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Im Blickpunkt:
  • Torgau an der Elbe am 25. April 1945

    Zweiter Weltkrieg, Zusammenfassung des Verlaufs von 1943 bis 1945 mit der Besiegung der Achsenmächte durch die Alliierten (Teil III). Hier zu Teil II: Zweiter Weltkrieg Verlauf 1941-42. Heimatfront Deutschland Unter der Leitung des neuen Rüstungsministers Speer gab es verspätet seit 1942 einen gewaltigen Anstieg der deutschen Rüstungsproduktion, welche 1944 ihren Höhepunkt erreichte. Dies änderte jedoch nichts an der zunehmenden materiellen Überlegenheit der Alliierten, insbesondere durch die ‘Rüstkammer’ Nordamerikas, welche die hohe sowjetische Rüstungsproduktion noch durch Nachschublieferungen über die Arktis-Konvois und den besetzten Iran im Rahmen des Lend-LeaseAbkommens ergänzte. Dazu beherrschten die Alliierten seit 1943 zunehmend auch den Luftraum uneingeschränkt, wodurch die deutschen Städte durch ununterbrochene Bombenangriffe bei Tag durch die B-17 Fliegenden Festungen der Amerikaner und bei Nacht durch die Lancaster-Bomber der Briten in Trümmern gelegt wurden.   Der bisher so erfolgreiche und für die Invasionspläne der Alliierten zunehmend gefährlichere U-Boot-Krieg in der Schlacht im Atlantik brach auch schlagartig im Sommer 1943 zusammen, als immer mehr und bessere Radargeräte, Anti-U-Boot-Waffen, Geleit-Flugzeugträger und Seeraum-Überwachungsflugzeuge bei Briten und Amerikanern zum Einsatz kamen. Nach der Katastrophe von Stalingrad beschwor Propagandaminister Joseph Goebbels im Februar 1943 den ‘Totalen Krieg’, um die letzten Reserven zu mobilisieren, aber der Belagerungsring um die ‘Festung Europa’ schloss sich immer enger. Alliierte Invasionen Im Mai 1943 musste in Tunesien die deutsch-italienische Panzerarmee Afrika kapitulieren, was die Verluste in Stalingrad noch übertraf. Anschließend landeten Briten und Amerikaner am 10. Juli 1943 auf Sizilien und am 9. September im Golf von Salerno südlich von Neapel. Als Folge ging Italien durch einen Umsturz in das Lager der Feinde über und musste von nun an auch durch deutsche Divisionen als besetztes Land verteidigt werden. Hinzu kamen die großen italienischen Besatzungszonen auf dem Balkan und in der Ägäis, welche nun durch ihre Übernahme zusätzliche deutsche Kräfte banden. Es folgte ein langsamer und zäher alliierter Vormarsch über die nächsten anderthalb Jahren nach Norden, aufgehalten von den deutschen Truppen vor allem in der Schlacht von Monte Cassino an der Gustav-Linie. Die bisherigen Landungen der Westalliierten in Französich-Norwestafrika, anschließend auf Sizilien und dann auf dem italienischen Stiefel waren auch schon Erprobungen für die ‘große Invasion’ in der Normandie am 6. Juni 1944. Zwar wurde der in der deutschen Propaganda immer lauthals propagierte ‘Atlantikwall’ schnell überwunden, die anschließenden Kämpfe auf der Contentin-Halbinsel zogen sich gegen eine zähe deutsche Verteidigung aber länger als geplant hin. Im August 1944 gelang schließlich der Ausbruch aus dem Landekopf und bis zum Herbst standen die Westalliierten an den Reichsgrenzen. Zwar scheiterte eine alliierten Luftlandung bei Arnheim zur Eroberung der Rheinbrücken, um den Krieg noch 1944 siegreich zu beenden, was nicht zuletzt an einer zunehmenden Selbstüberschätzung auf alliierter Seite und einer Unterschätzung der noch vorhandenen deutschen Widerstandskraft lag.   Ende des Jahres versuchte Hitler im Rahmen der sogenannten ‘Ardennen-Offensive’ den Coup von 1940 im Westen zu wiederholen. Nach anfänglichen Erfolgen gegen überraschte Amerikaner blieb die Offensive jedoch schnell im Schnee der hügeligen Ardennen, an mangelnden Treibstoff, alliierter Beherrschung des Luftraums mit Jagdbombern nach dem Aufklaren des Wetters und an der schier zahlenmäßigen Überlegenheit des Gegners liegen.   In der Bevölkerung herrschte immer noch die Hoffnung, daß die angekündigten neuen ‘Wunderwaffen’ die Kriegswende bringen werden, nachdem die zwar spektakulären Raketengeschosse V-1 und V-2 allerdings nur wenig wirksame Erfolge vorzuweisen hatten. Das Dritte Reich konnte jedoch neben den Me 262 Düsenjägern und Arado-Blitz-Düsenbombern nach 1944 keine weiteren ‘Wunderwaffen’ mehr zum operativen Einsatz bringen. Im Frühjahr 1945 erreichten Amerikaner, Briten und Franzosen den Rhein auf seiner gesamten Länge, überschritten ihn erstmals durch die überraschende Einnahme der Brücke von Remagen am 7. März 1945 und kesselten die Heeresgruppe B von Model im Ruhrgebiet ein. Damit endete eine wirksame Verteidigung im Westen und die alliierten Armeen drangen bis zur Elbe vor, wo sie anhielten, da dies die vereinbarte Demarkationslinie mit den Sowjets war. Widerstand Es gab zwischenzeitlich auch noch einen letzten Versuch des schon seit längerem aktiven deutschen militärischen Widerstandes, das Nazi-Regime durch die Ermordung Hitlers zu beenden und den Zweiten Weltkrieg, trotz der alliierten Forderungen nach der ‘Bedingungslosen Kapitulation’, in einem für Deutschland erträglichen Zustand zu beenden. Das Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler in der Wolfsschanze in Ostpreußen durch Oberst Claus von Stauffenberg scheiterte jedoch, zusammen mit dem nachfolgenden Putschversuch der Verschwörer in Berlin.   Hitler nahm blutige Rache in entwürdigenden Schauprozessen vor Freislers Volksgerichtshof und tausende tatsächlicher oder scheinbarer Oppositionelle des Regimes wurden hingerichtet. Neben Marxisten, christlichen Gewerkschaftern, Theologen der katholischen und evangelischen Kirchen, Diplomaten, Offiziere und Geheimdienstler gehörten auch so prominente Namen wie der Feldmarschall Erwin Rommel dazu. Ab diesem Tage wurde der Krieg unter schweren Verlusten nur noch dazu geführt, die unvermeidliche Niederlage Deutschlands und das Ende für seine Nazi-Führung hinauszuzögern. Die Sowjets marschieren nach Berlin Nach einem vorübergehenden, großen Sieg bei Charkow durch von Manstein im Anschluss an die schwere Niederlage von Stalingrad Anfang des Jahres 1943, versuchte Hitler im Sommer noch einmal in der Panzerschlacht von Kursk die Initiative an der Ostfront zurückzugewinnen. Dies scheiterte aber und nicht zuletzt deshalb, weil die Briten mit Ultra den gesamten deutschen Operationsplan entschlüsselt und den Sowjets zugespielt hatten.   Bereits während des Winters 1943/44 gelang es den Sowjets ihrerseits die wirtschaftlich bedeutende Ukraine zurück zu erobern. Sie hatten zwar hohe Verluste, drängten die deutschen Truppen unter von Manstein langsam aber sicher bis auf die polnischen und rumänischen Vorkriegsgrenzen zurück. Anschließend gelang es der Roten Armee im Sommer 1944 praktisch die gesamte deutsche Heeresgruppe Mitte zu vernichten, eine Katastrophe welche alle bisherigen Niederlagen dieser Art zusammengenommen in den Schatten stellte. Die Russen erreichten Ostpreußen und die deutschen Verbündeten an der Ostfront – Finnland, Rumänien und die Slowakei – fielen einer nach dem anderen ab. Nur die Ungarn teilten – eher unfreiwillig – das Schicksal von Hitlers Tausendjährigem Reich bis zum letzten Tag.   Das letzte Kriegsjahr begann dann mit der sowjetischen Offensive am 12. Januar 1945 von Ostpreußen bis zur Weichsel. Die bis zuletzt hinausgezögerte Evakuierung der deutschen Ostprovinzen resultierte in entsetzlichen Opfern unter der Zivilbevölkerung bei der Flucht im eisigen Winter und durch aufgestachelte, rachedurstige Sowjetsoldaten. Im April 1945 erfolgte die letzte sowjetische mehr …

  • Aufgehängter Major

    Endkampf, Kriegsgefangenschaft und Dokumente. Bilder vom Endkampf sowie Dokumente aus der Kriegsgefangenschaft und NS-Zeit. Endkampf, Kriegsgefangenschaft und Dokumente In der letzten Kriegsphase in Deutschland bestand der Rest der 214.Infanterie-Division aus einem Bataillon, was zur Wiederaufstellung verwendet werden sollte. Dazu kam es jedoch nicht mehr und die Soldaten wurden in die letzten Kämpfe der Heeresgruppe Mitte verwickelt. Polnische Soldaten im April 1945 in Deutschland (Archivfoto). Die polnische 2. Armee deckte die südliche Flanke der auf Berlin vorstoßenden russischen Armeen. Zwischen dem 25. April und 6. Mai 1945 griff die Heeresgruppe Mitte aus dem Raum Bautzen in Richtung Cottbus-Berlin die Flanke der polnischen Armee an und zwang diese vorübergehend nach Norden auszuweichen. In diesen letzten Kämpfen ist der Großvater des Autors am 30. April 1945 mit seiner Einheit in polnische Kriegsgefangenschaft geraten. Seiner Beschreibung nach haben sich die polnischen Soldaten zumeist anständig gegenüber den deutschen Kriegsgefangenen verhalten.     Eine NS-Abmahnung vom November 1943 oder 1944 an die Großmutter des Autors in Frankfurt: Nach Durchsicht der Sammellisten musste ich leider feststellen, dass Sie den Sinn des Opfersonntages immer noch nicht begriffen haben. Der gezeichnete Betrag von 30 oder 50 Pfennigen ist kein Opfer, sondern nur ein lächerliches Trinkgeld. Ich erinnere nur an die Stalingradkämpfer, sowie die Väter, Söhne und Brüder, die an der Front stehen und ihr Leben opfern für uns in der Heimat sowie für Deutschlands Zukunft. Aus diesem Grunde richte ich an Sie, Volksgenossen, diese Mahnung und hoffe, dass auch Sie sich der Volksgemeinschaft nicht ausschließen und am Opfersonntag auch wirklich ein Opfer geben – denn es geht um ‘Sein oder Nicht’ sein. Heil Hitler, gez. Becker, Zellenleiter Erläuterung des Autors: Eine Abmahnung als Volksgenosse konnte man bei sogenannten Verstößen gegen die Volksgemeinschaft erhalten. Dazu zählten der Einkauf in jüdischen Geschäften, zu geringe Spendenbereitschaft, als Vermieter zu wenig Wohnraum zur Verfügung zu stellen u.s.w. Im nationalsozialistischen Staat stand das Recht der Gemeinschaft über dem Recht des Individuums. Verstieß man nach der Abmahnung ein weiteres Mal gegen die Volksgemeinschaft, so wurde der Fall an die Gestapo (Geheime Staatspolizei) abgegeben und konnte mit Gefängnis bestraft werden. In polnischer Kriegsgefangenschaft’ nennt sich das nur schwer leserliche Tagebuch des Großvaters des Autors von 1945 bis 1947. Hier ein Auszug vom 7. Mai 1946 aus Warschau, abends 10-11 Uhr: Alarm Garage – Werkstatt Explosion. Hatte den Abend Ohrenschmerzen. Machte ein Dampfbad und legte mich hin, habe dabei geschwitzt. Konnte nicht aufstehen. Als Hans(?) wegging und die Stube dunkel war, kam der Posten an mein Bett und gab mir FÜNF (5!) Kolbenstöße auf die Brust. Zeuge ist Josef Haldesheim. Anmerkung des Autors: Die Geschichte, welches das Tagebuch erzählt, ist auch ein ständiger Ärger mit polnischen Posten oder SS-Soldaten, welche ihre Entdeckung und Auslieferung an die Russen befürchteten, was zu einer unabsehbaren Kriegsgefangenschaft in Sibirien oder der Hinrichtung geführt hätte. Entlassungspapiere aus der Kriegsgefangenschaft: Deutsche Kriegsgefangene in alliierten Händen nach Kriegsende Während des Zweiten Weltkriegs waren deutsche Soldaten in einem Großteil Europas, der Sowjetunion, Nordafrika und auf den Weltmeeren im Einsatz. Nachdem sich das Kriegsglück mit der verlorenen Schlacht um Moskau im Dezember 1941 gegen Deutschland gewendet hatte, gerieten mehr und mehr deutsche Soldaten und schließlich auch Zivilisten in alliierte Kriegsgefangenschaft. Zur Zeit der deutschen Kapitulation, am 8. Mai 1945, standen etwa zwanzig Nationen im Kampf gegen Nazi-Deutschland, welche deutsche Kriegsgefangene hielten. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion hielten die überwiegende Mehrheit der elf Millionen Soldaten, die sich ergeben hatten oder im Rahmen der Gesamtkapitulation in alliierte Hände fielen. Ungefähr 5 Millionen wurden fast umgehend freigelassen, aber die letzten Kriegsgefangenen in der Sowjetunion sollten erst 1956 zurückkehren. Sowohl die westlichen Alliierten als auch die Sowjets begingen Verbrechen an den Kriegsgefangenen. Tausende von Kriegsgefangenen starben in amerikanischen Sammellagern und französischen Arbeitslagern. Kriegsgefangene in der Sowjetunion und in sowjetisch beherrschten Staaten, wie Polen oder Jugoslawien, traf es am schlimmsten. Sie wurden für verschiedene, harte Zwangsarbeiten mit nur wenig Verpflegung eingesetzt, dazu oft noch im rauen Klima Sibiriens. Dabei sind Hunderttausende vermutlich ums Leben gekommen. Neben der UdSSR überschreiten nur Polen und Jugoslawien die Zahl von über 50.000 umgekommenen, deutschen Kriegsgefangenen. Gräueltaten zwischen 1945 und 1953 Die Bedingungen für die Kriegsgefangenen waren in den einzelnen Staaten unterschiedlich. Gegen Kriegsende versuchten Millionen von deutschen Wehrmachtsangehörigen sich nach Westen abzusetzen, in der Hoffnung, sich den Amerikanern oder Briten und nicht der Roten Armee ergeben zu müssen. Da die Sowjetunion niemals die Genfer Konvention unterzeichnet hatte, unterlagen deutsche Kriegsgefangene dort nicht den Kriegsgesetzen (wie übrigens umgekehrt auch). Die Regelungen der Konvention verboten übermäßig harte Zwangsarbeit und legte eine Mindestzahl von Kalorien pro Tag und Mann fest. Auch die Amerikaner hebelten die Regelung für Kriegsgefangene vorübergehend aus, da sie nach der Kapitulation gefangen genommene deutsche Soldaten als ‘demobilisierte Truppen’ bezeichneten und nur mangelhaft versorgten. In der Sowjetunion wurden die Gefangenen zum Wiederaufbau des durch den Krieg zerstörten Landes eingesetzt. Viele wurden in die Holzfällerlager in Sibirien oder in den Bergbau im Ural geschickt. Das Lagerleben war im Allgemeinen hart. Ein junger Kriegsgefangener erinnerte sich daran, dass er täglich ‘brutalen Angriffen, Hunger, Krankheit und Kälte ausgesetzt war’. Erst 1948 verbesserte sich die Lage. Der deutsche Vernichtungskrieg hatte in Russland derartige Verwüstungen angerichtet, dass die sowjetische Propagandamaschinerie kaum Schwierigkeiten hatte, Hass auf die Deutschen zu schüren. Viele der Kriegsgefangenen, die in Gefangenschaft starben, waren mit ziemlicher Sicherheit Opfer von Racheakten, aber deren genaue Zahl kann nicht ohne weiteres ermittelt werden. Es ist jedoch eindeutig, dass die meisten Todesfälle nicht das Ergebnis irgend einer offiziellen Politik waren. Die meisten deutschen Kriegsgefangenen scheinen vor 1945 aufgrund ihrer schlechten Verfassung gestorben zu sein, in der sie in die Kriegsgefangenschaft geraten waren, z.B. nach den monatelangen Kämpfen um Stalingrad. Viele andere starben an Überarbeitung und weil die Sowjets den Kriegsgefangenen nicht genügend Versorgungsgüter zuteilten, da dies die Kriegsanstrengungen beeinträchtigt hätte. Nach dem Krieg wurden die verfügbaren sowjetischen Ressourcen wiederum ihrer eigenen Bevölkerung zugeteilt und die schlechten Nachkriegsernten verschlimmerte noch zusätzlich die Lage der Kriegsgefangenen. Bis 1947 war die häufigste Todesursache Dystrophine, eine Krankheit, die durch Unterernährung verursacht wurde. Darüber hinaus kam es bei Kriegsgefangene häufig vor, dass mehr …

  • 3D-Modell der 3,7-cm PAK 36.

    3,7-cm Pak 36, deutsche Standard-Panzerabwehrkanone zu Beginn des 2. Weltkrieges. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. 3,7-cm PAK 36 Typ: leichte Panzerabwehrkanone. Entwicklung Die 3,7-cm PAK 36 war die deutsche Standard-Panzerabwehrkanone bei Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die 3,7-cm PAK 36 war mehr oder weniger vergleichbar mit ihren Zeitgenossen und in der Lage mit den meisten Panzern dieser Tage fertig zu werden. Die Ursprünge von dem, was zur Pak 36 (Pak = Panzerabwehrkanone) wurde, können bis in das Jahr 1925 zurückverfolgt werden, als die Firma Rheinmetall ernsthaft mit der Entwicklung einer Panzerabwehrkanone für die Reichswehr begann. Eigentlich verbot der Versailler Vertrag Deutschland eine solche Waffe über dem Kaliber von 1,7 cm. Aber nach dem das besetzte Rheinland im Jahr 1925 geräumt wurde und die alliierte Kontrollkommission ihre Arbeit nicht mehr so ernst nahm, stand dem Projekt nicht mehr viel im Weg. Die Produktion der neuen Panzerabwehrkanone begann daher schon 1928 und da zu diesem Zeitpunkt das deutsche Heer noch nahezu vollständig vom Pferd als Zugmittel abhängig war, hatten diese Panzerabwehrkanonen Speichen-Räder. Zu seiner Zeit war es ein moderner Entwurf, welcher einen gut geformten Schutzschild für die Mannschaft hatte sowie ein röhrenförmiges, spreizbares Fahrgestell und einen langen und schlanken Geschützlauf. Zu Beginn war die Herstellung ziemlich begrenzt und nur 200 Stück wurden unter dem Namen TAK (Tank-Abwehrkanone) gebaut, aber nachdem Hitler 1933 an die Macht gekommen war, kräftig erweitert. 1934 wurden auch die ersten Panzerabwehr-Einheiten des deutschen Heeres gebildet. Zur Waffenfarbe dieser neuen Einheiten wurde Pink, genauso wie bei der ebenfalls neuen Panzertruppe. Um die Angehörigen von dieser zu unterscheiden, trugen diejenigen der Panzerabwehr-Einheiten auf den Schulterstücken ein großes ‘P’. Bei den später aufgestellten 14. Kompanien (Panzerabwehr) der Infanterie-Regimenter blieb die weiße Waffenfarbe der Infanterie bestehen. Im Jahr 1934 wurde eine Version mit Stahlrädern und pneumatische Reifen zum Transport angehängt an Kraftfahrzeugen von der Firma Rheinmetall in Düsseldorf entwickelt und die ersten Exemplare wurden nun als 3,7-cm Pak 35 bezeichnet. Dieses Modell konnte einfach und ohne große Probleme von der vierköpfigen Bedienungsmannschaft sogar über Gräben und Hügel gezogen werden und war daher sehr mobil. Allerdings konnte die Kanone noch weiter optimiert werden und dies geschah mithilfe von Waffenoffizieren des Heeres. Dieses Modell wurde zur eigentlichen 3,7-cm Pak 36. Die geringe Höhe und kurze Länge der Panzerabwehrkanone ermöglichte es auch, diese fast unsichtbar in kleinsten Stellungen einzugraben. Dazu konnte die obere Hälfte des Schutzschildes heruntergeklappt werden und die Kanone war praktisch nicht mehr vor dem ersten Schuss auszumachen. Die Mannschaft der Pak 36, welche einer Gruppe in einer Infanterie-Kompanie entsprach, bestand aus einem Unteroffizier als Gruppenführer, einem Kanonier (1), Ladekanonier (Kanonier Nr. 2) sowie den Kanonieren Nr. 3 und 4, welche für das Heranbringen der Munition verantwortlich waren. Dazu kamen zwei Fahrer, von welchen einer das Zugfahrzeug fuhr, während der andere für den angehängten Munitionswagen zuständig war. Die neue Kanone konnte drei verschiedene Granaten verschießen: panzerbrechende Munition, Explosivgeschosse gegen Infanterie und 1940 wurden noch Hartkerngeschosse gegen Panzer eingeführt. Im selben Jahr sah die Pak 36 auch erstmals bei Kampfhandlungen im Spanischen Bürgerkrieg, wo sich die kleine Kanone als großartig geeignet gegen die dortigen, nur relativ leicht gepanzerten Fahrzeuge herausstellte. Der Entwurf auf einem zweirädrigen und spreizbaren Fahrgestell war sehr effizient und höchst mobil und so wurde das Konzept weitverbreitet kopiert, insbesondere in den USA und Japan. Die Durchschlagskraft der Granaten hätte besser sein können, aber sie war ausreichend zu ihrer Zeit und dies wurde durch die große Mobilität mehr als ausgeglichen. Allerdings war schon in den letzten Monaten in Spanien auch festzustellen, dass die 37-mm-Pak nicht mehr die zu diesem Zeitpunkt auftretenden schweren Panzer bekämpfen konnte. Die Panzerabwehrkanone wurde bis 1939 in großen Zahlen exportiert und die Japaner kopierten sie als ihren Typ 97. Die japanische Firma Kyuyon Shiki Sanjuananana Miro Ho erwarb die deutsche Lizenz und baute sie für das japanische Heer nach. Bei den Italiener wurde sie als Cannone contracarro da 37/45 verwendet und auch an Holland, Estland, Finnland, Griechenland, Spanien, Tschechoslowakei und Türkei verkauft. Die Rote Armee verwendete die Pak 36 ebenfalls, da es zwischen der Firma Rheinmetall-Borsig AG und den Russen ein Lizenzabkommen gab auf der Grundlage der Zusammenarbeit zwischen Reichswehr und der Sowjetunion aus den Zwanziger Jahren. Während des Russland-Feldzuges wurden erbeutete russische Modelle sofort von der Wehrmacht weiter verwendet, da diese auch die deutschen 37-mm-Granaten verschießen konnten. Das russische Modell kann man an den Speichen-Rädern erkennen, welche besser für den Schlamm geeignet waren. Auch hielt der Entwurf als Vorlage für die amerikanische 37-mm M3 Gun her. Organisation Im letzten Friedensjahr verfügte die Wehrmacht über 51 Panzerabwehr-Einheiten, ohne die Ausbildungseinheiten in Wünsdorf und Berlin. Diese Panzerabwehr-Einheiten waren auf die verschiedenen Divisionen verteilt. Die Anzahl der Pak-Geschütze bei den Divisionen belief sich auf 75 bei Infanterie-Divisionen, 48 bei Panzer- und Gebirgs-Divisionen, 72 bei motorisierten Infanterie-Divisionen, 54 bei den Leichten Divisionen und 21 bei der Kavallerie-Brigade. Die Panzerabwehr-Einheit bestand in der Regel aus einem Stab, drei Kompanien und einer Ersatz-Kompanie mit 22 Offizieren, drei Beamten, 132 Unteroffizieren und 551 Mannschaften. Sie verfügten über 45 Personen-Kraftfahrzeuge, 91 Lastkraftwagen und 78 Motorräder, wovon 46 einen Seitenwagen hatten. Als der Zweite Weltkrieg am 1. September 1939 ausbrach und neue Divisionen aufgestellt wurden, bestanden diese Panzerabwehr-Einheiten aus 23.029 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften und in dem Ersatzheer gab es weitere 16.353 Mann. Im Winter 1939/1940 steig das Personal auf 2.250 Offiziere, 363 Beamte, 13.713 Unteroffiziere und 56.783 Mannschaften im Feldheer und auf 333 Offiziere, 66 Beamte, 2.284 Unteroffiziere und 13.670 Mannschaften im Ersatzheer an. Der Bestand an 37-mm-Pak stieg von 11.200 Stück am 1. September 1939 auf 12.830 am 1. April 1940 an. Am 1. Juni 1941, kurz vor dem Angriff auf Russland, gab es 14.459 Pak 36 bei der Truppe. Die Verluste waren ebenso hoch. Nur im Westfeldzug vom 10. Mai bis 20. Juni 1940 gingen 636 Stück verloren. Während der Winterschlacht im Osten vom 1. Dezember 1941 bis zum 28. Februar 1942 mussten 1.502 Pak 36 abgeschrieben werden. Am 16. März 1940 befahl das Oberkommando der Wehrmacht, die Panzerabwehr-Einheiten ab sofort als Panzerjäger-Einheiten zu bezeichnen und die bisherigen Panzerabwehrkanonen wurden zur mehr …

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