erbeutete Matilda-Panzer


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Im Blickpunkt:
  • 3D-Modell der Thompson MPi

    Amerikanische Maschinenpistole Thompson M1A1, M1, Modell 1928 sowie Reising Model 50 und 55. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Thompson M1A1, M1, Modell 1928 Typ: Maschinenpistole. Geschichte: Im Jahr 1916 wurde in den USA die Auto-Ordance Corporation gegründet, mit dem Ziel eine Reihe von Waffen zu entwickeln. Aber nur eine hat sich durchgesetzt, die Thompson-MP. 1918 sahen sich die amerikanischen Expeditionsstreitkräfte in Frankreich mit der Herausforderung konfrontiert, feindliche Schützengräben im Nahkampf zu säubern. Dazu war keine Waffe mit einer kräftigen Patrone erforderlich, vielmehr genügte eine Pistolenkartusche. Die Deutschen waren schon zu der gleichen Erkenntnis gelangt und hatten die MP 18 eingeführt, während der amerikanische General John Thompson die Entwicklung einer automatischen Waffe mit der Standard-0,45-inch-Pistolen-Kartusche einleitete. Die ersten Exemplare waren für einen Patronengurt wie bei Maschinengewehren, aber bald entstand daraus eine Zweihandwaffe der Art, welche von nun an als Maschinenpistole bezeichnet wurde. Benannt nach General T. Thompson, dem Entwicklungsdirektor der Firma, war der Prototyp im Jahr 1919 fertig. Das Abzugssystem beruhte auf Patenten von John Blish und beide Erfinder begründeten daher zusammen die Gesellschaft, welche sich anschließend mit der Vermarktung der Maschinenpistole befasste. Die ersten Produktionsmodelle erschienen 1921 und die Thompson MPi befand sich von nun an in kleinen aber kontinuierlichen Stückzahlen die ganzen 20er und 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in der Herstellung. Berühmt-berüchtigt wurde die Waffe vor allem durch El Capones Straßenschlachten in Chicago und auch bei der IRA in Irland. Als dann Hollywood damit anfing, seine Gangster-Filme zu drehen und die Thompson darin eine ‘Hauptrolle’ einnahm, wurde die Waffe über Nacht berühmt. Das Modell 1921 wurde von der Firma Colt in Hartford gebaut und bis zum Zweiten Weltkrieg wurden davon 15.000 Stück fertiggestellt, welche hauptsächlich für die US-Polizei bestimmt waren. Dieses Modell wurde niemals offiziell von den US-Streitkräften verwendet, jedoch wurden eine geringe Anzahl von Soldaten privat erworben und eingesetzt. Zum ersten Mal militärische Verwendung fand die Thompson Maschinenpistole beim US Marine Korps im Jahre 1927, wo die Waffe offiziell M1928 benannt wurde. Das Modell M1928 besaß anstelle des vorderen Pistolengriffs einen hölzernen Vorderschaft. Dazu kam ein Kompensator an der Laufmündung, welcher das Hochziehen der Waffe bei Dauerfeuer verringerte. Anschließend erschien die Version Modell M1928A1, welche einen anderen Schlagbolzen verwendet und bei einer Reihe von Streitkräften zum Einsatz kam. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Europa im Jahr 1939 war die Thompson MPi die einzige Maschinenpistole, welche außerhalb Europas hergestellt wurde. Da die britische Armee die Entwicklung einer eigenen Maschinenpistole verschlafen hatte, erfolgten zusammen mit Frankreich, Jugoslawien und Schweden umfangreiche Bestellungen. Kurz danach bestellt auch die US-Armee eine große Menge der MPi’s. Im Herbst 1939 wurde die M1928A1 auch bei der Firma Savage hergestellt und Frankreich bestellte als erste Nation für seine Streitkräfte 3.750 Exemplare. Ein Jahr später folgten erst Großbritannien, welches auch die von Frankreich ein Jahr zuvor bestellten Exemplare erhielt. Erst dann wurde sie auch beim amerikanischen Heer, der US-Marine und dem Marinekorps eingeführt. Durch die erstmalige Verwendung im britischen Heer hatte die Maschinenpistole ihren Spitznamen schnell erhalten und sollte ihn niemals wieder abgeben: die ‘Tommy Gun’. Sie wurde vor allem beim Dschungelkrieg in Burma verwendet, bis genügend Sten-MP zur Verfügung standen. Aber die Thompson war eine komplizierte Waffe. Der Herstellungsprozess war lang und die verwendeten Materialien von bester Qualität. Eine Tatsache, die sich in dem hohen Preis von fast 240 $ (über 500 Reichsmark, für die man bald neun deutsche MP40 erhielt) niederschlug. Bis Ende 1940 lagen Bestellungen für mehr als 318.000 Maschinenpistolen vor. Bisher wurde die Waffe nur von den Firmen Colt unter Lizenz produziert, aber nun baute die Auto-Ordnance Corporation bis Ende des Sommers 1941 ihre eigene Fabrik. Der Savage Arms Corporation war ebenfalls eine Lizenz zur Herstellung der Waffe erteilt worden und beide Fabriken bauten mehr als 1,5 Millionen Thompson M1928A1 und M1/M1A1 von 1940 bis 1943. Um die Herstellung der Waffe zu vereinfachen, wurde 1941 der Feuermechanismus durch einen nicht verriegelten Verschluss vereinfacht und auf das Trommel-Magazin wurde zugunsten eines 20- oder 30-Schuss-Kastenmagazin verzichtet. Ebenso wurde die Verarbeitung vereinfacht in dem ein einfaches Holz-Vorderteil statt des Haltegriffs verwendet wurde. Die sich daraus ergebende Waffe wurde die M1-Maschinenpistole der US-Armee im April 1942. Diese wurde im Oktober 1942 durch weitere Veränderungen am Feuermechanismus zur Thompson M1A1. Jedoch waren die technischen Verbesserungen und die Materialeinsparungen gering, sodass die Produktion der Thompson-Maschinenpistole bereits 1943 zugunsten der neuen M3 Grease Gun eingestellt wurde. Die Thompson M1A1 Maschinenpistole hatte viele Nachteile. Sie war kompliziert zu bauen, zu teuer selbst in ihrer vereinfachten Form, und sie war schwer. Aber dafür hatte sie einen Vorzug, den sie in den Augen der Soldaten hervorragend machte: sie war zuverlässig ! Probleme mit einer Thompson waren ein seltenes Ereignis, vorausgesetzt, sie wurde richtig gepflegt. Sie war während des Zweiten Weltkriegs und noch viele Jahre danach die bevorzugte Waffe bei britischen Kommandos und US-Rangers. Bemerkenswert ist auch, dass trotz des komplizierten Schließsystem der frühen Modelle, die Chinesen so beeindruckt von der Waffe waren, dass sie mit der Herstellung ihrer eigenen Kopien schon 1930 begannen – natürlich ohne jemals eine Lizenz zu kaufen. Animation 3d-Modell Thompson M1A1 Spezifikationen Thompson Modell 1928 Spezifikationen: Einsatzstatistik: Reising Modell 50 Maschinenpistole Diese Waffe wurde von Eugene Reising entwickelt, im Juni 1940 patentiert und noch im gleichen Jahr erstmals produziert. Nach Tests durch verschiedene US-Behörden wurde sie in die militärische Produktion genommen und eine geschätzte Menge von etwa 100.000 Stück dieses und des ähnlichen Modells 55 wurden produziert, bevor die Herstellung 1945 eingestellt wurde. Die beiden Modelle 50 und 55 sind jedoch die am wenigsten erfolgreichen amerikanischen Maschinenpistolen des Zweiten Weltkriegs und zwei gute Beispiele dafür, was schiefgehen kann, wenn die grundlegende Rückschlagfunktion durch etwas ersetzt wird, was scheinbar bessere Funktionalität verspricht. Die Reising war insofern eine eher ungewöhnliche Waffe, da sie einen gebremsten Masseverschluss verwendete, sodass die Maschinenpistole bei verriegeltem Verschluss feuerte, was eine bessere Treffergenauigkeit ergab. Beim Abfeuern drückte der Rückstoß der Patronenhülse den Bolzen zurück, wobei das Öffnen aber verzögert wurde. Gleichzeitig wurde der Bolzen durch Nocken, die in den Bahnen im Gehäuse der Waffe angebracht waren, entriegelt und abgesenkt. Der mehr …

  • Altmark im Jössingfjord

    Unternehmen Weserübung, die Invasion von Norwegen und Dänemark im April 1940 durch deutsche See-, Land- und Luftstreitkräfte. Elf Schiffsgruppen bildete die Kriegsmarine für die Invasion von Dänemark und Norwegen. Sie sollten unter anderem Narvik, Trondheim, Bergen, Kristiansand, Oslo, Nyborg und Kopenhagen anlaufen. Zur Sicherung der Operationen waren 2 Schlachtkreuzer, 3 Schwere und 4 Leichte Kreuzer, 14 Zerstörer, 31 U-Boote und viele kleinere Schiffe eingesetzt. Sie mussten überfallartig auftauchen, da sie einer offenen Seeschlacht mit der britischen Marine keinesfalls gewachsen waren. Ursprung des Unternehmen Weserübung Im engen Zusammenhang mit der geplanten deutschen Offensive im Westen, welche ursprünglich nur eine begrenzte Operation zur Eroberung der Niederlande, Belgiens und Nordost-Frankreichs sein sollte, stand das Unternehmen Weserübung zur Erlangung der Kontrolle über Norwegen und dessen Verbindungsstück Dänemark. Zu diesem Zeitpunkt gab es auch bei den Alliierten eine Diskussion über eine Operation in Skandinavien und die zentrale Figur des deutschen Plans war Großadmiral Raeder, welcher für seine Rolle dabei später im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess belangt wurde. Bereits im Oktober 1939 gab es in Kreisen der deutschen Marine eine Diskussion über die Notwendigkeit, Marinestützpunkte zum Kampf gegen Großbritannien zu erlangen. Dabei wurden Stützpunkte bei Murmansk, an der norwegischen Küste – vorzugsweise bei Trondheim – und an der französischen Atlantikküste in Erwägung gezogen. Da der Generalstabschef des Heeres, Halder, Bedenken hatte, dass die deutschen Armeen die französische Atlantikküste schnell erreichen können, verstärkte dies das Interesse der Marine an Norwegen. So besprach Admiral Raeder diese Frage mit Hitler bereits im Oktober 1939. Raeder führte aus, um so brutaler Deutschland den Seekrieg führen werde, um so schneller wäre der gesamte Krieg vorüber. Ein daraus resultierender, möglicher Konflikt mit den USA sollte den Seekrieg nicht einschränken, denn wenn der Krieg länger dauert, dann würden diese sowieso daran teilnehmen. Die Sowjets boten zwar einen Stützpunkt bei Murmansk an, aber eine Basis bei Trondheim in Norwegen wäre zu bevorzugen. Das ursprüngliche Konzept von Unternehmen Weserübung richtete sich also gegen Großbritannien, wenn auch die Besetzung von Norwegen zusätzlich die deutschen Eisenerz-Importe aus Schweden sichern würde. Diese liefen nämlich im Winter, wenn der Bottnische Meerbusen zugefroren war, über die Erzbahn nach Narvik, von wo sie per Schiff der norwegischen Küste entlang nach Süden transportiert wurden. Der zunächst vor dem großen Risiko zögernde Hitler richtete Anfang 1940 dann doch sein Augenmerk auf Skandinavien, wo die wichtigen deutschen Erzlieferungen aus Schweden über den norwegischen Erzhafen Narvik abgewickelt wurden. Die drohende Gefahr einer alliierten Landung in Skandinavien zur Unterstützung Finnlands im Kampf gegen die Sowjetunion bei gleichzeitiger Unterbindung der deutschen Erzlieferungen wurde durch den britischen Überfall in norwegischen Gewässern auf das deutsche Versorgungsschiff Altmark am 16. Februar 1940, welches mit britischen Gefangenen des Panzerschiffs Graf Spee nach Deutschland unterwegs war, nur zu offensichtlich. Vorbereitung des Unternehmen Weserübung Bei ihren Vorbereitungen nutzten die Deutschen auch Unterstützung aus norwegischen Regierungskreisen. Diese wurde von einem Mann angeführt und symbolisiert, der dem Konzept der Kollaboration und dem Verkauf seines eigenen Landes an die Gnade eines Eroberers seinen Namen geben sollte. Vidkun Quisling war eine Person mit enormen Eitelkeiten, Machtansprüchen und gleichzeitig großer Dummheit. Dieser Führer der norwegischen Sympathisanten des Nationalsozialismus hatte lange Zeit Kontakt mit dem außenpolitischen Büro der NSDAP unter Alfred Rosenberg und wurde teilweise von ihm finanziert. Er wurde jetzt mit Admiral Raeder in Kontakt gebracht, dem Initiator des Plans zur Besetzung Norwegens. Quisling forderte die Deutschen auf, so schnell wie möglich zu handeln und tat als ehemaliger Kriegsminister Norwegens, was er tun konnte, um militärische Informationen weiterzugeben, die helfen konnten, Norwegen so leicht wie möglich zu erobern. Quislings Rolle als Verräter seines Landes erwies sich für seine deutschen Verbündeten als ein wenig hilfreicher Segen. Er war in Norwegen so unpopulär, dass eine intensivere deutsche Unterstützung von ihm die Entschlossenheit der meisten Norweger gegen den Eindringling Widerstand zu leisten, zweifellos verstärkt hätte. Aber an einer Stelle war seine Hilfe vonnöten. Narvik war ein Schlüsselpunkt in der gesamten deutschen Operation, da es der am weitesten entfernteste und gefährdete Punkt von Deutschland aus war und schwierig für die Kriegsmarine zu erreichen. Der Befehlshaber der dortigen norwegischen Garnison war zufällig ein Quisling-Anhänger, welcher sich umgehend den deutschen Truppen ergeben würde. Diese sollten in erster Linie auf zehn schnelle Zerstörer herangebracht werden, die diese Strecke nicht ohne Absicherung, Versorgung und Betankung zurücklegen konnten. Die dafür notwendige Hilfe wurde wiederum von Deutschlands anderem Unterstützer bei dem wagemutigen Vordringen in arktische Gewässer zur Verfügung gestellt: der Sowjetunion. Ein spezielles Wartungs- und Versorgungsschiff, der Tanker Jan Weilern, war zuvor zur ‘Basis Nord’, dem deutschen Marinestützpunkt in der Bucht von Zapadnaya Litsa bei Murmansk, entsandt worden. Sobald der Beginn der Invasion von Norwegen für den 9. April festgelegt wurde, lief das Schiff von dort nach Narvik aus, wo es die deutschen Zerstörer traf und betankte. Nachdem die Royal Navy die deutschen Kriegsschiffe in Narvik zerstört hatte, wurde auch die Jan Weilern versenkt, aber sie hatte ihre entscheidende Rolle dabei gespielt, die Eroberung Norwegens zu ermöglichen. Als sich das nahende Ende des russisch-finnischen Winterkrieges ankündigte, welches eine Intervention der Alliierten in Skandinavien unwahrscheinlich machen würde, begannen einige deutsche Offiziere Zweifel an der geplanten Unternehmung gegen Norwegen und Dänemark zu äußern. Selbst in der Kriegsmarine scheint es in letzter Minute Vorbehalte gegeben zu haben, vielleicht verstärkt durch das Wissen, dass die inzwischen in den deutschen Offensivplänen im Westen vorgenommenen Veränderungen den Zugang zu den erhofften, besser geeigneten Stützpunkten an der französischen Küste versprachen. Diese Zweifel wurden von dem deutschen Botschafter in Norwegen bekräftigt, die zuversichtlich war, dass Norwegen seine Neutralität wahren und die Alliierten diese nicht verletzen würden. Raeder glaubte aber immer noch an das Unternehmen Weserübung, wie er Hitler am 26. März sagte. Hitler hatte sich bereits entschieden und würde nun nicht mehr zurückweichen. Wie er den Befehlshabern zum bevorstehenden Unternehmen auf einer Abschlusskonferenz am 1. April erklärte, würde das große Wagnis dieser Operation auch zugleich deren Erfolg sichern. Für den Krieg mit England war der entscheidende Schlüssel der künftige Zugang Deutschlands zu den Ozeanen. Frankreich war schwach und die deutsche Luftwaffe den britischen und französischen Luftstreitkräften überlegen. Mussolini in Italien machte sich bereit, bei Gelegenheit sich der mehr …

  • Kriegsbegeisterung in Berlin 1914

    Kriegsbeginn 1914: Marne-Schlacht und Tannenberg. Die letzte Vorkriegskrise wurde durch die tödlichen Schüsse auf Erzherzog Franz Ferdinand, Erbe des österreich-ungarischen Throns, in Sarajewo (Bosnien) am 28. Juni 1914 ausgelöst. Der Attentäter, Gavrilo Princip, war ein Bosnier und nicht ein Serbe, obwohl er die Universität in Belgrad besucht hatte. Sein Komplize Cabrinovic war unleugbar ein Serbe. Beide wurden festgenommen und zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Folgen ihrer Verbrechen würde das Leben von mindestens 9.700.000 Soldaten und etwa 10 Millionen Zivilisten kosten, einschließlich der Todesfälle aufgrund von Völkermord, Hunger und Grippe. Österreich-Ungarn erklärte daraufhin am 28. Juli 1914 Serbien den Krieg für eine begrenzte Strafaktion. Als dann Russland ebenfalls mobilisierte, um seine Solidarität mit den slawischen Völkern zu demonstrieren, erklärte das Deutsche Reich den Krieg gegenüber Russland und Frankreich. Die deutschen Armeen marschierten in das neutrale Belgien ein, um Frankreichs Grenzbefestigungen zu umgehen. Diese Missachtung der vertraglichen Verpflichtungen (Vertrag von London von 1839) und des Völkerrechts ruft Großbritannien auf den Plan, welches am 4. August 1914 Deutschland den Krieg erklärt. Die Briten treffen Vorbereitungen, ihre kleines (2 Korps) aber hoch-professionelles Expeditionskorps nach Frankreich zu schicken. Kriegstagebücher zu den einzelnen Monaten des Jahres 1914: Frankreich war entschlossen, den lang gehegten Revanche-Krieg gegen das Deutsche Reich zu führen und seine Armeen operierten mit der Doktrin ‘l ‘Offensive ein l’ outrance’ (Totale Offensive). Der ‘Plan XVII’ des französischen Oberbefehlshaber Joffre sah eine Invasion von Elsaß-Lothringen vor, gefolgt von einem Vormarsch zum Rhein. Dabei wurde völlig vernachlässigt, Vorbereitungen für andere Fälle zu treffen, als für einen raschen französischen Sieg. Das Ergebnis war, dass, als der deutsche Generalstabschef Moltke, den sogenannten ‘Schlieffen-Plan’ seines Vorgängers von 1891 bis 1905 umzusetzte, welcher einen schnellen Vormarsch durch Belgien und Nordfrankreich vorsah, um die französischen Armeen einzukreisen, dies beinahe gelang. Nur die Fehler des kranken, nervlich überforderten Moltkes bei gleichzeitiger Nervenstärke, Anpassungsfähigkeit und Organisationstalent von Joffre und des Pariser Kommandanten Gallieni rettete Frankreich mit dem alliierten Sieg in der Marne-Schlacht im September 1914. Das Wunder an der Marne In der letzten August-Woche befanden sich die alliierten Armeen im Westen überall auf dem Rückzug. Zu diesem Zeitpunkt war klar, daß der ambionierte französische Plan XVII, der Angriff nach Elsaß-Lothringen hinein, gescheitert war. Nun zeigte der passive französische Oberbfehlshaber Joffre seine besten Qualitäten und ließ jegliche Gedanken an eine Offensive über Bord werfen. Er begann mit der Aufstellung der neuen französischen Sechsten Armee unter General Maunoury an der linken alliierten Flanke. Dazu verwendete er seine eigene Reserve und Truppen vom rechten französischen Flügel. Joffres Ruhe unter größtem Druck stand in vollstämdigem Kontrast zu der zunehmenden Nervosität seines Gegenspielers, Moltke. Bereits am 22. August standen deutsche Truppen der Ersten Armee unter Kluck nur noch etwa 100 km nördlich von Paris. Nachdem diese das Britische Expeditionskorps nach der Schlacht von Mons hatten entkommen lassen, wurde Kluck wieder aus dem Oberbefehl von v. Bülow von der Zweiten Armee entlassen und wandte sich am 27. August wieder nach Südwesten in Richtung Paris. Jedoch wurde der Schlieffen-Plan bereits am 25. August weiter verwässert, als Moltke zwei Korps vom entscheidenden deutschen rechten Flügel nach Ostpreußen verlegen ließ, um dort den Russen zu begegnen. Dazu kamen noch Verbände, welche durch die Belagerung von verschiedenen Festungen hinter der Front gebunden waren. Und dies, obwohl die deutschen Armeen am rechten Flügel bisher schon mehr als fünfundzwanzig Prozent Verluste erlitten hatten und ihre hauptsächlichen Operationsziele noch nicht erreicht hatten. Ende August hatten die deutschen und alliierten Truppen bereits täglich über 30 km in großer Hitze zurückgelegt, waren durstig, müde, hungrig und hatten wundgelaufen Füße. Bis zum 28. August war das Britische Expeditionskorps BEF für Kluck nicht mehr von großer Bedeutung und er begann nach Osten einzudrehen, um die einzige ihm bekannte französische Armee in der Nähe von Paris, die Fünfte unter Lanrezac, von der Hauptstadt abzudrängen. In diesem Moment befahl der französische Oberbefehlshaber Joffre dem wenig begeisterten Lanrezac sich nach Westen zu wenden und zwischen Guise und St. Quentin einen Gegenangriff durchzuführen. Lanrezac führte die Operation jedoch mit großem Geschick durch und brachte das prestigeträchtige preußische Garde-Koprs bei Guise durch das französische I. Korps, kommandiert von den energischen Franchet d’Esperey, zum stehen. Dieser Schlag brachte den besorgten Bülow dazu, um Unterstützung von Kluck zu rufen, was diesen den Vorwand dafür lieferte, seine Marschrichtung nach Osten zu ändern. Ohne Moltkes zuvor gegebene Prioritäten zu beachten, befahl Kluck am 30. August seiner Ersten Armee, einzudrehen. Anstatt westlich der französischen Hauptstadt vorbeizumarschieren, würde die Erste Armee nun nordöstlich vorbeiziehen und dabei unbewusst ihre ungedeckte Flanke der nördlich von Paris neu aufgestellten französischen Sechsten Armee unter Maunoury aussetzen. Durch beide Ereignisse und dem Gefühl, die endgültige Kontrolle über seine Untergebenen zu verlieren, gab Moltke schließlich die Einwilligung zu Klucks schon eingeleitetes Manöver. Die großen Möglichkeiten, welche durch Klucks Schlenker nach Osten entstanden waren, wurden von den Alliierten jedoch nicht sofort erkannt. Der erste Effekt war jedoch, daß das Britische Expeditionskorps BEF wieder in Kontakt mit Klucks Truppen geriet. Es folgten einige elanvolle Rückzugsgefechte, wie bei Nery am 1. September 1914, wo die L-Batterie der britisch-königlichen bespannten Artillerie drei Victoria Cross erhielt, als sie dabei half, die deutsche 4. Kavallerie-Division für mehrere Stunden aufzuhalten. Nachdem das BEF sich nun schon über 320 km zurückgezogen hatte, überquerte es am 3. September die Marne, als plötzlich die Luftaufklärung die ungeschützte linke Flanke von Kluck offenbar machte. Am 4. September, als die Truppen Klucks vor denen von Bülow voranzogen und die Marne überquerten, überredete der Militärgoverneur von Paris, General Gallieni, Joffre dazu, den Rückzug anzuhalten und den alliierten linken Flügel einen Generalangriff starten zu lassen. Etwa zur selben Zeit wurde Moltke der taktische Fehler der Offensive des deutschen rechten Flügels bewußt und er ließ Kluck und Bülow anhalten, um Front nach Westen, gegenüber der Ostseite von Paris, zu machen. Am 6. und 7. September ging Kluck brilliant mit den anfänglichen Angriffen der französischen Sechsten Armee gegen seine Flanke und den hinteren Verbindungslinien um, schwenkte seine Erste Armee in Richtung Westen und schickte drei Korps im Eilmasch gegen Maunoury an der Ourcq. Trotz der durch die berühmten Pariser Taxis herangebrachten mehr …

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