Nachladen der Raketenrohre



Nachladen der Raketenrohre

Nachladen der Raketenrohre

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Im Blickpunkt:
  • Soldaten bewachen mit ihrem MG34 einen Strand an der Kanal-Küste.

    Die deutschen Maschinengewehre MG 34, MG 15 und Knorr-Bremse MG 35/36. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Maschinengewehr Modell 34 (MG 34) MG 34 Typ: Maschinengewehr. Geschichte Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs hatte man bei der deutschen Armeeführung sehr feste Vorstellungen hinsichtlich der Rolle des MGs. Es wurde als die Hauptwaffe der Infanterie angesehen, die von den Gewehrschützen unterstützt wurde. Das MG war die tödliche Waffe und alle Anstrengungen wurden unternommen, um diese Waffe möglichst wirksam zu machen. Nach dem Waffenstillstand 1918 machten die alliierten Abrüstungs-Kommissionen mit den verschiedenen deutschen Waffenherstellern kurzen Prozess und erließen weitgehende Beschränkungen. Anders als in den Siegerländern gab es deshalb in Deutschland keine großen Probleme mit alten Waffen aus dem Ersten Weltkrieg, als Hitler 1933 an die Macht kam und die Wiederaufrüstung betrieb. Die deutsche Wehrmacht brauchte deshalb ein neues Maschinengewehr. Aufgrund der Vorstellungen hinsichtlich des taktischen Einsatzes und guter Konstruktionen erhielt die Wehrmacht einige der besten Maschinengewehre, die während des Ersten Weltkrieges entwickelt worden waren – Waffen, deren Konstruktion und Handhabung kommende Entwürfe entscheidend beeinflussten. Eines der Probleme der deutschen Waffenkonstrukteure in den frühen Jahren nach dem 1. Weltkrieg war das Problem, überhaupt tätig sein zu können. Einmal war es den Deutschen nicht gestattet, bestimmte Waffen zu produzieren, jene aber, deren Produktion erlaubt war, durften nur in kleinen Mengen hergestellt werden. Um nicht alle bewährten Konstrukteure auf die Straße setzen zu müssen, ersannen die Waffenfabriken die verschiedensten Auswege. Die bekannten Rheinmetall-Werke beispielsweise kauften die Mehrheit einer kleinen Schweizer Ingenieurfirma und gründeten sie zur Waffenfabrik Solothurn um. Die Welt mochte glauben, in der Schweiz gäbe es unheimlich gute und clevere Waffenkonstrukteure, tatsächlich war jeder neue Entwurf der Waffen, welche die Werke in Solothurn verließen, in Düsseldorf entstanden. Über die Waffenwerke Solothurn war es Rheinmetall möglich, Einfluss auf die österreichischen Waffenwerke Steyr zu nehmen. So wurden die Waffen in Deutschland konstruiert, in der Schweiz wurden die Prototypen hergestellt und erprobt, die Produktion erfolgte dann in Österreich und von hier aus erfolgte auch der Verkauf. Eine dieser neuen Waffen, die aus dieser kombinierten Produktion kamen, war das MG 30. Dieses MG 30 war ein sehr durchdachter Entwurf, der mit dem Rückstoß des Laufes arbeitete. Stieß der Lauf zurück, wurde der Verschluss durch zwei Rollen gelöst, die in Schienen am Schaft des MGs entlang liefen. Der Lauf glitt dann wieder in die Schussposition zurück, dabei klappte der Verschluss kurz nach hinten, warf die Patronenhülse aus und lud neu durch. Geladen wurde das MG 30 mit Gurten von jeweils 50 Schuss, abgefeuert werden konnten bis zu 800 Schuss pro Minute. Aufgrund der sorgfältigen Konstruktion war die Waffe sehr Schuss-stabil und genau, doch aus bis heute unbekannten Gründen konnte sich die deutsche Wehrmacht nicht zur Übernahme dieses Maschinengewehrs entschließen. Nach einigen Modifikationen wurde die Waffe erneut angeboten und diesmal wurde sie angenommen. Das Endresultat war das MG 34, es wurde zum Standard-MG der deutschen Wehrmacht. Wie man es von einer solchen Herstellerfirma erwarten konnte, war die Waffe außerordentlich solide. Die wichtigste Funktion des MG 34 war aber eher taktisch als mechanisch, es war das erste ‘Universelle’ Maschinengewehr. Ausgerüstet mit Zweibein wurde es als leichtes Maschinengewehr des Infanterie-Zuges verwendet, auf einem Dreibein, was den Rückstoß und die Vibration verringerte und den Schützen weniger ermüdete, war es das schwere MG, oder auf verschiedenen leichten Zweibeinen mit einem Sattel-Trommel-Magazin war es eine gute Luftabwehr-Waffe. Zwei Jahre nach der Einführung nahm die Waffenfabrik Mauser die Massenproduktion im Jahr 1936 auf. Daneben bauten weitere Waffenhersteller in Deutschland das Maschinengewehr, sowie später Steyr in Österreich und die Firma ZB im Protektorat Böhmen und Mähren. Als schweres Maschinengewehr erhielt das MG 34 ein Dreibein. Die Waffe wurde an einem gefederten Rahmen befestigt, wodurch die destabilisierende Wirkung der Rückstoßkräfte beim Dauerfeuer sich reduzierte. Das Dreibein hatte einen großen Schwenkbereich und konnte auch zur Luftabwehr aufgerichtet werden. Zum Transport konnte es zusammengelegt werden und war mühelos zu tragen. Dazu konnte ein Zielfernrohr für Langstrecken-Unterstützungsfeuer angebracht werden und es gab eine Vorrichtung zum Laufwechsel, ohne dass die Waffe deshalb hätte abgebaut werden müssen. Nach einer kleineren Modifikation konnte dieses Dreibein dann auch für das Maschinengewehr Modell 42 verwendet werden. Das MG 34 hatte nur einen wirklichen Nachteil: Es war zu gut. Die hohe Qualität der Konstruktion erforderte einen präzisen und langen Herstellungsprozess und so waren nicht weniger als fünf Fabriken während des 2. Weltkrieges mit nichts anderem beschäftigt, als MG 34 auszuliefern. Mit Beginn des Krieges in Russland war das nicht mehr praktikabel und so wurde ein neuer Entwurf gesucht und in dem MG 42 gefunden. Trotzdem wurde das MG 34 den ganzen Krieg hindurch weiter gebaut und auch verwendet. Bilder MG 34 Animation 3d-Modell MG 34 Weitere deutsche Maschinengewehre Maschinengewehr 15 MG 15 Typ: Leichtes Maschinengewehr. Geschichte Die deutsche Firma Rheinmetall gründete 1929 eine Tochtergesellschaft in der Schweiz, die Waffenfabrik Solothurn AG, welcher als Prüf- und Versuchsstandort für Konstruktionen dienen sollte, die in Deutschland nicht hergestellt werden durften. Schon kurz nach der Eröffnung bot Solothurn auf dem Prinzip des Maschinengewehrs Solothurn S2-200 eine automatische Flugzeugwaffe an, welche später durch eine verbesserte Konstruktion, das luftgekühlte MG 30, ersetzt wurde. Im Jahr 1932 wurde eine modifizierte Version dieser Waffe von Rheinmetall für die deutsche Luftwaffe hergestellt, und dies war das ursprüngliche MG 15. Der Abschuss einer Patrone erfolgt durch einen kurzen Rückstoß und der Mechanismus im Inneren ist ziemlich kompliziert. Denn während sich der Lauf und der Verschlussblock zurückbewegen, wird der Block durch zwei Rollen gedreht, die in Schienen im Waffengehäuse verlaufen. Diese Drehung entriegelt die Verschlussnasen vom Lauf und der letzte Teil der Rückstoßbewegung betätigt einen Beschleuniger, der den Verschlussblock nach hinten wirft. Die Munitionszuführung erfolgt über ein Doppeltrommelmagazin, das sattelförmig über dem Gehäuse angebracht ist und abwechselnd von beiden Seiten neue Patronen zuführt, wodurch das Gewicht gleichmäßig verteilt wird. Das Gesamtergebnis war ein sehr solides Maschinengewehr für die Verwendung in Flugzeugen. Die Masse des Laufs neigte dazu, eine Menge der Rückstoßkräfte zu absorbieren, aber der leichte Verschlussblock und das Beschleunigungsgetriebe ergaben eine ziemlich hohe Feuerrate. Daher war es als Flugzeugbewaffnung sehr erfolgreich. Mit dem Fortschreiten mehr …

  • Formation von Lancaster-Bombern

    Schwerer Bomber Avro Manchester, Lancaster Mk I, II und Spezial der RAF. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Avro 683 Lancaster Typ: Schwerer Bomber der RAF. Geschichte der Lancaster: Der Avro Lancaster, ohne Zweifel eines der bedeuteten Bombenflugzeuge des 2. Weltkrieges und eines der herausragenden Militärflugzeuge der Luftfahrtgeschichte, verdankt seine Entwicklung den Problemen, mit welchen das Vorgängermodell Avro Manchester zu kämpfen hatte. Wie immer man auch zur britischen Nachtoffensive auf die deutschen Städte steht, deren vorgebliches Ziel die Schwächung der deutschen Rüstungswirtschaft war, so erhielten doch mit 10 Victoria-Cross-Auszeichnungen Besatzungen der Lancaster die meisten der höchsten militärischen Orden ihres Landes von irgendeinem Flugzeugtyp (insgesamt 32 Victoria Cross wurden während des Zweiten Weltkrieges an Flugzeugbesatzungen oder Piloten verliehen). Mit der Spezifikation P.13/36 hatte die Royal Air Force ursprünglich die Entwicklung eines starken und sehr großen Bomber mit zwei Motoren vorgesehen, für welchen einer der neusten, leistungsfähigen Antriebe verwendet werden sollte, welche zu diesem Zeitpunkt gerade entworfen wurden. Insbesondere der neue Rolls-Royce 24-Zylinder X-Motor wurde favorisiert. Rolls-Royce Entscheidung von 1935 zur Produktion seines sehr starken Motors aus zwei Peregrine-Zylinder-Blöcken zu einem Kurbelgehäuse (das untere Paar umgekehrt für eine X-förmige Auslegung) veranlasste das englische Luftfahrtministerium daher eine Spezifikation für einen zweimotorigen, schweren Bomber von beispielloser Leistungsfähigkeit auszustellen. Avro Manchester Handley Page erkannte vorab die Problematik, einen großen Bomber mit nur zwei Motoren zu bauen und entwickelte seinen Halifax-Bomber mit vier Merlin-Motoren, während sich Avro für den Einbau eines doppelten Vulture-Boxermotors gemäß der Spezifikation entschied und seinen Typ 679 Avro Manchester am 25. Juli 1939 zum erstenmal fliegen ließ. In vielen Belangen war die Avro Manchester der beste aller neuen schweren Bomber, aber der Motor war nicht zu bändigen und musste gedrosselt werden, da er extrem unzuverlässig war. Ursprünglich hatte der Avro Manchester zwei Flossen, jedoch wurde bei der Produktion der Mk I eine feste, mittlere Flosse hinzugefügt. Der Großteil der 209 Bomber bekam jedoch zwei größere Flossen und keine mittlere und wurde als Mk IA bezeichnet. Die Situation mit den Motoren war so hoffnungslos, dass die Aufträge zum Bau der Avro Manchester bei Armstrong Withworth und Fairey aufgegeben wurden und Metropolitan-Vickers den Bau nach dem 32. Flugzeug stoppte. Avro baute das Flugzeug jedoch weiter bis die neue Lancaster den Platz einnehmen konnte und die ersten davon erhielten noch die Rümpfe der Manchester mit einer Reihe von kleinen Fenstern auf jeder Seite. Bis November 1941 wurden dann insgesamt 209 Manchester-Bomber gebaut, doch blieb die Zuverlässigkeit und Leistung der gekoppelten Boxermotoren so unbefriedigend, dass die Produktion gestoppt werden musste. Zu diesem Zeitpunkt waren schon 8 Bomberstaffeln vollständig und zwei weitere zum Teil mit der Manchester ausgestattet worden und das Flugzeug wurde auch vom Küstenkommando verwendet. Bis Juni 1942 wurden sie jedoch dann in allen Staffeln ersetzt und verschrottet. Animation 3d-Modell Avro Manchester: Avro Lancaster Der Rumpf und der Entwurf der Manchester war jedoch äußerst brauchbar, weshalb bereits 1940 beschlossen wurde, ein noch größeres Modell mit diesmal vier einzelnen Merlin-Motoren zu entwickeln. Diese erste Avro Lancaster (Nummer BT 308) machte ihren Jungfernflug noch als Manchester III zu Beginn des Jahres 1941. Die Flugleistungen waren so überragend, dass der neue Bomber sofort die Manchester auf den Fließbändern ersetzte. Dabei wurden schon im Bau befindliche Manchester einfach als Lancaster fertiggestellt, welche daran zu erkennen sind, dass diese noch rechteckige Fenster im hinteren Rumpfabschnitt hatten. Zum Zeitpunkt als ‘Bomber-Harris’ den Befehl über das britische Bomberkommando übernahm, befand sich die 44. Squadron in Waddington seit Dezember 1941 und die 97. Squadron ab Januar 1942 in der Umrüstung auf den neuen Bomber. Der erste Kampfeinsatz erfolgte am 25. Januar 1942, bei welchem Minen in den Aas-Fjord in Norwegen geworfen wurden, um das deutsche Schlachtschiff Tirpitz am Auslaufen zu hindern. Es folgten ab März 1942 weitere Minenoperationen über der Helgoländer Bucht, wobei in der Nacht vom 24./25. März der erste Verlust einer Lancaster erfolgte. Der erste strategische Bombereinsatz kam am 25./26. März 1942, als beide Staffeln bei einem Nachtangriff auf Essen im Rahmen einer RAF-Streitmacht von 254 Bombern teilnahmen. Bis Ende März hatte das Bomberkommando 54 Lancaster erhalten und begann mit der Ausrüstung einer dritten Staffel. Der erste strategische Tages-Einsatz als Bomber erfolgte am 17. April 1942, als die 44. und 97. Squadron einen waghalsigen Überraschungsangriff bei Tageslicht auf die MAN-Werke in Augsburg unternahmen. Dabei wurden die Lancaster aber von deutschen Bf 109 und Fw 190 Jägern angegriffen und so wurden sieben der Bomber abgeschossen. Nur 12 der 17 abgeworfenen Bomben explodierten, verursachten aber starke Schäden in einem begrenzten Fabrikbereich, was drei Prozent der Fertigungsanlagen zerstörte. Der wichtigste Angriff der Lancaster des Bomberkommandos richtete sich in der Nacht vom 17./18. August 1943 gegen die Raketenversuchsanstalt Peenemünde. Insgesamt nahmen an dem einzigartig durchgeführten Angriff 324 Lancaster, 218 Halifax und 54 Stirling-Bomber teil. 40 Bomber des Angriffsverbandes, darunter 23 Lancaster, wurden von deutschen Nachtjägern, worunter sich 12 mit der neuen ‘Schrägen Musik’ ausgerüstete Maschinen befanden, abgeschossen. Die 6,7 Prozent Verluste waren es der RAF wert, Peenemünde schwer zu treffen, 180 leitende Techniker zu töten und das V-2-Raketenprogramm um mehrere Monate zu verzögern. Bis zum Kriegsende flogen die Lancaster dann insgesamt 156.000 Einsätze in Europa und warfen dabei 608.612 t Bomben ab. Die Gesamtproduktion betrug, einschließlich der bei Victory Aircraft in Kanada gebauten Flugzeuge, 7.377 Stück, von denen 3.425 Mk I und 3.039 Mk III mit den in den USA von Packard gebauten Motoren waren. Benutzer: England (RAF mit englischen, kanadischen und polnischen Staffeln), Australien, Kanada, Neuseeland. Einsatzleistung der Lancaster-Bomber Der Befehlshaber des englischen Bomberkommandos, genannt Bomber-Harris, fasste folgendes über die Avro Lancaster zusammen: ‘Man kann eine Lancaster vier Halifax-Bomber vorziehen. Die Halifax erleidet viermal so viele Verluste für die gleiche abgeworfene Bombenmenge. Niedrige Flughöhe und kürzere Reichweite machen sie zu einer Verlegenheitslösung bei der Planung von Angriffen zusammen mit der Lancaster.’ Tatsächlich aber erlitten die Lancaster eine höhere Verlustquote als der Halifax während der Tagesangriffe, welche gegen Ende des 2. Weltkrieges vorherrschten. Außerdem kamen im Verhältnis mehr ihrer Besatzungsmitglieder ums Leben, wenn ihr Flugzeug abgeschossen wurde. Es wird auch vielfach vermutet, dass die Besatzungen von Lancaster-Bombern aufgrund der größeren Flughöhe und ihrer mehr …

  • Fokker Dr.I

    Deutsches Fokker Dr. I Dreidecker Jagdflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Fokker Dr.I Dreidecker Typ: Einsitziges Jagdflugzeug. Vorgeschichte: Dreidecker-Wahn Hier zu den ersten Fokker-Jägern: Eindecker und D.I bis D.V. Im Frühjahr 1917 war die neue Sopwith Triplane das einzige alliierte Jagdflugzeug, welches die Albatros-Jäger schlagen konnte, was zu einem einjährigen Dreidecker-Wahn in Deutschland führte. Eine Sackgasse in der Entwicklung von Jagdflugzeugen, welche einer besonderen Erwähnung bedarf, kann am besten mit ‘Dreidecker-Wahn’ beschrieben werden. Als die Luftfahrt noch in den Kinderschuhen steckte, war es üblich, verschiedene Konfigurationen zu erproben, wenn die beste Konstruktion nicht offensichtlich war. Aus strukturellen und aerodynamischen Gründen waren die meisten Flugzeuge vor und während des Ersten Weltkriegs entweder Eindecker oder Doppeldecker. Anfang 1917 führte der englische Flugzeughersteller Sopwith jedoch einen Dreidecker ein, welcher aus der kleinen, beweglichen Sopwith Pup entwickelt worden war. Diese Sopwith Triplane übernahm das einzelne Maschinengewehr und die allgemeinen Linien der Pup, hatte jedoch einen stärkeren 110-PS-Umlaufmotor zusammen mit einer neuen Dreidecker-Flügelzelle. Zwar war das Flugzeug etwas zerbrechlich und nur in geringen Zahlen verfügbar, trotzdem war die Sopwith Triplane eine unangenehme Überraschung für die zu diesem Zeitpunkt dominierenden Albatros-Piloten. Dies hatte die Ursache darin, dass das neue britische Jagdflugzeug als einziges aller alliierten Flugzeuge den Albatros-Jäger in Steigleistung und Beweglichkeit überlegen war und dabei etwa die gleiche Höchstgeschwindigkeit erreichte. Trotz der allgemeinen deutschen Luftüberlegenheit im Frühjahr 1917, führte das Auftreten der Sopwith Triplane bei ihren deutschen Gegnern dazu, dass diese dem Dreidecker eine angeborene Überlegenheit gegenüber dem Zweidecker-Konzept nachsagten. Tatsächlich ist es aber so, dass die Zweidecker-Konfiguration ein natürlicher und besserer Kompromiss aus Stabilität, Stärke, Gewicht und Aerodynamik ist als der Dreidecker, welcher zu viel Luftwiderstand bietet. Die leichte, bewegliche Sopwith Triplane hatte letztlich nur einen zufälligen Höhepunkt des Dreidecker-Potentials erreicht, was zum ‘Dreidecker-Wahn’ in ganz Deutschland und auch Österreich-Ungarn führte. So verlangten die deutschen Verantwortlichen, gefolgt von ihren Kollegen in Österreich-Ungarn, von ihren Flugzeugherstellern Dreidecker-Jagdflugzeuge zu entwickeln. Dies führte zu einem Überfluss von neuen Flugzeugentwürfen, von denen fast alle niemals an der Front eingesetzt wurden, was eine erhebliche Verschwendung an Arbeitszeit der Flugzeug-Ingenieure bedeutete. Letztlich sind nur zwei deutsche Dreidecker-Jagdflugzeuge gebaut worden. Einer davon war die Pfalz Dr.I, wobei das ‘Dr’ immer für Dreidecker steht, von der nur zehn Stück gebaut wurden und von denen es einige Fotografien beim Jasta 73 gibt. Allerdings kann ein Kampfeinsatz nicht nachgewiesen werden. Das andere Flugzeug war der Fokker-Dreidecker, welches vor allem durch den Roten Baron, Manfred von Richthofen, berühmt wurde – und der auch in einem dieser Flugzeuge abgeschossen wurde und ums Leben kam. In vielen Bereichen ist der Fokker-Dreidecker ein Paradox. Das Flugzeug erschien genau zu einer Zeit, als die deutschen Albatros-, Roland- und Pfalz-Jäger den alliierten Typen unterlegen waren und so wurde der neue Jäger von den deutschen Piloten herzlich begrüßt. Anfangs gab es zwar strukturelle Fehler, aber die Probleme wurden schnell behoben. Obwohl das Flugzeug langsam war, wurde der Fokker-Dreidecker das bevorzugte Flugzeug vieler deutscher Jagdflieger. Dies lag an seiner hervorragenden Steigleistung und Manövrierfähigkeit, die es Ideal für enge Kurvenkämpfe mit deftigen Fliehkräften machten. Dazu hatte es die standardmäßigen zwei synchronisierten Maschinengewehre und nach Überwindung der Probleme bei der Qualitätskontrolle war es ein robustes Flugzeug. Obwohl dies manchmal behauptet wurde, war die Fokker Dr.I keine Kopie der Sopwith Triplane und hatte – abgesehen von den drei Flügeln – keine Gemeinsamkeiten mit dem britischen Entwurf. Zwar hatte der Fokker-Dreidecker nicht genügend Geschwindigkeit, jedoch konnte er zumindest seine Gegner bei Steigleistung und Manövrierfähigkeit übertreffen, während zu diesem Zeitpunkt die Albatros-Jäger nirgends mehr einen Vorteil hatten. Letztlich führte der höhere Luftwiderstand dazu, dass sich die Flugzeugkonstrukteure wieder von der Dreidecker-Konfiguration abwendeten. So wurde die Sopwith Triplane durch den Doppeldecker Sopwith Camel ersetzt, welche zwar keine bedeutend bessere Leistung hatte, jedoch viel robuster war und zwei Maschinengewehre hatte. Und auch die Fokker Dr.I wurde zum schnelleren Fokker D.VI-Doppeldecker weiterentwickelt. Jedoch stellte sich die Fokker D.VII mit den wassergekühlten Mercedes- oder BMW-Motoren als stärkeres Jagdflugzeug heraus, sodaß der Bau der Fokker D.VI nur sehr begrenzt war. Geschichte der Fokker Dr.I Wie schon erwähnt, was der Eindruck, den der britische Sopwith Triplane Dreidecker bei den führenden Kreisen des deutschen Militärs und der Luftfahrt hinterließ, derartig gewaltig, dass nicht weniger als vierzehn deutsche und österreich-ungarische Flugzeughersteller ihren eigenen Entwurf eines Dreideckers entwickelten. Es hatte offensichtlich ganz den Anschein, als wenn die magische Formel für den Erfolg im Luftkampf nun bei den Dreideckern liegen würde. Die meisten dieser Hersteller begannen mit ihren Entwürfen, nachdem einer der britischen Dreidecker im Juli 1917 erbeutet und inspiziert worden war. Damit begannen diese jedoch mit ihren Entwürfen ein gutes Stück nach Anthony Fokker, welcher eine Sopwith Triplane bereits im April 1917 an der Westfront in Aktion gesehen hatte. Es wurde oft behauptet, dass die Fokker Dr.I eine Kopie der Sopwith Triplane gewesen wäre, aber Reinhold Platz, der die Fokker-Maschine auf Wunsch seines Arbeitgebers entwarf, hatte niemals das britische Flugzeug gesehen und war eigentlich auch nicht von dessen Vorzügen überzeugt. Das Gerücht der Kopie hatte offensichtlich seinen Ursprung, als eine Fokker Dr.I von den Alliierten erbeutet werden konnte. Dazu schrieb ein gewisser M. Lagorgette in der ersten März-Ausgabe 1918 der französischen Zeitschrift L’Aerophile mehr oder weniger das folgende: Der feindliche Dreidecker ist im Effekt eine Kopie der Sopwith Triplane. Die Ähnlichkeit der beiden Flugzeuge ist sehr groß und es gibt bei beiden die gleichen Unterschiede zu den gewöhnlichen Jagdflugzeugen, da die Flügel bei beiden in gleicher Weise angeordnet sind, jedoch die Form und Dimensionen sich erheblich unterscheiden … Das Besondere an der Maschine ist jedoch, dass es keine Kabel oder irgend eine andere Form der Verspannung der Flügel gibt … Die Kontrollen sind wie bei den üblichen Fokker-Typen … Der Motor ist ein Oberursel-Umlaufmotor mit 100 oder 110 PS, was praktisch ein nachgebauter französischer Le Rhone ist … Die Bewaffnung besteht aus zwei starren Spandau-Maschinengewehren, welche zusammen oder einzeln abgefeuert werden können. Sie werden durch den Motor angetrieben und werden durch Boden-Kabel kontrolliert … Trotz Bedenken über die Leistungsfähigkeit des Dreidecker-Konzepts baute Reinhold Platz einen Prototyp, der als mehr …

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