Casinos im Zweiten Weltkrieg


Verbote und Schlupflöcher zum Glücksspiel mit Geld in der Zeit des 2. Weltkriegs.

Spielbank 1920er Jahre
In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es neben einigen Dutzend legalen auch Hunderte von illegalen Spielbanken für die sogenannte ‚Lebewelt‘.

Casinos im Zweiten Weltkrieg

Glücksspiel hat eine Geschichte, die weit zurückreicht. Seit Menschengedenken interessieren sich Menschen für das Fangen des Glücks. Wie wurde in der Zeit des Zweiten Weltkriegs mit dem Glücksspiel umgegangen? Im folgenden Artikel werden unter anderem die Fragen beantwortet, ob Glücksspiel verboten war und wie es geahndet wurde. Weiterhin wird geklärt, wo dennoch Blackjack oder Poker gespielt wurde und wie sich die Spielbanken nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder entwickeln konnten. Möchten Sie sich ein wenig die Zeit vertreiben, dann können Sie sich hier 20 Freispiele ohne Einzahlung holen.

Verbot des Glücksspiels zur Zeit des Zweiten Weltkriegs

Das Glücksspiel hatte in Deutschland schon früh keinen guten Stand. Bereits 1872 wurde das Glücksspiel mit Echtgeldgewinnen in Deutschland erstmalig verboten. Die Einhaltung des Verbots wurde von Beamten hartnäckig durchgeführt. Innerhalb der nächsten 60 Jahre schafften es die Spielbanken, immer mehr Spieler zu ermutigen, vorbeizukommen, sodass die Regierung förmlich ein Auge zudrückte. Dieses Verhalten endete nicht zuletzt einen Tag vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs am 31. August 1939. Wer beim Glücksspiel erwischt wurde, konnte hart bestraft werden. Die Höchststrafen beliefen sich auf Gefängnisstrafen bis hin zu Abtransporte in Konzentrationslager. Gemäß den Vorstellungen der damaligen Regierung wurden Spieler, die um Geld spielten, als schwach angesehen.

Die Spielbanken Baden-Baden: Die Ausnahme unter den Casinos

Doch auch die damaligen Verbote schienen Ausnahmen zu haben. Denn die Spielbank Baden-Baden war nicht von dem Glücksspielverbot betroffen. So konnte die Spielbank ihre Pforten öffnen und Reisende an den Spieltischen begrüßen. Kurze Zeit nach dieser Entwicklung wurde die Glücksspielstätte verstaatlicht. Das Angebot wurde versucht, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs aufrechtzuerhalten. Als Hintergrund der Ausnahme für Baden-Baden resultiert die Bezeichnung der Stadt als Erholungsort. Bekannte Persönlichkeiten und Reiche gaben sich in dieser Zeit in Baden-Baden die Klinke in die Hand. Letztlich musste auch die Spielbank Baden-Baden kriegsbedingt schließen und konnte erst 1950 wieder eröffnen.

Auch Soldaten praktizierten Glücksspiele

Befanden sich Soldaten nicht auf dem Schlachtfeld, versuchten sie in den Kasernen, Erholung und teils Ablenkung vom Kriegsleben zu finden. Dazu gehörte es, Kartenspiele zu zocken, wie zum Beispiel Poker. Das Spiel um Geld oder Gegenstände war dabei neben der Ablenkung im Fokus des Interesses. Mit den Gewinnen konnten sie sich selbst rationierte Produkte leisten oder Geld an ihre Partnerin oder Familien senden. Kritisch an dieser „Freizeitbeschäftigung“ war, dass das Glücksspiel um Geld wiederholt in Deutschland verboten wurde. So auch im Zweiten Weltkrieg. Daher war Glücksspiel in der Armee nur bedingt geduldet, aber nicht offiziell erlaubt.

Las Vegas wurde zum neuen Zielort von Spielern

Während Deutschland aufgrund der Verbote des Glücksspiels die Entwicklung und Verbreitung von Spielbanken zum Stillstand brachte, sah dies in den USA ganz anders aus. Dort wurde bereits wenige Jahre vor Beginn des Zweiten Weltkriegs das Glücksspielen legalisiert. Die erste offizielle Glücksspiellizenz erging in dieser Zeit an den bis heute legendären Northern Club. In den darauffolgenden Jahren strömten Touristen und Einwanderer nach Las Vegas und ließen die Stadt in kürzester Zeit zur weltweit größten Glücksspielmetropole heranwachsen.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs

Mit dem Ende des 2. Weltkriegs wurde eine neue Verfassung eingeführt. Mit ihr fiel die Entscheidung, dass die Spielbanken wieder eröffnet werden sollten. Zu dem Zeitpunkt lagen die Spielbanken des Landes in staatlicher Hand. Bis in die 1970er-Jahre gab es insgesamt zwölf Spielbanken in Deutschland. Diese befanden sich alle in sogenannten Orten mit Seebädern oder in Kurorten. Mit seiner Erbauung im Jahr 1810 geht die Geschichte der Spielbank Wiesbaden noch weiter zurück. Bis heute ist sie die älteste Spielbank der Welt. Nachdem die Spielbanken nach und nach wiedereröffnet wurden, erfreuten sie sich zusehends einer sehr großen Beliebtheit. Dies fiel auch der Regierung auf, sodass Steuerzahlungen auf Gewinne in Spielbanken Anwendung fanden.

Fazit: Glücksspielverbot galt für bestimmte Gesellschaftsgruppen

Im Zweiten Weltkrieg wurden unzählige Entscheidungen gefällt, die die Menschen massiv einschränkten. Dazu gehörte auch das vollständige Verbot des Glücksspiels um Geld. Doch es fanden sich mit der Zeit Schlupflöcher. So wurde die Spielbank in Baden-Baden als Spielstätte in einem Erholungsort fast durchgängig als Casino geführt. Wer anderweitig spielte und erwischt wurde, musste mit harten Strafen rechnen. Diese sollte vermutlich wie viele der Strafen der Zeit zur Abschreckung dienen. Die Wiedereröffnung der Spielbanken nach Ende des Zweiten Weltkriegs führte dann zu einem Ausleben einer langen Entbehrung. Bis heute haben die Spielbanken eine hohe Anziehungskraft hinsichtlich ihrer Geschichte, ihres Prestiges und ihrer erstklassigen Spiele.


Über den Autor: Alex Tuvenik ist erfahrener Redakteur von Gamble Wamble. Er ist begeisterter Spieler und interessiert sich neben der aktuellen Spiele-Highlights für die Geschichte und Zukunft von erfolgreichen und bahnbrechenden Spielen! Erfahren Sie mehr über die Spielewelt und nehmen Sie wertvolle Perspektiven des erfahrenen Spielers mit!

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