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  • Typ100/40

    Japanische Maschinenpistole Typ 100. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Typ: Japanische Maschinenpistole. Geschichte: Ähnlich wie in Großbritannien wurde in Japan die Entwicklung einer Maschinenpistole verschlafen. Erst 1935 wurde ein experimentelles Modell hergestellt und getestet. Aber es scheint so, als hat es wenig Begeisterung für diese Waffe gegeben, was unter den Umständen, dass Japan heftig in einen Krieg in China verwickelt war und einen Feldzug in Ostasien und dem Pazifik erwog, eigentlich sehr verwunderlich ist. Eigentlich wäre die Maschinenpistole die ideale Waffe für den japanischen Soldaten gewesen und der Gedanke das die japanische Armee mit einer billigen und einfachen MP – ähnlich der russischen PPSh – ausgerüstet worden wäre, dürfte für die Amerikaner ziemlich erschreckend gewesen sein. Der Krieg im Fernen Osten wäre eine wesentlich blutigere Angelegenheit geworden und die ein oder andere knapp entschiedene Schlacht hätte auch in die entgegengesetzte Richtung verlaufen können. Die Maschinenpistole Typ 100 Modell 1940 wurde 1941/42 in begrenzter Zahl an die Truppe ausgegeben. Im Grunde war dies nur eine modifizierte Schweizer Solothurn S1-100 Maschinenpistole, welche auch von der Wehrmacht und anderen Achsen-Armeen während des 2. Weltkrieg verwendet wurde. Die Maschinenpistole 100 war mäßig gut gemacht, hatte aber einige ziemlich seltsame Merkmale. Eines davon war die Verwendung einer komplexen Vorrichtung zur Munitionszufuhr, die sicherstellte, dass eine Patrone zuvor vollständig in der Kammer lag, bevor der Schlagbolzen funktionierte. Der genaue Zweck dieser Eigenschaft ist nicht klar, es kann aber eigentlich nur als eine Sicherheitsvorrichtung für den Schützen gedacht gewesen sein. Die Patrone, welche von allen Varianten der Maschinenpistole Typ 100 verwendet wurde, war die etwas kraftlose japanische 8-mm-Pistolenpatrone. Dies war eine eher schwache und ineffektive Wahl, was nicht gerade dadurch begünstigt wurde, dass es sich um eine flaschenförmiges Geschoss handelte, was die Munitionszufuhr komplizierter machte. Der Lauf der Maschinenpistole Typ 100 wurde verchromt um die Reinigung zu erleichtern und den Verschleiß zu reduzieren. Um den Entwurf um noch weitere Feinheiten zu ergänzen, hatte die Waffe ein komplexes Visier und ein gekrümmtes Magazin. Weitere Kuriositäten waren die Verwendung einer komplizierten Mündungsbremse an einigen Modellen und die Verwendung einer großen Bajonettbefestigung unter dem Lauf. Einige Versionen hatten sogar auch ein Zweibein, wie für leichte Maschinengewehre. Das Modell 40 erschien in zwei Mustern: eines für die Infanterie mit einem festen Schaft und eines für die Luftlandetruppe mit einem klappbaren Schaft. An beiden war eine Halterung für ein Bajonett unter dem Lauf montiert und der Lauf war innen verchromt. Einige der Waffen für die Infanterie wurden manchmal mit einem kleinen Zweibein ausgestattet. Mechanisch waren sie wenig bemerkenswert, sie waren einfache Rückstoß-Waffen, welche nach allgemein bekannten Prinzipien arbeiteten. Der einzige nachweisbare, größere Kampfeinsatz dieser Waffen erfolgte 1942 während des Angriffs japanischer Fallschirmjäger auf die niederländischen Ölfelder auf Java, wo vermeldet wurde, dass sie äußerst wirksam waren. Es gibt weder Aufzeichnungen zu ihrer Verwendung gegen US-Streitkräfte im Pazifik noch gegen die britischen Truppen in Burma. Es wird daher vermutet, dass weniger als 10.000 von beiden Modellen produziert wurden. Obwohl der Typ 100/40 bei weitem nicht perfekt war, war seine Leistung gut genug um das Interesse an dieser Waffe zu wecken. Es begann die Entwicklung einer verbesserten Version, dem Modell 1944, als die Rufe von der Front nach seiner solchen Waffe immer lauter wurden. Aber die Arbeiten begannen zu spät und waren zu langsam, um größere Bestände der Waffe herzustellen. Um die Herstellung der Waffe zu beschleunigen, wurde dafür der ursprüngliche Typ 100 stark vereinfacht, mit dem Ergebnis, dass die Konstruktion leicht verlängert wurde. Der Holzschaft war oft ziemlich unbearbeitet und die Schussfrequenz wurde von den früheren 450 Schuss pro Minute auf 800 erhöht. Das Visier wurden auf wenig mehr als ein Zielkorn reduziert und die große Befestigung für ein Bajonett an der Mündung wurde durch eine einfachere Halterung ersetzt. An der Mündung ragte der Lauf mehr aus der perforierten Ummantelung heraus und hatte eine einfache Mündungsbremse bestehend aus zwei Öffnungen, die in den Lauf gebohrt waren. Schweißen, oft grob, wurde wo immer möglich eingesetzt. Das Ergebnis war eine viel gröbere Waffe im Vergleich zur früheren Version – aber eine, die solide genug für ihren Zweck war. Das Hauptproblem für die Japaner im Jahr 1944 lag nicht so sehr in der Tatsache, dass die Maschinenpistole Type 100 nicht gut genug war, sondern dass es ihnen an der industriellen Kapazität für die Massenproduktion fehlte. Folglich mussten die japanischen Truppen ihren letzten, verzweifelten Abwehrkämpfe hauptsächlich immer noch mit dem Ariska-Gewehr austragen und waren daher ständig im Nachteil gegenüber den besser bewaffneten alliierten Soldaten. Variante: Typ 100/44: Mechanisch glich es dem Typ 100/40, hatte aber eine schwächere Schließfeder, welche die Feuerrate auf 800 Schuss in der Minute steigerte. Die Bajonett-Halterung wurde entfernt und das Bajonett konnte nun auf die Mündung aufgesetzt werden. Die Mündung wurde zu einem Kompensator durch das Anbohren zweier seitlicher Löcher gebildet. Es gab noch einige andere, kleinere Veränderungen, um die Waffe leichter herstellen zu können. Es wird berichtet, dass rund 7.000 Stück im letzten Kriegsjahr produziert wurden, aber es scheinen keine in die Hände der Fronttruppen gelangt zu sein. Benutzer: Japan (für alle Varianten). Animation 3D-Modell Japanische MP Typ 100 Spezifikationen Typ 100 Spezifikationen: Einsatzstatistik: Leichte Maschinengewehre Taisho 11 und Typ 96 Ursprünglich war die japanische Armee recht schnell im Erkennen des Potenzials des Maschinengewehrs und erwarb schon 1902 die Rechte zur Lizenzproduktion des französischen Hotchkiss-Maschinengewehrs M1897 und führte dies bei der Truppe ein. Es wurde mit beträchtlichem Erfolg im Russisch-Japanischen Krieg eingesetzt und als Folge davon wurde der Hotchkiss-Entwurf zur Grundlage weiterer Entwürfe. Die japanischen schweren Maschinengewehre, welche zwischen 1941 und 1945 verwendet wurden, waren daher beide Ableitungen des französischen Hotchkiss-Maschinengewehrs mit nur wenigen, lokalisierten Veränderungen. Bei den leichten Maschinengewehren entwickelten die Japaner jedoch ihrer eigenen Modelle, wobei das erste noch auf der Grundlage der gleichen Funktionsweise wie bei den Hotchkiss entstand, jedoch mit den üblichen lokalen Variationen. Das erste davon war das 6,5-mm leichte Maschinengewehr Taisho 11 (Typ 11), welches 1922 eingeführt wurde und bis 1945 im Dienst blieb. Der Name Taisho 11 leitet sich vom elften Jahr der Taisho-Ära ab. Seine Ursprünge aus dem Hotchkiss-Maschinengewehr sind mehr …

  • Webley 0.455in Revolver

    Revolver Webley .455in, Fosbery, Webley .38in Mk 4, Enfield. No.2. Englische Revolver im Ersten und Zweiten Weltkrieg: Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken und Bilder. Pistolen Webley .455in, 0.38in Mk 4, Fosbery, Enfield No.2 Typ: Revolver. Englische Revolver Webley .455in Revolver Die 0,455-inch-Kartusche, welche von den Webley-Revolvern verfeuert wurde, war tatsächlich vom Kaliber 0,441 inch (11,2 mm) und der Entwurf spiegelte die Erfahrungen aus den Kolonialkriegen wider. Die Patrone war als ‘Mann-Stopper’ entworfen worden, zum Einsatz auf kurzen Entfernungen gegen anstürmende Horden von Eingeborenen. Deshalb war die schwere Kugel und die kräftige Treibladung sicherlich für diese Aufgabe geeignet. Die Pistole, welche für den Einsatz mit dieser kräftigen Kartusche vorgesehen war, wurde bei Webley & Scott Limited in Birmingham gebaut. Dort wurde der erste .455in Revolver im Jahr 1887 gebaut. Dieser Webley & Scott Mk I war der Vorläufer einer Reihe von weitgehend ähnlichen Modellen, von denen noch viele irgendwo verwendet werden. Der Mk I hatte einen nach oben öffnenden Rahmen, mit einem automatischen Auswurf-System, welches die verbrauchten Kartuschen hinauswarf, wenn der Rahmen geöffnet wurde. Der Griff hatte eine markante Form, welcher als ‘Vogelkopf’ bezeichnet wurde und ein Schlüsselring wurde als unentbehrlich zum Tragen angesehen. Ein 102 mm langer Lauf wurde verwendet, aber spätere Mark-Versionen verwendeten auch 152 mm lange Läufe. Nach dem Mark I kamen eine große Anzahl an anderen Mark- und Unterversionen mit Detail-Verbesserungen oder Veränderungen an der Lauflänge. Der gesamte Mechanismus änderte sich aber nicht groß, obwohl beim Erscheinen des hauptsächlichen Modells während des Ersten Weltkriegs sich die Schaft-Form änderte und einige Veränderungen an den Zielvorrichtungen vorgenommen wurden. Der Mark VI wurde der typische Webley .455in Revolver des Ersten Weltkriegs, aber viele der vorhergehenden Mark-Reihen wurden ebenfalls weiterhin verwendet. Der Mark VI war eins sehr gut verarbeiteter und solider Revolver. Er war auch sehr groß und so etwas wie eine Handvoll Tragetasche, welche abgefeuert werden konnte. Die kräftige Kartusche verursachte einen ebenso kräftigen Rückschlag und es wurde empfohlen, ihn nur auf einer sinnvollen Kampfentfernung von wenigen Metern zu verwenden. Für den Grabenkrieg war dies ideal und kein Problem und der Webley wurde zur bevorzugten Waffe für Grabenüberfälle und den Nahkampf. Unter diesen Umständen hatte der Webley einen weiteren großen Vorteil, da er sehr genügsam war und mit dem Dreck und Schlamm, in dem er oft verwendet wurde, kein Problem hatte. Selbst ein verklemmter oder leer geschossener Webley konnte noch als wirksame Keule verwendet werden.   Diese Eigenschaft wurde noch dadurch gesteigert, als das Pritchard-Greener-Revolver-Bajonett eingeführt wurde, welches ein spitzenartiges Bajonett- oder Grabenmesser war, welches über die Mündung mit einem Metallgriff gezogen und gegen den Revolver-Rahmen gedrückt wurde. Diese furchterregende Kombination aus Pistole und Bajonett wurde jedoch nur selten verwendet, da sie niemals offiziell von der Britischen Armee übernommen wurde. Ein sinnvolleres Gerät war jedoch ein Nachlader, mit dem sechs Patronen umgehend in den offenen Zylinder eingeführt werden konnten. Webley-Fosbery Revolver Der Webley-Fosbery Revolver wurde von Oberst G.V. Fosbery (ausgezeichnet mit dem Victoria Cross) entworfen. Die Waffe ist eine Klasse für sich, da es sich um einen automatischen Revolver handelt. Das ursprüngliche Patent wurde 1896 angenommen und die Produktion von Webley & Scott aufgenommen, wobei die daraus resultierenden Pistolen Kammern für die Standardkartusche 0,455 inch (eigentlich aber 0,441 inch bzw. 11,2 mm) erhielten.   Die Funktion der Webley-Fosbery Revolver war einzigartig. Beim Schießen drückte der Rückstoß den Lauf, Zylinder und Oberrahmen entlang einer Schiene über den Griff zurück. Dadurch wurde der Abzugshahn und eine Rückstellfeder im Inneren des Kolbens gespannt und dieser gesamte Teil der Waffe ging wieder in seine Ausgangsposition zurück. Dabei lief ein Bolzen innerhalb der Schiene durch eine abgewinkelte Nute, die in den Zylinder eingearbeitet war, um ihn in die nächste Position mit einer neuen Patrone zu drehen. Das System hatte eine große Anziehungskraft auf diejenigen, die dachten, dass sie nur noch den Abzug drücken müssten, um schnell Schuss auf Schuss abfeuern zu können. In der Praxis war es allerdings nicht so einfach. Ein unmittelbarer Nachteil war, dass die gesamte Funktion sehr viele mechanische Funktionen einband. Der gesamte obere Rahmen, der sich hin und her bewegte, verstärkte die ohnehin schon beachtliche Kraft durch den heftigen Rückstoß und machte die Pistole zu einer unbändigen Bestie beim Schießen. Ein weiterer Nachteil war, dass der Schütze den Kolben sehr fest halten musste, sonst funktionierte das gesamte System nicht, denn der Griff des Schützen diente als Basis für den gesamten Mechanismus. Dennoch wurde der Webley-Fosbery Revolver in beträchtlicher Zahl an britische Offiziere verkauft, die zur Zeit des Ersten Weltkriegs ihre eigenen Faustfeuerwaffen mitbringen mussten. Viele wurden auch an das Personal des Royal Flying Corps verkauft, welches glaubte, dass die automatische Funktion von großem Vorteil sein würde, wenn es darum ging, feindliche Flugzeuge aus dem Cockpit heraus zu bekämpfen. Sie stellten jedoch bald fest, dass die beträchtlichen Bewegungen der Waffe beim Schießen die Verwendung während des Fluges noch schwieriger machten, als es ohnehin schon war. Aus all diesen Gründen wurde der Webley-Fosbery nie offiziell von den britischen Streitkräften übernommen. Dies war auch gut so, denn wenn sie in den Schützengräben eingesetzt wurden, wurde ihr größter Nachteil noch offensichtlicher. Da die gesamte Funktion auf einer fließenden Bewegung durch sorgfältig bearbeitete Nuten beruhte, führte das Zusetzen dieser mit Schmutz, Staub und Schlamm zu einer Blockade. Da die meisten der für die Funktion wichtigen Rillen und Nuten vollständig offen lagen, wurden sie schnell voll von allen möglichen Ablagerung des Grabenkrieges verdreckt und der Benutzer der Waffe musste ständig darauf, dass sie sauber war. Viele Offiziere kapitulierten vor dieser Aufgabe und verwendeten fortan weniger lästige Pistolen. Webley .38in Mk 4 Revolver Der Webley .455-Revolver des Ersten Weltkriegs war zwar ein wirkungsvoller ‘Mann-Stopper’, aber auch eine schwere und gewaltige Waffe, die im Allgemeinen nur in den Händen eines hoch qualifizierten Schützen effektiv war. Solche Männer konnten aber unter den Anforderungen des Krieges nicht ausgebildet werden. Infolgedessen beurteilte die britische Armee nach dem Ersten Weltkrieg die Ballistik für Revolver neu und entschied, dass es möglich sein würde, mit einem Geschoss von 200 Grain (knapp 13 Gramm) und 0,38 inch (9,65 mm) ein ausreichend tödliches Ergebnis zu erzielen. Folglich mehr …

  • Schleswig-Holstein beschiesst Westernplatte

    Der Polenfeldzug im September 1939 (Teil I). Aufmarsch, der deutsche Angriff und der Vorstoß auf Warschau bis zum 9. September. Mit Fotos und Karten vom Feldzug in Polen. Der Polenfeldzug Der deutsche Angriff auf Polen begann am 1. September 1939 um 4:45 Uhr, als das alte deutsche Linienschiff ‘Schleswig-Holstein’ die polnische Befestigung auf der Westerplatte vor Danzig unter Beschuss nahm. Aufmarsch zum Polenfeldzug Für den Polenfeldzug konnte die Wehrmacht 37 Infanterie- und 3 Gebirgs-Divisionen und alle vorhandenen 6 Panzer-Divisionen, 4 leichten Divisionen und 4 motorisierten Divisionen sowie eine Kavallerie-Brigade bereitstellen. Darunter befanden sich 3.195 Panzerkampfwagen, von denen jedoch nur 98 PzKpfw III und 211 PzKpfw IV waren. Die deutsche Luftwaffe hatte 1.538 einsatzbereite Flugzeuge für den Polenfeldzug. Siehe auch: Luftwaffe 2. September 1939. Die Polnische Armee war mit 38 Infanterie-Divisionen, einer motorisierten Brigade und 11 Kavallerie-Brigaden zahlenmäßig auf dem Papier fast gleich stark. Es gab aber nur 1.134 leichte und kleine, ältere Panzerkampfwagen. Dazu standen eine weitere motorisierte Brigade und zwei Infanterie-Divisionen kurz vor der Fertigstellung. Allerdings verfügte die polnische Luftwaffe über nur 745, zumeist veraltete, Flugzeuge. Siehe auch: Polnische Streitkräfte. Die deutsche Heeresgruppe Nord unter Generaloberst von Bock stand mit der 4. Armee (von Kluge) und dem XIX. Panzer-Korps in Pommern, sowie mit der 3. Armee (von Küchler) in Ostpreußen bereit. Die Heeresgruppe Süd unter Generaloberst von Rundstedt in Schlesien bestand von Nord nach Süd aus der 8. Armee (Blaskowitz), der 10. Armee (von Reichenau) und der 14. Armee (List). Siehe auch: Wehrmacht Kriegsgliederung Polen-Feldzug 1939. Die verbündeten Franzosen drängten die Polen schon seit längerem zu einer beweglich geführten strategischen Verteidigung, um Zeit zu gewinnen, bis die alliierten Truppen im Westen aufgebaut waren. Polen war jedoch darauf angewiesen, seine wichtigen Getreidegebiete und Industriezentren zu sichern, weshalb ursprünglich nur ein ‘Rumpfgebiet’ verteidigt werden sollte. Polen hatte jedoch bereits im März 1939 mit einer Teilmobilmachung begonnen und dabei den gesamten Korridor zwischen Ostpreußen und dem Deutschen Reich, sowie die Festung Posen, in die Verteidigung mit einbezogen. Auch wurden optimistisch Aufmarschpläne für einen Stoß aus dem Raum Posen bis nach Berlin geplant, nachdem Frankreich und England als Verbündete feststanden. So waren die polnischen Verbände im September über die gesamte Grenze hinweg verteilt und zersplittert, sodass anstatt alles zu verteidigen, überhaupt nichts mehr verteidigt werden konnte. Bis zum 27. August 1939 war die polnische Mobilmachung in die letzte Phase getreten.   Frankreich begann bereits am 21. August 1939 mit der Vormobilmachung, woraufhin die Kriegsbereitschaft zehn Tage später erreicht werden konnte. Deutschland hatte erst am 26. August mit einer Anfangs geheimen Mobilmachung begonnen, wobei die volle Kriegsbereitschaft erst nach zumindest acht Tagen erreicht werden konnte. Allerdings wurde schon am 16. August das aktive Heer kriegsbereit gemacht und die Reservisten für die Reserve-Divisionen der ersten Welle einberufen. Der Aufmarsch für den Polenfeldzug wurde in Ostpreußen mit Truppenparaden für die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Tannenberg-Schlacht und in Schlesien und Pommern mit Herbstmanövern und dem Bau eines Ostwalls getarnt. Der deutsche Angriff war ursprünglich bereits für den 26. August 1939 geplant gewesen, aber Hitler zögerte und hoffte auf eine diplomatische Lösung für Danzig und den Korridor und verschob den ‘Fall Weiß’ um sechs Tage. Da nach dem ‘Großen Krieg’ von 1914 bis 1918 eine lebhafte und strittige Diskussion über die Kriegsschuld-Frage in Europa ausgebrochen war, die sich vor allem auf den Ablauf der angeordneten Mobilisationen als Ursache anstatt der eigentlich erst anschließend daraufhin erfolgten, formalen Kriegserklärungen bezog, waren alle Regierungen bemüht, ihre Kriegsvorbereitungen möglichst geheim zu halten und wollten diese nicht als ‘offizielle Mobilisation’ verstanden wissen. Adolf Hitler hielt zudem noch einen weiteren Trick für notwendig, um die Welt von der polnischen Kriegsschuld zu überzeugen. So ließ er einen fingierten Überfall mit Männern in polnischen Uniformen auf den deutschen Rundfunksender Gleiwitz kurz vor dem deutschen Angriff durchführen. Der Schwindel flog aber bald auf und es wurde nichts mit dem Alibi. Auch betrachtete er formale Kriegserklärungen nach den Abläufen in den Tagen vor dem Ersten Weltkrieg und ihrer Bewertungen durch die Kriegsschuld-Klausel des Vertrag von Versailles als nicht mehr zeitgemäß. Deutscher Angriff auf Polen So überschritten an diesem verhängnisvollen frühen Morgen des 1. September 1939 schon an zahlreichen Stellen deutsche Truppen ohne Kriegserklärung die polnische Grenze, zu dem was eigentlich nur ein begrenzter, lokaler Feldzug werden sollte. Auch die deutsche Luftwaffe begann mit starken Angriffen auf die polnischen Flugplätze, die jedoch Vergebens waren, da die polnischen Geschwader bereits am Vortag auf Feldflugplätze verteilt worden waren. Jedoch besaßen die Deutschen von Anbeginn an die absolute Luftüberlegenheit und konnten ihre Bodentruppen nach Belieben unterstützen und wichtige operative und taktische Ziele in Polen angreifen.   Der deutsche Plan war auf einen schnellen Erfolg im ersten modernen ‘Blitzkrieg’ der Geschichte ausgerichtet, da Zeit knapp war, weil die Gefahr eines Eingreifens der Westmächte bestand. Dazu sollte die deutsche 10. Armee im Süden starke polnische Verbände schon in der Nähe der Grenze einschließen, um einen weiteren Widerstand im Landesinneren hinter der Weichsel auszuschließen und die 3. Armee schnell die Verbindung mit Ostpreußen durch den Korridor herstellen. Anschließend sollte die 3. Armee nach Süden vorstoßen, um mit der 10. Armee einen riesigen Kessel im westlichen Polen zu schließen. Beides scheiterte, da die 10. Armee dazu über 300 Kilometer schlechte Sandwege vorrücken musste und die polnische Ulanen-Brigade von Oberst Filipowicz – vor allem zu Fuß als Infanteristen kämpfend – an der südlichen Flanke der Armee Lodz (General Ròmmel – nicht zu verwechseln mit dem späteren deutschen ‘Wüstenfuchs’) gleich am ersten Tag die deutsche 4. Panzer-Division (eine der zwei Panzer-Divisionen der 10. Armee) aufhielt. Dieses Gefecht ist eines der wenigen im Zweiten Weltkrieg, wo eine Kavallerie-Einheit gegen Panzer erfolgreich war.   Die Polen dagegen verteilten ihre verfügbaren Panzerkampfwagen auf 15 selbständige Panzerkompanien, die jeweils auf eine Infanterie-Division verteilt werden und damit keine sinnvolle operative Kampfkraft hatten. Im Norden kommt es ebenfalls zu Verzögerungen, da es den Polen gelingt vor dem Eintreffen eines deutschen Panzerzugs mit Stuka-Unterstützung (diese Operation begann schon kurze Zeit vor dem eigentlichen Angriff) die Weichsel-Brücke bei Dirschau zu sprengen. Zudem war das deutsche Panzer-Korps unter Guderian in eine Infanterie-Armee integriert worden, wodurch es mehr …

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