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  • GI mit Garand

    Amerikanisches automatisches Gewehr US rifle cal.30, Garand M1. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Garand M1 US rifle cal.30 Typ: automatisches Gewehr Geschichte In der Regel wird als das wesentliche Einzelstellungsmerkmal für die Rifle, Caliber .30, M1 (Gewehr, Kaliber .30, M1), allgemein bekannt unter dem Namen Garand, behauptet, dass es das erste Selbstladegewehr war, das für den Militärdienst zugelassen wurde. Diese erfolgte im Jahr 1932, aber es kam zu einer deutlichen Verzögerung, bevor das Gewehr zum praktischen Truppengebrauch kam, da es einige Zeit in Anspruch nahm, die komplexen Produktionsprozesse vorzubereiten, welche diese Konstruktion erforderte. Allerdings ist das Einzelstellungsmerkmal genaugenommen nicht ganz richtig, da die zwar militärisch ziemlich unbedeutende Armee Mexikos trotzdem bereits im Jahr 1911 das vom mexikanischen General Manuel Mondragon gebaute Mondragon-Selbstladegewehr in ihre Ausrüstung aufnahm, jedoch nicht als Standardbewaffnung. Die automatische Waffe, die das Springfield M1903-Gewehr ablösen sollte, war das M1 – bekannter als das Garand Gewehr. John C. Garand hatte die Arbeit an dieser Waffe schon 1920 begonnen. 1929 war sein Entwurf der einzige, der eine Reihe harter Tests überstanden hatte. Entwicklung und Verfeinerung dieses Entwurfes wurden weitergeführt und 1936 wurde es offiziell als die Standard-Waffe der amerikanischen Armee akzeptiert. Die Verantwortung für diese wirklich weitsichtige Entscheidung trug General MacArthur, der damalige Stabschef der amerikanischen Armee. Was immer MacArthur danach getan oder unterlassen haben mag – allein für diese eine Entscheidung gebührt ihm der Dank des Vaterlandes. Das Garand war keineswegs perfekt – das perfekte automatische Gewehr gibt es nämlich bis heute nicht -, aber es bewies, dass es möglich war, ein brauchbares automatisches Gewehr zu produzieren, und dass die Soldaten, die mit einem solchen Gewehr ausgerüstet waren, keineswegs ihre gesamte Munition in den ersten zwei Minuten des Kampfes verschießen mussten. Diese Vorstellung nämlich war es, welche verantwortlichen Militärs geplagt hatte, seit ihnen zum ersten Mal eine derartige Waffe vorgeführt worden war. Und es zeigte sich, dass die Mechanik einer automatischen Waffe auch dem Durchschnitts-Soldaten schnell vertraut wurde – auch daran zweifelten nämlich viele hohe Militärs zunächst. So lässt sich sagen, dass das, was General Patton einmal sagte, durchaus seine Berechtigung hat: ‘Das Garand-Gewehr ist die beste Kampfwaffe, die jemals erfunden wurde !’. Funktion Die Funktion des Garand-Gewehrs ist recht einfach, bei ihrem Anblick musste man sich wirklich fragen, warum sie nicht fünfzig Jahre früher erfunden worden sei. Doch wie alle einfachen Dinge brauchte es eben seine Zeit, bis die Funktion wirklich einfach und zuverlässig war. Der Verschluss drehte sich auf einer Achse, ähnelte sonst aber weitgehend dem Verschluss eines Zylinderschloss-Gewehrs. Betätigt wird er durch einen Stab, der mit einem Zapfen versehen ist. Der Zapfen hakt am Verschluss fest und verschwindet beim Schuss im Holz des Schaftes. Der Stab ist mit einem Gaszylinder unter dem Lauf verbunden und trägt auch die Rückholfeder. Diese Feder hat auch die Aufgabe, auf die Patronen im Magazin zu drücken, damit eine im Lauf liegt, sobald der Verschluss zurückschnellt War ein Schuss abgefeuert worden, wurde das Gas, das die Kugel durch den Lauf trieb, durch eine winzige Öffnung nahe der Mündung gedrückt und in den Gaszylinder geleitet. Hier drückte es auf die Spitze des beweglichen Stabes. Er wurde zurückgedrückt und durch seine Verbindung mit dem Schloss-Zapfen und durch die übereinstimmend geformten Nocken-Oberflächen drehte sich der Verschluss, schnellte zurück und warf die Patronenhülse aus. Am Ende des Verschlussrücklaufes dehnte sich die Rückholfeder, die durch den Druck des beweglichen Stabes gespannt worden war, wieder aus. Sie schob den Verschluss nach vorn, die Patrone wurde aus dem Magazin in den Lauf gedrückt, und mit der letzten Bewegung wurde der Verschluss für den nächsten Schuss gespannt. Alles, was der Schütze noch zu tun hatte, war zu zielen und abzudrücken. Das Magazin wurde mit einem Einsteck-Rahmen, der acht Schuss enthielt, geladen. In den Augen vieler höherer Militärs war dieser Rahmen der einzige Nachteil des Garand-Gewehrs; denn der Rahmen musste vollgefüllt in das Magazin geschoben werden. Hier gab es nicht – wie beim manuell bedienten Gewehr – die Möglichkeit, einzelne Patronen ins Magazin zu schieben. Der Rahmen wurde komplett eingeschoben, die Patronen wurden nicht wie beim nicht-automatischen Gewehr herausgezogen. Stattdessen schob der Verschluss im Magazin die Patrone in den Lauf, sobald sie benötigt wurde. War der letzte Schuss aus dem Magazin verfeuert, wurde der leere Rahmen automatisch ausgeworfen, der Verschluss blieb so lange zurückgedrückt, bis der neue Rahmen eingeschoben worden war. Es war jedoch immer erforderlich, ein komplettes Magazin einzuschieben. Im Gegensatz zu den meisten anderen Konstruktionen dieser Art galt beim Garand-Gewehr die Parole: ‘Alles oder nichts !’. Es war also nicht möglich, nur ein oder zwei Patronen nachzuschieben. Der andere Nachteil war das heraus fliegende leere Magazin. Es flog ein, zwei Meter durch die Luft, und wenn es dann auf harten, beispielsweise vereisten Boden flog, war das zu hören. Ein alarmierter Feind konnte dann – in dem sicheren Wissen, dass sein Gegner momentan nicht in der Lage war auf ihn zu schießen – praktisch ohne jede Gefahr für sich auf ihn feuern. Diese Probleme konnten bei den amerikanischen M1 auch bis 1957 nicht behoben werden, als die US-Armee das Gewehr M14 als Nachfolger einführte, welches praktisch ein überarbeitetes M1 Garand mit einer erhöhten Munitionskapazität war. Bei einigen anderen Armeen, unter anderem in der Türkei, wird das M1 Garand immer noch verwendet. Deshalb sollen auch nicht die Erfahrungen eines aktuellen Nutzers verschwiegen werden, welcher an dieser Waffe ausgebildet wurde, wobei aber unklar ist, ob hier spätere Modifikationen erfolgten: Wenn der Verschluss nach ganz hinten gebracht wird, kann auch ein halb-leerer Patronen-Clip wieder geladen werden. Auch kann ein Clip reingeschoben werden und dann nachgeladen werden. Der Hebel ist am Verschluss und muss nach hinten gezogen werden, bis er einrastete. Die Daumen sind immer in Gefahr, denn mit ihnen wird der Clip reingeschoben. Das verräterische Geräusch kommt vom Auswerfen es Clips, dieses ist sehr laut. Da der Nutzer hier aber nicht auf harten Boden geschossen hat, kann er die Geräuschkulisse dafür nicht beurteilen. Ein gleiches Geräusch kann man leicht simulieren, wenn man mit einem leeren Clip an den Lauf schlägt. Wenn man nun mit geladener Waffe wartet, dass mehr …

  • Russische Infanterie mit einem BT-7 Panzer

    Stärke und Organisation der russischen Streitkräfte 1939. Die Rote Armee, Luftwaffe und Flotte im Winterkrieg gegen Finnland. Die Rote Armee zu Beginn des Zweiten Weltkriegs In den Jahren 1939 bis 1940 befanden sich die russischen Streitkräfte in einer Phase des Umbruchs. Neue Waffen und taktische Ideen wurden entwickelt, aber eine fehlgeleitete und häufig lähmende zentrale Kontrolle verhinderte jeden Sinn für Initiativen und Eigenverantwortung, und so wurden wichtige Fortschritte in einem Bereich sich oft selbst überlassen. Die ausgezeichneten Fortschritte, welche zum Beispiel beim Panzerbau gemacht wurden, wurden wieder zunichtegemacht durch das Fehlen eines effektiven Funk-Nachrichtensystems, ohne welches Panzereinsätze stark eingeschränkt waren. Der unheilvolle Einfluss von Stalin auf die sowjetischen Streitkräfte während der 30er Jahre gipfelten in den großen Säuberungen von 1938, die das Offizierskorps erheblich dezimierten. Fast zwangsläufig wurden die fähigsten und innovativsten Offiziere durch die Säuberungen dahingerafft, was ein wesentlicher Faktor für die schwache Leistung der Roten Armee im Winterkrieg von 1939 gegen Finnland war. Es wurde geschätzt, dass die russischen Verluste sich auf etwa 200.000 Mann in diesem kurzen Feldzug beliefen. Zu dieser Zeit war im Westen so gut wie gar nichts über die Rote Armee der Arbeiter- und Bauernklasse bekannt. Rund zwanzig Jahre der Isolation haben viel von dem verschleiert, was in der Sowjetunion vorgegangen war. Organisation der Roten Armee Die Leitung über die Rote Armee hatte das Volkskommissariat für Verteidigung und der Oberbefehlshaber der Sowjetunion, K. E. Woroschilow. Entscheidungen wurden in Absprache mit dem Rat für Arbeit und Verteidigung und dem achtzigköpfigen Kriegsrat getroffen. Dem Befehlshaber von Woroschilow unterstand der Generalstab, der in sieben Abteilungen aufgeteilt war: Operationen, Organisation, Eisenbahnen, Geheimdienst und Aufklärung, Mobilisierung, Flugabwehr und Topografie. Vier Stellvertreter waren für Rüstung, Land-, Luft- und Seestreitkräfte verantwortlich. Die Armee war im Wesentlichen eine stehende Armee, die von einem professionellen Kader geführt wurde, aber sie basierte auf der Wehrpflicht für die Masse ihres Personals. Männer konnten für einen Zeitraum von 22 Jahren – vom 20. bis zum 41. Lebensjahr – zum Militärdienst herangezogen werden. Ein Wehrpflichtiger diente drei bis vier Jahre in den aktiven oder Kader-Truppen, abhängig von der Waffengattung. Anschließend trat er der Reserve bei. Vom 27. bis zum 35. Lebensjahr gehörte der I. Reserve an und vom 35. bis 41. Lebensjahr der II. Reserve. Die Friedensstärke der Roten Armee wurde auf 1,8 Millionen Mann geschätzt, während sie eine Stärke von bis zu 11 Millionen Mann bei der Mobilisation erreichen konnte. Die Sowjetunion war in 13 Militärbezirke und 2 Militärkommissariate eingeteilt. Jeder von diesen hatte unter seinem Befehl unabhängige schwere Artillerie, motorisierte mechanische Korps, Flieger-, Pionier- und technische Truppen sowie alle Einheiten und Einrichtungen der Feldarmee unter seiner Zuständigkeit. Die Feldarmee bestand aus: 35 Schützen-Korps (Infanterie) mit etwa 100 Schützen-Divisionen, einschließlich 23 Territorial-Divisionen, 7 Kavallerie-Korps mit 32 Kavallerie-Divisionen, 12 unabhängige Kavallerie-Divisionen, 5 Panzer-Korps mit 10 Panzer-Brigaden, 1 motorisierte Schützen-Brigade. Ein Schützen-Korps bestand aus drei bis vier Schützen-Divisionen, einem Regiment Korps-Artillerie, Pionier-, Brückenbau- und Fernmelde-Bataillonen, sowie einer Flugzeug-Staffel. Große Bedeutung wurde der Artillerie beigemessen und die Rote Armee experimentierte mit starken Massierungen, die in der Lage waren, einen massiven Beschuss auf bestimmte Ziele durchzuführen. Diese Erfahrungen wurden in den späteren Phasen des Zweiten Weltkriegs voll ausgeschöpft. Die Artillerie war in 140 leichten Artillerie-Regimentern organisiert, jedes mit einem Regimentsstab, einer Stabs-Batterie, einer Flugabwehr-Batterie und drei bis vier Bataillonen mit jeweils drei bis vier Batterien zu je drei oder vier Geschützen. Es gab 35 schwere Artillerie-Regimenter, welche durch Traktoren gezogen wurden und über 150-mm-Geschütze und Haubitzen verfügten. Weitere 20 Artillerieregimenter wurden vom Oberbefehlshaber in Reserve gehalten. Flugabwehr-Bataillone waren ebenfalls motorisiert und mit Kanonen von der 40-mm Vickers M18 bis zur 105-mm Leningrad M1934 Flak ausgerüstet. Während der Jahre zwischen den Weltkriegen begann die sowjetische Industrie, immer mehr gepanzerte Kampffahrzeuge zu liefern. Diese wurden von der Roten Armee, teils nach britischem Vorbild aus dem Ersten Weltkrieg, in große und unabhängige Panzerformationen zusammengefasst. Die Rote Armee setzte noch in erheblichem Maße auf Kavallerie, da in dem großen Land weite Entfernungen mit nur einem schlechten Straßen- und Schienennetz überbrückt werden mussten, und die sowjetische Industrie nicht in der Lage war, die riesige Armee mit genügend Fahrzeugen auszustatten. Grundsätzliche Verbände der Roten Armee 1939: Bestand an Panzerkampfwagen in der Roten Armee 1939: Bestand an Panzerspähwagen in der Roten Armee 1939: 2.594 Stück Bestand an Panzerspähwagen in der Roten Armee 1940: 4.819 Stück hier zur Rote Armee beim Unternehmen Barbarossa 1941 Kriegsgliederung der Roten Armee im Winterkrieg 1939/40 Kriegsgliederung an der finnischen Front: Gesamtstärke der sowjetischen Streitkräfte gegen Finnland: 600.000 Soldaten, 32 Divisionen, 1.200 Panzer. 696 Flugzeuge aufgeteilt zwischen den Armeen, sowie 300 mehr in Estland stationiert. 2 Schlachtschiffe, 1 Kreuzer, 9 Zerstörer, 16 kleinere Kriegsschiffe, 11 U-Boote von der Ostseeflotte und der Polarflotte (Murmansk). Rote Luftwaffe 1939 Während der 20er und 30er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts machte die sowjetische Regierung erhebliche Anstrengungen, um eine große und moderne Luftwaffe aufzubauen. Jedoch waren die Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Entwürfen und Maschinen sowie Materialien für die Massenproduktion von Flugzeugen enorm. Um den Mangel an Piloten und Mechaniker zu überwinden, steckte die Regierung Gelder in die Freiwilligen-Organisation Osoaviakhim (Gesellschaft zur Unterstützung der Verteidigung, Luftfahrt und Schutz vor chemischen Angriffen). Bald nach ihrer Gründung im Jahr 1927 hatte diese 3 Millionen Mitglieder, eine Zahl die bis 1936 auf 13 Millionen angestiegen war. Flug-Klubs wurden gegründet, um Piloten, Mechaniker und Fallschirmspringer heranzuziehen und bis 1940 kamen alle Freiwilligen der Roten Luftwaffe von dort. Jedoch war der Mangel an Fluglehrern, Hilfsmitteln und Flugzeugen in den Flug-Klubs zu groß, sodass die Vorbildung der zukünftigen Soldaten sehr gering war und so wurde schließlich beschlossen, die Rekruten der Luftwaffe aus den jährlichen Wehrpflichtigen auszuwählen. Zwischen 1935 und 1937 wurden 3.576 Flugzeuge gebaut, darunter ein großer Anteil viermotoriger Bomber, aber um so mehr die Produktionszahlen anstiegen, desto geringer wurde die Qualität, da der technische Standard der russischen Luftfahrtindustrie hinter denjenigen der mehr fortgeschrittenen Industrienationen zurückfiel. Die Rote Luftwaffe hatte ihre ersten praktischen Einsatzerfahrungen im Spanischen Bürgerkrieg erhalten, welche zu einigen organisatorischen und taktischen Veränderungen führte, aber erst die traumatischen Erfahrungen im Winterkrieg gegen Finnland (wo etwa 1.000 russische Flugzeuge verloren gingen) zeigten mehr …

  • Einmarsch deutscher Soldaten in die entmilitarisierte Zone des Rheinlandes

    Die Organisation der Wehrmacht, des Generalstabes, des Dritten Reich und der NSDAP sowie Kräftebilanz des Großdeutschen Reich im Zweiten Weltkrieg. hier zu Teil I über die Wehrmacht Organisation der Wehrmacht Im März 1939 wurde die operative Führung der deutschen Streitkräfte unter dem Dach des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) vereinigt, deren Chef Generaloberst Keitel war. Die Leitung des Heeres unterlag dem Oberkommando des Heeres (OKH), welches ebenfalls über einen Generalstab verfügte. Während der Krise in der Schlacht um Moskau im Dezember 1941 übernahm Hitler auch persönlich dieses Oberkommando von dessen bisherigen Oberbefehlshaber von Brauchitsch und griff zunehmend in den Tagesablauf des Krieges – bis teilweise in die kleinsten Details – ein. Spitzengliederung der wichtigsten Bereiche der Wehrmacht und im Dritten Reich Spitzengliederung: Der Generalstab im Dritten Reich Die Beziehungen zwischen dem deutschen Generalstab zur Zeit des Dritten Reich von 1933 bis 1945 und Hitler sind äußerst komplex und widersprüchlich. Nach einigen Meinungen verdankte Hitler seinen Aufstieg und die Machtergreifung im Wesentlichen den deutschen Generalen und dem Generalstab, welche zynisch unter Schleicher hofften, ihn kontrollieren und auszunutzen zu können. Auf der anderen Seite entstand der einzige, ernsthafte Widerstand gegen das Nazi-Regime aus Kreisen der deutschen Streitkräfte, dessen Höhepunkt das Stauffenberg-Attentat mit dem nachfolgenden Putschversuch am 20. Juli 1944 war. Im deutschen Heer gab es die bedeutendste Opposition gegen Hitler und seine Pläne als in jedem anderen Teil der Gesellschaft. Der Generalstab war in erster Linie mit Hitler nur in der Frage der Aufhebung der Beschränkungen des Versailler Vertrages und der Wiederbewaffnung vereint, stand aber in fast allen Fragen der Militärpolitik und Strategie in ständiger Opposition zu ihm seit 1933. Auf der anderen Seite haben in kritischen Momenten Generale wie Blomberg, Reichenau und Jodl die entscheidende Unterstützung für Hitler gegeben. Und der Generalstabsoffizier Kurt von Schleicher eröffnete, wenn auch unbeabsichtigt, Hitler erst den Weg zur Machtergreifung. Nachdem Hitler von Hindenburg am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt worden war, setzte er Generalleutnant Werner von Blomberg zum Reichswehrminister ein. Blomberg wurde gleichzeitig zum General der Infanterie befördert und der ebenfalls den Nationalsozialisten zugetane Generalstabsoffizier Walther von Reichenau wurde zum Chef des Ministeramtes ernannt. Es folgte der Reichstagsbrand, die Ausschaltung der Kommunistischen Partei und das Ermächtigungsgesetz, welches die Grundlage der zwölfjährigen Nazi-Herrschaft über Deutschland legte und Hitler den Titel ‘Führer’ einbrachte. Anschließend wandte er sich der Reichswehr zu, um sich ihrer Treue und Unterstützung zu versichern. Dies war sehr erfolgreich, da die Mehrheit der Offiziere Hitlers öffentlich publizierte Ziele unterstützten, die Beschränkungen des Versailler Vertrages aufzuheben, obwohl sie weiterhin die Nazi-SA-Schlägertruppe und den ‘Gefreiten aus dem Weltkrieg’ verachteten. Dafür wurde er allerdings gerade von der Mehrzahl der jüngeren Offiziere im Leutnants- oder Hauptmanns-Rang umso mehr bewundert. Hitler genehmigte einen Plan zur heimlichen Erweiterung der Reichswehr auf bis zu 21 Divisionen innerhalb von drei Jahren und als die ehemaligen Alliierten des Ersten Weltkriegs Deutschlands Forderung auf militärische Gleichberechtigung zurückwiesen, trat Deutschland am 14. Oktober 1933 aus dem Völkerbund aus. Etwa zur gleichen Zeit wurden mit der Zustimmung von Hitler durch Blomberg zwei wichtige Personalentscheidungen gefällt. So wurden zum einen am 1. Oktober 1933 Generalleutnant Ludwig Beck zum neuen Chef des Truppenamtes ernannt. Das Truppenamt erfüllte bei der Reichswehr die Funktion der von den Alliierten nach dem Ersten Weltkrieg erzwungen Auflösung des großen Generalstabs. Kurze Zeit später wurde zum Zweiten der noch ziemlich junge Oberst Friedrich Fritz Fromm im Alter von 45 Jahren zum Chef des neuen ‘Allgemeinen Heeresamt’ ernannt. Beck und Fromm wurden zu denjenigen, welche die Entstehung der neuen Wehrmacht in den nächsten Jahren leiteten Am 1. Februar 1934 wurde Generalleutnant Werner Freiherr von Fritsch neuer Chef der Heeresleitung, welcher ein brillanter und geistig gebildeter Generalstabsoffizier war. Allerdings hatte er keinen starken Charakter, was zu entschlossener Führung in Krisen notwendig gewesen wäre. Er unterstütze Hitlers Ziele der Wiederbewaffnung und dachte, die Generale hätten die Macht, Hitlers Herrschaft im Notfall ein Ende setzen zu können. Auch war er hauptsächlich damit beschäftigt, zu verhindern, dass Röhm die Pläne verwirklichen konnte, Reichswehr und SA zu einer neuen, gemeinsamen Streitmacht zu vereinigen. Selbst den Nazis zugeneigte Spitzengenerale wie Blomberg und Reichenau konnten sich nicht vorstellen, in einer gemeinsamen Streitmacht mit den SA-Schlägertrupps und homosexuellen Genossen von Röhm zusammenzuarbeiten. Hitler kannte dies ausgeprägte Gegnerschaft der Reichswehr zur SA und wollte es sich nicht mit den Generalen verderben und so beschloss er die SA zu opfern. Es ist nicht bekannt, inwieweit die führenden deutschen Generale davon Kenntnis hatten, was geschehen würde. Sicher ist aber, dass Fritsch etwas ahnte, da er bereits am 25. Juni 1934 das Heer in Alarmzustand versetzte. Am 30. Juni begann das zweitägige Morden, dem neben Röhm auch der General von Schleicher und dessen Frau zum Opfer fielen. Die genaue Anzahl der Ermordeten ist nur schwer festzustellen, aber im Prozess von 1957 gegen die SS-Mörder wurde von mehr als eintausend Opfern ausgegangen. Während der ganzen zwei Tage der amtlichen Vogelfreiheit blieben die alarmierten Truppen in den Kasernen und Reichswehrminister von Blomberg gratulierte dem Führer am 2. Juli in einem Tagesbefehl zu der Aktion. Nur der alte, kaiserliche Feldmarschall von Mackensen und der ehemalige Chef der Heeresleitung, General Hammerstein-Equord, protestierten offen, dass das Heer öffentlichen Massenmord duldete. Am 2. August 1934 starb der schon kranke Reichspräsident von Hindenburg und am nächsten Tag ließ Blomberg alle Offiziere der Wehrmacht einen Treueid persönlich auf Hitler schwören und nicht wie üblich, auf das Amt des Reichspräsidenten oder auf das Deutsche Reich. Nun war die beginnende Wiederbewaffnung Deutschlands zum Fakt geworden und die Alliierten beließen es bei Protesten. Am 16. März 1935 kündigte Hitler die militärischen Beschränkungen des Versailler Vertrages auf und das Truppenamt wurde wieder zum deutschen Generalstab, mit Beck als Chef. Das neue Heer sollte laut Hitler 550.000 Soldaten in 36 Divisionen umfassen. Dagegen hatte Beck jedoch bedenken und nahm an, dass dieses Ziel erst Anfang der 1940er Jahre erreicht werden könnte, da es nicht genügend ausgebildete Offiziere für ein so großes Heer aus Wehrpflichtigen geben würde und die Männer dann nur Kanonenfutter wären. Hitler schob diese Bedenken erstmals mit später immer öfter auftretenden Bemerkungen beiseite, dass es genügend Männer mehr …

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