nach dem Kriegseintritt Bulgariens in den Ersten Weltkrieg im September 1916 bestand jedoch ein Mangel an Uniformen, welche durch Vorräte aus deutschen Uniformbeständen ausgeglichen werden mussten. Dazu mussten auch noch veraltete, farbige Friedensuniformen verwendet werden und auch die Tabak-braunen Uniformen waren weit verbreitet. Die Schirmmütze russischer Art hatte entweder eine schwarze oder graugrüne Lederspitze und einen Kinnriemen. Auf der Vorderseite des Bandes wurde eine ovale Metallkokarde in den Nationalfarben – weiß, grün und rot – getragen. Die Tunika war einreihig mit Stehkragen und hatte eine verdeckte Knopfleiste. Sie hatte Brust- und manchmal auch Seitentaschen mit drei spitzen Klappen und runden Manschetten. Dazu wurde eine passende Hose getragen, deren Farben blau bei den berittenen und technischen Truppen war. Zu der Hose kamen entweder Stiefel, Stiefeletten und Gamaschen oder Wickelgamaschen. Die lange Hose konnte mit Lampassen (Zierstreifen) in Dunkelrot für Generale oder Scharlach für Generalstabsoffiziere getragen werden. Der ausgegebene Mantel bestand aus einer Art bräunlich-grauer Naturfarbe mit grobem Stoff und war zweireihig, aber mit einer einzigen Reihe von sechs Metallknöpfen in der Mitte auf der Vorderseite. Dazu hatte er seitliche Taschen mit einem Klapphalbgürtel und Umschlagmanschetten und wurde mit rechteckigen, farbigen Kragenspangen mit Knopf- und Schulterriemen getragen. Das Offiziersmuster war aus hellgrauem Stoff mit dunkelgrünem Kragen für die Infanterie, Artillerie und Pioniere und blau für die Kavallerie. Es hatte zwei Reihen zu je sechs Knöpfen, Stehkragen mit rechteckigen Kragenabzeichen und Knöpfen, Seitentaschen, mehr …

  • Schlachtschiff Marat

    Russische Schlachtschiffe Archangelsk der britischen Royal-Sovereign-Klasse und Marat, Gangut. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Schlachtschiff Archangelsk Archangelsk Typ: russisches Schlachtschiff der englischen Royal-Sovereign-Klasse. Geschichte: Nach der Kapitulation Italiens im September 1943 beanspruchte die sowjetische Regierung umgehend ein Drittel der italienischen Flotte, als Ausgleich für die durch italienische Kriegsschiffe im Schwarzen Meer verursachten Schäden. Wenn auch die Angloamerikaner wenig Bereitschaft dafür zeigten, hatten sie jedoch keine andere Wahl, als einen Kompromiss einzugehen. Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die überlassenen italienischen Flotteneinheiten einsatzbereit und aufgeteilt werden könnten, wollten sie einige ihrer eigenen Schiffe an die Sowjetunion ausleihen. Als Teil dieser Vereinbarung machte die englische Royal Navy das alte Schlachtschiff Royal Sovereign (Stapellauf 1915), zusammen mit vier Unterseebooten (U- und S-Klasse) und neun ehemaligen amerikanischen Glattdeck-Zerstörer verfügbar. Die Schiffe der Royal-Sovereign-Klasse (oder kurz ‘R’-Klasse genannt) waren die letzten englischen Schlachtschiffe, welche während des 1. Weltkrieg gebaut wurden. Die Klasse bestand ursprünglich aus acht Schiffen, aber nur fünf wurden tatsächlich fertiggestellt: Resolution, Revenge, Royal Oak, Ramillies und Royal Sovereign. Ihre Abmessungen waren etwas kleiner als die der vorausgegangenen Queen Elizabeth Klasse, aber ihre Panzerung war besser verteilt und sie hatten die gleiche Hauptbewaffnung aus acht 38,1-cm-Geschützen in vier Türmen. Diese fünf Schiffe wurden zwar während der Jahre zwischen den beiden Weltkriegen umgebaut, jedoch nicht modernisiert. Während des 2. Weltkrieg taten sie daher nur Dienst bei zweitrangigen Aufgaben – welche aber trotzdem wichtig waren, wie die Sicherung von großen Geleitzügen oder Truppentransporten gegen deutsche Handelszerstörer oder als Abschreckung gegen die Japaner im Indischen Ozean. Der einzige Kriegsverlust der Klasse war die Royal Oak, welche bereits am 14. Oktober 1939 durch Günther Prien mit seinem U 47 in Scapa Flow versenkt wurde. Resolution wurde 1940 durch ein französisches Unterseeboot torpediert und Ramillies durch ein japanisches Kleinst-U-Boot vor Madagaskar im Jahr 1942, aber beide Schiffe konnten repariert werden und traten wieder der Flotte bei. Ramillies wurde später auch noch zum Beschuss der Küstenabschnitte an der Normandie und in Südfrankreich während der dortigen alliierten Invasionen eingesetzt. Die Royal Sovereign war zwar erst kurz zuvor mit neuem Radargerät und Flugabwehr-Kanonen ausgerüstet worden, trotzdem war sie nun – abgesehen von ihrer Einsatzmöglichkeit zum Küstenbeschuss – für die Royal Navy entbehrlich geworden. Eine sowjetische Schiffsbesatzung traf im Frühjahr 1944 in England ein und stellte das Schiff offiziell am 30. Mai 1944 als Archangelsk in Dienst. Im August 1944 lief sie zusammen mit dem Arktis-Konvois JW59 in das Weiße Meer. Sie verblieb in der Arktis für den Rest des Krieges und feuerte dabei keinen einzigen Schuss ab. Zu dem damaligen bizarren russischen Charakter noch die Anmerkung, dass als sie im Februar 1949 wieder an die Royal Navy zurückgegeben wurde, alle Waffen an Bord – von dem 38,1-cm-Geschütz bis zur 4-cm-Flak – noch immer geladen waren und zusätzlich die Messedecks mit menschlichen Exkrementen bedeckt waren. Benutzer: Britische Royal Navy, Russische (Sowjetische) Marine. Animation 3D-Modell Schlachtschiff Revenge der Royal-Sovereign-Klasse Spezifikationen für Schlachtschiff Archangelsk Spezifikation: Bewaffnung: Panzerschutz: Einsatzstatistik: Schlachtschiff-Klasse Marat oder Gangut (Oktjabrskaja-Revoluzia) Die einzigen anderen sowjetischen Schlachtschiffe des Zweiten Weltkrieges waren die Schiffe der Klasse Oktjabrskaja-Revoluzia, welche ursprünglich unter dem Namen Gangut-Klasse zu Beginn des Ersten Weltkrieges für die Marine des Zaren in Dienst gestellt worden waren. Etwa ein Dutzend russische Schlachtschiffe überstanden die Russische Revolution von 1917, aber die meisten wurde in den frühen zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts verschrottet. Die einzige Ausnahme waren die vier Einheiten der Gangut-Klasse, welche neben dem Klassenschiff die Namen Petropawlowsk, Poltawa und Sewastopol hatten. Sie hatten eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte, denn nach den schweren Verlusten der zaristischen Flotte im Russisch-Japanischen Krieg, musste Russland seine Flotte wieder vollständig neu bauen. Die ersten der neuen Großkampfschiffe waren die Einheiten der Gangut-Klasse für die Ostsee-Flotte, mit deren Planungen bereits 1906/1907 begonnen wurde. Das Ziel der russischen Marine war es, ihre ersten Großkampfschiffe mit einer Höchstgeschwindigkeit von 21,5 Knoten und einer Hauptbewaffnung aus zwölf 305-mm-Geschützen und einer Sekundärbewaffnung aus sechzehn 120-mm-Kanonen in Kasematten zu bauen. Dafür wurden einundfünfzig Entwürfe geprüft, aber der beste von der deutschen Werft Blohm&Voss wurde zurückgewiesen, da die Regierung des Zaren darauf bestand, dass die Schiffe in Russland gebaut werden müssen. Mithilfe des britischen Schiffbauers John Brown wurde deshalb dieser Entwurf überarbeitet, was dazu führte, dass das Schiff ungefähr in der Klasse zwischen einem Schlachtschiff und Schlachtkreuzer lag und daher zu ihrer Zeit als ‘Ostsee-Schlachtschiff’ bezeichnet wurde. Das lag daran, dass man sich dabei eng an die Vorstellungen des italienischen Generals Cuniberti gehalten hatte, der schwerer bewaffnete und schnellere Kriegsschiffe bevorzugte, dafür weniger Wert auf Panzerschutz legte. Deshalb ähnelten die russischen Schiffe in einem größeren Maßstab dem italienischen Schlachtschiff Dante Alighieri, welches ebenfalls 305-mm-Geschütze in Drillingstürmen auf der Mittschiffs-Linie trug. Die Schiffe der Gangut-Klasse hatten jedoch dagegen glatt durchlaufende Decks, eine anders angeordnete Maschinenanlage und Panzerungsaufbau. Die vier Türmen mit jeweils drei 305-mm-Geschützen standen alle entlang der Mittellinie, was eine Breitseite von zwölf Kanonen gegenüber den acht von zeitgenössischen britischen und deutschen Schlachtschiffen ergab. Diese russischen 30,5-cm-L/52-Geschütze erwiesen sich zudem als sehr Zielgenau. Obwohl die Drillingstürme eine starke Bewaffnung ergaben, mussten jedoch der Bug- und Heckturm knapp vor dem Schiffsenden montiert werden, da es keine überhöhte Anordnung der einzelnen Türme gab. Deshalb war es auf den Schiffen der Gangut-Klasse bei Fahrt immer sehr Nass. Die Mittelartillerie war zudem schlecht angeordnet und bei schwerer See nur wenig Wert. Der Entwurf der Antriebsmaschinen und des Schiffskörpers ergab eine Höchstgeschwindigkeit von 23 Knoten, was 1,5 Knoten über den ursprünglichen Anforderungen lag und damit einen Vorsprung von zwei bis drei Knoten gegenüber jedem anderen auf See befindlichen Schlachtschiff ergab. Im Gegensatz zum Rest des Schiffes lag der Panzerschutz jedoch unter dem Standard, da mehrere Kompromisse eingegangen werden mussten, um das Gesamtgewicht geringer zu halten. Da die Schiffe insbesondere für den Einsatz in der Ostsee vorgesehen waren, hatten sie einen besonderes verstärkten, Eisbrechenden Bug. Das Gewicht der Maschinenanlage und der Panzerung verhinderte jedoch den Einbau von Torpedoschotten. Die Korbmasten amerikanischer Art, welche bei der vorhergehenden Imperator-Pawel-Klasse erstmals erprobt worden waren, wurden während des Baus durch Stangenmasten ersetzt. Trotzdem wurde der verfügbare Raum des Schiffskörpers nicht optimal genutzt und die mehr …

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