3. SS-Panzer-Division Totenkopf


Einsätze der 3. SS-Panzer-Division Totenkopf (Teil IV) von 1944 bis 1945.
In Russland 1944 und der Endkampf in Ungarn und Österreich 1945.

Panzer und Grenadiere der Totenkopf
Panzer und Grenadiere der Totenkopf bei der Heeresgruppe Süd.

t_arrow2hier zu Teil III: Einsätze der SS-Panzergrenadier-Division Totenkopf 1943.

Russland 1944

SS-Unterscharführer der Totenkopf-Division
SS-Unterscharführer der Totenkopf-Division als Panzerkommandant.
Im März 1944 wurde der zwischenzeitlich als 3. SS-Panzer-Division Totenkopf bezeichnete Verband wieder einmal verlegt, diesmal nach Balta, wo sie als Nachhut die Rückendeckung des Rückzugs der Heeresgruppe B übernahm. Weitere Defensivaktionen in Rumänien ließen die Divisionsstärke weiter abnehmen.
Im Mai erhielt die Division mehrere Tausend Mann Verstärkungen von der 16. SS-Panzergrenadier-Division Reichsführer SS und im Juni erhielt sie im Raum westlich von Roman eine kurze Pause zur Auffrischung und Vervollständigung ihres Ausbaus zur Panzerdivision.

Das Panzergrenadier-Regiment 5 ‚Thule‘ wurde vollständig mit mittleren Schützenpanzerwagen und schweren Waffen auf Selbstfahrlafetten ausgerüstet. Das Regiment 6 ‚Th.Eicke‘ aus drei motorisierten Panzergrenadier-Bataillonen erhielt ebenfalls mittlere Schützenpanzerwagen und schwere Waffen auf Selbstfahrlafetten für den Regimentsstab, Regimentseinheiten und die 1./6.(gp).

Die Division erhielt zu diesem Zeitpunkt auch gezogene Wehrpflichtige der Wehrmacht als Ersatz und hatte anschließend eine Stärke von über 20.000 Mann und etwa 162 Panzerfahrzeuge zuzüglich leichte und mittlere Schützenpanzer.

Gliederung 1944/45:

3. SS-Panzer-Division TotenkopfEinheiten
Stab/3. SS-Panzer-Division TotenkopfDiv.Begl.Kp.(mot) 1944
SS-Pz.Gren.Rgt. 5 'Thule'I.-III.Rgt.Einh 13-16.Kp.
SS-Pz.Gren.Rgt. 6 'Th.Eicke'1942 aus SS-IR. 9/mot.
SS-Panzer-Rgt.3 'T'I.-II-10. (PzKpfw VI Tiger I) - 9. (Pz.Pi.Kp)
SS-Pz.Art.Rgt.3 'T'I.-IV.-I.(SF)-1944/Pz.B.-Bttr.
SS-Pz.Aufkl.Abt.3 'T'fünf Pz.Aufkl.Kpn.(le.SPW)
SS-Pz.Nachr.Abt.3 'T'Fernspr.-/Funk-Kp.-le.Nachr.Kol.
SS-Pz.Jäger-Abt.3 'T'drei Pz.JG.-Kpn./1944 aus StuG.Abt.
SS-Pz.Pionier-Btl.3 'T'zwei Pi.Kpn./mot.-3.(gp)Kp./SPW
SS-Pz.Flak.Abt.3 'T' drei schwere, eine gemischte Flak-Batterie
SS-Sturmgeschütz-Abt.3drei Sturmgeschütz-Batterien
SS.Pz.Div.Na.Fü.-3 'T'Versorgung und sonstige Dienste

Der Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte

Scharfschütze der Totenkopf
Ein Scharfschütze der Totenkopf mit einem Kar98k mit Zielfernrohr.

Am 23. Juni starteten die Russen ihre große Sommeroffensive 1944, die Operation ‚Bagration‘, welche zum schnellen Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte führte. Deshalb wurde Totenkopf im Juli im Bahntransport in die Gegend von Grodno und Bialystok verlegt, um dort gegen den starken Druck der russischen 2. Panzer-Armee zu halten.
Bei Kräfteverhältnissen von eins zu zehn war aber nicht mehr möglich, als den russischen Vorstoß zu verzögern und die Division wurde Schritt für Schritt nach Westen abgedrängt.

Während dem August wurde Totenkopf zusammen mit der 5. SS-Panzer-Division Wiking für die Verteidigung der Zugänge nach Warschau eingesetzt. Anfang September schlugen sie russische Einheiten zurück, welche in die östlichen Vorstädte eingedrungen waren und trieben sie wieder über die Weichsel.
Der Erfolg war allerdings nur vorübergehend und im Oktober wurde Totenkopf gezwungen sich in Richtung Modlin zurückzuziehen und war zwischenzeitlich auf 75 Prozent der Stärke vom Juni reduziert worden.
Weitere Verteidigung östlich von Modlin bis Anfang Dezember und anschließend frontnahe Auffrischung bis zum 30. Dezember 1944.


Ungarn und Österreich 1945

Panzerjäger der Totenkopf in Ungarn
Panzerjäger der Totenkopf in Ungarn 1945.

Ende des Jahres wurde die 3. SS-Panzer-Division Totenkopf per Eisenbahn zur Heeresgruppe Süd in West-Ungarn verlegt. Zusammen mit der 5. SS-Panzer-Division Wiking greift sie am 1. Januar 1945 südlich der Donau aus der Gegend östlich von Komorn zum Entsatzversuch für das belagerte Budapest an. Nach 10 Tagen des unermüdlichen vorkämpfen bringen russische Reserven und der sich versteifenden Widerstand die SS-Divisionen zum Stehen und der Angriff wird auf Befehl der Armeeführung eingestellt.

Die Divisionen marschieren in die Gegend südwestlich von Stuhlweissenburg, wo sie am 18. Januar mit dem dritten Entsatzangriff auf Budapest beginnen. Diesmal ist der Fortschritt wesentlich besser und innerhalb von zwei Tagen werden von Totenkopf mit Tiger- und Panther-Panzern über 200 Feindpanzer bei Val abgeschossen. Der Durchbruch gelingt bis auf 20 km an Budapest heran, bis wieder starke russische Reserven den Angriff zum Stehen bringen.
Starke russische Gegenangriffe zwingen die SS-Verbände zum Wald von Bakony am Plattensee zurück, wo sie sich eingraben.

Im März 1945 nimmt die 3. SS-Panzer-Division Totenkopf an der ‚Frühlingserwachen‘-Offensive teil, dem letzten großen deutschen Angriff an der Ostfront. Zusammen mit den 1. SS-Panzer-Division Leibstandarte-SS-Adolf Hitler, 2. SS-Panzer-Division Das Reich und Hohenstaufen versuchen diese Verbände mit ihren schweren Panzern einen Vorstoß über hoffnungslos ungeeignetes Gelände durchzuführen. Nach etwa 30 km geht es nicht mehr weiter und der zornige Hitler lässt die Offensive abbrechen.

Stellungen von Totenkopf-Soldaten
Eine Pak 40 wird an Stellungen von Totenkopf-Soldaten bei Wegyr vorbeigezogen.

Feindliche Gegenangriffe drängen die geschwächte Totenkopf-Division bald in die Außenbezirke von Wien. Während des März und bis in den April hinein wehrt die Division russische Angriffsversuche ab, bis sie nicht mehr die Kraft hat, den weit überlegenden Feindkräften Widerstand zu leisten. Wien fällt am 13. April.
Am Ende dieses Monats verfügte die Division noch über 1.000 Mann kampffähiger Soldaten und nur 6 Panzer.

Totenkopfverbände KZ Mauthausen
Angehörige von Totenkopfverbänden auf einem Balkon in Konzentrationslager Mauthausen.

Am 9. Mai 1945 kapitulierte die Division in der Gegend südlich von Linz an der Donau gegenüber Teilen der US-Army. Diese akzeptierten die Kapitulation unter der Bedingung, dass die Totenkopf-Soldaten die Wachen des in der Nähe befindlichen Konzentrationslager Mauthausen entwaffnen. Die Soldaten führten den Auftrag aus und anschließend widerriefen die Amerikaner die Vereinbarung und lieferten die Überlebenden Mitte Mai den Russen aus.

Es ist müßig zu erwähnen, dass nur wenige Soldaten, welche den Totenkopf bis zum Schluss trugen, die russische Kriegsgefangenschaft überlebten.

Insgesamt wurden 46 Angehörige der Totenkopf-Division während des Zweiten Weltkrieges mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.


t_arrow2hier zu Teil I: Aufstellung der SS-Totenkopf-Division.

SS-Sturmmann der Totenkopf Luger-Pistole
SS-Sturmmann der Totenkopf begutachtet eine Luger-Pistole.

Quellenangaben und Literatur

Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945 (Bundesarchiv-Militärarchiv und Arbeitskreis Wehrforschung)
Die gepanzerten und motorisierten deutschen Grossverbände 1935-1945 (Rolf Stoves)
The Waffen-SS (Martin Windrow)
Waffen-SS Encyclopedia (Marc J. Rikmenspoel)
Hitler’s Elite – The SS 1939-45 (Chris McNab)
Waffen SS in Action (Norman Harms)
Into the Abyss – The last years of the Waffen-SS (Ian Baxter)
Waffen SS in Russia (Bruce Quarrie)
Waffen-SS – From Glory to Defeat 1943-1945 (Robert Michulec, Ronald Volstad)
The Waffen-SS (1) – 1. to 5. Divisions (Gordon Williamson)


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