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Verluste im Zweiten Weltkrieg



Anzahl der Verluste und Opfer im Zweiten Weltkrieg.
Militärische und zivile Menschenverluste, Verluste an Flugzeugen, Kriegsschiffen und Handelsschiffen aller Kriegsteilnehmer 1939 bis 1945.

Pionier-Gräber
Pionier-Gräber im September 1940 (Bild des Großvaters des Autors).

Militärische und zivile Menschenverluste der Kriegsteilnehmer 1939 bis 1945



Alliierte:

NationGefallen oder vermisstVerwundetGefangenZiviltote
Großbritannien395.800277.100172.60060.600 (plus 30.000 in der Handelsmarine)
Australien29.40039.80026.400ca. 250
Kanada39.30053.2009.000-
Indien36.10064.30079.500ca. 500
Neuseeland12.20019.3008.500-
Südafrika8.70014.40014.600-
Britische Kolonien6.8776.97222.323-
Britisches Empire mit Commonwealth insgesamt528.377475.072332.92361.350
Belgien8.000 (1940-45)15.900200.00012.000
Brasilien9434.222-ca. 100
China1.400.000 (2.200.000 1937-45)ca. 1.800.000-8.000.000 (20.000.000 1937-45)
Dänemark1.800--ca. 1.000-2.000
Frankreich122.000 (1939-45)335.000 (1939-45)1.456.500 (1939-45)470.000
Griechenland18.30060.000-415.000 (incl. 260.000 Verhungert)
Niederlande13.700 (1940-45)6.900?150.000 (einschl. in Asien und Vermisster)
Norwegen2.000??3.800
Philippinen27.000--91.000
Polenca. 90.800 (1939-45)ca. 166.700 (1939-45)ca. 1.000.000ca. 5.675.000 (davon 4.800.000 in Todeslagern)
Sowjetunionüber 13.600.000 (incl. 2.600.000 Kriegsgefangene)?ca. 6.000.000ca. 6.700.000
Tschechoslowakei10.000?-215.000
USA405.400671.801139.7096.000
Jugoslawien410.000425.000-1.200.000
Alliierte insgesamt 1939-45ca. 16.638.320ca. 3.960.595ca. 9.462.055ca. 23.061.600

Hinweis zur Sowjetunion: Während der Zeit des Kommunismus blieben Unterlagen über den Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion unter Verschluss und die offiziell angegeben Verlustzahlen waren propagandistische Schönfärbungen. Stalin selbst erklärte im Mai 1946, dass sich die sowjetischen Verluste von 1941 bis 1945 auf 7 Millionen Tote belaufen haben.

Eine genauere Untersuchung im März 2008, bei der die eingetragenen Dienstpflichtigen der Roten Armee überprüft wurden, ergab, dass als tot oder vermisst 14,241 Millionen (970.000 Offiziere und 13.271.269 Wehrpflichtige) Soldaten gelten müssen. Diese Arbeiten sind aber noch nicht abgeschlossen, da weiterhin Kriegsgräber auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion und in Osteuropa untersucht werden.

Achsenmächte:

NationGefallen oder vermisstVerwundetGefangenZiviltote
Deutsches Reichca. 3.250.000ca. 4.606.600ca. 3.400.0002.350.000 (davon 300.000 Nazi-Opfer)
Italien226.900ca. 66.000ca. 350.000ca. 60.000
Japanca. 1.219.000 (1.740.000 1937-45)94.000ca. 810.000 (davon 41.000 Tote)ca. 672.000
Bulgarienca. 20.000ca. 22.000-50.000 (incl. 30-40.000 Juden)
Finnland89.900201.600-3.400
Ungarn136.000ca. 250.000170.000290.000
Rumänienca. 481.000 (davon ca. 100.000 auf sowjetischer Seite)ca. 313.000 (davon ca. 70.000 auf sowjetischer Seite)ca. 100.000340.000
Achsenmächte insgesamt 1939-45ca. 5.422.800ca. 5.553.2004.830.0003.765.400

Gesamtzahl der Opfer:

TotalGefallen oder vermisstVerwundetGefangenZiviltote
Insgesamt22.061.1209.513.79514.292.05526.827.000

Holocaust:

LandErmordete Juden
Baltikum (Estland, Litauen, Lettland)200.000
Belgien und Luxemburg75.000
Bulgarien30.000
Frankreich120.000
Deutschland (1933-45)330.000
Griechenland60.000
Ungarn400.000
Italien12.000
Niederlande177.000
Norwegen und Dänemark1.000
Polen3.000.000
Rumänien230.000
Sowjetunion700.000
Jugoslawien60.000
Insgesamt5.645.000


Flugzeug-Verluste

In Bezug auf die Verluste von Flugzeugen ist es nicht möglich, auf präzise Vergleichswerte zurückzugreifen. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Zu einem haben verschiedene Streitkräfte überhaupt keine offiziellen Angaben publik gemacht.
Zweitens gibt es verschiedene Definition, was ein ‘verlorenes’ Flugzeug ist. Bei der deutschen Luftwaffe zum Beispiel wurden die Verluste nach dem Prozentsatz des Schadens an dem Flugzeug bemessen. Ein Hundert-Prozent-Schaden ist offensichtlich ein Verlust, aber tatsächlich wurden Flugzeuge mit einem Schaden ab 60 Prozent als solchen gewertet. Dagegen wurden Flugzeuge mit einem Schaden von weniger als 60 Prozent als reparaturfähig eingestuft, wenn auch der Umfang und Dauer der Wiederherstellung unterschiedlich war.
Zum Dritten machen die meisten der vorhandenen Verlustzahlen nicht eindeutig klar, ob diese aus allen Ursachen bestanden (Gefechtseinwirkung und die zahlreichen Unfälle bei der Ausbildung, Landung, Transfer usw.) oder nur aus Kampfeinsätzen.

Es ist daher nicht möglich, eine genaue und zuverlässige Übersicht über die Flugzeug-Verluste wiederzugeben, noch nicht einmal für die wichtigsten beteiligten Luftstreitkräfte. Lediglich für die Verluste der alliierten schweren strategischen Bomber in Europa und während der Luftschlacht um England gibt es genaue Zahlen, welche hier aber in die mehr oder weniger genauen vollständigen Angaben eingearbeitet wurden.

Etwaige Flugzeug-Verluste aus Kampfeinsätzen:

Luftstreitkräfteverlorene Flugzeuge
Deutschland ca. 28.000 (ab 10% Schaden vom 1.9.1939 bis 10.1.1945: 40.613 im Einsatz, 10.457 bei Unfällen, 11.442 bei der Ausbildung)
Großbritannien 15.992-22.010 (10.045 Jäger, 11.965 Bomber)
Italien 5.272-6.483 (3.269 im Kampf, 1.771 bei Unfällen, 232 Außerdienststellungen). Andere Quelle 3.380 Jäger und 3.110 Bomber verloren
Japan über 31.500 (38.105 Flugzeuge, davon 17.760 Heeres- und 20.345 Marine-Flugzeuge; andere Quelle etwa 50.000 Flugzeuge, davon 40% im Einsatz und 60% beim Training verloren)
Sowjetunion ca. 56.000 (106.652 bis 31. Dezember 1944 aus allen Ursachen)
USA 22.951 bei Einsätzen, davon 8.420 Jäger und 9.949 Bomber nur in Europa (plus 22.000 aus anderen Ursachen verloren)
Frankreich 413 im Einsatz (250 Jäger, 106 Bomber, 57 Aufklärer), 234 auf dem Boden, 245 bei Unfällen (nur 1940)
Finnland 67 (davon 42 im Einsatz) im Winterkrieg 1939/40; 536 (davon 209 im Einsatz) 1941-44
Niederlande81 (nur Mai 1940)
Polen398 (nur 1939)


Verluste an Kriegsschiffen und Handelsschiffen

Kriegsschiffs-Verluste:

MarinenFlugzeug- trägerSchlacht- schiffeSchwere KreuzerLeichte KreuzerZer- störerGe- leiterU-Boote
USA11273711053
Groß-britannien1053311105879
UdSSR-11233-ca. 100
Australien--1242-
Kanada----611-
Japan1981720134-130
Deutsches Reich-3542816781
Italien-247562884
Frankreich144658-58

Bemerkungen:

  • Zusätzlich wurden 217 deutsche U-Boote bei der Kapitulation im Mai 1945 selbst versenkt. Das vierte deutsche Großkampfschiff, der im ruhenden Umbau befindliche Schlachtkreuzer ‘Gneisenau’, wurde Ende März 1945 selbst versenkt. Alle drei Panzerschiffe (die sogenannten ‘Westentaschen’-Schlachtschiffe) wurden gemäß ihrer im Zweiten Weltkrieg gültigen Klassifizierung als schwere Kreuzer eingerechnet.
  • Bei den Flugzeugträgern wurden auch Geleitträger (aber keine Wasserflugzeug-Träger) eingerechnet.
  • Drei weitere, inaktive japanische Schlachtschiffe kenterten nach US-Luftangriffen kurz vor Kriegsende in ihren Häfen. Bei den japanischen Zerstörern sind auch Geleitzerstörer eingerechnet.
  • Der Großteil der französischen Verluste entstand bei der Selbstversenkung vor dem deutschen Zugriff im November 1942.

Handelsschiffs-Verluste:

 Schiffsraum (t)Anzahl Schiffe
Alliierte im Atlantik16.899.1473.843
Alliierte anderswo5.029.9571.250
Achse Mittelmeer2.190.857597
Japan im Pazifik8.617.2342.345


Panzer-Verluste

siehe Panzer-Verluste an der Ostfront 1941-45


Deutschlands Kriegsverluste

Die Verluste deutsche Volkssubstanz im Zweiten Weltkrieg, welche durch unmittelbare Kriegseinwirkungen entstanden, erreichten rund 6,5 Millionen Menschen. Etwa 3,05 Millionen Tote hatten die Angehörigen der Wehrmacht nur aus den dem Reichsgebiet von 1937 erlitten. Davon wurden 1,65 Millionen bis Oktober 1946 amtlich als tot erklärt. Der andere Teil beruht auf Schätzungen aufgrund der Vermisstenmeldungen und Kriegsgefangenen.
Nach dem Stand von Ende 1946 wurden noch 1,9 Millionen als Kriegsgefangene angenommen, während die Zahl der vermissten Soldaten 1,6 Millionen betrug. Nach Schätzungen mussten davon etwa 400.000 als Gefallene und 800.000 in der Kriegsgefangenschaft als umgekommen angesehen werden. Dies würde etwa 2,85 Millionen Tote Wehrmachtsangehörige ergeben. Weitere 200.000 in der harten sowjetischer Gefangenschaft konnten diese nicht überlebt haben.

Zusätzlich zu diesen Angehörigen der Wehrmacht kommen die Toten der Volksdeutschen aus dem Sudetenland und anderswo. Ohne die österreichischen Wehrmachtsangehörigen muss hier mit mindestens 200.000 weiteren Toten gerechnet werden. Somit ergibt sich eine Summe von etwa 3,25 Millionen deutschen Wehrmachts-Toten von 1939 bis 1945.

Ermordete Volksdeutsche
Ermordete Volksdeutsche in der Tschechoslowakei.
Die Opfer unter der deutschen Zivilbevölkerung setzen sich vor allem aus den Toten der Kriegshandlungen – hier vor allem der Bombenkrieg – und denen aus Vertreibung und Racheaktionen im Osten zusammen.

Zu Beginn wurden die Opferzahlen durch den Luftkrieg – vor allem aus propagandistischen Gründen – übertrieben dargestellt. Verlässlichere Schätzungen kommen auf etwa 100.000 Tote unter der deutschen Zivilbevölkerung durch Luftangriffe (zum Vergleich, in Großbritannien wurden etwa 60.000 Zivilisten durch vom Umfang wesentlich weniger heftige Luftangriffe getötet, was doch statistische Zweifel aufkommen lässt), was damit etwa schon die zivilen Gesamtverluste aller Kriegsteilnehmer aus der Zeit des Ersten Weltkriegs erreichte.

Bei der Flucht und Vertreibung aus den ostdeutschen Gebieten von 1944 bis 1946 gelten 1,55 Millionen Zivilisten als verschollen, welche als tot angesehen werden müssen. Dazu kommen etwa 1 Million Angehöriger deutscher Volksgruppen aus Osteuropa und dem Balkan, insbesondere in Rumänien, Ungarn, Jugoslawien, Tschechoslowakei und Polen.


Die deutschen Zivilverluste belaufen sich damit zusammen auf mindestens 3 Millionen Menschen. Dazu kommen noch etwa 300.000 Deutsche, welche den Nazis aus rassischen, religiösen oder politischen Gründen in den Kriegsjahren zum Opfer gefallen sind.
Dazu können die Opfer unter den Wolgadeutschen und ähnlichen Gruppen in Osteuropa nicht annähernd geschätzt werden.

Bis 1944 lebten etwa 16,5 Millionen Deutsche in den bis dato deutschen Provinzen östlich der Oder und Neiße, in Danzig, Memel, Polen, Rumänien, Ungarn, Jugoslawien und der Tschechoslowakei. Zunächst durften oder mussten von diesen zwei Millionen in ihrer Heimat verbleiben. In Polen verblieben etwa 1,12 Millionen deutsche Volksangehörige, welche der Vertreibung oder Tötung entgingen.

Durch den Zweiten Weltkrieg büßte die deutschstämmige Bevölkerung somit mindestens 6,5 Millionen Angehörige ein. Diese Verluste bestanden zu einem großen Teil aus Menschen der besten und jüngsten Jahrgänge. Auch von den 2,01 Millionen Verwundeten der Wehrmacht und unter den Zivilisten wurden viele dauerhaft Kriegsgeschädigt und konnten keine volle Leistung mehr erbringen.

Die Zahl von 6,5 Millionen toten Deutschen ist eher konservativ geschätzt und die genaue Anzahl dürfte eher mehr als weniger sein.

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Allerdings schien niemand sonst die italienische Begeisterung zu teilen, denn die einzigen Verkäufe in Drittstaaten vor dem Ersten Weltkrieg gingen nach Japan und diese Lieferung wurde für die japanische 6,5-mm-Patrone modifiziert, die sich in den Abmessungen von der italienischen Version unterschied. Im Einsatz erwies sich das Modello 91 jedoch als solide genug, aber die Zusammenführung verschiedener Merkmale im Bereich des Verschlusses und des Magazins führte zu einer Konstruktion, die etwas komplizierter war, als sie hätte sein müssen. Deshalb erforderte das Modello 91 im Einsatz eine beträchtliche Aufmerksamkeit vom Träger. Insbesondere in den Kolonialgebieten in Afrika verursachte das Geradeausspur-Verschlusssystem Ladehemmungen, wenn es schmutzig wurde. Aus dem Modello 91 entstand eine ganze Gruppe von Karabiner-Typen, welche in verschiedenen Varianten für die Kavallerie, Spezialeinheiten, Kanoniere, Pioniere und andere Truppenteile gebaut wurden. Während diese Karabiner handlich und einfach zu tragen waren, litten sie jedoch unter den üblichen Problemen kurzläufiger Waffen, obwohl die Patrone weniger kräftig war, als in woanders verwendeten Typen. Einige dieser Karabiner waren mit Stachelbajonetten ausgestattet, während das Infanteriegewehr Modello 91 ein Messerbajonett hatte. Da das Modello 91 während des Ersten Weltkriegs nur von italienischen Truppen verwendet wurde, sah es hauptsächlich nur Einsätze gegen die Österreich-ungarische Armee entlang der Front an der Grenze, mit dem Höhepunkt während der Schlacht von Caporetto im Jahr 1917. Diese Schlacht führte zu erheblichen Verlusten und Einbußen bei den Italienern und als Folge wurden auch einige britische Divisionen von der Westfront zur Verstärkung geschickt, um die italienische Front zu stabilisieren. Das Ergebnis der Schlacht von Caporetto war nicht nur auf die Leistung des Modello 91 zurückzuführen, welche vieler seiner Zeitgenossen entsprach, aber schon damals war allgemein anerkannt, dass die italienische 6,S-mm-Patrone eher unterdurchschnittlich war und es dem von ihr verschossenen Geschoss generell an Durchschlagskraft fehlte. Doch diese Punkte waren für die Italiener offensichtlich nebensächlich, denn das Modell 91 ließ sich gut handhaben und schoss sehr gut. Die kleine Patrone erzeugte weniger Rückstoß als bei anderen Konstruktionen üblich – obwohl die Karabiner-Versionen genauso schlecht schossen wie von anderen Typen – und das generelle Fehlen von Vorsprüngen und Teilen, an denen sich die Kleidung verfangen konnte, machte das Modello 91 zu einer guten Waffe, um sich durch unwegsames Gelände zu bewegen. Aber selbst heute noch ist der Gesamteindruck, den das Modello 91 hinterlässt, dass es eine etwas kompliziertere Waffe war als andere aus seiner Zeit und trotz der verständlichen Begeisterung der Italiener für ein nationales Produkt war es eine sehr komplexe Waffe. Daher gehörte es im Ersten Weltkrieg eher zu den ‘Mitläufern’ unter den Gewehren. Mannlicher-Carcano M1891 und Modell 38 Wie bereits erwähnt, wurde das hauptsächliche italienische Infanteriegewehr 1890 im Armee-Arsenal von Turin entwickelt und der Name, welches es erhielt, ist ein wenig irreführend. Tatsächlich war der einzige Bestandteil von Mannlicher nur das Magazin mit der 6-Patronen-Klammer. Das einzige Merkmal, welches Carcano zuzurechnen ist, ist der Sicherheitsverschluss und der Name des Generals Parravivino scheint nur aus Höflichkeit eingefügt worden zu sein, da dieser der verantwortliche Offizier der Beschaffungskommission war, welche mit der Entwicklung des neuen Gewehr-Entwurfes beauftragt war. Für alles andere könnte der Name des Gewehrs auch ‘Mauser-Carcano’ lauten, da es sich im Allgemeinen nur um ein modifiziertes Mauser-Gewehr handelt. Das Mannlicher-Patronen-Klammer-System rechtfertigt vielleicht noch eine zusätzliche Erklärung. Wenn auch jedermann diese als ‘Clips’ (englisch für Klammern) bezeichnet, so werden doch die meisten Gewehre durch ein System geladen, was als ‘Chargers’ (Lader) bezeichnet wird. Metallklammern, welche die Griffigkeit der Patronen erhöhen, die per Daumendruck in das Magazin geladen werden und der ‘Charger’ dann entfernt wird. Alle Lee-Enfield und Mauser-Gewehre benutzen dieses System. Beim Clip-System bleiben die Klammern an den Patronen auch nach dem Laden und bilden einen wesentlichen Bestandteil des Magazin-Systems. Ein Mechanismus presst die Patronen aus der Klammer und schiebt sie nach und nach in die Kammer zum Laden. Wenn die letzte Patrone das Magazin verlassen hat, wirft das Mannlicher-System die Klammer durch ein Loch im Boden des Magazins heraus. Zusammen mit dem amerikanischen Garand-Gewehr war das Mannlicher-Carcano der einzige ‘Clip’-Lader, welcher im Zweiten Weltkrieg verwendet wurde – und bei beiden wurde die Klammer nach dem letzten Schuss herausgeworfen. Im Wesentlichen war das M1891 eine funktionstüchtige Infanteriewaffe und auf Augenhöhe mit seinen Zeitgenossen. Es diente mit der Zeit als Grundlage für eine Vielzahl von Variationen und sein Hauptnachteil war die etwas schwache 6,5-mm-Patrone, welche es verschoss. Die Italiener waren sich dieses Nachteils bewusst und führten 1938 eine 7,35-mm-Patrone ein, von der sie hofften, dass diese die 6,5-mm-Patrone ersetzen würde. Unglücklicherweise dachte die italienische Finanzverwaltung anders darüber und so erfolgte der Wechsel des Kalibers niemals in dem erhofften Umfang. Eine geringe Anzahl der Gewehre des Modell 38 mit dem 7,35-mm-Kaliber wurde schließlich hergestellt, aber die 6,5-mm-Waffen waren bei weitem die häufigsten während des gesamten Krieges. Varianten: Es gab eine große Anzahl von Varianten, von denen allerdings nur zwei bedeutend für die Infanterie waren: Karabiner M1891/24: Nach dem 1. Weltkrieg entschieden die Italiener, es den anderen Großmächten gleichzutun und die Unterscheidung in Langgewehre und Karabiner fallen zu lassen. Die Gewehre des Modells 1891 wurden auf eine Lauflänge von 45 cm gekürzt, der Bolzen weiter nach unten versetzt und die Sicht, um das Ziel anvisieren, verbessert. Dies wurde dann das Standard-Armeegewehr. M1938: Die Einführung der 7,35-mm-Patrone verlangte eine leichte Überarbeitung, da diese zu kräftig war um bequem durch den kurzen Lauf des M1891/24 geschossen zu werden. Ein neues Gewehr mit einem 53,3 mehr …

  • Soldaten der slowakischen Schnellen Division im Kampfeinsatz an der Ostfront.

    Slowakische Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg: Divisionen, Stärke und Organisation der Armee und der Luftwaffe 1939 bis 1944. Im März 1939 nutzte Hitler die starken separatistischen Bewegungen innerhalb der Slowakei, um die Tschechoslowakei endgültig zu zerstören. Er bestellte die Führer der slowakischen Volkspartei nach Berlin und teilte ihnen mit, dass er den Ungarn erlauben würde, das Land zu besetzen welches bis 1918 ungarisches Gebiet war, sofern sie sich nicht von der Tschechoslowakei lösen würden. Am nächsten Tag, dem 14. März 1939, erklärte sich die Slowakei für unabhängig. Slowakische Streitkräfte Der neue Staat hatte keine andere Möglichkeit, als sich unter deutschen Schutz zu stellen und ein vorbildlicher Satelliten-Staat des Deutschen Reichs zu werden. Ministerpräsident wurde Josef Tiso, welcher einen Ein-Parteien-Staat mit einer Partie-Miliz, der Hlinka-Garde, nach dem Vorbild der Nazi- und SA-Organisationen aufbaute. Slowakische Armee Der Slowakei wurde es gestattet, ihre eigene Armee aus 6 Divisionen zu unterhalten und das ehemalige tschechoslowakische Gerät zu verwenden, welches innerhalb ihrer Grenzen gelagert war. Da auch die slowakischen Offiziere alle in der ehemaligen hoch-professionellen tschechoslowakischen Armee gedient hatten, waren die neuen Streitkräfte dieser sehr ähnlich, wenn auch alle Einheiten von Grund auf neu reorganisiert werden mussten. Eine Besonderheit war jedoch, dass alle Volksdeutschen in geschlossenen, eigenen Verbänden organisiert wurden, welche zu einem Zeitpunkt ein Artillerie-, ein Pionier- und zwei Infanterie-Regimenter stark waren. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, verfügte die slowakische Armee über drei Infanterie-Divisionen. Diese halfen der Wehrmacht bei ihrem Angriff auf Polen und zwei Divisionen (1. und 3. slowakische Infanterie-Division) besetzten Grenzgebiete, von denen die Slowaken behaupteten, dass sie ihnen gehörten. Diese Zusammenarbeit half der Slowakei sehr, Vertrauen in ihren Status als treuen deutschen Verbündeten zu erlangen und beendete die Gefahr einer Besetzung durch die Ungarn. Die Slowaken hielten es sogar für ratsam, ihre Hilfe gegen die Russen anzubieten, sofern dies auch die Ungarn tun würden. So wurde sie Slowakei sogar der erste Verbündete Deutschlands, welcher sich dem Unternehmen Barbarossa anschloss, was Tiso als den ‘Kreuzzug gegen den Bolschewismus’ taufte. Für den deutschen Angriff auf die Sowjetunion stellten die Slowaken eine leichte Brigade mit 3.500 Mann, welche teilweise motorisiert war und über ein Bataillon tschechoslowakischer leichter Panzer (entspricht dem deutschen Typ PzKpfw 38(t) ) verfügte, und ein Armee-Korps mit zwei Infanterie-Divisionen sowie Divisionstruppen zur Verfügung. Die Gesamtstärke dieser slowakischen Truppenverbände belief sich im Juli 1941 auf 40.393 Mannschaften und 1.346 Offizieren. Im August 1941 wurde beschlossen, die beiden Infanterie-Divisionen in die Slowakei zurückzuschicken und dafür eine Schnelle Division mit 10.000 Mann und eine Sicherungsdivision mit 6.000 Mann einzusetzen. Diese standen unter deutschem operativen Befehl, wenn auch ihre gesamte Verwaltung in slowakischen Händen blieb. Der Elite-Verband der Schnellen Division kämpfte bei Lemberg, Kiew und im Winter 1941/42 am Mius, wo deutsche Offiziere die Slowaken als ‘tapfere Soldaten mit sehr guter Disziplin’ befanden. Die Schnelle Division wurde von den Deutschen sehr geschätzt und als vollwertiger Frontverband eingesetzt. Für 1942 boten die Slowaken an, eine dritte Division an die Ostfront zu entsenden, sofern dann ein vollständiges slowakisches Korps mit den dortigen Divisionen gebildet wird. Dieser Vorschlag wurde aber von den Deutschen nicht akzeptiert. Die slowakische Schnelle Division nahm nach Beginn der Sommeroffensive 1942 an der Eroberung von Rostow zusammen mit der SS-Division Wiking teil. Anschließend marschierte sie im Rahmen der 1. Panzer-Armee in den Kuban vor. Während der sowjetischen Gegenoffensive bei Stalingrad half die Schnelle Division den Rückzug aus dem Kaukasus zu decken und wurde dabei fast bei Krasnodar eingeschlossen. Die Überlebenden mussten über eine Luftbrücke ausgeflogen werden, wobei sie ihr gesamtes schweres Gerät zurücklassen mussten. In der Zwischenzeit befanden sich die slowakischen Sicherungs-Divisionen noch in der Ukraine im Einsatz. Während des Jahres 1943 wurde die Reste der Schnellen Division zur slowakischen 1. Infanterie-Division reorganisiert und wurde zum Küstenschutz am Schwarzen Meer eingesetzt. Auch die anderen slowakischen Einheiten, welche an der Ostfront kämpften, hatten große Verluste und wurden aus der Frontlinie herausgezogen und zu Sicherungsaufgaben verwendet. Die Stimmung und Moral fiel ab und beide Divisionen begannen Soldaten durch Desertion zu verlieren. So schlugen die slowakischen Verantwortlichen vor, die beiden Infanterie-Divisionen auf den Balkan oder nach Westeuropa zu verlegen, aber dies wurde von deutscher Seite abgelehnt. Darauf hin verlangten die Slowaken die Rückverlegung der Divisionen in die Slowakei, was wiederum abgelehnt wurde. Es wurde lediglich zugestanden, die slowakischen Divisionen nicht in der Frontlinie einzusetzen, sondern nur für Sicherungsaufgaben. Als dann ein russischer Durchbruch doch den Einsatz der Divisionen erzwang, erwiesen sich die Truppen als unzuverlässig. So wurden sie 1944 in die Reserve überführt, entwaffnet und in Bau-Brigaden umgewandelt, wobei die 1. Brigade in Rumänien und Ungarn und die 2. Brigade in Italien eingesetzt wurde. Unterdessen hatte die Slowakei damit begonnen, zwei neue Divisionen (1. und 2. slowakische Infanterie-Division) aufzustellen, um die Karpaten-Pässe gegen die aufkommenden Sowjets zu verteidigen. Eine dritte Infanterie-Division wurde gerade im Herzen der Slowakei neu aufgestellt, als ein von der Partisanenbewegung ausgehender Aufstand Ende August 1944 ausbrach. Aus Sicht der slowakischen Armeeführung war dieser Aufstand zu früh erfolgt und musste scheitern, weshalb sich die beiden Infanterie-Divisionen von deutschen Truppen entwaffnen ließen. Viele ihrer Soldaten schlossen sich aber den Partisanen in der zentralen Slowakei an und hielten bis Oktober 1944 aus, unterstützt durch eine alliierte Exil-tschechoslowakische Luftlande-Brigade, welche von den Russen eingeflogen wurde und auch viele Deserteure und freigelassene Kriegsgefangene der ehemaligen Schnellen Division beinhaltete. Die Tiso-Regierung blieb an der Macht, unterstützt durch ihre Hlinka-Garde und einer kleinen Streitmacht loyaler Armee-Einheiten. Diese bestanden im Februar 1945 aus einem Infanterie-Regiment, einem Flak-Regiment und einer Artillerie-Batterie. Alle ‘Volks-Deutschen’ kamen zur Wehrmacht, während diese dafür im Austausch Angehörige mit slowakischen Wurzeln zu den slowakischen Einheiten schickte. Aus Teilen der zwei entwaffneten slowakischen Infanterie-Divisionen wurden zwei weitere Baubrigaden gebildet. Die slowakische Armee verwendete hauptsächlich ehemaliges tschechoslowakisches Gerät, obwohl von Deutschland einige Granatwerfer, Panzerabwehrkanonen, Feldkanonen und Flugabwehrgeschütze geliefert wurden. Die slowakische Politik bestand in einer schnellen Rotation zwischen der Heimatarmee und den Divisionen in Russland und ging sogar so weit, dass selbst während der Kriegszeit Wehrpflichtige aus der Armee entlassen wurden, wenn ihre reguläre Dienstzeit beendet war. 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    Tiger II – deutscher schwerer Panzerkampfwagen VI Ausf. B (Königstiger, Tiger II). Feuerkraft, Schutz, Feuerkraft und Mobilität im Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und 3d-Modell (Teil II). hier zu Teil I vom Königstiger: Geschichte, Herstellung, Einsatz, Bilder und Video. Leistung des Königstigers im Einsatz Feuerkraft Der Tiger II verwendete die KwK 43, welche von der 88-mm Pak 43 abgeleitet war und allgemein als beste Panzerabwehrkanone des Zweiten Weltkrieges gilt. Diese Waffen hatten eine dramatisch verbesserte Leistung gegenüber der ursprünglichen 88-mm Flak. Was in einem Panzer geschah, wenn ihn lediglich nur eine Granate der schwächeren 88-mm-Flak getroffen hatte, wurde von einem amerikanischen Offizier 1943 wie folgt beschrieben: ‘Wir konnten tatsächlich die Granaten sehen, welche knapp über den Boden wie ein springender Stein auf der Wasseroberfläche auf uns zukamen. Ein Granatsplitter kam direkt durch das Rohr unserer Kanone hindurch, verursachte aber keine schweren Verletzungen unter der Besatzung. Eine andere Granate ging wie ein Hase durch die Drehgestell-Räder unter dem Panzer durch und riss die andere Seite auf. Eine weitere traf den Turm, detonierte aber nicht. Dann traf eine Granate unser Ketten-Aufhängungssystem. Jeder Treffer verursachte ein Geräusch wie ein gigantischer Amboss oder riesige Glocke und ließ unsere Ohren klingeln. Sobald unsere Kanone wieder schussbereit war, begannen wir zu schießen. Dann zerschlug eine weitere Granate unseren linken, hinteren Treibstofftank. Brennendes Benzin spritzte über die Rückseite unseres Panzers, die Ketten und auf den Boden bei uns. Ich schrie zu meinen Jungs, dass es jetzt an der Zeit wäre zu gehen. Wir sprangen aus unserem Panzer wie Erbsen aus einer heißen Schote, noch bevor der Panzer zum Stehen kam.’ Welcher Schaden tatsächlich an einem Panzer geschah, wenn er von einer Hochgeschwindigkeits-Granate einer Acht-Acht-Kanone getroffen wurde, ist abhängig von einer Reihe von Bedingungen. Der prinzipielle Schaden entsteht dadurch, wenn die Granate die Panzerung durchschlägt und den anschließenden Querschlägern des Geschosses innerhalb des getroffenen Fahrzeuges. Neben dem in das Fahrzeug eingedrungene Geschoss wird auch die Panzerung durch Absplitterung in Mitleidenschaft gezogen. Dies geschieht durch den Aufprall des Geschosses auf die Panzerung und verteilt davon Fragmente mit hoher Beschleunigung innerhalb des Fahrzeuges. Ein Bergungsexperte der amerikanischen Armee in Westeuropa 1944/45, welcher zerstörte oder brennende Panzer seiner Einheit untersuchte, beschreibt die Zustände innerhalb eines Sherman-Panzers nach dem Treffer einer Acht-Acht wie folgt: ‘Es war nicht schön. Eine 88-mm-Granate, welche innerhalb des Panzers umherrotiert war, hat jedes Besatzungsmitglied, welches das Pech hatte, in dessen Weg gestanden zu haben, zerschmettert. Wenn der Panzer von einer Acht-Acht getroffen und in Brand geraten war, konnte der Geruch von verbrannten Fleisch überwältigend sein. Durch die starke Hitze eines brennenden Panzers schrumpften die verbrannten Körper seiner Besatzung auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Größe’. Die Verletzung, welche von den Hochgeschwindigkeits-Panzerabwehrgranaten der deutschen Geschütze innerhalb durchschlagener amerikanischer Panzer verursacht wurden, waren so schrecklich, dass es bei der 4. US-Panzer-Division eine feste Regel gab, dass wenn die Besatzung einen getroffenen Panzer verlassen hatte, nur verwundeten Kameraden nach außerhalb des Fahrzeuges geholfen werden durfte. Wenn irgendeiner der Panzerleute getötet wurde, war es den überlebenden Besatzungsmitgliedern verboten, diese Körper aus dem Fahrzeug zu bergen. Stattdessen wurden Bergefahrzeuge eingesetzt, den getroffenen Panzer nach hinten abzuschleppen, wo Hilfskräfte deren Überbleibsel entfernten. Der Grund dafür war, dass die Panzerbesatzungen niemals sehen sollten, auf welche schreckliche Weise sie innerhalb ihrer Fahrzeuge sterben können, wenn diese von einer deutschen Panzerabwehrgranate getroffen werden. Dies hätte ihre Moral und Aggressivität beim nächsten Gefecht mit deutschen Truppen nachhaltig beeinflusst. Schutz Während des Zweiten Weltkrieges war das einzige Material, welches für die Panzerung verfügbar war, Stahl. Der Schutz stieg mit der Dicke der Stahlpanzerung an, hatte aber den Nachteil des zunehmend größeren Gewichts. Da die Fahrzeugtechnologie in dieser Zeit nicht in der Lage war, Panzer mit einem starken Schutz und gleichzeitiger großer Mobilität zu konstruieren, waren die Entwürfe ein Kompromiss. Beim Tiger wurde Schutz der Mobilität vorgezogen. Trotzdem kann kein Panzer gegen Bedrohungen aus allen Richtungen und Entfernungen geschützt werden. Deshalb setzten zeitgenössische Konstrukteure ihren gesunden Menschenverstand ein, um die Panzer möglichst gut zu schützen. Heute wissen wir, dass die Frontpanzerung der Fahrzeuge zu 60° Grad für den optimalen Schutz angewinkelt sein sollte. Beim Tiger II wurde aufgrund der Erfahrungen mit dem russischen T-34-Panzer, ebenso wie schon zuvor beim Entwurf des PzKpfw V Panther, angewinkelte Panzerung verwendet, welche die Effektivität des Schutzes stark verbesserte. Dies geschieht auf zwei Weisen: erstens, weil es die Dicke der Panzerung in der Horizontalen vergrößert und zweitens, weil diese weniger Angriffsfläche für ein Geschoss bietet, was zudem noch dadurch eher abprallen als durchschlagen kann. Die Effektivität der Panzerung des Tiger II wird aus einem Gefecht aus dem Jahr 1945 klar, als ein Tiger II einen Sherman-Panzer überraschend aus weniger als 150 Metern abschoss. Die fünf anderen Sherman-Panzer eröffneten daraufhin das Feuer aus weniger als 200 bis 600 Metern und erzielten fünf oder sechs Treffer auf die Vorderseite des Tigers. Sie prallten alle ab, der Tiger II fuhr zurück und war weg. Die amerikanischen Panzerbesatzungen bemerkten zu dem Vorfall, wenn sie Panzer wie den Königstiger hätten, würden sie noch heute den Krieg gewinnen. Bei der US-Army mussten vor allem die M4 Sherman gegen den Tiger ‘ran’. Das amerikanische panzerbrechende Standard-Geschoss M61 für die 75-mm-Kanone prallte allerdings sowohl beim Tiger I als auch beim Königstiger an der Frontpanzerung und manchmal sogar an der Seitenpanzerung einfach ab. Selbst der verbesserte Sherman mit der 76-mm-Kanone konnte beide Tiger-Modelle aus Entfernungen von über 50 Meter nicht frontal durchschlagen. Der einzige bedrohliche Gegner für den Tiger II war der sowjetische Josef-Stalin-Panzer. Der JS-2 erschien erstmals im Februar 1944 auf dem Schlachtfeld und war so wirksam gegen den Tiger I, dass dessen Besatzungen angewiesen wurden, immer zuerst diesen schweren sowjetischen Panzer bei seinem Auftreten zu bekämpfen. Im Februar 1945 wurden 21 Tiger II der schweren 503. SS-Panzer-Abteilung für einen Gegenangriff beim bedrohten Danzig in vier Kampfgruppen eingesetzt. Karl Bormann war einer der Panzerkommandanten und berichtete, dass alleine seine Mannschaft dabei innerhalb von sechs Wochen 66 sowjetische Panzer, 44 Geschütze und 15 Lastkraftwagen zerstört hat. Um auf die Bedrohung durch die Tiger II zu reagieren, brachte die sowjetische 2. Garde-Panzer-Armee ihre zahlreichen JS-2-Panzer mit mehr …

10 Kommentare zu „Verluste im Zweiten Weltkrieg“

  1. Es wird der Tag kommen, da werden wir die genauen Zahlen erfahren und wer sie jeweils wen auf dem Gewissen hat.
    P.S. Was ist mit den Toten nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland, die in die Millionen geht? Die Kriegsschuldigen haben aber keinerlei Rechte bzw. diese Toten dürfen nicht genannt werden …..

  2. Dieter Lenzen

    Ein kleiner Fehler ist bei dem “angeblich in Umbau/Reparatur” befindlichen Schlachtschiff Scharnhorst aufgetreten. Es handelt sich um das Schlachtschiff Gneisenau. Die Scharnhorst wurde am 26.12.1943 am Nordkap versenkt.
    Bitte die Angaben korrigieren!!

  3. Michael Deim

    Meinen Recherchen ergaben, das die Verluste der Wehrmacht, inclusive. Der Kriegsgefangenen die während der Gefangenschaft umkamen Minimum 5 mio Mann betrugen. Bei der roten Armee waren es Minimum 23 mio mann inclusive der 3,5 mio mann die in deutscher Gefangenschaft umgekommen sind, da 30 % der russischen Soldaten nicht registriert wurden. Somit nicht erfasst wurden. Das hat sich herausgestellt als in den letzten Jahren Massengräber geöffnet wurden. Sehr traurig was da alles passiert ist!!

    1. Zahlreiche abgeglichene Quellen, die wichtigsten sind
      World War II – A statistical survey (John Ellis)
      Chronology of World War II (Christopher Argyle)
      Das Dritte Reich (Kurt Zentner)

  4. Ich stimme hier voll zu. Diese Juden waren auch nicht nach ihre Religion hingerichtet, sonder nach Rassen-Rechtlinien, die gerne auch angepasst wurden, wenn jemand zum Beispiel der Besitzer von einem schönen Haus war.

  5. Jeder Tote war einer zu viel. Niemand hat mehr Deutsche auf dem Gewissen, als die Nationalsozialisten, niemand hat mehr deutsche Soldaten sinnlos geopfert und das Reichsgebiet nachhaltiger verkleinert. Wie viele Leben, wie viele zerrissene Schicksale … Schlimmer ist noch, dass hierdurch die Großmächte entstanden sind, welche seit dem 2. WK andauernd für Kriege und Aufstände weltweit gesorgt haben. Gelernt hat niemand etwas.

  6. die deutschen Zivilveluste betrugen ungefähr 4 Millionen und die Militärtoten 4,5 Millionen.Es ist unnötig , die Zahl der deutscehn Opfer ständig zu verniedlichen und dann jeden Juden dreifach zu zählen !!!

    1. Warum trennen wir immer noch nach Religionszugehörigkeit? Juden sind und waren Deutsche, Polen, Russen oder sonstiger Nationalität.

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