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Im Blickpunkt:
  • Ein schönes Farbfoto eines T-34/85.

    Sowjetischer mittlerer Kampfpanzer T-34 Modell 1943, Modell 1944 und T-44 mit 85-mm-Kanonen. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. T-34 Modell 1944 (T-34/85) und T-44 Typ: Sowjetischer mittlerer Kampfpanzer. Hier zum Vorgängermodell T-34 Modell 1943 T-34/85 (Modell 1944) Geschichte Nachdem die Unfähigkeit des T-34 Model 1943 offensichtlich wurde, mit den neuen deutschen Panzertypen – wie dem Panther-Panzer und PzKpfw VI Tiger – fertig zu werden, war das NKTP gezwungen, dieser Tatsache in das Auge zu sehen. Egal wie sehr auch die Panzerproduktion dadurch gestört werden würde, es mussten wesentliche Verbesserungen an den vorhandenen russischen Panzertypen vorgenommen werden. Auch das GKO griff ein, nachdem es von zahlreichen Beschwerden von Fronteinheiten überschwemmt worden war, dass ein ‘längerer Arm’ benötigt wurde, um die deutschen Panzer zu erreichen und erfolgreich zu bekämpfen. Vier Entwicklungsteams von Kanonen wurden aufgefordert, ein Sofort-Programm zur stärkeren Bewaffnung des T-34 zu starten. Die Teams von Grabin und Petrow arbeiteten bereits an 85-mm-Kanonen, als Grabins Büro vom 23 Jahre alten A. Savin übernommen wurde, als dessen bisheriger Chef zum Zentralen Artillerie-Entwicklungsbüro (TsAKB) nach Moskau versetzt wurde. Zudem begann noch das Team von Siderenko mit den Arbeiten an ihrer 85-mm-Kanone S-18. Die neuen Kanonen wurden auf dem Testgelände von Gorokhovieskiy außerhalb von Gorki erprobt und Grabins ZiS-53 wurde zum Sieger erklärt. Leider vertrug sich aber der neue Panzerturm, welcher von V. Kerichew bei Krasnoye Sormovo in Gorki entwickelt worden war, nicht mit der neuen Kanone. Offenbar hatte dieser nämlich den Turm um Petrovs D-5-Kanone herum entwickelt, welche früher zur Verfügung gestanden hatte und sich bereits für den Jagdpanzer SU-85 in Produktion befand. Zwei unbewaffnete T-34/85 waren bis zum 15. Dezember 1943 fertiggestellt worden und das GKO genehmigte den neuen Typ für den sofortigen Bau und Einsatz trotz dieser Probleme. Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, befahl das NKTP den T-34/85 vorübergehend mit der D-5T-Kanone zu bauen, bis Savin einen neuen Panzerturm für Grabins neue und modifizierte ZiS-53-Kanonen sowie weiteren Verbesserungen entworfen hatte. Diese vorläufige Zwischenlösung, der T-34/85 Modell 1943 mit der D-5T-Kanone, ging noch im Dezember 1943 bei Zavod Nr. 112 in Krasnoye Sormovo in Produktion. Die Freigabe für die Serienproduktion erfpgte am 15. Dezember 1943 und bis zum Ende des Jahres waren bereits 293 fertiggestellt worden. Im Jahr 1944 folgten weitere 11.000 T-34/85 des Modell 1943 und vor allem Modell 1944.   Die zwischenzeitlich modifizierte, neue Kanone wurde ZIS-S-53 genannt, um Savins Einfluss auf den Entwurf zu würdigen und ersetzte im Frühjahr 1944, zusammen mit dem neuen Turm, den bisherigen mit der D-5T-Kanone. Dieser Panzer war nun der T-34/85 Modell 1944. Der T-34/85 Modell 1943 und 1944 unterschieden sich in vielerlei Hinsicht. Der augenscheinlichste Unterschied war der Geschützmantel, doch beim Modell 1944 war auch die Kommandantenkuppel nach hinten versetzt, um den Kanonier mehr Platz zu geben und ein Funkgerät in der Nähe des Kommandanten unterzubringen. Der T-34-85 bedeutete nicht nur einen wichtigen Schritt vorwärts bezüglich einer höheren Feuerkraft, sondern endlich wurde auch der Drei-Mann-Turm (Kommandant, Kanonier und Ladeschützen) mit vollständigen visuellen Beobachtungsmöglichkeiten und Funkgeräten für den Panzerkommandanten eingeführt, was bei den deutschen Panzerkampfwagen schon lange üblich war und ein wichtiger Teil ihrer bisherigen, taktischen Überlegenheit bildete. Die Produktion des T-34-85 ersetzte nicht sogleich den gesamten Bau des T-34 Modell 1943 mit der 76-mm-Kanone in allen Panzerfabriken, machte aber trotzdem den Großteil der russischen Panzerproduktion im Jahr 1944 aus. Zu Anfang wurde der neue T-34 von den Deutschen irrtümlich als T-43 identifiziert, über den es einige Meldungen gab und der über einen besseren Panzerschutz verfügen sollte. Im Oktober 1943 entschied das NKTP auch endgültig die Produktion von leichten Panzern zu beenden, nachdem nur 120 T-80 ausgeliefert worden waren. Zu diesem Zeitpunkt des Krieges waren die sowjetischen leichten Panzer praktisch unbrauchbar gegen deutsche Panzer und die benötigten Mengen an Aufklärungspanzern und leichten Unterstützungspanzer für die Infanterie konnten von Lend-Lease-Modellen wie dem Stuart oder Valentine ausgefüllt werden. Einsatz Im Zusammenhang mit dieser Entscheidung wurden im November 1943 die sowjetischen Tank-Brigaden erneut reorganisiert, wobei alle leichten Panzer bei diesen gestrichen wurden und die neuen Brigaden nur noch aus dem T-34 Modell 1943 und T-34/85 bestanden. Die Mischung aus T-34 mit der 76-mm oder 85-mm-Kanone war willkürlich und nur davon abhängig, welcher Typ gerade zur Verfügung stand, obwohl Garde-Einheiten natürlich mit der besseren Ausrüstung ausgestattet wurden, wenn dies möglich war. Die leichten Panzer wurden den mechanisierte Artillerie-Einheiten und einigen anderen Formationen zur Aufklärung oder Verbindungsaufgaben beigegeben. Verfügbar in Abertausenden, übernahm der T-34 die Herrschaft über das Schlachtfeld, zwang die deutschen Truppen immer mehr Defensive und gewann schließlich die taktische und strategische Initiative im ‘Großen Vaterländischen Krieg’ für die Sowjetunion. Nach dem Krieg wurde der T-34/85 und seine Nachfolger noch lange weiter verwendet und war noch im Koreakrieg der wichtigste mittlere Kampfpanzer. Gleichzeitig wurde er noch bis in die Mitte der 1950er Jahre weitergebaut, bis er vom T-54 endgültig abgelöst wurde. Bei anderen Armeen stand er noch bis Mitte der 1960er Jahre im Dienst und tauchte in manchen Buschkriegen auch noch viel später auf. In Erinnerung wird der T-34/85 jedoch als der hervorragende Panzer bleiben, welcher den Zweiten Weltkrieg für die Rote Armee gewonnen hat. Nach der Einführung des T-34/85 war die Rote Armee seit Sommer 1944 so stark, dass sie für den Durchbruch durch die deutsche Verteidigungszone an der Front lediglich ihre Panzer- und mechanisierten Korps benötigte. Die frischen Panzerarmeen wurden erst bei einem Einbruch von etwa 25 bis 40 Kilometern Tiefe eingesetzt, sodass sie weit in das deutsche Hinterland eindringen konnten. Nach dem Durchbruch in die Tiefe des Raumes war ihre Aufgabe, die deutschen operativen Reserven zu zerschlagen und so keine Verteidigungslinien mehr im rückwärtigen Raum zuzulassen. Die sowjetischen Panzer griffen mit tief gestaffelter, danach folgender Infanterie an. Diese Angriffe erfolgten möglichst tief und starr in frontaler Richtung. Erst in der Nacht wurde angehalten, um möglichst viel Infanterie aufschließen zu lassen, die sich eingrub und das neu eroberte Gelände sicherte. Die Gegenangriffe deutscher Panzereinheiten wurden zumeist schon in schnellen Begegnungsschlachten abgewehrt. Durch den zunehmenden Einsatz von Panzernahbekämpfungsmitteln bei der deutschen Infanterie, wie Panzerschreck und Panzerfaust, brachten die sowjetischen Panzerbesatzungen Bretter oder Gitter behelfsmäßig an mehr …

  • Von Deutschland ausgebildete und ausgerüstete Soldaten der national-chinesischen Armee von Tschiang Kai-schek.

    Die chinesischen Streitkräfte von 1937 bis 1941: national-chinesische Armee und Waffen, Luftwaffe, Marine und Kommunisten.   Die Annexion von Mukden am 19. September 1931 markierte den Auftakt einer sich steigernder japanischen Aggression gegen China und von 1937 an gab es einen offenen Krieg. Die ungeordneten chinesischen Truppen waren der japanischen Armee auf dem Schlachtfeld nicht gewachsen, aber entschlossener Widerstand verhinderte den völligen Zusammenbruch. Schon die Größe von China schloss einen japanischen militärischen Sieg aus und obwohl die national-chinesische Regierung gezwungen war, alle wichtigen industriellen Gebiete aufzugeben und sich in eine neue Hauptstadt Tschungking zurückzuziehen, setzte sie den Kampf fort und band im Bündnis mit den kommunistischen Streitkräften von Mao Tse-tung eine große Anzahl japanischer Truppen. Stärke und Organisation  der  National-chinesische Armee Bei Ausbruch des Japanisch-Chinesischen Krieges im Juli 1937 wurde die national-chinesische Armee auf rund 1,7 Millionen Mann erweitert. Die offizielle Kriegsgliederung auf dem Papier umfasste 182 Infanterie-Divisionen, 46 unabhängige Brigaden, 9 Kavallerie-Divisionen, 6 unabhängige Kavallerie-Brigaden, 4 Artillerie-Brigaden und 20 unabhängige Artillerie-Regimenter. Eine Division hatte auf dem Papier 2 Infanterie-Brigaden zu jeweils 2 Regimenter, ein Artillerie-Bataillon oder Regiment, ein Pionier- und Nachschubbataillon, ein kleine Nachrichten-, Ambulanz- und Transport-Einheit. In der Praxis variierte die Bereitstellung der Unterstützungs- und Hilfseinheiten jedoch stark von Division zu Division, ebenso wie ihre Truppenstärke. Die durchschnittliche Stärke der zuvor beschriebenen Divisionsgliederung belief sich auf etwa 9.000 bis 10.000 Mann, dies traf aber nur für die ersten zehn von Deutschland ausgebildeten Divisionen aus dem Jahr 1937 zu. Die Masse der Divisionen, sowie die neu oder nur vorübergehend aufgestellten Verbände, hatten durchschnittlich nur 5000 Soldaten. Unabhängige Brigaden hatten etwa 4500 Mann, während neue und vorübergehend aufgestellte Brigaden vielleicht etwa 3000 Mann stark waren. China war im Jahre 1937 immer noch ein zutiefst gespaltenes Land und die KMT-Regierung konnte sich nicht auf alle ihre nominellen Streitkräfte zugleich verlassen. Rebellionen und andere Vorfälle von Untreue bei verschiedentlichen seiner regionalen militärischen Befehlshaber während der 30er Jahre hatten bei Tschiang Kai-schek einen großen Teil seiner Truppen verdächtig gemacht. Die zuverlässigsten und von daher am besten ausgerüsteten Soldaten von Tschiang Kai-schek waren daher die 380.000 Mann seiner eigenen, vor 1934 aufgestellten Armee. Die meisten von diesen waren von deutschen Soldaten ausgebildet worden. Sie wurden von Absolventen der Whampoa-Militärakademie in Kanton kommandiert, welche Tschiang Kai-schek 1924 selbst geleitet hatte, um ein politisch zuverlässiges Offizierkorps für die KMT-Armee zu schaffen. Weitere 520.000 Mann gehörten Einheiten an, welche seit jeher treu zu Tschiang Kai-schek standen, wenn sie auch nicht vom ihm aufgestellt worden waren. Dieser harte Kern gab ihm etwa 900.000 Mann, auf die sich die KMT-Regierung verlassen konnte. Abgesehen von diesen Armeen gab es noch eine andere Kategorie von sogenannten halb-autonomen Provinz-Truppen, die manchmal für die Interessen der KMT-Regierung mobilisiert werden konnten. Zusammen vielleicht noch etwa 300.000 Mann stark, verteilt über die Provinzen Suiyuan, Schanssi und Shangtung im Norden und Kwangtung im Süd-Osten. Der Rest der national-chinesischen Armee bestand aus Truppen, angeführt von Kommandeuren welche gegenüber Tschiang Kai-schek zwar keine wirkliche Loyalität empfanden, aber bereit waren, neben ihm gegen den gemeinsamen Feind Japan zu kämpfen. Die Kampfkraft dieser Verbände von fraglicher Loyalität schwankte von sehr gut bis sehr schlecht. Zum Beispiel wurden die 80.000 Soldaten und 90.000 Milizionäre der südlichsten Provinz Kwangsi gut geführt und waren gut ausgerüstet, ausgebildet und diszipliniert, während die 250.000 Soldaten von Szechuan im Süd-Westen als die am schlechtesten ausgebildeten und ausgerüsteten beschrieben wurden, die meisten von ihnen undiszipliniert und die treulosesten aller national-chinesischen Truppen. Zersetzt von Verlusten, vor allem unter dem vor Kriegsbeginn 1937 ausgebildeten Offizierskorps, und mit nur wenig Nachschub versehen, waren die meisten dieser Formationen unter der Sollstärke, schlecht ernährt, gekleidet, ausgerüstet und geführt, mit einem Kampfwert der vergleichbar war mit dem von plündernden Bauernheeren vergangener Jahrhunderte. Historisch gesehen hatte Chinas brutale militärische Kultur dem Bauern-Soldaten niemals einen Lohn für den Sieg gegeben, mit Ausnahme der Gelegenheit zur Plünderung. Es gab keine emotionale Beteiligung an Ereignissen, welche nicht unmittelbar die eigene Einheit betrafen. Vorsicht wurde als Klugheit bewundert, Selbstachtung hing nicht von der eigenen Initiative im Angriff oder standhafter Verteidigung ab. Sofern sich nicht ein schneller Erfolg einstellte, bestand immer die Tendenz, sich zurückfallen zu lassen. Auf der anderen Seite konnte oft selbst nach einem überstürzten Rückzug im Angesicht des Feindes und nach einer kurzen Rast der leidgeprüfte Bauern-Soldat zu seinem Dienst zurückgebracht werden. Waffen der national-chinesischen Armee Mit einer Armee, welche rasch auf über 2 Millionen Mann anstieg, und nur einer kleinen Anzahl von lokalen militärischen Arsenalen und Rüstungsbetrieben, war die Bewaffnung der national-chinesischen Armee ein ständiges Problem. Seit den frühen 30er Jahren war eine verwirrende Vielfalt von Gewehren und Maschinengewehren aus allen Teilen der industrialisierten Welt das ein oder andere mal von den Chinesen eingeführt worden. Ohne eine zentral gesteuerte Einkaufspolitik für die Armee hatten die verschiedenen militärischen Regionalbefehlshaber und vorübergehende Kriegsherren für die eigenen Truppen die ihnen angebotene Waffen nach Lust und Laune aufgekauft. Dieser erhebliche Mangel an Standardisierung wurde nur teilweise durch den Ausbruch des Chinesisch-Japanischen Krieges beseitigt. Von 1937 an war die vorherrschende Infanterie-Waffe der chinesischen Armee das deutsche 7,92mm Mauser 98k Gewehr, welches von den deutschen Ausbildern in den frühen 30er Jahren empfohlen wurde. Das Mauser-Gewehr wurde in großen Zahlen importiert und wurde bald darauf in chinesischen Arsenalen nachgebaut und wurde allgemein als Tschiang Kai-schek-Gewehr bezeichnet. Andere Gewehre und Karabiner, ebenfalls auf dem Mauser-Entwurf basierend, wurden ebenfalls eingeführt, so das belgische FN24 oder das tschechoslowakische VZ24. Auch das ältere Mauser-Gewehr 88 wurde noch weit verbreitet in China verwendet und es wurde immer noch als Hanyang 88 in chinesischen Fabriken hergestellt. Viele verschiedene Modelle von Maschinengewehren wurden ebenfalls in den 30er Jahren eingeführt. In der Tat sieht es so aus, als war China in mehreren Fällen der einzige Exportkunde für einige mehr oder weniger dubiose europäische Waffen. Wenn ein Waffenhändler seine Waren nicht an die KMT-Regierung verkaufen konnte, versuchte er sein Glück eben bei einem der Provinz-Armeeoberbefehlshaber. Das vorherrschende chinesische leichte Maschinengewehr war das ausgezeichnete tschechische ZB26, importiert und in großer Zahl nachgebaut. Andere eingeführte Typen waren das schweizerische ZE70, das finnische Lahti und das russische DP26. Maschinengewehr waren immer zu wenig mehr …

  • 3D-Modell Sten Mk 2

    Englische Maschinenpistole Sten Gun. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell der britischen Standard-Maschinenpistole Sten MP im Zweiten Weltkrieg. Sten Mk I, II, III, V Typ: Maschinenpistole. Geschichte der Sten MP Die britische Armee musste 1939 ohne irgendeine Maschinenpistole in den Krieg ziehen, da sie diese gering schätzte und sich lange gegen die Einführung einer derartigen Waffe gewehrt hatte. Schnell mussten die britischen Soldaten aber erkennen, dass es ohne die bisher verschmähte Maschinenpistole in einem modernen Krieg überhaupt nicht mehr ging. So kauften die Briten in den USA in großen Stückzahlen die Thompson-MPi ein. Diese amerikanische Maschinenpistole hatte jedoch einige Nachteile. Sie war schwer, schwierig in der Herstellung und obendrein teuer. Der hohe Preis und die Versorgungsschwierigkeiten der Thompson-MP ließen die Engländer bald daran denken, ein eigenes Modell zu entwickeln. Die Ereignisse Mitte des Jahres 1940, wo die Briten viele ihrer Waffen bei der Evakuierung aus Dünkirchen verloren, führten zu einer Beschleunigung dieser Gedanken. Im August 1940 wurde die Entscheidung von der britischen Regierung getroffen, eine Kopie der deutschen MP28 in die Produktion zu nehmen und davon 50.000 Waffen zu bauen. Gleichzeitig wurden 110 Millionen Stück 9-mm-Patronen dafür in den USA bestellt, da die Herstellung dieses Kalibers in Großbritannien viel zu gering war. Die neue Maschinenpistole wurde als ‘Lanchester’ bezeichnet und Einsatzvorführungen wurden am 28. November 1940 durchgeführt. Anschließend wurden Vorbereitungen zur Produktion dieser Waffe getroffen. Allerdings änderte sich in den ersten Tagen des neuen Jahres 1941 die Lage. Eine einfachere Waffe, bezeichnet als ‘N.O.T.40/1’ wurde von Major R.V. Stepherd und Mr. H.J.Turpin vom Chief Superintendent of Design’s Department (Chef-Superintendenten der Entwicklungsabteilung) fabriziert. Die Waffe wurde bei der Royal Small Arms Factory in Enfield Lock bereits am 10. Januar 1941 vorgeführt. Daraufhin wurde am 21. Januar Anweisung erteilt, sofortige Versuche mit beiden Maschinenpistolen durchzuführen und zeitnah zu entscheiden, ob die ‘Lancaster’ wie geplant oder der neue Entwurf produziert werden soll. Das britische Beschaffungsamt teilte am nächsten Tag dazu mit, daß ‘die wichtigste Berücksichtigung im Moment ist, irgendeine Art von Maschinenkarabiner, welche bei allen drei Bereichen der Streitkräfte verwendet werden kann, so schnell als möglich in die Produktion zu bringen’. Die N.O.T.40/1 wurde anschließend getestet und ein Bericht darüber ging am 31. Januar 1941 heraus. Die verschiedenen Versuche wurden zufriedenstellend abgeschlossen und 5.400 Schuss ohne Unterbrechung oder eine Fehlfunktion abgefeuert. Der Bericht schloss zusammenfassend, dass ‘dieser Karabiner scheint grundsätzlich brauchbar zu sein und funktioniert zufriedenstellend und genau.’ Daraufhin wurden Vorbereitungen getroffen, diese neue Waffe in Produktion zu nehmen und die ersten Exemplare kamen im Juni 1941 aus den Fabriken. Sten Mk I Das Ergebnis all dieser Bemühungen wurde zur Sten Mark I MP. Der Name ‘STEN’ setzt sich aus den beiden Namen der Konstrukteure Shepperd und Turpin sowie dem Hersteller Enfield zusammen. Während die Waffe immer noch einfach war, so verfügte sie doch immer noch über eine gewisse Raffinesse. So gab es einen hölzernen Vorderschaft und einen Klappgriff für die vordere Hand, einen Rohrrahmen-Hauptschaft als Laufummantelung, einen Schutz für das Zielkorn und einen Kompensator zur Unterdrückung von Mündungsblitzen. Ein Sicherheitsschlitz an der Rückseite des Spannhebels ermöglichte eine rudimentäre Sicherung des Abzugshebels. Sobald die Produktion begann, wurde untersucht, ob ein Teil dieser Verfeinerung abgeschafft werden konnte, was sowohl die Produktion beschleunigte als auch die Waffe leichter machte. Der Unterdrücker für Mündungsblitze und der Vordergriff wurden weggelassen und das hölzerne Vorderende wurde durch eine Blechabdeckung über dem Abzugsmechanismus ersetzt. Die Konstruktion war sehr einfach und verwendete nur ein Minimum an Drehteilen. Die Herstellung fand vor allem mit Pressteilen und Schweißarbeiten statt. In ihrer äußeren Erscheinung wirkte sie beinahe so ‘zusammengehauen’, wie die russische PPS-MPi, da alles an ihr aus gepresstem, zum Teil gewelltem Metall bestand, auch die Schulterstütze. Doch sie besaß genau jene Vorzüge, die gefordert wurden: sie arbeitete gut und sie war billig, schnell und einfach zu produzieren. Ohne weitere Einwendungen ging die Sten MP in Produktion. Von Juni 1941 bis Juli 1942 wurde die Sten Mk I in einer Stückzahl von 100.000 Exemplaren gebaut. Sten Mk II Um die Forderung nach einer Monatsproduktion von 20.000 Stück zu erfüllen, wurden weitere Vereinfachung an der Maschinenpistole vorgenommen. Die dadurch entstandene Sten Mark II wurde zur häufigsten aller Varianten. Sie wurde in zwei Ausführungen hergestellt, mit Schulterstütze aus einem Profilrahmen oder aus Rohrmaterial mit aufgeschweißter Kappe. Die Schulterstütze ließ sich einfach abnehmen. Da am Verschluss und am Abzug so gut wie nichts mehr vereinfacht werden konnte, entfiel lediglich der hölzerne Vorderschaft. Es wurde aber auf den Laufmantel verzichtet und der Lauf mit einer kurzen zylindrische und perforierte Hülle, welche auch als Vorderhandgriff diente, angeschraubt. Dieser Lauf ließ sich ebenfalls leicht abnehmen. Das Magazingehäuse wurde so modifiziert, dass es um 90 Grad heruntergeschwenkt werden konnte, um die Zufuhr- und Auswurföffnungen gegen Schmutz zu verschließen. Der Sicherheitsschlitz wurde an der oberen Rückseite des Spanngriffschlitzes neu positioniert, da das Drehen des Griffs zum Verriegeln eine leichtere Bewegung war als das Herunterdrehen. In den Laufmantel konnte außerdem ein kurzes Tüllenbajonett eingeschoben werden. Über zwei Millionen dieser Muster wurden hergestellt und eine Zeit lang wurden sie mit einer Rate von mehr als 20.000 Stück pro Woche aus einer einzigen Fabrik hergestellt, dazu viel der Preis der Herstellung auf 2,87 Britische Pfund (ca. 30 Reichsmark) pro Waffe. Die Mark II wurde zum ersten Mal während der Dieppe-Landung im August 1942 eingesetzt. Obwohl der Überfall ein Fiasko war, gab es keine Beschwerden über den Teil, den die Sten-MP dabei spielte. Eine große Zahl der Sten Mk II wurde über den von Deutschland besetzten Teilen Europas für Partisanengruppen und Widerstandskämpfer aus Flugzeugen abgeworfen, wofür die einfache Zerlegbarkeit wichtig war. Es gab noch die Version Sten Mk IIS für Kommando- und Untergrundeinsätze, wo auf dem Lauf einen Schalldämpfer angebracht wurde. Dabei waren allerdings nur Einzelschüsse möglich. Sten Mk III Als Nächstes kam die Sten Mk III, welche noch einfacher herzustellen war. Dafür wurde aber auf den abnehmbaren Lauf und das bewegliche Magazingehäuse verzichtet. Der Feuermechanismus und die beiden Schulterstützen blieben zwar identisch, aber das Verschlussgehäuse wurde zusammen mit dem Laufmantel als ein Stück im Maschinenschweißen produziert. Dieses geschweißte Stahlrohr hatte ein mehr …

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