Ford Maultier


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Im Blickpunkt:
  • Panzerkreuzer Blücher

    Deutscher Panzerkreuzer Blücher und das Gefecht auf der Doggerbank im Ersten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder. Der Panzerkreuzer SMS Blücher ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein völlig ungeeignetes Kriegsschiff entstehen kann. Panzerkreuzer Blücher Das Schiff wurde überstürzt entworfen und gebaut, um einer fälschlicherweise wahrgenommene Bedrohung durch eine rivalisierende Seemacht entgegenzutreten. Ursache war, dass die Briten ihr ersten Schlachtkreuzer unter großer Geheimhaltung bauten und diese bewusst irreführend als ‘Panzerkreuzer’ bezeichneten. Diese Panzerkreuzer hatten normalerweise eine Wasserverdrängung von über 13.500 Tonnen und eine Bewaffnung aus einem Mix von 233,7-mm und 190,5-mm-Geschützen, und es war einfach, die Deutschen glauben zu lassen, dass die neuen Schiffe eine Größe von 16.000 Tonnen mit einer Bewaffnung von acht 233,7-mm-Kanonen hatten. Tatsächlich hatten die schnellen Schlachtkreuzer der ‘Invincible’-Klasse jedoch 17.500 Tonnen und eine Bewaffnung von ach 304,8-mm-Geschützen. Als Antwort legten die jedoch etwas unsicheren deutschen Marineplaner erst einmal vorsichtig nur ein Schiff der ‘Blücher’-Klasse auf Stapel. Durch den Einbau einer Batterie aus 12 Geschützen in sechs hexagonal angeordneten Türmen, ähnlich wie in den neuen Schlachtschiffen der ‘Nassau’-Klasse, erwarteten sie einen Vorteil in der Breitseite. Nicht nur, dass die 210-mm-Geschütze der ‘Blücher’ die britischen 233,7-mm-Kanonen an Reichweite übertreffen würden, auch die verschossene Breitseite wog fast 1.134 kg gegenüber den 862 kg der erwarteten fünf 233,7-mm-Kanonen in Einzeltürmen. Anfangs wurden die Briten durch den Erfolg ihrer eigenen Täuschung ihrerseits erst einmal verwirrt. Noch 1908 wurde im maßgeblichen Marine-Jahrbuch Brassey’s Naval Annual zwar die Anzahl der Türme bei der ‘Blücher’ richtig angegeben, jedoch sollten vier davon über je zwei 280-mm-Geschütze und zwei Einzeltürme jeweils über ein 280-mm-Geschütz verfügen. Bei einem Schiff dieser Größe, so wird festgestellt, sollte dieses Kaliber die mindeste zu erwartende Bewaffnung sein. Nachdem die wahre Natur der britischen ‘Invincible’-Klasse bekannt wurde, so hatte man in Deutschland keine andere Wahl, als das einmal begonnene Schiff als ‘Super-Panzerkreuzer’ mit Panzergürtel über die volle Länge, zwei Panzerdecks und einer Geschwindigkeit von lediglich 26 Knoten fertigzustellen. Jedoch machte man dann den Fehler, diesen wohl besten jemals gebauten Panzerkreuzer zusammen mit den schnellen und stärker bewaffneten Schlachtkreuzern einzusetzen. ‘Blücher’ war langsamer und schlechter bewaffnet, als sie 1915 während der Schlacht auf der Doggerbank an das Ende von Hippers Schlachtlinie gesetzt wurde. Sie zwang die deutschen Schlachtkreuzer auf ihrem Rückzug dazu, nicht mit voller Fahrt laufen zu können und geriet als erste unter das Feuer der weiter tragenden 304,8-mm-Granaten der britischen Schlachtkreuzer, welche bei diesem steilen Einschlagswinkel die Panzerdecks durchschlugen und so zu ihrem Untergang führten. Spezifikationen Panzerkreuzer Blücher Spezifikationen: Schlacht auf der Doggerbank Deutsche Schlachtkreuzer hatten erstmals im Dezember 1941 die englische Küste beschossen, worauf Beatty mit seinen britischen Schlachtkreuzern eine allerdings ergebnislosen Vergeltungs-Operation in die Deutsche Bucht versuchte. Da die britischen Unternehmungen im Bereich der Doggerbank fortgesetzt wurden, befahl die deutsche Admiralität dem Schlachtkreuzer-Verband von Vizeadmiral Hipper auszulaufen. Sein Geschwader bestand aus drei modernen Schlachtkreuzern und dem großen Panzerkreuzer Blücher, dazu kamen sechs Leichte Kreuzer und über zwanzig Torpedoboote. Sein Auftrag lautete, im Morgengrauen des 24. Januar 1915 die Doggerbank nach britischen Seestreitkräften abzusuchen und diese zu bekämpfen. Dahinter stand der Gedanke, überraschend mit größeren Schiffen leichte britische Aufklärungseinheiten zu versenken. Allerdings hatte ein einziges Ereignis großen Einfluss auf den Seekrieg in der Nordsee und dies praktisch fast für die gesamte Dauer des Ersten Weltkriegs. Der deutsche leichte Kreuzer Magedburg sank nämlich in der Ostsee, wobei ein Codebuch über Bord geworfen oder weggeschwemmt wurde. Die Russen konnten es bergen und obwohl es wasserdurchtränkt war, konnte es immer noch gelesen werden. Es beinhaltete alle militärischen Koordinaten, sowohl für die Ostsee als auch die Nordsee. Die Russen gaben diese Informationen an die Briten weiter und da der Code in Deutschland niemals mehr wesentlich während des Krieges verändert wurde, erhielt die Royal Navy von nun an durch abgehörte deutsche Funksprüche eine genaue Vorstellung der Unternehmungen deutscher Kriegsschiffe. So konnte die britische Funkaufklärung den Befehl an Hipper abfangen und die Koordinaten seines Operationsgebietes entschlüsseln. So lief nur fünfzehn Minuten nach Hipper auch Beatty mit seinen fünf Schlachtkreuzern und einem leichten Kreuzergeschwader aus dem Firth of Forth aus. Beatty hatte dabei die drei neusten britischen Schlachtkreuzer in seinem Verband, welche eine leicht höhere Geschwindigkeit hatten und mit 34,3-cm-Geschützen statt der 30,5-cm und 28-cm-Geschützen auf deutscher Seite bewaffnet waren. Allerdings hatten die deutschen Schlachtkreuzer eine etwas bessere Panzerung, zuverlässigere Granaten und ein überlegenes Feuerleitsystem und die Geschütztürme erlaubten durch ihre größere Überhöhung eine weitere Schussweite. Beatty vertraute aber noch auf Verstärkung durch Commodore Tyrwhitts leichte Kreuzer und Zerstörer, mit denen er sich am nächsten Morgen um 7 Uhr etwa 30 Seemeilen nördlich der Doggerbank und 180 Seemeilen westlich von Helgoland treffen wollte. An dieser Stelle nahmen die Briten an, würde auch Hipper zu diesem Zeitpunkt eintreffen. Das Schlachtkreuzer-Gefecht Etwas früher erreichten alle drei britischen Geschwader diese Stelle bei ruhiger See mit guter Sicht am frühen Morgen des 24. Januar 1915. Und wie auf Bestellung erschienen einige Minuten später tatsächlich Hippers Schiffe. Als die Deutschen die Dreibein-Masten der britischen Schiffe erkannten, drehten sie schnell ab, um zu ihren Stützpunkten zurückzulaufen. Dabei Übernahm der Schlachtkreuzer Sedylitz, das Flaggschiff Hippers, die Spitze. Hinter ihm liefen die beiden anderen Schlachtkreuzer Moltke und Derfflinger. Der ältere und langsamere Panzerkreuzer Blücher war das letzte der Schiffe in der Linie der deutschen Großkampfschiffe. Die drei neueren britischen Schlachtkreuzer Lion, Tiger und Princess Royal fuhren bald seitlich nach Süden versetzt mit 29 Knoten hinter den deutschen Schiffen her, was ihnen die Möglichkeit gab, diese von ihren Stützpunkten abzuschneiden. Die älteren Schlachtkreuzer New Zealand und Indomitable konnten diese Geschwindigkeit nicht erreichen und fielen zurück. Noch vor 9 Uhr eröffnete das Flaggschiff von Beatty, die Lion, die ersten Probeschüsse und erzielte kurz danach einen Treffer auf dem Panzerkreuzer Blücher.   Als die Entfernung zu den deutschen Schiffen weiter abnahm, konnte Lion den Schlachtkreuzer Derfflinger beschießen. Die gerade in Dienst gestellte Tiger, das einzige britische Schiff mit einem Feuerleitsystem auf der Doggerbank, übernahm nun das Feuer auf den Panzerkreuzer Blücher. Beatty beabsichtigte, so nahe heranzukommen, bis auch das deutsche Flaggschiff an der Spitze beschossen werden kann. Nach britischer Gefechtsvorschrift sollte jedes Schiff das mehr …

  • Uniformen, Stärke, und Organisation der Armee von Belgien im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 und die Invasion Belgiens. Belgische Armee im Jahr 1914 Belgien lag 1914 direkt im Weg des deutschen Hauptschlags und verfügte über eine Armee aus 6 Infanterie-Divisionen mit insgesamt rund 117.000 Soldaten sowie 3 Festungsgarnisonen in Antwerpen, Lüttich und Namur. Da Belgien neutral war, standen zwei Infanterie-Divisionen an der französischen Grenze, eine in Antwerpen gegen eine womögliche britische Landung gerichtet und eine bei Lüttich gegen Deutschland. Der Rest befand sich in der zentralen Reserve. Unter Berufung auf seine Neutralität hatte Belgien seine Armee vernachlässigt. Der Dienst in ihr war unpopulär, die Ausbildung stark eingeschränkt, die Moral niedrig und das Offizierskorps war ernstlich zerstritten. Die Festungen waren veraltet und Verbesserungen, welche bereits im Jahr 1882 geplant waren, immer noch unvollständig umgesetzt und waren sowieso schon durch die Waffenentwicklung wieder überholt. Es gab nur einen Lichtblick: König Albert, 39 Jahre alt, intelligent und mutig. Er hatte eine große persönliche Integrität und wenn er auch nicht die Armee in Friedenszeiten kontrollierte, sah die Verfassung vor, dass er sie im Kriegsfalle zu befehligen habe. Uniformen der belgischen Armee Im Jahr 1914 befanden sich die belgischen Uniformen in einem Prozess von Veränderungen. Der Königliche Erlass vom 19. September 1911 veränderte die Uniformen der Offiziere sowie die Rangabzeichen für die unteren Ränge. Ein Rundschreiben vom 26. März 1913 ersetzt die steife Tunika und Dolman mit einer praktischeren Tunika (Vareuse) und veränderte die Abzeichenfarbe der Infanterie von Scharlach zu Grau-blau. Das typische Aussehen von Offizieren während eines Feldzugs wird in dem rechten Bild gezeigt. An der Stelle des Käppi trugen Offiziere entweder ihre unverwechselbare Kopfbedeckung oder die Seitenmütze. Sowohl die Doppel-Tunika als auch der M.1863 Dolman wurden im Jahr 1913 durch ein neues Muster der Tunika ersetzt, aber die alten Modelle wurden auch weiterhin benutzt, bis sie abgenutzt waren. Die M.1913 Tunika war ein Einreiher mit Stehkragen (Passants), neun vergoldeten Metall-Knöpfen auf der Vorderseite, schrägen Brusttaschen mit rechteckigen Klappen und Knopf sowie schrägen Seitentaschen auf der Rundung mit Klappen, runde oder spitze Bündchen mit einem rechteckigen Schnitt und drei Knöpfen auf der Außenseite, sowie angedeutete Taschen auf der Rückseite mit zwei ‘blinden’ Klappen mit je zwei Knöpfen. Die vordere und die obere Kante des Kragens und der Vorderseite wurden durch Bündchen und Taschenklappen in Abzeichenfarbe markiert. Der Mantel war das Modell aus der Friedenszeit, ein Zweireiher mit Fallkragen und zwei Reihen zu je fünf vergoldeten Metallknöpfe, Seitentaschen mit Patte, Halbgürtel und Schlitz auf der Rückseite, der durch zwei Knöpfe befestigt war. Berittene Offiziere trug einen ellbogenlangen Umhang. Reithosen waren grau-blau, Streifen oder Lampassen und wurden mit Reitstiefel und Ledergamaschen oder Gamaschen getragen. Andere Ränge trugen die ebenfalls in dem ersten Bild dargestellten Uniformen. Grenadiere trugen eine deutsche Musterfeldmütze mit scharlachroten Band, während die Radfahrer-Karabiniere die kegelförmige Feldmütze mit Kinnriemen und Spitze trugen. Diese Friedenszeiten-Uniformen waren völlig ungeeignet für die moderne Kriegsführung und fast sofort wurde damit begonnen, praktischer Uniformen zur Verfügung zu stellen. Diese wurde als ‘Yser’-Uniformen bekannt, da sie vor allem von den 58.000 Männer, welche am Fluss Yser kämpften, getragen wurden. Die markante Kopfbedeckung und farbige Feldmützen wurden durch Käppis in weichen blauen oder grünen Farben ersetzt. Die Tunika war entweder dunkelblau oder grau und war ein Einreiher mit Standplatzkragen und sieben grauen Metall-Knöpfen auf der Vorderseite. Sie hatte aufgesetzte Brustfalten und Seitentaschen mit rechteckigen Klappe und wies Bündchen in den Waffenfarben auf, sowie angedeutete Taschenklappen auf der Rückseite mit jeweils mit zwei Knöpfen. Die blau-grauen Hosen wurden von weinroten Cord-Hosen (Satin) ersetzt, welche mit blauen Gamaschen und Stiefeletten getragen wurden. Knappheit bei den belgischen Uniformen wurden durch die zusätzliche Verwendung von französischen Uniformteilen wettgemacht. Im Frühjahr 1915 führte die belgische Armee das Khaki ein – nicht so sehr, weil es die Farbe ihrer Wahl war, sondern weil Großbritannien genügend Material davon liefern konnte. Die Offiziers-Uniform war eng nach dem britischen Muster modelliert, während die Uniform der anderen Ränge mehr den französischen Soldaten ähnelte. Fehlbestände an richtigen belgischen Uniformteilen wurden durch die Verwendung von britischen und amerikanischen Beständen ausgeglichen. Die Schirmmütze war Khaki mit einem passendem Tuch darauf, braunem Leder (vergoldet für Generäle), Kinnriemen und Reihen von Abzeichen in der Waffenfarbe um die Krone herum. Generäle hatten ein karminroten Kappenband. Auf der Vorderseite wurde die Einheit oder Rangabzeichen getragen; in Metall oder als Stickerei, mit der kreisförmigen Kokarde in den belgischen Farben darüber – rot, gelb und schwarz. Der Seitendeckel hatte eine Quaste und Abzeichen in der Farbe der Waffengattung für Mannschaften und Quaste und Trimmen entsprechend dem Rang für Offiziere. Typische Uniformen für Offiziere und Mannschaften sind auf dem rechten Bild dargestellt. Die anderen Ränge hatten einen Mantel mit zwei Reihen von fünf bronzenen Knöpfen, schräge Brusttaschen und Seitentaschen mit Patte. Schulterstücke wurden auf der Schulter mit einem Knopf an jedem Ende befestigt und zeigte die Farbe der Waffengattung an. Offiziersmäntel kamen in einer Vielzahl von Schnitten mit vielen detaillierten Unterschiede zwischen dem einem und dem anderen vor, aber sie waren in der Regel vom gleichen Schnitt wie der Mantel aus der Friedenszeit. Breite Hosen gab es für Offiziere, während nicht-berittene Mannschaften nur Khaki-Hosen passend mit Stiefeletten, entweder aus Leder oder Gamaschen hatten. Berittene Soldaten und Radfahrer hatten Hosen und Ledergamaschen. Gegen Ende des Jahres 1915 wurde der französische Adrian-Helm mit Löwenkopf auf der Vorderseite bei den belgischen Truppen nach und nach eingeführt. Im August 1918 wurde der italienische Farina-Helm mit Körper- und Armschutz Tests unterzogen, aber nicht angenommen. Im Dezember 1918 wurde ein belgischer gestalteter Helm, nach seinem Designer Weekers benannt, in begrenzten Stückzahlen eingeführt. Dieser war ungewöhnlich, da er ein Visier und eine kreisförmige gestanzter Metall-Kokarde in den Nationalfarben auf der linken Seite hatten. Zu Beginn des 1. Weltkrieg bestand die belgische Infanterieausrüstung aus einem schwarzen Leder-Gürtel, an der eine einzelne Patronentasche vorne hing, sowie Bajonett und Linnemann-Schanzwerkzeug an der linken Hüfte befestigt waren. Brotbeutel und eine mit Tuch bedeckten Aluminium-Wasserflasche wurden von der rechten Schulter befestigt. Die Ausrüstung hatte eine Kuhhaut-Klappe auf dem das schwarz lackierte Aluminium-Kochgeschirr geschnallt wurde. Im Jahr 1915 wurde begonnen, Ausrüstung in mehr …

  • Kriegstagebuch 1940

    Kriegstagebuch 1940 Das Jahr 1940 ist geprägt vom Westfeldzug, dem klassischen Blitzkrieg, und der Schlacht um England. Am Tag des Waffenstillstands vom 1. Weltkrieg am 11. November 1918, war Frankreich unbestreitbar die stärkste militärische Macht der Welt. Nach mehr als vier Jahren heroischen, siegreichem Kampf, hatte die Nation zusammen ihren Verbündeten den tödlichen Gegner, das kaiserliche Deutschland gedemütigt und entwaffnet. Kriegstagebuch für das Jahr 1940 Wie konnte es sein, dass ein wenig mehr als 20 Jahre später die französischen Streitkräften in nur sechs Wochen auf demütigende Weise besiegt wurden ? Noch dazu, durch ein deutsches ‘Anfänger’-Heer und Luftwaffe, welche nicht länger als fünf Jahre existierten ! Im Angesicht der abgelaufenen Ereignisse ist die Arroganz, die Sturheit und die Kurzsichtigkeit der französischen Generäle ganz unglaublich. So befahl zum Beispiel, nur wenige Tage bevor Guderians Panzerkorps durch die Wälder der Ardennen strömte, General Huntziger, Kommandant der französischen 2. Armee, die Beseitigung aller Panzerabwehrhindernisse von den Straßen in diesem Gebiet mit der Begründung, dass ihre Existenz im Widerspruch zu den erhaltenen Befehlen stand. Noch unglaublicher ist immer noch Marschall Petains verächtliche Vernachlässigung des Wertes von gepanzerten Fahrzeugen und Flugzeugen in einem neuen, großen europäischen Krieg. Kriegstagebücher für die einzelnen Monate des Jahres 1940: Westfeldzug 1940 Unvermeidlich hat die Senilität des französischen Generalstabs, zusammen mit einer schwachen Regierung – dem Erbe der fast ununterbrochenen Reihe von politischen Krisen in Frankreich vom Februar 1934 bis zum Vorabend des Hitler-Blitzkriegs – drastische Auswirkungen auf die Einstellung zur Wiederbewaffnung und die Moral und Leistung der Streitkräfte. Schon 1931 hatte die Weltwirtschaftskrise die Vollendung der legendären Maginot-Linie ernsthaft beeinträchtigt. Die Verlängerung der Linie zur Kanalküste wurde wegen der Kosten und der Zurückhaltung der Regierung gegenüber Belgien an der gemeinsamen Grenze abgelehnt. Der Einfluss von Petain unterdrückte die Schaffung einer französischen Panzer-Streitmacht, welche sich mit Hitlers Panzerdivisionen auseinandersetzen hätte können. Zwar wurden acht ‘mechanisierte Kavallerie-Divisionen’ zwischen 1934 und 1940 gebildet, aber das waren keine wirklichen gepanzerten Divisionen. Im Jahre 1937 wurde eine vollständige Panzer-Division Cuirasse de Reserve (DCR) genehmigt, aber die Division existierte nur auf Papier bis September 1939. Drei weitere Divisionen, einschließlich de Gaulles 4. DCR, wurden zu der Zeit eilig ausgebildet, als Hitler schließlich am 10. Mai 1940 losschlug. Die eindrucksvolle Stärke der Maginot-Linie, die tatsächlich fertiggestellt werden konnte, zusammen mit einer größeren Zahl besser gepanzerten und bewaffneten französischen Panzern, verführte dazu, die wahre Lage zu verkennen, bis es zu spät war. Jedoch wenn es um den Zustand der französischen Luftwaffe (Armee de l’Air) ging, war keine solche Selbsttäuschung möglich. Die französische Flugzeugindustrie war durch Verstaatlichungen in den Jahren 1936 und 1937 in das Chaos abgeglitten. Die Produktionszahlen erholten sich davon nicht bis zum Frühjahr 1940. Bei Kriegsausbruch fanden sich in Frankreich zu wenig moderne Jäger und eine veraltete Bomberstreitmacht, welche nur noch bei Nacht eingesetzt werden konnte. Zwar erholte sich die verstaatlichte französische Flugzeugindustrie spektakulär zwischen Januar und Juni 1940. Flugzeuge wurden schneller an die Armee de l’Air geliefert, als diese sie übernehmen, bewaffnen, mit Funkgeräten oder ausgebildeten Besatzungen versorgen konnte. Von der ‘französischen Spitfire’, Emile Dewoitines schlanker D.520, wurde im Juni eine je Stunde produziert. Sogar die Bomberproduktion stieg steil an, mit dem ironischen Ergebnis, dass die französische Luftwaffe am Ende des Westfeldzug 1940 über mehr Flugzeuge verfügte, als sie am Anfang hatte. Die Auswirkungen des Falles von Frankreich waren unberechenbar und hielten weit über das Ende des 2. Weltkrieges hinaus an. Kurzfristig schien es so, dass Adolf Hitlers einst lächerlicher Traum, dass das deutsche Volk Europa vom Atlantischen Ozean bis zum Ural beherrschen sollte, wahr geworden ist. In Hitlers Vorstellung galt auch für Großbritannien, dass es sicher nur eine Frage von Wochen sein musste, bevor die Briten ihre ‘Hoffnungslosigkeit’ ihrer militärischen Position einsahen und sich einverstanden erklärten, Deutschland freie Hand in Osteuropa als Gegenleistung für eine Vichy-ähnliche ‘Unabhängigkeit’ unter Beibehaltung des britischen Empire zu gewähren. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass Großbritannien sich dafür entschließen würde, den Kampf fortzusetzen, könnte Deutschland es durch eine Invasion bedrohen oder sogar durchführen oder alternativ eine lähmende Blockade mit U-Booten und Flugzeugen von den neu gewonnen Marine- und Luftstützpunkten entlang der gesamten europäischen Küstenlinie von Norwegen bis zum Golf von Biskaya durchführen. Diese doppelte Bedrohung für das Überleben Großbritanniens führte zu einer schrecklichen Fortsetzung des Krieges für die Franzosen nach dem Fall ihres Landes durch Hitler, als Churchill die Royal Navy 11 Tage nach dem Waffenstillstandsabkommen anwies, die mächtige französische Flotte vor der nordafrikanischen Küste auszuschalten, um zu verhindern, dass sie in deutsche Hände fiel. Als auf diese ‘Empörung’ im September 1940 ein britischer und frei-französischer Angriff auf die Marinebasis von Dakar in Französisch-Westafrika folgte, ordnete die Kollaboration-Regierung in Vichy Repressalien gegen Gibraltar und die britische Schifffahrt an und es kam fast zu einer tatsächlichen Kriegserklärung. Somit waren nur drei Monate nach dem Fall von Frankreich die ehemaligen, engen Verbündeten zu erbitterten Feinden geworden. Mittlerweile kämpfte im 10.000 km entfernten Indochina die vergessene französische Kolonialgarnison ein hoffnungsloses Rückzugsgefecht gegen die Japaner, welche eben mal schnell von der Katastrophe Frankreichs im Heimatland profitieren wollten. Langfristig bedeutete der Fall Frankreichs, dass der 2. Weltkrieg mit Sicherheit zu einer langwierigen Angelegenheit werden würde. Trotz der Anstrengungen von de Gaulles Freien Franzosen hing Frankreichs einzige wirkliche Hoffnung auf eine Befreiung von einer grundlegenden Veränderung der Lage Deutschlands ab, wie z.B. dem Eingreifen der USA oder der Sowjetunion. Die Beteiligung der beiden Großmächte gab den wachsenden Widerstandsbewegungen innerhalb des besetzten Frankreichs neuen Auftrieb. Der Kriegseintritt der USA gab die längerfristige Aussicht auf eine ‘Zweiten Front’ und damit die Hoffnung auf eine endgültige Befreiung Frankreichs. Luftschlacht um England Das zweite bedeutende Ereignis des Jahres 1940 war die Schlacht um England. Deutschland und Großbritannien blieben nach Juni 1940 im Krieg. Um die Briten zu besiegen, war es für die Deutschen notwendig, sich mit der Überquerung des Ärmelkanals zu befassen. Dieses Hindernis, welches Eindringlinge schon seit einem Jahrtausend von der Insel fernhielt, war auch der Hauptgrund, warum die Briten keine Dringlichkeit darin sahen, eine richtige Allianz mit Frankreich zu schmieden, bevor es zu spät war. Aber der Umstand, dass Großbritannien weiter im Krieg blieb, konnte zu mehr …

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