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Im Blickpunkt:
  • Lord Byron in Missolunghi

    Der griechische Revolutions-Unabhängigkeitskrieg von 1821. Der Ausbruch der griechischen Revolution und der nachfolgende Unabhängigkeitskrieg jährt sich nun zum zweihundertsten mal. Die griechische Revolution Die griechische Revolution von 1821 war keine spontane Reaktion wie die serbische Revolution von 1815 bis 1817, sondern eine gut geplante Aktion, welche von den seit 1814 entstandenen griechischen Geheimbünden, den sogenannten Hetairien unter Großfürst Kapadidtrias in Athen und Fürst Ypsilanti im russischen Odessa, im Voraus entworfen wurde. Der 24. Februar 1821 gilt allgemein als Geburtsstunde der griechischen Revolution, als Alexander Ypsilantis in Iasi in Bessarabien, beim heutigen Rumänien, seine Proklamation an die Griechen veröffentlichte. Jedoch scheiterte der Versuch, die Rumänen für die hellenistische Idee zu begeistern und auch die Russen wollten sich nicht einmischen, sodass die Revolutionsbewegung aus dem Norden nach der Niederlage von Dragaschan zusammenbrach. Als Beginn der siegreichen Revolution auf dem Peloponnes wird der Einzug der griechischen Rebellen in Kalamata am 23. März 1821, nach der kampflosen Kapitulation der Osmanen in der Stadt angesichts einer überlegenen Streitmacht unter Petrobey Mavromichalis, angesehen. Ein weiterer markanter Starttermin ist der 25. März 1821, als der Messinische Senat den Erlass der ‘Warnung’ folgen ließ und heute ein alljährlicher griechischer Feiertag ist, an dem die Revolution gefeiert wird. Planung der Revolution Es erscheint so, dass die Hetairien den Beginn der revolutionären Bewegungen im Jahr 1820 an drei Schauplätzen geplant hatten. Der erste beinhaltete Konstantinopel, wo auch die Elite des griechischen Volkes residierte, der zweite den Peloponnes mit den dort befindlichen wichtigen Würdenträgern, den Proestoi oder Gemeindevorstehern, die sich den Hetairien verpflichtet sahen und über Armatoloi (bewaffnete Wachen) und Kleftes (geheime Milizen, die als Nationalgarde fungierten) verfügten. Der dritte Schauplatz sollte eine Invasion von Russland aus nach Moldawien durch eine griechische Streitmacht sein. Das Unternehmen in Moldawien war schlecht vorbereitet und erfolgte zu einem ungünstigen Zeitpunkt und an einem ungünstigen Ort. Russland widersetzte sich den griechischen Plänen, da es sich an die Beschlüsse der Laubach-Konferenz gebunden sah, worin Revolutionen gegen rechtmäßige Herrschaftsansprüche nicht toleriert werden sollten. Somit war das ganze dort zum Scheitern verurteilt. Dieser Teil des Osmanischen Reiches war eine rumänische Provinz und so marschierten die griechischen Invasoren nicht gegen Türken, sondern gegen rumänische Dorfbewohner. Gleichzeitig weigerte sich der Aufständische Tudor Vladimirescu, Ypsilantis zu unterstützen, da er in erster Linie die Interessen der rumänischen Bojaren im Auge hatte. Nicht nur die mächtige Armee des Sultans in der Hauptstadt Konstantinopel, sondern auch Meinungsverschiedenheiten zwischen den verschiedenen Klassen der Griechen der Stadt verhinderten eine revolutionäre Bewegung in der Polis. Die Ausschreitungen gegen Griechen, die nach Beginn der Revolution in Konstantinopel folgten, erstickten jeden Gedanken an Aufständen dort schnell. Der Beginn der Revolution auf dem Peloponnes war wahrscheinlich erst für einen späteren Termin geplant, wurde aber vorverlegt, als die Osmanen von den Absichten der Griechen erfuhren. Andere Autoren behaupten dagegen, dass die Revolution dort früher begonnen hätte, wenn sie nicht durch die strenge Verwaltung von Ali Pascha von Ioannina verzögert worden wäre. Die Gründe für die griechische Revolution gehen eindeutig aus der ‘Warnung’ des ‘Messinischen Senats’ an die europäischen Großmächte vom 25. März 1821 hervor. Der sehr treffende Text gibt als Grund für die Revolution die Unterdrückung durch die Türken an und dass die Griechen grundsätzlich für ihre Menschenrechte und ihre Menschenwürde kämpften. Die Zunahme bei der Alphabetisierung, die Verbreitung der europäischen Bildung und der durch den Handel angehäufte Reichtum der Griechen waren die Mittel für den Ausbruch und den Erfolg der Revolution. Die Finanzen der Revolution wurden durch private Gelder aufgebracht, während zeitweise wohlhabende Griechen sogar militärische Einheiten organisierten und unterhielten. Der demografische Parameter war, wie sich in der antiken oder modernen Geschichte oft gezeigt hat, ein wesentlicher Faktor der Machtverhältnisse. Die Griechen im Osmanischen Reich waren die größte nicht-muslimische Minderheit und bildeten die Mehrheit auf dem Peloponnes. Diese kompakte griechische Bevölkerung auf dem Peloponnes und anderswo trug zum Erfolg des Aufstandes bei, zusammen mit ihrer Hingabe an die Idee der Freiheit, die ein bedeutender Teil der Griechen von ganzem Herzen angenommen hatte. Natürlich gab es auch Einwände von Griechen, die dem Aufstand misstrauten und Untätigkeit vorzogen. Und auch nicht alle Griechen waren für die Revolution. Es gab sogar Griechen, die Teil des ottomanischen Machtsystems waren. Der Metropolit Germanos von Patras, welcher im Gemälde rechts angeblich die griechische Fahne der Revolution gesegnet hat, soll stattdessen an diesem Tag gesagt haben: ‘Lassen wir die Kinder des Mohammed die Kinder des Robespierre fertigmachen !’ Und einer der für die osmanische Verwaltung tätiger griechischer Würdenträger meinte dazu: ‘Es ist besser, wenn die Türken ihre christlichen Untertanen unterjochen, als dass es eine freie Nation mit einem Volk gibt, das Rechte hat’. Demnach ist es eine nachträglich geförderte Legende, dass Germanos von Patras als erster die Standarte der Revolution von 1821 erhoben hat. Vielmehr hisste in Patras der Volksführer Panagiotis Karatzas die griechische Fahne und wurde später dafür von den Gemeindeleitern von Patras ermordet. Patras auf der Peloponnes konnten die Türken dann bis zu ihrem Abzug nach dem Friedensvertrag von 1829 halten. An der Revolution von 1821 beteiligten sich nicht nur orthodoxe Christen und gebürtige Griechen, sondern auch die sogenannten Philhellenen aus Westeuropa und in den Donau-Fürstentümern Walachen, Moldauer, Bulgaren, Albaner, Serben, Zigeuner, Ungarn, Polen und andere. Zu den Unentschlossenen gehörten einige Würdenträger von Morea im Peloponnes. Ihre Vorladung durch den Pascha nach Tripolitza (Tripolis, Peloponnes) und die Angst vor ihrer bevorstehenden Hinrichtung zerstreute jedoch ihre Bedenken, die sie möglicherweise hegten. Aber die Zurückhaltung war teilweise gerechtfertigt und war eigentlich nicht überraschend. Die Gefahr durch die Osmanen war real und stand unmittelbar bevor. Auf der anderen Seite war die Härte der Aggressivität der Aufständischen ebenfalls bedenklich. Denn das Abschlachten von Muslimen, besonders während der Befreiung von Tripolitza, war unter allen Umständen ebenso unerträglich, wie dies ebenfalls die Osmanen bei verschiedenen Gelegenheiten immer wieder taten. Ausbruch der Revolution Die Wahl des Zeitpunkts für den Ausbruch der Revolution war auch ungeeignet. Nachdem die Großmächte erst wenige Jahre zuvor auf dem Wiener Kongress von 1815 die europäische Ordnung durch die Restauration nach der Niederwerfung Napoleons geregelt hatten, wurde von ihnen jede Veränderung – insbesondere revolutionärer Art nach dem mehr …

  • 3d-Modell Ju 52/3mg9

    Deutsches Transportflugzeug Junkers Ju 52/3m ‘Tante Ju’. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Junkers Ju 52/3m Typ: Transportflugzeug (auch Passagierflugzeug, Bomber, Aufklärer, Minenräumer, Sanitätsflugzeug und Lastensegler-Schlepper). Geschichte Im Volksmund bekannt als ‘Tante Ju’, war die dreimotorige Ju 52/3m das bedeutendste Luftwaffen-Transportflugzeug während des 2. Weltkrieg und wurde an allen Fronten und wichtigen Feldzügen eingesetzt. Die Ju 52 erblickte das Licht der Welt als einmotoriges Transport- und Verkehrsflugzeug nach dem Entwurf von Ernst Zindel im Jahr 1928. Der Prototyp dieses Flugzeuges flog erstmals im Oktober 1930 mit einem 750-PS-Junkers-Jumo-Motor. Das Flugzeug war ein Tiefdecker-Entwurf mit einem großen, gewinkelten Rumpf und großen Passagierfenstern sowie einer relativ großen Flügelfläche. Es war ein Ganzmetall-Flugzeug und verwendete die später für Junkers so charakteristische gewellte Metallhülle. Dies ergab eine enorm starke Flugzeugzelle, was dazu führte, daß die Ju 52 so vielseitig einsetzbar war. Sechs Monate später, im April 1931, machte die erste dreimotorige Ju 52/3m ihren Erstflug, angetrieben durch 550-PS starke Pratt&Whitney-Hornet-Sternmotoren. Mit Ausnahme der ersten paar produzierten Flugzeuge wurden dann 725-PS starke BMW 123A Sternmotoren verwendet. Der Großteil der ersten Ju 52 waren zivile Passagierflugzeuge und etwa 200 Stück wurden bis 1939 an 30 Fluggesellschaften auf der ganzen Welt ausgeliefert, die Masse an die Deutsche Lufthansa. 75 Prozent des Flugzeugbestandes der Lufthansa machte die Ju 52 aus, wo sie die Notlandungen von 7 auf 1,5 per Millionen Flugkilometer reduzierte. Einige dieser Flugzeuge wurden mit zweistufigen Metall-Schwimmern ausgestattet und in dieser Konfiguration wurden sie als Ju 52/3mW bekannt. In Folge des Fehlschlages mit der Dornier Do 11 bestellte die deutsche Luftwaffe auch einige frühe Modelle der Ju 52 als vorübergehende Bomber, bis die Auslieferung der neuen Ju 86, Do 17 und He 111 erfolgen konnte. Diese frühen Bomber wurden als Ju 52/3mg3e bezeichnet und rüsteten die ersten Bomberstaffeln der Luftwaffe in erster Line als Trainingsflugzeuge aus. Sie waren in der Lage eine Bombenlast bis 1.500 kg zu tragen. Der halb versenkbare Bauchstand mit einem 7,92-mm-MG 15 wurde in der Regel bei der späteren Verwendung als Transportflugzeug weggelassen, obwohl sie das MG 15 in einem offenen Kampfstand auf dem Rücken in Kampfzonen beibehielten. Das Kampfdebüt der Ju 52 kam dann während des spanischen Bürgerkrieges, in dem die 20 eingesetzten Flugzeuge 13.000 Flugstunden flogen und rund 6.000 Tonnen Bomben abwarfen. Bis Ende 1937 ist jedoch die Ju 52/3m durch modernere Typen wie die Do 17, He 111 und Ju 86 in der Bomberrolle bei der Luftwaffe weitgehend ersetzt worden und wurde in der weit geeigneteren Rolle als Truppen- und Versorgungstransporter verwendet, wo sie weltberühmt wurde. Die meisten der Ju 52, welche als ‘Bomber’ ausgeliefert wurden, wurden niemals als solche verwendet und bereits 1938 erwies sich die Ju 52 schon als ausgezeichneter STOL-Militärtransporter für kurze Start- und Landebahnen. Wahrscheinlich war das herausragendste Merkmal der Ju 52 ihre Fähigkeit, voll beladen (mit 10.476 kg) mit nur 109 km/h von einer nur 350 Meter langen Startbahn abzuheben. Eine voll beladene Ju 52 konnte noch auf einer nur 400 Meter langen Landebahn landen, mit Ausnahme bei äußerst widrigen Bedingungen. Viele moderne militärische STOL-Flugzeuge erreichen auch keine bessere Leistung. Darüber hinaus ermöglichte es das robuste Fahrwerk und die sehr starke Flugzeugzelle, die Ju 52 auch von relativ unpräparierten und nicht-asphaltierten Flugfeldern aus einzusetzen. Diese Vielseitigkeit wurde noch durch die Fähigkeit gesteigert, ein austauschbares Fahrwerk aus Rädern, Skiern oder Doppelschwimmern zu verwenden. Im Anschluss an die Ju 52/3g3eE mit 725-PS BMW 132A-3-Motore) kam aufeinander folgend neue militärischen Varianten heraus, welche sich durch die Suffixe von g4e zu g14e unterschieden, die entweder die spezifische Rolle eines bestimmten Modells angab (Transport, Ambulanz, Minenräumung etc.), die Installation neuer Varianten des BMW 132 Motor (ein in Lizenz gebaute Version der Hornet) oder sonstige bauliche Veränderungen. Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges sind rund 1.600 Ju 52 gebaut worden und von diesen sahen etwa 550-600 operative Einsätze bei den frühen Blitzkriegen. Sie wurden in großem Umfang als Transporter, Lastensegler-Schlepper und auch für größere und kleinere Fallschirmjäger-Einsätze während des Unternehmen Weserübung (der Invasion von Norwegen), Frankreich, den Niederlanden und bei der Luftlandung auf Kreta eingesetzt. Die Invasion in Norwegen im Jahr 1940 war von besonderer Bedeutung, weil sie die erste groß angelegte Verwendung des Lufttransportes in einen Krieg wurde. In diesem Feldzug fiel es den Ju 52 zu, eine große Anzahl von Fallschirmjäger abzusetzen, ebenso wie eine große Anzahl von Gebirgstruppen einzufliegen und diese alle zu Versorgen. Ju 52/3 mW (‘W’ für Wasser) Wasserflugzeuge landeten auch in den Fjorden und brachten Truppen und Ausrüstung nach Norwegen hinein. Doch wie die meisten Transportflugzeuge des 2. Weltkrieg war auch die Ju 52 eine ‘lahme Ente’ mit einer Höchstgeschwindigkeit von nur 275 km/h, sodass sie ohne Jagdschutz nicht lange in Anwesenheit von feindlichen Jäger überleben konnte. Während dieses Feldzuges gingen rund ein Viertel aller eingesetzten Ju 52 verloren, obwohl die meisten davon durch Flak abgeschossen oder am Boden zerstört wurden. Ende 1940 wurden die Motoren der Ju 52 aufgerüstet und die Ju 52/3mg5e eingeführt, um den leistungsfähigeren 830-PS BMW 13T Sternmotor zu verwenden, während die spätere Ju 52/3mg9e den BMW132Z hatte und die Ju 52/3mg12e den 800-PS BMW 132L. Die Ju 52/3mg6e war der Ju 52/3g5e mit Ausnahme der Funkausrüstung ähnlich. Eine der wichtigsten Produktionsversionen , die Ju 52/3mg7e hatte breitere Kabinentüren und andere Detailverbesserungen und wurde mit einem Autopiloten ausgestattet. Sie konnte entweder als Truppentransporter mit 18 Sitzen oder als Ambulanz-Flugzeug mit 12 Bahren eingerichtet werden, was zwei der wichtigsten Rollen für dieses Flugzeug waren. Am 21. Juni 1941 gab es 355 Ju 52/3m im Äquivalent von 9 KGr zbV (Kampfgeschwader zur besonderen Verwendung) in Bereitschaft für das Unternehmen Barbarossa. Zu dieser Zeit war die Ju 52/3mg5e der vorherrschende Typ im Dienst. Dies bedeutet, es wurden fast 63 Prozent der 567 Transportflugzeug im Inventar der Luftwaffe am 21. Juni 1941 an der Ostfront eingesetzt. Die einzige andere große Konzentration von Transportflugzeugen war zu diesem Zeitpunkt im Reich, wo das X. Fliegerkorps aus dem Mittelmeer-Raum zurückkehrte. Dieses hatte das Äquivalent von 5 KGr zbV (mit 164 Flugzeuge) und wurde nach den Verlusten während der Operation Merkur, der deutschen Luftlandung auf Kreta, mehr …

  • Französische Soldaten 1940

    Stärke, Organisation und Uniformen des französischen Heeres und der l’Armee de l’Air bei Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939. Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges stand ein erheblicher politischer Druck hinter der Auffassung, dass eine Strategie basierend auf eine starke Verteidigungslinie am besten den Anforderungen eines modernen Krieges und den Bedürfnissen der französischen Nation gerecht werden konnte. Das Ergebnis war der Bau der Festungskomplexe der Maginot-Linie, welcher einen Großteil des Verteidigungshaushaltes aufbrauchte. Das konservative französische Militär hatte zwar eine kleine aber lautstarke Schule des modernen Denkens, welche die Abhängigkeit von statischen Befestigungen verurteilte, sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Französische Streitkräfte Frankreich ging aus dem 1. Weltkrieg mit beträchtlichen militärischen Prestige hervor, jedoch waren die französischen Streitkräfte und tatsächlich auch die ganze Nation erschöpft. Das französische Heer war eine Armee der Wehrpflichtigen und von sehr unterschiedlicher Qualität. Die Reserve-Divisionen wurden häufig zu einer Belastung und Beobachter, darunter der englische General Brooke, waren von ihrem Ungehorsam und schlampigen Auftreten erschüttert. Die französische Armee wurde am 1. September 1939 mobilisiert, wobei etwa 5 Millionen Reservisten in das stehende Heer von 900.000 Mann übernommen wurden. Grundsätzliche Verbände der französischen Armee Bestand an Panzerkampfwagen im September 1939 Uniformen Zwanzig Jahre nach seiner Einführung wich das alte ‘Horizont-Blau’ der französischen Uniformen des Ersten Weltkrieges dem Khaki, als dieses 1935 zur Standardfarbe der Uniformen der französischen Armee bestimmt wurde. Zuvor hatten nur die Kolonialsoldaten und afrikanischen Truppen khaki getragen. In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg wurden eine Reihe von Änderungen an den bestehenden Uniformen vorgenommen und völlig neue Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände eingeführt, die aber bis zum Sommer 1940 noch nicht alle Truppenteile erreicht hatten. Offiziere trugen entweder weiterhin den alten geschlossenen Waffenrock oder das neue offene Muster, das links unten beim Generalleutnant (rechts) abgebildet ist. Im Feld trugen die Generäle ein einfaches khakifarbenes Käppi mit metallischen Rangsternen auf der Vorderseite. Der Mantel war einreihig, mit fünf oder sechs Knöpfen vorne und einem niedrigen Fallkragen mit ausgeprägter Spitze, und der Umschlagmantel war einreihig, mit fünf Manschetten. Als Ausgehuniform konnten Offiziere lange khakifarbene Hosen mit braunen Paspeln und Streifen tragen. Die grundlegende Felduniform für andere Dienstgrade ist in der Abbildung links dargestellt. Andere Formen der Kopfbedeckung waren die khakifarbene Seitenmütze und das khakifarbene Barett für Festungstruppen. Eine der wichtigsten Variationen der Felduniform wurde vom berittenen Personal bei der Kavallerie, bespannten Artillerie und Versorgungskolonnen mit Pferdefuhrwerken getragen. Sie erhielten einen einreihigen Mantel und Reithosen, während ihr Schuhwerk aus Stiefeletten, Sporen und Leggings bestand. Schützen (Chasseurs a pied) und Gebirgsschützen (Chasseurs alpins) trugen eine unverwechselbare dunkelblaue Uniform, obwohl sie den khakifarbenen Mantel der Infanterie für den Wintereinsatz beibehielten. Die Kopfbedeckung war ein dunkelblaues Barett. Der Winter von 1939/1940 war besonders streng, und der französische Soldat fand seine Uniform unzureichend für die Temperaturen, die manchmal minus 20 Grad Celsius erreichten. Die Winterkleidung musste von der Einheit oder dem Einzelnen improvisiert werden und bestand im Wesentlichen aus zusätzlicher Unterwäsche und Pullovern. Die gebräuchlichsten Formen der äußerlichen Winterkleidung waren ärmellose Schaffellmäntel und Stulpen, Gummistiefel und Wintertarnanzüge. Angehörige von motorisierten und gepanzerten Verbänden erhielten die Standarduniform, trugen aber im Dienst mit ihren Fahrzeugen einen speziellen Helm oder ein schwarzes Barett und entweder den veralteten doppelreihigen, schwarzen Ledermantel oder das neue einreihige braune Modell. Über khakifarbenen Hosen und Gamaschen trugen sie khakifarbene Exerzierhosen, die um den Knöchel herum geschlossen wurden. Bei warmem Wetter trugen Panzerbesatzungen in der Regel ihre zweiteiligen Arbeitsoveralls. Motorradtruppen trugen ebenfalls den Helm der motorisierten Truppe und einen Ledermantel oder die neue zweireihige Baumwoll-Entenjacke des Modells 1938 oder einen wasserdichten Regenmantel aus Segeltuch. Die Kolonialsoldaten und afrikanischen Truppen, die während des Feldzuges 1940 in Frankreich eingesetzt wurden, trugen die Standarduniform der französischen Armee mit bestimmten Unterscheidungsmerkmalen. Die Fremdenlegion zum Beispiel hatte das Recht, das weiße Käppi zu tragen (obwohl es nur selten im Einsatz verwendet wurde), während die Zouaven, Tirailleure und Spahis den Chechias oder Turbane in verschiedenen Farben trugen. Darüber hinaus trugen die Fremdenlegion und die Zouaven eine blaue Schärpe, die Tirailleure eine rote Schärpe und die Spahis einen weiß-roten Burnus. Abzeichen Der Rang der Offiziere wurde durch die Abzeichen an den Ärmeln des Waffenrocks und des Übermantels sowie an der Kopfbedeckung und der Futtermütze angezeigt. Auf dem Mantel und anderer Überbekleidung wurden die Rangabzeichen durch eine Reihe von Streifen auf Laschen dargestellt, die an einem Mantelknopf befestigt waren. Offiziere im Generalsrang hatten goldene Eichenblätter auf das Käppi gestickt, während andere Offiziere goldene und silberne Spitzen auf dem Käppi trugen, um den Rang zu kennzeichnen. Das Regiments-Abzeichen oder die Regiments-Nummer wurde auf der Vorderseite des Käppis gezeigt. Abzeichen für Offiziere und Unteroffiziere wurden als Chevrons und Streifen am Arm getragen. Die Dienstgrade ab Gefreiter aufwärts waren berechtigt, einen goldenen oder silbernen Kinnriemen am Käppi zu tragen. Die Farbe der Chevrons und Ziffern sowie die Farbe des Kragenspiegels selbst identifizierten die Einheit des Trägers. Infanterie und Panzertruppen hatten zum Beispiel khakifarbene Abzeichen – aber während die Infanterie blaue Chevrons und rote Ziffern verwendete, hatten die Panzertruppen normalerweise graue Chevrons und Ziffern. Die Artillerie wiederum hatte rote Kragenabzeichen mit blauen Chevrons. Französische Rangabzeichen für Offiziere Erste Reihe am Käppi, zweite Reihe Manschetten (v.l.n.r.): Marschall von Frankreich; Armee-General; Korps-General; Generalleutnant (einer Division); Generalmajor (einer Brigade); Oberst; Oberstleutnant (Panzertruppe); Major (Sahara-Kompanien); Hauptmann (Dragoner); Leutnant (Marokkanische Spahis); Zweiter Leutnant (Fremdenlegion). Französische Rangabzeichen für Unteroffiziere und Mannschaften Erste Reihe am Käppi (bis auf letzte drei), zweite Reihe (und erste Reihe letzte drei) Manschetten (v.l.n.r.): Chef-Adjutant; Adjutant; Oberfeldwebel; Unterfeldwebel (reguläre Truppen); Unterfeldwebel; Korporal-Major (Rang über Unteroffizier); Korporal (Unteroffizier); Oberschütze. Letzte drei – erste Reihe: Oberfeldwebel; Unterfeldwebel (der Regulären); Unterfeldwebel. Letzte drei – zweite Reihe: Korporal-Major (Panzertruppe); Korporal (Unteroffizier der Kavallerie); Oberschütze (Marokkanische Schützen). Französische Luftwaffe Stärke der l’Armee de l’Air Die Luftverteidigung Frankreich und seinen überseeischen Provinzen lag in der Hand von fünf Luft-Regionen (Dijon, Paris, Tours, Aix-en-Provence und Nordafrika), von denen jede in zwei Bezirke aufgeteilt war. Die größten fliegenden Verbände waren die Luftwaffen-Divisionen und selbständigen Luftwaffen-Brigaden. Eine Luftwaffen-Division hatte zwei oder drei Brigaden mit je zwei oder drei Staffeln. Die Stärke am Vorabend des 2. Weltkrieges waren 1.114 Jagdflugzeuge, 1.002 Bomber und 800 Aufklärer mehr …

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