Mittlerer Ladungsträger ‘Springer’


Mittlerer Ladungsträger 'Springer'

Mittlerer Ladungsträger ‘Springer’

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  • 3D-Modell Messerschmitt Bf 109 F-4

    Messerschmitt Bf 109 F Jagdflugzeug der deutschen Luftwaffe. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. hier zum Vorgänger-Modell Bf 109 E ‘Emil’ Bf 109 F Messerschmitt Bf 109 F Typ: Jagdflugzeug der deutschen Luftwaffe. Geschichte: Die Messerschmitt Bf 109E von Professor Willy Messerschmitt war zwar die Speerspitze der Luftwaffe bei ihrem triumphalen Siegeszug durch Europa in den Jahren 1939 bis 1940. Dieses Jagdflugzeug trug auch noch die Hauptlast der Luftkämpfe in der Schlacht um England während der schicksalhaften Monate des Sommers 1940, aber bis zum Frühjahr 1941 war es eindeutig der neuen Spitfire V in Nordwest-Europa unterlegen, welche im März dieses Jahres erstmals an die 92. Squadron ausgeliefert wurde. Trotzdem konnte die ‘Emil’ ihre großartige Erfolgsserie in Nordafrika fortsetzen, bis dort viel später die ersten Spitfire-Jäger erschienen. Auch in Russland mit Beginn des Unternehmen Barbarossa war das Flugzeug weiterhin überlegen. Trotzdem war schon weit früher absehbar gewesen, dass die ‘Emil’ nicht für immer der beste Jäger am Himmel sein würde und so machte schon lange vor dem Höhepunkt der Luftschlacht um England der Prototyp der nächsten Hauptversion der Bf 109 den Erstflug. Am 10. Juli 1940 flog eine ‘Emil’ mit der Werksnummer 5604 erstmals mit einem neuen 1.200-PS-Daimler-Benz DB 601E-1-Motor bei Augsburg-Haunstetten. Zwar hatte dieser Prototyp VK+AB immer noch die quadratisch geschnittenen Flügelspitzen, aber schon erhebliche aerodynamische Verbesserungen an der Flugzeugnase und die streben-verspannte Schwanzflosse war gegen eine freitragende Ausführung ersetzt worden. In dieser Form zeichnete sich schon die wohl bei den Piloten beliebteste und auch beste Version des Messerschmitt-Jägers ab, die Bf 109F. Zwei weitere Prototypen, die Bf109V17 und V18, wurden gebaut und diese Flugzeuge wurden mit einem neuen Flügel mit abgerundeten Spitzen ausgestattet, neuen Querrudern und schlichten, ungeschliffene Klappen. Dazu wurden kleinere Ruder und ein einziehbares Heckrad eingebaut. Diesen Flugzeugen folgte die Produktion einer kleinen Vorserie von Bf 109F-0, welche als vorübergehende Lösung mit dem DB 601N-Motoren mit flachen Kolben und 100-Octan-Treibstoff ausgerüstet waren. Der gesamte Rumpf war aerodynamisch sauberer konstruiert, herausragend dabei die abgerundeten Ruder, unbefestigte Leitwerke und ein einziehbares Heckrad. Die Flügel, welche geringfügig verlängert wurden, waren an den Spitzen abgerundet und die Leistung war in allen Flughöhen besser als bei den vorhergehenden Versionen. Diese F-0 und die ersten Serienmaschinen Bf 109F-1 hatten weiterhin eine Bewaffnung aus der durch den Propellerkreis feuernden 20-mm-MG-FF-Kanone und zwei in der Nase synchronisierten Maschinengewehren 7,92-mm-MG 17. Die ersten Flugzeuge wurden im Januar 1941 an die Luftwaffen-Versuchsanstalten in Rechlin und anderswo ausgeliefert, wo es sofort einige schwere und unerklärliche Unfälle gab. Schließlich wurde richtig vermutet, dass es bei bestimmten Motorleistungen zu übertragenen Schwingungen kommt, welche in dem neu gestalteten Heckabschnitt zu Frakturbrüchen führten, wobei es bis zum Verlust der Schwanzflosse kommen konnte. Deshalb wurden alle Bf 109F zurück zur Fabrik für Abhilfemaßnahmen geschickt. Als dann endlich im März 1941 die ersten Bf 109F-1 die Jagdgeschwader an der Front erreichten – etwa zur selben Zeit, als die Spitfire V bei der 92. Squadron eingeführt wurde -, wurde schon der nächste Untertyp F-2 von den Fabriken ausgeliefert. Dieses Modell hatte eine durch den Propellerkreis schießende 15-mm-MG151-Kanone, welche 950 Schuss in der Minute abgeben konnte. Dazu kamen noch die üblichen zwei 7,92-mm-MG 17 in der Nase. Dieses Modell wurde auch als Tropen-Version für Nordafrika gebaut und wurde später auch über Süd-Russland verwendet. Angetrieben mit dem 1.200 PS starken Daimler-Benz DB 601N oder 1.350 PS DB 601E-Motor, stellte die Bf 109 F einen erheblichen Fortschritt gegenüber den vorhergehenden Versionen in Bezug auf Leistung und klare Formgebung dar und die Luftwaffe hatte endlich ein Jagdflugzeug, welches die Spitfire V ausmanövrieren konnte. Die BF 109F war ein schneller und extrem beweglicher Jäger mit einer sehr leichten und schnell reagierenden Steuerung für seinen Piloten. Die Bf 109F-2/Z war die Hochleistungs-Version mit einem GM-1 Stickoxid-Einspritzer, welcher kurze, zusätzliche Leistungsschübe oberhalb der üblichen Leistungsgrenze des Motors ermöglichte. Die Bf 109F-1 und F-2 waren das ganze Jahr 1941 über im Einsatz und wurden Anfang 1942 durch die F-3 ergänzt, welche von einem DB 601E-Motor mit 82-Oktan B2-Treibstoff angetrieben wurde. Genauso wie die F-2 bewaffnet, hatte der Jäger eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 645 km/h in 6.700 Metern Flughöhe, eine gewöhnliche Reichweite von 725 km und eine Dienstgipfelhöhe von 11.280 Metern. Die Anfangssteigleistung von 1.012 Metern pro Minute war geringfügig derjenigen von der Spitfire V überlegen, aber geringer als die der neuen Spitfire Mk IX, welche bei den Jagdstaffeln der RAF in Großbritannien ab Juli 1942 langsam eingeführt wurde. Es gab starke Ansichten, welche gleichermaßen ebenso geteilt waren, über die Vorzüge der in der Propellernarbe und in der Nase bewaffneten, neuen Bf 109F bei den Jagdflieger-Piloten der deutschen Luftwaffe. Derartige geteilte Ansichten gab es allerdings schon seit der Einführung der ‘Emil’. Zwar wurden die Meinung solcher Asse wie Werner Mölders respektiert und nicht leichtfertig abgetan, aber im Allgemeinen tragen die jedoch relativ langsameren und unterbrochenen Feuerstösse von im Motorraum eingebauten Maschinenkanonen und Maschinengewehren, welche zudem noch unter Problemen mit der Kühlung dort leiden, nicht zu einer überragenden Flugzeugbewaffnung bei. Diese Ansicht wurde zum Beispiel von Adolf Galland vertreten. Allerdings sind alle im Zentrum eines Flugzeuges angebrachten Waffen extrem akkurat, da die Geschosse direkt nach vorne fliegen und somit kein Konvergent-Punkt wie bei einer Flügelbewaffnung eingestellt werden muss. So wurde noch Anfang 1942 die Bf 109F-4 eingeführt, welche über eine mit einem neuen Lauf versehene, durch die Propellernarbe mit 20-mm-Geschossen feuernde MG 151-Kanone verfügte, allerdings mit der reduzierten Feuergeschwindigkeit von 650 Schuss pro Minute. Eine alternative Unter-Variante war die Bf 109F-4/R-1, welche mit zwei zusätzlichen 20-mm-MG151-Kanonen in die sperrigen Unterflügelstationen bewaffnet werden konnte. Obwohl diese Feuerkraft gegen die alliierten Bomber des Jahres 1942 brauchbar war, bedeutete es jedoch, dass die aerodynamischen Formgebung verloren ging und das Flugzeug seine überlegenen Flugeigenschaften im Luftkampf gegenüber anderen Jägern einbüßte. So war eine derartig stark bewaffnete Bf 109F einer Spitfire im Luftkampf eindeutig unterlegen und der zuvor wirklich herrliche Luftkampf-Jäger wurde in diesem Element nach und nach immer schwächer. Drei weitere Untervarianten der Bf 109F waren die F-4/B als Jagdbomber, welcher eine 500-kg- oder vier 100-kg-Bomben tragen konnte. Die F-5 wurde ebenfalls 1942 als Langstrecken-Aufklärungsjagdflugzeug eingeführt mehr …

  • Eiserne Kreuz 1939

    Eisernes Kreuz und Gefallen an der Ostfront. Bilder vom Onkel des Autors in verschiedenen Wehrmachts-Uniformen der Panzer-Divisionen. Er erhielt als Panzerabwehr-Kanonier bei der 8. Panzer-Division im Raum Tarnopol an der Ostfront das Eiserne Kreuz und ist zwei Tage später – am 28. Juli 1944 – gefallen. Zur Vergrößerung bitte auf eines der Fotos klicken. Vorherige Seite: an der Ostfront 1944 Nächste Seite: Wehrpass der Wehrmacht Geschichte des Eisernen Kreuz Napoleonische Kriege Das Eiserne Kreuz wurde vom König von Preußen, Friedrich Wilhelm III., am 10. März 1813, dem Geburtstag seiner Königin Louise, eingeführt. Preußen begann damals gerade, zusammen mit Russland, sich in den ‘Befreiungskriegen’ gegen die Unterdrückung Napoleons aufzulehnen. Selbstaufopferung, Mut und Tapferkeit im Streben nach Freiheit sollten durch die Verleihung dieses Eisernen Kreuzes anerkannt werden. Es gilt als gesichert, dass die erste Verleihung des Eisernen Kreuzes II. Klasse an Generalleutnant von Borke am 2. April 1813 für die Schlacht bei Lüneberg erfolgte. Im Jahr 1813 wurden rund 16.000 Eiserne Kreuze Zweiter Klasse vergeben. Die genaue Anzahl ist umstritten, da eine Reihe von Quellen unterschiedliche Schätzungen wiedergeben. Da die Original-Aufzeichnungen aus dieser Zeit verloren gingen, lasst sich die genaue Anzahl nicht mehr ermitteln. Aber bekannt ist, dass eine Handvoll der Eisernen Kreuze Zweiter Klasse von 1813 auch an Frauen vergeben wurde. Das Eiserne Kreuz Zweite Klasse wurde an die Kämpfer mit einem Band ausgeben, welches hauptsächlich schwarz war und zwei weiße Randstreifen hatten. Um auch Verdienste oder Tapferkeit von Nicht-Kombattanten, wie zum Beispiel Sanitäter oder Chirurgen, zu würdigen, wurde ein spezielles Band mit umgekehrter Farbanordnung ausgegeben, also mit weißem Band und schwarzen Randstreifen. Das erste Eiserne Kreuz Zweiter Klasse für Nicht-Kombattanten ging an General von Esloeg, Militärgouverneur von Berlin. Um die Wertschätzung für die Empfänger des Eisernen Kreuzes weiter zu erhöhen, befahl Friedrich Wilhelm, dass die Prinzen von Königsblut nur die zweite Klasse erhalten sollten. Am 5. Mai 1814 befahl der König zusätzlich zur ursprünglichen Satzung, dass ‘Jeder Soldat, der bei einer heldenhaften Handlung starb, die nach dem einstimmigen Urteil seiner Führer und Kameraden das Eiserne Kreuz verdient hätte, wird nach seinem Tod durch ein Denkmal in der Kirche seines Regiments auf Kosten des Staates geehrt.’ Die Gesamtzahl der Auszeichnungen vom Eisernen Kreuz Erster Klasse während der Napoleonischen Kriege lag bei etwa 635 bis 670, wobei das Erste am 17. April 1813 in der Schlacht von Warfed an General von Helwig vergeben wurde. Deutsch-Französicher Krieg 1870/71 Die beeindruckende Staatskunst von Otto von Bismarck hatte Preußen sowohl in wirtschaftlicher als auch in militärischer Hinsicht unglaubliche Fortschritte eingebracht. Abgesehen von einem kurzen und erfolglosen Zwischenspiel revolutionärer Aktivitäten im Jahr 1848, erlebte es eine Zeit des Friedens und des Wohlstands bis 1864. Dann folgte ein Streit mit Dänemark über die Gebiete Schleswig-Holsteins, was zu einer gemeinsamen österreichisch-preußisch-bayerischen Besetzung dieses Gebietes führte. Die Dänen waren schnell besiegt, aber das Dreier-Bündnis war nur von kurzer Dauer und 1866 übernahm Preußen die alleinige Kontrolle über Schleswig-Holstein. Innerhalb weniger Wochen hatte Preußen auch die Kontrolle über Sachsen, Hannover und Hessen übernommen und die Österreicher in der Schlacht von Königgrätz besiegt und sich damit als unangefochtener Herrscher über den größten Teil Deutschlands – mit Ausnahme des katholischen Südens – etabliert. Preußen hatte jedoch mit den meisten dieser Staaten, aber auch mit Russland im Osten, geheime Verträge und konnte sich so sicher fühlen. Die kluge Staatskunst von Bismarck führte dazu, dass Österreich-Ungarn eine sehr günstige Friedensregelung erhielt. Es sollten keine Besatzungstruppen auf österreich-ungarischen Boden stationiert werden, ebenso wenig wie lähmende Reparationen. Bismarck wusste, dass die Franzosen der größte potenzielle Feind der Bestrebungen Preußens, ein Deutsches Reich zu schaffen, waren. Deshalb wollte er freundschaftliche Beziehungen zu den Österreichern im Falle eines zukünftigen europäischen Konflikts unterhalten. Der französische Kaiser Napoleon III. war verständlicherweise wütend über den Gedanken, als später auch noch Spanien drohte unter preußischen Einfluss zu geraten. In Unkenntnis der wahren Stärke des aufkommenden deutschen Nationalismus, der in all den noch vereinzelten deutschen Staaten spürbar wurde, tauschte Napoleon in diplomatischen Schreiben Beleidigungen mit den Preußen aus. Diese wurden von Bismarck geschickt so konstruiert, dass diese Napoleon III. provozierten, woraufhin er im Juli 1870 Preußen den Krieg erklärte. Die Franzosen waren zuversichtlich, dass sich die süddeutschen Staaten an Frankreich binden würden. Umso mehr waren sie entsetzt, als alle Deutschen fest hinter Preußen standen. Die deutschen Streitkräfte fegten im 1870/71 deutsch-französischer Krieg durch Frankreich und innerhalb von vier kurzen Wochen wurde die französische Armee in Metz zusammen mit ihrem Kaiser eingeschlossen und dieser bei Sedan gefangen genommen. Die französische Armee war vernichtet, trotzdem wurde Paris verteidigt und belagert und Franceurs führten einen erbarmungslosen Guerilla-Krieg gegen die Deutschen. Bereits am 19. Juli 1870 gab König Wilhelm I. von Preußen eine Proklamation heraus, welche wieder die Ausgabe des Eisernen Kreuzes Erster und Zweiter Klasse beinhaltete. Da erst nach Kriegsende eine Reihe der Eisernen Kreuze Zweiter Klasse fertiggestellt werden konnten, welche für Kämpfe im Jahr 1870 verliehen worden waren, sind die Schätzungen über die Anzahl der vergebenen Auszeichnungen unklar. Wenn man die verschiedenen Quellen im Mittel nimmt, kommt man auf eine Anzahl von rund 41.770 Auszeichnungen, davon 3.500 an Nicht-Kombattanten. Es sind sogar eine Reihe von Briten unter den Ausgezeichneten von 1870. Darunter General Sir C.P.B Walker, die Chirugen im Generalsrang J.H.K.Innes und W.G.N.Manley (auch Victoria Cross), General Sir Henry Brakenbury und Captain Sir James Lumsden Seaton. General Manley ist ein besonders interessanter Fall. Manley, der für die B-Abteilung der Britischen Ambulanz zuständig war, welche der preußischen 22 Infanterie-Division angegliedert war, erhielt das Eiserne Kreuz für sein ‘hingebungsvolles und ausgezeichnetes Verhalten bei der Suche nach Verwundeten und deren Pflege bei der 22. Division in den Kämpfen von Chateauneuf und Bretoncelle am 18. und 21. November und den Schlachten um Orleans und Cravant vom 10. Dezember 1870’. Die Gesamtzahl der Eisernen Kreuze Erster Klasse von 1870 schwankt zwischen 1.230 bis 1.903, je nach Quelle. Aber bei den meisten Quellen liegt die Zahl um die 1.300. Die erste Verleihung des Eisernen Kreuzes Erster Klasse von 1870 ging an Generalfeldmarschall von Steinmek, einen Veteranen der Befreiungskriege, der bereits das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse von 1813 trug. Erster Weltkrieg mehr …

  • Deutsche Soldaten entfernen die Grenzschranken zu Polen

    Der Weg in den 2. Weltkrieg und das Kriegstagebuch für das Jahr 1939. Monatliche Kriegstagebücher für September, Oktober, November und Dezember 1939.   Friede in unserer Zeit In einer später berüchtigten Radiosendung vom 28. September 1938 klagte der britische Premierminister Chamberlain darüber: ‘Wie schrecklich und unglaublich erscheint es, dass wir Schützengräben ausheben und Gasmasken tragen sollen, wegen eines Streits in fernen Ländern, zwischen Menschen, über welche wir überhaupt nichts wissen’. Obwohl dieser sogenannte ‘Streit’ offenbar zwei Tage später durch das Münchner Abkommen beigelegt wurde, war das Ergebnis nicht der ‘Frieden in unserer Zeit’ – wie von Chamberlain verkündet – sondern lediglich eine Atempause über 5 1/2 Monate. Bestärkt durch Verachtung und Hohn für die Leichtgläubigkeit des ‘netten, alten Mannes’, welchem er ja nur seine Unterschrift in München gegeben hatte, steigerte Hitler die Propaganda und den Druck auf die Tschechoslowakei und drohte dreist Prag in Ruinen zu bombardieren, wenn der schüchterne Präsident Hacha nicht auf seine Forderungen eingeht. Am 15. März 1939 unterzeichnete Hacha eine Erklärung in Berlin, in welcher es lautete, dass um die ‘abschließende Befriedung zu erreichen, er zuversichtlich das Schicksal des tschechischen Volkes und Landes in die Hände der Führer des Deutschen Reiches legt.’ Kriegstagebuch 1939 Kriegstagebücher zu den einzelnen Monaten des Jahres 1939: Ende der Appeasement-Politik Der deutsche Einmarsch in die Tschechoslowakei am 15. März 1939 zwangen die britische und französische Regierung die ‘Appeasement’-Politik aufzugeben. Innerhalb von zwei Tagen gab Chamberlain eine öffentliche Verurteilung ab. Darauf folgte am Ende des gleichen Monats eine anglofranzösische Garantie zur Hilfe für Polen, welches offenbar das nächste Opfer Hitlers werden sollte: ‘Im Falle einer Handlung, die eindeutig die polnische Unabhängigkeit bedroht, und welche die polnische Regierung entsprechend zwingt, mit ihren nationalen Streitkräften Widerstand zu leisten … werden wir der polnischen Regierung alle in unserer Macht nur mögliche Unterstützung gewähren.’ Am 26. April wurde als Reaktion auf Mussolinis Besetzung des kleinen Königreichs Albanien in Großbritannien die Wehrpflicht wieder eingeführt, ein einmaliger Vorgang in Friedenszeiten, ebenso wie es die Garantie für Polen in der britischen Außenpolitik gewesen war. Darauf hin einigten sich Deutschland und Italien darauf, ihre Achse in ein formelles Militärbündnis umzuwandeln. Großbritannien und Frankreich schlossen Pakte mit der Türkei, Griechenland und Rumänien. Hitler war inzwischen damit beschäftigt, die Wiedergewinnung des polnischen Korridors, Danzig und letztlich die Zerschlagung des polnischen Staates vorzubereiten. Der Wehrmacht wurde öffentlich befohlen, bis zum 25. August 1939 für alle Eventualitäten bereit zu sein. Eine große Frage blieb jedoch noch bestehen: Welche Rollen würden das sowjetische Russland und die USA in den heraufziehenden Konflikt spielen ? Es gab wenig Zweifel über das vorläufige Verhalten der USA, denn gebunden durch drei selbst auferlegte Neutralitätsakte musste ein noch isolationistisches Amerika von seinem Präsidenten umworben werden, mehr Interesse in Europa zu zeigen, als an dem zwei Jahre alten chinesisch-japanischen Konflikt. Es gab deshalb mehr Diskussionen darüber, welche Politik die Sowjetunion verfolgen würde. Die sogenannte ‘Friedensfront’, welche Großbritannien und Frankreich aufbauen wollten und an welcher bis jetzt Polen, die Türkei, Griechenland und Rumänien teilnahmen, konnte niemals eine wirksame Abschreckung für Hitler ohne Russland sein. Britische und russische Diplomaten trafen sich zwar in ständigen und herzlichen Konferenzen, welche aber fruchtlos blieben. Die sowjetische Presse beendet die Denunziation von Chamberlain wegen seines angeblichen Verrats an der Tschechoslowakei und der Londoner Times wurde ungewöhnlich still darüber, über die Mängel der sowjetischen Politik zu berichten. Anfang Juni ging schließlich William Strang, ein hoher Beamter im Auswärtigen Amt und ein Experte in russischen Angelegenheiten, als Sonderbotschafter nach Moskau, um Gespräche über einen anglo-russischen Militärpakt einzuleiten. Stalins Doppelspiel Aber für diejenigen, welche offene Augen hatten, war zu erkennen, dass Stalin ein doppeltes Spiel betrieb. Während einer großen Rede am 28. April 1939 kündigte Hitler zwar den deutsch-polnischen Pakt von 1934 und das deutsch-englische Flottenabkommen von 1939 auf, ließ jedoch die übliche Hetze gegen den ‘jüdischen Bolschewismus’ und die ‘monströsen Untermenschen’ aus dem Kreml weg. Am 3. Mai wurde der diplomatische und britisch-freundliche Kommissar für Auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, plötzlich gegen den grimmigen und provinziellen Molotow ersetzt. Einige Tage später traf auch ein neuer russischer Botschafter in Berlin ein und erhielt einen außergewöhnlich herzlichen Empfang. Als Anfang August schließlich britische und französische Stabsoffiziere nach Moskau geschickt wurden, um Gespräche mit dem russischen Marschall Woroschilow zu beginnen, fanden sie sich bald in einem Kreislauf von mysteriösen Verzögerungen und Hindernissen wieder. Woroschilow verlangte Zustimmung zur russischen militärische Kontrolle über die baltischen Staaten und es gab endlose Diskussionen über geeignete militärische Gegenmaßnahmen gegen die ‘indirekte Aggression’. Die baltischen Staaten waren abgeneigt, ihre Neutralität zu gefährden und bevorzugten getrennte Nichtangriffspakte mit Deutschland auszuhandeln. Die Polen hielt immer noch an ihrer traditionellen Russen-Phobie fest. Dann, am 19. August 1939 kündigte Stalin gegenüber dem Politbüro seine feste Absicht an, einen Pakt mit Deutschland zu schließen. Am 21. August wurde dann der bevorstehende Abschluss eines deutsch-sowjetischen Pakts in Berlin gegenüber einer erstaunten Welt bekannt gegeben. Im Laufe des Tages versuchten die britischen und französischen Offiziere in Moskau, Woroschilow zu kontaktieren. Aber als der Leiter der französischen Militärmission schließlich mit dem russischen Marschall sprechen konnte, wurde er mit einem peinlichen Vortrag abgehandelt: ‘Die Frage der militärischen Zusammenarbeit mit Frankreich steht seit mehreren Jahren im Raum, wurde aber niemals vereinbart. Im vergangenen Jahr, als die Tschechoslowakei geopfert wurde, warteten wir vergeblich auf ein Signal aus Frankreich, aber es wurde keines gegeben. Unsere Truppen waren bereit … Die französische und englische Regierung haben nun die politische Diskussion zu lange verschleppt.’ Am nächsten Tag traf Hitlers arroganter Außenminister von Ribbentrop in Moskau für die feierliche Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts ein. Der ‘unnatürliche’ Hitler-Stalin-Pakt Obwohl es auf den ersten Blick nach Churchills Worten ein ‘so sehr unnatürlicher Pakt’ war, hatte er eine gewisse machiavellistische Logik. Stalin konnte sich aus dem drohenden Krieg in Europa heraus halten und den Kampf Deutschland und den westlichen Demokratien überlassen. Dies war insbesondere wichtig, als der sowjetische Führer vor kurzem erst Tausende von hohen Offizieren der Roten Armee hat liquidieren lassen. Stalin glaubte, dass die westlichen Demokratien ihn immer wieder in einen Krieg mit Deutschland verwickeln wollten, und das diese hofften, aus einem deutsch-russischen Vernichtungskrieg unversehrt mehr …

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