Crusader I


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Im Blickpunkt:
  • Grille

    Grille und Bison, 15-cm schweres Infanteriegeschütz 33 (Sf) auf Panzerkampfwagen 38(t) Ausf. H oder Selbstfahrlafette 38(t) Ausf. M (SdKfz 138/1). Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell von Grille und Bison, sowie ihren Vorgängern Geschützwagen I Ausf. B, Sturmpanzer II und StuIG 33B. Grille oder Bison (SdKfz 138/1) Typ: Selbstfahrlafette für schweres Infanteriegeschütz. Grille / Bison Geschichte Die Infanterie-Bataillone der Wehrmacht verfügten zur direkten Feuerunterstützung neben vier 7,5-cm-Infanteriegeschützen auch zwei schwere 15-cm-Infanterie-Haubitzen. Beide waren sehr brauchbare und vielseitige Waffen und mit der Einführung motorisierter Verbände begann auch ihre Verwendung auf Selbstfahrlafetten. Die erste Form des sIG 33 auf Selbstfahrlafette erschien während des Westfeldzugs im Mai 1940 auf dem Fahrgestell des PzKpfw I. Das Fahrgestell des leichten Panzers war aber mit dem Geschütz völlig überladen und auch der Schwerpunkt lag viel zu hoch, sodass als Nächstes der PzKpfw II Ausf. C dafür verwendet wurde. Dieser Umbau war so erfolgreich, dass 1943 eine Version auf einem verlängerten Fahrgestell des Panzer II erschien. Allerdings sollten später alle verfügbaren PzKpfw II zur Herstellung der Wespe verwendet werden, sodass auch andere Fahrgestelle für das IG 33 verwendet wurden, darunter sogar PzKpfw III. Doch war dieses Fahrgestell für das IG 33 zu überdimensioniert und konnte ohne weiteres auch schwerere Waffen tragen, sodass nur lediglich 12 Stück gebaut wurden, welche an der Ostfront verwendet wurden. Deshalb wurde das sIG 33 hauptsächlich auf dem Fahrgestell des veralteten PzKpfw 38(t) montiert. Grille auf Panzerkampfwagen 38(t) Ausf. H Die Grille sollte ursprünglich aus dem überarbeiteten Fahrgestell des PzKpfw 38(t) Ausf. M für Selbstfahrlafetten entstehen. Zweihundert sIG33 sollten auf diesen montiert werden. Am 1. Februar 1943 stimmte Hitler jedoch dem Vorschlag zu, das sIG33 auf das Fahrgestell des PzKpfw 38(t) Ausf. H zu montieren, dessen Motor noch im hinteren Teil des Fahrzeuges lag, um die Grille so schnell als möglich zum Einsatz zu bringen. Zudem konnten beschädigte, von der Front zurückgeschickte PzKpfw 38(t), in die Grille umgebaut werden. Infolgedessen befahl Adolf Hitler, dass ab März 1943 alle zu reparierenden Fahrzeuge des ursprünglichen tschechischen Panzers zu diesem Zweck verwendet werden sollten. Zusätzlich wurde vereinbart, dass, nach dem der Bau von 200 Stück erfolgt war, alle weiteren Grille aus dem Umbau von der Front zurück geschickter PzKpfw 38(t) entstehen sollten. Das Standard-Fahrgestell der Ausf. H musste mit einem neuen Kampfraum überzogen werden, welcher über den hinten liegenden Motorraum erweitert wurde, um das schwere Geschütz und die zugehörige Munition aufzunehmen. Da der Motor hinten lag, begann der Kampfraum mit Kanone ähnlich wie bei einem Sturmgeschütz fast direkt vorne am Fahrzeug. Von Februar bis April 1943 wurden 90 Stück sowie ein Prototyp der Grille auf dem Fahrgestell des PzKpfw 38(t) Ausf. H hergestellt. Die Grille wurde sofort an die schweren Infanteriegeschütz-Kompanien der Panzergrenadier-Regimenter ausgegeben. Sie wurde in Russland, Tunesien, Italien und Frankreich ab Anfang 1943 verwendet. Im Juni 1944 befand sich diese erste Version der Grille immer noch im Einsatz bei der 38. schweren Infanteriegeschütz-Panzerabteilung der 2. Panzer-Division in der Normandie. Jede Abteilung hatte sechs Fahrzeuge. Grille auf Selbstfahrlafette 38(t) Ausf. M Die ursprüngliche Bestellung von 200 Grille forderte zuerst die Verwendung des alten Fahrgestells der Ausf. H, um das Fahrzeug so schnell wie möglich in den Einsatz zu bringen. Neunzig wurden auf dem Fahrgestell der Ausf. H fertiggestellt und die verbleibenden 110 Stück des Auftrags wurden dann ab April 1943 auf dem neuen Fahrgestell der Ausf. M, welches extra für Selbstfahrlafetten entwickelt worden war, gebaut. Dieser Auftrag wurde im Juni 1943 abgeschlossen. Allerdings war das Fahrzeug so erfolgreich, dass ein weiterer Auftrag erteilt wurde und eine regelmäßige Serienproduktion begann ab Oktober 1943 und lief bis zum September 1944. Die Grille war das letzte Fahrzeug, welches auf der Selbstfahrlafette Ausf. M des ehemaligen PzKpfw 38(t) gebaut wurde und die letzten 10 Stück im September 1944 mussten auf Fahrgestelle montiert werden, welche ursprünglich für den Flakpanzer 38(t) gebaut worden waren. Wie beim Panzerjäger 38(t) Marder befand sich der Kampfraum auf dem hinteren Teil und der Motor in der Mitte des Fahrzeuges. Beim Aufrichten wurde die Kanone durch eine schwere Federklappe geschützt, welches ein Merkmal aller sIG33 (Sf) war. Insgesamt wurden 282 Grille auf Selbstfahrlafette Ausf. M gebaut und an allen Fronten bei den schweren Infanteriegeschütz-Kompanien (Sf) der Panzergrenadiere verwendet. Es wurde keine besondere Unterscheidung zwischen den beiden Versionen der Grille gemacht und im Februar 1945 waren immer noch 173 Stück im Einsatz. Auf der Selbstfahrlafette Ausf. M wurden zusätzlich von Januar bis Mai 1944 noch 102 Munitionstransporter gebaut, welche 40 Reservegranaten für die Grille transportieren konnten. Diese Munitionspanzer 38(t) (Sf) Ausf. M (Sdkfz 138) konnten bei Bedarf auch zu einer Grille mit 15-cm sIG33 umgebaut werden. Die Fahrzeuge mit dem sIG33 auf PzKpfw 38(t) wurden auch manchmal als Bison bezeichnet, womöglich zur besseren Unterscheidung derjenigen mit dem Kampfraum vorne auf PzKpfw 38(t) Ausf. H und hinten auf der neueren Ausf. M. Benutzer: Deutschland. Animation 3d-Modell Grille Weitere Selbstfahrlafetten mit 15cm sIG33 15cm sIG33(Sf) auf Panzerkampfwagen I Ausf. B Die erste Form des mobilen sIG33 trat während des Westfeldzugs im Jahr 1940 auf. Sie war entwickelt worden, um der motorisierten Infanterie (später Panzergrenadiere) schnell schwere Feuerunterstützung von einer selbstfahrenden, gepanzerten Plattform geben zu können, welche ihnen bei ihren Einsätzen dicht folgen konnte. Es war eine der einfachsten deutschen Konstruktionen an Selbstfahrlafetten, denn lediglich Turm und Aufbau wurden von dem PzKpfw I Ausf. B entfernt. Anschließend wurde ein großer kastenförmiger, oben und hinten offener Geschützschild auf die Wanne montiert. Das 15 cm sIG (schweres Infanteriegeschütz) auf seiner normalen Feldwagen, jedoch ohne die Lafetten-Räder, wurde in diesen Umbau montiert. Das war es und das Ganze wurde als Geschützwagen I Ausf. B bezeichnet. Die Selbstfahrlafette war kein besonders zufriedenstellender Umbau, da der Schwerpunkt ziemlich hoch lag und das Fahrgestell überladen war. Außerdem war der Panzerschutz schlecht. Aber er gab der deutschen Panzertruppe eine Vorstellung davon, was zukünftig von Selbstfahrlafetten erwartet werden musste. Die 38 im Februar 1940 umgebauten Fahrzeuge dienten zur Ausrüstung der sIG(Sf) Kompanien 701-706, die vor dem Angriff auf Belgien, Holland und Frankreich sechs Panzerdivisionen zugeordnet wurden. Sie befanden sich im Mai und Juni 1940 im Westen mehr …

  • SS-Untersturmführer der Totenkopf-Division

    Einsätze der SS-Totenkopf-Division (T) 1940-1942 (Teil II): im Westfeldzug von 1940 und beim Unternehmen Barbarossa in Russland ab 1941. hier zu Teil I: Aufstellung der SS-Totenkopf-Division 1939. Einsatz im Westfeldzug 1940 Die Division wurde im Raum Köln versammelt und zu Eickes Missfallen zuerst als Reserve des AOK 6 zurückgehalten. Erst eine Woche nach Beginn des Westfeldzugs wurde die Totenkopf-Division in den Einsatz geschickt. Sie marschierte durch Südholland und durch Belgien nach Frankreich über La Cateau nach Cambrai. Das erste Gefecht fand nordöstlich von Cambrai statt, wo die Division über 16.000 Kriegsgefangene einbrachte. Die zweifelhafte Reputation der Division wurde wieder einmal dadurch bestätigt, dass ihrer Soldaten marokkanische Kriegsgefangene der französischen Streitkräfte als ‘rassisch minderwertig’ ermordeten. Anschließend wurde die Totenkopf-Division nach vorne zur Verstärkung der deutschen Verbände befohlen, welche zur Kanalküste durchgestoßen waren und das Britische Expeditionskorps mit anderen alliierten Verbänden von der französischen Hauptstreitmacht im Süden abgeschnitten hatten. Tatsächlich traf dann die Hauptstreitmacht dieser eingeschlossenen Truppen bei ihrem Versuch nach Süden auszubrechen, direkt auf die SS-Totenkopf-Division. Die leichten Panzerabwehrwaffen, über welche die Totenkopf-Soldaten nur verfügten, waren kein Gegner für die alliierten Panzer – darunter stark gepanzerte Matilda II – und die SS-Truppen erlitten große Verluste. Eickes Männer mussten mit schwerer Artillerie im Direktbeschuss die feindlichen Panzer bekämpfen und nur das Eingreifen von Stukas rettete den Tag. Die Division befand sich am Rande des Zusammenbruchs. Der Totenkopf-Division wurde anschließend befohlen, zum La-Bassee-Kanal vorzurücken und geeignete Stellen zur Überquerung für die Hauptstreitmacht des deutschen Vormarsches festzustellen und zu sichern. Eicke ignorierte diese Befehle und stieß über den Kanal hinaus weiter vor, wo er auf heftigen Widerstand traf. Zu diesem Zeitpunkt gab Hitler seinen ‘Halte-Befehl’ heraus und Eicke wurde befohlen, seinen hart erkämpften Brückenkopf aufzugeben und seine Truppen zurückzuziehen. Seine eindeutige Befehlsverweigerung gegen diese klaren Anweisungen führte zu einem wütenden Vorwurf durch General Hoepner, der ihn als ‘Schlächter’ bezeichnete, welcher keine Achtung vor dem Leben seiner Männer hätte. Zwei Tage später durfte der Vormarsch wieder aufgenommen werden und Eicke war gezwungen, dass Gebiet zum zweiten Mal zu erobern, welches er zwischenzeitlich aufgeben mußte und erlitt dabei wieder schwere Verluste. Seine Division traf anschließend bei Bethune und La Paradis auf weiteren heftigen Widerstand, wo die britischen Verteidiger den SS-Männern einen hohen Blutzoll für jeden gewonnenen Meter abverlangten. Als die Verteidiger von La Paradis schließlich am 27. Mai keine Munition mehr hatten und kapitulierten mussten, wurden etwa einhundert Gefangene der 2. Royal Norfolks vor einer Scheune zusammengetrieben und mit Maschinengewehren erschossen. Obwohl die SS-Soldaten mit Bajonetten zwischen die niedergemachten Opfer gingen, um jeden Überlebenden zu töten, entkamen drei Briten lebend. Aufgrund ihrer Zeugenaussagen konnte der Kompanieführer, SS-Obersturmführer Fritz Knöchlein, wegen Kriegsverbrechen 1948 gehängt werden. Anfang Juni tat Totenkopf Dienst in der Küstensicherung um Gravelines, südlich von Dünkirchen. Anschließend Angriff im Rahmen des XIV. Armeekorps in die Gegend um Peronne und dann Durchbruch durch die ‘Weygand-Linie’ bis zur Seine um Peronne. In den letzten Tagen des Feldzuges verfolgte die SS-Totenkopf-Division die französischen Truppen bis in die Gegend nördlich von Lyon. Unter den französischen Soldaten befanden sich auch wieder marokkanische Einheiten und auch in diesen letzten Gefechten nahmen die Totenkopf-Soldaten wieder nur Weiße gefangen. Nach dem Waffenstillstand tat die Division ab Juli 1940 Küstensicherung im Abschnitt von der Garonne bis zur spanischen Grenze. Während des Westfeldzug erlitt die Totenkopf-Division wesentlich höhere Verluste als die anderen SS-Verbände, was ihr den Ruf von herausragender Rücksichtslosigkeit selbst gegenüber den eigenen Männern einbrachte. Eickes Division verlor alleine über 300 Offiziere in zehn Tagen mit Gefechten. Das ‘Menschenmaterial’, was bisher vor allem aus Kriminellen und SS-Reservisten ohne ausreichendes militärisches Training bestand, war eine Erklärung für die hohen Verluste und das brutale Verhalten gegenüber Kriegsgefangenen, aber auch Eickes Ambitionen an seine Division waren dafür verantwortlich. Nach dem Waffenstillstand tat die Division ab Juli 1940 Küstensicherung in dem Abschnitt von der Garonne bis zur spanischen Grenze für fast ein ganzes Jahr. Hier zeigte sich ein anderes Bild ihrer Männer, welche so aggressiv im Kampf waren, als sie den örtlichen Farmern bei der Einbringung der Ernte halfen. Die Division wurde in dieser Zeit auch formal ein Teil der Waffen-SS und erhielt umfangreichen Ersatz und Ausrüstung. Die neuen Rekruten bestanden nun aus jungen SS-Freiwilligen, welche in keinem Kontakt zu den KZ-Wachmannschaften standen. Im Herbst 1940 wurde die SS-Totenkopf-Division vollständig motorisiert und zu einer motorisierten Infanterie-Division – kurz Inf.Div(mot) – und erhielt das Kradschützen-Bataillon ‘Totenkopf’ sowie einer III.(schw.)/Art.Rgt. (tmot) ‘Totenkopf’. Im Frühjahr 1941 wurde die Division in Vorbereitung für das Unternehmen Barbarossa nach Ostpreußen verlegt. Dort erhielt sie noch die neue Pz.Jäger-Abt. ‘T’ mit drei Zügen s.Pak/5cm(mot.Zug) und als vierte Kompanie eine 2-cm-Fla.Kp(mot.Zug). Russland 1941 bis 1942 Für den Angriff auf die Sowjetunion wurde die Division der Heeresgruppe Nord zugeteilt und war zunächst wieder nur Reserve bei der Panzer-Gruppe 4 von Hoepner. Sie rückte in der zweiten Welle durch Litauen über Dünaburg nach Lettland vor, wo sie die Vormarschstraßen von zurückgebliebenen russischen Truppenteilen säuberte. An der sogenannten ‘Stalin-Linie’ kam es dann zu den ersten schweren Kämpfen. Dort wurde Eicke verwundet, als sein Stabswagen über eine Mine fuhr. Die Totenkopf-Division traf auf unerwartet heftigen Widerstand und erlitt erhebliche Verluste. Trotz dieser heftigen Kämpfe beliefen sich diesmal die Offiziersverluste auf 82 innerhalb eines Monats, während es in Frankreich noch 300 innerhalb von zehn Tagen gewesen waren. Auch wurde diesmal in einem kurzen Zeitraum eine größere Anzahl von Gefangenen eingebracht, als dies im gesamten Westfeldzug zusammen der Fall gewesen war. Eindeutig hatten die Soldaten der Totenkopf-Division aus ihren früheren Fehlern gelernt. Im August stand die Division in heftigen Kämpfen an den Zufahrtswegen nach Leningrad und insbesondere an der russischen Luga-Verteidigungslinie. Zwar wurde die russische 34. Armee vernichtet, aber die Totenkopf-Division hatte dabei über 4.000 Mann Verluste. Ende September stand die Division im Zentrum eines großen russischen Gegenangriffs bei Lushno, wo ihre Einheiten über eine dünne Linie über 25 km Länge auseinandergezogen waren. Die Angriffe wurden letztlich abgeschlagen und ließen eine siegreiche, wenn auch zerschlagene Totenkopf zurück. Während dieser Kämpfe erhielt der SS-Sturmmann Fritz Christen für herausragende Tapferkeit eines der bedeutendsten Ritterkreuze, welches je an einen Soldaten der Waffen-SS verliehen wurde. mehr …

  • Junkers Ju 287 V1

    Mehrstrahliger schwerer Düsenbomber Junkers Ju 287 mit vorgepfeilten Flügeln. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken und Bilder. Junkers Ju 287 Typ: Mehrstrahliger schwerer Düsenbomber mit vorgepfeilten Flügeln. Geschichte Einer der bemerkenswertesten Flugzeug-Entwürfe des Zweiten Weltkriegs entstammte der seit Anfang 1943 begonnen Arbeiten von Dipl.-Ing. Hans Wocke, einen schweren Bomber mit einer Höchstgeschwindigkeit über der von zeitgenössischen Jagdflugzeugen zu bauen. Strahltriebwerke und Pfeilflügel-Technologie gaben dabei die grundsätzlichen Antworten, aber die Verwendung von den üblichen, gepfeilten Flügeln bei niedriger Fluggeschwindigkeit blieb ein Problem. Deshalb schlug Wocke die Verwendung eines vorgepfeilten Flügel vor. Diese ungewöhnlich nach vorne gepfeilten Flügeln würden die Probleme bei niedrigen Fluggeschwindigkeiten verringern, verursachten dafür allerdings strukturelle Aeroelastizitätsprobleme eigener Art. Der Ursprung der Ju 287 liegt jedoch in der Suche nach einem Nachfolger für die Junkers Ju 88. Im Jahr 1942 hatte das angedachte Nachfolgemuster Ju 288 noch erhebliche Schwächen und das Reichsluftfahrtministerium beauftragte die Firma Junkers, das Flugzeug zur Ju 288C umzubauen. Vermutlich um einen noch besseren Bomber zu entwickeln, erhielt eine mit vier DB 603 oder Jumo-213-Motoren ausgerüstete Maschine Ende 1942 die Bezeichnung Ju 287. Dabei wurden im Windkanal Tests mit gepfeilten Flügeln durchgeführt, wodurch eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 900 Kilometern in der Stunde möglich war. Dabei wurden auch vorgepfeilte Flügel untersucht, welche Vorteile gegenüber den üblichen Pfeilflügeln hatten. Seit Anfang 1943 wurde das Flugzeug von Dipl.Ing. Heinz Wocke entwickelt und er lehnte sich eng an den Entwurf der Ju 288 an. Fliegender Prüfstand Ju 287 V1 Dieses Entwurfsprogramm mit den vorgepfeilten Flügeln war aber so radikal, daß beschlossen wurde, mit der Ju 287 V1 einen maßstabsgetreuen ‘fliegenden Prüftstand’ zu bauen und zu fliegen. Dieses Flugzeug bestand aus nach vorne gepfeilten Flügeln, welche an den Rumpf einer He 177 montiert wurden. Dazu wurde das Heck einer Ju 388, starre Haupträder einer Ju 352 und das Bugrad einer erbeuten B-24 Liberator verwendet. Zwei Strahltriebwerke hingen in Gondeln unter den Flügelhinterkanten, während zwei weitere an den Seiten des vorderen Rumpfs montiert waren. Zum Start wurden ein Paar von Walter 501-Raketen-Packungen unter den Motor-Gondeln montiert, welche nach dem Abheben abgeworfen wurden. Dieser so konzipierte ‘fliegende Prüftstand’ hob erstmals am 16. August 1944 ab und beendete erfolgreich zumindest 17 ziemlich ereignislose Flugversuche. Dies bestätigte die Zuverlässigkeit des Konzepts.   Zuvor, im März 1944, wurden bereits aufgrund der Unterstützung von Oberst Siegfried Kneymeyer, dem Leiter der technischen Luftbewaffnungs-Abteilung der Luftwaffe, die Vorab-Spezifikationen für zwei ‘echte’ Prototypen festgelegt. Es wurde erwartet, dass im Sommer über einhundert Ju 287 bestellt werden. Die Spezifikationen verlangten eine normale Bombenzuladung von 3.000 kg bei einer Reichweite von etwa 2.000 Kilometern ohne Starthilfen. Für den Überlasteinsatz wurde eine Bombenzuladung von 4.000 kg bei einer Reichweite von 1.900 Kilometern unter der Verwendung von Startraketen festgelegt. Für die Serienmaschinen, bewaffnet mit FHL 131/Z (Zwillings-13mm-MG131) in einem ferngesteuerten Heckstand, wurde ein Fluggewicht von 28.000 kg für den Entwurf angenommen. Die Strahltriebwerke sollten aus sechs BMW003 A-1 bestehen, aber es konnten auch Jumo 004 B-1 oder 004 C-1 Triebwerke ohne besondere Modifikationen eingebaut werden. Damit begannen die Arbeiten am Prototyp Ju 287 V2, welcher einen neuen Rumpf, ein einziehbares Fahrwerk und die sechs BMW 003A-1 Strahltriebwerke in Gruppen von je drei Stück unter den Vorderkanten jedes Flügels hatte. Dieser Prototyp war sonst praktisch identisch zur V1, lediglich das Höhenruder war 0,3 Meter größer. Die Flugzeugzelle der Ju 287 V3 wurde vollständig neu gebaut. Es war eine Druckkabine für drei Mann, Waffenschacht und die vollständige Einsatzausrüstung für den serienmäßigen Ju 287 A-1 Düsenbomber vorgesehen. Die Ju 287 B-1 sollte mit vier 1.275 kg starken Heinkel-Hirth 011A1-Strahltriebwerken ausgerüstet werden, während die Ju 287 B-2 über zwei BMW 018 Strahltriebwerke mit 3.426 kg Schub verfügen sollte. Veränderungen in den Rüstungsprioritäten Im Sommer 1944 wurde jedoch die Lage für Deutschland durch die erfolgreiche alliierte Invasion in der Normandie kritisch. Dazu zerstörten die alliierten Bomber Rüstungsbetriebe und die Treibstoffindustrie, ohne dass die deutschen Jäger noch bedeutende Abwehrerfolge erzielen konnten. Deshalb stieg der Druck auf die Luftwaffen-Führung, sich auf den Bau von Jagdflugzeugen zu konzentrieren. Die veralteten deutschen Kampfflugzeuge konnten zwischenzeitlich an der Westfront weder die Bodentruppen unterstützen, noch Großbritannien bombardieren. Gleichzeitig wurden am 12. Juni 1944 die ersten V-1 Flugbomben gegen London gestartet. Innerhalb von 10 Tagen wurden 1.000 der Flugbomben abgefeuert und für die deutsche Führung schien es klar, dass sie nun ohne irgendwelche Verluste an Besatzungen oder teuren Bombern mehr Bombenwirkung in der britischen Hauptstadt erzielt hatte, als dies in den letzten zwei Jahren bei konventionellen Angriffen der Fall gewesen war. Deshalb befahl Hermann Göring am 27. Juni, den Bau von Kampfflugzeugen einzustellen und sich auf die Herstellung von Jagdflugzeugen und V-Waffen zu konzentrieren. Jedenfalls überwachte der Reichsmarschall seine Anordnung nicht besonders, vermutlich weil die eher begrenzte Reichweite von 200 Kilometern der V-1 die möglichen Ziele ziemlich einschränkte. Wie bei allen anderen deutschen Konstrukteuren von Kampfflugzeugen ging daher die Entwicklung bei Junkers an der Ju 287 unter der Hand weiter. Junkers Chefpilot Siegfried Holzbaur startete in Brandis bei Leipzig schließlich am 18. August erstmals mit der Ju 287 V1.   Schon vier Tage später aber beschließt das Reichsluftfahrtministerium, die Ju 287 fallen zu lassen, um die Produktionsanlagen bei Junkers für die Ju 388 und den He 162 Volksjäger zu nutzen. Deshalb durfte am 27. Dezember 1944 der japanische General Oshima das Flugzeug, zusammen mit der Ju 288, Ju 248 und Ju 88 Mistel-Konstruktion, besichtigen. Kurze Zeit später erhielten die Japaner das gesamte Junkers-Programm zum Nachbau für 1945 und 1946. Das Ju 287-Programm kam jedoch im Rahmen einer Untersuchung durch eine Kommission unter Professor Bock für den Amerika-Bomber wieder auf den Tisch. Als Aluminium-Leichtbauversion ohne zusätzliche Abwehrwaffen und den allerneusten Triebwerken war der Düsenbomber durchaus in der Lage, Nordamerika zu erreichen. Gleichzeitig wurde die konventionelle Düsenbomber-Version bei Junkers umkonstruiert, um so wenig strategisches Material wie möglich zu verbrauchen. Am 25. Februar 1945 wurde jedoch entschieden, dass der Horten-Bomber am besten als Amerika-Bomber geeignet erscheint. Für die Ju 287 wurde jedoch am 17. März 1945 entschieden, dass das Flugzeug der zukünftige schwere Düsenbomber (TL-Großbomber) der deutschen Luftwaffe werden sollte. Trotz der zu diesem Zeitpunkt zunehmend kritischen Lage, sollten 75 mehr …

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