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Im Blickpunkt:
  • Münchener Konferenz

    Biografien und Kurzbeschreibungen einiger bedeutender Persönlichkeiten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Hitler, Chamberlain, Petain, Chiang Kai-shek, Tojo, Sikroski u.a. CHAMBERLAIN, Arthur Neville (1869-1940) Britischer Premierminister. Ein wohlmeinender Karriere-Politiker mit hohen Prinzipien, dessen Außenpolitik zusammengefasst werden kann, als ‘Beschwichtigung um jeden Preis’, was zu jener Zeit die Stimmung der großen Mehrheit in einem Land, das unvorbereitet für einen Krieg war, widerspiegelte. Geboren in Birmingham als Sohn von Joseph Chamberlain (1836-1914) verläuft seine Karriere wie folgt: 1915 Oberbürgermeister von Birmingham, Direktor für Wehrdienst 1916-1917, Ministerpräsident 1918, Postminister 1922, Gesundheitsminister 1923, 1924 bis 1929 und 1931, Kanzler der Schatzkammer 1923 bis 1924 und 1931 bis 1937, Premierminister von Mai 1937 bis Mai 1940. Persönlich in die deutsch-tschechoslowakische Krise von 1938 involviert, trifft er sich mit Hitler in Bad Godesberg und München. Erhält den Empfang eines Helden in London nach seiner Rückkehr nach der Unterzeichnung des Münchener Abkommens und prophezeit den ‘Frieden in unserer Zeit’. Er verurteilt streng die deutsche Besetzung der Tschechien im März 1939. Versucht im Sommer 1939 ein Militärbündnis mit der Sowjetunion auszuhandeln und gibt Polen eine feste Garantie auf militärische Unterstützung bei einer Nazi-Aggression. Beschwört am 3. September 1939 die britische Bevölkerung ein, die ‘bösen Dinge’ zu bekämpfen, für welche der Hitlerismus steht. Verurteilt im November 1939 die sowjetische Aggression gegen Finnland und plant eine britische Expeditionsstreitmacht nach Skandinavien zu schicken. Sein scheitern, Finnland zu retten oder Hitlers Invasion von Norwegen – das Unternehmen Weserübung – zu vereiteln, bringt ihm Tadel durch das britische Parlament House of Commons ein und Chamberlain tritt am 10. Mai 1940 zurück. Er wird Präsident des Rates von Mai bis Oktober 1940, bevor er an Krebs am 9. November 1940 stirbt. HITLER, Adolf (1889-1945) Alles über den Führer des Dritten Reichs: PETAIN, Henri Philippe (1856-1951) Französischer Marschall und Chef des französischen Staates. Petain ist eine der am meisten kontroversen Personen in der französischen Geschichte. Er spielte viele wichtige Rollen in seinem langen Leben, der unbezwingbare ‘Retter von Verdun’ 1916, Anwalt der einfachen französischen Soldaten, der ‘Große, Alte Mann von Vichy’ als Marionette von harten französischen Faschisten und zuletzt der senile politische Gefangene auf einer windgepeitschten Atlantik-Insel. Geboren am 24. April 1856, besuchte er die St.Cyr Militärschule 1876 bis 1878 und wird Dozent unter Foch am Ecole de Guerre. 1912 zum Oberst befördert und Korpskommandeur 1914 bis 1915. 1915 übernimmt er das Kommando über eine französische Armee. Übernimmt im Februar 1916 den Befehl über die Verteidigung von Verdun und wehrt wiederholte deutsche Angriffsversuche bis Dezember ab. Im April 1917 zum Chef des französischen Generalstabes ernannt. Im Mai 1917 gelingt es ihm mit durch seinen hervorragenden Umgang mit den Meutereien in der französischen Armee diese zu ersticken. Im November 1918 zum Marschall von Frankreich ernannt. 1920 Vizepräsident des Obersten Kriegsrates, 1922 Generalinspekteur der französischen Armee und befürwortete eine vollständig defensive Strategie. 1925/1926 schlägt er die langwierige Riff-Rebellion in Marokko nieder. 1934 bis 1938 enge Kontakte zu faschistischen französischen Politikern. Im März 1939 als Botschafter nach Spanien entstand und auf der Höhe der Krise des französischen Zusammenbruchs im Mai 1940 zurückgerufen. Nachfolger von Reynaud als französischer Ministerpräsident am 16. Juni 1940 und suchte sofort einen Waffenstillstand mit Deutschland und Italien. Chef des französischen Staates am 10. Juli 1940, mit Vollmachten welche denen Napoleons nah kamen. Der Amtssitz seiner Regierung wird Vichy im unbesetzten Frankreich und ruft zu einer ‘nationalen Revolution’ auf, welche auf ‘Arbeit, Familie und Vaterland’ gegründet sein soll. Entlässt Laval als Ministerpräsident im Februar 1941, wird aber auf deutschen Druck im April 1942 gezwungen, diesen wieder einzusetzen. Er wird zunehmend schwächer und schwächer, politisch und als Mensch. Am 20. August 1944 durch die Deutschen verhaftet und nach Belfort in Nordost-Frankreich deportiert. Anschließend nach Sigmaringen in Südost-Deutschland. Kehrt im April 1945 freiwillig nach Frankreich zurück und wird mit 14 zu 13 Stimmen durch den Obersten Gerichtshof zum Tode verurteilt. Durch de Gaulle in lebenslängliche Haft auf der Gefängnisinsel Ile d’Yeu im Golf von Biskaya umgewandelt. CHIANG KAI-SHEK (1887-1975) Alliierter Oberbefehlshaber in China. Ein in seiner Jugend bemerkenswerter Soldat, welcher ebenfalls 1937 bis 1945 der japanischen Invasion trotzte. Trotz massiver US-Unterstützung während und nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde seine Herrschaft durch die kommunistischen Streitkräfte Mao Tse-tungs beendet und er wurde 1949 zum Rückzug nach Formosa (Taiwan) gezwungen. Geboren, aufgewachsen und ausgebildet in der Provinz Zhejiang. Er besuchte die Paoting-Militärakademie 1906 und die ‘Vorbereitende Militärakademie’ von Tokio in Japan von 1907 bis 1909. Diente im japanischen 13. Feldartillerie-Regiment von 1909 bis 1911. Er kämpfte 1911 in der chinesischen Revolution. In das Zentralexekutiv-Komitee der Kuomintang-Partei (Nationalisten) gewählt und 1927 zum Oberbefehlshaber der ‘Nördlichen Bestrafungsexpedition’ ernannt. Besiegt den großen Kriegsherrn Wu Pei-fu und erobert Peking 1927/28. 1928 zum Generalissimus und Vorsitzenden des Staatsrates der nationalistischen Regierung in Nanking ernannt. Tritt von allen Ämtern nach einer Rebellion in Süd-China 1931 zurück. 1932 wird er jedoch von einer verzweifelten Regierung nach dem japanischen Angriff auf Schanghai zurückgerufen. Schlägt den kommunistischen Aufstand in der Provinz Fukien nieder. Zwingt 100.000 Kommunisten unter Mao Tse-tung einen quälenden Rückzug über 10.000 Kilometer aus dem Südosten nach Nordwest-China durchzuführen (den ‘Langen Marsch’), dem 92.000 Kommunisten zum Opfer fallen. Weist die japanische Forderung an ihn zurück, eine ‘besondere Stellung’ in Nord-China zu erhalten. Vereinbart einen Pakt mit Mao Tse-tung am 5. Juli 1937, zwei Tage bevor die Japaner in der Nähe von Peking mit ihrem Angriff beginnen. Verzögert den japanischen Vorstoß für drei Monate vor Schanghai von September bis November 1937. Im Dezember 1937 zieht er sich nach Hankow und im Oktober 1938 nach Tschungking zurück. Verbleibt in Tschungking, trotz heftiger japanischer Luftangriffe 1939 bis 1941. Zerschlägt die kommunistische 4. Marsch-Armee im Januar 1941 und bricht damit dem Pakt vom Juli 1937. Verwendet 1942 bis 1945 einen kostbaren Teil der amerikanischen Waffenlieferungen, welche mit großem Aufwand über den Himalaja eingeflogen wurden, für die Blockade von Maos Streitkräften. Zwingt US-Präsident Roosevelt dazu, Stillwell als Militärberater im Oktober 1944 abzuberufen. Sein Ansehen und militärische Machtbasis in Süd-China wird durch die japanische Offensive von April 1944 bis Januar 1945 schwer erschüttert. Befiehlt vorsichtige Gegenangriffe gegen die sich im Sommer 1945 mehr …

  • Die türkische Armee im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918. Uniformen, Stärke, Verluste, Organisation, Kriegsgliederung und Disposition der Streitkräfte des Osmanischen Reichs. Anfang November 1914 trat das Osmanische Reich (Türkei) in den Krieg gegen die Alliierten ein. Das marode Osmanische Reich bröckelte bereits seit fünfzig Jahren, als im Jahr 1908 die revolutionären Jungtürken die Macht ergriffen, indem sie Sultan Abdul Hamid mit überraschender Leichtigkeit loswurden. Trotzdem folgten weitere Niederlagen: 1911 gegen Italien bei Tripolis und im Jahre 1912 im Ersten Balkankrieg. Obwohl die Türken wieder etwas Territorium im Zweiten Balkankrieg zurückgewinnen konnten, war die Armee nach sechs Jahren Kampf erschöpft und befand sich zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Zusammenbruch. Ihre Soldaten waren oft hungrig und in Lumpen gekleidet, ihr Sold im Rückstand und die Verwaltung zusammengebrochen. Türkische Armee im Ersten Weltkrieg Seit den Balkankriegen war eine starke deutsche Militärmission an der Arbeit gewesen, welche energisch die Organisation und die Ausbildung verbesserte. Und die türkischen Soldaten wussten in jedem Fall mit den Gegebenheiten des Krieges zurechtzukommen. In ihren Einheiten – einige der arabischen Divisionen ärgerte auch die türkische Dominanz, was für einen gewissen Wettbewerb sorgte – herrschte ein heftiger, nachtragender und Wolfs-ähnlichen Stolz, der den türkischen Soldaten zu einem der stursten und erbittertsten Kämpfer der Welt auf dem Schlachtfeld machte. Da die Türken von ihren nördlichen Verbündeten abgeschnitten waren, da Bulgarien und Rumänien noch neutral waren, konnten sie dringend benötigte Lieferungen nur durch List und Schmuggel erhalten. Innerhalb ihrer eigenen Grenzen hatten die neuen Eisenbahnstrecken, welche von deutschen Ingenieuren gebaut wurden, noch Unterbrechungen auf jeder Seite des Golfs von Alexandretta, wo sie die Taurus- und Amanus-Gebirge auf dem Weg nach Aleppo überquerte. Dort verzweigte die Bahn in Richtung Bagdad, wo aber noch 500 km Strecke bis zum Tigris fehlten, und in die andere Richtung nach Amman und Medina. Die nächste Eisenbahnstation an der russischen Kaukasus-Grenze war noch 400 km davon entfernt. Die Armee, die etwas mehr als eine Million Mann stark war, mit sechsunddreißig regulären Divisionen, wurde in die I., II., III. und IV. Armee eingeteilt. Jeweils eine Armee befand sich im europäischen Teil der Türkei, eine in West-Anatolien, eine bei Erzurum in der Nähe der russischen Grenze, und eine war auf Syrien verteilt. Darüber hinaus gab es jeweils zwei regulären Divisionen im Jemen, Zentral-Arabien und Mesopotamien (dem heutigen Irak). Kriegsminister Enver Pascha, welcher mit dem Innenminister Talat Bey die Regierung beherrschte, übernahm persönlich das Kommando über die Dritte Armee, welche etwa 150.000 Mann stark war. Mitte Dezember schickte er seine schlecht ausgerüsteten Soldaten über die Berge in den Kaukasus gegen die kleinere russische 7. Armee. Durch die Winterstürme wurde das Eintreffen der drei Korps verzögert, sodass diese einzeln in den Kampf geworfen werden mussten. Trotzdem kämpften die hungrigen und erschöpften Soldaten so energisch, dass die russische Führung alarmiert wurde. Dann, nachdem sie rund um Sarikamish geschlagen worden waren, standen die Türken vor der Wahl, entweder zu kapitulieren oder den Rückzug über die eisigen Pässe anzutreten. Nur 12.000 Mann gelang die Rückkehr nach Erzurum. Eine ganze Korps legte seine Waffen nieder und die Russen zählten 30.000 gefrorene Leichen in den Bergen. Im Februar 1915 schickte die IV. Armee 20.000 Mann auf die Sinai-Halbinsel, um den Suezkanal abzuschneiden. Ägypten, noch im Jahr 1914 nominell ein Teil des Osmanischen Reiches, aber seit 1882 von Großbritannien besetzt und kontrolliert, hatte das Land zu einem britischen Protektorat erklärt, als die Türkei in den Krieg eintrat. Es wurde von einer britischen Territorial- und zwei indische Divisionen verteidigt und außerdem befand sich noch das zwei Divisionen starke ANZAC-Korps zur Ausbildung dort. So wurden die Türken mit Leichtigkeit geworfen. In den nachfolgenden Jahren gingen die Briten dann dazu über, selbst auf dem Sinai anzugreifen. Erst ungeschickt und zaghaft und dann im Jahre 1917 unter Allenby brillant und mit einer überwältigenden Überlegenheit, wobei Jerusalem im Dezember 1917 erobert wurde. Weiter östlich ergriffen die Briten von Anfang an gegen die Türken die Initiative. Eine Brigade aus Indien landete am Kopf des Persischen Golfs in Oktober 1914, gefolgt vom Rest einer Division, welche die anglo-persischen Ölfelder schützen und verhindern soll, dass feindliche Einfälle in den Indischen Ozean erfolgen. Sie nahmen schnell Basra und gewann etwas Raum den Euphrat hinauf. Der bei weitem wichtigste türkische Beitrag zu den deutsch-österreichischen Kriegsanstrengungen war jedoch die unmittelbare im Oktober 1914 erfolgte Schließung der Dardanellen und des Bosporus für die alliierte Schifffahrt. Durch dieses Abschneiden der russischen Schwarzmeerhäfen zur Außenwelt brach dessen großer Mais-Exporthandel zusammen. Auf einen Schlag fielen die russischen Exporte um 98 Prozent und die Importe um 95 Prozent. Diese Zahlen wären für jede Nation lähmend gewesen, aber um so mehr fatal für Russland, welches mit seiner riesigen Bevölkerung und schmalen industriellen Basis kaum auf eigenen Füßen stehen konnte. Es verlangte leistungsstarke strategische und moralische Maßnahmen der Alliierten, Russland zu Hilfe zu kommen. Im Gegensatz zu Ausrüstung und Vesorgung war die Moral der türkischen Armee praktisch nahezu bis zur Niederlage überragend. Der Sieg auf Gallipoli verstärkte die von Anfang an gute Moral noch weiter, denn es war der erste Sieg über europäische Großmächte seit ewigen Zeiten. Diesen Sieg verdankte die türkische Armee dem Mehmetcik, dem mutigen und anspruchslosen Infanteristen. Noch heute erinnert man sich im arabischen Raum, wo die Einwohner nur wenig Gründe haben, sich nostalgisch an die osmanische Herrschaft zu erinnern, dass der türkische Soldat ein Abu Shuja’a war, was übersetzt in etwa mit dem ‘Vater des Mutes’ gleichbedeutend ist, während die Briten als Abu Alf Midfah bezeichnet wurden, was ‘Vater der Tausend Kanonen’ bedeutet. Disposition der türkischen Streitkräfte im November 1914 THRAKIEN: Erste Armee I. Korps: 1., 2., 3. Infanterie-Division II. Korps: 4., 5., 6. Infanterie-Division III. Korps: 7., 8., 9. Infanterie-Division IV. Korps: 10., 11., 12. Infanterie-Division 19., 20. Infanterie-Division (neue Formationen) I. Kavallerie-Brigade Zweite Armee V. Korps: 13., 14., 15. Infanterie-Division VI. Korps: 16., 24. (neu), 26. Infanterie-Division SMYRNA Festungsbereich-Kommando SYRIEN Vierte Armee VIII. Korps: 23., 25., 27. Infanterie-Division XII. Korps: 35., 36. Infanterie-Division KAUKASUS Dritte Armee IX. Korps: 17., 28., 19. Infanterie-Division X. Korps: 30., 31., 32. Infanterie-Division XI. Korps: 18., 33., 34. Infanterie-Division 37. Infanterie-Division (in mehr …

  • A7V Sturmpanzerwagen

    Erster deutscher Kampfpanzer aus dem Ersten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Bilder und 3d-Modell des A7V Sturmpanzerwagen. A7V Sturmpanzerwagen Typ: schwerer Infanteriepanzer. A7V Entwicklung Für eine Nation, welche normalerweise immer bei der Militärtechnologie mit führend ist, war das Deutsche Reich überraschen langsam bei der Einschätzung der potenziellen Möglichkeiten des Panzers. Trotz einiger früher und weit vorausschauender Entwürfe, welche von einzelnen Ingenieuren hervorgebracht wurden, so wurde doch kein offizielles Interesse – mit Ausnahme an Panzerwagen – gezeigt. Dies änderte sich recht schnell, nachdem der britische Tank Mark I auf den Schlachtfeldern der Somme im Jahr 1916 erstmals erschienen war, und so wurde ein Komitee gebildet, um einen deutschen Panzer zu entwerfen und zu produzieren. Das deutsche Oberkommando war allerdings nicht sonderlich beeindruckt von Tanks und bemängelte den hohen Ausfall durch mechanische Schäden und die Empfindlichkeit gegen alles, angefangen von Geländeschwierigkeiten bis zum Artilleriebeschuss. Wie so viele andere Entwürfe, welche von einem eingesetzten Komitee unter Zeitdruck entstanden sind, war auch dieses Wagnis kein großer Wurf. Das Fahrzeug wurde unter dem Namen A7V Sturmpanzer bekannt, wobei das Kürzel ‘A7V’ von der Abteilung stammte, die den Panzer bestellt hatte: ‘Allgemeines Kriegsdepartement 7 Abteilung Verkehrswesen’. Der Entwurf basierte aus Gründen der Zeitersparnis auf dem bereits verfügbaren Holt-Raupentraktor mit seinem Aufhängungssystem, wofür der Repräsentant der Firma Holt-Tractos, ein Herr Steiner, gewonnen wurde. Allerdings baute Joseph Vollmer eine Verbesserung an der Kettenaufhängung ein, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Dieser Effekt wurde aber wieder dadurch zunichtegemacht, dass auf das ursprüngliche Fahrgestell eine große, gepanzerte Kiste installiert wurde, welche eine Besatzung von sage und schreibe 18 Mann mit sich führte. Dazu wurden so viele Waffen wie möglich in diese Kiste eingebaut und das Ungetüm war eher eine Festung als ein beweglicher Panzer auf den Schlachtfeldern. Diese Kiste hatte große Seiten aus Panzerplatten, wobei Nase und Ende über das Fahrgestell so weit herausragten, dass die Bodenfreiheit lediglich 40 cm betrug. Dadurch hing der Panzer in unebenem oder verschlammten Gelände sofort auf dem Boden fest. Die Länge der Ketten am Boden war ebenfalls eher zu kurz und das Ergebnis war, dass das Fahrzeug grundsätzlich instabil fuhr und eine sehr schlechte Geländegängigkeit hatte. Die Herstellung der A7V begann ab März 1917 bei den Firmen Büssing und Daimler, wobei jedes Fahrzeug stolze 25.000 Reichsmark kostete. Die Prototypen des A7V Sturmpanzerwagen wurden im Sommer 1917 getestet. Dabei traten schon Probleme mit der Motorkühlung und dem Kettenlaufwerk auf. Wegen der geplanten Entscheidungsschlacht für das Frühjahr 1918 befand sich die deutsche Oberste Heeresleitung jedoch unter Zeitdruck und forderte am 1. Dezember 1917 bis dahin 100 der Sturmpanzerwagen bereitzustellen. Der ersten Serien-A7V war bereits im Oktober 1917 fertig geworden. In die Herstellung des A7V waren mehrere Firmen eingebunden, welche alle nur unter großen Problemen die Vorgaben für die Produktion zu erfüllen versuchten, da ein großer Rohstoffmangel herrschte. Das Ergebnis war, dass von dem ursprünglichen Auftrag bis Kriegsende nur etwa 20 bis 35 Fahrzeuge fertiggestellt wurden. Zwar verfügte die deutsche Armee bei Kriegsende über acht Panzereinheiten mit je fünf Panzern und sechs Offizieren und 170 anderen Dienstgraden, aber die Mehrzahl bestand aus alliierten Beutepanzern. Der Entwurf des Sturmpanzerwagens war zwar einfallslos und hatte erhebliche Schwächen, jedoch wurden in das plumpe Ungetüm soviel Waffen wie irgendwie möglich eingebaut. Die Hauptbewaffnung bestand aus einem 57-mm-Beutegeschütze, entweder russischen oder belgischen Ursprungs. Diese Kanone war vorne im Bug eingebaut und dazu kamen sechs Maschinengewehre, jedes mit einer zweiköpfigen Mannschaft. Neben der starken Bewaffnung war die einzige Überlegenheit des A7V über die britischen Tanks die Stärke seiner Panzerung, welche zwischen 15 mm und 30 mm dick war. Zum Zeitpunkt der Einführung des A7V hatten die Deutschen panzerbrechende Munition entwickelt und die Panzerung des Fahrzeuges konnte nicht mit dieser durchschlagen werden. Auch beim einzigen bekannten Panzergefecht zwischen einem A7V und einem Tank Mark IV (männlich) konnte der britische Panzer mit drei Treffern aus seiner 6-Pfünder-Kanone keinen Durchschlag erzielen. Bei der Entwicklung des A7V hatte man letztlich zu sehr den Schwerpunkt auf eine fahrbare Festung gelegt und dabei die für die Schlachtfelder der Westfront notwendige Beweglichkeit außer Acht gelassen. Durch die geringe Bodenfreiheit fuhr der Panzer in unebenem oder schlammigen Gelände sofort fest und da das vordere Leitrad sich nicht nach oben anheben ließ, konnte der A7V kaum Hindernisse überwinden. Wenn das Fahrzeug versuchte, wieder aus einem Trichter oder Graben herauszufahren, fraß sich die Vorderfront nur noch mehr fest. Der einzige Vorteil des Laufwerks war jedoch, dass das Kettenlaufwerk sich hinter dem Panzerschutz befand, da den Deutschen die Vielzahl britischer Tanks mit zerschossenen Kettenrädern auf den Schlachtfeldern aufgefallen war. In dem Rumpf befand sich ein einziger, großer Kampfraum. Im vorderen Teil waren zwei Motoren gleich hinter dem Fahrer auf dem Boden befestigt. Deren Kraft wurde durch eine gewöhnliche Antriebswelle zum hinten liegenden Getriebe übertragen. Von dort liefen Wellen über Steuerbremsen zu den Antriebsrädern, was das System einfacher als bei den englischen Tanks machte. Die Ketten selbst hatten vierundzwanzig gefederte Laufrollen, was unter perfekten Bedingungen eine Höchstgeschwindigkeit von 13 km/h ergab. Allerdings war das Gewicht des Panzers eindeutig zu groß für diese Anordnung, was oft zu Pannen führte. Dafür erging es dem Fahrer leichter als bei seinen britischen Kollegen im Tank Mark IV und die beiden Techniker mussten sich nur auf ihre Motoren konzentrieren. Der Kommandant befand sich in einer Kuppel mit vier Ecken direkt über dem Kampfraum, von wo er sich aber nur mit Schreien verständlich machen konnte. Da es allerdings ziemlich Laut in den Panzer zuging, war dies eine schwierige Angelegenheit. Was die Koordination innerhalb der Besatzung des A7V etwas erschwerte, war die ungewöhnliche Zusammensetzung des Personals. Fahrer und Techniker stammten von Pionier-Einheiten, die Kanoniere gehörten zur Artillerie und die Maschinengewehre wurden von je zwei Infanteristen bedient. Die Mannschaft stammte also von drei unterschiedlichen Truppenarten, was kein Vorteil war. Auch war die Sicht für die Besatzung dürftig und so etwas wie Fahrkomfort gab es nicht, was aber für alle Panzer des Ersten Weltkriegs zutraf. Die Ausbildung der Besatzung und weitere Erprobungen waren zeitaufwendig, sodass Kaiser Wilhelm II. erst im Februar 1918 seine neue Panzertruppe bei einer Gefechtsübung vorgeführt bekam. Einsatz Die ersten A7V-Panzer mehr …

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