Crusader-Panzer

Britischer Kreuzerpanzer Mark VI (A15) Crusader aus dem 2. Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Crusader-Panzer Testschiessen
Britischer Crusader-Panzer mit 6-Pfünder (5,7 cm) Kanone beim Testschießens.

Crusader I-III, Kreuzerpanzer Mark VI (A15)

Crusader (A15)
Typ: englischer Kreuzerpanzer Mark VI.

Der britische Crusader-Panzer war ein Kreuzerpanzer, der im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde.

Überblick

Entwicklung: Er wurde in den späten 1930er Jahren entwickelt und 1941 in Dienst gestellt.

Klassifizierung: Der Crusader war ein „Kreuzerpanzer“, der eher auf Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit als auf schwere Panzerung ausgelegt war.

Varianten: Es gab mehrere Varianten, darunter:
– Crusader I
– Crusader II
– Crusader III (mit verbesserter Bewaffnung)

Bewaffnung:
– Crusader I und II: 2-Pfünder (40mm) Kanone
– Crusader III: 6-Pfünder (57mm) Kanone

Geschwindigkeit: Er konnte Geschwindigkeiten von bis zu 42 km/h erreichen, was ihn zu einem der schnellsten Panzer seiner Zeit machte.

Panzerung: Relativ dünne Panzerung, die ein Schwachpukt gegen deutsche Panzerabwehrwaffen darstellte.

Einsatz: Hauptsächlich im Nordafrika-Feldzug eingesetzt, wo seine Schnelligkeit im Wüstenkrieg ein Vorteil war.

Leistung: Anfänglich gute Leistungen gegen italienische Panzer, aber Schwierigkeiten gegen spätere deutsche Panzer wie den Panzer III und Panzer IV.

Verlässlichkeit: Bekannt für mechanische Probleme, insbesondere unter den harten Wüstenbedingungen.

Vermächtnis: Obwohl das Crusader-Fahrgestell 1943 für den Einsatz an der Front veraltet war, wurde es für andere Aufgaben angepasst, z. B. als Flugabwehrpanzer und Artillerie-Selbstfahrlafetten.

Der Crusader spielte in der Anfangsphase des Nordafrika-Feldzugs eine wichtige Rolle, wurde aber im weiteren Verlauf des Krieges nach und nach durch leistungsfähigere Panzer ersetzt.

Geschichte

Crusader Mk III
Crusader Mk III im RAC Tank Museum, Bovington Camp, Dorset (Großbritannien).

Der ursprüngliche Entwurf des A15 für einen ‚mittleren Kampfpanzer der 1938-Klasse‘ wurde in der Planungsphase aufgrund von Unsicherheiten über die notwendigen Anforderungen verzögert und umbenannt. Grünes Licht für die Genehmigung des A15 wurde erst im Juli 1939 erteilt und 200 Panzer sowie ein Prototyp bestellt. Letzterer war im März 1940 fertig.
Mitte 1940 wurde dann der Auftrag für den A15 auf 400 und kurze Zeit später auf 1.062 Panzer erhöht. Der Hersteller Nuffields wurde zum Kopf einer Gruppe von neun Unternehmen, welche bei der Produktion des A15 tätig wurden. Der neue Panzer wurde Ende 1940 als Crusader (Kreuzritter) benannt. Bis 1943 wurden insgesamt 5.300 Kampffahrzeuge davon gebaut.

Obwohl viele der anfänglichen Mängel überwunden werden konnten, litt der Crusader immer unter seiner Unzuverlässigkeit. Diese beruhte größtenteils darauf, dass es unter der Dringlichkeit und Schnelligkeit, mit der die Produktion begonnen werden musste, nicht möglich war, ausreichend Entwicklungsstudien und Tests durchzuführen.

Dies traf insbesondere für den Einsatz in der nordafrikanischen Wüste zu, wo der Crusader trotzdem zum wichtigsten englischen Kampfpanzer seit Frühjahr 1941 wurde. Der erste Kampfeinsatz erfolgte in der Nähe von Capuzzo während des Unternehmen Battleaxe im Juni 1941 und der Panzer war an allen nachfolgenden, wichtigen Kämpfen in Nordafrika beteiligt. In der Schlacht von El Alamein im Oktober 1942 war er bereits mit der 6-Pfünder-Kanone bewaffnet, obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits von den mittleren US-Panzern M3 Grant und M4 Sherman als wichtigster englischer Kampfpanzer verdrängt wurde. Die letzten Crusader wurden mit dem Ende des Feldzuges in Nordafrika im Mai 1943 zurückgezogen.

Das Deutsche Afrikakorps (DAK) respektierte den Kreuzerpanzer VI Crusader zwar wegen seiner Geschwindigkeit, jedoch war er kein Gegner für seine wichtigsten Gegenüber, dem PzKpfw III mit 5-cm-Kanone. Auch die deutschen 5-cm, 7,5-cm und 8,8-cm-Panzerabwehrkanonen hatten keine Mühe, den Crusader in den Wüstenkämpfen abzuschießen.


 

Haupt-Varianten

Crusader I ( Kreuzerpanzer Mark VI): Ursprüngliches Serienmodell mit 2-Pfünder-Kanone und zusätzlichem MG-Turm vorne, der später bei einigen Fahrzeugen, welche sich bereits im aktiven Dienst befanden, entfernt wurde.

Crusader I CS (Kreuzerpanzer Mark VI CS): wie Crusader I, aber eine 3-inch-Haubitze (76,2 mm) ersetzt die 2-Pfünder-Kanone für Unterstützungsaufgaben gegen weiche Ziele. Diese Variante war notwendig, da die serienmäßige 2-Pfünder-Kanone keine Sprenggranaten verschießen konnte !

Crusader II (Kreuzerpanzer Mark VIA): wie Crusader I, aber ohne den zusätzlichen MG-Turm vorne, welcher während der Produktionsserie fallen gelassen wurde. Zusätzliche Frontpanzerung am Turm und Wanne.

Crusader II CS (Kreuzerpanzer Mark VIA CS): Wie Kreuzerpanzer Mark VI CS, aber mit den Verbesserungen des Standard-Mk II.

Crusader III: Letztes Serienmodell, bei dem die 6-Pfünder-Kanonen die 2-Pfünder ersetzte, verbesserte Panzerung an Wanne, Turm und an anderen Teilen des Rumpfes. Prototyp getestet im November und Dezember 1941. In Produktion seit Mai 1942 und 144 bis Juli 1942 fertiggestellt.

Benutzer: Großbritannien (Angabe für alle Varianten).


Animation 3d-Modell Crusader Mk I


Spezifikationen Crusader Mk II (Kreuzerpanzer Mark VIA)

Spezifikationen:

Crusader II
Spezifikation
Typ
Mittlerer Kampfpanzer
Antrieb
wassergekühlter 12-Zylinder-Reihenmotor Nuffield Liberty mit 340 PS
Getriebe
?
Besatzung insg.
4
Turm-Besatzung
3
Länge
5,99 m
Breite
2,64 m
Höhe
2,23 m
Gewicht
19,3 t
Straßengeschwindigkeit
43 km/h
Geländegeschwindigkeit
24 km/h
Verbrauch/100 km
?
Kraftstoffvorrat
?
Straßen-Fahrbereich
160 km (204 km mit Zusatztank)
Gelände-Fahrbereich
?
Kletterfähigkeit
0,69 m
Grabenüberschreitung
2,59 m
Watfähigkeit
0,99 m
Wendekreis
?
Steigfähigkeit
60 °

Panzerung:

Crusader I
mm
Winkel
Turm Vorn
49
?
Turm Seite
24
?
Turm Hinten
30
?
Turm Oben
12
?
Aufbau Vorn
20 (Fahrer 40)
?
Aufbau Seite
28
?
Aufbau Hinten
28
?
Aufbau Oben
7
?
Wanne Vorn
33
?
Wanne Seite
10-28
?
Wanne Hinten
28
?
Wanne Unten
?
?
Geschütz-Mantel
?
?

Bewaffnung und Ausrüstung:

Crusader II
Spezifikation
Hauptbewaffnung
2-Pfünder QQF (Mk IX oder X)
Schuss
110 (erst ab Mai 1942 Sprenggranaten verfügbar)
Schwenkbereich
360° (manuell)
Höhenbereich
?
Maximale Schußweite
1.800 m (mit APCBC)
Sekundärbewaffnung
ein oder zwei 7,92-mm-BESA-MG mit maximal 5.000 Schuss
Funkgerät
?
Zieloptik
?

Durchschlagskraft mm der Kanonen auf 30° Panzerplatte:

Entfernung
AP
APCBC (ab Mai 1942)
SV (ab Jan 1943)
90 m
?
?
?
450 m
57
53
88
900 m
40
49
72
1.375 m
-
44
60
1.800 m
-
40
48
Mündungsgeschwindigkeit
919 m/s
853 m/s
1.280 m/s
Granatgewicht
1,1 kg
1,2 kg
0,453 kg

Herstellung:

Crusader
Angaben
Produktion
1940-1943
Ersteinsatz
Frühjahr 1941 in Nordafrika, erster Kampfeinsatz im Juni 1941
Stückpreis
?
Stückzahl
5.300 (alle Varianten)

Einsatzstatistik für alle Crusader-Versionen:

Jahr
Bestand
Produktion
vor 1939
-
-
-
1939
-
-
-
1940
-
5.300 (40-43)
-
1941
?
...
?
1942
153 (30.6); 294 (23.10) bei der 8. Armee
...
?
1943
?
...
?
1944
-
-
-
1945
-
-
-
Insg.
-
5.300
?


Quellenangaben und Literatur

Panzer und andere Kampffahrzeuge von 1916 bis heute (Christopher F. Foss, John F. Milsom, Colonel John Stafford Weeks, Captain Georffrey Tillotson, Richard M. Ogorkiewicz)
Krieg der Panzer (Piekalkiewicz)
British and American Tanks of World War II (Peter Chamberlain, Chris Ellis)
The Encyclopedia of Weapons of World War II (Chris Bishop)

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