Ford Maultier



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Im Blickpunkt:
  • Paris-Kanone

    21-cm-Kanone L/162, die Paris-Kanone von 1918 im Ersten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder. 21-cm-Kanone L/162 Typ: Ferngeschütz. Geschichte Um 7:30 Uhr am 23. März 1918 erschütterte eine Explosion den Quai de Seine in Nordosten von Paris, dessen Ursache nicht festgestellt werden konnte. Etwa 20 Minuten später ereignete sich eine gleiche Explosion auf dem mit Menschenmassen überfüllten Boulevard de Strasbourg und nach dem die Leute verschwunden waren, stellt man fest, dass acht unglückliche Personen getötet und weitere 13 verletzt wurden. Wieder war die Ursache der Explosion nicht ersichtlich, aber dann wurden einige Metallfragmente gefunden, worauf auf eine Fliegerbombe geschlossen wurde. Allerdings war kein Flugzeug gesehen worden und dies traf auch zu, als eine dritte Explosion in der Rue de Chateau-Landon erfolgte, wo ein Gebäude teilweise zerstört wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren die öffentlichen Stellen tief besorgt, die wirkliche Ursache der Explosionen herauszufinden und Ermittler begannen die Beweismittel und Anhaltspunkte zusammenzutragen. Praktisch mit Beginn ihrer Untersuchung erfolgte eine vierte Explosion, dieses Mal in der Rue Charles-Cinq, wo eine weitere Person ums Leben kam. Es dauerte nicht lang, bis weitere Fragmente gefunden wurden und dieses Mal gab es genügend Indizien, dass sie von einer Artillerie-Granate stammen mussten. Aber wo war die Kanone, die sie abgegeben hatte ? Mehr Granaten schlugen ein, als die Ermittler an der Arbeit waren und ein allgemeiner Alarm erschallte, welcher die Leute von Paris in die Schutzräume schickte. Nach der achten Granate hatten die Ermittler die Größe der Granaten bestimmt, welche von einer 208-mm-Kanone stammen mussten und konnten sogar einen Hinweis auf deren mögliche Position geben. Ihre Annahme war, dass die Kanone irgendwo in der Region von Crepy stehen musste – aber Crepy war 120 km von Paris entfernt ! Die Deutschen mussten also offensichtlich über einen Typ von Ferngeschütz verfügen, von einer Art, die man sich bisher nur vorstellen konnte. Zusammen mit Luftangriffen war dies für die Bevölkerung von Paris zu viel und viele verließen die Stadt. Über die nächsten Tage schlugen vereinzelt weitere Granaten in einem unklaren Muster ein, welche begrenzten Schaden und einige Opfer verursachten. Aber das schlimmste sollte noch kommen. Am Karfreitag den 29. März 1918 schlug eine Granate in die Kirche von St.Gervais auf der Ile de France ein, mitten im Zentrum der Stadt. 82 Personen wurden getötet und weitere 68 verletzt. Die mysteriöse Kanone hatte bis zu diesem Tag ihre höchste Verlustrate eingefordert. Aber woher kam diese Kanone, welche all diesen Schaden verursachte ? Entwicklung der Paris-Kanone Die Antwort ist nicht ganz so einfach und hatte ihren Ursprung in deutschen ballistischen Versuchen, bei denen die Geschosse viel schneller als erwartet reisten. Die Ursache wurde darin gefunden, dass die Geschosse dabei die dickeren Schichten der Erdatmosphäre verlassen hatten. Wenn der Luftwiderstand während des Großteils der Flugbahn erheblich nachlässt, vergrößert sich auch die Reichweite. Um aus diesem Umstand Vorteile zu erzielen, wurde eine besondere Kanone entworfen. Ein 380-mm-Marinekanonenrohr wurde mit einem neuen und viel längeren 210-mm-Lauf durchzogen, welcher 40 Meter lang war. Dafür wurden besondere Geschosse und Treibladungen entwickelt. Die neue Kanone wirkte mit ihrem langen Lauf etwas seltsam, welcher aus dem ursprünglichen Marinegeschütz hervorragte. Sie wog nicht weniger als 140 Tonnen, hatte dafür aber eine Reichweite von 132 km und konnte beständig funktionieren, wenn auch nur zu einem hohen Preis. Denn jede Granate, welche durch das Rohr gejagt wurde, verursachte soviel Abnutzung, dass sich das Kaliber ständig vergrößerte. Deshalb mussten die nachfolgenden Granaten ein größeres Kaliber als die vorausgegangen haben. Dazu tendierte der lange Lauf dazu unter seinem eigenen Gewicht abzufallen, sodass äußere Verstrebungen angebracht werden mussten. Wie gewöhnlich war ein Krupp-Konstrukteur der Mann hinter dieser fortschrittlichen ballistischen Technologie; der gleiche Mann, welcher schon für die 420-mm Dicke Berta verantwortlich gewesen war. Das ganze Projekt verschlang einen guten Teil der nicht geringen Ressourcen der Firma Krupp, aber dafür gab es einen Grund. Denn schon im Herbst 1914 verlangte die Oberste Heeresleitung von der Kriegsmarine, von der neu eroberten belgischen Küste den Hafen von Dover in England zu beschießen. Die Marine ließ von der Firma Krupp eine Lösung für ein Ferngeschütz mit entsprechender Munition untersuchen. Im Juli 1917 wurden erste Versuche auf einem neu eingerichteten Schießplatz bei Cuxhafen durchgeführt, anschließend bei Meppen. Um die 120 kg schwere Granate in die Stratosphäre zu schießen, war eine Anfangsgeschwindigkeit von 1.600 Meter in der Sekunde notwendig, welches durch eine mehrteilige Treibladung mit 200 kg Pulver erzielt wurde. Ursprünglich wurden die Mantelrohre der 35-cm-Schnellladekanone L/45 verwendet, in welche das überlange 21-cm-Rohr gelegt wurde. Ab April 1918 wurde das ca. 7.000 kg schwere 38-cm-Rohr L/45 verwendet. Die Lafette wurde aus dem Schießgerüst für die 38-cm-Schnellladekanone L/45 als Eisenbahn-Bettungslafette gebaut.   Einsatz der Paris-Kanone Anfang 1918 bereitete der deutsche Generalstab eine Reihe von Offensiven entlang der Somme vor, um den Krieg doch noch zu gewinnen. Dabei sollte das neue Ferngeschütz seinen Teil dazu beitragen, indem es die Gegend von Paris beunruhigt und allgemeine Konfusion und Zerrüttung hervorrufen sollte. Dies ist der Grund für den populären Namen ‘Paris-Kanone’, welche offiziell als ‘Lange 21-cm-Kanone L/162 im Schießgerüst’ bezeichnet wurde. Der Spitzname lautete aber auch ‘Wilhelmgeschütz’. Spätere Versionen der Kanone benutzen ein grundlegendes Kaliber von 232 mm, nachdem der ursprüngliche Lauf aufgebohrt worden war. Aber es muss eindeutig nochmals darauf hingewiesen werden, dass jede abgefeuerte Granate das Kaliber vergrößerte, sodass sorgsam produzierte Granaten in der korrekten Reihenfolge verschossen werden mussten. Die Feuerplattform der Paris-Kanone stammte von einer Marinekanone, mit einer Drehscheibe unter dem vorderen Ende und Läufer auf Schienen am anderen. Die Kanone und ihr Lafette wurden sorgfältig in der Nähe von Crepy auf einem Massivholzsockel in Stellung gebracht und in der Umgebung ebenso sorgfältig in der Mitte eines Waldes verborgen. Die deutschen Kanoniere waren so sorgfältig auf Tarnung bedacht, dass sie sogar durch das Feuern verwelkte Bäume durch neue Anpflanzungen ersetzten. Insgesamt drei Feuerstellungen wurden unter großem Aufwand zwischen November 1917 und Februar 1918 vorbereitet. Nachdem es weiterhin Granaten auf Paris gerieselt hatte, reagierten die Franzosen. Sie verlegten schwere Eisenbahngeschütze in das Gebiet, welches möglichst nahe an Crepy war und begannen mit dem Beschuss der Gegend, wo sie die Position mehr …

  • Tiger-Panzer der SS-Leibstandarte in Nord-Italien

    Kriegsgliederung der Wehrmacht vom 4. Oktober 1943 und die Kapitulation Italiens. Die Aufstellung und Verteilung der Divisionen der Wehrmacht und unterstellter Einheiten von Verbündeten nach der Kapitulation Italiens vom 8. September 1943 und der Entwaffnung der italienischen Truppen und Übernahme derer Frontabschnitte. Als Festungs-Divisionen werden offiziell als ‘bodenständige’ Divisionen bezeichnet, die zur Verteidigung von Küstenabschnitten im Westen aufgestellt wurden und kaum mobil waren. Luftwaffen-Felddivisionen wurden aus überzähligem Boden- und Flak-Personal der Luftwaffe aufgestellt, um das Feldheer zu verstärken, waren aber von geringem Kampfwert, da ihre Soldaten und Offiziere nur wenig Erfahrung im Landkampf hatten. Sicherungs-Divisionen wurden zur Bewachung und Verteidigung von Brücken, Eisenbahnlinien und anderen wichtigen Objekten gegen Partisanen verwendet. Jäger-Divisionen waren leichte und mobile Einheiten für schwieriges Gelände und wurden vor allem zur aktiven Bekämpfung von Partisanen verwendet. Auffallend ist, dass viele der im Süd- und Mittelabschnitt der Ostfront eingesetzten Division seit der Panzerschlacht von Kursk (Juli 1943) weit unter Sollstärke gefallen sind (als ‘Reste’ bezeichnet) und kaum Ersatz erhalten haben dürften, da alle Reserven zur Entwaffnung Italiens und der Übernahme der italienischen Besatzungsgebiete sowie nicht zuletzt zum Kampf gegen die Angloamerikaner in Süd-Italien benötigt wurden. Ebenso wurde in diesem Zeitraum eine weitere Invasion auf dem Balkan in Griechenland für wahrscheinlich gehalten, was bei einem Erfolg auch zu einem Abfall Rumäniens, Ungarns und Bulgariens aus dem Achsen-Bündnis in das Lager der westlichen Alliierten hätte führen können. Schematische Kriegsgliederung der deutschen Wehrmacht, Stand 4.10.1943 Heeres-Gruppe A Heeres-Gruppe Süd: Heeres-Gruppe Mitte: Heeres-Gruppe Nord:   dem OKW unterstellt: Heeresgruppe D, Oberbefehlshaber West: Heeresgruppe B: Oberbefehlshaber Süd: Heeresgruppe F, Oberbefehlshaber Südost: Heeresgruppe E, Oberbefehlshaber Südost (der Heeresgruppe F unterstellt): Ersatzheer und Chef der Heeres-Rüstung: Zahlenmässige Übersicht der vollständig aufgestellten und einsatzbereiten Divisionen der deutschen Wehrmacht, Waffen-SS, des Ersatzheeres und Verbündeten: Insgesamt 353 Divisionen (326 ohne Verbündete, 274 ohne Ersatz-Divisionen) Pz = Panzer; PzGr = Panzer-Grenadier; Inf = Inf; Jäg = Jäger; Geb = Gebirgsjäger; Sich = Sicherungs-; Res = Feld-Ausbildungs-, Reserve oder Ersatz-Divisionen; Lw = Luftwaffen-Feld- und Fallschirmjäger-Divisionen; Verb = unterstellte Divisionen der Verbündeten Die italienische Kapitulation von 1943 Schon unmittelbar nach dem Zusammenbruch der Achsentruppen in Tunesien hatte Hitler die Schaffung eines Sonderstabs angeordnet, um Maßnahmen vorzubereiten, falls Italien einbrechen oder die Seiten wechseln sollte. Da Rommel auch teilweise auf Drängen der Italiener aus Nordafrika zurückberufen worden war, war es naheliegend, dass er diese Vorbereitungen leitete. Der Codename für das Unternehmen war zuerst ‘Alarich’ und später ‘Achse’ und Ziel war es, die italienischen Besatzungszonen in Frankreich und auf dem Balkan zu übernehmen, die Alpenpässe an der italienischen Grenze zu Frankreich und Deutschland, sowie in Italien selbst so viele Gebiete wie möglich unter Kontrolle zu bringen. Deutsche Truppen, welche ursprünglich für Spanien und Portugal vorgesehen waren, falls die Alliierten auf der iberischen Halbinsel landen würden, wurden nun für dieses Unternehmen vorgesehen. Hinzu sollten noch drei Waffen-SS-Divisionen von der Ostfront kommen, was sich dann aber später nicht mehr realisieren ließ. In der Praxis aber veränderte die deutsche Verschiebung der Offensive bei Kursk und die Invasion von Sizilien durch die Alliierten die Einzelheiten der deutschen Pläne. Dazu wurde Rommel noch am 21. Juli 1943 für kurze Zeit nach Saloniki in Griechenland versetzt. Aber immerhin hatten die Deutschen mit ernsthafter Planung für den Fall eines italienischen Ausscheidens aus dem Achsen-Bündnis begonnen, während die Italiener ihr Ausscheiden aus dem Krieg in ebenso dramatischer Weise verpatzten, wie es Mussolini mit dem Kriegseintritt seines Landes zuvor schon getan hatte. Seit einigen Monaten gab es in Italien schon Unzufriedenheit. Der Verlust des Imperiums, die offenkundige Bedrohung durch die Invasion und die Unfähigkeit Italiens oder des deutschen Verbündeten, italienische Städte gegen alliierte Luftangriffe zu verteidigen, verdoppelten die ursprüngliche Unpopularität des Bündnisses mit Deutschland und dem Krieg. Außerdem hatte der Duce, welcher das Regime personifizierte, seine Ausstrahlung, seine politische Feinfühligkeit und offensichtlich auch seine Gesundheit eingebüßt. Die ‘Wachablösung’ vom Februar 1943, mit der Mussolini die Krise Italiens bewältigen wollte, führte einfach nicht zu der Art des nationalen Widerstandswillens, welcher nötig war. Drei Tendenzen der Unzufriedenheit verschmolzen zu einem Umbruch, der das faschistische System zerstörte. Erstens gab es die doktrinären und rabiaten Faschisten unter der Führung von Roberto Farinacci, die das erhoffte energische faschistische Regime wiederbeleben wollten, was die Massen dazu bringen würde, zusammen mit Deutschland gegen die Briten und Amerikaner zu kämpfen. Es gab eine zweite Gruppe unter der Führung von Dino Grandi, der ebenfalls ein Faschist war, aber weit weniger sicher als Farinacci, dass Mussolini immer noch der richtige Mann war, der das Land führen konnte. Grandi wollte Mussolinis Autorität über das Militär verringern, da dieser dies offensichtlich nicht effektiv steuern konnte. Die dritte und wichtigste Gruppe war der Kreis um den Hof und König Viktor Emanuel III. und einiger der militärischen Führer, die Mussolinis Regime ersetzen wollten, damit für Italien ein Weg aus dem Krieg gefunden werden konnte. Durch ein zufällig zeitliches Zusammenfallen, das größtenteils bei allen drei Gruppen durch die offensichtliche Unfähigkeit der deutschen und italienischen Streitkräfte ausgelöst wurde, die Invasion Italiens zu verhindern, spitzten sich diese Komplotte am 24. bis 26. Juli 1943 zu. Auf einem Treffen des Faschisten Großen Rat am 24. und 25. Juli, dem erste seit Oktober 1939, setzten die Gegner Mussolinis mit 19 zu 8 Stimmen einen Misstrauensantrag gegen ihn durch. Dieses Geschehnis machte es dem König leicht, den vorher entworfenen Plan um einen Tag vorzuziehen und Mussolini zu entlassen, anschließend sofort festzunehmen und gleichzeitig die Ernennung von Marshall Pietro Badoglio als Leiter einer neuen Regierung bekannt zugeben. In kürzester Zeit war die faschistische Partei, die seit mehr als zwei Jahrzehnten die italienische Politik beherrschte, praktisch verschwunden, während eine neue Regierung von Bürokraten versuchte, das Land zu retten. Ohne Mut dafür, die Deutschen zu erzürnen und sich den Alliierten zu unterwerfen, dümpelte die Politik Badoglios und seiner militärischen und diplomatischen Mitarbeiter wochenlang vor sich hin. Am Ende musste Badoglio kapitulieren, wie die Alliierten es von Anfang von ihm gefordert hatten. In der Zwischenzeit jedoch hatten die Italiener den Deutschen erlaubt, an wichtigen Stellen in den von Italien besetzten Gebieten, den Alpenpässen aus Frankreich und Deutschland festzusetzen und Schlüsselpositionen in ganz Nord- und Mittelitalien mehr …

  • Soldaten einer nordafrikanischen Einheit von Juins französischem Korps

    Stärke und Organisation der Frei-französischen Streitkräfte 1941-1945. Divisonen des französischen Expeditonskorps und die Luftwaffe der Frei-Franzosen. Nach dem Fall Frankreichs bevorzugten es verschiedene Einheiten der französischen Truppen im Nahen Osten sich den Alliierten anzuschließen. Ihre Lage war jedoch schwierig, da sie von der Mehrheit der Franzosen als kleine Gruppe von Dissidenten angesehen wurden, und ihr Anführer de Gaulle als Verräter. Frei-französische Armee 1941-44 Im Mai 1941, als abzusehen war, dass ein Unternehmen gegen das französische Mandatsgebiet Syrien geführt werden sollte, wurden die überall verstreuten, kleinen frei-französischen Gruppen bei Quastina in Palästina zur 1. Frei-französischen Leichten Division zusammengelegt. Obwohl die frei-französischen Truppen mit dem traditionellen französischen Elan kämpften, gab es verständliche Schwierigkeiten mit der Moral, als sie gegen ihre ehemaligen Kameraden und Landsleute anzutreten hatten. Insgesamt erlitten die frei-französischen Truppen 1.300 Mann Verluste, was eine schwere Einbuße bei einer solch geringen Truppenstärke war. Nach der Eroberung Syriens wurden die frei-französischen Truppen in Nordafrika ungegliedert und mit anderen Einheiten verstärkt. Anfangs spielten die frei-französischen Streitkräfte nur eine untergeordnete Rolle, bis zur bemerkenswert hartnäckigen Verteidigung der Wüsten-Festung Bir Hakeim durch die 1. frei-französische Leichte Division während der Schlacht von Gazala. Zum Schluss konnte die Division aus der Festung ausbrechen und wieder die alliierten Linien erreichen. Die Situation für die Frei-Franzosen ändert sich erst dramatisch durch den Zusammenbruch der Achsenstreitkräfte in Nordafrika und der Verweigerung des größten Teils der Vichy-Streitkräfte, sich den alliierten Landungstruppen zu widersetzen. Die frei-französischen Befehlshaber konnten die Vichy-Truppen davon überzeugen, sich der Sache der Alliierten anzuschließen, was auch durch die deutsche Besetzung von Südfrankreich erleichtert wurde. Dadurch gab es einen enormen Zulauf für die frei-französischen Streitkräfte die nun – mit amerikanischer Hilfe bei der Bewaffnung und Ausrüstung – in der Lage waren, einen bedeutenden militärischen Beitrag zu leisten. Frei-französische Truppen kämpften in der letzten Phase des Feldzugs in Tunesien, aber es war der Krieg in Italien, wo die neu organisierten Streitkräfte wirksam zum Einsatz kamen. Ende 1943 begannen die Einheiten des Französischen Expeditionskorps in Italien einzutreffen. Erst 2 Divisionen, bevor das Korps mit 2 weiteren Divisionen im Frühjahr 1944 verstärkt wurde. Das Französische Expeditionskorps war heftig in die Schlachten um Cassino verwickelt und es war seine Umgehungsoperation, welche die deutsche Bergstellung von der Flanke aushebelten und so den Sieg der Alliierten möglich machte. Nach der Besetzung Roms ab Ende Mai 1944 wurden die französischen Truppen von der italienischen Front abgezogen, um sich für die Befreiung Frankreichs selbst vorzubereiten. Organisation der Frei-französischen Armee im Mittelmeerraum Die 1. Frei-französische Leichte Division, welche in Syrien gekämpft hatte, war in zwei kleine Brigaden gegliedert. Die erste Brigade bestand aus einem Bataillon der 13. Demi-(Halb-)Brigade der französischen Fremdenlegionen und 2 Senegalesen-Bataillonen. Die zweite Brigade bestand aus einem Bataillon Marine-Infanterie (welches 2 motorisierte Kompanien beinhaltete) und 2 weiteren Senegalesen-Bataillonen. Die Division wurde unterstützt von einer Artillerie-Batterie mit 6 Geschützen, einer Panzer-Kompanie (8 Panzer und Panzerspähwagen) und einem Kontingent Marine-Infanterie. Zusätzlich gab es zwei Staffeln Tscherkessen-Kavallerie und eine Staffel Spahis (motorisiert auf LKWs) unter dem Kommando von Oberst Collet. Eine der ersten, effektivsten Einheiten in Nordafrika war die frei-französische Kampfkolonne oder ‘L-Force’: eine kleine, gemischte Einheit aus Panzerspähwagen, Panzern, motorisierter Infanterie und Panzerabwehr- und Flugabwehr-Kanonen unter dem Kommando des Generals Leclerc. ‘L-Force’ kämpfte sich durch den Wüstenfeldzug bis ins Jahr 1943, bevor sie aus der Front gezogen wurde um neu ausgerüstet und mit anderen französischen Truppenteilen gruppiert zu werden. Sie wurde zur französischen 2. Panzer-Division, welche an den Kämpfen in der Normandie teilnahm. Nach dem Feldzug in Syrien konnte die Frei-Franzosen 2 Brigaden-Gruppen bilden, welche als 1. und 2. französische Leichte Divisionen bezeichnet wurden. Während der Kämpfe in Nordafrika wurden sie von einem Regiment marokkanischer Spahis unterstützt, welche Aufklärungsmissionen für die Frei-Franzosen übernahmen, wo dies notwendig war. Nach der Niederlage des deutschen Afrika-Korps bei El Alamein wurden die Brigaden aus der Front gezogen und im Februar 1943 wurde damit begonnen, diese als 1. Frei-Französische Division zu formieren. Die beiden Brigaden dieser Division operierten allerdings getrennt in Tunesien bis zum Herbst 1943, als sie nach Tripolitanien in Libyen verlegt wurden um neu organisiert und ausgestattet zu werden. Während der kurzen Unterbrechung der Kampfhandlungen nach der Kapitulation der Achsenstreitkräfte in Tunesien im Jahr 1943 wurden die Truppen der Frei-Franzosen und ehemaligen Vichy-Streitkräfte neu organisiert und es entstand das Französische Expeditionskorps. Neben den frei-französischen Truppen bestanden die französischen Streitkräfte aus dem XIX. Korps mit 3 Kolonial-Divisionen und einer Gruppe aus Panzerkampfwagen, 3 Bataillonen des Corps Franc d’ Afrique plus zwei marokkanischen Tabors, welche dem 2. US-Korps unterstellt waren. Ein Tabor war eine Einheit aus marokkanischen irregulärer Kämpfern, welche als Goumiers bezeichnet wurden. Die 4 Divisionen des Französischen Expeditionskorps unter dem Befehl von General Juin bestanden aus: 2 Infanterie-Regimenter, 1 Marine-Infanterie-Regiment, 6 Infanterie-Bataillone, 3 Artillerie-Regimenter, 1 Gebirgsartillerie-Regiment, 3 Spahi Regimenter, 3 algerische Schützen-Regimenter, 5 marokkanische Schützen-Regimenter, 1 tunesisches Schützen-Regiment, 1 Bataillon Chasseurs, 1 Bataillon Marine-Infanterie, 2 Bataillone Fremdenlegion. Neben diesen Divisionstruppen gab es noch eine allgemeine Reserve aus 3 marokkanischen Tabors aus Goumiers, 2 Regimenter Panzerwagen und 2 Regimenter von Artillerie. Die Streitkräfte des Französischen Expeditionskorps erreichten eine Stärke von mehr als 100.00 Mann, welche in Italien Verluste von 7.260 Mann erlitten. Frei-französische Luftwaffe Während die meisten Mitglieder der französischen Luftwaffe die Bedingungen des Waffenstillstandes von 1940 akzeptierten, entfloh eine Anzahl mit ihren Flugzeugen zu britischen Stützpunkten im Mittelmeer. Diese wurden neu organisiert und mit englischen Flugzeugen ausgestattet. Diese frei-französischen Luftwaffen-Einheiten kämpften im Nahen Osten, Eritrea und Nordafrika. Nach der Eingliederung der ehemaligen Vichy-französischen Luftwaffe in Nordafrika waren diese Luftstreitkräfte in ständigem Einsatz gegen die Achsenmächte in Italien und Südeuropa. In Nordafrika und Nahen Osten hat es zuerst eine Weile gedauert, bevor diese frei-französischen Flieger in regulären Einheiten organisiert werden konnten. Bis zum Juli 1941 gab es 2 Bomber-Gruppen, welche über Nordafrika im Einsatz waren, sowie 2 Escadrilles aus Jägern welche in Syrien zur Jagdgruppe ‘Alsac’ (Elsass) zusammengelegt wurden und Hurricane-Jagdflugzeuge flogen. Letztere war dann aktiv über der Wüste während des Feldzuges in Nordafrika. Die ehemaligen Vichy-französischen Luftwaffen-Einheiten, welche nach dem Unternehmen Torch zu den Alliierten überliefen, wurden mit modernen englischen und amerikanischen Flugzeugen neu ausgerüstet. Einige dieser Bombergruppen wurden mehr …

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