Goliath Ausf. A


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Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • Britische Infanterie

    Die alliierten Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg. ‘Alle Schlachten und alle Kriege werden am Ende von Infanteristen gewonnen’ (Feldmarschall Wavell). Alliierte Streitkräfte im 2. Weltkrieg Ein Erbe des Ersten Weltkriegs, welches sich bis weit in den Zweiten hinein hielt, war der Glaube, dass der Infanterist ein phlegmatisches und etwas einfaches Individuum sei, das nach langer Unterweisung in der Lage sei, die Feinheiten des Repetiergewehrs und der Schaufel zu beherrschen und einfache Befehle auszuführen, wenn man ihm die richtige Richtung zeige. Deshalb kam der Ausdruck ‘Kanonenfutter’ schnell für diese Männer über die Lippen. Diese Verallgemeinerung mochte im Jahr 1800 gerade noch stimmen, aber 1918 war sie eine grobe Fehldarstellung und 1939 geradezu eine Verleumdung. In den Jahren 1914 bis 1918 hatte sich die Bewaffnung der Infanteristen beträchtlich erweitert: mehr Maschinengewehre, die Einführung des Granatwerfers, des leichten Maschinengewehrs, in einigen Fällen sogar des automatischen Gewehrs und der Maschinenpistole. Die Granate wurde wiederentdeckt und der Grabenmörser erhielt ein neues Aussehen und Renaissance. All diese Waffen wurden an den Infanteristen ausgegeben und er musste sie beherrschen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurden Anzahl dieser Waffen ausgedünnt. Zwar wurden sie nicht ganz abgeschafft, sondern in kleinen Stückzahlen beibehalten und in den Folgejahren verbessert, sodass es sie 1939 noch alle gab. Von jedem Infanteristen – und auch von vielen Soldaten anderer Waffengattungen – wurde erwartet, dass er in der Lage war, sie zu bedienen, wenn es ihm befohlen wurde oder es notwendig war. Das galt unabhängig von seiner eigentlichen Aufgabe und der Waffe, welche er gewöhnlich dafür verwendete. Zahlreiche junge Männer in England, die mit den Erinnerungen ihrer Väter an das Gewehr mit Bajonett und dem Schlamm im Ypern-Bogen aufgewachsen waren, erlebten eine böse Überraschung, als sie 1939 den neuen Kampfanzug trugen und die Bandbreite der Waffen sahen, die sie erlernen mussten. Die alliierten Streitkräfte Alliierte Infanteristen Nach einem alten britischen Sprichwort war die Aufgabe der Kavallerie in der Schlacht, für den Lärm zu sorgen, da man sonst nichts Lautes wird hören können. Dies lässt erahnen, dass die Infanterie die Basis aller Streitkräfte und jeder militärischen Auseinandersetzung überhaupt ist. Der Infanterist ist das ‘Mädchen für alles’ in jeder Armee der Welt und dazu noch ein Meister im Kampf ‘Mann gegen Mann’. Er gehört zu denjenigen, welche dem Feind von Angesicht zu Angesicht auf dem´Schlachtfeld gegenüberstehen und auch die Entscheidung herbeiführt. Artillerie, Panzer und Flugzeuge können die feindliche Front aufbrechen, können den Feind demoralisieren und Verluste verursachen, aber wenn nicht die entschlossene Infanterie dies ausnutzt, geht jeder erzielter Vorteil wieder verloren. Daher war, ist und bleibt die Infanterie das Rückgrat jeder Streitmacht. Mit dem Fortschreiten des Zweiten Weltkrieges tauchten immer mehr neue Waffen auf – entweder weil die alten nicht mehr in den für den neuen globalen Krieg erforderlichen Mengen produziert werden konnten oder weil ihre Leistungsfähigkeit nicht mehr ausreichte. Andere Gründe waren taktische Probleme, die aufgetaucht waren und die neue Lösungen erforderten; oder weil neue technische Entwicklungen den Weg zu einer effektiveren Waffe wiesen, die die alte ersetzen sollte. Bei jeder Neuerung musste der Infanterist auch neu dazulernen, war nicht nur einfaches lernen bedeutete, sondern es musste so gründlich einstudiert werden, dass die neue Waffe praktisch ein Teil von ihm wurde und er sie instinktiv bei Tag oder Nacht mit bestmöglichem Erfolg einsetzen konnte. Ein britischer Infanterist, der von 1939 bis 1945 diente, musste so in diesen Jahren vielleicht drei oder vier Gewehre, zwei Maschinenpistolen, drei leichte Maschinengewehre, ein Dutzend Granatentypen, zwei schwere Maschinengewehre, zwei Granatwerfer, eine Panzerabwehrbüchse und das PIAT erlernen, dazu noch womöglich auch zwei oder drei unterschiedliche Panzerabwehrkanonen bedienen können. Wenn es sich dazu noch um irgendeiner Art von besonderer Kampftruppe handelte, wie z. B. bei den Commandos oder den Luftlandetruppen, dann wurde von ihm auch erwartet, dass er rudimentär auch eine ähnliche Anzahl von feindlichen Waffen kannte, sodass er im Notfall eine Waffe vom Schlachtfeld aufheben und benutzen konnte. Wenn er dazu mit seiner Einheit noch im Rahmen einer anderen alliierten Armee eingesetzt wurde, musste er möglicherweise auch die Waffen seiner neuen Kameraden erlernen müssen. Wurde er später als Ausbilder verwendet, musste er noch eine Sammlung veralteter Waffen erlernen, die noch zur Ausbildung verwendet oder an die Home Guard zum lokalen Einsatz ausgegeben wurden. Dazu weiß jeder ehemalige Infanterist, dass die Beherrschung von Waffen nur eine Facette des Fachwissens dieser Männer war und immer noch ist. Denn von ihm wurde auch erwartet, dass er alle wichtigen Taktiken beherrschte, damit er die jeweiligen Waffen optimal einsetzen konnte. Dazu musste er auch in der Lage sein, auf sich selbst aufzupassen, Karten zu lesen, zu kochen und tausende von anderen Dinge zu tun, die alle zu einem vollkommenen Berufssoldaten gehören. Dies wurde ihm in der britischen Armee während der Grundausbildung, dem sogenannten ‘Battle Drill’ beigebracht. Es wurde auf dem Exerzierplatz alles in allen Einzelheiten immer wieder durchexerziert, bevor die Soldaten an die Front kamen. Das Ergebnis des scharfen Drills dieser Kampfführung war, dass der Ablauf des Geschehens jedem Soldaten so sehr ins Blut übergeht, sodass er im Notfall jederzeit den Befehl über seine Gruppe übernehmen konnte. Dadurch kam kein einmal begonnener Angriff zu erliegen, wenn der Kommandant ausfiel, denn sein Ersatz wusste genau, dass er alles richtig machen würde. Dieses Schema ließ sich im übrigen auch auf größere Einheiten übertragen. Im Englischen wird die Gruppe der Infanteristen als ‘Section’ bezeichnet, welche Teil des ‘Platoon’ (Zuges) waren. Letzter bestand im Normalfall aus drei bis vier Gruppen, welche als Zugführer einen Offizier, einen Feldwebel und einen Funker hatte. Dadurch konnten die einzelnen Elemente unabhängig, aber auch geschlossen eingesetzt werden. Bei einem gemeinsam operierenden Zug gibt dabei immer eine Gruppe Feuerschutz, während sich eine andere vorarbeitet. Das ganze Verfahren basierte auf dem ‘Battle Drill’. Organisation Bei der Betrachtung der Organisation der alliierten Infanterie ist es gut, sich zu Beginn die berühmte Bemerkung von Feldmarschall Sir William Robertson aus dem Ersten Weltkrieg ins Gedächtnis zu rufen, über die er sagte, dass sie ihm gegenüber von einem sehr hohen General um die Jahrhundertwende gemacht wurde: ‘Vergessen Sie nie, Robertson, dass wir zwei (britische) Armeen haben: die Armee des Kriegsministeriums mehr …

  • M3 in Panzerfabrik Detroit

    Die Amerikanische Rüstungsproduktion nach Waffengattung während des Zweiten Weltkriegs 1939 bis 1945. Rohstoffbedarf, Umstellung der Industrie von zivile auf militärische Güter und die Flugzeug-Industrie. Die entscheidende Schlacht des Zweiten Weltkrieges wurde eindeutig bei der Rüstungsproduktion geschlagen. Und keine andere Macht, welche an dem Konflikt beteiligt war, weder bei den Achsenächten oder Alliierten, konnte mit der US-Rüstungsproduktion auch nur im entferntesten Schritt halten. Aufstellung der jährlichen US-Rüstungsproduktion nach Waffengattungen und Rüstungsgütern (ohne Munition) sowie ein Vergleich des dafür notwendigen Rohstoffaufwand. US-Rüstungsproduktion nach Waffengattung Jährliche amerikanische Produktionszahlen der wichtigsten Waffengattungen und Rüstungsgüter (ohne Munition) während des Zweiten Weltkrieges von 1939 bis 1945. Rüstungsgüter: Rohstoffproduktion für diese Rüstungsproduktion: Rohstoffe (in Millionen Tonnen) und Jahr: Als Amerikas Industrie auf Rüstungsproduktion umgestellt wurde Amerikanische Bürger, die es bisher gewohnt waren, ein Automobil – praktisch als ihr heiliges Recht – so schnell und so weit zu fahren, wurden kurz nach dem Kriegseintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg im Januar 1942 abgebremst. Das ‘Büro zur Überwachung von Preisen’ (Office of Price Administration) veranlasste ein drakonische Rationierung von Fahrzeug-Reifen, als die japanische Armee kurz davor standen, die weltweit einzigen Rohstoffgebiete von Naturkautschuk zur Gummi-Herstellung in Niederländisch-Ostindien zu erobern. Der nächste Schlag gegen den amerikanischen Automobil-Besitzer erfolgte am 4. Januar 1942, als Bundes-Preis-Administrator Leon Henderson in Detroit anwies, Autos und Lastwagen für den zivilen Markt nicht mehr herzustellen, um Montagebänder für die militärische Rüstungsproduktion freizugeben. Der Beginn des Verbots war für den 1. Februar 1942 festgesetzt worden. Wenn auch derartige Maßnahmen erwartet worden waren, war es doch sehr kurzfristig. Mit bemerkenswerter Untertreibung berichtete ein Artikel der New York Times darüber: ‘Die fast vollständige Ausrottung von Detroits wichtigstem Industriezweig … wurde hier mit Resignation hingenommen, die in manchen Kreisen mit Groll unterwandert ist.’ R.J. Thomas, der Präsident der Vereinigten Automobil-Arbeiter-Gewerkschaft sagte dazu: ‘Die einzige wichtige Aufgabe der Nation ist die rasche Umstellung der Automobilindustrie auf die Rüstungsproduktion.’ In einer vorbereiteten Stellungnahme sagte Alvan Macauley, Vorsitzender der Packard Motor Car Company und Präsident der Automobilhersteller-Vereinigung: ‘Die Automobilindustrie befindet sich nun vollständig in diesem Krieg . . . Die Aufgabe besteht jetzt darin, die Kapazitäten für die vergrößerte Rüstungsproduktion freizugeben, welche die Regierung auf ihrem Weg zum Sieg benötigt. Die ersten Unternehmen, welche nun an ihren ersten Rüstungsaufträgen arbeiten – und manche davon mit Hochdruck -, sind bereit, alle ihre Erfahrungen, welche sie in der schwierigen Zeit der Vorbereitungen für die benötigten Maschinen und Organisation gesammelt haben, zur Verfügung zu stellen.’ Aber Alavn Macauley war unaufrichtig. Denn tatsächlich war 1941 für die Automobilhersteller ein Jahr mit vollen Auftragsbüchern und starker Nachfrage gewesen und so zögerten die Führungskräfte, ihre Fabrikationsanlagen oder zusätzliche Fabriken für die Rüstungsindustrie bereitzustellen. Wenn auch der Präsident der Automobil-Arbeiter-Gewerkschaft, R.J. Thomas, die Entscheidung von Bundes-Preis-Administrator Leon Henderson aus patriotischen Gründen akzeptierte, so kritisierte er doch ihre Verzögerung, welche durch die Hinhaltetaktik der Manager der Automobilindustrie verursacht war. Er sagte dazu, dass ‘wir diese Entscheidung ein Jahr früher erwartet hätten. So sind wir nicht weit gekommen und jetzt, wo die Industrie weiß, dass sie keine Autos mehr bauen darf, gibt sie natürlich ihre Produktionsanlagen frei, damit diese für die Herstellung von modernem Kriegsgerät verwendet werden können’. Was Thomas erzürnte, war der Umstand, dass anstatt eines über einen längeren Zeitraum, systematischen durchgeführten Umbau der Produktionsanlagen, welcher nur zu minimalen Einbußen geführt hätte, nun alles auf einmal und sofort passieren musste. Dadurch mussten alleine in Detroit 250.000 Arbeiter entlassen werden, während die Produktionseinrichtungen umgebaut wurden. In einem Artikel der New York Times heißt es: ‘Es wird Monate dauern, bis die gesamten Arbeitslosen bei der Produktion von Kriegsmaterial aufgenommen werden können.’ Dazu kam noch die Frage auf, wie Arbeiter zu bestehenden und neuen Produktionsstätten kommen würden. Fords Bomber-Produktionsstätte in Willow Run, Chryslers Panzerwerk und Hudsons Bomberfabrik befanden sich in Vorstädten von Detroit, welche nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden konnten. Ein gutes Beispiel für das Problem war Willow Run, 32 Kilometer von Detroit entfernt in Ypsilanti, Michigan. Es hatte 60.000 Angestellte, die private Transportmittel benötigten, um zur Arbeit zu kommen. Mit der Rationierung der Reifen, der bevorstehenden Rationierung des Treibstoffs und das Eingeständnis der Verwaltung, dass sie unzureichend ausgestattet ist, um neue öffentliche Verkehrsverbindungen einzurichten, mussten eine Art von Unterkünften vor Ort eingerichtet werden – und zwar schnell. Natürlich waren die Auswirkung von Hendersons Entscheidung über die Arbeiter bei der Autoindustrie selbst hinausgegangen. Einige Autohäuser schlossen einfach den Laden. Andere erweiterten ihren Reparaturbetrieb. Als qualifizierte Mechaniker dann knapp wurden, trugen sie selbst Overalls. Gebrauchtwagenhandel entpuppte sich als lukratives Geschäft, besonders mit dem blühenden Schwarzmarkt, der sich bald entwickelte. Rationierung stand auf der Tagesordnung und Männer und Frauen wurden in das Gewirr der Buchstaben-Kürzel der Coupons und der Lebensmittelkarten geschickt. Das organisierte Verbrechen, dass wieder goldene Zeiten erlebte wie nicht mehr seit dem Ende der Prohibition, warf Fälschungen von Bezugs-Coupons auf den Markt, insbesondere mit dem Buchstaben ‘C’ für die großzügigsten Rationen. Henderson erwies sich als umstrittener Verwalter und machte sich viele Feinde. So viele in der Tat, als das Democratic National Komitee eine Liste von fünf Gründen zusammenstellte, die zum Verlust der Demokraten bei der Wahl im Jahr 1942 beitrugen und Hendersons Name befand sich darauf. Im Jahr 1943 wurde Henderson ersetzt. 1941 zählte die zivile Automobil-Produktion noch rund 3,6 Millionen Fahrzeuge. 1942 sank diese Zahl auf weniger als 1,15 Millionen. Die zivilen Produktionszahlen der Nachkriegszeit erreichten bis 1949 nicht das Niveau von 1941. Amerikas Flugzeug-Industrie Amerikas Industrie führte im Zweiten Weltkrieg die größten militärische Rüstungsanstrengungen der Militärgeschichte durch. Amerikanische Flugzeugfirmen gingen zuvor davon aus, nur eine Handvoll von Militärflugzeugen gleichzeitig zu bauen, aber nun mussten sich Tausende davon auf den Montagebändern befinden. Die amerikanische Flugzeug-Industrie, vor dem Krieg auf dem hinteren 41. Platz unter den amerikanischen Industrien, gelangte auf die führende Position innerhalb von weniger als fünf Jahren. 1939 betrug die gesamte Flugzeugproduktion für das US-Militär noch weniger als 3.000 Flugzeuge. Bis zum Ende des Krieges wurden in den USA 300.000 Flugzeuge hergestellt. Kein Krieg war stärker von der Rüstungs-Industrie abhängig, als der Zweite Weltkrieg. Es war ein Krieg, der sowohl von Fertigungsmaschinen als auch von Maschinengewehren entschieden wurde. Im mehr …

  • Russische Infanterie mit einem BT-7 Panzer

    Stärke und Organisation der russischen Streitkräfte 1939. Die Rote Armee, Luftwaffe und Flotte im Winterkrieg gegen Finnland. Die Rote Armee zu Beginn des Zweiten Weltkriegs In den Jahren 1939 bis 1940 befanden sich die russischen Streitkräfte in einer Phase des Umbruchs. Neue Waffen und taktische Ideen wurden entwickelt, aber eine fehlgeleitete und häufig lähmende zentrale Kontrolle verhinderte jeden Sinn für Initiativen und Eigenverantwortung, und so wurden wichtige Fortschritte in einem Bereich sich oft selbst überlassen. Die ausgezeichneten Fortschritte, welche zum Beispiel beim Panzerbau gemacht wurden, wurden wieder zunichtegemacht durch das Fehlen eines effektiven Funk-Nachrichtensystems, ohne welches Panzereinsätze stark eingeschränkt waren. Der unheilvolle Einfluss von Stalin auf die sowjetischen Streitkräfte während der 30er Jahre gipfelten in den großen Säuberungen von 1938, die das Offizierskorps erheblich dezimierten. Fast zwangsläufig wurden die fähigsten und innovativsten Offiziere durch die Säuberungen dahingerafft, was ein wesentlicher Faktor für die schwache Leistung der Roten Armee im Winterkrieg von 1939 gegen Finnland war. Es wurde geschätzt, dass die russischen Verluste sich auf etwa 200.000 Mann in diesem kurzen Feldzug beliefen. Zu dieser Zeit war im Westen so gut wie gar nichts über die Rote Armee der Arbeiter- und Bauernklasse bekannt. Rund zwanzig Jahre der Isolation haben viel von dem verschleiert, was in der Sowjetunion vorgegangen war. Organisation der Roten Armee Die Leitung über die Rote Armee hatte das Volkskommissariat für Verteidigung und der Oberbefehlshaber der Sowjetunion, K. E. Woroschilow. Entscheidungen wurden in Absprache mit dem Rat für Arbeit und Verteidigung und dem achtzigköpfigen Kriegsrat getroffen. Dem Befehlshaber von Woroschilow unterstand der Generalstab, der in sieben Abteilungen aufgeteilt war: Operationen, Organisation, Eisenbahnen, Geheimdienst und Aufklärung, Mobilisierung, Flugabwehr und Topografie. Vier Stellvertreter waren für Rüstung, Land-, Luft- und Seestreitkräfte verantwortlich. Die Armee war im Wesentlichen eine stehende Armee, die von einem professionellen Kader geführt wurde, aber sie basierte auf der Wehrpflicht für die Masse ihres Personals. Männer konnten für einen Zeitraum von 22 Jahren – vom 20. bis zum 41. Lebensjahr – zum Militärdienst herangezogen werden. Ein Wehrpflichtiger diente drei bis vier Jahre in den aktiven oder Kader-Truppen, abhängig von der Waffengattung. Anschließend trat er der Reserve bei. Vom 27. bis zum 35. Lebensjahr gehörte der I. Reserve an und vom 35. bis 41. Lebensjahr der II. Reserve. Die Friedensstärke der Roten Armee wurde auf 1,8 Millionen Mann geschätzt, während sie eine Stärke von bis zu 11 Millionen Mann bei der Mobilisation erreichen konnte. Die Sowjetunion war in 13 Militärbezirke und 2 Militärkommissariate eingeteilt. Jeder von diesen hatte unter seinem Befehl unabhängige schwere Artillerie, motorisierte mechanische Korps, Flieger-, Pionier- und technische Truppen sowie alle Einheiten und Einrichtungen der Feldarmee unter seiner Zuständigkeit. Die Feldarmee bestand aus: 35 Schützen-Korps (Infanterie) mit etwa 100 Schützen-Divisionen, einschließlich 23 Territorial-Divisionen, 7 Kavallerie-Korps mit 32 Kavallerie-Divisionen, 12 unabhängige Kavallerie-Divisionen, 5 Panzer-Korps mit 10 Panzer-Brigaden, 1 motorisierte Schützen-Brigade. Ein Schützen-Korps bestand aus drei bis vier Schützen-Divisionen, einem Regiment Korps-Artillerie, Pionier-, Brückenbau- und Fernmelde-Bataillonen, sowie einer Flugzeug-Staffel. Große Bedeutung wurde der Artillerie beigemessen und die Rote Armee experimentierte mit starken Massierungen, die in der Lage waren, einen massiven Beschuss auf bestimmte Ziele durchzuführen. Diese Erfahrungen wurden in den späteren Phasen des Zweiten Weltkriegs voll ausgeschöpft. Die Artillerie war in 140 leichten Artillerie-Regimentern organisiert, jedes mit einem Regimentsstab, einer Stabs-Batterie, einer Flugabwehr-Batterie und drei bis vier Bataillonen mit jeweils drei bis vier Batterien zu je drei oder vier Geschützen. Es gab 35 schwere Artillerie-Regimenter, welche durch Traktoren gezogen wurden und über 150-mm-Geschütze und Haubitzen verfügten. Weitere 20 Artillerieregimenter wurden vom Oberbefehlshaber in Reserve gehalten. Flugabwehr-Bataillone waren ebenfalls motorisiert und mit Kanonen von der 40-mm Vickers M18 bis zur 105-mm Leningrad M1934 Flak ausgerüstet. Während der Jahre zwischen den Weltkriegen begann die sowjetische Industrie, immer mehr gepanzerte Kampffahrzeuge zu liefern. Diese wurden von der Roten Armee, teils nach britischem Vorbild aus dem Ersten Weltkrieg, in große und unabhängige Panzerformationen zusammengefasst. Die Rote Armee setzte noch in erheblichem Maße auf Kavallerie, da in dem großen Land weite Entfernungen mit nur einem schlechten Straßen- und Schienennetz überbrückt werden mussten, und die sowjetische Industrie nicht in der Lage war, die riesige Armee mit genügend Fahrzeugen auszustatten. Grundsätzliche Verbände der Roten Armee 1939: Bestand an Panzerkampfwagen in der Roten Armee 1939: Bestand an Panzerspähwagen in der Roten Armee 1939: 2.594 Stück Bestand an Panzerspähwagen in der Roten Armee 1940: 4.819 Stück hier zur Rote Armee beim Unternehmen Barbarossa 1941 Kriegsgliederung der Roten Armee im Winterkrieg 1939/40 Kriegsgliederung an der finnischen Front: Gesamtstärke der sowjetischen Streitkräfte gegen Finnland: 600.000 Soldaten, 32 Divisionen, 1.200 Panzer. 696 Flugzeuge aufgeteilt zwischen den Armeen, sowie 300 mehr in Estland stationiert. 2 Schlachtschiffe, 1 Kreuzer, 9 Zerstörer, 16 kleinere Kriegsschiffe, 11 U-Boote von der Ostseeflotte und der Polarflotte (Murmansk). Rote Luftwaffe 1939 Während der 20er und 30er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts machte die sowjetische Regierung erhebliche Anstrengungen, um eine große und moderne Luftwaffe aufzubauen. Jedoch waren die Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Entwürfen und Maschinen sowie Materialien für die Massenproduktion von Flugzeugen enorm. Um den Mangel an Piloten und Mechaniker zu überwinden, steckte die Regierung Gelder in die Freiwilligen-Organisation Osoaviakhim (Gesellschaft zur Unterstützung der Verteidigung, Luftfahrt und Schutz vor chemischen Angriffen). Bald nach ihrer Gründung im Jahr 1927 hatte diese 3 Millionen Mitglieder, eine Zahl die bis 1936 auf 13 Millionen angestiegen war. Flug-Klubs wurden gegründet, um Piloten, Mechaniker und Fallschirmspringer heranzuziehen und bis 1940 kamen alle Freiwilligen der Roten Luftwaffe von dort. Jedoch war der Mangel an Fluglehrern, Hilfsmitteln und Flugzeugen in den Flug-Klubs zu groß, sodass die Vorbildung der zukünftigen Soldaten sehr gering war und so wurde schließlich beschlossen, die Rekruten der Luftwaffe aus den jährlichen Wehrpflichtigen auszuwählen. Zwischen 1935 und 1937 wurden 3.576 Flugzeuge gebaut, darunter ein großer Anteil viermotoriger Bomber, aber um so mehr die Produktionszahlen anstiegen, desto geringer wurde die Qualität, da der technische Standard der russischen Luftfahrtindustrie hinter denjenigen der mehr fortgeschrittenen Industrienationen zurückfiel. Die Rote Luftwaffe hatte ihre ersten praktischen Einsatzerfahrungen im Spanischen Bürgerkrieg erhalten, welche zu einigen organisatorischen und taktischen Veränderungen führte, aber erst die traumatischen Erfahrungen im Winterkrieg gegen Finnland (wo etwa 1.000 russische Flugzeuge verloren gingen) zeigten mehr …

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