Französischer leichter FT-17 mit Hotchkiss-MG



Französischer leichter FT-17 mit Hotchkiss-MG

Französischer leichter FT-17 mit Hotchkiss-MG

Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • Britische Mark V Tanks

    Panzer (Tanks) und Panzerwagen im Ersten Weltkrieg 1914-1918. Tanks Die ersten ‘Tanks’, gepanzerte Vollketten-Fahrzeuge mit irgend einer Art von Bewaffnung, wurden in Großbritannien entworfen, aber das Panzer-Konzept entwickelte sich nur langsam aus den Kinderschuhen heraus und es waren viele Organisationen und Einzelpersonen darin verwickelt. Obwohl die anfängliche Entwurfsphase sich lange hinzog, entwickelte sich der Entwurf schnell vom Prototyp zu einem Serienmodell für das Schlachtfeld. Der Prototyp mit dem Spitznamen ‘Mother’ (Mutter) lief erstmals im Januar 1916 und war von rhombischer Form mit zwei an den Seiten angebrachten ‘Türmen’, allgemein als ‘Sponsons’ (Ausbuchtungen, Erker) bezeichnet. Die Produktion des Tank Mark I begann im April 1916 und sie gingen erstmals am 15. September 1916 in den Kampfeinsatz während der Schlacht an der Somme. Der Angriff verlief zunächst gut und schreckte die deutschen Soldaten buchstäblich aus ihren Stellungen heraus, doch danach nahm ihre Wirksamkeit rapide ab. Aufgrund der entsetzlichen Bedingungen in ihren gepanzerten Kisten wurde es den Besatzungen bald schlecht und sie waren desorientiert. Viele Panzer blieben auch aus mechanischen Gründen liegen und andere blieben einfach in schlammigen Gräben und Explosionskratern stecken. Dennoch hatten sie sich ausreichend bewährt, um noch mehr davon zu bauen. Übersicht der Tanks und Panzerwagen des 1. Weltkriegs Die britischen Tanks erschienen mit einer unterschiedlichen Zusammensetzung bei ihrer Bewaffnung. ‘Males’ (männliche Panzer) trugen ein Paar leichter Kanonen und ‘Females’ (weiblich) waren mit sechs Maschinengewehren bewaffnet. Der am meisten im Ersten Weltkrieg eingesetzte britische Tank war der Mark IV. Die ersten dieser Tanks erschienen ab April 1917. Es gab 595 weibliche und 420 männliche Mark IV, aber eine Anzahl von diesen wurde in ‘Hermaphrodites’ (Zwitter) umgebaut, indem der Erker an der rechten Seite durch den eines männlichen Typs ersetzt wurde, sodass eine gemischte Bewaffnung aus Maschinengewehren und einer leichten Kanone entstand. Als die Fähigkeiten und Einschränkungen der Tanks besser verstanden wurden, wurden sie verschiedenen Modifikationen und Verbesserungen unterzogen. Um die breiteren Gräben, welche die Deutschen teilweise als Panzersperren gegraben hatten, zu überqueren, wurden ‘Tadpole-Tails’ (Verlängerungen an der Rückseite des Panzers) ausprobiert, erwiesen sich aber als nicht ausreichend stabil. Deshalb konzentrierten sich die Konstrukteure erfolgreicher auf die Verlängerung des Hauptkörpers. Häufiger war es jedoch, dass Panzer ‘Faschinen’ auf ihren Dächern trugen, die einfach in einen Graben gerollt werden konnten, wodurch dieser auf einer Art Brücke überquert werden konnte. Frühe Versionen bestanden aus Bündel von Baumstämmen und Reisig, welche durch Ketten zusammengehalten wurden, aber später bestanden sie aus einer Stahlkrippe. Der Einsatz der Tanks wurden oft vereitelt durch die Schlamm- und Explosionskrater des ‘Niemandsland’, also erhielten sie eine ‘Grabenausrüstung’, welche im Wesentlichen aus einem Holzbalken bestand, der unter die Ketten gezogen werden konnte, um mehr halt zu geben – oder die Breite ihrer Ketten wurde mit zusätzlichen Platten erweitert, um den Bodendruck mehr zu verteilen. Als der Wert der Panzer klar wurde, entwickelten die Briten auch einen schnelleren Kampfpanzer, der mit der Kavallerie zusammenarbeiten und jeden Durchbruch der schwereren Panzer ausnutzen sollte. Der erste Medium Mark A, besser bekannt als Whippet, wurde im Oktober 1917 gebaut und ging am 26. März 1918 zum ersten Mal in den Einsatz. Die Tanks waren jedoch niemals so gut, wie ihre Befürworter glaubten, oder so schlecht, wie sie ihre Kritiker sahen. Sie machten bedeutende Fortschritte in den ersten Tagen der hauptsächlich von Tanks angeführten Schlacht von Cambrai Ende 1917, hatten aber ihre Möglichkeiten im Schlamm von Passchendaele erbärmlich vergeudet. Sie waren auch niemals in der Lage gewesen, einen entscheidenden Durchbruch zu erzielen und dann den Schwung des Angriffs aufrechtzuerhalten. Dies war vor allem auf ihre mechanische Unzuverlässigkeit zurückzuführen. Die französischen Tanks Die Franzosen waren nach den Briten die begeisterten Befürworter des Panzereinsatzes. Es gab zwar keine treibende Kraft hinter ihrem Programm und die Planungen der Panzer bei beiden Alliierten entwickelten sich in ihren unabhängigen Bahnen. Die französischen Panzerwagen waren vor Eintritt des Stellungskrieges bereits militärisch wertvoll gewesen und einige fortschrittliche Persönlichkeiten im Kriegsministerium glaubten, dass Fahrzeuge, die abseits von Straßen eingesetzt werden könnten, die Pattsituation an der Westfront aufbrechen könnten. Die Schlüsselfigur war der Oberst der Artillerie, Jean-Baptiste Estienne, der dem für die Waffenbeschaffung zuständigen General im Dezember 1915 einen Kettenpanzer vorschlug. Estiennes Konzept war entsprechend beeindruckend und ein Befehl zum Bau von 400 Chars d’Assaut (Angriffsfahrzeuge) wurde am 31. Januar 1916 erteilt. Schneider war die erste Firma, welche einen Beschaffungsauftrag erhielt und kam bald mit einem gepanzerten Aufbau in Form einer Kiste auf einem Fahrgestell heraus, welches aus dem amerikanischen Holt-Traktor entwickelt worden war. Das Fahrzeug wog rund 13 Tonnen und hatte eine Höchstgeschwindigkeit von weniger als 6,5 km/h. Es kam zu endlosen Verzögerungen in der Produktion, vor allem wegen des Mangels an Panzerplatten. Der erste Schneider-Panzer erreichte die französische Armee am 8. September 1916, aber nur sieben weitere waren bis Ende November eingetroffen, an dem Tag, an dem alle 400 hätten geliefert werden sollen. Da die Firma Schneider offensichtlich damit zu kämpfen hatte, den ursprünglichen Auftrag rechtzeitig zu erfüllen, wurde das Entwicklungsbüro St. Chamond damit beauftragt, eine zweite Bestellung über 400 Panzer durchzuführen. Deren Prototyp war dem Schneider-Panzer nicht unähnlich, aber fast 70 Prozent schwerer. Keiner der beiden Panzer hat sich dann im Einsatz bewährt. Ihr hohes Profil machte sie anfällig für Artilleriefeuer, ihre Motoren waren nicht sehr zuverlässig und – was am schlimmsten war – ihre Fähigkeiten zur Grabenüberquerung waren schlecht. Von den beiden war der Saint-Chamond-Panzer der Schlimmste. Sein größeres Gewicht führte dazu, dass er noch wahrscheinlicher in weichem Boden versank und sein Überbau hing weit über die Ketten vorne hinaus, sodass er beim Überqueren eines Grabens dazu neigte, sich festzufahren. Daher erreichten beide Typen bei ihrem Kampfdebüt, der Nivelle-Offensive im April 1917, nur wenig. Eine Anzahl blieb für den Rest des Krieges im Einsatz, wurde aber ab Ende 1917 weitgehend durch einen leichten Panzer, den Renault FT-17, abgelöst. Dieser war ein viel leichterer und kleinerer Entwurf, welcher in den späteren Phasen des Krieges sowohl von der französischen Armee als auch von der amerikanischen Expeditionstruppe ausgiebig genutzt wurde. Der Renault hatte eine gute Geländegängigkeit und sein Turm gab ihm ein 360-Grad-Schussfeld, aber die dünne Panzerung machte ihn sehr verwundbar. Deutsche Tanks mehr …

  • Die bulgarische Armee von 1915 bis 1918 im Ersten Weltkrieg. Uniformen, Stärke, Divisionen, Organisation und Verluste. Bulgarien errang die Unabhängigkeit von der osmanischen Herrschaft am 13. Juli 1878. Im Juli 1914 bestand das Königreich Bulgarien, unter Zar Ferdinand I., aus etwa 5,5 Millionen Bulgaren mit einer türkischen Minderheit auf einer Fläche von ca. 131.400 km², welche die heutigen Gebiete sowie Ost-Thrakien (heute zu Griechenland) umfasste. Bulgarische Armee im 1. Weltkrieg Es gab bulgarische Gebietsansprüche auf das östliche und südliche Serbien, auf die rumänische Dobrudscha und das griechische West-Thrakien, welche Zar Ferdinand verleiteten, sich den Mittelmächten gegen den Willen der Mehrheit seiner traditionell pro-russischen Untertanen anzuschließen. Zar Ferdinand war der nominelle Oberbefehlshaber der bulgarischen Armee, mit dem pro-deutschen Generalmajor Nikola Zhekov als Befehlshaber im Feld. Seit dem 14. Januar 1904 bestand die Armee aus etwa 390.000 Mann, welche in die 85.000 Mann starke aktive Armee der ‘Ersten Linie’ aus den 21 bis 23-Jährigen, der 250.000 Mann starken Reserve-Armee der ‘Zweiten Linie’ aus den 24 bis 40-Jährigen sowie der 54.000 Mann starken ‘Dritten’ und ‘Vierten Linie’ der National-Miliz aus Männern im Alter von 41-44 bzw. 45-46 Jahren gegliedert war. Bulgarien war in drei Regional-Armeen unterteilt: 1. (Sofia) – Westbulgarien; 2. (Plovdiv) – Südbulgarien; 3. (Ruse) – Nord-Bulgarien; 4. (Üsküb) – später im bulgarisch besetzten serbischen Mazedonien. Fünfzehn Divisionen wurden aufgestellt: zwei Kavallerie und 13 Infanterie (Nr. 1-13), wobei die 13. im November 1916 zu einer Gebirgsdivision umgebaut wurde. Diese befanden sich bei vier Armeen im Einsatz: 1. Armee (Generalleutnant Kliment Boyadshiev, 1916 Generalleutnant Dimitri Geschow, 1918 Generalleutnant Stefan Nerezov) in Zentral-Makedonien unter der deutschen Heeresgruppe Mackensen. 2. Armee (Generalleutnant Georgi Todorow, 1917 Generalmajor Iwan Lukov) in Südost-Mazedonien. 3. Armee (1916 General Stefan Toshev, dann Generalleutnant Nerzezov, 1917 Generalmajor – später Generalleutnant – Sava Sabov, dann Generalleutnant – später General – Todorov) im Norden Bulgariens an der rumänischen Grenze, welche zusammen mit deutschen und türkischen Verbänden im September 1916 zur Donau-Armee in der rumänischen Dobrudscha wurde. 4. Armee (1918 Generalleutnant Savov, dann General Toshev) im griechischen West-Thrakien. Sechs Divisionen waren auch im Rahmen der deutschen 11. Armee im Südwesten Serbiens im Einsatz. Die 24.000 Mann starke Infanteriedivisionen – vergleichbar mit einem Korps in anderen Armeen – bestand aus je zwei Infanteriebrigaden mit je 4.583 Mann starken Infanterieregimenter, die jeweils zwei 1.057 Mann starke Bataillone (ein Bataillon mit vier 263 Mann starken Infanteriekompanien), eine 80 Mann starke Maschinengewehr-Kompanie und eine 180-köpfige Arbeiter-Kompanie, ein Kavallerie-Bataillon (zwei Schwadronen), ein 1.959 Mann starkes Feld-Artillerie-Regiment (drei Bataillone zu je drei Batterien und eine Haubitzen-Batterie), berittene und nicht-berittene Kompanien der Militärpolizei, ein Pionier-Bataillon (zwei Kompanien), eine medizinische Kompanie und eine Nachschubs-Kompanie. Eine Kavallerie-Division hatte zwei Kavallerie-Brigaden mit jeweils zwei, 657 Mann starken Kavallerie-Regimenter zu je vier Schwadronen (jeweils 141 Mann starke Schwadronen, einschließlich Arbeiter, einer Maschinengewehr- und drei Kavallerie-Zügen), ein berittenes Artillerie-Regiment (mit drei Bataillonen zu je drei Batterien), Nachrichten-, Medizin- und Nachschubs-Kompanien. Die ersten bis dritten Armeen hatten jeweils ein schweres Artillerie-, Festungs- und Gebirgs-Artillerie-Bataillon (je drei Batterien), welche direkt dem Hauptquartier unterstellt waren. Es gab 40 Infanterie-Regimenter der Ersten (1-40) und 35 der Zweiten Linie (41-75). Davon befanden sich 48 in den 12 Infanterie-Divisionen, 24 als Besatzungstruppen in Mazedonien, der Region Morava (Ost-Serbien) und Drama (griechisches West-Thrakien). 36 National-Miliz-Bataillone (jeweils vier Kompanien zu je 150-250 Mann stark) der ‘Vierten Linie’ waren ebenfalls mit Besatzungsaufgaben betraut, während 36 Miliz-Bataillone der ‘Vierten Linie’ (mit jeweils vier Kompanien zu 100-120 Mann stark) im Wachdienst in Bulgarien im Einsatz waren. Das Armee-Hauptquartier verfügte über ein königliches Leibgarde-Kavallerie-Regiment (drei Schwadronen), 21 Grenztruppen-Kompanien zu je 148 Mann (welche lokalen Infanterie-Regimenter zugeteilt wurden), ein 534-köpfiges Bahnbataillon (vier Kompanien), eine 537 Mann starkes Brückenbau-Bataillon (fünf Kompanien), eine 410 Mann starkes Nachrichten-Bataillon (drei Kompanien) und eine gemischtes Pionier- und Nachrichten-Bataillon. Das Armee-Flieger-Korps bestand aus zwei Staffeln (I., II.) und wurde im Juli 1916 zu einer Flieger-Gruppe zusammengelegt. Die kleine bulgarischen Marine mit ihrem Stützpunkt bei Warna unter Generalmajor Konstantin Kirkov, verfügte mit ihren etwa 500 Mann über das Torpedo-Kanonenboot Nadiedja, sechs Creusot-Torpedoboote und einige Boote im Schwarzen Meer und auf der Donau. Sie hatte keine Auswirkungen auf den Krieg. Bulgariens Ruf als ‘Preußen des Balkans’ hatte unter der Niederlage im zweiten Balkankrieg (1913) gelitten und es bedurfte schon direkten deutschen Kommandos über die Hälfte derer Streitkräfte, um den Kampfgeist in Mazedonien und der Dobrudscha in einem für die meisten ihrer Armeeangehörigen unpopulären Krieg aufrechtzuerhalten. Von Juni 1918 an wurden jedoch die meisten deutschen Truppen aus der Front in den Westen abgezogen, sodass die demoralisierten und kriegsmüden Bulgaren schließlich am 30. September 1918 einen Waffenstillstand abschlossen. Bulgarische Uniformen Ab dem Jahr 1908 begann die Einführung einer neuen, grau-grüne Uniform im russischen Stil bei der bulgarischen Armee. Nach dem Kriegseintritt Bulgariens in den Ersten Weltkrieg im September 1916 bestand jedoch ein Mangel an Uniformen, welche durch Vorräte aus deutschen Uniformbeständen ausgeglichen werden mussten. Dazu mussten auch noch veraltete, farbige Friedensuniformen verwendet werden und auch die Tabak-braunen Uniformen waren weit verbreitet. Die Schirmmütze russischer Art hatte entweder eine schwarze oder graugrüne Lederspitze und einen Kinnriemen. Auf der Vorderseite des Bandes wurde eine ovale Metallkokarde in den Nationalfarben – weiß, grün und rot – getragen. Die Tunika war einreihig mit Stehkragen und hatte eine verdeckte Knopfleiste. Sie hatte Brust- und manchmal auch Seitentaschen mit drei spitzen Klappen und runden Manschetten. Dazu wurde eine passende Hose getragen, deren Farben blau bei den berittenen und technischen Truppen war. Zu der Hose kamen entweder Stiefel, Stiefeletten und Gamaschen oder Wickelgamaschen. Die lange Hose konnte mit Lampassen (Zierstreifen) in Dunkelrot für Generale oder Scharlach für Generalstabsoffiziere getragen werden. Der ausgegebene Mantel bestand aus einer Art bräunlich-grauer Naturfarbe mit grobem Stoff und war zweireihig, aber mit einer einzigen Reihe von sechs Metallknöpfen in der Mitte auf der Vorderseite. Dazu hatte er seitliche Taschen mit einem Klapphalbgürtel und Umschlagmanschetten und wurde mit rechteckigen, farbigen Kragenspangen mit Knopf- und Schulterriemen getragen. Das Offiziersmuster war aus hellgrauem Stoff mit dunkelgrünem Kragen für die Infanterie, Artillerie und Pioniere und blau für die Kavallerie. Es hatte zwei Reihen zu je sechs Knöpfen, Stehkragen mit rechteckigen Kragenabzeichen und Knöpfen, Seitentaschen, mehr …

  • Tiger-Panzer der SS-Leibstandarte in Nord-Italien

    Kriegsgliederung der Wehrmacht vom 4. Oktober 1943 und die Kapitulation Italiens. Die Aufstellung und Verteilung der Divisionen der Wehrmacht und unterstellter Einheiten von Verbündeten nach der Kapitulation Italiens vom 8. September 1943 und der Entwaffnung der italienischen Truppen und Übernahme derer Frontabschnitte. Als Festungs-Divisionen werden offiziell als ‘bodenständige’ Divisionen bezeichnet, die zur Verteidigung von Küstenabschnitten im Westen aufgestellt wurden und kaum mobil waren. Luftwaffen-Felddivisionen wurden aus überzähligem Boden- und Flak-Personal der Luftwaffe aufgestellt, um das Feldheer zu verstärken, waren aber von geringem Kampfwert, da ihre Soldaten und Offiziere nur wenig Erfahrung im Landkampf hatten. Sicherungs-Divisionen wurden zur Bewachung und Verteidigung von Brücken, Eisenbahnlinien und anderen wichtigen Objekten gegen Partisanen verwendet. Jäger-Divisionen waren leichte und mobile Einheiten für schwieriges Gelände und wurden vor allem zur aktiven Bekämpfung von Partisanen verwendet. Auffallend ist, dass viele der im Süd- und Mittelabschnitt der Ostfront eingesetzten Division seit der Panzerschlacht von Kursk (Juli 1943) weit unter Sollstärke gefallen sind (als ‘Reste’ bezeichnet) und kaum Ersatz erhalten haben dürften, da alle Reserven zur Entwaffnung Italiens und der Übernahme der italienischen Besatzungsgebiete sowie nicht zuletzt zum Kampf gegen die Angloamerikaner in Süd-Italien benötigt wurden. Ebenso wurde in diesem Zeitraum eine weitere Invasion auf dem Balkan in Griechenland für wahrscheinlich gehalten, was bei einem Erfolg auch zu einem Abfall Rumäniens, Ungarns und Bulgariens aus dem Achsen-Bündnis in das Lager der westlichen Alliierten hätte führen können. Schematische Kriegsgliederung der deutschen Wehrmacht, Stand 4.10.1943 Heeres-Gruppe A Heeres-Gruppe Süd: Heeres-Gruppe Mitte: Heeres-Gruppe Nord:   dem OKW unterstellt: Heeresgruppe D, Oberbefehlshaber West: Heeresgruppe B: Oberbefehlshaber Süd: Heeresgruppe F, Oberbefehlshaber Südost: Heeresgruppe E, Oberbefehlshaber Südost (der Heeresgruppe F unterstellt): Ersatzheer und Chef der Heeres-Rüstung: Zahlenmässige Übersicht der vollständig aufgestellten und einsatzbereiten Divisionen der deutschen Wehrmacht, Waffen-SS, des Ersatzheeres und Verbündeten: Insgesamt 353 Divisionen (326 ohne Verbündete, 274 ohne Ersatz-Divisionen) Pz = Panzer; PzGr = Panzer-Grenadier; Inf = Inf; Jäg = Jäger; Geb = Gebirgsjäger; Sich = Sicherungs-; Res = Feld-Ausbildungs-, Reserve oder Ersatz-Divisionen; Lw = Luftwaffen-Feld- und Fallschirmjäger-Divisionen; Verb = unterstellte Divisionen der Verbündeten Die italienische Kapitulation von 1943 Schon unmittelbar nach dem Zusammenbruch der Achsentruppen in Tunesien hatte Hitler die Schaffung eines Sonderstabs angeordnet, um Maßnahmen vorzubereiten, falls Italien einbrechen oder die Seiten wechseln sollte. Da Rommel auch teilweise auf Drängen der Italiener aus Nordafrika zurückberufen worden war, war es naheliegend, dass er diese Vorbereitungen leitete. Der Codename für das Unternehmen war zuerst ‘Alarich’ und später ‘Achse’ und Ziel war es, die italienischen Besatzungszonen in Frankreich und auf dem Balkan zu übernehmen, die Alpenpässe an der italienischen Grenze zu Frankreich und Deutschland, sowie in Italien selbst so viele Gebiete wie möglich unter Kontrolle zu bringen. Deutsche Truppen, welche ursprünglich für Spanien und Portugal vorgesehen waren, falls die Alliierten auf der iberischen Halbinsel landen würden, wurden nun für dieses Unternehmen vorgesehen. Hinzu sollten noch drei Waffen-SS-Divisionen von der Ostfront kommen, was sich dann aber später nicht mehr realisieren ließ. In der Praxis aber veränderte die deutsche Verschiebung der Offensive bei Kursk und die Invasion von Sizilien durch die Alliierten die Einzelheiten der deutschen Pläne. Dazu wurde Rommel noch am 21. Juli 1943 für kurze Zeit nach Saloniki in Griechenland versetzt. Aber immerhin hatten die Deutschen mit ernsthafter Planung für den Fall eines italienischen Ausscheidens aus dem Achsen-Bündnis begonnen, während die Italiener ihr Ausscheiden aus dem Krieg in ebenso dramatischer Weise verpatzten, wie es Mussolini mit dem Kriegseintritt seines Landes zuvor schon getan hatte. Seit einigen Monaten gab es in Italien schon Unzufriedenheit. Der Verlust des Imperiums, die offenkundige Bedrohung durch die Invasion und die Unfähigkeit Italiens oder des deutschen Verbündeten, italienische Städte gegen alliierte Luftangriffe zu verteidigen, verdoppelten die ursprüngliche Unpopularität des Bündnisses mit Deutschland und dem Krieg. Außerdem hatte der Duce, welcher das Regime personifizierte, seine Ausstrahlung, seine politische Feinfühligkeit und offensichtlich auch seine Gesundheit eingebüßt. Die ‘Wachablösung’ vom Februar 1943, mit der Mussolini die Krise Italiens bewältigen wollte, führte einfach nicht zu der Art des nationalen Widerstandswillens, welcher nötig war. Drei Tendenzen der Unzufriedenheit verschmolzen zu einem Umbruch, der das faschistische System zerstörte. Erstens gab es die doktrinären und rabiaten Faschisten unter der Führung von Roberto Farinacci, die das erhoffte energische faschistische Regime wiederbeleben wollten, was die Massen dazu bringen würde, zusammen mit Deutschland gegen die Briten und Amerikaner zu kämpfen. Es gab eine zweite Gruppe unter der Führung von Dino Grandi, der ebenfalls ein Faschist war, aber weit weniger sicher als Farinacci, dass Mussolini immer noch der richtige Mann war, der das Land führen konnte. Grandi wollte Mussolinis Autorität über das Militär verringern, da dieser dies offensichtlich nicht effektiv steuern konnte. Die dritte und wichtigste Gruppe war der Kreis um den Hof und König Viktor Emanuel III. und einiger der militärischen Führer, die Mussolinis Regime ersetzen wollten, damit für Italien ein Weg aus dem Krieg gefunden werden konnte. Durch ein zufällig zeitliches Zusammenfallen, das größtenteils bei allen drei Gruppen durch die offensichtliche Unfähigkeit der deutschen und italienischen Streitkräfte ausgelöst wurde, die Invasion Italiens zu verhindern, spitzten sich diese Komplotte am 24. bis 26. Juli 1943 zu. Auf einem Treffen des Faschisten Großen Rat am 24. und 25. Juli, dem erste seit Oktober 1939, setzten die Gegner Mussolinis mit 19 zu 8 Stimmen einen Misstrauensantrag gegen ihn durch. Dieses Geschehnis machte es dem König leicht, den vorher entworfenen Plan um einen Tag vorzuziehen und Mussolini zu entlassen, anschließend sofort festzunehmen und gleichzeitig die Ernennung von Marshall Pietro Badoglio als Leiter einer neuen Regierung bekannt zugeben. In kürzester Zeit war die faschistische Partei, die seit mehr als zwei Jahrzehnten die italienische Politik beherrschte, praktisch verschwunden, während eine neue Regierung von Bürokraten versuchte, das Land zu retten. Ohne Mut dafür, die Deutschen zu erzürnen und sich den Alliierten zu unterwerfen, dümpelte die Politik Badoglios und seiner militärischen und diplomatischen Mitarbeiter wochenlang vor sich hin. Am Ende musste Badoglio kapitulieren, wie die Alliierten es von Anfang von ihm gefordert hatten. In der Zwischenzeit jedoch hatten die Italiener den Deutschen erlaubt, an wichtigen Stellen in den von Italien besetzten Gebieten, den Alpenpässen aus Frankreich und Deutschland festzusetzen und Schlüsselpositionen in ganz Nord- und Mittelitalien mehr …

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